Fertigung und Beschaffung zeitlich planen - Projektauftrag Maschinenbau dokumentieren - Ausbildung
Fertigung und Beschaffung zeitlich planen - Projektauftrag Maschinenbau dokumentieren - Ausbildung
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Einleitung
Wie planst du den Ablauf eines Maschinenbauprojekts, wenn Zukaufteile rechtzeitig eintreffen und eine Fertigungszelle begrenzt verfügbar ist? In diesem vollständigen Lernkurs für Industriemechanikerinnen und Industriemechaniker im vierten Ausbildungsjahr dokumentierst du einen vollständig erfundenen Fertigungs- und Montageauftrag von der Anforderung bis zum simulierten Fachgespräch. Du erstellst rechnerisch überprüfbare Bedarfs-, Kapazitäts- und Terminpläne, erkennst Engpässe und formulierst transparente Entscheidungen.
Du lernst mit einem kleinen, sicheren mechanischen Tischmodell. Es findet keine unbegleitete Arbeit an realen Maschinen, Kranen, Elektroanlagen, Drucksystemen oder Gefahrstoffen statt. Die Praxis ist nur unter qualifizierter Anleitung und nach betrieblichen Vorgaben zulässig; die Modellrechnungen sind keine Betriebsfreigabe. Alle Preise, Lieferzeiten und Auftragsdaten sind didaktische Annahmen.
Ausgangsauftrag und Planungsgrundlagen
Fiktiver Ausbildungsfall: sechs Montagehilfen
Du bist im vierten Ausbildungsjahr und arbeitest in einer ausschließlich fiktiven Ausbildungswerkstatt. Ein Übungsauftrag verlangt sechs identische, rein mechanische Montagehilfen für kleine, ungefährliche Demonstrationsbauteile. Jede Hilfe besteht aus einer Grundplatte, einem Winkel, zwei zugekauften Buchsen und vier Schrauben. Sie wird nur an einem unbelasteten Tischmodell verwendet; es geht nicht um reale Hebezeuge, Krane, elektrische Anlagen oder Drucksysteme.
Projektauftrag MH-26 (fiktiv): Start am Arbeitstag T1, dokumentierte Übergabe spätestens am Ende von T10. Ein Arbeitstag ist eine betriebliche Planungsperiode; Feiertage und Wochenenden sind ausgeklammert. Innerhalb einer Periode sind Zeiten in Minuten beziehungsweise Stunden anzugeben. Sechs Grundplatten und sechs Winkelrohlinge liegen im Übungslager bereit. Die nötigen Kaufteile müssen geprüft, gegebenenfalls bestellt und vor Montage freigegeben werden.
Ergebnisdefinition: sechs vollständig dokumentierte Modellbaugruppen, Stückliste, Arbeitsplan, Bestellübersicht, Kapazitäts- und Terminplan, Wareneingangsprotokoll, einfache Maß-/Sichtprüfung, Abweichungsliste und ein kurzer Übergabevermerk. Die planmäßige Übergabe ist T9; T10 bleibt als Projektreserve. Diese Reserve ist keine Erlaubnis, Prüfungen zu überspringen.
Von Anforderungen zu Vorgängen
Ein Lastenheft beschreibt die Anforderungen aus Sicht der auftraggebenden Stelle; ein Pflichtenheft konkretisiert, wie die ausführende Seite sie umsetzen will. Im Übungsfall reicht eine einfache genehmigte Anforderungs- und Lösungsübersicht. Ein Projektstrukturplan gliedert die Arbeit in Pakete. Ein Vorgang ist eine terminierbare Tätigkeit mit Beginn, Ende, Dauer, Verantwortlichkeit und Abhängigkeit. Ein Meilenstein ist ein prüfbarer Zwischenzustand, beispielsweise „Kaufteile freigegeben“.
Zuerst werden die Anforderungen geklärt und die Zeichnungsstände sowie die Stückliste freigegeben. Danach können Einkauf und Eigenfertigung teilweise parallel laufen. Die Montage ist jedoch von zwei Voraussetzungen abhängig: Alle bearbeiteten Teile müssen fertig geprüft sein und alle Kaufteile müssen freigegeben vorliegen.
