Willy – Konstantin Wecker – Songs gegen Diskriminierung - aiMOOC


Willy – Konstantin Wecker – Songs gegen Diskriminierung - aiMOOC
Einleitung
„Willy“ von Konstantin Wecker ist eine deutschsprachige Ballade und ein wichtiges Beispiel für ein politisches Lied gegen Rechtsradikalismus, Rassismus, Diskriminierung und Gewalt. Die erste Fassung erschien 1977 auf dem Album Genug ist nicht genug. Im Zentrum steht nicht nur ein einzelnes Gewaltereignis, sondern die Frage, wie Menschen auf Hass, Einschüchterung und menschenfeindliche Ideologien reagieren. Der Song verbindet persönliche Trauer, Wut, Erinnerung, musikalische Dramatik und einen klaren Appell zu Zivilcourage.
In diesem aiMOOC untersuchst Du „Willy“ als Teil deutschsprachiger Songs gegen Diskriminierung. Du lernst, wie Text, Stimme, Musik, Erzählhaltung und historischer Kontext zusammenwirken. Zugleich denkst Du darüber nach, welche Verantwortung Kunst in einer Demokratie haben kann. Der Kurs eignet sich besonders für Deutsch, Musik, Politische Bildung, Ethik, Geschichte und fächerübergreifende Projekte ab Klasse 9 sowie für die Sekundarstufe II.

Medien zum Einstieg
Das folgende Video behandelt „Willy“ – Konstantin Wecker / Songs gegen Diskriminierung und ordnet den Song als frühe und wichtige Ballade gegen Rechtsradikalismus und Gewalt ein.
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Eine weitere Hörperspektive bietet „Willy 2021“. Diese spätere Fassung aktualisiert den Erinnerungs- und Protestcharakter des Liedes und stellt den Bezug zu rassistischer Gewalt in der Gegenwart her.
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Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, warum „Willy“ ein politisches Lied ist. Du kannst zentrale Merkmale einer Ballade, eines Talking Blues und einer gesellschaftskritischen Songanalyse benennen. Du untersuchst, wie Konstantin Wecker persönliche Erzählung, musikalische Gestaltung und politische Haltung verbindet. Du reflektierst Formen von Diskriminierung, Rechtsradikalismus und Rassismus und entwickelst eigene Ideen für respektvolles, demokratisches Handeln.
- Songanalyse: Du analysierst Text, Musik, Stimme, Aufbau und Wirkung eines gesellschaftskritischen Songs.
- Kontextualisierung: Du verbindest ein Kunstwerk mit historischen und gesellschaftlichen Ereignissen.
- Medienkompetenz: Du gehst kritisch und urheberrechtsbewusst mit Songtexten, Videos und Quellen um.
- Demokratiebildung: Du untersuchst, wie Kunst zu Haltung, Erinnerung und Zivilcourage beitragen kann.
- Transfer: Du vergleichst „Willy“ mit anderen Songs gegen Diskriminierung und entwickelst eigene kreative Beiträge.
Hintergrund: Konstantin Wecker und das politische Lied
Konstantin Wecker ist ein deutscher Liedermacher, Komponist, Autor und Schauspieler. Sein Werk ist stark von Poesie, Klaviermusik, Chanson, Kabarett, Gesellschaftskritik und politischem Engagement geprägt. In vielen Liedern geht es um Freiheit, Liebe, Frieden, Antifaschismus, soziale Gerechtigkeit und die Würde des Menschen. „Willy“ steht in dieser Tradition, weil der Song nicht neutral beobachtet, sondern Stellung bezieht.
Das politische Lied unterscheidet sich nicht dadurch von anderen Liedern, dass es nur Informationen vermittelt. Es arbeitet mit Emotionen, Bildern, Klang, Rhythmus, Perspektive und Zuspitzung. Ein guter politischer Song kann Betroffenheit auslösen, Erinnerungen wachhalten, Fragen stellen und Menschen ermutigen, nicht gleichgültig zu bleiben. Dabei muss eine Analyse immer zwischen künstlerischer Gestaltung, historischer Wirklichkeit und persönlicher Meinung unterscheiden.
