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Wie der FC Bayern Geld verdient

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Wie der FC Bayern Geld verdient



Einleitung

Der FC Bayern München verdient Geld nicht aus einer einzigen Quelle. Das Geschäftsmodell des Profifußballs verbindet sportliche Leistung, Stadionauslastung, Medienreichweite, Sponsoring, Merchandising, Transfers und eine zunehmend internationale Vermarktung. Für das Geschäftsjahr 2024/25 meldete der Konzern der FC Bayern München AG einen Rekordumsatz von 978,3 Millionen Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, das EBITDA, lag bei 187,8 Millionen Euro, der Jahresüberschuss nach Steuern bei 27,1 Millionen Euro.[1]

Dieser aiMOOC untersucht, wie diese Erlöse entstehen und wie die verschiedenen Einnahmequellen zusammenhängen. Du lernst dabei auch, zwischen Umsatz, Gewinn, Konzernabschluss und Einzelabschluss zu unterscheiden. Als Vergleich wird der offizielle Jahresabschluss 2023/24 herangezogen. Zum Datenstand 2. September 2026 ist der Jahresabschluss 2024/25 der jüngste auf der offiziellen FC-Bayern-Seite veröffentlichte vollständige Jahresabschluss, der die Erlösarten im Einzelabschluss der FC Bayern München AG aufschlüsselt.[2]

Die komplette Jahreshauptversammlung 2025 enthält unter anderem den Bericht zum Jahresabschluss und eignet sich als Primärquelle für die wirtschaftliche Einordnung:


Datenbasis und Unternehmensstruktur

Die Profifußballaktivitäten werden im Wesentlichen über die FC Bayern München AG geführt. Der FC Bayern München e. V. hält 75 Prozent der Anteile. Die übrigen 25 Prozent liegen zu gleichen Teilen bei adidas, Audi und Allianz, also jeweils rund 8,33 Prozent.[3] Wichtig ist: Eine Beteiligung an der AG ist nicht dasselbe wie ein laufender Sponsoringerlös. Ein Anteilseigner besitzt Eigenkapitalanteile; Sponsoringzahlungen entstehen aus gesonderten Vermarktungsverträgen.

Der Konzernabschluss fasst die FC Bayern München AG, die Allianz Arena München Stadion GmbH und weitere Tochterunternehmen zusammen. Deshalb ist der Konzernumsatz von 978,3 Millionen Euro nicht identisch mit dem Umsatz des Einzelabschlusses der FC Bayern München AG von 926,6 Millionen Euro.[1] Wer die Erlösarten Spielbetrieb, Sponsoring, Medien, Transfers und Merchandising analysiert, muss deshalb darauf achten, dass diese Aufschlüsselung im veröffentlichten Bericht dem Einzelabschluss der AG zugeordnet ist.

Die Allianz Arena München Stadion GmbH erzielte 2024/25 einen Jahresüberschuss von 16,3 Millionen Euro.[1] Das zeigt, dass das Stadion nicht nur sportliche Heimat, sondern auch ein eigenständiger wirtschaftlicher Vermögenswert innerhalb des Konzerns ist.


Konzernzahlen 2024/25 im Überblick

Kennzahl 2024/25 2023/24 Veränderung
Konzernumsatz 978,3 Mio. € 951,5 Mio. € +2,8 %
EBITDA 187,8 Mio. € 168,7 Mio. € +11,3 %
Gewinn vor Steuern 42,5 Mio. € 62,7 Mio. € -32,2 %
Jahresüberschuss 27,1 Mio. € 43,1 Mio. € -37,1 %

Der Vergleich macht deutlich: Mehr Umsatz bedeutet nicht automatisch mehr Gewinn. Obwohl Umsatz und EBITDA stiegen, sank der Jahresüberschuss. Im Einzelabschluss der AG erhöhten sich die gesamten Abschreibungen von 95,1 Millionen Euro auf 132,3 Millionen Euro; davon entfielen 2024/25 126,4 Millionen Euro auf Abschreibungen auf Transferentschädigungen.[1][2] Kosten, Abschreibungen, Steuern und weitere Aufwendungen entscheiden also darüber, wie viel vom Umsatz am Ende als Gewinn verbleibt.