Die Berufsschule orientiert sich am KMK-Rahmenlehrplan für Industriemechaniker/-innen, Beschluss 25.03.2004 in der Fassung 23.02.2018: Lernfeld 14 „Planen und Realisieren technischer Systeme“, viertes Ausbildungsjahr, Zeitrichtwert 80 Unterrichtsstunden. Die betriebliche Ausbildung beruht hingegen auf der Verordnung über die Berufsausbildung in den industriellen Metallberufen und den dortigen Ausbildungsrahmenplänen, unter anderem Anlage 3 zu § 12 (Fundstelle BGBl. I 2018). Schule und Betrieb sind aufeinander abgestimmt, aber keine identischen Regelwerke. Dieser Modellkurs ist weder eine offizielle Prüfungsaufgabe noch eine Herstellerfreigabe.
Der Inhalt einer belastbaren Planung
Für jeden Vorgang notierst du Bezeichnung, Vorgänger, Sollbeginn, Sollende, Stundenbedarf, Arbeitsplatz, Verantwortlichkeit und Freigabekriterium. Wichtig ist, zwischen Materialverfügbarkeit und bloßem Bestelldatum zu unterscheiden. Eine Lieferung gilt nicht automatisch als verwendbar: Menge, Übereinstimmung mit Bestellung und Zeichnungsstand sowie erforderliche Nachweise sind gemäß betrieblicher Vorgabe zu prüfen.

Abbildung: Beispiel für parallele und abhängige Vorgänge in einem Balkenplan. Quelle: Wikimedia Commons, Vheilman, CC BY-SA 3.0; das Bild zeigt nicht den fiktiven Auftrag MH-26.
Stückliste und Beschaffung rückwärts terminieren
Brutto- und Nettobedarf berechnen
Die Stückliste nennt Bauteile und Stückzahlen je Montagehilfe. Bruttobedarf ist der Bedarf ohne Abzug vorhandener Bestände. Nettobedarf ist die tatsächlich nachzubeschaffende Menge unter Berücksichtigung verfügbarer Bestände, vorgesehener Sicherheitsbestände und bestätigter Zugänge. Die einfache Übungsformel lautet: Bestellmenge = Bruttobedarf + geplanter Restbestand − verwendbarer Lagerbestand; negative Ergebnisse würden auf null begrenzt. Offene Bestellungen müssen in einer realen Planung zusätzlich berücksichtigt werden.
| Kaufteil | Stück je Hilfe | Bruttobedarf für sechs | Lagerbestand | gewünschter Restbestand | Bestellmenge |
|---|---|---|---|---|---|
| Buchse | 2 Stück | 12 Stück | 2 Stück | 2 Stück | 12 Stück |
| Schraube | 4 Stück | 24 Stück | 8 Stück | 2 Stück | 18 Stück |
Nachrechnung: Buchsen = 6 × 2 + 2 − 2 = 12 Stück bestellen. Schrauben = 6 × 4 + 2 − 8 = 18 Stück bestellen. Die beiden Bestandsarten sind Stückzahlen, keine Längen oder Massen. Der gewünschte Restbestand ist eine didaktische Modellannahme, keine allgemeine Vorschrift. Grundplatten und Winkelrohlinge sind als sechs plus sechs Rohteile vorhanden; ihre Eignung wird vor Fertigungsbeginn geprüft.
Beschaffungsdauer, Bestellpunkt und Wareneingang
Im Fall MH-26 wird die Bestellung an T1 ausgelöst. Für die ausgewählten Modell-Kaufteile wird vier Arbeitstage Lieferzeit angenommen: T2, T3, T4 und T5. Die Ware trifft spätestens zu Beginn von T5 ein, eine vorgesehene Wareneingangsprüfung erfolgt an T5. Erst danach sind die Teile für die Montage ab T6 freigegeben. Die Terminaussage ist nur korrekt, wenn die Annahme „Lieferung rechtzeitig am Morgen von T5“ ausdrücklich dokumentiert wird.
