Projekt Ersatzteilshop und Werkstattdaten – Ersatzteile mit technischen Merkmalen modellieren
Projekt Ersatzteilshop und Werkstattdaten – Ersatzteile mit technischen Merkmalen modellieren
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Projekt Ersatzteilshop und Werkstattdaten – Ersatzteile mit technischen Merkmalen modellieren
Einleitung
Wie erkennt ein Ersatzteilshop, welches Bauteil zu welcher Maschine passt?
In diesem aiMOOC entwickelst Du einen kleinen Ersatzteilkatalog für eine fiktive Ausbildungswerkstatt. Du modellierst technische Merkmale, vergibst eindeutige Kennungen, prüfst Kompatibilität und dokumentierst Deine Ergebnisse.
Zielgruppe: Ausbildung in Fachinformatik, Mechatronik, Industriemechanik, Technischem Produktdesign und verwandten Berufen.
Dauer: Sechs Lerneinheiten zu etwa 15 Minuten und eine Projektabgabe.
Lernziele:
- Ersatzteil: Du unterscheidest Ersatzteiltypen und konkrete Exemplare.
- Technische Daten: Du modellierst Maße, Eigenschaften und Einheiten.
- Datenmodellierung: Du verknüpfst Artikel, Maschinen und Werkstattdaten.
- Kompatibilität: Du begründest, warum ein Ersatzteil passt oder nicht passt.
- Softwaretest: Du simulierst Prüfungen und dokumentierst Testfälle.
- Dokumentation: Du erstellst ein nachvollziehbares Projektdossier.
Sicherheitsregel: Arbeite ausschließlich mit erfundenen Daten in lokalen oder ausdrücklich autorisierten Testumgebungen. Greife nicht auf fremde Netze, Produktivmaschinen, Zugangsdaten oder Kundendaten zu. Übertrage keine Daten ungefragt.
Dein Ausbildungsprojekt
Der Werkstattauftrag
Die fiktive Lernwerkstatt Nord betreibt ein Ausbildungsförderband mit der Modellkennung FB-07.
Ein Rillenkugellager soll im Ersatzteilshop auffindbar sein. Allerdings gibt es zwei Konstruktionsrevisionen.
| Maschinenversion | Welle | Gehäusesitz | Lagerbreite | Geforderter Schutz |
|---|---|---|---|---|
| FB-07-R1 | 20 mm | 47 mm | 14 mm | Beidseitige Kontaktdichtung |
| FB-07-R2 | 25 mm | 52 mm | 15 mm | Beidseitige Kontaktdichtung |
Alle Maschinenbezeichnungen, Werkstattaufträge, Prüfungen und Freigaben in diesem Ausbildungsfall sind fiktiv.
Die verwendeten Nennmaße orientieren sich an den tatsächlich dokumentierten Lagergrundtypen 6204 und 6205. Sie ersetzen keine realen Konstruktions- und Herstellerfreigaben.
Deine Mission: Baue ein Datenmodell, das ungeeignete Ersatzteile erkennt und unbekannte Eigenschaften nicht als passend bewertet.
Das fortlaufende Projektdossier
Du sammelst während des Kurses sechs zusammenhängende Ergebnisse.
| Dossier | Dein Ergebnis | Nachweis |
|---|---|---|
| D1 | Bauteil- und Schnittstellenskizze | Beschriftete Zeichnung |
| D2 | Technisches Merkmalsblatt | Artikelübersicht mit Einheiten |
| D3 | Datenmodell | ER-Diagramm mit Schlüsseln |
| D4 | Kompatibilitätsregeln | Entscheidungsdiagramm |
| D5 | Simulation und Prüfdaten | Testprotokoll mit Soll-Ist-Vergleich |
| D6 | Eigene Projektabgabe | Begründete Auswahl und Reflexion |
Arbeitsform: Papier, Tabellenkalkulation oder ein lokales, mit fiktiven Daten gefülltes Datenbankmodell. Du benötigst keinen echten Onlineshop.
Lerneinheit 1 – Ersatzteile und ihre Schnittstellen verstehen
Dauer: 15 Minuten
Leitfrage: Warum genügt der Bauteilname nicht zur Ersatzteilauswahl?
Bauteil kennenlernen
Ein Rillenkugellager besteht unter anderem aus Innenring, Außenring, Kugeln und Käfig. Je nach Ausführung kommen Dichtungen oder Deckscheiben hinzu.
