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Produktionstechnologie und Prozessintegration – Versuche zur Prozessverbesserung planen

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Produktionstechnologie und Prozessintegration – Versuche zur Prozessverbesserung planen

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Einleitung

Dieser aiMOOC heißt Produktionstechnologie und Prozessintegration – Versuche zur Prozessverbesserung planen. Du lernst an einem Ausbildungsfall aus der Zerspanung, wie Du Einflussgrößen erkennst, einen kontrollierten Vergleich planst, Messwerte bewertest und eine Verbesserung fachlich begründest.

Kurzbeschreibung: Einflussgrößen und kontrollierter Vergleich.

Zielgruppe: Ausbildung in metalltechnischen und produktionstechnischen Berufen, besonders für Lernende mit Bezug zu Zerspanungsmechanik, CNC und Qualitätssicherung.

Wichtig: Alle Maschinenabläufe werden in diesem Kurs zuerst simuliert. Es gibt keine automatische Live-Ansteuerung. Schutzeinrichtungen werden niemals umgangen. Reale Arbeiten erfolgen nur unter geeigneter Fachaufsicht, nach Gefährdungsbeurteilung und mit betrieblicher Freigabe.


Ausbildungsbezug

Für Zerspanungsmechanikerinnen und Zerspanungsmechaniker gehören das Planen von Fertigungsprozessen, das Optimieren numerisch gesteuerter Fertigungssysteme, die Überwachung des Fertigungsprozesses sowie das Dokumentieren, Bewerten und Ableiten von Maßnahmen zur Fertigungs- und Produktoptimierung zum Berufsprofil. Der Kurs greift genau diese Handlungskette auf.


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du eine Einflussgröße von einer Zielgröße unterscheiden, Störgrößen erkennen, einen fairen Vergleich planen, Wiederholungen begründen, simulierte Messwerte auswerten und eine Prozessänderung nur dann empfehlen, wenn Qualität, Sicherheit und betriebliche Randbedingungen berücksichtigt sind.


Sicherheitsrahmen

Bei Drehmaschinen können unter anderem Werkstücke, Späne, Werkzeugteile und Kühlschmierstoff aus dem Arbeitsraum austreten. Geeignete trennende Schutzeinrichtungen und die vorgesehene Sicherung des Spannbereichs sind deshalb Teil des sicheren Maschinenbetriebs.

Für diesen Lernkurs gilt: Keine Maschinenparameter aus diesem Kurs werden ungeprüft auf reale Anlagen übertragen. Keine Türkontakte, Verriegelungen, Schutzhauben oder andere Sicherheitseinrichtungen werden manipuliert. Reale Versuche benötigen eine fachlich verantwortliche Person, eine freigegebene Maschine, geeignete Betriebsanweisungen und die betrieblich festgelegten Prüf- und Schutzmaßnahmen.


Ausbildungsfall: Oberfläche einer CNC-gedrehten Welle verbessern

Ein Ausbildungsbetrieb fertigt eine kleine Stahlwelle. Im fiktiven Trainingsauftrag fordert die Zeichnung für eine bearbeitete Funktionsfläche einen Rauheitskennwert von höchstens Rz 6,3 µm. Die bisherigen simulierten Prüfergebnisse liegen teilweise darüber.

Du sollst keinen Maschinenversuch starten, sondern zuerst einen kontrollierten Simulationsversuch planen. Als erste Einflussgröße wird der Vorschub betrachtet. Werkzeug, Werkstoff, Geometrie, Spannkonzept, Kühlschmierkonzept und Messverfahren bleiben in der Simulation unverändert.

Datei:CNC lathe.webm


Simulierter Ausgangsdatensatz

Variante Veränderung Simulierte Rz-Werte in µm Simulierter Zeitindex
A Referenz 7,2 / 7,6 / 7,4 100
B Vorschub innerhalb des freigegebenen Simulationsfensters reduziert 5,8 / 5,6 / 5,9 108

Erste Beobachtung: Variante B erfüllt im Modell die Rauheitsforderung in allen drei Wiederholungen, benötigt aber mehr Zeit. Eine Prozessverbesserung ist deshalb nicht einfach „der kleinste Messwert“, sondern eine begründete Abwägung mehrerer Zielgrößen.

