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Analoge Elektronik und Leistungselektronik – Filterwirkungen im Signalpfad untersuchen

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Analoge Elektronik und Leistungselektronik – Filterwirkungen im Signalpfad untersuchen

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Einleitung

Analoge Elektronik und Leistungselektronik – Filterwirkungen im Signalpfad untersuchen

Zielgruppe: Berufliche Ausbildung in Elektronik, Elektrotechnik und Automatisierungstechnik.

Kurzbeschreibung: Du untersuchst Tiefpass, Hochpass und Frequenzbezug anhand von Stromlaufbildern, Signaldiagrammen und sicheren Schaltungssimulationen.

Lernzeit: Fünf kurze Lerneinheiten, etwa 30 Minuten, anschließend Übungs- und Projektaufgaben.

Du lernst:

  1. Tiefpass und Hochpass anhand ihrer Schaltung und Wirkung unterscheiden.
  2. Frequenzgang und Grenzfrequenz verstehen und auswerten.
  3. RC-Filter in einer Simulation untersuchen.
  4. Eine geeignete Filterwirkung für einen betrieblichen Signalpfad begründet auswählen.
  5. Simulationsergebnisse und ihre Grenzen sicher einordnen.

Sicherheitsregel: Arbeite in diesem Kurs ausschließlich mit virtuellen Schaltungssimulationen. Alternativ dürfen nur dafür geeignete, berührungssichere und ausdrücklich freigegebene Schulungsmodelle im vorgesehenen Ausbildungsrahmen eingesetzt werden. Reale Elektroarbeiten dürfen nur entsprechend qualifizierte und beauftragte Personen unter Einhaltung der erforderlichen Schutzmaßnahmen durchführen. Keine Eingriffe in Umrichter, Schaltschränke oder Netzspannungsanlagen. Quizresultate und Simulationsergebnisse erteilen niemals eine Arbeitsfreigabe.


Lerneinheit 1: Der Ausbildungsfall

Dauer: 5 Minuten

Situation: Eine fiktive Förderanlage mit Frequenzumrichter besitzt einen analogen Temperatursensor.

Das simulierte Sensorsignal enthält zwei Anteile:

  1. Nutzsignal: langsam veränderlicher Messwert, modellhaft mit 1 Hz.
  2. Störsignal: überlagerter hochfrequenter Anteil mit 1.000 Hz.

Auftrag: Die Temperaturinformation soll am Auswerteeingang erhalten bleiben. Der hochfrequente Störanteil soll kleiner werden.

Signalpfad: Sensor → Filter → Auswerteeingang.

Wichtig: Wir betrachten ausschließlich den analogen Kleinsignalpfad. Der Leistungspfad des Umrichters gehört nicht zur Übung. Die beiden Frequenzen sind didaktisch gewählte Modellwerte und keine allgemeingültigen Kenndaten eines Frequenzumrichters.

Bildvergleich: Welcher Filter könnte helfen?

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes:

Bild 1: Blockbild eines RC-Tiefpasses.

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes:

Bild 2: Blockbild eines RC-Hochpasses.

Denkfrage: Sollen die schnellen oder die langsamen Signaländerungen abgeschwächt werden?


Lerneinheit 2: Der Tiefpass

Dauer: 5 Minuten

Datei:Low pass filter.svg

Stromlaufbild: Einfacher passiver RC-Tiefpass.

Achte auf den Ausgang: Die Ausgangsspannung wird am Kondensator abgegriffen.

Merksatz: Ein Tiefpass lässt niedrige Frequenzen weitgehend passieren und dämpft höhere Frequenzen zunehmend.

Warum? Bei höherer Frequenz sinkt der Betrag des kapazitiven Blindwiderstands. Dadurch wird die Ausgangsspannung am Kondensator kleiner.

Typische Anwendungen: Glättung von Sensorsignalen, Verringerung hochfrequenter Störanteile und Signalaufbereitung vor einer Auswertung.

Lernvideo: RC-Tiefpass und Grenzfrequenz – BrainGain

Sichere Simulation: RC-Tiefpass im Falstad Circuit Simulator öffnen

Mini-Auftrag: Beobachte den Frequenzgang. Was geschieht mit dem Ausgang, wenn Du eine deutlich höhere Eingangsfrequenz auswählst?