Woher kommen die Einnahmen?

Die veröffentlichten Erlöspositionen der FC Bayern München AG zeigen für 2024/25 eine breit gestreute Struktur. Die sechs Positionen summieren sich wegen Rundungen auf etwa den ausgewiesenen AG-Umsatz von 926,6 Millionen Euro.[1]

Erlösquelle 2024/25 2023/24 Veränderung Anteil am AG-Umsatz 2024/25
Spielbetrieb 260,7 Mio. € 226,9 Mio. € +14,9 % ca. 28,1 %
Sponsoring und Vermarktung 240,4 Mio. € 225,7 Mio. € +6,5 % ca. 25,9 %
Mediale Vermarktung 105,3 Mio. € 91,7 Mio. € +14,8 % ca. 11,4 %
Transfers 117,7 Mio. € 186,1 Mio. € -36,8 % ca. 12,7 %
Merchandising 150,5 Mio. € 135,1 Mio. € +11,4 % ca. 16,2 %
Sonstiges 51,9 Mio. € 42,7 Mio. € +21,5 % ca. 5,6 %

Die Tabelle zeigt eine zentrale Stärke des Geschäftsmodells: Der Club ist nicht nur von einer Einnahmequelle abhängig. Ein schwächeres Transferjahr kann teilweise durch steigende Erlöse aus Spielbetrieb, Sponsoring, Medien oder Merchandising ausgeglichen werden. Gleichzeitig hängen viele Bereiche indirekt vom sportlichen Erfolg und von der Stärke der Marke ab.


Spielbetrieb

Der Spielbetrieb war 2024/25 mit 260,7 Millionen Euro die größte einzelne Erlösposition im Einzelabschluss. Der FC Bayern nennt hier Einnahmen aus Bundesliga-Heimspielen, Freundschaftsspielen, DFB-Pokal, UEFA Champions League und FIFA Klub-Weltmeisterschaft.[1]

Spielbetrieb bedeutet deshalb mehr als der Verkauf normaler Eintrittskarten. Dazu gehören je nach Wettbewerb und Abrechnung auch Erlöse, die durch die Teilnahme und das sportliche Abschneiden in nationalen und internationalen Wettbewerben entstehen. Hinzu kommen wirtschaftliche Effekte rund um den Stadiontag, etwa Hospitality, Gastronomie, Führungen und weitere Arenaangebote, die teilweise bei der Stadiongesellschaft beziehungsweise in anderen Positionen des Konzerns anfallen.

Die Allianz Arena ist dabei ein zentraler Vermögenswert. Nach Angaben des Clubs zieht sie rund drei Millionen Menschen pro Jahr an; neben Fußballspielen finden dort auch Führungen, Firmenveranstaltungen und weitere Events statt. Der Club betont, dass Erlöse aus Merchandising, Hospitality und Events in der Arena über die Jahre gewachsen sind.[4]

Ökonomische Logik: Je mehr attraktive Heimspiele ein Club bestreitet und je weiter er in Wettbewerben kommt, desto größer können die spielbezogenen Erlöschancen werden. Sportlicher Erfolg kann also direkt auf den Umsatz wirken.


Medienrechte

Die Position mediale Vermarktung lag 2024/25 bei 105,3 Millionen Euro. Davon kamen 102,9 Millionen Euro aus der DFL-Zentralvermarktung der Bundesliga, national und international.[1]

In der Fußball-Bundesliga verkauft der einzelne Club die zentralen Bundesliga-Live-Rechte nicht allein. Die DFL vermarktet die Rechte zentral und schüttet die Erlöse nach festgelegten Regeln an die Clubs aus. Für die Spielzeiten 2025/26 bis 2028/29 erzielte die DFL mit den deutschsprachigen Medienrechten insgesamt 4,484 Milliarden Euro, also durchschnittlich 1,121 Milliarden Euro pro Saison.[5]

Für die nationalen Medienerlöse der neuen Rechteperiode nutzt die DFL weiterhin die vier Säulen Gleichverteilung, Leistung, Interesse und Nachwuchs. Nationale und internationale Medienerlöse werden nach jeweils eigener Systematik verteilt.[6]