Beobachtungsauftrag: Achte im Video auf die Funktion eines Wälzlagers und die Unterschiede zwischen verschiedenen Lagerbauarten.
Die drei Grundmaße
| Merkmal | Symbol | Bedeutung |
|---|---|---|
| Bohrungsdurchmesser | d | Öffnung für die Welle |
| Außendurchmesser | D | Maß für die Aufnahme im Gehäuse |
| Breite | B | Axiale Lagerabmessung |
Weitere technische Eigenschaften sind beispielsweise Dichtung, Lagerluft, Toleranz, Schmierung und zulässige Betriebsbedingungen.
Merksatz: Gleiche Nennmaße allein beweisen keine vollständige Austauschbarkeit.
Lager in einer Baugruppe
Das Bild zeigt als Anschauungsbeispiel ein Kugellager in einer Inlineskate-Rolle. Auch hier müssen Welle, Lager und Aufnahme zusammenpassen.
Dossier D1: Zeichne die Lagerstelle des fiktiven Förderbandes. Markiere d, D und B. Trage die Maße der Revision R1 ein und notiere drei weitere Eigenschaften, die vor einer realen Montage zu prüfen wären.
Feedback: Eine vollständige Skizze zeigt sowohl die Bauteilgeometrie als auch die angrenzenden Schnittstellen. Nur ein gezeichneter Lagerring ohne Welle und Gehäuse lässt die Einbausituation nicht erkennen.
Lerneinheit 2 – Technische Merkmale modellieren
Dauer: 15 Minuten
Leitfrage: Wie werden aus unübersichtlichen Produktbeschreibungen vergleichbare Daten?
Technische Maße erfassen

Ein Messschieber kann Innen- und Außenmaße sowie weitere Längen messen. Für diesen Kurs verwendest Du vorgegebene Beispieldaten und führst keine Messung an einer Produktionsmaschine durch.
Ein gutes Merkmal besteht aus Merkmalsname, Datentyp, Wert, Einheit und gegebenenfalls Wertebereich.
| Merkmal | Datentyp | Beispiel |
|---|---|---|
| Bohrung | Dezimalzahl | 20 mm |
| Außendurchmesser | Dezimalzahl | 47 mm |
| Breite | Dezimalzahl | 14 mm |
| Schutzart des Lagers | Festgelegte Werteliste | Kontaktdichtung beidseitig |
| Lagerklasse | Festgelegte Werteliste | Rillenkugellager |
| Prüfstatus | Festgelegte Werteliste | Ungeprüft |
Im Kurs bezeichnet „Schutzart des Lagers“ die Art der Dichtung oder Abdeckung. Das ist nicht mit einer elektrischen IP-Schutzart gleichzusetzen.
Der fiktive Artikelkatalog
| Artikel-ID | d | D | B | Ausführung |
|---|---|---|---|---|
| A-204-D | 20 mm | 47 mm | 14 mm | Beidseitige Kontaktdichtung |
| A-204-Z | 20 mm | 47 mm | 14 mm | Beidseitige Metallabdeckung |
| A-205-D | 25 mm | 52 mm | 15 mm | Beidseitige Kontaktdichtung |
Wichtig: Die Artikel-IDs und die Zuordnungen sind eigens für diese Übung erfunden. Die technischen Grundmaße entsprechen den Lagerreihen 6204 beziehungsweise 6205. Herstellerabhängige Zusatzkennzeichen dürfen nicht ohne Datenblatt gleichgesetzt werden.
Das Klassifikationsmodell ETIM zeigt, wie Produktklassen mit Merkmalen, Werten und Einheiten beschrieben werden.
Dossier D2: Ergänze für jeden Artikel einen vollständigen Datensatz. Definiere Pflichtfelder und zulässige Werte. Speichere Maße als Zahlen mit einer festgelegten Einheit.
Feedback: „20 mm“ als unstrukturierter Freitext erschwert Vergleiche. Ein numerisches Feld mit festgelegter Einheit ermöglicht nachvollziehbare Prüfregeln.
Lerneinheit 3 – Eindeutige Identität und Beziehungen
Dauer: 15 Minuten
Leitfrage: Worin unterscheiden sich Artikel, Lagerbestand und einzelnes Ersatzteil?
