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Technische Kalkulation und Wirtschaftlichkeit – Materialkosten aus Stücklisten berechnen

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Technische Kalkulation und Wirtschaftlichkeit – Materialkosten aus Stücklisten berechnen

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Technische Kalkulation und Wirtschaftlichkeit – Materialkosten aus Stücklisten berechnen

Lernkurs für die berufliche Ausbildung

Schwerpunkte: Stücklisten, Materialbedarf, Mengeneinheiten, Verschnitt, Verpackungseinheiten, Materialkosten, Zuschläge und Wirtschaftlichkeit.

Lernzeit: ca. 60–90 Minuten einschließlich Übungen.

Lernform: Kurze Lerneinheiten, Lernvideos, Gesprächskarten, interaktive Aufgaben und ein durchgehender Ausbildungsfall.

Lernziele: Du kannst Materialmengen ermitteln, Angebote vergleichen, realistische Zuschläge berücksichtigen und Deine Kalkulation begründen.

Wichtig: Alle Personen, Unternehmen, Angebote, Preise und Geschäftsvorgänge im Ausbildungsfall sind fiktiv. Die Preise sind Modellannahmen und keine aktuellen Marktangebote.


Einleitung

Wie viel Material brauchst Du für einen Auftrag? Und was kostet es tatsächlich?

Die Stückliste ist Dein Ausgangspunkt. Sie zeigt, welche Bauteile und Materialien ein Produkt benötigt.

In diesem Kurs lernst Du die Berechnung anhand einer Bestellung von 40 Werkstattablagen.

Deine Rechenroute:

Schritt Deine Aufgabe
1 Stückliste lesen
2 Mengen und Einheiten berechnen
3 Verschnitt und Gebinde berücksichtigen
4 Lieferanten vergleichen
5 Materialkosten berechnen
6 Wirtschaftlichkeit beurteilen


Lerneinheit 1: Dein Ausbildungsauftrag

Ausbildungsfall: Werkstattablage W40

Du arbeitest beim fiktiven Ausbildungsbetrieb Nordlicht Lernwerkstatt.

Die ebenfalls fiktive Ausbilderin Mira bespricht mit dem Auszubildenden Tarek einen Produktionsauftrag.

Auftrag: 40 Werkstattablagen herstellen.

Jede Ablage besteht aus einer zugeschnittenen Holzplatte, zwei Aluminiumprofilen und sechs Schrauben. Hinzu kommt eine Verpackung.


Gesprächsmedium: Der Arbeitsauftrag

Mira: „Tarek, wir brauchen 40 Werkstattablagen. Kannst Du die Materialkosten ermitteln?“

Tarek: „Ich multipliziere einfach die Stückzahlen mit den Preisen.“

Mira: „Fast. Denk an die Verpackungseinheiten und den Verschnitt beim Zuschnitt.“

Tarek: „Dann muss ich zuerst die tatsächlichen Bestellmengen berechnen.“

Mira: „Genau. Anschließend vergleichst Du die Angebote.“

Deine Aufgabe: Sprecht das Gespräch zu zweit ein. Ergänzt eine Rückfrage, mit der Tarek eine fehlende Information klärt.


Die technische Stückliste

Material Menge je Ablage Technische Vorgabe
Holzplatte 1 Stück Fertig zugeschnitten
Aluminiumprofil 2 Stück Je 460 mm
Schrauben 6 Stück Einheitlicher, geeigneter Schraubentyp
Verpackung 1 Stück Passender Karton

Merke: Eine technische Stückliste beschreibt den Bedarf je Erzeugnis. Sie ist noch keine fertige Einkaufsliste.

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes:
Datei:Screws.jpg


Basisaufgabe 1

Berechne, wie viele Holzplatten, fertige Aluminiumprofile, Schrauben und Kartons Du für 40 Ablagen brauchst.

Hilfe 1: Denk an den Rechenweg.

Multipliziere jede Stücklistenmenge mit der Auftragsmenge.

Hilfe 2: Starte mit den Profilen.

40 Ablagen benötigen jeweils zwei Profilabschnitte. Berechne 40 × 2.

Lösung und Feedback

40 Holzplatten, 80 Profilabschnitte, 240 Schrauben und 40 Kartons.

Warum? Die Stückliste bezieht sich auf genau eine Ablage. Erst die Multiplikation ergibt den Auftragsbedarf.


Lerneinheit 2: Mengen und Einheiten

Material wird beispielsweise in Millimeter, Meter, Stück oder Quadratmeter angegeben.

