Systemintegration und digitale Inbetriebnahme – Schnittstellenlisten für Anlagen erstellen
Systemintegration und digitale Inbetriebnahme – Schnittstellenlisten für Anlagen erstellen
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Systemintegration und digitale Inbetriebnahme – Schnittstellenlisten für Anlagen erstellen
Einleitung
Dein Ausbildungsauftrag: Du erstellst eine Schnittstellenliste für eine virtuelle Förderanlage. Dabei dokumentierst Du Signaltyp, Richtung, Einheit und Zuständigkeit. Anschließend prüfst Du die Signale, simulierst Maschinenabläufe und diagnostizierst Fehler.
Zielgruppe: Ausbildung in Mechatronik, Elektronik für Automatisierungstechnik und industriellen Elektroberufen.
Lernzeit: Ca. 90–120 Minuten, aufgeteilt in kurze Lerneinheiten und Projektaufgaben.
Deine Lernziele:
- Signal: Digitale, analoge und kommunikative Signale unterscheiden.
- Ein- und Ausgabe: Signalrichtungen aus Sicht der SPS bestimmen.
- Maßeinheit: Rohsignale und physikalische Einheiten zuordnen.
- Schnittstellenmanagement: Verantwortlichkeiten eindeutig dokumentieren.
- Inbetriebnahme: Virtuelle Signaltests durchführen und Fehler begründet diagnostizieren.
Sicherheitsregel: Dieser Kurs verwendet ausschließlich simulierte Prozesssignale. Es gibt keine automatische Ansteuerung realer Maschinen. Schutzfunktionen dürfen nicht manipuliert, ersetzt oder überbrückt werden. Arbeiten an realen Anlagen sind nur unter geeigneter Fachaufsicht, nach Gefährdungsbeurteilung und mit betrieblicher Freigabe zulässig.

Bildimpuls: Welche Signale braucht eine Förderanlage, um ein Werkstück zu erkennen, zu transportieren und auszuschleusen?
Ausbildungsfall: Virtuelle Förderanlage A150
Du arbeitest im fiktiven Ausbildungsprojekt A150 – Werkstücktransport und Sortierung.
Die Anlage besitzt ein Förderband, zwei Werkstücksensoren, einen pneumatischen Schieber, eine Druckmessung, eine virtuelle SPS und eine Bedienoberfläche.
Prozesskette:
Bedienoberfläche → SPS → Fördermotor → Werkstückerkennung → Ausschleusposition → Schieber
Die Sensoren melden Zustände an die SPS zurück. Ein Druckmessumformer liefert den simulierten Betriebsdruck.
| Anlagenkomponente | Aufgabe | Kennzeichnung |
|---|---|---|
| Virtuelle Bedienoberfläche | Startanforderung senden und Status anzeigen | HMI |
| Lichtschranke am Bandeinlauf | Werkstück erkennen | B_Ein |
| Lichtschranke am Bandende | Ausschleusposition erkennen | B_End |
| Druckmessumformer | Simulierten Druck erfassen | P_Druck |
| Fördermotor | Werkstück transportieren | M_Band |
| Pneumatischer Schieber | Werkstück seitlich ausschleusen | V_Schieber |
| Virtuelle SPS | Prozessablauf steuern und überwachen | SPS_A150 |
Wichtig: A150 und ihre Signaladressen sind didaktische Beispieldaten, keine Dokumentation einer realen Maschine.
Maschinenablauf als virtuelle Zustandsfolge
| Zustand | Virtuelle Aktion | Übergangsbedingung |
|---|---|---|
| Bereit | Motor und Schieber aus | Startanforderung und ausreichender Druck |
| Fördern | Fördermotor ein | Werkstück erreicht B_End |
| Ausschleusen | Motor aus, Schieber kurz ein | Simulierte Ausschleuszeit abgelaufen |
| Störung | Motor und Schieber aus | Druck fehlt oder Transportzeit überschritten |
Für diese Übung gelten folgende Simulationsannahmen:
- Der Druck muss mindestens 5 bar betragen.
- Der Schieber erhält in der Simulation einen Impuls von einer Sekunde.
