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Wendrsonn - Da ben i dahoim (Original Studioversion)

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Wendrsonn - Da ben i dahoim (Original Studioversion)




Einleitung

„Da ben i dahoim“ von Wendrsonn ist ein schwäbischsprachiger Folk-Rock-Song, der regionale Identität, Mundart und das Motiv Heimat miteinander verbindet. Der Titel lässt sich sinngemäß mit „Da bin ich zu Hause“ wiedergeben. Schon diese sehr kurze, urheberrechtlich unproblematische Titelzeile zeigt zwei zentrale Merkmale: die schwäbische Form „i“ für „ich“ und die räumliche Selbstverortung durch „da“. Der vollständige geschützte Liedtext wird in diesem aiMOOC bewusst nicht wiedergegeben.

Wendrsonn entstand im Rems-Murr-Kreis und verbindet Folk-Rock, Rock, Blues und Elemente traditioneller Musik mit überwiegend schwäbischen Texten.[1] Die Band-Timeline dokumentiert, dass „Da ben i dahoim“ bereits 2006 zur offiziellen Hymne der baden-württembergischen Naturparke wurde. Ein Rundbrief des Naturparks Schönbuch aus dem Jahr 2007 beschreibt den Titel ebenfalls als neue Naturpark-Hymne und stellt ihn in den Zusammenhang von Kulturlandschaft, regionaler Identität und Erholung im ländlichen Raum.[2]

Der SWR führt den Titel in seinen Hitparadenlisten ausdrücklich als „Da ben i dahoim (Original Studioversion)“. 2024 stand diese Fassung auf Platz 93 der SWR1-Hitparade Baden-Württemberg; 2023 auf Platz 81 und 2022 auf Platz 50.[3][4] Solche Platzierungen sind keine Qualitätsurteile, zeigen aber eine über viele Jahre anhaltende Resonanz beim Publikum.

Die Karte zeigt den Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald, der für die spätere audiovisuelle Rezeption des Liedes wichtig wurde.

Hörhinweis: Der YouTube-Topic-Upload ordnet „Da ben i dahoim“ dem Album „Woisch no?“ zu und nennt als Veröffentlichungsdatum 2009. Die Band-Timeline belegt zugleich, dass der Song bereits 2006 als Naturpark-Hymne verwendet wurde und 2009 zusätzlich eine besondere Fassung auf dem Sampler „Stuttgart Songs“ erschien.[5][6] Die öffentlich zugänglichen Quellen unterscheiden also zwischen Entstehungs-, Veröffentlichungs- und Versionsgeschichte. Deshalb wird hier nicht behauptet, dass jede heute als „Original Studioversion“ bezeichnete Datei exakt mit einer bestimmten Erstveröffentlichung identisch sei.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du den Song in seinen sprachlichen, musikalischen und gesellschaftlichen Zusammenhang einordnen. Du kannst zwischen gesicherten Quellenangaben, eigener Höranalyse und vorsichtigen Deutungen unterscheiden. Du kannst außerdem erklären, wie Dialekt, Erzählperspektive, Instrumentierung, Harmonik, Naturbilder und mediale Nutzung gemeinsam Bedeutung erzeugen.


Wendrsonn und der Schwabenrock-Kontext

Wendrsonn ist eine Folk-Rock- und Mundartrock-Band aus dem Rems-Murr-Kreis. Die Band verbindet nach eigener Darstellung und nach der zusammenfassenden Darstellung in Wikipedia Rock, Blues und Folk mit traditionellen Melodien, schwäbischen Volksliedern sowie Einflüssen aus Bluegrass, American Folk und Irish Folk.[7]

Zur dokumentierten Klangpalette der Band gehören neben E-Gitarre, Keyboard, Schlagzeug und E-Bass auch Geige beziehungsweise E-Geige, Banjo, Westerngitarre, Irish Bouzouki, Mandoline, Ukulele, Tin Whistle, Flöten, Bluesharp, Waschbrett und Akkordeon.[8] Damit steht Wendrsonn in einer Tradition des deutschsprachigen Mundartrock, ohne sich auf eine reine Rockbesetzung zu beschränken.

Biografisch ist die Nähe zum schwäbischen Rock besonders deutlich: Markus Stricker und Michael Schad waren mit Wolle Kriwanek befreundet, der als wichtiger Vertreter von Blues- und Rockmusik mit schwäbischen Texten gilt.[9] Diese Verbindung ist für die Einordnung interessant, darf aber nicht mit der Behauptung verwechselt werden, „Da ben i dahoim“ sei ein autobiografischer Bericht. Der Song verwendet vielmehr eine sprachlich persönliche Perspektive, die sich für viele Hörerinnen und Hörer kollektiv öffnen kann.

