Zusammenfassungen schreiben - aiMOOC


Zusammenfassungen schreiben - aiMOOC
Einleitung
Zusammenfassungen schreiben gehört zu den wichtigsten Formen des Schreibens in Schule, Ausbildung, Studium und Beruf. Wer eine gute Zusammenfassung verfassen kann, zeigt, dass er einen Text verstanden hat, Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden kann und Inhalte in eigenen Worten sachlich weitergeben kann. Eine Inhaltsangabe oder Zusammenfassung gibt einen Überblick über den wesentlichen Inhalt eines Textes, Films, Vortrags oder anderen Mediums. Im Deutschunterricht ist sie eine zentrale Schreibform, weil sie Lesekompetenz, Textverständnis, Sprachbewusstsein und Schreibkompetenz miteinander verbindet.
Beim Zusammenfassen geht es nicht darum, einen Text einfach zu kürzen oder einzelne Sätze abzuschreiben. Du musst den Ausgangstext verstehen, seine Kernaussage erfassen, ihn in Sinnabschnitte gliedern und anschließend einen neuen, zusammenhängenden Text formulieren. Eine gelungene Zusammenfassung ist knapp, sachlich, verständlich, vollständig im Wesentlichen und in eigenen Worten geschrieben.
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Was ist eine Zusammenfassung?
Eine Zusammenfassung ist ein kurzer, geordneter und sachlicher Text, der die wichtigsten Informationen eines längeren Ausgangstextes wiedergibt. Sie kann sich auf verschiedene Vorlagen beziehen, zum Beispiel auf einen Sachtext, eine Kurzgeschichte, einen Roman, ein Drama, einen Zeitungsartikel, einen Podcast, einen Film oder ein Video. In der Schule wird häufig zwischen Inhaltsangabe, Textzusammenfassung, Summary, Abstract und Konspekt unterschieden. Alle diese Formen haben gemeinsam, dass sie Informationen verdichten und übersichtlich darstellen.
Ziel einer Zusammenfassung
Das Ziel einer Zusammenfassung besteht darin, Leserinnen und Leser schnell und zuverlässig über den Inhalt eines Ausgangstextes zu informieren. Sie sollen verstehen können, worum es im Text geht, ohne den gesamten Originaltext gelesen zu haben. Eine gute Zusammenfassung beantwortet deshalb zentrale Fragen: Wer handelt oder spricht? Worum geht es? Was geschieht oder wird ausgesagt? Welche Ursachen, Ziele, Folgen oder Argumente sind wichtig? Welche Hauptaussage verfolgt der Text?
Zusammenfassung und Nacherzählung
Eine Nacherzählung versucht häufig, eine Handlung spannend und anschaulich wiederzugeben. Eine Zusammenfassung verfolgt ein anderes Ziel. Sie verzichtet auf Spannung, Ausschmückung, Einzelheiten, wörtliche Rede und persönliche Kommentare. Während eine Nacherzählung oft lebendig und ausführlich ist, bleibt die Zusammenfassung knapp und sachlich. Sie gibt nur das wieder, was für das Verständnis des Textes wirklich wichtig ist.
Zusammenfassung und Interpretation
Eine Interpretation erklärt, deutet und bewertet einen Text. Eine Zusammenfassung dagegen gibt zunächst den Inhalt wieder. Sie soll keine ausführliche Deutung enthalten. Du darfst also im Hauptteil nicht schreiben, ob Du den Text gut findest oder welche persönliche Meinung Du dazu hast. Eine eigene Bewertung gehört nur dann in einen Schlussteil, wenn die Aufgabenstellung dies ausdrücklich verlangt. In vielen schulischen Zusammenfassungen bleibt der gesamte Text wertungsfrei.
Der Aufbau einer Zusammenfassung
Eine Zusammenfassung besteht in der Regel aus Einleitung, Hauptteil und manchmal einem kurzen Schluss. Besonders wichtig ist, dass der Text logisch aufgebaut ist und die Informationen in einer sinnvollen Reihenfolge stehen. Häufig folgt die Zusammenfassung der Reihenfolge des Ausgangstextes. Bei argumentierenden Sachtexten kann es sinnvoll sein, die wichtigsten Gedanken nach ihrer inhaltlichen Bedeutung zu ordnen.