- Erreicht ein erkanntes Werkstück B_End nicht innerhalb von drei Sekunden, wird eine Störung ausgelöst.
- Eine Störung hält die simulierten Prozessausgänge auf AUS. Weitere Schritte benötigen eine bewusste neue Startanforderung nach Fehlerklärung.
Diese Werte sind ausschließlich Übungsparameter. Sie ersetzen weder die Auslegung noch die Prüfung einer realen Anlage.
Lerneinheit 1: Signale erkennen
Zeit: 10 Minuten
Digitale und analoge Signale
Ein digitales Signal beschreibt in unserem Fall zwei Zustände: 0 und 1. Ein analoges Signal kann einen Messwert innerhalb eines kontinuierlichen Bereichs darstellen.

Eine Speicherprogrammierbare Steuerung verarbeitet Eingangssignale und erzeugt Ausgangsbefehle.
Video: RealPars – What is a PLC? Kurze Einführung in die SPS, englisch.

Beispiel einer Werkstückerkennung mit einem Näherungssensor.

Erkenne steigende und fallende Signalflanken. Eine steigende Flanke kann in der Simulation das Eintreffen eines Werkstücks markieren.
Die vier wichtigen Signalarten
| Kürzel | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| DI | Digital Input | B_Ein meldet ein Werkstück |
| DO | Digital Output | M_Band erhält einen Einschaltbefehl |
| AI | Analog Input | P_Druck liefert einen Messstrom |
| AO | Analog Output | Analoger Sollwert für einen geeigneten Stellantrieb |
Merke: DI, DO, AI und AO beziehen sich auf die Ein- und Ausgänge der betrachteten Steuerung. Ein Kommunikationssignal zwischen HMI und SPS wird zusätzlich mit seinem Kommunikationsweg beschrieben.
Lerneinheit 2: Richtung und Einheit verstehen
Zeit: 10 Minuten
Richtung: Von wem zu wem?
Bezugsobjekt ist die SPS.
| Signalquelle | Richtung | Signalempfänger |
|---|---|---|
| Sensor | → | SPS-Eingang |
| Druckmessumformer | → | SPS-Analogeingang |
| SPS-Ausgang | → | Motoransteuerung |
| SPS-Ausgang | → | Ventilansteuerung |
| HMI | → | SPS-Kommunikationsvariable |
| SPS | → | HMI-Statusanzeige |
Ein SPS-Ausgangsbefehl ist kein Nachweis dafür, dass der angeschlossene Aktor tatsächlich die gewünschte Bewegung ausgeführt hat. Dafür kann eine zusätzliche Rückmeldung erforderlich sein.
Analoge Signale und Skalierung

Beispiel für eine industrielle Stromschleife. Die Darstellung ist eine allgemeine Schaltung, keine Verdrahtungsanweisung für A150.
Video: RealPars – Analog Inputs and Outputs in PLC Systems, englisch.
Im Ausbildungsfall ist P_Druck als 4–20-mA-Eingang mit einem Messbereich von 0–10 bar festgelegt.
| Rohsignal | Skalierter Druck | Interpretation im Übungsfall |
|---|---|---|
| 4 mA | 0 bar | Unterer Messbereichswert |
| 8 mA | 2,5 bar | Druck für den Übungsablauf zu gering |
| 12 mA | 5 bar | Übungsfreigabegrenze erreicht |
| 16 mA | 7,5 bar | Ausreichender Druck |
| 20 mA | 10 bar | Oberer Messbereichswert |
| 0 mA | Kein gültiger Messwert | Möglicher Leitungs- oder Signalfehler |
Die Umrechnung für einen gültigen Messwert im definierten Bereich lautet:
Druck in bar = (Strom in mA − 4) × 10 / 16
Die Einheit des übertragenen Rohsignals ist mA. Die physikalische Einheit des skalierten Druckwerts ist bar.
Ein Strom von 0 mA darf nicht einfach als 0 bar interpretiert werden. Die genaue Diagnose von Unter- und Überbereich richtet sich bei realen Komponenten nach Datenblatt und Konfiguration.