Bei einer abweichenden bestätigten Lieferzeit muss der Einkauf neu rückwärts terminieren. Ist der Wareneingang bis T5 erforderlich und beansprucht die Beschaffung vier volle Arbeitstage, liegt der späteste Bestellzeitpunkt T1. Das Modell verwendet bewusst Arbeitstage; Kalendertage und Werksferien dürfen nicht unbesehen gleichgesetzt werden.
Beschaffungskosten (fiktive Angebotspreise): 12 Buchsen × 3,00 €/Stück = 36,00 €; 18 Schrauben × 0,80 €/Stück = 14,40 €; Versand pauschal 12,00 €. Ergebnis: 62,40 € geplante Beschaffungsausgabe. Das ist weder ein vollständiger Herstellungspreis noch ein verbindliches Marktangebot. Versand, Lieferbedingungen, eventuelle Mindestmengen und Preisgültigkeit sind im echten Einkauf gesondert zu prüfen.
Dokumentation und Wareneingang
Eine Einkaufsübersicht enthält Positionsnummer, Artikelbeschreibung, Version/Zeichnungsstand, Sollmenge, Bestellmenge, Bestelldatum, bestätigten Termin und Freigabestatus. In einer Wareneingangsliste stehen Istmenge, Datum, sichtbare Abweichungen und die Entscheidung „freigegeben“, „gesperrt“ oder „Klärung erforderlich“. Fehlteile werden nicht durch ungeprüfte Alternativteile ersetzt.

Foto einer CNC-Bearbeitung als Beispiel für die Eigenfertigung, nicht als Arbeitsanweisung. Quelle: Wikimedia Commons, Impressionmanufacturer, CC BY-SA 4.0.
Arbeitsfolge, Kapazität und Balkenplan
Fertigungsschritte mit richtigen Zeiteinheiten
Eine Rüstzeit fällt je Auftrag oder Los an, während eine Stückzeit für jedes Bauteil anfällt. Für sechs Grundplatten sind 48 min Rüstzeit und 42 min je Platte vereinbart; für sechs Winkel sind 42 min Rüstzeit und 28 min je Winkel veranschlagt.
Rechenweg: Grundplatten = 48 min + 6 × 42 min = 300 min = 5 h. Winkel = 42 min + 6 × 28 min = 210 min = 3,5 h. Gesamter Belegungsbedarf der einen Bearbeitungszelle = 510 min = 8,5 h. Im Ausbildungsfall stehen an T3 und T4 jeweils 5 h Zellenzeit für den Auftrag bereit: 2 × 5 h = 10 h. Die geplante Auslastung beträgt 8,5 h / 10 h × 100 % = 85 %. Eine verbleibende Kapazität von 1,5 h ist noch keine garantierte Projektzeitreserve; andere Störungen können sie verbrauchen.
Die Montage benötigt je Modellbaugruppe angenommene 25 min. Für sechs Stück: 6 × 25 min = 150 min = 2,5 h. Rüst-, Pausen- und zusätzliche Prüfzeiten sind in den jeweiligen separaten Vorgängen zu berücksichtigen. Eine Terminplanung, die nur Stückzeiten summiert, unterschätzt meist den Aufwand.

Animation eines optimierten CNC-Laser-Schnittwegs als Beispiel, wie Verfahrenswahl Bearbeitungszeiten beeinflussen kann; kein Bestandteil des Fallauftrags. Quelle: Wikimedia Commons, Martinericbailey, CC BY-SA 4.0. Arbeiten an Lasersystemen erfordern betriebliche Freigabe und fachkundige Aufsicht.
Ein prüfbarer Plan für T1 bis T10
Ein Balkenplan (Gantt-Diagramm) zeigt Aufgaben entlang einer Zeitachse. Die folgende Tabelle ist die verbindliche Fallplanung; die benannten Zeiträume gelten als Planannahmen, nicht als Branchenrichtwerte.