Verschiedene Kennungen

Die Abbildung zeigt den Aufbau eines EAN-13-Barcodes. Sie ist kein Barcode für die erfundenen Projektartikel.
| Kennung | Identifiziert | Beispiel im Projekt |
|---|---|---|
| Artikel-ID | Eine definierte Produktvariante | A-204-D |
| Maschinenmodell | Einen Maschinentyp | FB-07 |
| Revision | Eine Konstruktionsfassung | R1 |
| Lagerplatz-ID | Einen Lagerort | REG-A |
| Chargen-ID | Ein gekennzeichnetes Fertigungs- oder Prüflos | LOS-A |
| Exemplar-ID | Ein konkretes, individuell erfasstes Teil | EX-001 |
Eine interne Artikelnummer ist nicht automatisch eine GTIN.
Nach dem GS1-Identifikationsmodell kennzeichnet die GTIN eine Handelseinheit. Eine Kombination aus GTIN und Seriennummer kann ein einzelnes Exemplar eindeutig identifizieren; GTIN und Chargennummer identifizieren dagegen eine Charge, nicht jedes Teil innerhalb dieser Charge.
Das Datenmodell
Beobachtungsauftrag: Erkenne den Unterschied zwischen Primärschlüssel und Fremdschlüssel sowie zwischen Eins-zu-viele- und Viele-zu-viele-Beziehungen.
Für Dein Projekt gilt dieses vereinfachte Modell:
MASCHINE
Modell-ID
|
| 1:n
v
MASCHINENVERSION
Versions-ID
|
| 1:n
v
EINBAUPOSITION
Positions-ID
|
| 1:n
v
KOMPATIBILITAET
Versions-/Positions-ID
Artikel-ID
^
| n:1
|
ARTIKEL
Artikel-ID
|
| 1:n
v
BESTAND
Bestands-ID
Erklärung: Die Tabelle KOMPATIBILITAET ist die Zuordnung zwischen konkreten Einbauanforderungen und freigegebenen Artikelvarianten. Ein Artikel kann mehreren Einbaupositionen zugeordnet werden; eine Position kann mehrere zulässige Artikelvarianten besitzen.
Das Schlüsselprinzip
Ein Primärschlüssel identifiziert genau einen Datensatz. Ein Fremdschlüssel verweist auf einen passenden Datensatz in einer anderen Tabelle.
Ein Artikel kann auf mehreren Lagerplätzen liegen. Deshalb sollte der Lagerplatz nicht als einzelnes Textfeld im Artikelstammsatz modelliert werden.
Dossier D3: Zeichne ein eigenes ER-Diagramm mit Artikel, Maschinenversion, Einbauposition, Kompatibilitätszuordnung und Bestand. Kennzeichne Primärschlüssel, Fremdschlüssel und Kardinalitäten.
Feedback: Wenn eine Maschinenrevision geändert wird, sollen Artikelstammdaten nicht mehrfach überschrieben werden müssen. Getrennte Tabellen vermeiden unnötige Wiederholungen und widersprüchliche Werte.
Lerneinheit 4 – Kompatibilität systematisch prüfen
Dauer: 15 Minuten
Leitfrage: Wie lässt sich eine ungeeignete Bestellung frühzeitig vermeiden?
Drei Stufen der Prüfung
| Stufe | Prüfung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Identität | Richtige Artikel-ID und Maschinenversion? | Datensatz eindeutig |
| Technischer Vergleich | Maße und geforderte Merkmale stimmen überein? | Katalogbasierte Vorauswahl |
| Technische Freigabe | Belastung, Toleranzen, Lagerluft, Drehzahl, Temperatur, Schmierung und Montagebedingungen geprüft? | Entscheidung durch zuständige Fachkraft |
Eine Software-Vorauswahl ist keine automatische Montagefreigabe.
Entscheidungsdiagramm
Artikel und Maschinenversion wählen
|
v
Sind alle Pflichtdaten vorhanden?
| |
Nein Ja
| |
v v
UNGEKLÄRT Stimmen d, D und B?
| |
Nein Ja
| |
v v
ABLEHNEN Stimmt Dichtung?
| |
Nein Ja
| |
v v
ABLEHNEN Revisions-
zuordnung
vorhanden?
| |
Nein Ja
| |
v v
UNGEKLÄRT
|
v
VORAUSWAHL
BESTANDEN
In diesem Modell bedeutet eine vorhandene Revisionszuordnung nur, dass die fiktive Werkstatt die Artikelvariante für die weitere technische Prüfung vorgemerkt hat.
