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Buch - Zusammenhalten macht stark - Sechs Märchen - Lesesammlung

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Buch - Zusammenhalten macht stark - Sechs Märchen - Lesesammlung

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Lesesammlung · Ungekürzte Grimm-Texte

Zusammenhalten macht stark - Sechs Märchen

Brüder Grimm; kurze Lesefassungen MOOCwiki · 2026

Sechs vollständige Märchen in einer thematischen Sammlung. Ungekürzte Quelltexte und kurze Nacherzählungen stehen getrennt zur Wahl.

MärchenKlasse 1–4 · 5–66 Abschnitte
Historische Illustration zu Die Bremer Stadtmusikanten von Otto Ubbelohde
Die Bremer Stadtmusikanten – historische Illustration — Otto Ubbelohde illustriert die historische Vorlage; Einzelheiten können von der neuen Kurzfassung abweichen. · Otto Ubbelohde · Public domain Bildquelle ↗

Redaktionell zusammengestellte Auswahl vollständiger Einzeltexte; nicht die gesamte Werksammlung. Die Quellfassung bleibt im Wortlaut erhalten. Historische Schreibweisen und Gewaltdarstellungen bei Bedarf gemeinsam besprechen.

Abschnitt 2 von 6

Die Bienenkönigin

1
Zwei Königssöhne gingen einmal auf Abenteuer und gerieten in ein wildes, wüstes Leben, so daß sie gar nicht wieder nach Haus kamen. Der jüngste, welcher der Dummling hieß, machte sich auf und suchte seine Brüder: aber wie er sie endlich fand, verspotteten sie ihn, daß er mit seiner Einfalt sich durch die Welt schlagen wollte, und sie zwei könnten nicht durchkommen, und wären doch viel klüger. Sie zogen alle drei miteinander fort und kamen an einen Ameisenhaufen. Die zwei ältesten wollten ihn aufwühlen und sehen, wie die kleinen Ameisen in der Angst herumkröchen und ihre Eier forttrügen, aber der Dummling sagte »laßt die Tiere in Frieden, ich leids nicht, daß ihr sie stört.« Da gingen sie weiter und kamen an einen See, auf dem schwammen viele viele Enten. Die zwei Brüder wollten ein paar fangen und braten, aber der Dummling ließ es nicht zu und sprach »laßt die Tiere in Frieden, ich leids nicht, daß ihr sie tötet.« Endlich kamen sie an ein Bienennest, darin war so viel Honig, daß er am Stamm herunterlief. Die zwei wollten Feuer unter den Baum legen und die Bienen ersticken, damit sie den Honig wegnehmen könnten. Der Dummling hielt sie aber wieder ab und sprach »laßt die Tiere in Frieden, ich leids nicht, daß ihr sie verbrennt.« Endlich kamen die drei Brüder in ein Schloß, wo in den Ställen lauter steinerne Pferde standen, auch war kein Mensch zu sehen, und sie gingen durch alle Säle, bis sie vor eine Tür ganz am Ende kamen, davor hingen drei Schlösser; es war aber mitten in der Türe ein Lädlein, dadurch konnte man in die Stube sehen. Da sahen sie ein graues Männchen, das an einem Tisch saß. Sie riefen es an, einmal, zweimal, aber es hörte nicht: endlich riefen sie zum drittenmal, da stand es auf, öffnete die Schlösser und kam heraus. Es sprach aber kein Wort, sondern führte sie zu einem reich besetzten Tisch; und als sie gegessen und getrunken hatten, brachte es einen jeglichen in sein eigenes Schlafgemach. Am andern Morgen kam das graue Männchen zu dem ältesten, winkte und leitete ihn zu einer steinernen Tafel, darauf standen drei Aufgaben geschrieben, wodurch das Schloß erlöst werden könnte. Die erste war, in dem Wald unter dem Moos lagen die Perlen der Königstochter, tausend an der Zahl, die mußten aufgesucht werden, und wenn vor Sonnenuntergang noch eine einzige fehlte, so ward der, welcher gesucht hatte, zu Stein. Der älteste ging hin und suchte den ganzen Tag, als aber der Tag zu Ende war, hatte er erst hundert gefunden; es geschah, wie auf der Tafel stand, er ward in Stein verwandelt. Am folgenden Tag unternahm der zweite Bruder das Abenteuer; es ging ihm aber nicht viel besser als dem ältesten, er fand nicht mehr als zweihundert Perlen und ward zu Stein. Endlich kam auch an den Dummling die Reihe, der suchte im Moos, es war aber so schwer, die Perlen zu finden, und ging so langsam. Da setzte er sich auf einen Stein und weinte. Und wie er so saß, kam der Ameisenkönig, dem er einmal das Leben erhalten hatte, mit fünftausend Ameisen, und es währte gar nicht lange, so hatten die kleinen Tiere die Perlen miteinander gefunden und auf einen Haufen getragen. Die zweite Aufgabe aber war, den Schlüssel zu der Schlafkammer der Königstochter aus der See zu holen. Wie der Dummling zur See kam, schwammen die Enten, die er einmal gerettet hatte, heran, tauchten unter und holten den Schlüssel aus der Tiefe. Die dritte Aufgabe aber war die schwerste, aus den drei schlafenden Töchtern des Königs sollte die jüngste und die liebste herausgesucht werden. Sie glichen sich aber vollkommen, und waren durch nichts verschieden, als daß sie, bevor sie eingeschlafen waren, verschiedene Süßigkeiten gegessen hatten, die älteste ein Stück Zucker, die zweite ein wenig Sirup, die jüngste einen Löffel voll Honig. Da kam die Bienenkönigin von den Bienen, die der Dummling vor dem Feuer geschützt hatte, und versuchte den Mund von allen dreien, zuletzt blieb sie auf dem Mund sitzen, der Honig gegessen hatte, und so erkannte der Königssohn die rechte. Da war der Zauber vorbei, alles war aus dem Schlaf erlöst, und wer von Stein war, erhielt seine menschliche Gestalt wieder. Und der Dummling vermählte sich mit der jüngsten und liebsten, und ward König nach ihres Vaters Tod; seine zwei Brüder aber erhielten die beiden andern Schwestern.
Historische Illustration zu Die Bienenkönigin von Otto Ubbelohde
Die Bienenkönigin – historische Illustration — Otto Ubbelohde illustriert die historische Vorlage; Einzelheiten können von der neuen Kurzfassung abweichen. · Otto Ubbelohde · Public domain Bildquelle ↗
Historische Illustration zu Die Bienenkönigin von Otto Ubbelohde
Die Bienenkönigin – historische Illustration — Otto Ubbelohde illustriert die historische Vorlage; Einzelheiten können von der neuen Kurzfassung abweichen. · Otto Ubbelohde · Public domain Bildquelle ↗