Die Violine beziehungsweise Geige ist für den charakteristischen Folk-Rock-Klang von Wendrsonn besonders wichtig. Seit 2010 prägt Klaus Marquardt den Bandsound mit Geige und E-Geige nachhaltig.[10]

Die Akustikgitarre steht beispielhaft für die Verbindung von Singer-Songwriter-, Folk- und Rockelementen.

Die E-Gitarre verweist auf die rockmusikalische Seite des Bandklangs.

Das Schlagzeug verankert den Song im Bereich populärer Bandmusik und sorgt für metrische Stabilität und dynamischen Aufbau.


Entstehungs- und Wirkungsgeschichte

Die Band wurde 2004 von Markus Stricker und Micha Schad gegründet; der erste dokumentierte Auftritt fand 2005 statt. 2006 erschien die erste CD „songs von dahoim“, und im selben Jahr wurde „Da ben i dahoim“ nach der Band-Timeline zur offiziellen Hymne der baden-württembergischen Naturparke.[11]

2009 erschien das Album „Woisch no?“. Ein offizieller beziehungsweise lizenzierter YouTube-Topic-Upload führt „Da ben i dahoim“ auf diesem Album und nennt eine Laufzeit von ungefähr 3:48 Minuten.[12] Ebenfalls 2009 erschien laut Band-Timeline auf dem Sampler „Stuttgart Songs“ eine besondere Fassung des Stücks.[13]

Seit 2013 wird das Lied in der SWR1-Hitparade Baden-Württemberg geführt. Die Band selbst dokumentiert für 2017 Platz 38; die offiziellen SWR-Listen nennen später unter anderem Platz 98 im Jahr 2021, Platz 50 im Jahr 2022, Platz 81 im Jahr 2023 und Platz 93 im Jahr 2024.[14][15][16]

2024 veröffentlichte der Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald einen von Frank Lauter gestalteten Naturfilm zum Lied. Nach Angaben des Naturparks erhielt der vierminütige Film beim Bundesfilmfestival Natur einen „Silbernen Schmetterling“ sowie einen Sonderpreis der Stadt Blieskastel. Die Bildgestaltung verbindet das Lied mit Wäldern, Streuobstwiesen, Gewässern und weiteren Landschaftsmotiven.[17]

Dieses Musikvideo eignet sich besonders für eine Untersuchung der Frage, wie Musik und Landschaftsbilder gemeinsam ein Heimatgefühl erzeugen.

Die beiden frei lizenzierten Wikimedia-Commons-Bilder zeigen typische Motive des Naturparks: Kulturlandschaft und Waldlandschaft. Sie helfen dabei, den Begriff Heimat nicht nur als privaten Ort, sondern auch als gestaltete Landschaft und gesellschaftlichen Erfahrungsraum zu untersuchen.


Textsprache: Schwäbisch als Bedeutungsträger

Die Textsprache ist nicht bloß ein dekoratives Stilmittel. Bereits der Titel „Da ben i dahoim“ zeigt mehrere mundartliche Markierungen. „ben“ entspricht sinngemäß „bin“, „i“ entspricht „ich“, und „dahoim“ entspricht ungefähr „daheim“ oder „zu Hause“. Die Formulierung klingt dadurch regional verankert und schafft sprachliche Nähe zu einem schwäbisch sprechenden Publikum.

Schwäbisch gehört zum alemannischen Dialektraum. Innerhalb des Schwäbischen gibt es wiederum mehrere regionale Ausprägungen. Der Rems-Murr-Raum, aus dem Wendrsonn stammt, liegt im Bereich des Mittelschwäbischen beziehungsweise Neckarschwäbischen.[18]

Die Karte veranschaulicht den größeren alemannischen Sprachraum, in dem die schwäbischen Dialekte liegen.

Das Video bietet ein zusätzliches Hörbeispiel für schwäbische Lautung und Sprachmelodie. Vergleiche beim Hören nicht einzelne Wörter des Wendrsonn-Songs wörtlich, sondern achte auf Vokalfärbung, Rhythmus, Satzmelodie und die Wirkung von Dialekt als gesprochene Identität.