Einleitung: Der Basissatz
Die Einleitung einer Zusammenfassung nennt die wichtigsten Rahmendaten des Ausgangstextes. Dieser erste Satz wird oft Basissatz genannt. Er kann je nach Vorlage folgende Angaben enthalten: Titel, Autorin oder Autor, Textsorte, Erscheinungsjahr, Erscheinungsort und das zentrale Thema. Nicht alle Angaben sind immer bekannt. Dann verwendest Du nur die vorhandenen Informationen.
Beispiel für einen Basissatz: Die Kurzgeschichte „Nachts schlafen die Ratten doch“ von Wolfgang Borchert aus dem Jahr 1947 thematisiert die seelischen Folgen des Krieges für ein Kind.
Ein guter Basissatz verrät nicht jedes Detail der Handlung. Er nennt vor allem, worum es grundsätzlich geht. Dadurch wissen die Leserinnen und Leser sofort, welche Vorlage zusammengefasst wird.
Hauptteil: Die wichtigsten Inhalte
Im Hauptteil gibst Du die zentralen Informationen des Ausgangstextes wieder. Du beantwortest die wichtigsten W-Fragen und formulierst die Kernaussagen in eigenen Worten. Bei erzählenden Texten achtest Du darauf, die wesentlichen Handlungsschritte zu nennen. Bei Sachtexten stehen Thema, Problem, Hauptaussagen, Argumente, Beispiele und Ergebnisse im Mittelpunkt. Der Hauptteil ist der längste Teil der Zusammenfassung, bleibt aber deutlich kürzer als der Ausgangstext.
Schluss: Nur wenn er verlangt wird
Ein Schluss ist nicht immer notwendig. Wenn die Aufgabenstellung nur eine Inhaltsangabe oder Zusammenfassung verlangt, reicht oft ein sachlicher Hauptteil. Wenn jedoch ausdrücklich ein kurzer Schluss gefordert wird, kannst Du die Wirkung, Aussageabsicht oder Bedeutung des Textes knapp benennen. Eine persönliche Bewertung darf nur hinein, wenn sie wirklich verlangt wird. Dann muss sie klar vom zusammenfassenden Teil getrennt sein.
Die wichtigsten Regeln
Eine gute Zusammenfassung folgt klaren Regeln. Diese Regeln helfen Dir, nicht ins Nacherzählen, Abschreiben oder Interpretieren abzurutschen.
- Sachlichkeit: Schreibe neutral und ohne persönliche Meinung.
- Kürze: Verzichte auf Nebensächlichkeiten, Beispiele ohne Bedeutung und ausführliche Details.
- Eigene Worte: Formuliere selbst, statt Sätze aus dem Original zu übernehmen.
- Präsens: Schreibe überwiegend im Präsens; Vorzeitigkeit kann im Perfekt ausgedrückt werden.
- Chronologie: Halte die Reihenfolge des Ausgangstextes ein, wenn sie für das Verständnis wichtig ist.
- Kohärenz: Verbinde Deine Sätze logisch, damit ein zusammenhängender Text entsteht.
- Keine wörtliche Rede: Gib Aussagen indirekt oder zusammenfassend wieder.
- Keine Spannung: Verzichte auf dramatische Formulierungen und erzählerische Effekte.
- Keine Zitate: Verwende Zitate nur, wenn die Aufgabenstellung ausdrücklich danach fragt.
- Keine Übertreibung: Bleibe nah am Text und erfinde nichts hinzu.
Schritt für Schritt zur guten Zusammenfassung
Schritt 1: Den Text vollständig lesen
Lies den Ausgangstext zuerst vollständig. Beim ersten Lesen geht es nicht darum, jedes Detail sofort zu markieren. Du willst zunächst verstehen, worum es insgesamt geht. Achte auf Überschrift, Textsorte, Autorin oder Autor, Erscheinungsdatum und auffällige Wörter. Nach dem ersten Lesen solltest Du in einem Satz sagen können, welches Thema der Text hat.