| Vorgang | Vorgänger | Sollzeit | Prüfergebnis |
|---|---|---|---|
| Auftrag klären, Version freigeben und Einkauf auslösen | – | T1 | Freigabevermerk und Bestellung |
| Rohteile vorbereiten und zusägen | Freigabe | T2 | sechs Platten- und sechs Winkelrohlinge |
| Platten und Winkel bearbeiten | Zuschnitt | T3–T4 | Bearbeitungsprotokoll 8,5 h |
| Bohrungen, Maß- und Sichtprüfung | Bearbeitung | T5 | Fertigungsteile freigegeben |
| Kaufteile beschaffen | Bestellung an T1 | T2–T5 | Lieferung am Beginn von T5 |
| Kaufteile prüfen und freigeben | Warenlieferung | T5 | Wareneingangsprotokoll |
| Sechs Modellhilfen montieren | beide Freigaben an T5 | T6 | Montageprotokoll 2,5 h |
| Sichere Funktionsprobe am unbelasteten Modell | Montage | T7 | Prüfliste |
| Dokumentation vervollständigen | Modellprüfung | T8 | vollständige Projektmappe |
| Übergabe und Fachgespräch | Dokumentation | T9 | unterschriebener Übungs-Übergabevermerk |
| Terminreserve, nicht regulärer Produktionsvorgang | – | T10 | disponierbarer Reservetag |
Aus der Tabelle ergibt sich eine planmäßige Fertigstellung an T9 bei Zieltermin Ende T10. Für eine genaue Uhrzeitplanung müssen die Tagesaufgaben zusätzlich als Stunden und Ressourcenbelegung terminiert werden; die Tabelle allein behauptet nicht, dass beliebig viele Aufgaben gleichzeitig dieselbe Person nutzen können.
Termine visualisieren und abhängige Vorgänge erkennen
Ein Netzplan ergänzt das Balkendiagramm um Vorgänger-Nachfolger-Beziehungen. Zwei Stränge verlaufen parallel: (A) Auftragsfreigabe → Zuschnitt → Bearbeiten → Fertigungsprüfung und (B) Auftragsfreigabe → vier Arbeitstage Beschaffung → Wareneingangsprüfung. Beide führen vor T6 in die Montage. Diese Konvergenz macht T5 zum entscheidenden Meilenstein.

Animation zum Vergleich von Soll- und Ist-Balken. Quelle: Wikimedia Commons, Chandoo.d, CC BY-SA 3.0. Die englischen Beschriftungen gehören zum Original.
Deutschsprachige Videoeinführung „Projektmanagement einfach erklärt: 05 – Das Gantt-Diagramm“, EngagementCoach, 23.05.2021. Quelle/Urheber: YouTube-Kanal EngagementCoach; Rechte bleiben beim jeweiligen Rechteinhaber, keine freie Weiterverwendung behauptet.
Kritische Wege, Engpässe und Störungen
Warum die Reserve nicht überall gleich ist
Der kritische Pfad umfasst die aufeinander angewiesenen Vorgänge, deren Verzögerung den frühesten Projektendtermin verschiebt. Im vereinfachten Fall sind sowohl die Eigenfertigung bis T5 als auch die Beschaffung bis T5 terminkritische Zuflüsse zur Montage an T6. Das Modell legt bewusst nur Tagesgrenzen fest; einen mathematisch exakten Netzplan mit Früh- und Spätterminen müsste man für sämtliche Vorgänge und Zeitdauern gesondert aufstellen.
Puffer bezeichnet einen verschiebbaren Zeitraum, ohne den betrachteten Zieltermin zu verfehlen. Zwischen der planmäßigen Übergabe T9 und der Endfrist T10 liegt ein Arbeitstag Projektreserve. Diese Reserve gehört zum Gesamtprojekt und darf nicht doppelt jedem einzelnen Arbeitspaket als freie Zeit zugerechnet werden. Auch freie Maschinenstunden und ein ganzer Reservetag sind nicht dasselbe.
Szenario: zwei Arbeitstage Lieferverzug
Der Modelllieferant meldet am Ende von T3, dass die Ware erst am Beginn von T7 statt T5 ankommt. Bei gleichbleibendem Wareneingangsprüfablauf wird die Kaufteilfreigabe an T7 abgeschlossen. Montage kann nun frühestens T8 stattfinden, Funktionsprobe T9, Dokumentation T10 und Übergabe erst T11. Das Projekt läge einen Arbeitstag nach der vereinbarten Frist T10; zugleich verschiebt sich die planmäßige Übergabe gegenüber T9 um zwei Tage. Der eine reservierte Tag fängt nur einen der beiden zusätzlichen Tage auf.