Der DFL-Wirtschaftsreport 2024/25 zeigt die Bedeutung der Medienrechte für die gesamte Branche: Erlöse aus der Vermarktung von Medienrechten an nationalen und internationalen Wettbewerben machten rund 31 Prozent des Gesamtumsatzes der 36 Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga aus.[7]

Wichtig: Beim FC Bayern werden die Erträge aus der UEFA Champions League im eigenen Jahresabschluss nicht in der Position „mediale Vermarktung“ ausgewiesen, sondern der Spielbetriebsposition zugeordnet. Deshalb darfst Du die 105,3 Millionen Euro mediale Vermarktung nicht mit allen Fernseh- und Wettbewerbserlösen des Clubs gleichsetzen.[1]


Sponsoring und Vermarktung

Sponsoring und Vermarktung brachten 2024/25 240,4 Millionen Euro ein. Gegenüber 2023/24 war das ein Plus von 6,5 Prozent.[8]

Sponsoren kaufen nicht einfach nur ein Logo auf einem Trikot. Ein Sponsoringpaket kann unterschiedliche Rechte und Leistungen verbinden: Trikotpräsenz, Bandenwerbung, Namensrechte, Hospitality, digitale Inhalte, gemeinsame Kampagnen, Produktintegration und internationale Aktivierungen. Die Reichweite des Clubs macht solche Rechte für Unternehmen attraktiv.

Ein aktuelles Beispiel ist die Deutsche Telekom. Sie ist seit 2002 Trikotsponsor und Hauptpartner; 2025 wurde die Partnerschaft bis Sommer 2032 verlängert.[9] Auch internationale Partnerschaften können die globale Vermarktung stärken. So schloss der Club 2025 einen langfristigen Platin-Partner-Vertrag mit Emirates bis zum Ende der Saison 2031/32, unter anderem mit Bandenwerbung und digitalen Aktivierungen.[10]

Ein wichtiger Unterschied bleibt: adidas, Audi und Allianz sind zugleich strategische Anteilseigner der AG. Der Erwerb von Aktienanteilen ist eine Kapitalbeteiligung. Laufende Sponsoring- oder Vermarktungserlöse entstehen aus separaten Verträgen und dürfen wirtschaftlich nicht mit dem Eigenkapitalanteil verwechselt werden.


Merchandising

Mit 150,5 Millionen Euro erreichte das Merchandising 2024/25 einen Rekordwert und lag 11,4 Prozent über dem Vorjahr.[8] Merchandising umfasst den Verkauf beziehungsweise die Vermarktung von Fanartikeln wie Trikots, Trainingskleidung, Schals, Accessoires und weiteren Produkten.

Merchandising macht aus Fanbindung einen direkten Markt. Die Nachfrage hängt von vielen Faktoren ab: sportlichem Erfolg, Popularität einzelner Spielerinnen und Spieler, neuen Trikots, Sonderkollektionen, stationären Shops, Onlinehandel und internationaler Reichweite. Ein starker Club kann dieselbe Marke in vielen Ländern gleichzeitig vermarkten.

Ein historisches Beispiel für diese Internationalisierung ist der 2015 gestartete offizielle Tmall-Flagship-Store für den chinesischen Markt. Das Video zeigt, wie der Club schon früh versuchte, offizielle Fanartikel direkt für Fans in China verfügbar zu machen:

Das Video ist als historisches Beispiel zu verstehen; die aktuellen Finanzzahlen stammen aus dem Jahresabschluss 2024/25.


Transfers

Transfereinnahmen beliefen sich 2024/25 auf 117,7 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es noch 186,1 Millionen Euro. Das entspricht einem Rückgang um 36,8 Prozent.[8]

Transfers sind besonders schwankungsanfällig. Erlöse entstehen, wenn Spieler gegen Ablöse zu einem anderen Club wechseln oder weitere vertraglich vereinbarte Zahlungen ausgelöst werden. Ein hoher Transfererlös ist aber nicht automatisch gleichbedeutend mit einem ebenso hohen Gewinn, denn auf der Aufwands- und Bilanzseite stehen Kaderkosten und die bilanziellen Effekte früherer Spielerzugänge.