Was macht ein Lied politisch?
Ein Lied ist politisch, wenn es gesellschaftliche Machtverhältnisse, Unrecht, Gewalt, Ausgrenzung oder Konflikte thematisiert und dazu eine Haltung entwickelt. Diese Haltung kann ausdrücklich, ironisch, erzählerisch, symbolisch oder emotional vermittelt werden. In „Willy“ geschieht dies über eine dramatische Erzählung, eine direkte Ansprache, eine starke Stimme, einen wiederkehrenden Refrain und eine musikalische Begleitung, die die Spannung trägt.
Wichtig: Politische Kunst ist nicht automatisch Propaganda. Politische Kunst lädt zur Auseinandersetzung ein. Sie kann parteiisch sein, ohne die Lernenden vom eigenen Denken zu entlasten. Gerade deshalb eignet sich „Willy“ für den Unterricht: Du kannst untersuchen, wie Kunst wirkt, welche Werte sie verteidigt und wo Du selbst begründet zustimmst, nachfragst oder kritisch vergleichst.
Das Lied „Willy“: Inhalt und Bedeutung
„Willy“ erschien 1977 auf dem Album Genug ist nicht genug. Das Lied erzählt von einer tödlich endenden Auseinandersetzung mit Neonazis. Die Figur Willy wird zum Mittelpunkt einer persönlichen und politischen Klage. Aus dem einzelnen Schicksal entsteht eine größere Frage: Wie kann eine Gesellschaft verhindern, dass Menschen durch Hass, Gewalt und Ideologien der Ungleichwertigkeit bedroht werden?
Der Song wurde später mehrfach aktualisiert. In neueren Fassungen greift Wecker weitere politische Ereignisse und Formen rechter Gewalt auf. Besonders bekannt ist „Willy 2021“, das an den rassistischen Anschlag von Hanau 2020 erinnert und die Opferperspektive in den Mittelpunkt stellt. Dadurch wird deutlich: „Willy“ ist nicht nur ein Lied über die Vergangenheit. Es ist ein wiederkehrendes künstlerisches Gespräch über Gegenwart, Erinnerung und Verantwortung.
Persönliche Erzählung statt abstrakter Belehrung
Eine besondere Stärke des Liedes liegt darin, dass es nicht mit einer abstrakten Definition von Faschismus oder Rassismus beginnt. Stattdessen steht eine konkrete Person im Mittelpunkt. Dadurch wird politisches Unrecht erfahrbar. Die Zuhörenden begegnen keiner Statistik, sondern einer Geschichte. Die Figur Willy macht deutlich, dass Diskriminierung und Gewalt reale Menschen, Freundschaften, Familien und Lebenswege zerstören.
Diese Personalisierung ist ein wichtiges Mittel vieler Songs gegen Diskriminierung. Sie verhindert, dass Gewalt anonym bleibt. Gleichzeitig fordert sie die Zuhörenden heraus: Wer hört, soll sich nicht nur informieren, sondern mitfühlen, nachdenken und Verantwortung übernehmen.
Erinnerungskultur und Aktualisierung
„Willy“ gehört zur Erinnerungskultur, weil der Song Gewalt nicht verschwinden lässt, sondern sie im öffentlichen Gedächtnis hält. Erinnerungskultur bedeutet nicht, in der Vergangenheit stehenzubleiben. Sie fragt, was aus vergangenen Ereignissen für Gegenwart und Zukunft folgt. Weckers verschiedene Willy-Fassungen zeigen, dass sich Kunst verändern kann, wenn sich die gesellschaftliche Lage verändert.