Vor einer Berechnung müssen die Einheiten zusammenpassen.

Beispiel:

460 mm = 46 cm = 0,460 m

80 Profilabschnitte × 0,460 m = 36,80 m Fertiglänge.

Messpraxis: Kontrolliere die Länge eines Musterprofils. Beachte dabei die Maßeinheit und die erforderliche Fertigungstoleranz.


Gesprächsmedium: Ein Fehler im Einkauf

Tarek: „Wir brauchen 36,80 Meter Aluminiumprofil. Also bestelle ich 19 Stangen zu je zwei Metern.“

Mira: „Kannst Du aus jeder Stange wirklich so viele Abschnitte herstellen, wie Deine Rechnung voraussetzt?“

Tarek: „Das muss ich mit einem Zuschnittplan prüfen.“

Diskutiere: Warum reicht das Aufrunden der Gesamtlänge möglicherweise nicht aus?


Lerneinheit 3: Verschnitt und Zuschläge

Verschnittplanung berücksichtigt Materialreste und Bearbeitungsverluste.

Modellannahmen für unseren Fall:

  1. Stangenmaterial: Jede Rohstange ist 2.000 mm lang.
  2. Schnittfuge: Pro abgetrenntem Profilstück entstehen 3 mm Sägeverlust.
  3. Zuschnittplan: Vier Profilstücke werden aus jeder Rohstange hergestellt.
  4. Restmaterial: Die kurzen Reststücke sind für diesen Auftrag nicht weiter verwendbar.
Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes:

Zuschnittrechnung:

Vier Profilstücke benötigen:

4 × 460 mm + 4 × 3 mm = 1.852 mm

Rest einer Rohstange:

2.000 mm − 1.852 mm = 148 mm

Für 80 Profilstücke brauchst Du:

80 ÷ 4 = 20 Rohstangen

Größe Ergebnis
Fertiglänge aller Profile 36,80 m
Eingekaufte Rohstangenlänge 40,00 m
Sägeverlust 0,24 m
Nicht verwendete Reststücke 2,96 m
Materialdifferenz insgesamt 3,20 m

Achtung: 19 Rohstangen hätten zwar eine Gesamtlänge von 38 m, liefern bei diesem Zuschnittschema aber nur 76 passende Abschnitte. Für 80 Abschnitte benötigst Du 20 Stangen.


Zuschläge richtig einsetzen

Ein pauschaler Materialzuschlag kann für Ausschuss oder Sicherheitsreserven sinnvoll sein. Er ersetzt jedoch keinen konkreten Zuschnittplan.

Zusatzfall: Mira plant eine Reserve von 5 % auf die 20 benötigten Rohstangen.

20 × 1,05 = 21 Rohstangen

Die zusätzliche Stange ist zunächst Reservebestand. Sie wird nicht automatisch verbraucht.

Merke: Trenne planmäßigen Verschnitt, zusätzlichen Ausschuss und Sicherheitsbestand. Berechne keine doppelt erfassten Zuschläge.


Anwendungsaufgabe: Der Zuschnitt

Prüfe, ob fünf Profilstücke mit jeweils 460 mm und einer Schnittfuge von 3 mm aus einer 2.000-mm-Stange gewonnen werden können.

Hilfe 1

Addiere zu jeder Fertiglänge die angesetzte Schnittfuge.

Hilfe 2

Berechne 5 × 463 mm und vergleiche das Ergebnis mit 2.000 mm.

Lösung mit Feedback

5 × 463 mm = 2.315 mm.

Das ist nicht möglich. Die benötigte Länge übersteigt die Rohstangenlänge um 315 mm. Entscheidend ist nicht nur die gesamte Auftragslänge, sondern der Zuschnitt je Rohstange.


Lerneinheit 4: Verpackungseinheiten

Schrauben werden im Modell in Packungen verkauft.

Benötigt: 240 Schrauben.

Angebot S: 100 Schrauben je Packung.

240 ÷ 100 = 2,4 Packungen

Du musst 3 Packungen kaufen.

Das sind 300 Schrauben. Nach dem Auftrag bleiben 60 Schrauben übrig.

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes:

Merke: Bestellmengen müssen zu den tatsächlich angebotenen Verpackungseinheiten passen.


Produktvergleich: Schraubenpackungen

Für beide Angebote gelten im Modell identische technische Eigenschaften, Qualität und Verfügbarkeit.