Im Jahresabschluss 2024/25 weist die AG 126,4 Millionen Euro Abschreibungen auf Transferentschädigungen aus. Die gesamten Abschreibungen lagen bei 132,3 Millionen Euro.[1] Das macht deutlich, warum Du Transfererlöse nicht isoliert betrachten solltest. Für eine wirtschaftliche Bewertung musst Du Einnahmen, Anschaffungskosten, Vertragslaufzeiten, Abschreibungen und Gehälter zusammen denken.

Transfers können kurzfristig große Beträge bewegen, sind aber weniger planbar als langfristige Sponsoringverträge oder zentral verteilte Medienerlöse. Ein ausgewogenes Geschäftsmodell versucht deshalb, nicht von Spielerverkäufen abhängig zu werden.


Internationale Erlösquellen

Internationale Erlösquellen entstehen auf mehreren Ebenen. Der FC Bayern verkauft nicht einfach „im Ausland“ dasselbe Produkt, sondern kombiniert Wettbewerbe, Medienrechte, Sponsoring, Merchandising, eigene digitale Kanäle und lokale Präsenz.


UEFA Champions League

Die UEFA Champions League ist sportlich und wirtschaftlich besonders relevant. Für 2024/25 weist der UEFA-Finanzbericht für den FC Bayern München Ausschüttungen von insgesamt 105,865 Millionen Euro aus. Diese Summe setzt sich aus Startanteil, Wertkomponente, Ligaphasen- und Platzierungszahlungen sowie Prämien für erreichte K.-o.-Runden zusammen.[11]

Die UEFA verteilt ihre zentralen Wettbewerbserlöse in der Champions League über gleiche Anteile, leistungsbezogene Prämien und eine Wertkomponente, die unter anderem Marktwerte und Clubkoeffizienten berücksichtigt.[12]

Für den FC Bayern sind solche UEFA-Zahlungen eine internationale Erlösquelle, im eigenen Jahresabschluss werden die Champions-League-Einnahmen jedoch innerhalb des Spielbetriebs eingeordnet.[1]


FIFA Klub-Weltmeisterschaft

Die FIFA-Klub-Weltmeisterschaft 2025 eröffnete eine weitere globale Erlösquelle. Der FC-Bayern-Jahresabschluss nennt die FIFA Klub-WM ausdrücklich als Bestandteil der Einnahmen aus dem Spielbetrieb.[1] Die FIFA stellte für das Turnier 2025 insgesamt 1 Milliarde US-Dollar Preisgeld für 32 Clubs bereit. Davon entfielen 525 Millionen US-Dollar auf Teilnahmezahlungen und 475 Millionen US-Dollar auf leistungsbezogene Zahlungen. Für europäische Clubs lag die Teilnahmezahlung je nach sportlich-kommerziellem Ranking zwischen 12,81 und 38,19 Millionen US-Dollar; hinzu kamen Prämien für Siege und erreichte K.-o.-Runden.[13]

Damit wird deutlich: Neue internationale Wettbewerbsformate können das Erlösprofil eines Spitzenclubs verändern.


Internationale Medien- und Sponsoringmärkte

Von den 102,9 Millionen Euro DFL-Zentralvermarktung 2024/25 stammen Zahlungen aus der nationalen und internationalen Bundesliga-Vermarktung.[1] Je stärker eine Liga und ein Club weltweit nachgefragt werden, desto wichtiger werden internationale Rechtepakete.

Auch Sponsoring wird international skaliert. Globale Unternehmen können die Bekanntheit des FC Bayern nutzen, um Zielgruppen in mehreren Märkten zu erreichen. Der wirtschaftliche Wert hängt deshalb nicht nur von Zuschauerzahlen in München ab, sondern auch von Reichweite in Europa, Asien, Amerika und weiteren Regionen.