In einer demokratischen Gesellschaft ist Erinnerung eine Aufgabe. Sie hilft, die Würde der Opfer zu achten, Ursachen von Gewalt zu untersuchen und Warnzeichen zu erkennen. Gerade bei Rechtsextremismus ist diese Aufgabe wichtig, weil menschenfeindliche Einstellungen oft mit Verharmlosung, Wegsehen oder falscher Gleichgültigkeit beginnen.
Begriffe: Diskriminierung, Rassismus, Rechtsradikalismus
Diskriminierung bedeutet, dass Menschen benachteiligt, abgewertet oder ausgeschlossen werden, weil ihnen bestimmte Merkmale zugeschrieben werden. Dazu können Herkunft, Sprache, Religion, Geschlecht, Behinderung, Alter, sexuelle Orientierung, soziale Herkunft oder andere Merkmale gehören. Diskriminierung kann offen geschehen, etwa durch Beleidigungen und Gewalt. Sie kann aber auch strukturell auftreten, wenn Regeln, Routinen oder Institutionen bestimmte Gruppen systematisch benachteiligen.
Rassismus ist eine Ideologie der Ungleichwertigkeit. Menschen werden aufgrund zugeschriebener Herkunft, Hautfarbe, Sprache, Kultur oder Religion in Gruppen eingeteilt und bewertet. Diese Einteilung dient dazu, Abwertung, Ausgrenzung oder Gewalt zu rechtfertigen. Ein antirassistischer Blick fragt deshalb nicht nur, ob einzelne Personen absichtlich verletzend handeln. Er fragt auch, welche Bilder, Worte, Strukturen und Machtverhältnisse Ungleichheit stabilisieren.
Rechtsradikalismus und Rechtsextremismus sind verwandte, aber nicht immer gleich verwendete Begriffe. Gemeinsam ist ihnen meist eine nationalistische, autoritäre und menschenfeindliche Abwertung von Vielfalt. Rechtsextremismus richtet sich gegen die Gleichwertigkeit aller Menschen und gegen zentrale Prinzipien der demokratischen Verfassungsordnung. Für die Songanalyse ist wichtig: „Willy“ kritisiert nicht nur einzelne Gewalttäter, sondern eine Ideologie, die solche Gewalt vorbereitet, rechtfertigt oder verharmlost.
Literarische Gestaltung
„Willy“ kann als Ballade gelesen werden, weil das Lied eine dramatische Handlung erzählt, starke Gefühle ausdrückt und lyrische, epische und dramatische Elemente verbindet. Es gibt eine erzählte Situation, eine deutliche Spannung, eine persönliche Stimme und eine Zuspitzung. Die direkte Anrede der Figur Willy erzeugt Nähe und macht aus dem Song eine Art Gespräch mit einem Freund.
Erzählperspektive und Ansprache
Die sprechende Stimme im Lied ist nicht distanziert. Sie spricht persönlich, betroffen und anklagend. Dadurch entsteht eine besondere Erzählperspektive: Das Publikum hört einer Stimme zu, die sich erinnert, trauert, fragt und protestiert. Die direkte Ansprache an Willy macht den Song dialogisch, obwohl nur eine Person spricht. Dieses Verfahren nennt man in der Literatur auch Apostrophe, also die direkte Anrede einer abwesenden oder nicht antwortenden Person.
Die Wirkung ist stark: Die Zuhörenden werden indirekt zu Zeuginnen und Zeugen des Gesprächs. Sie stehen nicht außerhalb des Geschehens, sondern werden in eine moralische Situation hineingezogen. Der Song fragt nicht nur: Was ist passiert? Er fragt auch: Was tust Du, wenn Menschen abgewertet oder bedroht werden?
Sprache und Ton
Wecker arbeitet mit Alltagssprache, poetischer Verdichtung, emotionaler Zuspitzung und teilweise bairischer Färbung. Diese Mischung erzeugt Nähe. Der Song wirkt nicht wie ein sachlicher Bericht, sondern wie ein dringliches Sprechen aus persönlicher Betroffenheit. Gerade diese Verbindung von Kunstsprache und Mündlichkeit ist typisch für viele Liedermacher-Traditionen.