Mögliche Gegenmaßnahmen werden vor einer Entscheidung auf Machbarkeit geprüft: schriftlich bestätigte frühere Ersatzlieferung derselben spezifizierten Teile, genehmigte Umlagerung aus einem anderen Übungslager oder genehmigte Neuverteilung der Dokumentation ohne Vorziehen abhängiger Prüfungen. Ein Eilversand mit hypothetisch 35,00 € Zusatzkosten darf nur nach Angebots- und Freigabeprüfung gebucht werden. Sicherheits- und Qualitätsprüfungen dürfen nicht wegfallen.
Eine sachliche Planabweichung melden
Der Abweichungsbericht trennt Plan, Ist, Ursache, Auswirkung, Handlungsoptionen und Entscheidung/Freigabe. Beispiel: „Kaufteilfreigabe geplant T5, prognostiziert T7; Montagebeginn verschiebt sich um zwei Arbeitstage; Prognose Übergabe T11; Freigabe einer Maßnahme durch verantwortliche Fachkraft erforderlich.“ Behaupte keine sichere Ursachenfeststellung, wenn nur die Lieferprognose vorliegt.
Deutschsprachige Übersicht „Ablaufplan, Gantt-Diagramm & Netzplan einfach erklärt“, SMP Lernwelt, 27.11.2025. Quelle/Urheber: YouTube-Kanal SMP Lernwelt; Video als ergänzende Methode, keine Freilizenz behauptet.
Kontrolle, Dokumentation und Fachgespräch
Projektunterlagen lesbar und prüfbar führen
Eine gute Projektdokumentation erlaubt einer anderen Fachkraft, Mengen, Annahmen, Termine und Entscheidungen nachzuvollziehen. Halte Dokumentenkennung, Datum, Versionsstand, Bearbeiterrolle, Freigabe und Verweise zwischen Zeichnung, Stückliste, Bestellung und Prüfprotokoll konsistent. Korrigiere überholte Pläne durch nachvollziehbare Versionierung, nicht durch kommentarloses Überschreiben.
Für MH-26 gehören dazu: Anforderungsblatt, genehmigte Modellstückliste, Bedarfsrechnung, Beschaffungsbeleg mit Terminbestätigung, Arbeitsfolge mit Rüst- und Stückzeiten, Maschinenbelegungsplan, Wareneingangs- und Fertigungsprüfbericht, Soll-Ist-Terminvergleich, Abweichungsentscheidungen sowie Übergabeprotokoll. Ein typischer Prüfschritt ist, alle Einheiten nachzurechnen: 510 min = 8,5 h; 150 min = 2,5 h; 62,40 € sind ausschließlich beispielhafte Kaufteil-/Versandkosten.
Qualitätsplanung und sicheres Lernen
Erforderliche Maß- und Sichtprüfungen folgen der aktuellen freigegebenen Übungszeichnung und betrieblichen Prüfanweisung; ohne vorliegende Toleranzen wird keine Maßfreigabe erfunden. Fertigungsanlagen und Werkzeuge dürfen Lernende ausschließlich nach Gefährdungsbeurteilung, betrieblicher Unterweisung und unter qualifizierter Aufsicht verwenden. Die rechnerische Planung kann vollständig am Schreibtisch oder digitalen Modell erfolgen. Dieser Kurs ersetzt weder Befähigungsnachweise noch Betriebsanweisungen und behauptet keine fachliche oder rechtliche Gesamtfreigabe.
Fachgespräch: Entscheidungen begründen
Im Fachgespräch erläuterst du zuerst den Auftrag, dann die entscheidenden Abhängigkeiten: Warum müssen Kaufteile und Eigenfertigung an T5 freigegeben sein? Wie wurde der 85-%-Maschinenbelegungsgrad berechnet? Wie verändert T7 statt T5 den Übergabetermin? Begründe eine Maßnahme stets über Terminwirkung, Kosten, Qualitätsfolgen und Sicherheit. Wenn ein Datenfeld unbekannt ist, nenne es offen als Annahme und fordere eine Freigabe, statt es mit erfundenen Zahlen zu füllen.