Auslandsbüros und globale Fanbasis

Der Club unterhält Auslandsbüros beziehungsweise Repräsentanzen in New York, Shanghai, Bangkok und Seoul. Mehr als 20 Mitarbeitende sind dort nach Clubangaben an der internationalen Präsenz beteiligt. Die Büros sollen Fanbeziehungen stärken und Partnerschaften in strategisch wichtigen Märkten entwickeln.[14]

Das folgende offizielle Video über den Besuch eines Fanclubs aus Shanghai veranschaulicht, wie internationale Fanbeziehungen mit dem Erlebnis rund um den Club verbunden werden:

Reichweite ist noch kein Umsatz. Sie kann aber wirtschaftlich wertvoll werden, weil sie Sponsoring, Merchandising, Mediennutzung und eigene digitale Angebote attraktiver macht. Für die Saison 2025/26 meldete der Club über 220 Millionen Follower auf seinen Social-Media-Plattformen, mehr als 1,1 Milliarden Interaktionen und 15 Milliarden Videoaufrufe. Die Zahl der Abonnenten von FC Bayern TV PLUS sei gegenüber der Vorsaison um 39 Prozent gestiegen.[15] Diese Werte sind Reichweitenindikatoren und dürfen nicht mit Erlösen gleichgesetzt werden.


Sonstige Erlöse

Unter Sonstiges weist die FC Bayern München AG 2024/25 51,9 Millionen Euro aus. Der Jahresabschluss nennt unter anderem Mieten und Pachten, New Media, Museum, Abstellungen von DFB-Nationalspielern sowie Einnahmen aus FC Bayern II, Jugend- und Frauenfußball.[1]

Diese Position zeigt, dass ein großer Fußballclub weit mehr als die erste Männermannschaft umfasst. Medienangebote, Museum, Nachwuchs, Frauenfußball und Immobiliennutzung können eigene Erlösströme erzeugen oder andere Geschäftsbereiche stärken.


Wie die Erlösquellen zusammenwirken

Die Einnahmequellen des FC Bayern sind miteinander verknüpft. Ein vereinfachtes Wirkungsmodell sieht so aus:

  1. Sportlicher Erfolg: Mehr Siege und längere Teilnahmen an Wettbewerben können zusätzliche Prämien, weitere Heimspiele und internationale Sichtbarkeit bringen.
  2. Medienreichweite: Hohe Nachfrage nach Spielen und Inhalten stärkt den Wert von Medienrechten und digitalen Angeboten.
  3. Sponsoring: Große Reichweite und sportliche Sichtbarkeit machen den Club für Marken als Werbe- und Aktivierungspartner attraktiver.
  4. Merchandising: Eine große und emotional gebundene Fanbasis erhöht die Nachfrage nach Trikots und weiteren Fanartikeln.
  5. Transfermarkt: Kaderentscheidungen können sportliche Leistung sichern und zugleich erhebliche Transfererlöse oder -kosten auslösen.
  6. Internationalisierung: Globale Wettbewerbe, Auslandsbüros, digitale Kanäle und internationale Partner erschließen zusätzliche Märkte.

Diese Logik enthält Rückkopplungen. Ein erfolgreicher Kader kann sportliche Erfolge erzeugen, die Medieninteresse und Fanbindung steigern. Höhere kommerzielle Erlöse ermöglichen wiederum Investitionen in den Kader und die Infrastruktur. Gleichzeitig können hohe Personalkosten oder Abschreibungen den Gewinn belasten.


Umsatz ist nicht Gewinn

Ein häufiger Denkfehler lautet: „Der FC Bayern hat fast eine Milliarde Euro Umsatz, also hat er fast eine Milliarde Euro verdient.“ Betriebswirtschaftlich ist das falsch. Umsatz bezeichnet die Erlöse aus den Geschäftstätigkeiten. Davon gehen zahlreiche Aufwendungen ab.

2024/25 standen dem Konzernumsatz von 978,3 Millionen Euro unter anderem hohe Personalkosten, betriebliche Aufwendungen, Materialaufwand, Abschreibungen und Steuern gegenüber. Der Konzernjahresüberschuss betrug am Ende 27,1 Millionen Euro.[1]

Das Beispiel zeigt auch, warum einzelne Erlöspositionen nicht automatisch den wirtschaftlichen Erfolg bestimmen. 2024/25 sanken die Transfererlöse deutlich, während Spielbetrieb, Sponsoring, mediale Vermarktung und Merchandising wuchsen. Gleichzeitig stiegen die Abschreibungen. Für die Bewertung eines Clubs brauchst Du deshalb immer Ertragsseite und Aufwandsseite.