Angebot Packungsgröße Nettopreis je Packung Einkauf für 240 Schrauben
S 100 Stück 9,80 € 3 × 9,80 € = 29,40 €
L 250 Stück 21,90 € 1 × 21,90 € = 21,90 €

Kaufmännischer Fall: Welches Angebot verursacht für den Auftrag die geringere neue Einkaufsausgabe? Wie viele Schrauben bleiben jeweils übrig?

Lösung und begründetes Feedback

Angebot L benötigt nur 21,90 € Einkaufsbudget und ist damit 7,50 € günstiger.

Bei S bleiben 60 Schrauben, bei L bleiben 10 Schrauben übrig.

Begründung: Nicht der Packungspreis allein entscheidet, sondern die benötigte Anzahl ganzer Packungen. Die Verwendung der Restbestände bei späteren Aufträgen kann die Gesamtbeurteilung beeinflussen.


Lerneinheit 5: Bezugspreise vergleichen

Der Bezugspreis berücksichtigt neben dem Warenpreis auch zurechenbare Bezugskosten, beispielsweise Fracht.

Die folgenden zwei Lieferanten sind vollständig fiktiv.

Annahme: Beide liefern technisch geeignete, gleichwertige 2-m-Profile bei gleicher Lieferzeit. Es gibt keine Rabatte oder Skonti.

Merkmal Lieferant A Lieferant B
Nettopreis je Rohstange 14,50 € 13,80 €
Benötigte Stangen 20 20
Nettowarenwert 290,00 € 276,00 €
Fracht für die Profillieferung 28,00 € 55,00 €
Gesamter Bezugspreis 318,00 € 331,00 €

Ergebnis: Lieferant A ist für diesen Auftrag um 13,00 € günstiger.

Lernvideo: „Bezugskalkulation – Einstandspreis bzw. Bezugspreis berechnen“, Wirtschaft gaaanz einfach! Das Video erläutert das allgemeine Kalkulationsschema; unser Fall arbeitet vereinfacht ohne Rabatt und Skonto.


Gesprächsmedium: Das Lieferantengespräch

Tarek: „Lieferant B bietet die günstigere Rohstange an.“

Mira: „Und wie sieht es einschließlich Fracht aus?“

Tarek: „Bei 20 Stangen ist A insgesamt 13 Euro günstiger.“

Mira: „Würde das auch bei einer größeren Bestellung gelten?“

Deine Entscheidung: Berechne selbst, ab welcher Stückzahl von Rohstangen B den günstigeren Gesamtbezugspreis bietet.

Hilfe 1

Die Fracht von B ist 27 € höher. Jede Stange bei B ist 0,70 € günstiger.

Hilfe 2

Berechne 27 € ÷ 0,70 € je Stange. Anschließend prüfst Du die nächste ganze Stangenzahl.

Lösung und Feedback

27 ÷ 0,70 = 38,57.

Ab 39 Rohstangen ist Lieferant B günstiger.

Bei 39 Stangen kostet A 593,50 € und B 593,20 €.

Warum? Mit steigender Menge wächst die Ersparnis beim Stückpreis. Sie übertrifft schließlich die höheren Frachtkosten.

Vertiefungsvideo: „Bezugskalkulation / Beschaffungskalkulation – verständlich erklärt!“, Rechnungswesen1.


Lerneinheit 6: Materialkosten kalkulieren

Jetzt berechnest Du das Beschaffungsbudget für den gesamten Auftrag mit Lieferant A und Schraubenangebot S.

Modellannahmen:

  1. Lagerbestand: Vor dem Auftrag sind keine benötigten Materialien vorhanden.
  2. Einkaufspreis: Alle angegebenen Preise sind Nettopreise.
  3. Bezugskosten: Nur die Profillieferung verursacht zusätzlich 28 € Fracht.
  4. Zusatzkosten: Die übrigen Materialien werden ohne weitere Bezugskosten bereitgestellt.
  5. Kalkulation: Arbeitslohn, Maschinenkosten, weitere Gemeinkosten und Vertriebskosten sind noch nicht enthalten.
Material Einkaufsmenge Preisberechnung Kosten netto
Holzplatten 40 Stück 40 × 8,20 € 328,00 €
Aluminiumprofile 20 Rohstangen 20 × 14,50 € 290,00 €
Schrauben 3 Packungen 3 × 9,80 € 29,40 €
Kartons 40 Stück 40 × 0,85 € 34,00 €
Fracht für Aluminiumprofile 1 Lieferung Pauschal 28,00 €
Beschaffungsbudget netto 709,40 €

Budget je fertiger Ablage:

709,40 € ÷ 40 = 17,735 €

Kaufmännisch auf Cent gerundet: 17,74 €.