Weiterer Gantt-Plan als Anschauungsmaterial für Projektkontrolle; Inhalte sind nicht auf MH-26 übertragbar. Quelle: Wikimedia Commons, Zorkow, CC BY-SA 4.0.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Prüfe dein Wissen
Wie viele Buchsen werden im Fall MH-26 bestellt? (12 Stück) (!10 Stück) (!14 Stück) (!18 Stück)
Begründete Rückmeldung: 12 Stück sind Bruttobedarf 12 zuzüglich geplantem Restbestand 2 abzüglich Lagerbestand 2.
Wie hoch ist der Nettobestellbedarf an Schrauben? (18 Stück) (!16 Stück) (!24 Stück) (!26 Stück)
Begründete Rückmeldung: Benötigt werden 24 Schrauben; für zwei Stück Restbestand und acht verfügbare Lagerstücke ergibt sich 24 plus 2 minus 8 gleich 18.
Wie groß ist der Bearbeitungsbedarf der Grundplatten einschließlich Rüsten? (300 min) (!252 min) (!348 min) (!420 min)
Begründete Rückmeldung: Sechs Stück zu je 42 Minuten beanspruchen 252 Minuten; mit 48 Minuten einmaliger Rüstzeit sind es 300 Minuten.
Wie viele Stunden benötigt die Bearbeitungszelle für beide Teilearten? (8,5 h) (!7,0 h) (!10,0 h) (!5,0 h)
Begründete Rückmeldung: 300 Minuten Grundplatten und 210 Minuten Winkel ergeben 510 Minuten oder 8,5 Stunden.
Welche Auslastung ergibt sich aus 8,5 Stunden Bedarf bei 10 Stunden verfügbarer Zellenzeit? (85 Prozent) (!15 Prozent) (!100 Prozent) (!115 Prozent)
Begründete Rückmeldung: Die Relation 8,5 geteilt durch 10 beträgt 0,85 und damit 85 Prozent.
Welches Ereignis erlaubt die Montage ab T6? (Freigabe der Fertigungsteile und der Kaufteile an T5) (!Absenden der Bestellung an T1) (!Fertigstellen der Dokumentation an T8) (!Vorliegen eines Preisangebots)
Begründete Rückmeldung: Die Montage hängt von beiden freigegebenen Materialströmen ab, nicht bloß von einer Bestellung.
Wie lange dauert die Modellmontage für sechs Baugruppen bei 25 Minuten je Stück? (150 min) (!125 min) (!175 min) (!250 min)
Begründete Rückmeldung: Sechs mal 25 Minuten ergeben 150 Minuten beziehungsweise 2,5 Stunden.
Welcher Endtermin wird bei dem fiktiven Lieferverzug bis T7 ohne Gegenmaßnahme prognostiziert? (T11) (!T9) (!T10) (!T8)
Begründete Rückmeldung: Die Montage rückt auf T8, danach folgen Prüfung T9, Dokumentation T10 und Übergabe T11.
Was beschreibt der Projektpuffer im Fall MH-26? (Einen Arbeitstag zwischen geplanter Übergabe T9 und Frist T10) (!Zehn freie Maschinenstunden) (!Eine zusätzlich bestellte Buchse) (!Den Wareneingang ohne Prüfung)
Begründete Rückmeldung: Die Projektreserve betrifft die Frist und ist keine frei nutzbare Maschinenbelegungszeit.
Welcher Beleg ist vor Montage zugegangener Kaufteile am aussagekräftigsten? (Dokumentierte Wareneingangsfreigabe) (!Unverbindliche Lieferzusage) (!Ein allgemeines Werbeprospekt) (!Eine nicht bestätigte Erinnerung)
Begründete Rückmeldung: Erst die dokumentierte Prüfung weist im Modell die Verwendbarkeit der angelieferten Teile nach.