Chancen und Risiken des Geschäftsmodells

  1. Diversifikation: Mehrere große Erlösquellen reduzieren die Abhängigkeit von einem einzigen Markt.
  2. Sportliches Risiko: Frühes Ausscheiden aus Wettbewerben kann Prämien, Spieltage und internationale Sichtbarkeit verringern.
  3. Transfermarktrisiko: Spielerpreise und Verkaufsmöglichkeiten schwanken stark; hohe Erlöse eines Jahres sind nicht automatisch wiederholbar.
  4. Kostenrisiko: Gehälter, Transferabschreibungen, Stadionbetrieb und weitere Aufwendungen können schneller steigen als die Einnahmen.
  5. Medienmarkt: Veränderungen bei TV- und Streamingrechten beeinflussen die zentralen Ausschüttungen der Ligen und Verbände.
  6. Markenrisiko: Sponsoring und Merchandising hängen davon ab, dass der Club sportlich, gesellschaftlich und medial attraktiv bleibt.
  7. Internationalisierung: Globale Märkte bieten Wachstum, erfordern aber lokale Kenntnisse, Partnerschaften und dauerhafte Fanbindung.


Daten richtig lesen

Wenn Du Geschäftsberichte eines Fußballclubs analysierst, solltest Du drei Fragen stellen:

  1. Welche Ebene wird betrachtet? Konzernabschluss und Einzelabschluss sind nicht identisch.
  2. Welche Erlösart meint die Kennzahl? Champions-League-Zahlungen können beim FC Bayern im Spielbetrieb erscheinen, obwohl sie aus einem zentral vermarkteten internationalen Wettbewerb stammen.
  3. Ist die Zahl wiederholbar? Sponsoringverträge und Medienausschüttungen sind oft planbarer als hohe Transfererlöse.

Gerade bei Fußballclubs ist es wichtig, sportliche und wirtschaftliche Logik nicht zu trennen. Die stärksten Einnahmequellen entstehen häufig dort, wo sportlicher Erfolg, Faninteresse, Medienwert und Markenstärke zusammenkommen.


Quellen und Datenstand

Die wichtigsten Primärquellen dieses aiMOOCs sind der FC-Bayern-Jahresabschluss 2024/25, der Vergleichsabschluss 2023/24, der DFL-Wirtschaftsreport 2024/25, die DFL-Unterlagen zur Medienrechteverteilung, der UEFA-Finanzbericht 2024/25 sowie das FIFA-Verteilungsmodell zur Klub-WM 2025. Aktuelle Informationen zur internationalen Präsenz und digitalen Reichweite wurden bis zum Datenstand 2. September 2026 ergänzt.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wie hoch war der Konzernumsatz des FC Bayern im Geschäftsjahr 2024/25? (978,3 Millionen Euro) (!926,6 Millionen Euro) (!260,7 Millionen Euro) (!187,8 Millionen Euro)




Welche Erlösposition war 2024/25 im Einzelabschluss der FC Bayern München AG am größten? (Spielbetrieb) (!Mediale Vermarktung) (!Transfers) (!Sonstiges)




Wie hoch waren die Einnahmen aus Sponsoring und Vermarktung 2024/25? (240,4 Millionen Euro) (!105,3 Millionen Euro) (!150,5 Millionen Euro) (!51,9 Millionen Euro)




Welcher Betrag entfiel 2024/25 auf mediale Vermarktung? (105,3 Millionen Euro) (!102,9 Milliarden Euro) (!240,4 Millionen Euro) (!117,7 Millionen Euro)




Wie hoch waren die Transfereinnahmen 2024/25? (117,7 Millionen Euro) (!186,1 Millionen Euro) (!126,4 Millionen Euro) (!408,3 Millionen Euro)




Wie hoch waren die Merchandising-Einnahmen 2024/25? (150,5 Millionen Euro) (!135,1 Millionen Euro) (!51,9 Millionen Euro) (!240,4 Millionen Euro)