Dossier D4: Formuliere die Prüfregeln als Entscheidungstabelle oder Pseudocode. Berücksichtige ausdrücklich fehlende Daten.
Feedback: Eine Regel, die unbekannte Maße als passend bewertet, kann falsche Empfehlungen erzeugen. „Ungeklärt“ ist deshalb ein eigener Zustand zwischen passender Vorauswahl und Ablehnung.
Lerneinheit 5 – Simulation und Prüfdaten
Dauer: 15 Minuten
Leitfrage: Wie weist Du nach, dass Deine Regeln die erwarteten Entscheidungen treffen?
Testumgebung
Du simulierst die Katalogprüfung auf Papier oder mit einer lokalen Tabelle. Die folgenden Testwerte sind rein fiktiv und keine realen Messergebnisse.
| Test | Version | Artikel | Erwartetes Ergebnis | Grund |
|---|---|---|---|---|
| T01 | R1 | A-204-D | Vorauswahl bestanden | Maße und Dichtungsanforderung passen |
| T02 | R1 | A-204-Z | Abgelehnt | Metallabdeckung statt geforderter Kontaktdichtung |
| T03 | R1 | A-205-D | Abgelehnt | Abweichende Nennmaße |
| T04 | R2 | A-205-D | Vorauswahl bestanden | Maße und Dichtungsanforderung passen |
| T05 | R2 | A-204-D | Abgelehnt | Abweichende Nennmaße |
| T06 | Revision unbekannt | A-204-D | Ungeklärt | Keine gültige Revisionszuordnung |
| T07 | R1 | Artikel mit fehlendem Dichtungswert | Ungeklärt | Pflichtmerkmal fehlt |
Alle positiven Ergebnisse sind vorläufig. Für keinen Test liegt eine reale Montagefreigabe vor.
Zusätzlicher Belastungstest des Datenmodells
Erzeuge zwei Bestandsdatensätze mit derselben Artikel-ID A-204-D, aber unterschiedlichen Bestands-IDs. Beide verweisen auf denselben Artikelstammsatz.
Prüfe anschließend, ob eine doppelt vergebene Artikel-ID im Artikelstamm verhindert wird.
Das Bild verdeutlicht, dass Lagerverhalten auch von Belastung und inneren mechanischen Bedingungen abhängt. Die einfache Maßprüfung kann solche Effekte nicht bewerten.
Dossier D5: Führe mindestens sieben Kompatibilitätstests und einen Identitätstest durch. Erfasse Test-ID, Eingabe, Soll-Ergebnis, Ist-Ergebnis, Status und Begründung.
| Test-ID | Soll | Ist | Status | Begründung |
|---|---|---|---|---|
| T01 | Vorauswahl bestanden | ... | ... | ... |
| T02 | Abgelehnt | ... | ... | ... |
| Eigener Test | ... | ... | ... | ... |
Feedback: Ein Test ist nur dann nachvollziehbar, wenn die erwartete Entscheidung vor der Auswertung feststeht. Dokumentiere Abweichungen als Fehler, statt den erwarteten Wert nachträglich anzupassen.
Lerneinheit 6 – Ergebnis prüfen und begründet abgeben
Dauer: 15 Minuten
Leitfrage: Welche Informationen braucht eine andere Fachkraft, um Deine Entscheidung zu verstehen?
Deine abschließende Fallentscheidung
Die fiktive Werkstatt fragt nach einem Ersatzteil für FB-07-R1, Position L1.
Die Katalogdaten sprechen für A-204-D als Kandidat für eine technische Prüfung. A-204-Z scheitert an der geforderten Dichtung, A-205-D an den Maßen.
Formuliere eine Empfehlung, die ausdrücklich zwischen Katalogvorauswahl und Montagefreigabe unterscheidet.
Dossier D6 – Abgabevorlage
| Teil | Deine Abgabe |
|---|---|
| Problem | Welche Fehlbestellung soll verhindert werden? |
| Skizze | Welche Schnittstellen sind entscheidend? |
| Datenmodell | Wie werden Artikel und Maschinenrevisionen eindeutig identifiziert? |
| Regeln | Welche Merkmale entscheiden über die Vorauswahl? |
| Prüfdaten | Welche Testfälle wurden bestanden oder nicht bestanden? |
| Begründung | Warum empfiehlst Du genau diese Artikelvariante? |
| Grenzen | Welche technischen Angaben fehlen für eine reale Montagefreigabe? |
| Reflexion | Was würdest Du an Deinem Modell verbessern? |
Abgabeformat: Eine zusammenhängende PDF-Datei, ein analoges Projektheft oder ein lokal gespeichertes digitales Dossier. Alle Daten bleiben fiktiv.