Lerneinheit 3: Der Hochpass

Dauer: 5 Minuten

Datei:High pass filter.svg

Stromlaufbild: Einfacher passiver RC-Hochpass.

Achte auf den Ausgang: Die Ausgangsspannung wird am Widerstand abgegriffen.

Merksatz: Ein Hochpass dämpft niedrige Frequenzen und lässt höhere Frequenzen weitgehend passieren.

Warum? Bei niedriger Frequenz ist der Betrag des kapazitiven Blindwiderstands hoch. Am Widerstand fällt dadurch nur eine kleine Spannung ab.

Typische Anwendungen: Unterdrückung eines Gleichspannungsanteils, Wechselspannungskopplung und Hervorhebung rascher Signaländerungen.

Lernvideo: RC-Hochpass und Grenzfrequenz – BrainGain

Sichere Simulationen:

  1. RC-Hochpass mit Signalverlauf
  2. RC-Hochpass mit Frequenzgang

Mini-Auftrag: Vergleiche niedrige und hohe Eingangsfrequenzen. Warum wäre dieser Filter für unser langsam veränderliches Temperatursignal ungeeignet?


Lerneinheit 4: Frequenzgang und Signaldiagramme

Dauer: 5 Minuten

Signaldiagramm A: RC-Tiefpass

Signaldiagramm B: RC-Hochpass

Datei:RC High-pass filter.svg

Bildanalyse: Betrachte jeweils Schaltung, Amplitudengang, zeitlichen Signalverlauf und Phasenlage.

Ein Bode-Diagramm zeigt, wie die Übertragung von der Frequenz abhängt.

Die Grenzfrequenz:

fg=12πRC

R: Widerstand in Ohm.

C: Kapazität in Farad.

f_g: Grenzfrequenz in Hertz.

An der Grenzfrequenz beträgt der Amplitudenfaktor eines unbelasteten passiven RC-Filters erster Ordnung etwa 0,707. Das entspricht einer Dämpfung um etwa 3 dB gegenüber dem jeweiligen Durchlassbereich.

Beispiel:

  1. Widerstand R = 10 kΩ.
  2. Kondensator C = 1 µF.
  3. Zeitkonstante RC = 10 ms.
  4. Grenzfrequenz f_g ≈ 15,9 Hz.

Vergleich der Amplitudenfaktoren:

Eingangsfrequenz Tiefpass Hochpass
1 Hz ca. 0,998 ca. 0,063
15,9 Hz ca. 0,707 ca. 0,707
1.000 Hz ca. 0,016 ca. 1,000

Deutung: Der Tiefpass erhält den langsamen Signalanteil fast vollständig. Der hochfrequente Anteil wird auf etwa 1,6 Prozent seiner ursprünglichen Amplitude reduziert. Der Hochpass zeigt nahezu das umgekehrte Verhalten.

Die Werte gelten für sinusförmige Einzelanteile, ideale Quelle und praktisch unbelasteten Ausgang. Reale Quellen, Lasten und Bauteiltoleranzen können den Frequenzgang verändern.

Wichtig: Die Grenzfrequenz ist keine scharfe Trennkante. Auch die Phasenlage und zeitliche Signalform ändern sich.

Vertiefungsvideo: RC-Tiefpass und Hochpass – Gerald Oberschmidt, DHBW


Lerneinheit 5: Sicher simulieren und vergleichen

Dauer: 10 Minuten

Arbeitsmittel: Browser, Falstad Circuit Simulator und eine Dokumentationstabelle. Kein realer Stromkreis erforderlich.

Simulation Tiefpass: Tiefpass starten

Simulation Hochpass: Hochpass starten

Arbeitsablauf:

  1. Öffne den jeweiligen virtuellen RC-Filter.
  2. Untersuche den Frequenzgang und den angezeigten zeitlichen Signalverlauf.
  3. Vergleiche die Übertragung bei Frequenzen weit unterhalb, nahe und weit oberhalb der Grenzfrequenz.
  4. Verwende für den Modellvergleich R = 10 kΩ und C = 1 µF, sofern Du die Werte im Simulator entsprechend einstellen kannst. Andernfalls dokumentiere die tatsächlich dargestellten Werte.
  5. Halte fest, welcher Filter den langsamen Nutzanteil erhält und welcher ihn abschwächt.