Das Video von Sandvik Coromant zeigt am Beispiel des Hartdrehens, dass Schnittgeschwindigkeit und Vorschub unterschiedliche Wirkungen auf Produktivität, Temperatur und Werkzeugverschleiß haben können. Übertrage Herstellerbeispiele nicht direkt auf Deine Maschine, sondern nutze sie als Anlass für Hypothesen und kontrollierte Simulationen.


Kurze Lerneinheiten


Lerneinheit 1: Einflussgröße, Zielgröße, Störgröße

Eine Einflussgröße wird gezielt verändert. Eine Zielgröße wird gemessen oder bewertet. Eine Störgröße kann das Ergebnis verändern, obwohl sie nicht untersucht werden soll.

Im Ausbildungsfall ist der Vorschub die untersuchte Einflussgröße. Rz ist eine Zielgröße. Werkzeugverschleiß, Materialschwankungen, Temperatur, Spannzustand oder ein wechselndes Messverfahren können Störgrößen sein.


Lerneinheit 2: Nur fair vergleichen

Ein Vergleich ist nur aussagekräftig, wenn die Varianten unter möglichst gleichen Bedingungen betrachtet werden. Wird gleichzeitig der Vorschub, das Werkzeug und der Werkstoff geändert, lässt sich ein Unterschied in der Oberfläche nicht mehr eindeutig einer Ursache zuordnen.

Für erste Ausbildungsversuche ist deshalb ein kontrollierter Vergleich hilfreich: eine geplante Veränderung, gleiche Randbedingungen, gleiche Messmethode und Wiederholungen.


Lerneinheit 3: Werkzeug und Prozessgrenzen beachten

Schneidstoff, Schneidengeometrie, Eingriffsbedingungen und Werkzeugzustand beeinflussen die Bearbeitung. Deshalb muss in einer Versuchsdokumentation stehen, welches Werkzeugkonzept verwendet wurde und ob es zwischen den Varianten unverändert blieb.

Das Herstellerbeispiel verdeutlicht, dass Schneidengeometrien für unterschiedliche Bearbeitungsaufgaben ausgelegt sein können. Im Ausbildungsversuch ist das ein Grund, die Werkzeuggeometrie nicht unbemerkt zwischen Vergleichsvarianten zu wechseln.


Lerneinheit 4: Messen statt vermuten

Eine sicht- oder fühlbar „glatte“ Oberfläche reicht als Nachweis nicht aus, wenn eine technische Zeichnung einen messbaren Rauheitskennwert fordert. Verwende das im Prüfplan festgelegte Messverfahren und dokumentiere die Bedingungen der Messung.

Für Maßprüfungen können je nach Merkmal geeignete Messmittel eingesetzt werden. Ein Messschieber ist ein anderes Prüfmittel als ein Rauheitsmessgerät und beantwortet deshalb eine andere Messfrage.


Lerneinheit 5: Ursachen systematisch sammeln

Vor einem Versuch lohnt es sich, mögliche Ursachen für ein Qualitätsproblem zu ordnen. Ein Ishikawa-Diagramm kann beispielsweise Mensch, Maschine, Material, Methode, Messung und Umfeld als Suchfelder strukturieren.

Ein Ursache-Wirkungs-Diagramm beweist noch keine Ursache. Es hilft Dir, Hypothesen zu bilden. Erst ein kontrollierter Vergleich liefert Hinweise darauf, ob eine vermutete Einflussgröße tatsächlich mit der Zielgröße zusammenhängt.


Lerneinheit 6: Wiederholen und Streuung beachten

Ein einzelner Messwert kann zufällig günstig oder ungünstig ausfallen. Mehrere Wiederholungen unter derselben Bedingung zeigen, ob das Ergebnis stabil wirkt oder stark streut.

Im Ausbildungsfall liegen drei simulierte Messwerte je Variante vor. Vergleiche nicht nur den Mittelwert, sondern auch die Streuung und die Einhaltung der Zeichnungsforderung.