Memory
Finde jeweils den passenden Fachbegriff zur eindeutigen Erklärung.
| Bruttobedarf | Benötigte Gesamtmenge ohne Bestandsabzug |
| Nettobedarf | Unter Berücksichtigung der Bestände zu disponierende Menge |
| Rüstzeit | Einmaliger Zeitaufwand zum Vorbereiten eines Fertigungsloses |
| Stückzeit | Bearbeitungsdauer für eine einzelne Einheit |
| Meilenstein | Nachweisbarer wichtiger Projektzwischenstand |
| Terminreserve | Zeitspanne vor der verbindlichen Projektfrist |
Drag-and-Drop
Ordne jedem Dokument seine Aufgabe zu.
| Ordne die Fachbegriffe zu. | Passende Funktion |
|---|---|
| Stückliste | Bauteilarten und Mengen eines Produkts erfassen |
| Arbeitsplan | Fertigungsschritte und Zeitwerte zuordnen |
| Bestellübersicht | Liefermengen und bestätigte Zugangstermine verfolgen |
| Prüfprotokoll | Messergebnisse und Freigaben nachvollziehbar sichern |
| Abweichungsbericht | Unterschiede zwischen Soll und Ist mit Maßnahmen dokumentieren |
Kreuzworträtsel
Jede Antwort besteht aus genau einem Fachwort.
| Lieferzeit | Zeitdauer zwischen Bestellung und Zugang der Ware? |
| Stückliste | Dokument mit Teilearten und benötigten Mengen? |
| Rüstzeit | Einmalige Vorbereitungszeit vor dem Los? |
| Netzplan | Darstellung der logischen Abhängigkeiten von Vorgängen? |
| Pufferzeit | Verschiebbarer Zeitraum ohne sofortige Terminverletzung? |
| Prüfung | Tätigkeit zum Feststellen der Übereinstimmung mit Vorgaben? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Stückliste: Erstelle die vollständige Modellstückliste für sechs Hilfen und trenne Eigenfertigungs- von Kaufteilen.
- Bedarfsermittlung: Rechne die Bestellmengen für Buchsen und Schrauben mit Formel und Einheiten nach.
- Arbeitsplan: Übertrage die Vorgänge von T1 bis T9 in eine tabellarische Abfolge und markiere den Reservetag.
- Dokumentation: Formuliere einen Wareneingangsvermerk mit Sollmenge, Istmenge und eindeutigem Freigabefeld.
Standard
- Kapazitätsplanung: Berechne die Zellenbelegung für Grundplatten und Winkel mit Rüstzeit, Stückzeit und prozentualer Auslastung.
- Balkenplan: Zeichne digital oder auf Papier einen vollständigen Balkenplan für T1 bis T10 und kennzeichne die parallele Beschaffung.
- Projektkosten: Kontrolliere die 62,40 € Beschaffungsausgaben und zeige, welche weiteren Kosten für einen vollständigen Herstellungspreis fehlen.
- Qualitätssicherung: Entwirf eine Prüfliste für das ungefährliche Lehrmodell; unterscheide nicht belegbare Zeichnungstoleranzen von tatsächlich prüfbaren Kriterien.
Schwer
- Netzplantechnik: Stelle die beiden Zuflüsse zur Montage als Vorgangsknoten dar und begründe die Terminabhängigkeiten.
- Risikomanagement: Rechne den Lieferverzug bis T7 durch und verfasse eine Entscheidungsvorlage mit mindestens zwei genehmigungsbedürftigen Optionen.
- Fachgespräch: Führe mit einer Lernpartnerin oder einem Lernpartner ein simuliertes Fachgespräch durch und dokumentiere drei begründete Rückfragen.
- Prozessoptimierung: Vergleiche die Folgen einer zusätzlichen verfügbaren Maschinenstunde und einer schnelleren Lieferung; erläutere, warum nur tatsächlich kritische Vorgänge den Endtermin ändern.


Lernkontrolle
- Materialdisposition: Prüfe für eine Variante mit vier lagernden Buchsen und sonst unveränderten Annahmen den neuen Bestellbedarf und begründe die Formel.
- Kapazitätsabgleich: Berechne die neue Zellen-Auslastung, wenn an T3 statt 5 h nur 3 h und an T4 weiterhin 5 h verfügbar sind; nenne die terminliche Folge.
- Terminverfolgung: Erläutere mit T5, T6 und T9, weshalb die beiden Freigaben mehr aussagen als ein bloßes Bestelldatum.