2024 gewann Markus Stricker mit dem Wendrsonn-Titel „Geile Zeit“ den Hauptpreis des ersten Landespreises für Dialekt Baden-Württemberg in der Kategorie Lied/Musik. Die Landesregierung begründete die Auszeichnung unter anderem mit seiner Rolle als Botschafter der Mundart und mit dem Zusammenspiel von Text, Satzgesang und Instrumentierung.[19] Diese Auszeichnung bezieht sich ausdrücklich auf „Geile Zeit“, nicht auf „Da ben i dahoim“, ist aber ein wichtiger Beleg für die kulturelle Bedeutung der Mundartarbeit der Band.


Erzählperspektive und sprachliche Deixis

Die Titelzeile setzt eine Ich-Perspektive. Das Pronomen „i“ markiert einen Sprecher, der sich selbst räumlich und emotional positioniert. Das Wort „da“ ist ein sogenannter deiktischer Ausdruck: Seine genaue Bedeutung hängt davon ab, von welchem Ort oder Bezugsraum aus gesprochen wird.

Gerade diese Offenheit ist für die Wirkung entscheidend. „Da“ kann ein konkreter Ort, eine Landschaft, eine sprachliche Gemeinschaft, ein soziales Umfeld oder ein kultureller Erfahrungsraum sein. So kann aus einer individuellen Ich-Aussage eine kollektiv anschlussfähige Formel werden. Dass der Song als Naturpark-Hymne verwendet wurde, verstärkt diese gemeinschaftliche Lesart, ohne dass die Ich-Perspektive verschwindet.

Für die Interpretation gilt: Ich-Perspektive ist nicht automatisch Autobiografie. Markus Strickers Herkunft aus Sulzbach an der Murr und die starke regionale Verankerung der Band machen biografische Bezüge plausibel, doch ohne eine eindeutige Autorenaussage sollte der Liedsprecher nicht vollständig mit dem realen Autor gleichgesetzt werden.


Inhaltserschließung ohne vollständigen Liedtext

Da der Liedtext urheberrechtlich geschützt ist, arbeitet dieser aiMOOC mit Paraphrasen, kurzen zulässigen Zitaten und Hörbeobachtungen. Die Inhaltserschließung kann entlang von vier Leitmotiven erfolgen:

  1. Heimat: Heimat erscheint als emotionaler und kultureller Bezugsraum, nicht nur als Adresse.
  2. Natur und Kulturlandschaft: Durch die Nutzung als Naturpark-Hymne wird das Lied eng mit Landschaft, Erholung und regionaler Verantwortung verbunden.
  3. Dialekt und Identität: Die schwäbische Sprache signalisiert Zugehörigkeit und kulturelle Selbstbehauptung.
  4. Gemeinschaft: Eine persönliche Aussage kann im gemeinschaftlichen Singen zur regionalen Identifikationsformel werden.

Der Rundbrief des Naturparks Schönbuch beschreibt die damalige Naturpark-Kampagne als Gegenakzent zu Verstädterung, Bewegungsmangel und Alltagsstress und betont zugleich, dass Naturparke gewachsene Kulturlandschaften sind.[20] Diese zeitgenössische Quelle hilft, die gesellschaftliche Funktion des Songs zu verstehen: Er ist nicht nur privates Heimatlied, sondern wurde bewusst in einen öffentlichen Diskurs über regionale Landschaft und Lebensqualität gestellt.


Gesellschaftliche und biografische Bezüge

Gesellschaftlich lässt sich „Da ben i dahoim“ mit Fragen nach regionaler Identität, Dialektgebrauch, Stadt-Land-Beziehungen, Naturschutz und Kulturlandschaft verbinden. Die offizielle Nutzung durch Naturparke macht deutlich, dass Heimat hier auch mit Landschaftspflege und öffentlicher Regionalpolitik verknüpft wurde.

Biografisch ist die Verwurzelung der Band im Rems-Murr-Kreis relevant. Markus Stricker stammt aus Sulzbach an der Murr; Wendrsonn entstand in derselben Region. Die Freundschaft der Bandgründer mit Wolle Kriwanek verbindet Wendrsonn zusätzlich mit einer älteren schwäbischen Rocktradition.[21] Diese Fakten liefern einen Kontext, beweisen aber nicht, dass jedes Bild oder jede Aussage des Liedes direkt aus einem konkreten autobiografischen Erlebnis stammt.


Musikalische Analyse


Form und Höreindruck

Die konsultierten öffentlich zugänglichen Quellen enthalten keine autorisierte vollständige Partitur des Songs. Deshalb wird hier keine scheinexakte Transkription erfunden. Stattdessen arbeitest Du mit der verlinkten Aufnahme.