Lerneinheit 7: Wechselwirkungen erkennen

Das Vorgehen „eine Größe ändern, alles andere konstant halten“ ist ein guter Einstieg. Es hat aber Grenzen: Zwei Einflussgrößen können sich gegenseitig beeinflussen. Solche Wechselwirkungen werden mit einer rein nacheinander ausgeführten Ein-Faktor-Betrachtung leicht übersehen.

Bei komplexeren Fragestellungen kann deshalb eine einfache statistische Versuchsplanung mit mehreren Faktoren sinnvoll sein. Im Ausbildungskurs geschieht dies zunächst ausschließlich in einer Simulation.


Lerneinheit 8: Prozessverbesserung begründen

Eine Variante ist nicht automatisch besser, nur weil ein Qualitätswert sinkt. Prüfe mindestens Qualität, Prozessstabilität, Zeitaufwand, Werkzeugbeanspruchung, Sicherheit, Ressourcenverbrauch und betriebliche Freigaben.

Das Video zur Spankontrolle zeigt einen weiteren wichtigen Punkt: Prozessqualität betrifft nicht nur Maß und Oberfläche. Spanbildung und Spanabfuhr können Werkstückqualität, Prozesssicherheit und Stillstandsrisiken beeinflussen.


Versuchsplanung in sechs Schritten


Schritt 1: Problem präzisieren

Formuliere das Problem als überprüfbare Frage: Verbessert eine definierte Änderung des Vorschubs im Simulationsmodell die Oberflächenrauheit, ohne andere Zielgrößen unvertretbar zu verschlechtern?


Schritt 2: Variablen festlegen

Bestimme Einflussgröße, Zielgrößen und mögliche Störgrößen. Lege fest, was verändert und was konstant gehalten wird.


Schritt 3: Vergleichsvarianten definieren

Plane eine Referenz und mindestens eine Vergleichsvariante. Verwende nur freigegebene Simulationsbereiche und keine ungeprüften Maschinenwerte.


Schritt 4: Messplan festlegen

Lege Messmerkmal, Messmittel, Messstelle, Anzahl der Wiederholungen und Dokumentationsform fest.


Schritt 5: Simulation durchführen

Führe den Ablauf virtuell oder mit bereitgestellten Modelldaten durch. Dokumentiere jede Abweichung vom Plan.


Schritt 6: Ergebnis bewerten

Vergleiche die Zielgrößen, nenne Unsicherheiten und entscheide zwischen beibehalten, weitere Simulation nötig oder unter Fachaufsicht zur betrieblichen Freigabe vorschlagen.


Gestufte Hilfen


Hilfe 1: Variablen markieren

Markiere in der Aufgabenstellung zuerst alle Wörter, die verändert, gemessen oder konstant gehalten werden. Ordne sie den drei Gruppen Einflussgröße, Zielgröße und Störgröße zu.


Hilfe 2: Fairen Vergleich prüfen

Stelle Dir die Frage: Was ist zwischen A und B absichtlich anders? Wenn Du mehr als eine geplante Änderung findest, ist die Ursache eines Unterschieds schwerer zuzuordnen.


Hilfe 3: Ergebnistabelle nutzen

Notiere je Variante alle Einzelwerte. Prüfe zuerst die Anforderung, dann die Streuung und erst danach den Mittelwert.


Hilfe 4: Entscheidung begründen

Schreibe Deine Empfehlung nach dem Muster: Ich empfehle ..., weil ..., unter der Bedingung, dass ... .


Modellaufgaben mit Feedback


Basisaufgabe

Aufgabe: Benenne im Ausbildungsfall die untersuchte Einflussgröße und eine Zielgröße.

Lösung: Die untersuchte Einflussgröße ist der Vorschub. Eine Zielgröße ist der Rauheitskennwert Rz.

Begründetes Feedback: Die Zuordnung ist wichtig, weil ein Versuch nur dann auswertbar ist, wenn klar ist, was bewusst verändert und was als Wirkung beobachtet wird.


Anwendungsaufgabe

Aufgabe: Nenne vier Bedingungen, die zwischen Variante A und B im ersten Vergleich gleich bleiben sollten.