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

Animationen und Medienvergleich

Erklärvideo · Die Märchen-Formel | Deutschunterricht Klasse 5 & 6

Vorschaubild von YouTube. Der Videoplayer lädt erst nach deinem Klick, ohne Autostart.

Auf YouTube ansehen ↗
MOOCit Education Matters Lernvideos für die Schule · YouTube-Einbettung; Rechte beim jeweiligen Anbieter · Quelle und Rechte ↗

Prüfe drei Merkmale des Märchens an dieser Geschichte und belege sie mit Textstellen.

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie viele Brüder reisen?

Eine Antwort ist richtig.

2. Wen schützt der jüngste zuerst?

Eine Antwort ist richtig.

3. Welche Vögel lässt er leben?

Eine Antwort ist richtig.

4. Was wollen die älteren Brüder ausräuchern?

Eine Antwort ist richtig.

5. Wie wirken die Pferde im Schloss?

Eine Antwort ist richtig.

6. Wie viele Perlen werden gesucht?

Eine Antwort ist richtig.

7. Wer sammelt die Perlen?

Eine Antwort ist richtig.

8. Wer holt den Schlüssel?

Eine Antwort ist richtig.

9. Woran erkennt die Biene die jüngste Tochter?

Eine Antwort ist richtig.

10. Was geschieht nach der letzten Aufgabe?

Eine Antwort ist richtig.

Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

Niveau 1 · Einstieg

1. Nenne Anfang, Wendepunkt und Ende von Die Bienenkönigin.

Impulse zur Selbstprüfung

Niveau 2 · Vertiefung

2. Vergleiche zwei Entscheidungen der Hauptfigur. Welche Folgen haben sie?

Impulse zur Selbstprüfung

Niveau 3 · Gestaltung

3. Vergleiche Kurz- und Quellfassung. Belege eine Auslassung oder eine andere Wertung.

Impulse zur Selbstprüfung

Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Erzähle eine Szene mit drei Bildunterschriften nach.

Impulse zur Selbstprüfung

Niveau 2 · Vertiefung

2. Schreibe einen inneren Monolog an einem Wendepunkt.

Impulse zur Selbstprüfung

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe eine heutige Variante und erkläre, was du am Konflikt verändert hast.

Impulse zur Selbstprüfung

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Historische Reintexte gemeinfrei. TextGrid und www.editura.de – Struktur und Metadaten CC BY 3.0 DE. Neue Aufgaben MOOCwiki CC BY 4.0. Bilder und Videos mit eigenen Nachweisen.

Die Bremer Stadtmusikanten

Jacob und Wilhelm Grimm: Kinder- und Hausmärchen. Gesammelt durch die Brüder Grimm, München: Winkler, 1977. Grimm, Jacob und Wilhelm 180- München

TextGrid / www.editura.de; Originalautor Jacob und Wilhelm Grimm

Quelltext und Ausgabe ↗ · Historischer Reintext gemeinfrei; TextGrid-Struktur CC BY 3.0 DE Lizenz

Die Bienenkönigin

Jacob und Wilhelm Grimm: Kinder- und Hausmärchen. Gesammelt durch die Brüder Grimm, München: Winkler, 1977. Grimm, Jacob und Wilhelm 362- München

TextGrid / www.editura.de; Originalautor Jacob und Wilhelm Grimm

Quelltext und Ausgabe ↗ · Historischer Reintext gemeinfrei; TextGrid-Struktur CC BY 3.0 DE Lizenz

Schneeweißchen und Rosenrot

Jacob und Wilhelm Grimm: Kinder- und Hausmärchen. Gesammelt durch die Brüder Grimm, München: Winkler, 1977. Grimm, Jacob und Wilhelm 674- München

TextGrid / www.editura.de; Originalautor Jacob und Wilhelm Grimm

Quelltext und Ausgabe ↗ · Historischer Reintext gemeinfrei; TextGrid-Struktur CC BY 3.0 DE Lizenz

Brüderchen und Schwesterchen

Jacob und Wilhelm Grimm: Kinder- und Hausmärchen. Gesammelt durch die Brüder Grimm, München: Winkler, 1977. Grimm, Jacob und Wilhelm 91- München

TextGrid / www.editura.de; Originalautor Jacob und Wilhelm Grimm

Quelltext und Ausgabe ↗ · Historischer Reintext gemeinfrei; TextGrid-Struktur CC BY 3.0 DE Lizenz

Die Wichtelmänner/1. Märchen

Jacob und Wilhelm Grimm: Kinder- und Hausmärchen. Gesammelt durch die Brüder Grimm, München: Winkler, 1977. Grimm, Jacob und Wilhelm 236- München

TextGrid / www.editura.de; Originalautor Jacob und Wilhelm Grimm

Quelltext und Ausgabe ↗ · Historischer Reintext gemeinfrei; TextGrid-Struktur CC BY 3.0 DE Lizenz

Frau Holle

Jacob und Wilhelm Grimm: Kinder- und Hausmärchen. Gesammelt durch die Brüder Grimm, München: Winkler, 1977. Grimm, Jacob und Wilhelm 169- München

TextGrid / www.editura.de; Originalautor Jacob und Wilhelm Grimm

Quelltext und Ausgabe ↗ · Historischer Reintext gemeinfrei; TextGrid-Struktur CC BY 3.0 DE Lizenz

Kurze Lesefassungen – MOOCwiki 2026

MOOCwiki – KI-gestützte Redaktion; ursprüngliche Einzelhefte bleiben erhalten.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 4.0 Lizenz

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?