Der ungerundete Zwischenwert wird für weitere Berechnungen beibehalten.


Einkaufsbudget oder Materialverbrauch?

Nicht alles eingekaufte Material wird sofort verbraucht.

Im Modell bleiben von Angebot S noch 60 lagerfähige Schrauben übrig.

Preis je Schraube:

9,80 € ÷ 100 = 0,098 €

Wert der verbliebenen Schrauben:

60 × 0,098 € = 5,88 €

Wenn dieser Bestand für spätere Aufträge nutzbar ist, ergibt sich bei sonst unveränderten Annahmen:

709,40 € − 5,88 € = 703,52 €

Das sind 17,59 € auftragsbezogener Materialeinsatz je Ablage nach Rundung.

Wichtig: 709,40 € sind das Beschaffungsbudget für die erforderlichen Käufe. 703,52 € sind der vereinfachte Materialeinsatz unter Berücksichtigung des Schraubenrestbestands. Die nicht verwendbaren Aluminiumreste werden diesem Auftrag vollständig zugerechnet.


Wirtschaftlichkeit beurteilen

Die Materialkosten allein reichen noch nicht, um einen Verkaufspreis oder einen Gewinn zuverlässig zu bestimmen.

Es fehlen insbesondere Fertigungskosten, Gemeinkosten und mögliche weitere betriebliche Kosten.

Transferfall: Ein fiktiver Nettoverkaufspreis beträgt 27,00 € je Ablage.

27,00 € − 17,588 € = 9,412 €

Damit verbleiben rechnerisch rund 9,41 € je Ablage für weitere Kosten und einen möglichen Gewinn.

Das ist noch kein nachgewiesener Gewinn.


Lerneinheit 7: Umsatzsteuer und Rechnungsprüfung

Rechtsstand: 11. Oktober 2026, Deutschland.

Nach § 12 UStG beträgt der reguläre Umsatzsteuersatz 19 %. Für bestimmte Umsätze gilt der ermäßigte Satz von 7 %.

Modellannahme: Für alle im Ausbildungsfall betrachteten Lieferungen wird der reguläre Umsatzsteuersatz von 19 % angesetzt. Der fiktive Ausbildungsbetrieb ist zum vollen Vorsteuerabzug aus diesen Einkäufen berechtigt.

Für das Beschaffungsbudget von 709,40 € ergibt sich:

Berechnung Ergebnis
Nettobetrag 709,40 €
Umsatzsteuer 19 % 134,79 €
Bruttobetrag 844,19 €

Bei bestehender Vorsteuerabzugsberechtigung ist die abziehbare Vorsteuer grundsätzlich kein endgültiger Materialkostenbestandteil. Fehlt diese Berechtigung, muss die Kostenbehandlung gesondert geprüft werden.


Rechnungsangaben prüfen

Bei einer regulären Rechnung sind gemäß § 14 UStG insbesondere folgende Angaben relevant:

  1. Rechnung: Vollständige Namen und Anschriften der Beteiligten.
  2. Steuernummer: Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des leistenden Unternehmers.
  3. Rechnungsdatum: Datum der Ausstellung.
  4. Rechnungsnummer: Einmalig vergebene fortlaufende Nummer.
  5. Leistungsbeschreibung: Menge und Art der gelieferten Gegenstände.
  6. Leistungsdatum: Zeitpunkt der Lieferung.
  7. Entgelt: Entgelt und vereinbarte Preisnachlässe nach steuerlicher Behandlung.
  8. Umsatzsteuer: Steuersatz und Steuerbetrag beziehungsweise der erforderliche Hinweis auf eine Steuerbefreiung.

Je nach Fall sind weitere Angaben erforderlich; gesetzliche Ausnahmen und Vereinfachungen sind zu beachten.

E-Rechnung 2026: Seit 2025 gelten für viele inländische B2B-Umsätze Vorschriften zur strukturierten elektronischen Rechnung. Für die Ausstellung gelten Übergangsregelungen, grundsätzlich bis Ende 2026, unter bestimmten Voraussetzungen bis Ende 2027. Inländische Unternehmen müssen seit 2025 E-Rechnungen empfangen können.

Quelle: Bundesfinanzministerium – E-Rechnung, FAQ, Stand März 2026.

