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Eine Ablaufsteuerung mit Störfällen simulieren - Vernetztes Hubsystem als Lernmodell - Ausbildung

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Eine Ablaufsteuerung mit Störfällen simulieren - Vernetztes Hubsystem als Lernmodell - Ausbildung

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Zielgruppe: Auszubildende zum Mechatroniker und zur Mechatronikerin im 3. Ausbildungsjahr. Format: vollständiger aiMOOC. Arbeitsweise: Reine, vollständig fiktive digitale Lernsimulation ohne Verbindung zu einer realen Hubanlage.


Einleitung

Ausbildungsjahr einordnen: Der KMK-Rahmenlehrplan Mechatronik bündelt die Lernfelder 9–13 im dritten und vierten Ausbildungsjahr. Die Jahreszuordnung in diesem Lernweg ist eine redaktionelle Lernempfehlung, keine verbindliche Trennung durch die KMK. Das vierte Ausbildungsjahr umfasst bei 3½ Jahren die Abschlussphase im siebten Halbjahr. Reihenfolge mit Berufsschule und betrieblichem Ausbildungsplan abstimmen. Ein Hubsystem kann mechanisch korrekt ausgelegt sein und trotzdem wegen fehlerhafter Signale oder unzulässiger Abläufe stehen bleiben. Du lernst, eine Ablaufsteuerung als Schrittkette zu modellieren, Sensoren und Aktoren zuzuordnen, Sollabläufe zu simulieren, Störfälle reproduzierbar einzuspeisen und Fehler aus Zeitstempeln und Zustandsdaten einzugrenzen. Ziel ist nicht das bloße Wegklicken einer Meldung, sondern eine nachvollziehbare technische Diagnose.

Sicherheit und Geltungsbereich: Alle Messwerte, Zustände, Logdateien und Komponenten des Falls sind erfunden. Es wird weder eine reale Last angehoben noch eine echte Steuerung betrieben. Die dargestellte logische Störabschaltung ist keine geprüfte Sicherheitsfunktion. Arbeiten an Kranen, Drucksystemen und elektrischen Einrichtungen sowie die Prüfung von Schutzeinrichtungen dürfen nur von entsprechend qualifizierten Personen unter betrieblicher Freigabe und Aufsicht erfolgen. Dieser Kurs ersetzt keine Befähigung, Gefährdungsbeurteilung oder fachliche beziehungsweise rechtliche Abnahme. Es besteht keine Herstellerkooperation und es werden keine vertraulichen Unterlagen oder amtlichen Prüfungsaufgaben verwendet.

Ausbildungsbezug: Der schulische KMK-Rahmenlehrplan für Mechatroniker/Mechatronikerinnen (Beschluss 30.01.1998 in der Fassung 23.02.2018) ordnet dem 3. Ausbildungsjahr insbesondere Lernfeld 9 „Untersuchen des Informationsflusses in komplexen mechatronischen Systemen“ (80 Unterrichtsstunden) sowie Lernfeld 11 „Inbetriebnahme, Fehlersuche und Instandsetzung“ (160 Unterrichtsstunden) zu. Das sind schulische Lernfelder, keine Paragraphen der betrieblichen Ausbildungsordnung. Die betriebliche Mechatroniker-Ausbildungsverordnung in der Neufassung vom 28.06.2018 und die 2018 überarbeiteten Inhalte des Ausbildungsrahmenplans betreffen unter anderem Steuerungsaufbau, Programmieren, Diagnostik und informationssichere Arbeit. Die hier gezeigte virtuelle Übung ist ein didaktisches Beispiel, keine verbindliche Prüfungsvorlage. Nachweise im Quellenabschnitt; Stand der Quellenprüfung: 21.10.2026.


Den fiktiven Ausbildungsfall verstehen


Lernauftrag und Anlagenmodell

In einer erfundenen Ausbildungswerkstatt steht das digitale Modell H40: Eine Plattform soll zwischen unterer Position U und oberer Position O fahren, oben kurz verweilen und wieder absenken. Die Hydraulik ist nur ein vereinfachtes Rechnermodell. Eine modellierte SPS verarbeitet Startfreigabe, zwei Positionssensoren, einen Druckwert und eine Zeitüberwachung. Es gibt keine Personenbeförderung, keinen realen Lastbetrieb, keine echte Not-Halt-Funktion und keine Verbindung zu einem Industrie-Netzwerk.