Schritt 2: Unbekannte Begriffe klären
Unklare Begriffe, Fremdwörter oder Fachwörter können das Textverständnis erschweren. Markiere sie und kläre sie mit einem Wörterbuch, Lexikon oder einer seriösen Quelle. Du musst nicht jedes Wort ausführlich erklären, aber die zentralen Wörter des Textes solltest Du sicher verstehen. Nur dann kannst Du den Inhalt richtig wiedergeben.
Schritt 3: Wichtige Informationen markieren
Lies den Text ein zweites Mal und markiere Schlüsselstellen. Achte auf zentrale Aussagen, wichtige Handlungsschritte, Argumente, Wendepunkte, Ursachen, Folgen und Ergebnisse. Markiere nicht zu viel. Wenn fast der ganze Text farbig ist, hilft Dir die Markierung nicht mehr. Gute Markierungen zeigen, was für die Zusammenfassung wirklich gebraucht wird.
Schritt 4: Sinnabschnitte bilden
Teile den Text in Sinnabschnitte. Ein Sinnabschnitt umfasst mehrere Sätze, die inhaltlich zusammengehören. Gib jedem Abschnitt eine kurze Überschrift oder notiere eine Kernaussage am Rand. Dadurch erkennst Du die Struktur des Textes und kannst später geordnet schreiben. Sinnabschnitte verhindern, dass Du beim Formulieren wichtige Teile übersiehst.
Schritt 5: Kernaussagen notieren
Schreibe zu jedem Sinnabschnitt eine kurze Kernaussage. Eine Kernaussage ist nicht dasselbe wie ein abgeschriebener Satz. Sie fasst zusammen, was im Abschnitt am wichtigsten ist. Je nach Text kann eine Kernaussage eine Handlung, eine Behauptung, ein Argument, ein Problem oder ein Ergebnis ausdrücken. Diese Notizen bilden den Plan für Deine Zusammenfassung.
Schritt 6: Den Basissatz formulieren
Formuliere den Basissatz sorgfältig. Er ist der Einstieg in Deine Zusammenfassung und zeigt, dass Du die Vorlage einordnen kannst. Achte auf vollständige Angaben und einen klaren Satzbau. Bei literarischen Texten nennst Du meist Titel, Autorin oder Autor, Textsorte, Erscheinungsjahr und Thema. Bei Sachtexten nennst Du zusätzlich, worüber informiert, diskutiert oder argumentiert wird.
Schritt 7: Den Hauptteil schreiben
Schreibe nun den Hauptteil. Verwende Deine Notizen zu den Sinnabschnitten, aber formuliere frei. Beginne nicht jeden Satz mit „Dann“. Nutze passende Satzverknüpfungen wie „zunächst“, „anschließend“, „außerdem“, „daher“, „im Gegensatz dazu“, „schließlich“ oder „insgesamt“. Bei Sachtexten helfen Formulierungen wie „Der Text erklärt“, „Die Autorin macht deutlich“, „Der Verfasser begründet“ oder „Im Mittelpunkt steht“.
Schritt 8: Überarbeiten und kürzen
Eine Zusammenfassung wird selten im ersten Versuch perfekt. Lies Deinen Text noch einmal und prüfe, ob er sachlich, knapp und verständlich ist. Streiche Wiederholungen, unwichtige Details und eigene Kommentare. Kontrolliere außerdem Rechtschreibung, Zeichensetzung, Zeitform und Satzbau. Am Ende sollte die Zusammenfassung kürzer als der Ausgangstext sein und trotzdem das Wesentliche enthalten.
Sprache einer Zusammenfassung
Die Sprache einer Zusammenfassung ist sachlich, klar und präzise. Sie vermeidet Umgangssprache, Übertreibungen und persönliche Bewertungen. Statt „Der Text ist total spannend“ schreibst Du zum Beispiel: „Der Text stellt einen Konflikt zwischen zwei Figuren dar.“ Statt „Dann passiert etwas Krasses“ formulierst Du: „Anschließend verschärft sich der Konflikt.“ Die Sprache zeigt also, dass Du den Text verstanden hast und professionell wiedergeben kannst.