Die Sprache bewegt sich zwischen Trauer, Wut, Erinnerung und Appell. Für die Analyse ist wichtig, nicht nur einzelne Wörter zu betrachten, sondern den Verlauf der Stimmung. Wie verändert sich der Ton? Wann wird erzählt? Wann wird angeklagt? Wann entsteht ein Appell? Solche Fragen helfen, die Wirkung des Songs genau zu beschreiben.
Musikalische Gestaltung
Musikalisch ist „Willy“ eng mit dem Talking Blues verbunden. Dabei werden große Teile des Textes gesprochen oder sprechgesungen, während die Musik eine wiederkehrende Grundlage bildet. Bei Wecker spielt das Klavier eine zentrale Rolle. Es stützt die Stimme, verstärkt die Dramatik und gibt dem langen erzählenden Text eine musikalische Form.
Stimme, Klavier und Refrain
Die Stimme trägt die Erzählung. Tempo, Lautstärke, Pausen und Betonungen sind entscheidend. Das Klavier begleitet nicht nur, sondern kommentiert die Stimmung. Es kann Spannung aufbauen, Ruhe erzeugen oder den emotionalen Druck verstärken. Der Refrain wirkt als wiederkehrender Erinnerungs- und Klagepunkt. Er strukturiert das Lied und macht deutlich, dass das Gesagte nicht einfach abgeschlossen ist.
Eine gute musikalische Analyse achtet deshalb auf mehrere Ebenen: Was macht die Stimme? Was macht das Klavier? Wann wiederholt sich etwas? Wann verändert sich die Energie? Welche Wirkung entsteht durch Länge, Steigerung und Wiederholung?
„Willy“ als Song gegen Diskriminierung
„Willy“ ist ein Song gegen Diskriminierung, weil er die Folgen menschenfeindlicher Ideologie sichtbar macht. Das Lied zeigt nicht nur, dass Gewalt schrecklich ist. Es zeigt auch, wie Sprache, politische Stimmung, Gruppendenken und Verharmlosung ein Klima schaffen können, in dem Gewalt wahrscheinlicher wird. Dadurch wird der Song zu einem Gegenentwurf: Er erinnert, widerspricht und fordert Solidarität.
Songs gegen Diskriminierung können verschiedene Funktionen haben. Sie können trösten, anklagen, informieren, mobilisieren, erinnern oder Gemeinschaft stiften. Sie können Betroffenen eine Stimme geben oder Zuhörende mit ihrer Verantwortung konfrontieren. Gleichzeitig müssen sie sensibel analysiert werden: Nicht jedes starke Gefühl ist automatisch ein gutes Argument. Deshalb verbindet dieser aiMOOC emotionale Wahrnehmung mit genauer Text- und Kontextanalyse.
Vergleich mit anderen Songs gegen Diskriminierung
Du kannst „Willy“ mit anderen deutschsprachigen oder internationalen Songs gegen Diskriminierung vergleichen. Achte dabei nicht nur auf das Thema, sondern auch auf die künstlerische Form. Ein Rap-Song arbeitet anders als eine Ballade. Ein Punk-Song nutzt andere Mittel als ein Chanson. Ein Popsong kann über Eingängigkeit wirken, ein Spoken-Word-Text über Dringlichkeit und Sprache.
Vergleichsfragen können sein: Welche Form von Diskriminierung wird angesprochen? Welche Perspektive spricht? Wird eine Geschichte erzählt oder ein Appell formuliert? Gibt es konkrete Opfer, historische Ereignisse oder allgemeine Forderungen? Welche Rolle spielen Rhythmus, Instrumentierung, Stimme und Refrain? Welche Handlungsmöglichkeiten werden sichtbar?