Fiktive Systemdaten:

Größe Modellwert Bedeutung
Bewegte Masse m 200 kg Einschließlich Modellplattform und Modelllast
Erdschwerebeschleunigung g 9,81 m/s² Rechenannahme
Kolbenwirkfläche A 10 cm² = 0,001 m² Vereinfachte wirksame Fläche beim Heben
Hubweg s 0,40 m Weg zwischen den beiden Modell-Endlagen
Förderstrom Q 3,0 L/min = 0,000050 m³/s Idealisiert konstant
Betriebsdruck p 50 bar = 5,0 MPa Idealisierter verfügbarer Druck
Mechanische Verlustkraft F_V 300 N Pauschale fiktive Reibung
Unterer Druckgrenzwert p_min 25 bar = 2,5 MPa Didaktisch gewählter Diagnosewert
Fahrzeitgrenze T_max 10,0 s Für Auf- und Abwärtsfahrt
Verweilzeit oben 1,0 s Fiktiver Takt
Druckstörung p kleiner 25 bar über 0,5 s Softwaretest mit Entprellzeit

Die Zahlen sind keine Bemessungsdaten für Maschinen und dürfen nicht zum Einstellen realer Ventile oder Schutzfunktionen herangezogen werden.

Medium: Prinzipdarstellung eines Fluidzylinders; Wikimedia Commons, Urheber 電工石火, CC BY-SA 4.0. Abbildung beschreibt ein physikalisches Grundprinzip, nicht das fiktive H40-Modell.


Mechanik und Hydraulik rechnerisch verbinden

Die Gewichtskraft ist F_G = m · g = 200 kg · 9,81 m/s² = 1 962 N. Mit pauschaler Reibung lautet die nötige Modellkraft F_erf = 1 962 N + 300 N = 2 262 N. Der ideal erforderliche Differenzdruck folgt aus p = F/A = 2 262 N / 0,001 m² = 2 262 000 Pa = 22,62 bar. Damit liegt die fiktive Druckschwelle von 25 bar knapp über dem rechnerischen Mindestdruck. 50 bar ergeben ideal F = p · A = 5 000 N; daraus darf man keine reale Tragfähigkeit ableiten, weil Geometrie, dynamische Kräfte, Gegendrücke, Wirkungsgrade und Sicherheitsanforderungen im Modell fehlen.

Aus dem Volumenstrom folgt die ideale Geschwindigkeit v = Q/A = 0,000050 m³/s / 0,001 m² = 0,050 m/s. Für 0,40 m Hubweg ergibt das t = s/v = 8,0 s. Die gewählte Fahrzeitgrenze 10,0 s enthält im virtuellen Modell 2,0 s Reserve. Beachte: Ein Positionssensor meldet nur eine Position; er misst nicht automatisch Kraft, Druck oder Volumenstrom.


Informationen, Zustände und Aktoren verknüpfen


Signalliste und Wirkungsrichtung

Signal Typ Fiktive Bedeutung
Start boolesch, Eingang Bedienwunsch für genau einen Zyklus
F boolesch, Eingang Simulierte Betriebsfreigabe, keine reale Sicherheitsfreigabe
S_U boolesch, Eingang Plattform hat untere Endlage erreicht
S_O boolesch, Eingang Plattform hat obere Endlage erreicht
p_ist reell, bar Simulierter Druckwert
Y_AUF boolesch, Ausgang Modellbewegung nach oben anfordern
Y_AB boolesch, Ausgang Modellbewegung nach unten anfordern
Alarm Kennung Störcode und Zeitstempel im Protokoll

Ein Aktuator setzt ein Steuersignal in eine Wirkung um; ein Sensor liefert eine Information über eine physikalische Größe oder einen Zustand. Ein Transition ist die Übergangsbedingung zwischen zwei Schritten der Schrittkette. Ein Interlock ist eine Verriegelungsbedingung: In diesem Lernmodell dürfen Y_AUF und Y_AB niemals gleichzeitig wahr sein.