Digitale Messdokumentation:

Frequenzbereich Tiefpass: Ausgang Hochpass: Ausgang
Weit unter der Grenzfrequenz Beobachtung eintragen Beobachtung eintragen
An der Grenzfrequenz Beobachtung eintragen Beobachtung eintragen
Weit über der Grenzfrequenz Beobachtung eintragen Beobachtung eintragen

Simulation bedeutet nicht automatisch Realität: Prüfe die eingestellten Bauteilwerte, die Ausgangsbelastung und die Darstellung im Simulator. Übertrage virtuelle Ergebnisse niemals ungeprüft auf eine reale Anlage.


Gestufte Hilfen und begründetes Feedback

Hilfe 1 – Orientierung: Frage Dich, ob Dein Nutzsignal langsam oder schnell ist. Bestimme, welchen Anteil Du erhalten möchtest.

Hilfe 2 – Schaltung: Beim Tiefpass liegt der Ausgang am Kondensator, beim Hochpass am Widerstand. Der kapazitive Blindwiderstand sinkt mit steigender Frequenz.

Hilfe 3 – Rechnung: Nutze f_g = 1 / (2 · π · R · C). Vergleiche 1 Hz und 1.000 Hz mit der Grenzfrequenz von etwa 15,9 Hz.

Feedback bei richtiger Filterwahl: Der Tiefpass passt zum Ausbildungsfall, weil sein Durchlassbereich den langsamen Nutzanteil enthält und sein Sperrbereich den hochfrequenten Störanteil dämpft.

Feedback bei Wahl des Hochpasses: Prüfe, welcher Frequenzanteil für die Temperaturinformation wichtig ist. Der Hochpass schwächt gerade die langsamen und konstanten Anteile ab; deshalb erfüllt er das Ausbildungsziel nicht.

Feedback zur Grenzfrequenz: Eine Verdopplung von R bei gleichem C halbiert die Grenzfrequenz. Das kann die Störunterdrückung verbessern, aber auch gewünschte schnelle Signaländerungen stärker verformen.

Feedback zur Simulation: Eine plausible Kurve genügt nicht als technischer Nachweis für eine reale Anlage. Modellannahmen, Last, Toleranzen und sichere Arbeitsbedingungen müssen gesondert beurteilt werden.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welcher Filter dämpft hohe Frequenzen stärker als niedrige? (Tiefpass) (!Hochpass) (!Gleichrichter) (!Verstärker)



Feedback: Beim Tiefpass nimmt die Übertragung mit steigender Frequenz ab.

An welchem Bauteil liegt der Ausgang eines einfachen RC-Tiefpasses? (Kondensator) (!Widerstand) (!Diode) (!Transistor)



Feedback: Die Spannung am Kondensator ist bei hohen Frequenzen kleiner.

Wo wird die Ausgangsspannung eines einfachen RC-Hochpasses abgegriffen? (Widerstand) (!Kondensator) (!Transformator) (!Spule)



Feedback: Die Spannung am Widerstand wird bei höheren Frequenzen größer.

Welche Kenngröße beschreibt bei einem RC-Filter den Übergangsbereich? (Grenzfrequenz) (!Nennleistung) (!Kurzschlussstrom) (!Versorgungsspannung)



Feedback: Die Grenzfrequenz kennzeichnet den Punkt mit etwa drei Dezibel Dämpfung.

Welcher Amplitudenfaktor gilt ungefähr an der Grenzfrequenz eines passiven RC-Filters erster Ordnung? (0,707) (!0) (!1,5) (!2)



Feedback: Der Faktor entspricht dem Kehrwert der Quadratwurzel aus zwei.

Was geschieht mit der Grenzfrequenz bei Verdopplung des Widerstands und unveränderter Kapazität? (Sie halbiert sich) (!Sie verdoppelt sich) (!Sie bleibt unverändert) (!Sie vervierfacht sich)



Feedback: Die Grenzfrequenz ist umgekehrt proportional zum Widerstand.