Gestufte Hilfen
Verwende zuerst Hilfe A. Erst wenn Du damit nicht weiterkommst, nutzt Du Hilfe B oder C.
| Arbeitsschritt | Hilfe A – Impuls | Hilfe B – Struktur | Hilfe C – Konkreter Ansatz |
|---|---|---|---|
| Skizze | Was berührt das Lager? | Zeichne Welle und Gehäuse. | Beschrifte d, D und B. |
| Merkmale | Welche Angaben sind vergleichbar? | Trenne Zahlen und Wertelisten. | Bohrung = 20, Einheit = mm. |
| Identität | Was darf nicht doppelt sein? | Unterscheide Artikel und Exemplar. | Artikel-ID als Primärschlüssel. |
| Beziehungen | Wo entsteht eine Mehrfachzuordnung? | Trenne Maschinenrevision und Artikel. | Nutze eine Kompatibilitätstabelle. |
| Regeln | Was passiert bei unbekannten Werten? | Plane drei mögliche Ergebnisse. | Vorauswahl, Ablehnung, ungeklärt. |
| Testen | Was sollte vor dem Test feststehen? | Vergleiche Soll und Ist. | T02 muss wegen der Dichtung abgelehnt werden. |
Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben mit Feedback
Basis
| Aufgabe | Begründetes Feedback |
|---|---|
| B1: Markiere in einer Lagerskizze d, D und B. | Richtig ist die Zuordnung Bohrung, Außendurchmesser und Breite, weil diese drei Größen die grundlegende Einbaugeometrie beschreiben. |
| B2: Erkläre den Unterschied zwischen Artikel-ID und Exemplar-ID. | Die Artikel-ID bezeichnet eine Variante, die Exemplar-ID ein konkretes Teil. Zwei gleiche Ersatzteile benötigen nicht zwei verschiedene Artikelstammsätze. |
| B3: Ordne einem numerischen Merkmal eine Einheit zu. | Eine Maßeinheit verhindert Fehlinterpretationen und ist Grundlage zuverlässiger technischer Vergleiche. |
Anwendung
| Aufgabe | Begründetes Feedback |
|---|---|
| A1: Vergleiche A-204-D und A-204-Z für R1. | Die Maße stimmen überein, aber die Dichtungsarten unterscheiden sich. A-204-Z erfüllt deshalb die fiktive Anforderung nicht. |
| A2: Modellieren zwei Lagerplätze für denselben Artikel. | Richtig sind ein Artikelstammsatz und getrennte Bestandsdatensätze. Dadurch entstehen keine widersprüchlichen Artikelbeschreibungen. |
| A3: Ergänze T07 und beurteile fehlende Daten. | „Ungeklärt“ ist richtig. Ein fehlender Dichtungswert ist kein Nachweis einer passenden Ausführung. |
Transfer
| Aufgabe | Begründetes Feedback |
|---|---|
| T1: Ergänze eine weitere Maschinenrevision. | Eine neue Revision benötigt eindeutig zugeordnete Anforderungen. Frühere Zuordnungen dürfen dadurch nicht stillschweigend verändert werden. |
| T2: Übertrage das Modell auf einen Elektromotor. | Zusätzlich zu Maßen werden unter anderem Spannung, Leistung, Drehzahl und Anschlussart relevant. Kompatibilitätsmerkmale hängen von der Bauteilart ab. |
| T3: Entwickle eine Regel für unbekannte oder widersprüchliche Herstellerdaten. | Eine nachvollziehbare Lösung sperrt die automatische Empfehlung und fordert eine fachliche Klärung. Unbelegte Annahmen dürfen keine Freigabe auslösen. |
Selbstkontrolle: Vergleiche nicht nur Dein Ergebnis mit dem Feedback, sondern ergänze im Dossier, warum Deine ursprüngliche Lösung richtig oder fehlerhaft war.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was beschreibt die Bohrung eines Rillenkugellagers? (Den Innendurchmesser) (!Die Lagerbreite) (!Den Lagerbestand) (!Die Seriennummer)
Welche Angabe ist für den Vergleich technischer Maße notwendig? (Eine eindeutige Maßeinheit) (!Ein beliebiger Werbetext) (!Eine Produktfarbe ohne Bezug) (!Eine Kundennummer)
