Winkel, Ebenheit und Rechtwinkligkeit prüfen - Schmied 1


Winkel, Ebenheit und Rechtwinkligkeit prüfen - Schmied 1
Winkel, Ebenheit und Rechtwinkligkeit prüfen - Schmied

Einleitung
Beim Schmieden entstehen Werkstücke durch plastische Umformung unter Druck- und Schlagbeanspruchung. Auch wenn ein Schmiedeteil zunächst nach Augenmaß geformt wird, muss seine Geometrie anschließend zuverlässig geprüft werden. Besonders wichtig sind dabei Winkel, Ebenheit und Rechtwinkligkeit. Diese Merkmale beeinflussen, ob ein Bauteil montiert werden kann, ob Auflageflächen sicher tragen und ob weitere Bearbeitungsschritte wie Feilen, Bohren, Fräsen, Schleifen oder Schweißen korrekt ausgeführt werden können.
In diesem Lernkurs lernst Du, geeignete Prüfmittel auszuwählen, Werkstücke fachgerecht vorzubereiten, Abweichungen richtig zu beurteilen und Prüfergebnisse zu dokumentieren. Der Schwerpunkt liegt auf der betrieblichen Praxis in der Ausbildung: vom einfachen Lichtspaltverfahren bis zur messenden Prüfung mit Messplatte, Messuhr und Referenzwinkel.
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Wichtig: Heiße Schmiedeteile werden nicht mit Präzisionsprüfmitteln geprüft. Das Werkstück muss sicher abgelegt, ausreichend abgekühlt und von losem Zunder, Grat, Öl und Schmutz befreit sein. Messflächen und Prüfmittel dürfen nicht beschädigt werden.
Lernziele
Nach der Bearbeitung dieses aiMOOCs kannst Du den Unterschied zwischen Prüfen, Messen und Lehren erklären. Du kannst Winkel, Ebenheit und Rechtwinkligkeit an geschmiedeten Werkstücken fachgerecht kontrollieren, typische Fehlerquellen erkennen und ein einfaches Prüfprotokoll erstellen. Außerdem kannst Du beurteilen, wann eine Werkstattprüfung genügt und wann eine genauere messtechnische Prüfung erforderlich ist.
Fachliche Grundlagen
Prüfen, Messen und Lehren
Prüfen bedeutet festzustellen, ob ein Werkstück eine vorgegebene Anforderung erfüllt. Beim Messen wird ein Zahlenwert mit Einheit ermittelt, beispielsweise ein Winkel von 89,7° oder eine Abweichung von 0,15 mm. Beim Lehren wird dagegen meist nur festgestellt, ob ein Merkmal innerhalb festgelegter Grenzen liegt. Das Ergebnis lautet dann zum Beispiel „in Ordnung“ oder „nicht in Ordnung“.
Ein Haarwinkel und ein Haarlineal zeigen über den Lichtspalt eine Abweichung an, liefern aber zunächst keinen vollständigen Zahlenwert. Ein Universalwinkelmesser, eine Messuhr oder ein geeignetes Messsystem ermöglicht dagegen eine messende Auswertung.
Winkel, Winkligkeit und Rechtwinkligkeit
Ein Winkel beschreibt die Neigung zweier Linien, Kanten oder Flächen zueinander. In der Werkstatt können feste Winkel mit einem Anschlagwinkel oder einer Winkellehre geprüft werden. Beliebige Winkel werden mit einem Universalwinkelmesser gemessen oder mit einer Schmiege übertragen.
Winkligkeit ist der Oberbegriff für die richtungsbezogene Lage eines Elements zu einem Bezug. Rechtwinkligkeit ist der Sonderfall mit einem Sollwinkel von 90°. In der geometrischen Produktspezifikation ist die Ebenheit eine Formtoleranz ohne Bezug, während Winkligkeit und Rechtwinkligkeit Richtungstoleranzen mit Bezug sind. Deshalb muss bei der Rechtwinkligkeitsprüfung klar sein, welche Fläche, Kante oder Achse als Bezug dient.

Ebenheit
Ebenheit beschreibt, wie gut eine reale Oberfläche einer idealen Ebene entspricht. Die tolerierte Fläche muss innerhalb einer Toleranzzone liegen, die durch zwei zueinander parallele Ebenen begrenzt wird. Umgangssprachlich wird häufig auch von Planheit gesprochen; in technischen Zeichnungen ist Ebenheit der eindeutige Fachbegriff.
Für eine schnelle Werkstattprüfung wird ein Haarlineal in mehreren Richtungen auf die gereinigte Fläche gesetzt. Ein sichtbarer Lichtspalt weist auf eine Abweichung hin. Die Prüfung muss längs, quer und diagonal erfolgen, weil eine Fläche in einer Richtung eben erscheinen und in einer anderen Richtung gewölbt oder verwunden sein kann.