Unterricht: Sensibler Umgang mit dem Thema
Die Arbeit mit „Willy“ berührt Gewalt, Tod, Rassismus und Rechtsextremismus. Deshalb ist ein respektvoller Rahmen wichtig. Betroffene Erfahrungen dürfen nicht abgefragt oder ausgestellt werden. Diskriminierende Sprache, Parolen oder Täterpropaganda sollen nicht wiederholt werden. Wenn problematische Begriffe in Quellen auftauchen, werden sie eingeordnet, nicht normalisiert. Das Ziel ist Lernen, nicht Schockwirkung.
Für eine gute Diskussion helfen klare Regeln: Höre ausreden. Sprich aus der Ich-Perspektive. Begründe Deine Aussagen. Verwechsle Analyse nicht mit Verharmlosung. Achte auf die Würde der Opfer. Frage nach Hilfe, wenn Dich Inhalte belasten. Demokratiebildung bedeutet auch, dass der Lernraum sicher genug sein muss, um schwierige Fragen ernsthaft zu bearbeiten.
Analysewerkzeug für Deine Songanalyse
| Analysebereich | Leitfragen | Mögliche Fachbegriffe |
|---|---|---|
| Inhalt | Was geschieht? Welche Konflikte, Figuren und Ereignisse stehen im Mittelpunkt? | Handlung, Motiv, Konflikt, Erinnerung |
| Sprache | Welche Wörter, Bilder, Wiederholungen und Tonlagen prägen den Text? | Metapher, Anapher, Apostrophe, Umgangssprache |
| Musik | Wie wirken Stimme, Klavier, Tempo, Dynamik und Refrain zusammen? | Talking Blues, Refrain, Dynamik, Rhythmus |
| Perspektive | Wer spricht? Wer wird angesprochen? Wie wird das Publikum einbezogen? | Lyrisches Ich, Erzählperspektive, Adressierung |
| Kontext | Auf welche gesellschaftlichen Erfahrungen, Debatten oder Ereignisse bezieht sich das Lied? | Rechtsradikalismus, Rassismus, Erinnerungskultur |
| Wirkung | Welche Gefühle, Gedanken oder Handlungsimpulse kann der Song auslösen? | Pathos, Appell, Zivilcourage, Solidarität |
Zeitliche Einordnung ausgewählter „Willy“-Fassungen
| Fassung | Schwerpunkt | Bedeutung für die Analyse |
|---|---|---|
| Willy 1977 | Erste Veröffentlichung auf Genug ist nicht genug | Persönliche Ballade gegen rechtsradikale Gewalt |
| Willy II | Bezug auf rassistische Gewalt gegen Amadeu Antonio | Aktualisierung der Erinnerung an rechte Gewalt |
| Willy III und spätere Fassungen | Politische Gegenwartsdiagnosen | Verbindung von Freundschaftsgespräch, Protest und Zeitkritik |
| Willy 2018 | Rückblick auf antifaschistische Lieder und neue rechte Entwicklungen | Erinnerung an Kontinuitäten menschenfeindlicher Ideologien |
| Willy 2021 | Bezug auf den rassistischen Anschlag in Hanau 2020 | Aktualisierung der Frage nach Demokratie, Schutz und Zivilcourage |
Quellenhinweise
- Wikipedia: Willy (Lied)
- Wikipedia: Konstantin Wecker
- Konstantin Wecker: Willy 2021
- Universität Duisburg-Essen: Analyse der Willy-Versionen
- Bundeszentrale für politische Bildung: Rassismus
- Bundeszentrale für politische Bildung: Rechtsextremismus
- Wikimedia Commons: Konstantin Wecker 1.jpg
- Wikimedia Commons: No-racism.svg
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
In welchem Jahr erschien die ursprüngliche Fassung von „Willy“ auf dem Album „Genug ist nicht genug“? (1977) (!1968) (!1989) (!2021)
Auf welchem Album wurde „Willy“ zuerst veröffentlicht? (Genug ist nicht genug) (!Vaterland) (!Utopia) (!Poesie in stürmischen Zeiten)