Was identifiziert die Artikel-ID im Beispiel? (Eine definierte Ersatzteilvariante) (!Immer ein einzelnes physisches Teil) (!Ausschließlich den Lagerplatz) (!Die letzte Bestellung)
Welches Merkmal unterscheidet A-204-D von A-204-Z im Projekt? (Die Dichtungsausführung) (!Der Bohrungsdurchmesser) (!Der Außendurchmesser) (!Die Lagerbreite)
Welche Aufgabe übernimmt ein Primärschlüssel? (Er identifiziert einen Datensatz eindeutig) (!Er misst automatisch ein Bauteil) (!Er ersetzt technische Prüfungen) (!Er berechnet den Verkaufspreis)
Wozu dient ein Fremdschlüssel? (Zur Verknüpfung mit einem anderen Datensatz) (!Zur Festlegung der Maßeinheit) (!Zum mechanischen Einbau) (!Zum Messen der Drehzahl)
Welches Ergebnis erhält A-205-D bei Revision R1? (Ablehnung wegen unpassender Nennmaße) (!Automatische Montagefreigabe) (!Bestandserhöhung) (!Erfolgreicher Kompatibilitätsnachweis)
Wie wird eine fehlende zwingende Dichtungsangabe behandelt? (Als ungeklärte Eigenschaft) (!Immer als passende Dichtung) (!Immer als Metallabdeckung) (!Als eindeutige Montagefreigabe)
Warum benötigt das Projekt Prüfdaten? (Damit Entscheidungen überprüfbar sind) (!Damit fehlerhafte Werte verborgen bleiben) (!Damit jedes Teil dieselbe Kennung erhält) (!Damit technische Merkmale entfallen)
Was bedeutet eine bestandene katalogbasierte Vorauswahl? (Der Artikel erfüllt die definierten Vorprüfregeln) (!Die reale Montage ist automatisch sicher) (!Alle Betriebsbedingungen sind geprüft) (!Eine Herstellerfreigabe liegt zwingend vor)
Memory
| Primärschlüssel | Eindeutiger Datensatzbezeichner |
| Fremdschlüssel | Verweis auf einen anderen Datensatz |
| Artikelvariante | Technisch definierter Produkttyp |
| Exemplar-ID | Kennung eines einzelnen Gegenstands |
| Bohrung | Durchmesser der inneren Öffnung |
| Einbauposition | Bestimmter Platz innerhalb einer Baugruppe |
| Soll-Ergebnis | Erwarteter Ausgang eines Prüffalls |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Artikelstamm | Produktmerkmale dauerhaft verwalten |
| Maschinenrevision | Konstruktionsstand unterscheiden |
| Kompatibilitätszuordnung | Zulässige Artikel einer Einbauposition zuordnen |
| Bestandsdatensatz | Lagerort und vorhandene Menge abbilden |
| Prüfprotokoll | Erwartete und tatsächliche Ergebnisse vergleichen |
Kreuzworträtsel
| Lager | Wie heißt ein Maschinenelement, das eine Welle führen oder abstützen kann? |
| Welle | Welches rotierende Maschinenteil befindet sich häufig innerhalb des Lagerinnenrings? |
| Dichtung | Was schützt ein Lager unter anderem vor eindringenden Verunreinigungen? |
| Merkmal | Wie heißt eine beschreibende technische Eigenschaft eines Artikels? |
| Revision | Wie heißt ein definierter Änderungsstand einer Konstruktion? |
| Fremdschlüssel | Wie heißt der Datenbankschlüssel, der auf einen anderen Datensatz verweist? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Technische Zeichnung: Zeichne ein Rillenkugellager in Vorder- und Seitenansicht. Kennzeichne die wichtigen Maße. Ergänze die Zeichnung in D1.
- Messschieber: Fotografiere oder zeichne einen Messschieber und beschrifte seine Messfunktionen. Verwende nur eigenes oder frei lizenziertes Bildmaterial.
- Produktdaten: Entwirf drei unterschiedliche Artikelkarten für den fiktiven Ersatzteilshop. Ergänze sie in D2.
- Barcode: Gestalte ein Informationsplakat, das Artikelnummer, GTIN, Chargenkennung und Seriennummer unterscheidet.