Prüfmittel und ihre Verwendung
Haarwinkel und Präzisionswinkel
Der Haarwinkel besitzt fein bearbeitete Prüfkanten. Er wird mit dem Anschlagschenkel vollständig an die Bezugsfläche angelegt. Die schmale Prüfkante liegt an der zu kontrollierenden Fläche. Im Gegenlicht wird beurteilt, ob ein gleichmäßiger Kontakt besteht oder ein Lichtspalt sichtbar ist.
Der Winkel darf nicht verkantet oder mit hoher Kraft gegen das Werkstück gedrückt werden. Sonst können Verformungen, Verschmutzungen oder ein Grat das Ergebnis verfälschen. Für grobe Schmiedeflächen ist ein empfindlicher Haarwinkel häufig ungeeignet; dort muss zuerst eine definierte Prüf- oder Bezugsfläche hergestellt werden.

Haarlineal und Lichtspaltverfahren
Das Haarlineal wird mit seiner feinen Prüfkante vorsichtig auf die Fläche gestellt. Eine Lichtquelle hinter dem Prüfbereich erleichtert die Beurteilung. Das Ergebnis ist zunächst vergleichend: kein erkennbarer Lichtspalt, gleichmäßiger Lichtspalt oder örtlich wechselnder Lichtspalt.
Für eine belastbare Aussage wird die Prüfung an mehreren Stellen und in mehreren Richtungen wiederholt. Das Haarlineal darf nicht über raue Zunderstellen gezogen werden, weil dadurch die Prüfkante beschädigt werden kann.

Fühlerlehre
Mit einer Fühlerlehre kann die Breite eines zugänglichen Spalts näherungsweise bestimmt werden. Dazu wird ein passendes Fühlerblatt ohne Gewalt zwischen Werkstück und Prüfmittel eingeschoben. Die Blattdicke gibt einen Anhaltspunkt für die örtliche Spaltbreite. Mehrere Blätter dürfen nur verwendet werden, wenn dies für das Prüfverfahren vorgesehen ist und die Blätter sauber aufeinanderliegen.
Eine einzelne Fühlerlehrenmessung ersetzt keine vollständige Ebenheitsprüfung. Sie beschreibt nur den untersuchten Bereich und ist von der Auflage, der Rauheit und der Lage des Prüfmittels abhängig.

Universalwinkelmesser und Schmiege
Mit einem Universalwinkelmesser wird ein Winkelwert abgelesen. Das Grundteil wird an der Bezugsfläche angelegt, die bewegliche Schiene an der zweiten Fläche ausgerichtet und anschließend festgestellt. Bei der Schmiege wird ein vorhandener Winkel übertragen oder mit einer Vorlage verglichen; sie liefert ohne zusätzliche Skala keinen direkten Zahlenwert.
Vor der Messung müssen beide Anlageflächen sauber sein. Beim Ablesen ist auf die richtige Skala, die Blickrichtung und die festgelegte Winkeldefinition zu achten. Innen- und Außenwinkel können unterschiedliche Ablesungen erfordern.
Messplatte, Referenzwinkel und Messuhr
Eine Messplatte bildet eine ebene Bezugsfläche. Das Werkstück wird kippsicher, sauber und möglichst spannungsfrei aufgelegt. Mit einem Referenzwinkel und einer Messuhr kann eine Fläche entlang ihrer Höhe oder Länge abgetastet werden. Die Änderung der Messuhranzeige zeigt die Abweichung relativ zum eingerichteten Bezug.
Dieses Verfahren ist genauer als die reine Lichtspaltprüfung, verlangt aber ein sorgfältiges Einrichten. Das Ergebnis hängt unter anderem von der Qualität der Messplatte, der Ausrichtung des Referenzwinkels, der Messkraft, der Temperaturstabilität und der Wiederholbarkeit der Messpunkte ab.