Welche Form beschreibt „Willy“ besonders treffend? (Ballade und Talking Blues) (!Tanzlied und Marsch) (!Opernarie und Fuge) (!Werbejingle und Schlagerparodie)
Wogegen richtet sich „Willy“ im Kern? (Rechtsradikalismus und Gewalt) (!Lange Konzertabende) (!Klavierunterricht) (!Reisefieber)
Welche Funktion hat die persönliche Figur Willy im Lied? (Sie macht politisches Unrecht konkret und emotional erfahrbar) (!Sie erklärt Musiktheorie ohne Beispiele) (!Sie ersetzt jede historische Einordnung) (!Sie macht den Song zu einem Liebeslied ohne Politik)
Was ist für viele Strophen von „Willy“ musikalisch typisch? (Sie werden überwiegend gesprochen und vom Klavier begleitet) (!Sie bestehen nur aus Chorgesang ohne Instrumente) (!Sie werden als Walzer ohne Text gespielt) (!Sie enthalten ausschließlich elektronische Beats)
Welche Fassung bezieht sich besonders auf den rassistischen Anschlag in Hanau? (Willy 2021) (!Willy 1977) (!Willy II) (!Willy III)
Welche Kompetenz übst Du bei einer fundierten Songanalyse besonders? (Die Verbindung von Textgestaltung Musik und gesellschaftlichem Kontext erkennen) (!Nur den Namen des Interpreten auswendig lernen) (!Alle Instrumente ohne Zusammenhang aufzählen) (!Eine Meinung ohne Begründung wiederholen)
Was bedeutet Zivilcourage im Zusammenhang mit dem Thema? (Mutiges Handeln gegen Unrecht) (!Gleichgültigkeit gegenüber Ausgrenzung) (!Nachsprechen von Parolen) (!Vermeiden jeder Diskussion)
Was ist bei der Arbeit mit dem Song im Unterricht besonders wichtig? (Respektvoll analysieren und diskriminierende Parolen nicht wiederholen) (!Täterpropaganda unkommentiert verbreiten) (!Betroffene Erfahrungen erzwingen) (!Nur über Musik sprechen und jeden Kontext ausblenden)
Memory
| Ballade | erzählendes Lied mit dramatischer Handlung |
| Talking Blues | gesprochene Strophen mit musikalischer Begleitung |
| Zivilcourage | mutiges Handeln gegen Unrecht |
| Refrain | wiederkehrender Liedteil |
| Rassismus | Ideologie der Ungleichwertigkeit |
| Erinnerungskultur | aktives Bewahren und Befragen von Vergangenheit |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Originalfassung | Genug ist nicht genug |
| Willy II | Amadeu Antonio |
| Willy 2018 | Sage Nein |
| Willy 2021 | Hanau |
| Musikalische Form | Talking Blues |
...
Kreuzworträtsel
| Ballade | Welche literarisch-musikalische Form erzählt oft eine dramatische Handlung? |
| Wecker | Wie heißt der Liedermacher mit Nachnamen, der Willy schrieb? |
| Rassismus | Welche Ideologie wertet Menschen aufgrund zugeschriebener Herkunft ab? |
| Hanau | Auf welches Verbrechen nimmt Willy 2021 besonders Bezug? |
| Klavier | Welches Instrument prägt die Begleitung vieler Willy-Versionen? |
| Refrain | Wie heißt ein wiederkehrender Liedteil? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Höreindruck: Höre den Song oder einen Ausschnitt und notiere drei Gefühle, drei Fragen und drei musikalische Beobachtungen, ohne den Liedtext vollständig abzuschreiben.
- Begriffskarte: Erstelle eine Begriffskarte zu den Wörtern Ballade, Talking Blues, Refrain, Diskriminierung und Zivilcourage.
- Bildimpuls: Gestalte ein Plakat mit dem Titel Musik gegen Wegsehen und erkläre in fünf Sätzen, welche Botschaft sichtbar werden soll.