Wie reagiert ein RC-Hochpass auf sehr niedrige Frequenzen? (Er dämpft sie stark) (!Er verstärkt sie immer) (!Er lässt sie vollständig passieren) (!Er verdoppelt ihre Frequenz)



Feedback: Bei niedrigen Frequenzen ist der kapazitive Blindwiderstand groß.

Welcher Filter passt zu einem langsamen Nutzsignal mit hochfrequenter Störung? (Tiefpass) (!Hochpass) (!Gleichrichter) (!Oszillator)



Feedback: Das Nutzsignal soll erhalten bleiben und die schnelle Störung kleiner werden.

Warum kann ein realer RC-Filter vom idealisierten Modell abweichen? (Quelle und Last beeinflussen den Frequenzgang) (!Jeder Kondensator ist ideal) (!Alle Widerstände haben exakt ihren Nennwert) (!Die Ausgangslast ist grundsätzlich unwichtig)



Feedback: Quellenwiderstand, Last und Bauteiltoleranzen verändern die Übertragung.

Was folgt aus einem erfolgreich bestandenen Filterquiz? (Keine Freigabe für reale Elektroarbeiten) (!Eine Berechtigung zur Arbeit an Umrichtern) (!Eine automatische betriebliche Beauftragung) (!Ein Ersatz für die Sicherheitsunterweisung)



Feedback: Fachqualifikation, betriebliche Beauftragung und Schutzmaßnahmen sind unabhängig vom Quiz erforderlich.


Memory

Finde sechs passende Begriffspaare.

Tiefpass Hohe Frequenzen werden gedämpft
Hochpass Niedrige Frequenzen werden gedämpft
Grenzfrequenz Amplitudenfaktor von etwa 0,707
Zeitkonstante Produkt aus Widerstand und Kapazität
Bode-Diagramm Grafische Darstellung des Frequenzgangs
Schaltungssimulation Virtuelle Untersuchung des Schaltungsverhaltens





Drag and Drop

Ordne die Signalpfad-Begriffe ihrer Funktion zu.

Ordne die richtigen Begriffe zu. Funktion
Eingangssignal Signal vor dem Filter
Kondensatorausgang Typischer Ausgang eines RC-Tiefpasses
Widerstandsausgang Typischer Ausgang eines RC-Hochpasses
Durchlassbereich Frequenzbereich mit geringer Dämpfung
Sperrbereich Frequenzbereich mit starker Dämpfung





Kreuzworträtsel

Tiefpass Welcher Filter dämpft hohe Frequenzen?
Hochpass Welcher Filter dämpft niedrige Frequenzen?
Kondensator Welches Bauteil besitzt einen frequenzabhängigen kapazitiven Blindwiderstand?
Widerstand An welchem Bauteil liegt der Ausgang des einfachen RC-Hochpasses?
Frequenzgang Wie heißt die Darstellung der Übertragung in Abhängigkeit von der Frequenz?
Simulation Wie nennt man die virtuelle Nachbildung einer Schaltung?





LearningApps

Weitere Übungen suchen: Die Suchergebnisse können unterschiedliche Schwierigkeitsgrade haben und sind keine Sicherheitsfreigabe.


Lückentext

Vervollständige den Text.
Ein

dämpft hohe Frequenzen zunehmend.
Ein

dämpft niedrige Frequenzen.
Ein einfacher RC-Filter besteht aus Widerstand und

.
Beim RC-Tiefpass wird die Ausgangsspannung am

abgegriffen.
Beim RC-Hochpass liegt die Ausgangsspannung am

.
Die

kennzeichnet den Übergang zwischen Durchlassbereich und zunehmender Dämpfung.
An der Grenzfrequenz beträgt der Amplitudenfaktor ungefähr

.
Das Produkt aus Widerstand und Kapazität heißt

.
Eine Verdopplung des Widerstands führt bei unveränderter Kapazität zur

der Grenzfrequenz.
Zur virtuellen Untersuchung einer Schaltung nutzt Du eine

.
Ein bestandener Wissenstest ersetzt keine betriebliche

.




Offene Aufgaben

Bearbeite die Aufgaben gestuft. Nutze für alle praktischen Untersuchungen ausschließlich Simulationen oder die ausdrücklich zugelassenen berührungssicheren Schulungsmodelle unter den festgelegten Bedingungen.