Fachgerechter Prüfablauf
Arbeitsvorbereitung
Lies zuerst die technische Zeichnung, den Arbeitsplan oder die Prüfanweisung. Bestimme Sollwinkel, Toleranzen, Bezugsflächen und Prüfstellen. Wähle ein Prüfmittel, dessen Messbereich, Auflösung und Genauigkeit zur Anforderung passen. Kontrolliere das Prüfmittel auf Beschädigung, Verschmutzung und gültigen Prüfstatus.
Bei Schmiedeteilen können Zunder, Grat, Schmiedehaut, Verzug und ungleichmäßige Abkühlung die Prüfung beeinflussen. Präzise Geometriemerkmale werden deshalb häufig an nachbearbeiteten Funktions- oder Bezugsflächen geprüft.
Werkstück vorbereiten
Das Werkstück muss ausreichend abgekühlt sein. Entferne lose Rückstände, reinige die Anlageflächen und entgrate nur dort, wo es der Arbeitsplan erlaubt. Prüfe, ob das Werkstück sicher liegt und nicht unter Eigengewicht oder durch Spannmittel verformt wird.

Winkel prüfen
- Bezug festlegen: Bestimme die vorgeschriebene Bezugsfläche oder Bezugskante.
- Prüfmittel anlegen: Lege Anschlagwinkel, Haarwinkel oder Universalwinkelmesser vollständig und ohne Verkanten an.
- Kontakt beurteilen: Prüfe Lichtspalt, Anlage und mögliche Störstellen.
- Mehrfach prüfen: Wiederhole die Prüfung an mehreren Positionen, damit lokale Fehler erkannt werden.
- Ergebnis bewerten: Vergleiche Messwert oder Prüfaussage mit der Zeichnungstoleranz.
Ebenheit prüfen
- Prüffläche reinigen: Entferne Schmutz, lose Zunderschichten und Grate.
- Haarlineal aufsetzen: Setze die Prüfkante vorsichtig auf, ohne sie über die Oberfläche zu schieben.
- Richtungen wechseln: Prüfe längs, quer und diagonal sowie an mehreren Stellen.
- Spalt untersuchen: Beobachte Verlauf und Größe des Lichtspalts; nutze bei Bedarf eine Fühlerlehre.
- Genauer messen: Verwende bei engen Toleranzen eine Messplatte mit Messuhr oder ein geeignetes Koordinatenmesssystem.
Rechtwinkligkeit prüfen
Lege den Anschlagschenkel des Haarwinkels an die festgelegte Bezugsfläche. Führe die Prüfkante an die zweite Fläche heran und beobachte den Lichtspalt. Wiederhole die Prüfung über die gesamte relevante Länge. Bei hohen Genauigkeitsanforderungen wird das Werkstück auf einer Messplatte ausgerichtet und die rechtwinklige Fläche mit einer Messuhr gegen einen Referenzwinkel abgetastet.
Typische Fehlerquellen
Ein häufiger Fehler ist die Prüfung auf Zunder, Grat oder Schmutz. Ebenso problematisch sind ein beschädigter Prüfwinkel, eine verschlissene Prüfkante, zu hohe Anpresskraft, ein verkantetes Prüfmittel oder eine falsche Bezugsfläche. Auch ein noch warmes Werkstück kann durch Wärmeausdehnung und weitere Abkühlung ein instabiles Ergebnis liefern.
Bei geschmiedeten Bauteilen darf eine raue Freiformfläche nicht ohne Weiteres wie eine präzise bearbeitete Bezugsfläche behandelt werden. Entscheidend ist die Zeichnung: Sie legt fest, welches Element toleriert ist, welcher Bezug gilt und welche Prüfmethode angemessen ist.
Prüfergebnis und Dokumentation
Ein Prüfprotokoll sollte mindestens Werkstückbezeichnung, Zeichnungsstand, Prüfmerkmal, Sollwert oder Toleranz, verwendetes Prüfmittel, Ergebnis, Datum und prüfende Person enthalten. Bei einer Lichtspaltprüfung ist die Aussage klar zu formulieren, beispielsweise „kein Lichtspalt erkennbar“, „örtlicher Lichtspalt vorhanden“ oder „Nachmessung mit Messuhr erforderlich“.
Messwerte müssen mit Einheit und sinnvoller Stellenzahl dokumentiert werden. Das Prüfmittel ist eindeutig zu benennen. Bei Abweichungen wird das Werkstück entsprechend der betrieblichen Regelung nachgearbeitet, gesperrt oder zur Entscheidung weitergegeben.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Aussage beschreibt das Messen? (Es wird ein Zahlenwert mit Einheit ermittelt) (!Es wird nur eine Sichtprüfung durchgeführt) (!Es wird das Werkstück automatisch nachgearbeitet) (!Es wird ausschließlich Gut oder Ausschuss angezeigt)
Welche Toleranzart ist die Ebenheit? (Formtoleranz) (!Richtungstoleranz) (!Ortstoleranz) (!Lauftoleranz)
Was benötigt die Rechtwinkligkeitsprüfung grundsätzlich? (Einen festgelegten Bezug) (!Eine beliebige Werkstückkante) (!Ein heißes Werkstück) (!Eine lackierte Prüffläche)
Wofür wird ein Haarlineal verwendet? (Zum Prüfen von Ebenheit und Geradheit) (!Zum Messen der Werkstückmasse) (!Zum Bestimmen der Werkstoffhärte) (!Zum Ermitteln der Schmiedetemperatur)
Welche Vorbereitung ist vor einer Präzisionsprüfung richtig? (Werkstück abkühlen und Prüfflächen reinigen) (!Werkstück im glühenden Zustand prüfen) (!Prüfflächen mit Zunder bedeckt lassen) (!Prüfmittel kräftig über die Fläche ziehen)