Hinweis: Die Tabellen dieses Kurses sind Lern- und Kalkulationsunterlagen, keine rechtskonformen Rechnungen. Es werden keine echten Adressen, Steuernummern oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummern verwendet.


Gestufte Lernhilfen

Nutze die Hilfe erst, wenn Du allein nicht weiterkommst.

Stufe 1: Rechenfragen

Was wird gezählt oder gemessen? Welche Einheit liegt vor? Bezieht sich die Menge auf ein Produkt oder den ganzen Auftrag?

Stufe 2: Rechenstruktur

Auftragsbedarf = Menge je Produkt × Auftragsmenge.

Bestellmenge = Bedarf unter Berücksichtigung von Zuschnitt, Verpackungseinheiten und verfügbarem Bestand.

Bezugspreis = Warenwert nach Nachlässen + zurechenbare Bezugskosten.

Stufe 3: Plausibilitätsprüfung

Prüfe die Maßeinheiten. Runde bestellbare Mengen passend auf. Vermeide doppelte Zuschläge. Vergleiche Nettopreise auf gleicher Grundlage. Trenne Verbrauch und Lagerrest.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Information enthält eine technische Stückliste? (Materialmengen je Erzeugnis) (!Den vollständigen Jahresgewinn) (!Den aktuellen Kontostand) (!Alle Mitarbeitergehälter)




Wie viele Profilabschnitte werden für 40 Ablagen benötigt? (80 Stück) (!40 Stück) (!60 Stück) (!120 Stück)




Wie lang sind 80 Profilabschnitte zu je 460 mm insgesamt? (36,80 Meter) (!368 Meter) (!3,68 Meter) (!46 Meter)




Wie viele Profilabschnitte passen beim angegebenen Zuschnittmodell aus einer 2 Meter langen Rohstange? (4 Stück) (!5 Stück) (!6 Stück) (!3 Stück)




Wie viele Rohstangen werden ohne Sicherheitsreserve benötigt? (20 Stück) (!19 Stück) (!18 Stück) (!21 Stück)




Wie viele Schrauben werden für den Auftrag tatsächlich benötigt? (240 Stück) (!200 Stück) (!300 Stück) (!400 Stück)




Wie viele Packungen mit je 100 Schrauben müssen ohne Lagerbestand gekauft werden? (3 Packungen) (!2 Packungen) (!4 Packungen) (!5 Packungen)




Welcher Lieferant bietet bei 20 Rohstangen den niedrigeren Gesamtbezugspreis? (Lieferant A) (!Lieferant B) (!Beide sind gleich teuer) (!Ohne Umsatzsteuer kann man nicht vergleichen)




Wie hoch ist das Nettobeschaffungsbudget im Grundfall mit Lieferant A und Schraubenangebot S? (709,40 Euro) (!681,40 Euro) (!703,52 Euro) (!844,19 Euro)




Warum unterscheiden sich Einkaufsbudget und auftragsbezogener Materialeinsatz im Grundfall? (Weil ein Teil der Schrauben als Lagerbestand verbleibt) (!Weil die Holzplatten doppelt berechnet werden) (!Weil der Nettopreis automatisch den Gewinn enthält) (!Weil die Rohstangen keine Schnittverluste verursachen)





Begründetes Feedback zum Quiz

Frage Warum ist die Lösung richtig?
1 Die Stückliste bildet Material und Bauteile ab, nicht das gesamte Rechnungswesen.
2 Zwei Profile je Ablage mal 40 Ablagen ergeben 80 Profile.
3 80 × 0,460 m ergeben 36,80 m Fertiglänge.
4 Vier Zuschnitte einschließlich Schnittfugen passen in eine Rohstange.
5 80 Abschnitte geteilt durch vier je Rohstange ergeben 20 Stangen.
6 40 × 6 ergibt 240 tatsächlich benötigte Schrauben.
7 Ganze Packungen müssen aufgerundet werden.
8 Die niedrigeren Frachtkosten machen A im Grundfall günstiger.
9 709,40 € umfassen alle vorgesehenen neuen Einkäufe einschließlich Fracht.
10 Unverbrauchte, lagerfähige Schrauben bleiben für weitere Aufträge verfügbar.