Medium: Generisches SPS-Blockbild, Wikimedia Commons, Urheber ProVision (Upload Mithilrkadam), CC BY-SA 4.0; kein H40-Schaltplan.

Medium: Beispiel eines induktiven Näherungssensors, Wikimedia Commons, Urheber Ekbsensor, CC BY-SA 4.0. Im Unterrichtsmodell sind S_U und S_O rein digitale Signale, kein bestimmter Sensortyp wird vorausgesetzt.


Normalfolge als Zustandsautomat

Die Zustände sind BEREIT, HEBEN, OBEN_WARTEN, SENKEN, ZYKLUS_ENDE und STOERUNG. In BEREIT sind beide Ventilausgänge 0. Ist F=1, Start=1, S_U=1, S_O=0 und p_ist mindestens 25 bar, wechselt die Simulation nach HEBEN. Nur Y_AUF=1 wird gesetzt. Bei gültigem S_O=1 und S_U=0 vor Ablauf von 10 s wechselt der Ablauf nach OBEN_WARTEN; beide Ausgänge sind 0. Nach 1 s Verweilzeit beginnt SENKEN mit Y_AB=1. Bei S_U=1 und S_O=0 endet der Zyklus. Danach sind beide Ausgänge 0, und vor einem neuen Zyklus ist ein neuer Startimpuls erforderlich.

Priorität der Software-Simulation: Zuerst werden widersprüchliche Sensorsignale und die virtuelle Freigabe geprüft, danach Druckstörung und Fahrzeitüberschreitung, zuletzt der normale Zustandsübergang. Nach STOERUNG bleiben alle Bewegungsanforderungen 0 und der Fehler wird protokolliert. Eine Quittierung setzt den Alarm nur dann zurück, wenn die Fehlerursache im Modell behoben und der definierte Ausgangszustand plausibel ist; sie löst nie von selbst eine Bewegung aus.


Darstellung und Signalfluss

Der Informationsweg lautet: virtuelle Eingänge → Plausibilitätsprüfung → Zustandsautomat → Stellbefehle → virtuelles Bewegungsmodell → rückgemeldete Sensoren und Logdaten. Die Energiebetrachtung ist getrennt: Berechneter Druck und Volumenstrom liefern in der Simulation die Ursache der Bewegung; sie sind keine SPS-Steuersignale. Ein gutes Funktionsblockdiagramm verwechselt Energie- und Informationsfluss nicht.

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes:

Medium: Foto einer beispielhaften SPS-Schalttafel, Wikimedia Commons, Dailynetworks, Public Domain. Die abgebildeten echten Komponenten gehören nicht zum Lernmodell.

Video (deutsch): „SPS#1 :: Schrittkette / Ablaufsteuerung / Grafcet :: Einführung“, Kanal Prüfungsvorbereitung.Elektroniker, Andreas Nies, Veröffentlichung 29.12.2017. Externes YouTube-Angebot, Urheberrechte verbleiben beim Anbieter; keine Weiterverbreitung behauptet.


Störfälle zielgerichtet simulieren


Drei zentrale Fehlerbilder

Fall A – Oberer Sensor meldet nicht: Start bei t=0 s, S_U zunächst 1, dann 0. Die virtuelle Plattform erreicht geometrisch bei t=8,0 s die obere Position, aber ein fest auf 0 gesetzter Signalwert S_O verhindert den Übergang. Nach Ablauf der 10,0 s des HEBEN-Schritts lautet der Modellcode E_TIMEOUT_UP; Y_AUF und Y_AB werden 0. Diagnose: Bewegungsmodell und Sensorsignal weichen voneinander ab. Die Auswertung darf nicht allein aus dem Alarm auf einen defekten Zylinder schließen.

Fall B – widersprüchliche Endlagensignale: S_U=1 und S_O=1 gleichzeitig bei 0,40 m Abstand zwischen den Endlagen. Diese Kombination ist im festgelegten Modell unplausibel. Code E_SENSOR_CONFLICT, Bewegung wird gar nicht erst angefordert. Ursachen könnten in einem echten System anders liegen; hier sind sie bewusst auf die Sensorsimulation begrenzt.