Leicht – Basisaufgaben

  1. Tiefpass: Zeichne ein einfaches RC-Tiefpass-Stromlaufbild und markiere Eingang, Ausgang, R und C. Feedback: Der Ausgang muss am Kondensator liegen, damit die gezeichnete Schaltung den beschriebenen Tiefpass bildet.
  2. Hochpass: Zeichne den RC-Hochpass und erkläre den Unterschied zum Tiefpass. Feedback: Entscheidend ist der Ausgang am Widerstand und die Dämpfung niedriger Frequenzen.
  3. Frequenz: Ordne 1 Hz, 15,9 Hz und 1.000 Hz in ein Frequenzdiagramm ein. Feedback: Die richtige Reihenfolge macht den Abstand zur Grenzfrequenz sichtbar.
  4. Frequenzgang: Erkläre mit eigenen Worten die beiden Signaldiagramme der vierten Lerneinheit. Feedback: Eine gute Erklärung beschreibt den Durchlassbereich und die zunehmende Dämpfung.


Standard – Anwendungsaufgaben

  1. Schaltungssimulation: Untersuche den virtuellen Tiefpass bei niedriger, mittlerer und hoher Frequenz. Erstelle eine Ergebnistabelle. Feedback: Bei gleichem RC-Glied sinkt der Amplitudenfaktor des Tiefpasses mit steigender Frequenz.
  2. Hochpass: Führe denselben virtuellen Vergleich für den Hochpass durch und dokumentiere die Unterschiede. Feedback: Der Amplitudenfaktor steigt mit zunehmender Frequenz bis nahe eins.
  3. Grenzfrequenz: Berechne die Grenzfrequenz für 10 kΩ und 1 µF und vergleiche mit einer passenden Simulation. Feedback: Etwa 15,9 Hz ist korrekt, weil das RC-Produkt 0,01 Sekunden beträgt.
  4. Signalverarbeitung: Erstelle ein kurzes Erklärvideo oder eine kommentierte Präsentation zum simulierten Temperatursignal. Feedback: Eine fachlich richtige Darstellung zeigt, warum der Tiefpass das langsame Nutzsignal besser erhält als der Hochpass.


Schwer – Transferaufgaben

  1. Filterentwurf: Verändere in einer Simulation einen RC-Wert so, dass sich die Grenzfrequenz halbiert. Begründe Deine Wahl. Feedback: Eine Verdopplung von R oder C halbiert die Grenzfrequenz; die stärkere Glättung hat Auswirkungen auf schnelle Signaländerungen.
  2. Fehleranalyse: Untersuche, weshalb eine zusätzliche Ausgangslast das Filterverhalten beeinflussen kann. Erstelle einen Modellvergleich. Feedback: Die Last verändert die Spannungsverhältnisse und damit den tatsächlichen Frequenzgang.
  3. Leistungselektronik: Entwickle für den fiktiven Umrichterfall eine ausschließlich simulierte Signalaufbereitung und bewerte Vor- und Nachteile. Feedback: Entscheidend ist nicht die maximale Dämpfung allein, sondern der Erhalt der benötigten Sensorinformation.
  4. Arbeitsschutz: Erstelle eine digitale Lernkarte oder einen Interviewleitfaden für eine Elektrofachkraft zu Simulation, Qualifikation und betrieblicher Freigabe. Feedback: Lernleistungen dürfen nicht mit Berechtigungen für reale Elektroarbeiten verwechselt werden.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

Analysiere und begründe. Reine Faktenwiedergabe genügt nicht.

  1. Signalpfad: Ein Sensorwert verändert sich langsam, aber die Auswertung zeigt hochfrequente Schwankungen. Wähle eine Filterart und erläutere mögliche Nachteile Deiner Entscheidung.
  2. Grenzfrequenz: Ein Tiefpass glättet stark, reagiert aber zu langsam. Erkläre, welche Änderung der RC-Werte Du zunächst virtuell untersuchen würdest und warum.
  3. Frequenzgang: Zwei simulierte Filter haben dieselbe Grenzfrequenz, aber unterschiedliche Übertragungsrichtungen. Vergleiche ihre Wirkung auf die Sensorinformation.
  4. Simulation: Ein Messwert aus der Simulation stimmt nicht mit dem berechneten Wert überein. Entwickle einen systematischen Prüfplan für Modellannahmen, Frequenz, Bauteilwerte und Ausgangslast.
  5. Leistungselektronik: Begründe, weshalb die Signalfilterung bei einem Umrichter nicht mit der Filterung oder Veränderung seines Leistungspfads verwechselt werden darf.
  6. Arbeitsschutz: Erkläre anhand eines betrieblichen Beispiels, weshalb selbst ein vollständig korrekt absolvierter Lernkurs keine eigenständige Arbeitsfreigabe begründet.