Memory

Stückliste Material je Erzeugnis
Schnittfuge Materialverlust durch Sägen
Rohstange Eingekaufte Ausgangslänge
Verpackungseinheit Gemeinsam verkaufte Materialmenge
Bezugskosten Zusätzliche Beschaffungsausgaben
Nettopreis Preis ohne Umsatzsteuer
Restbestand Nach dem Auftrag verfügbares Material





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Bedeutung
Stücklistenbedarf Materialmenge je Produkt mal Auftragsmenge
Fertiglänge Länge der verwendbaren zugeschnittenen Teile
Sägeverlust Materialmenge, die durch Trennschnitte verloren geht
Bestellmenge Tatsächlich zu beschaffende Handelsmenge
Bezugspreis Warenwert nach Nachlässen zuzüglich Bezugskosten





Kreuzworträtsel

Stückliste Welches Dokument enthält die Bauteile und Materialmengen eines Erzeugnisses?
Verschnitt Wie heißt der Materialverlust beziehungsweise nicht verwendete Rest beim Zuschneiden?
Bezugskosten Wie heißen zusätzliche Ausgaben beispielsweise für die Fracht beim Einkauf?
Lieferant Wer bietet einem Unternehmen Material zum Kauf an?
Nettopreis Wie heißt ein Preis ohne Umsatzsteuer?
Restbestand Wie heißt das nach einem Auftrag noch verfügbare Material im Lager?





LearningApps

Suche nach ergänzenden Übungen zum Thema. Die folgende Einbindung ist eine Suchfunktion und kein als verfügbar bestätigtes Einzelspiel.


Lückentext

Vervollständige den Text.
Die

zeigt den Materialbedarf je Erzeugnis.
Unser fiktiver Auftrag umfasst

Werkstattablagen.
Jede Ablage benötigt

Aluminiumprofile.
Ein fertiger Profilabschnitt ist

Millimeter lang.
Die Gesamtlänge der fertigen Profilabschnitte beträgt

Meter.
Die Rohstangenlänge beträgt jeweils

Millimeter.
Aus jeder Rohstange werden

Profilabschnitte hergestellt.
Insgesamt müssen

Rohstangen ohne zusätzliche Reserve gekauft werden.
Der Schraubenbedarf beträgt

Stück.
Beim Grundangebot werden

Schraubenpackungen benötigt.
Die nach dem Auftrag verbleibenden Schrauben bilden einen

.
Die Kosten für die Anlieferung gehören zu den

.
Der günstigere Profillieferant für den Grundauftrag ist Lieferant

.
Das Nettobeschaffungsbudget beträgt

Euro.
Die Kosten für den Materialeinsatz betragen im Grundfall

Euro.
Ein Materialzuschlag muss durch nachvollziehbare

begründet werden.




Interaktive kaufmännische Fälle


Fall A: Bestand statt Neubestellung

Neue Modellannahme: Es liegen bereits 100 passende Schrauben im Lager. Sie wurden früher zum gleichen Stückpreis wie Schraubenangebot S eingekauft.

Entscheide: Wie viele neue 100er-Packungen brauchst Du?

Hilfe 1

Ziehe zuerst den verfügbaren Lagerbestand vom Bedarf ab.

Hilfe 2

240 − 100 = 140 Schrauben. Bestellt werden können nur ganze 100er-Packungen.

Lösung und Feedback

Du musst zwei neue Packungen kaufen.

Das neue Einkaufsbudget sinkt um 9,80 € auf 699,60 € netto.

Wichtig: Die früher eingekauften Schrauben sind nicht kostenlos. Für die Verbrauchskalkulation zählt auch der Wert des entnommenen Lagerbestands.


Fall B: Ein günstigeres Schraubenangebot

Neue Modellannahme: Du verwendest das gleichwertige Schraubenangebot L mit 250 Schrauben für 21,90 €.

Berechne das neue Beschaffungsbudget.

Lösung und Feedback

709,40 € − 29,40 € + 21,90 € = 701,90 €.

Du sparst 7,50 € an unmittelbaren Einkaufsausgaben.

Begründung: Der Vergleich muss die Zahl der benötigten Packungen berücksichtigen. Angebot L hinterlässt zudem nur zehn statt sechzig Schrauben.


Fall C: Liefertermin gefährdet

Neue Modellannahme: Es besteht ein plausibel begründetes Risiko, dass beim Zuschnitt ein zusätzlicher Rohstab benötigt wird. Die Ausbilderin genehmigt deshalb eine Reserve von einer Rohstange.

Wie hoch ist das Einkaufsbudget mit Lieferant A und Schraubenangebot S?

Lösung und Feedback

709,40 € + 14,50 € = 723,90 € netto.

Begründung: Eine Reserve erhöht zunächst den Beschaffungsbedarf. Die zusätzliche Rohstange ist nicht automatisch Verbrauch, solange sie unbenutzt im Lager bleibt. Ihre Berücksichtigung in der Kostenrechnung hängt von ihrer tatsächlichen Verwendung ab.