Fall C – Druckabfall: Bei t=3,0 s während HEBEN fällt p_ist von 50 auf 20 bar. Der Druck bleibt bis t=3,6 s niedrig; damit ist die 0,5-s-Bedingung erfüllt und das Modell meldet E_PRESSURE_LOW zum Zeitpunkt t=3,5 s. Die Diagnose enthält Messwert 20 bar, Grenzwert 25 bar und Schritt HEBEN. Das ist eine simulierte Plausibilitätsabschaltung, kein validiertes Druckschutzsystem.

Medium: Schema eines elektromagnetisch betätigten Ventils, Wikimedia Commons, Urheber SimonOrJ (basierend auf Alfonso Gonzalez), gemeinfrei laut Datei-Seite. Dies ist eine illustrative allgemeine Ventildarstellung, nicht ein Hydraulikschaltplan des H40.


Ursachen, Symptome und Testverfahren unterscheiden

Ein Symptom ist beispielsweise „S_O bleibt 0“. Eine Hypothese ist „Signal eingefroren“, ein Test ist der Vergleich des simulierten geometrischen Positionswerts mit dem digitalisierten S_O-Signal über die Zeit. Erst wenn diese Werte verschieden sind und die übrigen Bedingungen stimmen, stützt der Test die Hypothese. Andere Testfälle sind ein kurzzeitiger Druckeinbruch von nur 0,3 s (keine dauerhafte Druckstörung), ein gedrückter Startimpuls ohne Freigabe (keine Bewegung) und ein zweiter Start während SENKEN (ignorieren). Jede Abweichung wird mit Sollzustand, Istzustand, Zeit, Erwartung und Ergebnis dokumentiert.


Simulationsablauf, Logdatei und Fehlerdiagnose


Prüftabelle eines störungsfreien Durchlaufs

Verwende Zeitschritte, nicht Schaltvorgänge an realen Bauteilen. Für die folgende Musterrechnung wird die Fahrbewegung idealisiert ohne Beschleunigung angesetzt.

Modellzeit Zustand S_U S_O Y_AUF Y_AB Erwartung
0,0 s vor Start BEREIT 1 0 0 0 Startbedingung möglich
0,0 s nach Start HEBEN 1 0 1 0 Bewegung beginnt
0,2 s HEBEN 0 0 1 0 Untere Endlage verlassen
8,0 s OBEN_WARTEN 0 1 0 0 Oben erreicht
9,0 s SENKEN 0 1 0 1 Rückfahrt beginnt
9,2 s SENKEN 0 0 0 1 Obere Endlage verlassen
17,0 s ZYKLUS_ENDE 1 0 0 0 Wieder unten

Die Zeitpunkte 0,2 s und 9,2 s sind modellierte Entprell-/Erfassungsbeispiele, nicht aus der idealen Wegberechnung ableitbar. Bei diskreter Abtastung können Übergänge um einen Simulationszeitschritt abweichen. Für den Solltest gilt 8 s + 1 s + 8 s = 17 s Gesamtdauer.


Reproduzierbare Fehlereinspeisung

Testprotokoll: 1. Ausgangslage S_U=1, S_O=0 und p_ist=50 bar setzen. 2. Startimpuls im virtuellen Modell geben. 3. Ausschließlich das benannte Störsignal manipulieren. 4. Zeitpunkt und Modellzustand festhalten. 5. Erwarteten Fehlercode und beide Ausgänge prüfen. 6. Fehlerzustand im Modell entfernen, Ursache dokumentieren und erst danach eine separate Rücksetzhandlung testen. Ein Test besteht nur, wenn sowohl das gewünschte Verhalten als auch das Ausbleiben unerwünschter Bewegung geprüft sind.

Beispiel-Log (synthetisch):

Zeit Eingaben / Zustände Eintrag
00:00,0 Start=1, F=1, S_U=1 Schritt HEBEN
00:03,0 p_ist=20 bar Druck unter Grenzwert, Timer beginnt
00:03,5 p_ist=20 bar E_PRESSURE_LOW, Wechsel in STOERUNG
00:03,5 Y_AUF=0, Y_AB=0 Bewegungsanforderungen gesperrt
00:03,6 p_ist=50 bar Fehlerursache im Modell entfernt, Zustand bleibt STOERUNG

Bei Rückkehr des Druckwerts zu 50 bar erfolgt kein automatischer Wiederanlauf. Erst eine gesonderte Quittierung unter plausiblen Bedingungen kann den Alarmstatus zurücksetzen; ein neuer Start bleibt nötig. Diese Modellregel vermeidet die gefährliche Gleichsetzung „Fehlermeldung verschwindet“ mit „Maschine darf fahren“.