Was zeigt ein Lichtspalt am Haarwinkel an? (Eine mögliche Abweichung von der geforderten Geometrie) (!Die chemische Zusammensetzung des Stahls) (!Die genaue Härte des Werkstücks) (!Die elektrische Leitfähigkeit der Oberfläche)
Wozu dient eine Fühlerlehre bei der Prüfung? (Zur näherungsweisen Bestimmung einer Spaltbreite) (!Zum Anreißen eines Kreises) (!Zum Messen der Oberflächentemperatur) (!Zum Prüfen der Materialfestigkeit)
Warum wird Ebenheit in mehreren Richtungen geprüft? (Weil Wölbung und Verwindung richtungsabhängig sichtbar werden können) (!Weil das Haarlineal nur diagonal funktioniert) (!Weil jede Fläche automatisch rechtwinklig ist) (!Weil die Prüffläche dadurch härter wird)
Welches Prüfmittel liefert einen ablesbaren Winkelwert? (Universalwinkelmesser) (!Haarlineal) (!Schmiedehammer) (!Amboss)
Was gehört in ein Prüfprotokoll? (Prüfmerkmal Prüfmittel Ergebnis und Datum) (!Nur der Name des Werkstücks) (!Nur die Farbe des Werkstücks) (!Nur die Dauer des Schmiedevorgangs)
Memory
| Haarwinkel | Rechtwinkligkeit im Lichtspalt prüfen |
| Haarlineal | Ebenheit und Geradheit kontrollieren |
| Universalwinkelmesser | Winkelwert ablesen |
| Fühlerlehre | Spaltbreite näherungsweise bestimmen |
| Messplatte | Ebene Bezugsfläche bereitstellen |
| Messuhr | Relative Abweichung anzeigen |
| Bezugsfläche | Geometrische Ausrichtung festlegen |
| Prüfprotokoll | Ergebnis nachvollziehbar dokumentieren |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Bedeutung im Prüfablauf |
|---|---|
| Abkühlen | Maß- und Formstabilität herstellen |
| Reinigen | Störende Rückstände entfernen |
| Bezug festlegen | Prüfrichtung eindeutig bestimmen |
| Prüfmittel anlegen | Kontakt zur Prüfgeometrie herstellen |
| Mehrfach prüfen | Lokale Abweichungen erkennen |
| Dokumentieren | Ergebnis nachvollziehbar sichern |
Kreuzworträtsel
| Haarwinkel | Welches Prüfmittel kontrolliert präzise einen rechten Winkel über den Lichtspalt? |
| Haarlineal | Welches Prüfmittel wird zur Werkstattprüfung der Ebenheit verwendet? |
| Messplatte | Welche ebene Unterlage dient als messtechnische Bezugsfläche? |
| Lichtspalt | Welche sichtbare Erscheinung weist beim Gegenlichtverfahren auf eine Abweichung hin? |
| Fühlerlehre | Welches Blattlehrenwerkzeug hilft bei der Bestimmung einer Spaltbreite? |
| Bezugsfläche | Welche Fläche legt die Ausrichtung einer Rechtwinkligkeitsprüfung fest? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Prüfmittel-Steckbrief: Erstelle einen Steckbrief zu Haarwinkel, Haarlineal, Fühlerlehre und Universalwinkelmesser mit Einsatzgebiet und einer typischen Fehlerquelle.
- Lichtspalt beobachten: Untersuche unter Aufsicht zwei vorbereitete Metallflächen mit einem Haarlineal und beschreibe den Verlauf des Lichtspalts.
- Bezug erkennen: Markiere auf drei technischen Skizzen die Fläche, die sich als Bezug für eine Rechtwinkligkeitsprüfung eignet, und begründe Deine Wahl.
- Prüfprotokoll: Entwirf eine einfache Protokollvorlage für die Kontrolle eines geschmiedeten Winkelstücks.
Standard
- Prüfplan erstellen: Entwickle für ein geschmiedetes Bauteil einen Prüfplan mit Merkmal, Bezug, Prüfmittel, Prüfreihenfolge und Dokumentation.
- Messmittel vergleichen: Prüfe denselben Winkel mit Haarwinkel und Universalwinkelmesser und vergleiche Aussagekraft, Aufwand und mögliche Fehlerquellen.
- Ebenheit kartieren: Lege für eine Fläche ein Raster fest, führe mehrere Prüfungen durch und übertrage die beobachteten Abweichungen in eine Skizze.
- Fehleranalyse: Untersuche ein absichtlich vergratetes oder verschmutztes Übungsstück zuerst ungeputzt und danach gereinigt. Erkläre die Unterschiede im Ergebnis.
Schwer
- Messuhr-Prüfung: Plane und führe unter fachlicher Aufsicht eine Rechtwinkligkeitsprüfung auf der Messplatte mit Referenzwinkel und Messuhr durch.
- Messunsicherheit: Analysiere, wie Temperatur, Messkraft, Auflage, Rauheit und Wiederholbarkeit das Ergebnis einer Prüfung beeinflussen.
- Prüfvorrichtung entwickeln: Entwirf eine einfache Prüfvorrichtung für ein wiederkehrendes Schmiedeteil und begründe Bezugssystem, Auflagepunkte und Prüfmittel.
- Qualitätsgespräch: Führe ein Interview mit einer Fachkraft aus Fertigung oder Qualitätssicherung über typische Geometriefehler an Schmiedeteilen und dokumentiere die wichtigsten Erkenntnisse.