Lerneinheit 3: Die Schnittstellenliste erstellen
Zeit: 15 Minuten
Eine Schnittstellenliste ist die verbindliche Arbeitsgrundlage für die Abstimmung zwischen Fachbereichen.
Eine vollständige Signaldefinition benötigt: Kennung, Bedeutung, Datentyp, Richtung, Übertragungsart, Einheit, Zuordnung, zuständige Stelle und Prüfergebnis.
Muster-Schnittstellenliste A150
| Signal | Typ | Richtung | Übertragung | Einheit | Zuständigkeit | Beispieladresse |
|---|---|---|---|---|---|---|
| HMI_StartReq | BOOL | HMI → SPS | Kommunikation | keine | Visualisierung | symbolisch |
| B_Ein | DI | Sensor → SPS | digital | keine | Elektroinstallation | %I0.0 |
| B_End | DI | Sensor → SPS | digital | keine | Elektroinstallation | %I0.1 |
| P_Druck | AI | Messumformer → SPS | 4–20 mA | mA roh, bar skaliert | Messtechnik | %IW64 |
| M_Band | DO | SPS → Motoransteuerung | digital | keine | Antriebstechnik | %Q0.0 |
| V_Schieber | DO | SPS → Ventilansteuerung | digital | keine | Pneumatik | %Q0.1 |
| Status_Code | INT | SPS → HMI | Kommunikation | Statuscode | Automatisierungstechnik | symbolisch |
Konvention für diese Übung: Die Spalte Zuständigkeit bezeichnet den federführenden Fachbereich für die Signaldefinition und die fachliche Klärung. Die tatsächliche Montage-, Prüf- und Freigabeverantwortung ist im betrieblichen Projekt zusätzlich festzulegen.
Prüfregeln:
- Jede Signalkennung kommt nur einmal vor.
- Die Richtung wird eindeutig aus Sicht der SPS beziehungsweise anhand benannter Kommunikationspartner angegeben.
- Analoge Rohsignale und physikalische Einheiten werden getrennt dokumentiert.
- Adressen sind eindeutig, projektspezifisch und mit der Hardwarekonfiguration abzugleichen.
- Für jede Schnittstelle ist ein zuständiger Fachbereich festgelegt.
- Sollverhalten, Teststatus und Abnahme werden nachvollziehbar protokolliert.
Achtung: Die dargestellten SPS-Adressen sind hersteller- und projektabhängige Beispiele. Kommunikationsvariablen sind nicht automatisch physikalische SPS-Eingänge.
Die Schnittstellen zwischen Fachbereichen

Beispiel eines pneumatischen Zylinders. Der simulierte Ventilbefehl allein bestätigt noch keine Zylinderposition.

Allgemeine Netzwerk-Topologien. Bei digital vernetzten Anlagen müssen Teilnehmer, Kommunikationsrichtung und Zuständigkeiten ebenfalls dokumentiert werden.
Bei einer PROFINET-Verbindung werden zum Beispiel IO-Controller und IO-Devices unterschieden. Übertragen werden können Prozessdaten sowie Diagnoseinformationen. Die genaue Zuordnung ergibt sich aus der Projektierung.
Lerneinheit 4: Virtuelle Inbetriebnahme
Zeit: 15 Minuten
Arbeitsumgebung: Ein rein virtuelles Anlagenmodell, die folgende Tabelle oder eine vom Ausbildungsbetrieb bereitgestellte Offline-Simulation.
Eine optionale Lernumgebung ist Factory I/O mit S7-PLCSIM. Die verlinkte Anleitung beschreibt eine Simulationsanwendung; Software und Lizenzen können erforderlich sein.
Für diesen Kurs gilt: Nur die Offline-Simulation nutzen. Keine Verbindung zu produktiven Steuerungen, Feldgeräten oder realen Antrieben herstellen.
Video: Mario Crispino – Conveyor Box Sorting in Factory I/O. Achte auf die virtuelle Anlage und ihre Signale. Gezeigte Hardwareverbindungen sind keine Arbeitsanweisung für diesen Kurs.