Präsens als Grundtempus
Zusammenfassungen werden meist im Präsens geschrieben. Das gilt auch dann, wenn der Ausgangstext in der Vergangenheit erzählt. Beispiel: Aus „Der Junge ging in den Wald“ wird in der Zusammenfassung „Der Junge geht in den Wald“. Wenn etwas vor der Haupthandlung liegt, kannst Du das Perfekt verwenden: „Nachdem die Figur ihre Entscheidung getroffen hat, verändert sich die Situation.“
Eigene Worte und Paraphrase
Eine Zusammenfassung verlangt Paraphrasieren. Das bedeutet, dass Du den Inhalt mit eigenen Worten wiedergibst. Du solltest nicht Satz für Satz umformulieren, sondern den Gedanken verstehen und neu ausdrücken. Wenn Du zu nah am Original bleibst, wirkt Dein Text wie eine Abschrift. Wenn Du zu frei formulierst, besteht die Gefahr, dass Du den Sinn veränderst. Gute Paraphrasen treffen die Aussage genau und bleiben verständlich.
Indirekte Rede und Wiedergabe von Aussagen
Wenn Figuren oder Personen im Ausgangstext etwas sagen, verwendest Du in der Zusammenfassung normalerweise keine wörtliche Rede. Stattdessen gibst Du die Aussage indirekt oder zusammenfassend wieder. Aus „Ich habe Angst“, sagt die Figur, wird zum Beispiel: „Die Figur äußert Angst.“ Bei Sachtexten kannst Du schreiben: „Die Autorin betont, dass ...“ oder „Der Verfasser kritisiert ...“. So bleibt Dein Text knapp und sachlich.
Zusammenfassungen verschiedener Textsorten
Nicht jede Vorlage wird auf dieselbe Weise zusammengefasst. Du musst die Textsorte beachten, weil sie bestimmt, welche Informationen wichtig sind.
Erzählende Texte
Bei erzählenden Texten stehen Handlung, Figuren, Ort, Zeit, Konflikt und Entwicklung im Mittelpunkt. Du fasst zusammen, was für das Verständnis der Handlung notwendig ist. Beschreibungen, Nebenfiguren, wörtliche Rede und Stimmungen werden nur erwähnt, wenn sie für die Hauptaussage wichtig sind. Bei literarischen Texten ist besonders wichtig, zwischen Inhalt und Deutung zu unterscheiden.
Sachtexte
Bei Sachtexten geht es meist um Informationen, Erklärungen, Probleme, Argumente oder Bewertungen. Du fasst die zentrale Fragestellung, die Hauptaussagen und die wichtigsten Begründungen zusammen. Beispiele aus dem Originaltext übernimmst Du nur, wenn sie für das Argument unverzichtbar sind. Häufig eignen sich Formulierungen wie „Der Text informiert über“, „Die Autorin argumentiert“, „Der Verfasser stellt dar“ oder „Der Artikel kommt zu dem Ergebnis“.
Argumentierende Texte
Bei argumentierenden Texten musst Du die These, die wichtigsten Argumente, Belege und Schlussfolgerungen erkennen. Eine gute Zusammenfassung zeigt, welche Position vertreten wird und wie sie begründet wird. Du darfst die Argumente nicht durch Deine eigene Meinung ersetzen. Wenn Du später Stellung nehmen sollst, erfolgt das in einem eigenen Teil.
Filme und Videos
Auch Filme und Videos können zusammengefasst werden. Dabei achtest Du auf Thema, Handlung, zentrale Aussagen, wichtige Personen, Schauplätze und filmische Wirkung. Bei einem Erklärvideo steht der Lerninhalt im Mittelpunkt. Bei einem Spielfilm geht es stärker um Handlung und Figurenentwicklung. Visuelle Details werden nur genannt, wenn sie für das Verständnis wichtig sind.