Video (deutsch): „SPS#3 :: Schrittkette / Ablaufsteuerung / Grafcet :: Zusammenfassung“, Kanal Prüfungsvorbereitung.Elektroniker, Andreas Nies, Veröffentlichung 29.12.2017. Externes YouTube-Video; keine offene Nachnutzungslizenz behauptet.


Ergebnisse bewerten und auf neue Fälle übertragen


Testabdeckung und Fehlerprotokoll

Erstelle eine kleine Testmatrix mit den Fällen N1 Normalzyklus, S1 Oberer Sensor bleibt aus, S2 Beide Sensoren gleichzeitig aktiv, S3 Druck 20 bar für 0,6 s, S4 Druck 20 bar für 0,3 s und S5 Start ohne Freigabe. Dokumentiere je Fall die Eingangsfolge, erwartete Zustandsfolge, Ausgangsbedingungen, beobachtete Meldung und ein eindeutiges Bestanden-/Nichtbestanden-Kriterium. So unterscheidest du Anforderungsprüfung (Was soll passieren?) von Fehlerdiagnose (Warum geschieht etwas Unerwartetes?).

Für S1 wird spätestens bei t=10,0 s nach Eintritt in HEBEN der Timeout erkannt; ein Timervergleich ist in einer diskreten Implementierung exakt zu definieren. Für S2 wird kein Hub begonnen. Für S3 tritt im idealen Modell nach 0,5 s Unterdruckdauer E_PRESSURE_LOW auf; S4 löst diesen zeitgefilterten Code nicht aus. S5 startet keinen Zyklus. Unabhängig vom Test muss stets gelten: Nicht beide Bewegungsbefehle gleichzeitig und Nach einer Störung keine selbsttätige Bewegungsfreigabe. Das sind funktionale Lernanforderungen, keine Nachweise für eine zertifizierte Sicherheitssteuerung.


Technische und berufliche Reflexion

Ein fiktiver Signalfehler kann mechanisch wie ein Stillstand wirken. Deshalb untersuchst du nacheinander die Ebene Befehl → SPS-Zustand → Ausgang → virtuelles Ventil → Druck/Volumenstrom → Plattformposition → Sensorsignal. Benenne, welche Informationen bei jeder Schnittstelle erwartet und tatsächlich verfügbar sind. Bei vernetzten Systemen sind außerdem Datenqualität, Zeitstempel, Zugriffsschutz und der Umgang mit fehlerhaften Netzwerkinformationen zu bewerten. Ein Diagnoseprotokoll soll keine personenbezogenen Azubi-Daten enthalten.

Lernergebnis: Du kannst Soll- und Ist-Abläufe abgleichen, die physikalische Modellrechnung überprüfen, Störfälle nach reproduzierbarer Methode testen, Fehlergrenzen argumentieren und die Grenzen einer rein softwarebasierten Simulation benennen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Prüfe dein Wissen

Wie groß ist im fiktiven Modell die erforderliche Hubkraft einschließlich 300 N Reibung? (2262 N) (!1962 N) (!5000 N) (!300 N)



Rückmeldung: Gewichtskraft 200 kg mal 9,81 m/s² ergibt 1962 N; zusammen mit 300 N Reibung ergibt sich 2262 N.

Wie lang dauert eine ideale Aufwärtsfahrt bei 0,40 m Weg und 0,050 m/s Geschwindigkeit? (8 s) (!0,8 s) (!10 s) (!20 s)



Rückmeldung: Der Weg wird durch die Geschwindigkeit geteilt: 0,40 m geteilt durch 0,050 m/s sind 8 s; die 10 s sind nur die Fehlergrenze.