Soll-Signalverlauf
Du beobachtest einen fehlerfreien virtuellen Transport. Der Druck beträgt 5 bar. B_Ein und B_End melden eine aktive Werkstückerkennung mit 1.
| Zeit | Start | B_Ein | B_End | M_Band | V_Schieber | Zustand |
|---|---|---|---|---|---|---|
| t0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | Bereit |
| t1 | 1 | 0 | 0 | 1 | 0 | Fördern |
| t2 | 0 | 1 | 0 | 1 | 0 | Fördern |
| t3 | 0 | 0 | 1 | 0 | 1 | Ausschleusen |
| t4 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | Bereit |
Alle Tabellenzeitpunkte liegen hier jeweils eine Sekunde auseinander. Für die Modellaufgabe wird angenommen, dass der Schieberimpuls von t3 bis t4 aktiv ist.
Lies den Verlauf: Das Werkstück wird am Einlauf erkannt. Es erreicht die Ausschleusposition. Der Motorbefehl wird zurückgenommen und der Schieber kurz angesteuert.
Die tatsächliche Bewegung eines realen Schiebers kann aus diesem Verlauf nicht nachgewiesen werden.
Lerneinheit 5: Interaktive Simulationswerkstatt
Zeit: 20 Minuten
Bearbeite zunächst jede Aufgabe selbst. Öffne die gestuften Hilfen erst, wenn Du sie benötigst. Vergleiche danach Deine Lösung mit dem begründeten Feedback.
Basisaufgabe: Die Richtung bestimmen
Situation: Die virtuelle Lichtschranke B_Ein erkennt ein Werkstück.
Dein Auftrag: Bestimme Signaltyp, Signalrichtung und Einheit. Begründe, warum es sich nicht um einen Ausgang handelt.
| Hilfe 1 – Signalquelle |
|---|
| Überlege, welches Bauteil die Information erzeugt. |
| Hilfe 2 – SPS-Bezug |
|---|
| Die Lichtschranke liefert eine Information an die Steuerung und benötigt in diesem Modell nur zwei Zustände. |
| Feedback und Musterlösung |
|---|
| DI, Sensor → SPS, keine physikalische Einheit. Die Lichtschranke meldet einen Zustand. Sie empfängt keinen Steuerbefehl zum Transportieren des Werkstücks. Deshalb ist die Zuordnung als digitaler SPS-Eingang richtig. |
Anwendungsaufgabe: Den Schieber steuern
Situation: B_End = 1 und der virtuelle Druck beträgt 12 mA. Der Förderprozess wurde korrekt gestartet.
Dein Auftrag: Bestimme den skalierten Druck sowie die Sollwerte von M_Band und V_Schieber beim Beginn des Ausschleusens. Prüfe anschließend denselben Fall mit 8 mA.
| Hilfe 1 – Skalierung |
|---|
| 12 mA entsprechen in diesem Beispiel 5 bar. 8 mA entsprechen 2,5 bar. |
| Hilfe 2 – Freigabebedingung |
|---|
| Das Modell darf den Schieber nur dann ansteuern, wenn das Werkstück an der Ausschleusposition erkannt wurde und mindestens 5 bar gemeldet werden. |
| Feedback und Musterlösung |
|---|
| Bei 12 mA: M_Band = 0 und V_Schieber = 1 für den festgelegten virtuellen Impuls. Bei 8 mA: M_Band = 0 und V_Schieber = 0; der Ablauf geht in Störung. Begründung: 2,5 bar unterschreiten die vereinbarte Freigabegrenze. Ein Schieberbefehl ist dann im Übungsmodell nicht zulässig. |
Transferaufgabe: Einen Fehler diagnostizieren
Fehlerfall: B_Ein wird bei t2 aktiv. B_End bleibt anschließend auf 0. Drei Sekunden nach der Erkennung ist weiterhin keine Ankunft bestätigt.