Fall D: Größerer Auftrag

Neue Modellannahme: Statt 40 werden 100 Ablagen benötigt. Technische Bedingungen, Preise und Frachtpauschalen bleiben unverändert. Sicherheitsreserven werden nicht bestellt.

Ermittle den günstigeren Profillieferanten.

Hilfe

100 Ablagen benötigen 200 fertige Profilabschnitte. Vier entstehen aus einer Rohstange.

Lösung und Feedback

200 ÷ 4 = 50 Rohstangen.

Lieferant A: 50 × 14,50 € + 28,00 € = 753,00 €.

Lieferant B: 50 × 13,80 € + 55,00 € = 745,00 €.

Lieferant B ist um 8,00 € günstiger.

Begründung: Die wirtschaftlich bessere Einkaufsentscheidung hängt auch von der Auftragsgröße ab. Eine Entscheidung aus dem Grundfall darf nicht ungeprüft übertragen werden.


Offene Aufgaben


Leicht – Basisaufgaben

  1. Stückliste: Erstelle eine eigene Stückliste für einen einfachen Gegenstand mit mindestens vier Bauteilen.
  2. Einheiten umrechnen: Miss fünf Gegenstände und dokumentiere die Abmessungen in Millimetern, Zentimetern und Metern.
  3. Materialbedarf: Erstelle für zehn Werkstattablagen eine übersichtliche Materialbedarfstabelle.
  4. Fachgespräch: Produziere mit einer zweiten Person ein einminütiges Gespräch über einen typischen Fehler bei der Materialbestellung.


Standard – Anwendungsaufgaben

  1. Tabellenkalkulation: Erstelle eine Kalkulationstabelle für den Grundauftrag mit Mengen, Einheitspreisen und Formeln.
  2. Angebotsvergleich: Gestalte eine Vergleichstabelle für die beiden fiktiven Profillieferanten einschließlich der Frachtkosten.
  3. Zuschnittoptimierung: Zeichne einen maßstäblichen Zuschnittplan und dokumentiere Fertiglängen, Sägeverluste und Reststücke.
  4. Lagerbestand: Untersuche, wie sich vorhandene Schraubenbestände auf Einkaufsbudget und Materialverbrauch auswirken.


Schwer – Transferaufgaben

  1. Sensitivitätsanalyse: Untersuche bei Auftragsmengen von 20, 40, 60, 80 und 100 Ablagen, welcher Profillieferant günstiger ist.
  2. Wirtschaftlichkeit: Ergänze plausible fiktive Fertigungs- und Gemeinkosten. Entwickle daraus eine begründete vollständige Kalkulation.
  3. Nachhaltige Beschaffung: Entwirf ein alternatives Material- oder Verpackungskonzept und bewerte sowohl Kosten als auch vermeidbare Materialreste.
  4. Beschaffungsentscheidung: Erstelle eine Präsentation oder ein zweiminütiges Beratungsvideo mit einer begründeten Einkaufsempfehlung, Risiken und möglichen Alternativen.


Kriterien für begründetes Feedback

Niveau Gute Leistung Typischer Fehler und Feedback
Basis Einheiten und Grundmengen stimmen. Fehlende Umrechnung verändert das Ergebnis um den Faktor 10 oder 1000. Prüfe jede Einheit.
Anwendung Bestellmengen, Gebinde und Kosten stimmen. Nur die Fertiglänge wird betrachtet. Ergänze einen Zuschnittplan.
Transfer Entscheidung berücksichtigt Kosten und Annahmen. Nur der niedrigste Listenpreis wird verglichen. Rechne vollständige Bezugspreise und prüfe weitere Kriterien.




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Lernkontrolle

Bearbeite diese fünf Transferaufgaben schriftlich mit Rechenweg und Begründung.

  1. Materialplanung: Der Zuschnittverlust steigt durch ein neues Verfahren. Erkläre, welche Berechnungsschritte Du erneut durchführen musst und welche Werte unverändert bleiben.
  2. Beschaffung: Zwei Lieferanten bieten unterschiedliche Packungsgrößen und Frachtpreise. Entwirf ein begründetes Verfahren, um wirtschaftlich zu entscheiden.
  3. Lagerwirtschaft: Erläutere an einem eigenen Zahlenbeispiel, warum Einkaufsbudget und Materialverbrauch nicht immer gleich hoch sind.
  4. Qualitätsmanagement: Ein besonders günstiges Profil erfüllt die geforderte technische Spezifikation nicht. Begründe Deine Beschaffungsentscheidung unter Berücksichtigung möglicher Folgekosten.
  5. Unternehmerische Entscheidung: Entwickle eine kleine Szenariorechnung mit steigenden Materialpreisen und veränderten Auftragsmengen. Leite geeignete Maßnahmen ab.