Bewertung: Beurteile die Aufgaben nach nachvollziehbarer Begründung, korrektem Schaltungsverständnis, sinnvoller Simulation, reflektierter Übertragung und Einhaltung der Sicherheitsgrenzen.


Lernnachweis

Für den Lernnachweis sollst Du folgende Kompetenzen dokumentieren:

  1. Schaltungsverständnis: Tiefpass und Hochpass in Stromlaufbildern korrekt erkennen.
  2. Frequenzbezug: Grenzfrequenz berechnen und ihren Einfluss erklären.
  3. Signalauswertung: Frequenzgänge und zeitliche Signaldiagramme fachlich deuten.
  4. Simulation: Virtuelle Versuchsschritte, Einstellungen und Ergebnisse nachvollziehbar festhalten.
  5. Anwendung: Die Filterwahl im Temperatursensorfall begründen.
  6. Transfer: Veränderungen durch RC-Werte, Last und Modellgrenzen beurteilen.
  7. Sicherheitsbewusstsein: Simulation, Schulungsmodell und reale Elektroarbeit zuverlässig unterscheiden.

Mögliche Nachweise: Beschriftetes Stromlaufbild, Simulationstabelle, Frequenzdiagramm, kurze schriftliche Begründung und reflektierte Fehleranalyse.

Verbindlicher Hinweis: Dieser Lernnachweis bestätigt allenfalls Lernfortschritt. Er stellt keine Elektrofachkraftqualifikation, betriebliche Beauftragung, Prüfberechtigung oder Freigabe zur Arbeit an elektrischen Anlagen dar.


OERs zum Thema

Wikipedia: Tiefpass

Wikipedia: Hochpass

Weitere Fachinformationen:

  1. Wikipedia: Filter in der Elektrotechnik
  2. Wikipedia: Grenzfrequenz
  3. Wikipedia: RC-Glied
  4. Falstad: Dokumentation der Schaltungssimulationen
  5. Analog Devices: RC-Tiefpass und PWM-Mittelwertbildung
  6. DGUV Vorschrift 3: Elektrische Anlagen und Betriebsmittel


Mediennachweise und Nutzungsrechte

Die folgenden Abbildungen stammen aus Wikimedia Commons. Ihre Dateiseiten dokumentieren Urheberschaft und Lizenz.

  1. Rc tiefpass block.svg und Rc hochpass block.svg: Tobias Sommavilla, CC BY-SA 4.0.
  2. Low pass filter.svg und High pass filter.svg: Vadmium, Public Domain.
  3. RC lowpass filter.svg: TU Maije, CC0 1.0.
  4. Low-pass filter diagram.svg: Fred the Oyster, CC BY-SA 4.0.
  5. RC High-pass filter.svg: Peo, CC BY-SA 3.0.

Lizenzhinweis: Bei der Weiterverwendung gelten die jeweils verlinkten Lizenzbedingungen, insbesondere Namensnennung und gegebenenfalls Weitergabe unter gleichen Bedingungen. Die Darstellungen werden hier unverändert eingebunden.

YouTube-Nachweise:

  1. Gerald Oberschmidt: „RC Tiefpass und Hochpass“, Vorlesungskontext DHBW, veröffentlicht 2018.
  2. BrainGain: „RC Tiefpass Grenzfrequenz“, veröffentlicht 2024.
  3. BrainGain: „RC Hochpass Grenzfrequenz“, veröffentlicht 2024.

Die YouTube-Videos werden lediglich über vorhandene Videoseiten eingebettet und nicht als offen lizenzierte Videodateien ausgegeben. Die Rechte der Videoinhalte verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern. Die Falstad-Simulationen werden als externe, virtuelle Lernwerkzeuge verlinkt.


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