Musterlösung: Werkstoff, Werkzeuggeometrie, Spannkonzept und Messverfahren; je nach Versuch gehören auch Kühlschmierkonzept, Messstelle und Ausgangszustand dazu.

Begründetes Feedback: Werden mehrere Bedingungen gleichzeitig verändert, entsteht eine Vermischung von Ursachen. Dann kann ein besserer Rz-Wert nicht mehr sicher auf den Vorschub zurückgeführt werden.


Transferaufgabe

Aufgabe: Variante B verbessert im Modell die Rauheit, erhöht aber den Zeitindex. Plane den nächsten Simulationsschritt.

Musterlösung: Plane eine kleine Zwei-Faktoren-Simulation mit zwei freigegebenen Vorschubstufen und zwei freigegebenen Schnittgeschwindigkeitsstufen. Wiederhole die vier Kombinationen, dokumentiere Rz und Zeitindex und prüfe, ob eine Wechselwirkung sichtbar wird.

Begründetes Feedback: So untersuchst Du nicht nur einen Einzelwert, sondern einen Zielkonflikt. Die Zwei-Faktoren-Simulation kann zusätzlich zeigen, ob die Wirkung des Vorschubs von der zweiten Einflussgröße abhängt.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was kennzeichnet einen kontrollierten Vergleich? (Nur die geplante Einflussgröße wird verändert) (!Alle verfügbaren Parameter werden gleichzeitig verändert) (!Die Messmethode wird zwischen den Varianten gewechselt) (!Nur der beste Einzelwert wird dokumentiert)




Welche Größe ist im Ausbildungsfall eine Zielgröße? (Rauheitskennwert Rz) (!Werkzeughalter) (!Maschinentür) (!Schutzhaube)




Warum werden Messungen wiederholt? (Um Streuung und Stabilität besser beurteilen zu können) (!Um Schutzeinrichtungen unnötig zu machen) (!Um jede Variante automatisch freizugeben) (!Um die Messmethode wechseln zu können)




Warum soll das Messverfahren zwischen Vergleichsvarianten gleich bleiben? (Damit die Ergebnisse vergleichbar bleiben) (!Damit nur ein einziger Messwert entsteht) (!Damit keine Dokumentation nötig ist) (!Damit jede Oberfläche automatisch gut ist)




Was gilt in diesem Kurs vor realen Maschinenversuchen? (Der Ablauf wird zuerst simuliert) (!Die Verriegelung wird testweise überbrückt) (!Die Maschine wird automatisch aus dem Kurs angesteuert) (!Die Schutzhaube wird für bessere Sicht entfernt)




Welche Aufgabe haben trennende Schutzeinrichtungen an einer Drehmaschine? (Sie trennen Personen von Gefahrenbereichen und halten herausgeschleuderte Teile zurück) (!Sie ersetzen die betriebliche Freigabe) (!Sie erhöhen automatisch die Schnittgeschwindigkeit) (!Sie messen die Rauheit)




Wann ist eine Ursache im Vergleich schwer eindeutig zuzuordnen? (Wenn mehrere Einflussgrößen gleichzeitig geändert werden) (!Wenn die Messmethode konstant bleibt) (!Wenn Wiederholungen durchgeführt werden) (!Wenn die Ergebnisse dokumentiert werden)




Welche Grenze hat eine reine Ein-Faktor-Betrachtung? (Wechselwirkungen zwischen Einflussgrößen können unentdeckt bleiben) (!Messwerte können grundsätzlich nicht erfasst werden) (!Einflussgrößen dürfen nicht benannt werden) (!Simulationen sind damit unmöglich)




Warum werden freigegebene Versuchsbereiche dokumentiert? (Damit Sicherheit Nachvollziehbarkeit und Vergleichbarkeit unterstützt werden) (!Damit Schutzregeln entfallen) (!Damit unbekannte Werte direkt live getestet werden) (!Damit nur die schnellste Variante zählt)




Wann ist eine Prozessvariante fachlich überzeugend verbessert? (Wenn relevante Zielgrößen und Randbedingungen gemeinsam begründet bewertet werden) (!Wenn ein einzelner Messwert besonders klein ist) (!Wenn die schnellste Variante gewählt wird) (!Wenn keine Wiederholung stattfindet)