Bewertungsmaßstab: Fachlich korrektes Vorgehen, nachvollziehbare Annahmen, richtige Einheiten, vollständige Rechenwege, realistische Bewertung und begründete Entscheidung.




Lernnachweis

Für einen erfolgreichen Lernnachweis solltest Du Folgendes vorlegen:

  1. Eine technisch nachvollziehbare Stückliste.
  2. Eine korrekte Materialbedarfsrechnung mit einheitlichen Maßeinheiten.
  3. Einen überprüfbaren Zuschnittplan einschließlich Schnittfugen und Restmaterial.
  4. Eine Bestellmengenberechnung mit den tatsächlichen Verpackungseinheiten.
  5. Einen Angebotsvergleich auf Grundlage der vollständigen Bezugspreise.
  6. Eine nachvollziehbare Netto-Materialkalkulation für den Auftrag.
  7. Eine Unterscheidung zwischen Einkaufsbudget, Lagerrest und Materialverbrauch.
  8. Eine begründete wirtschaftliche Entscheidung und eine kurze Reflexion über mögliche Fehlerquellen.

Erfolgsnachweis: Du kannst Deine Ergebnisse einer anderen Person so erklären, dass diese jeden Rechenschritt und die dahinterstehenden Annahmen überprüfen kann.




OERs zum Thema


Fachliche Grundlagen

Wikipedia – Stückliste

Wikipedia – Verschnittplanung

Weitere fachliche Quellen:

  1. Wikipedia – Bedarfsermittlung: Grundlagen der Materialbedarfsplanung.
  2. Prozubi – Bezugskalkulation: Erläuterung des Bezugspreises und des Angebotsvergleichs.
  3. Umsatzsteuergesetz § 12: Gesetzliche Steuersätze.
  4. Umsatzsteuergesetz § 14: Rechnungsstellung und Rechnungsangaben.
  5. Bundesfinanzministerium – E-Rechnung: Amtliche Hinweise zum Rechtsstand 2026.


Frei lizenzierte ergänzende Lernvideos

Materialbedarf berechnen

Materialbedarf berechnen – Teil 1

Quelle: mebis Tube / Patrick Oberdörfer, über HubbS. Lizenz: CC BY-SA 4.0.

Bezugskosten im Einkauf

Bezugskosten im Einkauf

Quelle: mebis Tube / Christian Berger, über HubbS. Lizenz: CC BY-SA 4.0.

Diese frei lizenzierten Bildungsmedien können gemäß ihren Lizenzbedingungen für geeignete Unterrichtsprojekte genutzt werden.


Mediennachweise und Nutzungsrechte

Die folgenden Medien sind auf Wikimedia Commons nachgewiesen. Ihre Lizenzangaben wurden anhand der Dateibeschreibungsseiten geprüft.

Datei Urheberangabe Lizenz
Aluminiumprofile item.jpg LBorgs CC BY-SA 4.0
Plywood.jpg Rotor DB CC BY-SA 3.0
Screws.jpg Brianiac Gemeinfrei
TapeMeasure.png Moriori Gemeinfrei
Vernier caliper legends de.svg Joaquim Alves Gaspar, Antilived und Sebastian Wallroth CC BY-SA 3.0 und weitere auf der Dateiseite aufgeführte Lizenzoptionen
The circular saw.jpg Gvsqz CC BY-SA 3.0
Cardbord box 001.jpg Renmontom CC BY-SA 4.0

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Die beiden eingebetteten YouTube-Videos stammen von „Wirtschaft gaaanz einfach!“ und „Rechnungswesen1“. Sie werden lediglich über ihre überprüften YouTube-Adressen eingebunden. Eine freie Nachnutzung oder Bearbeitung der Videos wird damit nicht behauptet. Die Verfügbarkeit der Einbettung hängt von den Einstellungen der jeweiligen Rechteinhaber ab.

Medienpädagogischer Hinweis: Die Abbildungen sind Beispiele realer Materialien und Werkzeuge. Sie stellen keine Produkte oder konkreten Angebote der fiktiven Lieferanten dar.


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