Standard
- Entity-Relationship-Modell: Erstelle ein ER-Diagramm für Ersatzteilartikel, Maschinenrevisionen und Lagerbestände. Übernimm es in D3.
- Datenqualität: Entwickle einen Prüfplan für fehlende Maße, doppelte Kennungen und ungültige Einheiten.
- Kompatibilität: Erstelle ein Entscheidungsdiagramm zur Auswahl eines passenden Ersatzteils und dokumentiere es in D4.
- Softwaretest: Simuliere mindestens sieben Prüffälle in einer lokalen Tabelle. Dokumentiere die Ergebnisse in D5.
Schwer
- Datenbanknormalisierung: Verbessere ein absichtlich redundantes Ersatzteildatenmodell und begründe, welche Änderungsfehler dadurch vermieden werden.
- Versionsverwaltung: Entwirf eine nachvollziehbare Änderungsverfolgung für Maschinenrevisionen und Kompatibilitätsfreigaben.
- Qualitätssicherung: Produziere ein dreiminütiges Lernvideo, das einen falschen und einen korrekten Ersatzteilauswahlprozess gegenüberstellt. Nutze ausschließlich selbst erstellte oder rechtmäßig verwendbare Medien.
- Projektpräsentation: Präsentiere Dein vollständiges Projektdossier und verteidige Deine Ersatzteilentscheidung anhand von Skizzen, Datenmodell und Prüfdaten.


Lernkontrolle
Bearbeite die folgenden Aufgaben ohne Einsicht in die Musterfeedbacks. Begründe Deine Entscheidungen.
- Fehleranalyse: In einem Ersatzteilkatalog wird nur der Produktname gespeichert. Erkläre anhand zweier unterschiedlicher Lager, warum dies zu Fehlbestellungen führen kann.
- Datenmodellierung: Eine Werkstatt speichert den gesamten Lagerbestand direkt in der Artikeltabelle. Analysiere die Probleme, wenn derselbe Artikel an mehreren Standorten liegt, und entwickle ein besseres Datenmodell.
- Kompatibilitätsprüfung: Zwei Lager besitzen identische Grundmaße, aber unterschiedliche Dichtungen. Entscheide, unter welchen Voraussetzungen eine Austauschbarkeit geprüft werden könnte, und benenne fehlende Informationen.
- Anforderungsänderung: Ein Maschinenhersteller ändert nach einer Konstruktionsrevision die Lageraufnahme. Erläutere, wie das Datenmodell verhindern kann, dass alte Kompatibilitätsfreigaben ungeprüft übernommen werden.
- Softwaretest: Ein Prüfsystem bewertet unbekannte Dichtungswerte automatisch als passend. Entwickle einen Gegenbeispiel-Test und begründe Deine Korrektur.
- Rückverfolgbarkeit: Ein bestimmtes Prüflos soll gesperrt werden. Erkläre, warum eine reine Artikel-ID dafür nicht immer ausreicht, und entwickle eine geeignete Datenbeziehung.
- Technische Dokumentation: Entwirf eine Übergabe für eine andere Fachkraft. Begründe, welche Skizzen, Quellen, Prüfergebnisse und offenen Fragen enthalten sein müssen.
Bewertung und begründetes Feedback
Bewerte jeden Bereich mit 0 bis 3 Punkten.
| Kriterium | Volle Punktzahl | Begründung |
|---|---|---|
| Technische Merkmale | 3 | Pflichtdaten, Einheiten und fehlende Angaben sind korrekt modelliert. |
| Eindeutige Identität | 3 | Artikel, Maschinenversion und konkrete Bestandsobjekte sind sauber unterschieden. |
| Datenbeziehungen | 3 | Schlüssel und Zuordnungen vermeiden widersprüchliche Mehrfachspeicherung. |
| Kompatibilitätsprüfung | 3 | Regeln erkennen passende Kandidaten, Ausschlussgründe und ungeklärte Fälle. |
| Prüfnachweis und Reflexion | 3 | Soll-Ist-Daten, Fehlerbegründungen und Grenzen der Freigabe sind nachvollziehbar. |
Bewertungsstufen je Kriterium: 0 = fehlt oder fachlich falsch; 1 = teilweise zutreffend; 2 = fachlich weitgehend korrekt mit kleineren Lücken; 3 = vollständig und nachvollziehbar begründet.