Dein Auftrag: Entscheide über den Ausgangszustand, beschreibe zwei plausible Fehlerursachen und ergänze die Schnittstellenliste um einen sinnvollen Diagnoseeintrag.
| Hilfe 1 – Ablaufzeit |
|---|
| Vergleiche die beobachtete Zeit mit der maximalen Transportzeit des virtuellen Modells. |
| Hilfe 2 – Diagnosekette |
|---|
| Prüfe gedanklich Sensorzustand, Signalzuordnung, virtuellen Transport und SPS-Logik getrennt. |
| Feedback und Musterlösung |
|---|
| Erwartung: M_Band = 0, V_Schieber = 0 und Störungszustand. Denkbare Ursachen sind ein fehlendes Sensorsignal oder ein im virtuellen Modell nicht transportiertes Werkstück. Ergänze beispielsweise den internen Diagnosezustand Transport_Timeout als BOOL mit Verantwortlichkeit Automatisierungstechnik. Eine Störung kann nur eingegrenzt werden; die Beobachtung allein beweist keine konkrete Hardwareursache. |
Diagnoseprotokoll: Was ist Ursache und was ist Wirkung?
| Beobachtung in der Simulation | Mögliche Ursache | Sinnvolle nächste Prüfung |
|---|---|---|
| B_Ein reagiert nicht | Signalzuordnung oder Sensorzustand fehlerhaft | Simulierten Sensor und Variablenabbild vergleichen |
| Motorbefehl vorhanden, Werkstück bewegt sich nicht | Virtueller Antrieb oder Modellzuordnung fehlerhaft | Ausgangsbefehl und Bewegungsrückmeldung unterscheiden |
| Drucksignal beträgt 0 mA | Ungültiger Messwert oder unterbrochener Signalweg | Virtuelle Messwertquelle und Kanalparameter kontrollieren |
| HMI zeigt keinen Status | Kommunikationsvariable falsch zugeordnet | Symbolnamen, Datentyp und Kommunikationsrichtung vergleichen |
| B_End wird nicht erreicht | Werkstücktransport oder Erkennung gestört | Virtuellen Signalverlauf und Zeitüberwachung prüfen |
Diagnosegrundsatz: Beobachtung → Hypothese → gezielter virtueller Test → Ergebnis → Dokumentation. Ändere niemals mehrere unbekannte Parameter gleichzeitig.
Lerneinheit 6: Sicherheit und Verantwortlichkeiten
Zeit: 10 Minuten
Ein Not-Halt-Betätigungsgerät ist Bestandteil eines Sicherheitskonzepts. Es ersetzt weder die Gefährdungsbeurteilung noch das sichere Freischalten.
Eine normale Prozess-Schnittstellenliste ist kein Ersatz für die Dokumentation sicherheitsbezogener Steuerungsfunktionen. Sicherheitsfunktionen müssen anforderungsbezogen ausgelegt, geprüft und dokumentiert werden.
Vor einer realen Tätigkeit müssen geklärt sein:
- Gefährdungsbeurteilung: Welche Risiken bestehen?
- Elektrofachkraft: Wer ist für die elektrische Arbeit qualifiziert und beauftragt?
- Sicherheitseinrichtung: Welche Schutzeinrichtungen und Sicherheitsfunktionen sind erforderlich?
- Freigabe: Welche Fachaufsicht und welche betriebliche Erlaubnis liegen vor?
- Prüfprotokoll: Wie werden Ergebnisse, Abweichungen und Freigaben dokumentiert?