Lernkontrolle
- Prüfstrategie auswählen: Ein geschmiedeter Halter besitzt eine bearbeitete Auflagefläche und eine raue Seitenfläche. Entwickle eine sinnvolle Strategie zur Prüfung der Rechtwinkligkeit und begründe die Wahl des Bezugs.
- Fehlerursache bewerten: Bei wiederholter Prüfung entstehen unterschiedliche Ergebnisse. Ordne mögliche Ursachen den Bereichen Werkstück, Prüfmittel, Umgebung und Bedienung zu und schlage Gegenmaßnahmen vor.
- Verfahren vergleichen: Vergleiche Lichtspaltverfahren und Messuhrprüfung hinsichtlich Aussage, Genauigkeit, Aufwand und Eignung für die Serienprüfung.
- Toleranz verstehen: Erkläre anhand einer eigenen Skizze, warum eine Fläche ein Maß einhalten und trotzdem außerhalb der Ebenheitstoleranz liegen kann.
- Prüfentscheidung treffen: Entwickle ein begründetes Vorgehen für den Fall, dass die Lichtspaltprüfung eine Abweichung zeigt, aber kein Zahlenwert vorliegt.
- Transfer auf Montage: Beschreibe, welche Folgen eine fehlerhafte Rechtwinkligkeit für Schweißbaugruppen, Schraubverbindungen oder Lagerstellen haben kann.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du Fachbegriffe sicher verwendest, Bezüge aus Zeichnungen erkennst, geeignete Prüfmittel auswählst und einen vollständigen Prüfablauf beschreiben kannst. In einer praktischen Aufgabe solltest Du ein vorbereitetes Werkstück sicher prüfen, das Ergebnis fachgerecht bewerten und nachvollziehbar dokumentieren. Wichtig ist außerdem, dass Du Messgrenzen und Fehlerquellen benennst und bei unklaren Ergebnissen eine geeignete weiterführende Prüfung vorschlägst.
- Fachwissen: Unterschied zwischen Prüfen, Messen und Lehren sowie zwischen Winkel, Ebenheit und Rechtwinkligkeit.
- Praxis: Sauberes Anlegen und schonender Umgang mit Haarwinkel, Haarlineal, Fühlerlehre und Winkelmesser.
- Zeichnungsverständnis: Erkennen von Sollwert, Toleranz und Bezugsfläche.
- Auswertung: Vergleich von Prüfergebnis und Anforderung.
- Dokumentation: Vollständiges Prüfprotokoll mit Prüfmittel und Ergebnis.
- Qualitätsbewusstsein: Erkennen von Grenzen der Methode und Einleiten einer geeigneten Nachprüfung.
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