Welcher Anteil der FC Bayern München AG gehört dem FC Bayern München eV? (75 Prozent) (!50 Prozent) (!25 Prozent) (!8,33 Prozent)




Was beschreibt EBITDA am besten? (Operatives Ergebnis vor Zinsen Steuern und Abschreibungen) (!Gesamten Bargeldbestand des Clubs) (!Nur die Einnahmen aus Transfers) (!Nur den Gewinn der Stadiongesellschaft)




Warum ist ein hoher Transfererlös nicht automatisch gleichbedeutend mit hohem Gewinn? (Weil auch Kosten Abschreibungen und weitere Aufwendungen berücksichtigt werden müssen) (!Weil Transfererlöse nie im Jahresabschluss erscheinen) (!Weil Spielerwechsel grundsätzlich kostenlos sind) (!Weil Medienrechte immer höher als Transfererlöse sein müssen)




Welche internationale Einnahmequelle wird im FC-Bayern-Jahresabschluss dem Spielbetrieb zugeordnet? (UEFA Champions League) (!Mitgliedsbeiträge des eV) (!Zinsen auf Festgeld) (!Pacht des Campus)





Memory

Spielbetrieb Heimspiele und Wettbewerbsprämien
Medienrechte DFL-Zentralvermarktung
Sponsoring Werbliche Partnerschaften
Merchandising Verkauf von Fanartikeln
Transfers Erlöse aus Spielerwechseln
Internationalisierung Globale Märkte und Auslandsbüros
EBITDA Operatives Ergebnis vor Zinsen Steuern und Abschreibungen
Konzernabschluss AG plus einbezogene Tochterunternehmen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Spielbetrieb Heimspiele Champions League und Klub-WM
Sponsoring Trikotpräsenz Bandenwerbung und Aktivierungen
Merchandising Trikots Schals und weitere Fanartikel
Medienrechte Zentral vermarktete Bundesliga-Übertragungsrechte
Transfers Einnahmen aus Spielerwechseln






Kreuzworträtsel

Spielbetrieb Welche Erlösart umfasst beim FC Bayern unter anderem Heimspiele und internationale Wettbewerbe?
Sponsoring Wie heißt die Einnahmequelle aus werblichen Partnerschaften?
Medienrechte Welche Rechte werden von der DFL zentral vermarktet und an Clubs ausgeschüttet?
Transfers Wie heißt die Erlösart aus Spielerwechseln?
Merchandising Wie heißt der Geschäftsbereich mit Trikots und Fanartikeln?
Konzernabschluss Welcher Abschluss fasst AG und einbezogene Tochterunternehmen zusammen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Der FC Bayern erzielte 2024/25 im Konzern einen Umsatz von

. Im Einzelabschluss war der

mit 260,7 Millionen Euro die größte Erlösposition. Sponsoring und Vermarktung brachten

ein. Die mediale Vermarktung erreichte

. Davon entfielen 102,9 Millionen Euro auf die

. Das Merchandising erzielte einen Rekordwert von

. Die Transfereinnahmen lagen bei

. Der FC Bayern München eV hält

der Anteile an der FC Bayern München AG. Internationale Champions-League-Ausschüttungen werden im FC-Bayern-Jahresabschluss dem

zugeordnet. Der Jahresüberschuss des Konzerns betrug nach Steuern

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Erlösquellen-Poster: Gestalte ein Poster mit den sechs Erlöspositionen des FC Bayern 2024/25 und ordne jeder Position ein eigenes Symbol oder Bild zu.
  2. Umsatz und Gewinn: Erkläre in einem kurzen Text, warum 978,3 Millionen Euro Umsatz nicht dasselbe sind wie 27,1 Millionen Euro Jahresüberschuss.
  3. Fanshop-Beobachtung: Untersuche einen Online-Fanshop eines Fußballclubs und ordne mindestens zehn Produkte verschiedenen Merchandising-Kategorien zu.
  4. Stadiontag: Zeichne einen Ablaufplan eines Heimspieltags und markiere Stellen, an denen ein Fußballclub direkt oder indirekt Einnahmen erzielen kann.