Beachte die einschlägigen betrieblichen Verfahren und die DGUV-Regeln. Bei elektrischen Arbeiten sind insbesondere die anwendbaren fünf Sicherheitsregeln relevant. Unter keinen Umständen werden für Lernzwecke Schutzeinrichtungen umgangen oder gefährliche Bewegungen ausgelöst.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Signalart beschreibt die Werkstückerkennung B_Ein? (Digitaler Eingang) (!Digitaler Ausgang) (!Analoger Ausgang) (!Kommunikationsstatus)
Welches Signal ist im Beispiel ein digitaler SPS-Ausgang? (M_Band) (!B_Ein) (!P_Druck) (!HMI_StartReq)
Aus welcher Sicht werden DI und DO in der Schnittstellenliste bestimmt? (Aus Sicht der SPS) (!Aus Sicht der Stromversorgung) (!Aus Sicht des Werkstücks) (!Aus Sicht der Netzwerkkabellänge)
Welche Einheit beschreibt das analoge Rohsignal von P_Druck? (Milliampere) (!Bar) (!Meter) (!Sekunde)
Welchem Druck entsprechen im Übungsmodell 12 mA? (5 bar) (!2 bar) (!8 bar) (!10 bar)
Welche Einheit besitzt der skalierte Druckmesswert? (Bar) (!Bit) (!Hertz) (!Byte)
Was bedeutet ein Strom von 0 mA bei einem gültig konfigurierten 4 bis 20 mA Messbereich? (Ein möglicher Signalfehler liegt vor) (!Der Druck ist immer exakt null) (!Der Druck beträgt sicher zehn bar) (!Das Messgerät ist sicher fehlerfrei)
Wie wird die HMI-Startanforderung in der Schnittstellenliste sinnvoll beschrieben? (Als Kommunikationssignal vom HMI zur SPS) (!Als physikalischer SPS-Ausgang zum Motor) (!Als analoger Temperatursensor) (!Als pneumatische Rückmeldung)
Was muss die Schnittstellenliste neben Signaltyp und Richtung eindeutig festhalten? (Die fachliche Zuständigkeit) (!Die Lieblingsfarbe des Bedienpersonals) (!Die Anzahl der Lehrbücher) (!Den Hersteller aller Werkstücke)
Was gilt für die Erprobung dieser Lernanlage? (Maschinenabläufe zuerst ausschließlich simulieren) (!Schutzgeräte zur Diagnose deaktivieren) (!Reale Motoren automatisch aus dem Lernkurs starten) (!Betriebliche Freigaben durch den Simulator ersetzen)
Memory
Verbinde jeden Fachbegriff mit seiner passenden Bedeutung.
| Digitaler Eingang | Sensorinformation an die SPS |
| Digitaler Ausgang | Steuerbefehl der SPS an einen Aktor |
| Analoger Eingang | Erfassung eines kontinuierlichen Messwerts |
| Signalrichtung | Datenfluss zwischen Quelle und Empfänger |
| Skalierung | Umrechnung vom Rohsignal zum Prozesswert |
| Signalverantwortung | Federführender Fachbereich für die Signaldefinition |
| Diagnoseprotokoll | Dokumentierte Abweichung mit Prüfergebnis |
Drag and Drop
Ordne den Signalquellen die passenden Kommunikations- oder Wirkrichtungen zu.
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Signalrichtung |
|---|---|
| Werkstücksensor | Feldgerät zur SPS |
| Motorbefehl | SPS zur Ansteuerung |
| Druckmessumformer | Messgerät zum Analogeingang |
| Statusmeldung | Steuerung zur Bedienoberfläche |
| Startanforderung | Bedienoberfläche zur Steuerung |
Kreuzworträtsel
| Sensor | Welches Bauteil erfasst beispielsweise ein ankommendes Werkstück? |
| Aktor | Wie heißt ein Bauteil, das eine Steueraktion in eine Wirkung umsetzt? |
| Analog | Wie nennt man ein innerhalb eines Wertebereichs kontinuierlich veränderliches Signal? |
| Skalierung | Wie heißt die Umrechnung eines Stromsignals in eine physikalische Größe? |
| Controller | Wie heißt die steuernde Geräterolle bei PROFINET IO? |
| Verantwortung | Was wird mit der Zuständigkeit in einer Schnittstellenliste festgelegt? |
LearningApps
Hier findest Du weitere Zuordnungs- und Wiederholungsaufgaben zum Thema.
Lückentext
Offene Aufgaben
Bearbeite insgesamt zwölf Aufgaben. Die Aufgaben steigern sich von der einfachen Signalerkennung bis zum selbstständigen Entwurf einer virtuellen Anlagenschnittstelle.
Leicht – Basisaufgaben
- Sensor: Zeichne eine einfache Förderanlage mit zwei Sensoren und kennzeichne die Richtung ihrer Signale.
- Digitalsignal: Erstelle vier Signalkarten mit Name, Signaltyp, Richtung und Einheit.
- Maßeinheit: Zeichne eine Messwertskala von 4 bis 20 mA und ergänze die entsprechenden Druckwerte von 0 bis 10 bar.