- Lieferverzug: Begründe, weshalb sich die Prognose auf T11 verschiebt und warum T10 nicht automatisch gehalten wird.
- Qualitätsnachweis: Nenne mindestens fünf prüfbare Informationsfelder für eine sichere Modellübergabe, ohne unbekannte Toleranzen zu erfinden.
- Wirtschaftlichkeit: Vergleiche die Option eines hypothetischen Eilversands zu 35,00 € mit dokumentierter Terminverschiebung; benenne vor der Entscheidung fehlende Informationen.
Lernnachweis
Wissen: Du erklärst Brutto- und Nettobedarf, Rüstzeit, Stückzeit, Wareneingangsfreigabe, Meilenstein, Abhängigkeit und Pufferzeit. Fertigkeiten: Du rechnest 12 Buchsen, 18 Schrauben, 510 min Zellenbelegung, 85 % Auslastung, 150 min Modellmontage sowie 62,40 € modellhafte Beschaffungsausgaben nachvollziehbar nach. Produkte: Vollständige fiktive Projektmappe mit Stückliste, Terminübersicht, Prüf- und Abweichungsprotokollen. Transfer: Du beurteilst ein neues Liefer- oder Kapazitätsszenario und begründest die Folgen für Qualität, Kosten und Termin unter Aufsicht. Ein bestandener Lernnachweis ist kein beruflicher Befähigungsnachweis.
OER und Wikipedia
Amtliche Orientierung, Stand der geprüften Dokumente:
- KMK-Rahmenlehrplan Industriemechaniker/-in, Beschluss 25.03.2004, Fassung 23.02.2018, Lernfeld 14 auf Seite 22: schulische Orientierung.
- Ausbildungsrahmenplan, Anlage 3 zu § 12 IndMetAusbV, Fundstelle BGBl. I 2018, 1003–1016: betriebliche Ausbildung; geltenden Rechtstext im amtlichen Portal prüfen.
- Industrielle Metallberufe – Ausbildungsordnung, amtliches Rechtsportal, abgerufen zur Kursrecherche im Oktober 2026.
- Wikipedia: Netzplantechnik, Einführung in Ablaufbeziehungen und kritischen Pfad.
- Wikipedia: Bedarfsermittlung, Arten und Ermittlung von Materialbedarfen.
Medienverzeichnis: Datei, überprüfbare Fundstelle, Urheber, ausgewiesene Lizenz. Alle Dateien sind unverändert eingebunden. Bei Weiterverwendung gelten die Bedingungen der einzelnen Lizenzen; die gesonderten Commons-Dateiseiten sind maßgeblich.
| Mediendatei | Quellen-/Lizenznachweis | Urheber | Lizenz laut Dateiseite |
|---|---|---|---|
| File:Gantt chart example.png | Commons-Dateiseite | Vheilman | CC BY-SA 3.0 |
| File:CNC milling machine.jpg | Commons-Dateiseite | Impressionmanufacturer | CC BY-SA 4.0 |
| File:WWS Rodcutter.ogg | Commons-Dateiseite | Work With Sounds / Konrad Gutkowski | CC BY 4.0 |
| File:Fly cutting sheet metal material on a CNC laser.gif | Commons-Dateiseite | Martinericbailey | CC BY-SA 4.0 |
| File:Gantt Chart Planned vs Actual.gif | Commons-Dateiseite | Chandoo.d | CC BY-SA 3.0 |
| File:Wikimedia Foundation project gantt chart.png | Commons-Dateiseite | Zorkow | CC BY-SA 4.0 |
| https://www.youtube.com/watch?v=z3-AxJ56uiw | Video-/Kanalquelle | EngagementCoach | Standardplattformrechte, keine CC-Lizenz nachgewiesen |
| https://www.youtube.com/watch?v=GseUzr7Q2fo | Video-/Kanalquelle | SMP Lernwelt | Standardplattformrechte, keine CC-Lizenz nachgewiesen |
Hinweis: Die Videos werden als Plattformstreams eingebettet, nicht kopiert. Es werden keine geschützten Normvolltexte wiedergegeben; eine für konkrete Arbeiten erforderliche aktuelle Norm- oder Betriebsprüfung bleibt gesondert notwendig.
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