Welcher Zustand folgt nach korrekt bestätigter oberer Endlage im normalen Zyklus? (OBEN_WARTEN) (!SENKEN ohne Verweilzeit) (!STOERUNG) (!BEREIT)



Rückmeldung: Nach der Heben-Transition werden beide Ausgänge gestoppt und für 1 s die obere Verweilphase durchlaufen.

Welche Kombination der Endlagensignale ist im Modell unplausibel? (S_U und S_O gleichzeitig wahr) (!S_U wahr und S_O falsch) (!S_U falsch und S_O wahr) (!Beide Signale während der Fahrt falsch)



Rückmeldung: Die zwei Endlagen liegen 0,40 m auseinander; gleichzeitig können sie im angenommenen Modell nicht erreicht sein.

Was bedeutet ein nicht eintreffendes oberes Sensorsignal nach Ablauf der Fahrzeitgrenze? (E_TIMEOUT_UP) (!E_PRESSURE_LOW) (!Erfolgreicher Zyklus) (!Automatischer Neustart)



Rückmeldung: Der Zustandsautomat erwartet die obere Endlage innerhalb von 10 s. Ohne gültige Rückmeldung wird ein Zeitfehler protokolliert.

Welche Aussage trennt Energiefluss und Informationsfluss korrekt? (Druck und Volumenstrom beschreiben die hydraulische Energieübertragung) (!Ein Endlagensignal ist selbst ein Volumenstrom) (!Das SPS-Ausgangsbit ist die Hubkraft) (!Ein Zeitstempel überträgt mechanische Leistung)



Rückmeldung: Druck und Volumenstrom betreffen die physikalische Wirkung; Sensorbits und Stellbefehle gehören zum Informationsfluss.

Was soll nach E_PRESSURE_LOW trotz später wieder ansteigendem Druck geschehen? (Die Störung bleibt gespeichert und erfordert eine getrennte Quittierung) (!Die Plattform startet von allein) (!Beide Ventilausgänge werden aktiv) (!Die obere Endlage wird automatisch gesetzt)



Rückmeldung: Das Modell verriegelt Bewegungsanforderungen bis zur nachvollziehbaren Fehlerbehandlung; Druckerholung allein ist keine Startfreigabe.

Welcher Druck entspricht im Modell ideal der erforderlichen Hubkraft? (22,62 bar) (!2,262 bar) (!50 bar) (!2262 bar)



Rückmeldung: 2262 N geteilt durch 0,001 m² sind 2,262 MPa beziehungsweise 22,62 bar. Das ist nicht der eingestellte Betriebsdruck.

Welcher Versuch soll bei einem kurzen Druckeinbruch von nur 0,3 s gelingen? (Kein dauerhaftes Niederdruckereignis auslösen) (!Immer E_TIMEOUT_UP auslösen) (!Immer E_SENSOR_CONFLICT auslösen) (!Den unteren Sensor zwangsweise einschalten)



Rückmeldung: Die im Modell vorgeschriebene Unterschreitungsdauer beträgt 0,5 s; ein nur 0,3 s langer Impuls erfüllt sie nicht.

Welcher Ausbildungsbezug ist korrekt? (KMK Lernfelder beschreiben schulischen Unterricht und die Ausbildungsordnung die betriebliche Ausbildung) (!Der KMK Rahmenlehrplan ist die Steuerungssoftware) (!Ein Lehrvideo ersetzt die betriebliche Unterweisung) (!Ein bestandener Onlinekurs ist ein amtlicher Befähigungsnachweis)



Rückmeldung: Schulischer Rahmenlehrplan und betrieblicher Ausbildungsrahmenplan haben unterschiedliche Funktionen; ein Lernkurs ersetzt keine berufliche Freigabe.


Memory

Transition Bedingung zum Wechsel zwischen zwei Schritten
Aktuator Wandelt Stellbefehl in technische Wirkung um
Endlage Definierter Grenzort der Modellbewegung
Entprellzeit Zeitliche Filterung kurzlebiger Signalzustände
Diagnoseprotokoll Dokumentiert Zeitpunkt, Zustand und Fehlerkennung
Verriegelung Verhindert unzulässige gleichzeitige Befehle





Drag-and-Drop

Ordne die folgenden Textbegriffe ihren zugehörigen fiktiven Funktionen zu.