- Schnittstellenliste: Übertrage fünf Signale aus dem Ausbildungsfall in eine eigene Tabelle und markiere fehlende Angaben.
Standard – Anwendungsaufgaben
- Signalverlauf: Zeichne ein Zeitdiagramm für Start, B_Ein, B_End, M_Band und V_Schieber und erkläre die Zustandswechsel.
- Fehleranalyse: Simuliere einen ausgefallenen Werkstücksensor und erstelle ein Diagnoseprotokoll mit mindestens drei Prüfschritten.
- Systemintegration: Erstelle eine Zuständigkeitsmatrix für Elektroinstallation, Messtechnik, Pneumatik und Automatisierungstechnik. Begründe die Zuordnung.
- Visualisierung: Entwirf auf Papier oder in einer rein virtuellen Umgebung eine HMI-Anzeige für Startanforderung, Anlagenstatus und Fehlerdiagnose.
Schwer – Transferaufgaben
- Prozessautomatisierung: Ergänze die virtuelle Anlage um zwei Rückmeldungen für die Schieberposition und erweitere die Schnittstellenliste entsprechend.
- Anlagenintegration: Entwickle eine Übergabeschnittstelle zwischen zwei virtuellen Förderstationen mit Anforderung, Bereitschaft, Übergabe und Rückmeldung. Begründe den Signalablauf.
- Fehlersimulation: Erstelle drei verschiedene Störungsszenarien und dokumentiere, mit welchen virtuellen Messwerten Du sie unterscheiden kannst.
- Inbetriebnahmeplanung: Entwirf einen Prüf- und Abnahmeplan für den Übergang von der Simulation zur realen Anlage. Trenne Prozessprüfung, Sicherheitsprüfung, Zuständigkeiten und Freigaben ausdrücklich voneinander.


Lernkontrolle
Die folgenden Aufgaben prüfen Zusammenhänge, technische Entscheidungen und die Übertragung auf neue Situationen.
- Schnittstellenmanagement: Zwei Fachbereiche verwenden dieselbe Signalkennung für unterschiedliche Funktionen. Entwickle ein Verfahren zur Klärung und begründe, warum eine eindeutige Zuordnung entscheidend ist.
- Messwertverarbeitung: Ein Sensor liefert 8 mA, die Bedienoberfläche zeigt jedoch 8 bar an. Analysiere mögliche Ursachen zwischen Rohsignal, Skalierung und Visualisierung.
- Steuerungstechnik: Die SPS setzt den Motorbefehl auf EIN, das Werkstück bewegt sich aber nicht. Erkläre, weshalb der Ausgangsbefehl allein keine erfolgreiche Bewegung bestätigt.
- Diagnosesystem: Zwei verschiedene Fehler führen zur gleichen Störmeldung. Entwickle zusätzliche Diagnoseinformationen, mit denen die Ursachen unterschieden werden können.
- Projektorganisation: Bei der Integration einer neuen Station ist der Verantwortliche für ein Übergabesignal nicht festgelegt. Beschreibe mögliche Folgen und entwirf einen verbindlichen Abstimmungsprozess.
- Maschinensicherheit: Begründe, warum eine fehlerfrei abgelaufene virtuelle Simulation keine ausreichende Freigabe für den Betrieb einer realen Maschine darstellt.
Lernnachweis
Erstelle eine digitale Ausbildungsmappe A150 als nachvollziehbaren Nachweis Deiner Kompetenzen.
Die Mappe soll enthalten:
- Anlagenbeschreibung: Eine beschriftete Übersicht der virtuellen Anlage und ihres Prozessablaufs.
- Schnittstellenliste: Mindestens sieben vollständige Signalzeilen mit Typ, Richtung, Einheit, Zuordnung und eindeutiger Zuständigkeit.
- Zeitdiagramm: Einen plausiblen Soll-Signalverlauf mit Erläuterung der Zustandswechsel.
- Prüfprotokoll: Mindestens drei simulierte Prüfungen mit Eingabe, Sollwert, Istwert und Ergebnis.
- Fehlerdiagnose: Zwei Fehlerfälle mit Beobachtung, Hypothese, virtueller Prüfung und Schlussfolgerung.