Memory

Einflussgröße planmäßig veränderte Bedingung
Zielgröße gemessenes oder bewertetes Ergebnis
Störgröße unbeabsichtigter Einfluss
Wiederholung gleiche Bedingung erneut prüfen
Vergleichsvariante alternative Versuchsbedingung
Freigabe autorisierter betrieblicher Rahmen
Simulation risikoreduzierter virtueller Versuch





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Einflussgröße wird planmäßig verändert
Zielgröße wird gemessen und bewertet
Störgröße wird möglichst konstant gehalten oder erfasst
Wiederholung prüft dieselbe Bedingung erneut
Freigabe setzt den betrieblich erlaubten Rahmen




...


Kreuzworträtsel

Vorschub Welche untersuchte Größe wird im Ausbildungsfall zwischen den Varianten verändert?
Rauheit Welche Oberflächeneigenschaft wird im Fallbeispiel bewertet?
Simulation Wie heißt ein virtueller Versuch vor einer realen Maschinenerprobung?
Freigabe Was muss betrieblich vor einem realen Versuch vorliegen?
Messung Wie heißt das systematische Erfassen eines Prüfwertes?
Streuung Wie heißt die Variation mehrerer Messwerte unter gleichen Bedingungen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Eine Größe, die im Versuch gezielt verändert wird, heißt

. Das gemessene Ergebnis wird als

bezeichnet. Ein fairer Vergleich hält nicht untersuchte Bedingungen möglichst

. Mehrere Messungen helfen dabei, die

zu erkennen. Vor einem realen Maschinenversuch wird der Ablauf in diesem Kurs zuerst

. Eine mögliche Ursache aus einem Ishikawa-Diagramm ist zunächst nur eine

. Eine reine Ein-Faktor-Betrachtung kann

übersehen. Reale Arbeiten benötigen eine betriebliche

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Einflussgrößen erkennen: Markiere in einem vorgegebenen Fertigungsfall Einflussgrößen, Zielgrößen und Störgrößen und begründe drei Zuordnungen.
  2. Ishikawa-Diagramm erstellen: Entwirf zu einer zu rauen Drehoberfläche ein Ursache-Wirkungs-Diagramm mit mindestens vier Ursachenfeldern.
  3. Prozessmedium analysieren: Wähle eines der eingebetteten Prozessbilder oder Videos und notiere drei Beobachtungen, die für eine Versuchsplanung wichtig sind.
  4. Versuchskarte formulieren: Erstelle eine kompakte Versuchskarte mit Fragestellung, Einflussgröße, Zielgröße, konstanten Bedingungen und Abbruchkriterium für eine reine Simulation.


Standard

  1. Simulationsvergleich planen: Entwickle zwei virtuelle Varianten für den Ausbildungsfall, bei denen nur eine Einflussgröße verändert wird.
  2. Messplan entwickeln: Lege für eine simulierte Rauheitsprüfung Messmerkmal, Messstelle, Wiederholungszahl und Dokumentationsform fest und begründe Deine Auswahl.
  3. Varianten bewerten: Werte einen Datensatz mit mindestens drei Wiederholungen je Variante aus und entscheide, ob weitere Simulationen nötig sind.
  4. Peer-Review Versuchsplan: Tausche Deinen Versuchsplan mit einer anderen Person und prüft gegenseitig, ob Ursache, Zielgröße, Störgrößen und Sicherheitsrahmen eindeutig sind.