- Respektregel: Formuliere fünf Gesprächsregeln für eine faire Diskussion über Songs gegen Diskriminierung.
Standard
- Songanalyse: Schreibe eine strukturierte Analyse zu einer ausgewählten Passage und untersuche Inhalt, Sprache, Stimme, Musik und Wirkung.
- Kontextrecherche: Recherchiere eine spätere Willy-Fassung und erkläre, welches gesellschaftliche Ereignis darin aufgegriffen wird.
- Vergleich: Vergleiche „Willy“ mit einem anderen deutschsprachigen Song gegen Diskriminierung und arbeite zwei Gemeinsamkeiten und zwei Unterschiede heraus.
- Interview: Führe ein kurzes Interview mit einer Person aus Deinem Umfeld über Musik, Haltung und Zivilcourage und fasse die wichtigsten Gedanken anonymisiert zusammen.
Schwer
- Kreatives Schreiben: Verfasse einen eigenen Spoken-Word-Text gegen Diskriminierung, der ohne Hasssprache auskommt und eine klare demokratische Haltung zeigt.
- Podcast: Produziere eine fünfminütige Audioanalyse zu „Willy“ und erkläre, wie Musik Erinnerungskultur unterstützen kann.
- Ausstellung: Entwickle ein Konzept für eine schulische Ausstellung Songs gegen Diskriminierung mit mindestens fünf Stationen, Quellenhinweisen und Reflexionsfragen.
- Debatte: Bereite eine begründete Debatte zur Frage vor, ob politische Songs gesellschaftliche Veränderungen anstoßen können, und nutze Beispiele aus Musikgeschichte und Gegenwart.

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Lernkontrolle
- Transferanalyse: Erkläre an einem selbst gewählten Song, wie persönliche Erzählung genutzt werden kann, um gesellschaftliches Unrecht sichtbar zu machen.
- Kontexturteil: Beurteile, warum eine spätere Aktualisierung eines politischen Songs sinnvoll sein kann, aber auch Risiken der Vereinfachung mit sich bringt.
- Demokratiebezug: Entwickle ein Handlungskonzept für eine Klasse, die nach einem diskriminierenden Vorfall mit Musik, Gespräch und klaren Regeln reagieren möchte.
- Wirkungsvergleich: Vergleiche die Wirkung eines gesprochenen politischen Liedes mit der Wirkung eines schnelleren Protestliedes und begründe Deine Einschätzung.
- Quellenkritik: Prüfe zwei Internetquellen zu „Willy“ oder Konstantin Wecker und erkläre, woran Du Zuverlässigkeit, Perspektive und mögliche Lücken erkennst.
Lernnachweis
Für den Lernnachweis erstellst Du ein kleines Portfolio. Es besteht aus einer Songanalyse, einer Kontextrecherche, einem kreativen Produkt und einer Reflexion. Dein Portfolio soll zeigen, dass Du nicht nur Fakten kennst, sondern Zusammenhänge verstehst und verantwortungsvoll mit dem Thema umgehst.
- Analyseportfolio: Verfasse eine Analyse von 600 bis 900 Wörtern zu „Willy“ mit den Bereichen Inhalt, Sprache, Musik, Perspektive, Kontext und Wirkung.
- Kontextseite: Erstelle eine übersichtliche Seite zu Rechtsradikalismus, Rassismus oder Erinnerungskultur und verbinde sie begründet mit dem Song.
- Kreativprodukt: Gestalte ein Plakat, einen Audiobeitrag, einen kurzen Poetry-Slam-Text oder eine digitale Präsentation gegen Diskriminierung.
- Reflexion: Schreibe eine persönliche Reflexion darüber, was Du über Kunst, Verantwortung und Zivilcourage gelernt hast.
- Selbstbewertung: Bewerte Deine Arbeit anhand der Kriterien Genauigkeit, Sensibilität, Quellenarbeit, Gestaltung und Transfer.
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