- Reflexion: Eine begründete Beschreibung der Grenzen der Simulation und der für reale Arbeiten zusätzlich notwendigen Freigaben.
Bewertungsvorschlag:
| Kompetenz | Anteil | Erwarteter Nachweis |
|---|---|---|
| Signaldefinition | 30 % | Fachlich richtige, vollständige Schnittstellenliste |
| Anwendung | 25 % | Nachvollziehbare Simulation und Signalverläufe |
| Diagnose | 25 % | Begründete, systematische Fehleranalyse |
| Dokumentation und Sicherheit | 20 % | Klare Zuständigkeiten und sichere Abgrenzung |
Feedbackkriterien: Eine Lösung ist nicht allein deshalb richtig, weil der virtuelle Ablauf funktioniert. Auch Datenbedeutung, Einheit, Signalrichtung, Diagnosefähigkeit, Dokumentation und Sicherheitsgrenzen müssen nachvollziehbar sein.
OERs zum Thema
Wikipedia und weiterführende Grundlagen
Für den vollständigen Kurstitel existiert kein hier nachgewiesener eigenständiger Wikipedia-Artikel. Der folgende Fachartikel behandelt die zentrale Steuerungstechnik.
Weitere passende Themen sind Automatisierungstechnik, Profinet, Feldbus, Sensor, Aktor, Analogsignal und Digitalsignal.
Geprüfte fachliche Quellen
- PROFIBUS & PROFINET International – PROFINET Technology Description: Gerätekopplung und industrielle Datenkommunikation.
- RealPars – Analog Inputs and Outputs in PLC Systems: Digitale und analoge Ein- und Ausgänge.
- Fluke – What Is a 4–20 mA Current Loop?: Analoge Stromsignale und Messwertübertragung.
- Factory I/O – Sorting by Height with S7-PLCSIM: Dokumentiertes Beispiel einer virtuellen Produktionsanlage.
- DGUV Information 203-001: Sicherheit bei Arbeiten an elektrischen Anlagen.
- DGUV Information 209-092: Risikobeurteilung und Maßnahmen gegen die Manipulation von Schutzeinrichtungen.
Die A150-Signalliste, Adressen, Ablaufzeiten, Freigabeschwellen und Fehlerfälle sind didaktische Modellannahmen und stammen nicht aus einer realen Anlagenprojektierung.
Mediennachweise und Nutzungsrechte
Die eingebundenen Abbildungen wurden auf Wikimedia Commons mit ihren Dateibeschreibungen und Lizenzangaben geprüft.
| Abbildung | Urheberangabe | Lizenz |
|---|---|---|
| Förderanlage | falco | CC0 1.0 |
| SPS | Bisgaard | CC BY-SA 3.0 |
| Näherungssensor | Joongbae Kim | CC BY-SA 3.0 |
| Signalverlauf | Aeroid und Grabert | CC BY-SA 4.0 |
| Stromschleife | Dougsim | CC0 1.0 |
| Pneumatikzylinder | Grummelbacke | CC BY-SA 4.0 |
| Netzwerktopologien | Maksim und Malyszkz | Gemeinfrei |
| Not-Halt-Betätigungsgerät | Cjp24 | CC BY-SA 3.0 |
Lizenzhinweis: Bei CC-BY-SA-Abbildungen gelten Namensnennung, Lizenzverweis und die jeweiligen Bedingungen zur Weitergabe bearbeiteter Fassungen. Die zugehörigen Commons-Dateiseiten enthalten die maßgeblichen Lizenzinformationen.
Die Videos von RealPars und Mario Crispino sind verlinkte beziehungsweise eingebettete YouTube-Inhalte. Eine freie Bearbeitungs- oder Weiterverbreitungslizenz wird nicht behauptet. Es gelten die Rechte der jeweiligen Anbieter und die Einbettungsbedingungen der Plattform. Die Videos werden weder kopiert noch als eigene Werke bereitgestellt.
Quellen- und Medienprüfung: 7. Oktober 2026. Vor einer erneuten Veröffentlichung oder Weiterverwendung sind Verfügbarkeit und Lizenzbedingungen zu kontrollieren.
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