Schwer

  1. Zwei-Faktoren-Simulation: Plane eine kleine virtuelle Versuchsmatrix mit zwei Einflussgrößen und je zwei Stufen. Begründe, welche Wechselwirkung fachlich denkbar wäre.
  2. Zielkonflikt analysieren: Entwickle eine Bewertungsmatrix, die Rauheit, Prozesszeit, Werkzeugbeanspruchung und Sicherheit gemeinsam berücksichtigt.
  3. Freigabeprozess entwerfen: Beschreibe, welche Nachweise aus einer Simulation vorliegen sollten, bevor eine reale Erprobung unter Fachaufsicht betrieblich beantragt wird.
  4. Transfer auf anderen Prozess: Übertrage das Vorgehen auf Bohren, Fräsen, Spritzgießen oder einen anderen Ausbildungsprozess. Benenne, was gleich bleibt und was prozessspezifisch angepasst werden muss.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Versuchslogik beurteilen: In einem Plan werden Vorschub und Werkzeug gleichzeitig geändert. Erkläre, warum die Auswertung dadurch schwieriger wird, und verbessere den Plan.
  2. Messdaten interpretieren: Zwei Varianten haben denselben Mittelwert, aber deutlich unterschiedliche Streuung. Erkläre, welche Variante Du weiter untersuchen würdest und warum.
  3. Zielkonflikt entscheiden: Eine Simulation verbessert die Rauheit, erhöht aber Prozesszeit und Werkzeugverschleiß. Formuliere eine begründete Entscheidung mit mindestens drei Kriterien.
  4. Störgröße erkennen: Während einer Versuchsreihe wird das Messgerät gewechselt. Erkläre die Auswirkung auf die Vergleichbarkeit und plane eine Korrektur.
  5. Wechselwirkung übertragen: Gib ein eigenes Beispiel, bei dem zwei Fertigungsparameter gemeinsam anders wirken könnten als jeweils allein, und beschreibe eine sichere Simulation dazu.
  6. Sicherheitsgrenze begründen: Erkläre, warum eine positive Simulation keine automatische Freigabe für einen realen Maschinenversuch darstellt.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du ein Fertigungsproblem in eine prüfbare Fragestellung übersetzen, Einfluss- und Zielgrößen unterscheiden, Störgrößen kontrollieren, einen Vergleich mit Wiederholungen planen, simulierte Daten nachvollziehbar auswerten, Zielkonflikte begründet bewerten und die Grenze zwischen Simulation und realer betrieblicher Erprobung sicher einhalten kannst.

Als geeigneter Nachweis bietet sich eine kurze Versuchsmappe an: Fragestellung, Variablenplan, Simulationsmatrix, Messdatentabelle, Auswertung, begründete Empfehlung und Sicherheitsfreigabe-Schritt für eine mögliche spätere Realerprobung.




Fachliche Quellen und Medienrechte

Die fachliche Einordnung des Berufsbezugs orientiert sich am Berufsprofil des Bundesinstituts für Berufsbildung für Zerspanungsmechanikerinnen und Zerspanungsmechaniker. Der Sicherheitsrahmen orientiert sich an der DGUV Information 209-066 zum sicheren Betreiben von Maschinen und Anlagen. Die Einführung in Versuchsplanung und Wechselwirkungen stützt sich auf etablierte Grundprinzipien der statistischen Versuchsplanung.

  1. BIBB: Zerspanungsmechaniker/Zerspanungsmechanikerin
  2. DGUV Information 209-066: Sicheres Betreiben von Maschinen und Anlagen
  3. Wikipedia: Statistische Versuchsplanung
  4. Wikipedia: Zerspanen

Die eingebetteten Wikimedia-Commons-Dateien wurden anhand ihrer Dateibeschreibungsseiten auf Herkunft und Lizenz geprüft:

  1. Somesomething243, eigenes Werk, CC BY-SA 4.0.
  2. David English, eigenes Werk, CC BY-SA 4.0.
  3. Three-quarter-ten, eigenes Werk, CC BY-SA 3.0 beziehungsweise GFDL.
  4. Solaris2006, eigenes Werk, CC BY 3.0 beziehungsweise GFDL.
  5. Ahmet Oktay Devecili und Rifat Yakut, CC BY 4.0.
  6. Joaquim Alves Gaspar, bearbeitet von ed g2s, unter anderem CC BY-SA 3.0.
  7. FabianLange, CC BY-SA 3.0 beziehungsweise GFDL.
  8. Datei:CNC lathe.webm Vandurit inserti, CC BY 3.0.

Die YouTube-Videos werden nur über den YouTube-Player eingebettet und nicht als eigene Dateien vervielfältigt. Sie stammen aus dem Fachkanal Sandvik Coromant. Herstellerangaben dienen hier als Prozessbeispiele und ersetzen weder Betriebsanleitungen noch betriebliche Freigaben.


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