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Häufige Fehler und wie Du sie vermeidest
Viele Zusammenfassungen scheitern nicht daran, dass die Lernenden den Text gar nicht verstanden haben, sondern daran, dass sie die Schreibform nicht genau einhalten. Typische Fehler lassen sich gut vermeiden, wenn Du sie kennst.
- Abschreiben: Vermeide lange Formulierungen aus dem Original und schreibe in eigenen Worten.
- Detailfülle: Streiche Einzelheiten, die für das Verständnis nicht notwendig sind.
- Meinung: Schreibe nicht, ob Du den Text gut, schlecht, spannend oder langweilig findest.
- Zeitform: Achte auf das Präsens als Grundtempus.
- Wörtliche Rede: Wandle direkte Rede in eine zusammenfassende Aussage um.
- Unklarer Aufbau: Ordne die Informationen nach Sinnabschnitten.
- Falsche Gewichtung: Gib Hauptgedanken mehr Raum als Nebengedanken.
- Sprachliche Nähe: Verändere nicht nur einzelne Wörter, sondern formuliere Gedanken neu.
- Deutung statt Inhalt: Interpretiere nicht ausführlich, wenn nur eine Zusammenfassung verlangt ist.
- Unvollständigkeit: Prüfe, ob alle zentralen Sinnabschnitte berücksichtigt sind.
Checkliste für Deine Zusammenfassung
Mit dieser Checkliste kannst Du Deinen Text überprüfen, bevor Du ihn abgibst.
- Basissatz: Habe ich Titel, Autorin oder Autor, Textsorte und Thema genannt?
- Thema: Wird klar, worum es im Ausgangstext geht?
- Kernaussage: Sind die wichtigsten Aussagen enthalten?
- Sinnabschnitt: Habe ich alle wichtigen Sinnabschnitte berücksichtigt?
- Kürze: Habe ich unwichtige Details gestrichen?
- Sachlichkeit: Habe ich keine persönliche Meinung eingebaut?
- Präsens: Steht der Text überwiegend im Präsens?
- Eigene Worte: Habe ich selbst formuliert?
- Zusammenhang: Sind die Sätze logisch miteinander verbunden?
- Sprache: Sind Rechtschreibung, Zeichensetzung und Ausdruck überarbeitet?
Beispiel: Vom Ausgangstext zur Zusammenfassung
Stelle Dir folgenden kurzen Ausgangstext vor: Eine Schülerin bereitet sich auf eine wichtige Klassenarbeit vor. Zuerst liest sie ihre Unterlagen ungeordnet durch und merkt, dass sie vieles vergessen hat. Danach erstellt sie eine Übersicht mit den wichtigsten Themen, markiert offene Fragen und übt gezielt. Am Ende fühlt sie sich sicherer, weil sie den Lernstoff strukturiert wiederholt hat.
Eine mögliche Zusammenfassung lautet: Der kurze Text zeigt, wie eine Schülerin ihre Prüfungsvorbereitung verbessert. Zunächst erkennt sie, dass ungeordnetes Lesen nicht ausreicht. Anschließend strukturiert sie den Lernstoff, klärt offene Fragen und übt gezielt. Dadurch gewinnt sie Sicherheit für die Klassenarbeit.