Standard

  1. Geschäftsbericht vergleichen: Vergleiche die Erlöspositionen 2023/24 und 2024/25 und erkläre, welche Veränderungen für die wirtschaftliche Stabilität besonders wichtig sind.
  2. Medienrechte-Modell: Erstelle eine Infografik, die zeigt, wie Geld von TV- und Streaminganbietern über die DFL zu den Bundesliga-Clubs gelangt.
  3. Sponsoring-Inventar: Analysiere ein aktuelles Spiel des FC Bayern und dokumentiere, an welchen Stellen Sponsoren sichtbar oder digital eingebunden werden. Unterscheide dabei Werbung, Hospitality und Aktivierung.
  4. Internationale Vermarktung: Erstelle eine Weltkarte mit New York, Shanghai, Bangkok und Seoul und entwickle für jeden Standort eine begründete Idee, wie dort Fanbindung und Erlöse zusammenwirken könnten.


Schwer

  1. Transferfallstudie: Entwickle ein Rechenbeispiel für einen Spielertransfer und erkläre getrennt Transfererlös, Anschaffungskosten, Vertragslaufzeit und Abschreibung.
  2. Szenarioanalyse: Simuliere zwei Saisons mit unterschiedlichem sportlichem Abschneiden und begründe, welche Folgen dies für Spielbetrieb, Medienwert, Sponsoring und Merchandising haben könnte.
  3. Experteninterview: Führe ein Interview mit einer Person aus Sportmanagement, Marketing, Medienwirtschaft oder Vereinsarbeit über die Frage, welche Erlösquellen im Profifußball langfristig am stabilsten sind.
  4. Mini-Geschäftsbericht: Erstelle für einen fiktiven Fußballclub einen einseitigen Geschäftsbericht mit mindestens fünf Erlösquellen, drei Kostenblöcken und einer Begründung, warum Umsatz und Gewinn auseinanderliegen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Abhängigkeiten analysieren: Erkläre anhand eines Ursache-Wirkungs-Diagramms, wie sportlicher Erfolg gleichzeitig Spielbetrieb, Medienwert, Sponsoring und Merchandising beeinflussen kann.
  2. Krisenszenario: Angenommen, der Club scheidet früh aus der Champions League aus. Entwickle drei wirtschaftliche Gegenmaßnahmen, die nicht einfach nur Spielerverkäufe sind.
  3. Transferbewertung: Beurteile die Aussage „117,7 Millionen Euro Transfereinnahmen sind automatisch besser als 50 Millionen Euro Transfereinnahmen“. Nutze Kosten, Kaderqualität und Abschreibungen in Deiner Argumentation.
  4. Medienrechte bewerten: Diskutiere, warum die zentrale Vermarktung der Bundesliga für einen Spitzenclub Vor- und Nachteile haben kann.
  5. Internationalisierung prüfen: Erkläre, warum eine große Social-Media-Reichweite wirtschaftlich wertvoll sein kann, obwohl Followerzahlen selbst noch keine Umsätze sind.
  6. Geschäftsmodell beurteilen: Bewerte, ob die Erlösstruktur 2024/25 eher diversifiziert oder konzentriert ist. Nutze mindestens vier Erlöspositionen als Belege.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen, dass Du:

  1. die wichtigsten Erlösquellen Spielbetrieb, Medienrechte, Sponsoring, Merchandising, Transfers und internationale Erlöse unterscheiden kannst,
  2. Konzernumsatz und AG-Einzelabschluss auseinanderhalten kannst,
  3. Umsatz, EBITDA und Jahresüberschuss nicht miteinander verwechselst,
  4. Veränderungen zwischen 2023/24 und 2024/25 mit Zahlen belegen kannst,
  5. erklären kannst, wie sportlicher Erfolg und wirtschaftliche Erlöse zusammenhängen,
  6. Medienrechte und zentrale Vermarktung der DFL verständlich beschreiben kannst,
  7. internationale Wettbewerbe, Auslandsbüros und digitale Reichweite als unterschiedliche Formen der Internationalisierung einordnen kannst,
  8. Transfererlöse im Zusammenhang mit Kosten und Abschreibungen bewerten kannst,
  9. Primärquellen wie Geschäftsberichte kritisch und korrekt auswerten kannst.




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