Maximal: 15 Punkte.
Lernnachweis
Für einen erfolgreichen Lernnachweis reichst Du ein zusammenhängendes Projektdossier D1 bis D6 ein.
Es enthält:
- Eine beschriftete Skizze der Lagerstelle mit technischen Schnittstellen.
- Eine Artikelübersicht mit eindeutigen IDs, Datentypen und Maßeinheiten.
- Ein Datenmodell mit Beziehungen und Schlüsseln.
- Eine nachvollziehbare Kompatibilitätsentscheidung einschließlich unbekannter Werte.
- Mindestens sieben dokumentierte Kompatibilitätstests und einen Test auf eindeutige Identität.
- Eine begründete Ersatzteilvorauswahl für FB-07-R1.
- Eine Reflexion über fehlende Herstellerangaben, technische Prüfgrenzen und mögliche Modellverbesserungen.
- Einen Quellen- und Mediennachweis.
Entscheidend: Du kannst Deine Entscheidung nicht nur nennen, sondern anhand Deiner Skizzen, Regeln und Testdaten erklären und ihre Grenzen benennen.
OERs zum Thema
Wikipedia – Wälzlager
Wikipedia – Datenmodellierung
Fachlich geprüfte Grundlagen
- NSK – Rillenkugellager 6204: Herstellerdaten zu Bauart und Nennmaßen 20 × 47 × 14 mm.
- NSK – Rillenkugellager 6205: Herstellerdaten zu den Nennmaßen 25 × 52 × 15 mm.
- ETIM International – Klassifikationsmodell: Beschreibung von Produktklassen, Merkmalstypen, Werten und Einheiten.
- GS1 – Global Trade Item Number: Identifikation von Handelseinheiten.
- GS1 – Global Traceability Standard: Unterscheidung von Artikel-, Chargen- und Exemplarebene.
Quellenbewertung: Herstellerdaten beschreiben bestimmte Lagerausführungen. Die erfundenen Artikel A-204-D, A-204-Z und A-205-D sind keine verbindlichen Herstellerartikel. Reale Dichtungstypen, Tragzahlen, Toleranzen, Lagerluft, Drehzahlen und zulässige Montagebedingungen müssen anhand der konkreten technischen Dokumentation geprüft werden.
Verwendete Wikimedia-Commons-Medien und Rechte
Die folgenden Dateien wurden anhand ihrer Wikimedia-Commons-Dateiseiten und Lizenzhinweise ausgewählt.
| Medium | Urheber | Lizenz |
|---|---|---|
| Kugellager-Animation | PlusMinus / DustDFG | CC BY-SA 4.0 |
| Schnittbild eines Rillenkugellagers | Silberwolf / Malyszkz | CC BY-SA 3.0 |
| Rillenkugellager-Schema | Carnaubo | CC BY-SA 4.0 |
| Einbaubeispiel Inlineskate | Fred Hsu | CC BY-SA 4.0 |
| Messschieber | Santeri Viinamäki | CC BY-SA 4.0 |
| Barcode-Grafik | VaGla | CC BY-SA 2.5, alternativ weitere dort genannte Lizenzen |
| ER-Beispieldiagramm | Annie IP | Gemeinfrei gemäß Dateiseite |
| Beziehungsdiagramme | Chad250 | CC BY-SA 4.0 |
| Lagerluft und Belastungszone | Fred Hsu | CC BY-SA 4.0 |
Die entsprechenden Dateiseiten enthalten Lizenzbedingungen und weitere Angaben zur Namensnennung. Bei Bearbeitungen sind gegebenenfalls Änderungen zu kennzeichnen und die Bedingungen der jeweiligen Lizenz einzuhalten.
Eingebundene Lehrvideos
- The Engineers Post – What is Bearing? Types of Bearings and How they Work?: Grundlagen verschiedener Lagerbauarten.
- Patrick Boekhoven – Beziehungen in relationalen Datenbanken: Primärschlüssel, Fremdschlüssel und Kardinalitäten.
Medienhinweis: YouTube-Videos werden lediglich über ihre vorhandenen Videoseiten eingebunden. Sie sind nicht automatisch frei lizenziert. Verwende bei einer Weiterverarbeitung nur Medien, deren Lizenz Deine geplante Nutzung erlaubt. Externe Videodienste und eingebettete Inhalte können eigene Datenschutzbedingungen haben.
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