Passender Begriff Funktionsbeschreibung
BEREIT Wartet auf einen zulässigen neuen Start
HEBEN Fordert ausschließlich eine Aufwärtsbewegung an
OBEN_WARTEN Hält die Bewegungsanforderungen eine Sekunde aus
SENKEN Fordert ausschließlich eine Abwärtsbewegung an
STOERUNG Sperrt Bewegungsanforderungen und protokolliert einen Fehler





Kreuzworträtsel

Finde die sechs Fachwörter zu den Definitionen.

Schrittkette Darstellung einer Folge von Zuständen und Übergangsbedingungen
Endschalter Melder zum Erkennen einer begrenzten Bewegungsposition
Hydraulik Technik zur Übertragung von Kräften durch Flüssigkeitsdruck
Freigabe Zulässigkeitsbedingung vor dem Start eines Vorgangs
Zeitglied Funktionsbaustein zur Überwachung einer Dauer
Diagnose Systematisches Erkennen und Eingrenzen einer Störung





LearningApps

Suche ergänzende frei zugängliche Zuordnungsübungen und prüfe Inhalte sowie Nutzungsrechte vor einer Übernahme; Suchergebnisse sind keine freigegebenen Prüfungsaufgaben.


Lückentext

Ergänze jeden Satz mit einem Fachbegriff oder einem Ergebnis aus dem fiktiven Modell.
Eine SPS wertet Eingangssignale aus und steuert über ihre

das Prozessmodell.
Eine Folge definierter Schritte heißt

.
Die obere Position wird durch das Signal

gemeldet.
Der ideale Hubweg beträgt

Meter.
Die berechnete Gewichtskraft beträgt

Newton.
Mit der modellierten Reibung sind insgesamt

Newton erforderlich.
Die ideale Zeit für eine einfache Aufwärtsfahrt beträgt

Sekunden.
Bei widersprüchlichen Endlagen meldet das Modell

.
Die erlaubte Modellfahrzeit ist auf

Sekunden begrenzt.
Nach einer verriegelten Störung braucht es eine getrennte

.



Offene Aufgaben


Leicht

  1. Signalliste: Erstelle eine Tabelle aller fiktiven Sensor- und Aktorsignale mit Signalart, Wertebereich, Zweck und plausibler Grundstellung.
  2. Hubkraft: Berechne aus Masse, Erdbeschleunigung und Reibkraft die geforderte Modellkraft; gib jede Zwischengröße mit Einheit an.
  3. Ablaufdiagramm: Zeichne die sechs Modellzustände samt Übergangsbedingungen in einem beschrifteten Zustandsdiagramm.
  4. Sensorik: Erkläre anhand von drei simulierten Momentaufnahmen, weshalb ein Positionssensor nicht automatisch Druck oder Kraft misst.


Standard

  1. Volumenstrom: Berechne aus Förderstrom und Fläche die Hubgeschwindigkeit sowie die normale Gesamtdauer des Zyklus und überprüfe die Werte durch alternative Einheiten.
  2. Testfall: Entwickle zu dem hängenden S_O-Signal einen digitalen Test mit Startbedingungen, Fehlerzeitpunkt, erwarteten Ausgängen und Fehlercode.
  3. Fehlerprotokoll: Erstelle aus der Druckstörung bei t=3,0 s eine Logtabelle mit mindestens fünf Datensätzen und begründe den Zeitpunkt der Alarmauslösung.
  4. Lernvideo: Produziere ein kurzes eigenes gesprochenes Erklärskript für eine Bildschirmsimulation ohne personenbezogene oder betriebliche Daten.