An diesem Beispiel erkennst Du, dass nicht jedes Detail übernommen wird. Die Zusammenfassung nennt Thema, Entwicklung und Ergebnis. Sie bleibt sachlich, knapp und verwendet eigene Worte.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist das wichtigste Ziel einer Zusammenfassung? (Einen Überblick über den wesentlichen Inhalt geben) (!Den Originaltext spannender erzählen) (!Die eigene Meinung ausführlich darstellen) (!Möglichst viele Zitate sammeln)
Welche Angaben gehören häufig in den Basissatz? (Titel Autor Textsorte und Thema) (!Lieblingsstelle Bewertung und Kommentar) (!Seitenzahl Schriftgröße und Zeilenabstand) (!Spannung Höhepunkt und Cliffhanger)
In welcher Zeitform wird eine Zusammenfassung meistens geschrieben? (Präsens) (!Präteritum) (!Futur) (!Plusquamperfekt)
Wie sollte die Sprache einer Zusammenfassung sein? (Sachlich klar und knapp) (!Umgangssprachlich laut und witzig) (!Spannend dramatisch und ausschmückend) (!Persönlich wertend und emotional)
Wozu dienen Sinnabschnitte beim Zusammenfassen? (Sie helfen beim Ordnen der wichtigsten Gedanken) (!Sie ersetzen den Basissatz vollständig) (!Sie machen eine eigene Meinung überflüssig) (!Sie verlängern den Text automatisch)
Was machst Du mit wörtlicher Rede aus dem Ausgangstext? (Sie wird indirekt oder zusammenfassend wiedergegeben) (!Sie wird immer unverändert übernommen) (!Sie wird ausgeschmückt und dramatisiert) (!Sie wird als eigene Meinung formuliert)
Was unterscheidet eine Zusammenfassung von einer Nacherzählung? (Sie ist knapper sachlicher und weniger spannend) (!Sie ist länger und detailreicher) (!Sie enthält mehr wörtliche Rede) (!Sie bewertet die Figuren ausführlich)
Was gehört in den Hauptteil einer Zusammenfassung? (Die Kernaussagen in sinnvoller Reihenfolge) (!Eine persönliche Empfehlung) (!Eine Sammlung aller Randdetails) (!Eine Liste unbekannter Wörter ohne Zusammenhang)
Warum solltest Du beim Schreiben eigene Worte verwenden? (Weil Du damit echtes Textverständnis zeigst) (!Weil der Ausgangstext dadurch länger wird) (!Weil Zitate immer verboten sind) (!Weil Grammatik dann unwichtig wird)
Was prüfst Du bei der Überarbeitung besonders? (Inhalt Aufbau Sprache und Sachlichkeit) (!Nur die Farbe der Markierungen) (!Nur die Länge der Überschrift) (!Nur die Anzahl der Absätze im Original)
Memory
| Basissatz | nennt Grunddaten und Thema |
| Sinnabschnitt | bündelt zusammengehörige Gedanken |
| Kernaussage | wichtigste Aussage eines Abschnitts |
| Präsens | Grundtempus der Zusammenfassung |
| Sachlichkeit | Verzicht auf persönliche Wertung |
| Paraphrase | Wiedergabe in eigenen Worten |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Überblick gewinnen | erster Lesedurchgang |
| Markieren | wichtige Informationen auswählen |
| Gliedern | Sinnabschnitte bilden |
| Planen | Kernaussagen notieren |
| Formulieren | zusammenhängenden Text schreiben |
| Überarbeiten | Inhalt Sprache und Aufbau prüfen |
Kreuzworträtsel
| Basissatz | Wie heißt der erste Satz mit Grunddaten und Thema? |
| Praesens | In welchem Tempus steht eine Zusammenfassung meistens? |
| Hauptteil | Welcher Teil enthält die Kernaussagen? |
| Sachlichkeit | Welche Haltung vermeidet persönliche Wertung? |
| Paraphrase | Wie nennt man die Wiedergabe in eigenen Worten? |
| Gliederung | Was entsteht durch das Ordnen von Sinnabschnitten? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Basissatz: Suche einen kurzen Zeitungsartikel und formuliere drei verschiedene Basissätze dazu. Vergleiche anschließend, welcher am genauesten und knappsten ist.
- Markieren: Markiere in einem kurzen Sachtext nur die fünf wichtigsten Informationen. Begründe mündlich, warum Du genau diese Stellen ausgewählt hast.
- Sinnabschnitt: Teile eine Kurzgeschichte in Sinnabschnitte ein und gib jedem Abschnitt eine passende Überschrift.
- Checkliste: Erstelle eine persönliche Checkliste mit zehn Punkten, die Du vor dem Abgeben einer Zusammenfassung prüfen willst.
Standard
- Textzusammenfassung: Schreibe eine Zusammenfassung zu einem Sachtext von ungefähr einer Seite und überarbeite sie mithilfe der Checkliste aus diesem aiMOOC.
- Vergleich: Vergleiche eine Nacherzählung und eine Zusammenfassung desselben Textes. Markiere die Unterschiede in Aufbau, Sprache und Länge.
- Paraphrase: Wähle fünf schwierige Sätze aus einem Text und formuliere sie in eigenen Worten, ohne den Sinn zu verändern.
- Peer-Feedback: Tausche Deine Zusammenfassung mit einer Mitschülerin oder einem Mitschüler und gib Rückmeldung zu Basissatz, Kernaussagen, Sachlichkeit und Verständlichkeit.
Schwer
- Sachtextanalyse: Fasse einen argumentierenden Kommentar zusammen und arbeite dabei These, Hauptargumente und Schlussfolgerung heraus.
- Medienzusammenfassung: Sieh Dir ein Lernvideo an und schreibe eine sachliche Zusammenfassung, die Thema, Aufbau und zentrale Aussagen wiedergibt.
- Überarbeitung: Nimm eine absichtlich zu lange und unsachliche Zusammenfassung und verbessere sie so, dass sie knapp, geordnet und neutral wird.
- Schreibprojekt: Erstelle ein kurzes Erklärvideo oder Lernplakat zum Thema „Zusammenfassungen schreiben“ und nutze eigene Beispiele für typische Fehler und Verbesserungen.

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Lernkontrolle
- Transfer: Du bekommst zwei sehr unterschiedliche Texte zum selben Thema, einen Bericht und einen Kommentar. Erkläre, wie sich Deine Zusammenfassung jeweils verändern muss.
- Begründung: Beurteile eine vorgelegte Zusammenfassung danach, ob sie sachlich, vollständig im Wesentlichen und in eigenen Worten geschrieben ist. Begründe Deine Einschätzung mit konkreten Textstellen.
- Schreibstrategie: Entwickle eine Schritt-für-Schritt-Strategie für jemanden, der beim Zusammenfassen immer zu viele Details übernimmt.
- Textsortenkompetenz: Erkläre, warum eine Zusammenfassung eines Sachtextes andere Schwerpunkte setzt als eine Zusammenfassung einer Kurzgeschichte.
- Überarbeitungskompetenz: Überarbeite eine Zusammenfassung, in der wörtliche Rede, persönliche Meinung und unnötige Details vorkommen. Beschreibe anschließend, welche Änderungen die Qualität verbessert haben.
- Anwendung: Wähle einen aktuellen Artikel aus einem seriösen Medium und schreibe eine Zusammenfassung für eine Person, die nur zwei Minuten Zeit hat.
- Reflexion: Erkläre, warum Zusammenfassen nicht nur eine Schreibaufgabe, sondern auch eine Denk- und Verstehensleistung ist.
Lernnachweis
Für den Lernnachweis erstellst Du eine vollständige Zusammenfassung zu einem vorgegebenen Text oder Medium. Dein Ergebnis soll einen klaren Basissatz, einen geordneten Hauptteil und eine überarbeitete Sprache enthalten. Zusätzlich gibst Du eine kurze Reflexion ab, in der Du erklärst, wie Du den Text erschlossen hast. Bewertet werden Textverständnis, Auswahl der Kernaussagen, sachliche Sprache, eigene Formulierungen, sinnvoller Aufbau und sorgfältige Überarbeitung.
- Pflichtteil: Schreibe eine Zusammenfassung zu einem unbekannten Sachtext.
- Reflexion: Erkläre in fünf bis acht Sätzen, wie Du beim Lesen, Markieren, Gliedern und Formulieren vorgegangen bist.
- Selbstprüfung: Wende die Checkliste aus diesem aiMOOC auf Deinen eigenen Text an und markiere mindestens drei Stellen, die Du verbessert hast.
- Transferteil: Formuliere zusätzlich eine sehr kurze Zusammenfassung desselben Textes in höchstens fünf Sätzen.
- Feedback: Nimm Rückmeldung zu Deinem Text auf und schreibe eine verbesserte Endfassung.
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