Schwer

  1. Testabdeckung: Entwirf eine vollständige Testmatrix einschließlich Normalfall, Sensorsignalwiderspruch, Timeout, kurzem Druckeinbruch und fehlender Freigabe; definiere Pass-/Fail-Kriterien.
  2. Fehlerbaum: Stelle für das Symptom „obere Position nicht bestätigt“ mindestens drei alternative Hypothesen dar und ordne jeder einen rein digitalen Unterscheidungstest zu.
  3. Zustandsautomat: Formuliere Pseudocode mit gegenseitiger Ausgangsverriegelung, Prioritätsprüfung, Timergrenzen, gespeichertem Alarm und Neustartbedingung; erprobt wird nur ein isolierter Simulator.
  4. Systemvergleich: Vergleiche zwei Modellvarianten bei verändertem Volumenstrom und erläutere die Auswirkungen auf Fahrzeit, Timeout und Diagnose, ohne daraus reale Freigaben abzuleiten.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Modellrechnung: Leite F = m · g + F_V und p = F/A mit Einheiten ab und überprüfe, ob 25 bar im idealen Fall oberhalb des berechneten Mindestdrucks liegen.
  2. Fehleranalyse: Erläutere mit der Ereignistabelle, weshalb E_TIMEOUT_UP allein keine eindeutige Aussage über mechanischen Defekt zulässt.
  3. Signaldiagnose: Vergleiche S_U=1/S_O=1 mit S_U=0/S_O=0 und begründe, warum die erste Kombination in diesem Modell unplausibel, die zweite während der Fahrt aber erwartbar ist.
  4. Zeitverhalten: Stelle anhand zweier Druckprofile von 0,3 s und 0,6 s Unterdruck die Wirkung der 0,5-s-Zeitfilterung dar.
  5. Sicherheitsgrenze: Trenne die funktionale Simulationsverriegelung von einer tatsächlich geprüften Maschinensicherheitsfunktion und benenne notwendige reale Zuständigkeiten.
  6. Transfer: Plane ein Diagnosekonzept für einen fiktiven zusätzlichen Zwischenpositionssensor und zeige, wie es Fehlermeldungen präziser machen kann.


Lernnachweis

Wissen: Du erklärst Zustandsautomaten, Sensoren, Aktoren, Transitionsbedingungen, Fehlercodes und ihre Grenzen. Können: Du rechnest Kräfte, Drücke, Volumenströme, Geschwindigkeiten und Zeiten mit überprüften Einheiten; du führst reproduzierbare virtuelle Tests durch. Produkte: signierte fiktive Signalliste ohne Personendaten, kommentierter Zustandsplan, Testmatrix, synthetisches Fehlerprotokoll, fachlich begründete Auswertung und begrenztes Simulationskonzept. Transfer: Du kannst Diagnosehypothesen von Nachweisen unterscheiden und erklärst, weshalb simulierte Ergebnisse weder reale Schutzmaßnahmen noch betriebliche Freigaben ersetzen.


OER und Wikipedia

Amtliche Ausbildungsgrundlagen (verlinkte Primärquellen):

Weitere Fachinformation:

Wikimedia-Commons-Medien, exakte Datei, Urheberschaft und Lizenz:

Medien-Datei Originalnachweis Urheber Lizenznachweis
File:Hydraulic Cylinder.svg Wikimedia Commons, Datei 電工石火 CC BY-SA 4.0
File:PLC Block Diagram.jpg Wikimedia Commons, Datei ProVision (Mithilrkadam) CC BY-SA 4.0
File:Inductive proximity sensor.jpg Wikimedia Commons, Datei Ekbsensor CC BY-SA 4.0
File:PLC Control Panel.png Wikimedia Commons, Datei Dailynetworks Gemeinfrei laut Dateiseite
File:Solenoid Valve.svg Wikimedia Commons, Datei SimonOrJ, nach Alfonso Gonzalez Gemeinfrei laut Dateiseite

Bei den CC-BY-SA-Dateien gelten Namensnennung, Lizenzlink und gegebenenfalls Weitergabe unter gleichen Bedingungen. Die hier unverändert referenzierten Originaldateien tragen ihre Lizenzinformationen bei Commons.

Verifizierte externe Videoseiten (kein OER-Nachnutzungsrecht behauptet):

Embed-Adresse Quelle Autor / Kanal Rechtestatus
https://www.youtube.com/watch?v=CJQEOftD4aM SPS Schrittkette Einführung Prüfungsvorbereitung.Elektroniker / Andreas Nies Plattformbedingungen; keine offene Lizenz behauptet
https://www.youtube.com/watch?v=VW0Fzcl3SVM SPS Schrittkette Zusammenfassung Prüfungsvorbereitung.Elektroniker / Andreas Nies Plattformbedingungen; keine offene Lizenz behauptet


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