Beim Hören kannst Du auf folgende Merkmale achten: Wiederkehrende Abschnitte, ein deutlich wiedererkennbarer Refraincharakter, dynamische Steigerungen, Wechsel zwischen dichter und transparenter Instrumentierung sowie die Frage, ob Strophe und Refrain melodisch unterschiedlich weit ausschwingen. Notiere Zeitmarken, statt geschützte Melodien abzuschreiben.

Die Laufzeit der auf YouTube veröffentlichten Fassung beträgt etwa 3:48 Minuten.[22]


Harmonik

Eine automatisierte Chordify-Analyse ordnet eine veröffentlichte Fassung ungefähr Des-Dur und rund 120 BPM zu. Häufig erkannt werden unter anderem Des-Dur, f-Moll, Ges-Dur, b-Moll, es-Moll und As-Dur.[23] Yalp listet eine transponierte beziehungsweise vereinfachte Akkordmenge mit C, Em, F, Am, Dm, G und weiteren Akkorden.[24]

Solche Dienste sind keine autorisierten Notenausgaben und können Fehler enthalten. Didaktisch sinnvoll ist daher: Nutze sie als Hypothese und überprüfe beim Hören selbst, wann ein tonikaler Ruhepunkt, eine spannungssteigernde Dominantwirkung oder eine Mollfärbung zu hören ist.

Das Grundprinzip lässt sich mit einem völlig frei erfundenen, nicht aus dem Song übernommenen Beispiel in C-Dur verdeutlichen:


\relative c' {
  \key c \major
  \time 4/4
  c4 e g e | a,4 c e c | f4 a c a | g4 b d b | c1
}

Analyse des selbst erstellten Beispiels: Der Ablauf bewegt sich von C-Dur über a-Moll und F-Dur zu G-Dur und zurück nach C-Dur. So entsteht ein allgemein verständliches Muster aus Ausgangspunkt, Färbung, Spannung und Rückkehr. Dieses Beispiel illustriert lediglich ein harmonisches Denkmodell und ist keine Transkription von „Da ben i dahoim“.


Melodie

Für die Melodie ist besonders interessant, wie ein regionales Lied zugleich volksliedhaft verständlich und popmusikalisch eingängig wirken kann. Untersuche beim Hören:

  1. ob Tonwiederholungen oder schrittweise Bewegungen dominieren,
  2. an welchen Stellen größere Tonsprünge eine emotionale Hervorhebung erzeugen,
  3. wie der Refrain gegenüber den Strophen melodisch erweitert wird,
  4. wie Sprache und Melodierhythmus zusammenpassen,
  5. ob wichtige Silben auf metrisch starken Zählzeiten liegen.

Ein kurzes, selbst erfundenes Analysebeispiel für eine leicht singbare, schrittweise Melodie:


\relative c' {
  \key c \major
  \time 4/4
  c4 d e g | e d c2 | e4 f g a | g e d2 | c1
}

Auch dieses Beispiel stammt nicht aus dem Lied. Es zeigt nur, wie kleine Tonschritte und ein überschaubarer Ambitus die Mitsingbarkeit fördern können.


Rhythmus und Tempo

Die externe Chordify-Auswertung nennt ungefähr 120 BPM.[25] In einem Folk-Rock-Kontext kann ein solches mittleres Tempo sowohl erzählerische Textverständlichkeit als auch einen stabilen Groove ermöglichen.

Ein frei erfundenes Rhythmusmodell für einen geraden Folk-Rock-Puls:


\relative c' {
  \time 4/4
  c8 c c c c c c c | c4 c8 c c4 c | c8 c c4 c8 c c4 | c1
}

Dieses Modell bildet nicht den Originalrhythmus ab. Klatsche es und vergleiche anschließend nur qualitativ mit dem Song: Ist die Originalaufnahme gerader, synkopierter, dichter oder freier?


Instrumentierung und Klangfarbe

Für die konkrete Studioversion liegen in den konsultierten Quellen keine vollständigen Track-by-Track-Studiocredits vor. Deshalb ist es wichtig, zwischen gesicherter Bandinstrumentierung und hörend zu überprüfender Songinstrumentierung zu unterscheiden.

Gesichert ist für Wendrsonn eine breite Besetzung aus Rock- und Folkinstrumenten: Gesang, Gitarren, Bass, Schlagzeug, Geige beziehungsweise E-Geige sowie je nach Stück unter anderem Akkordeon, Banjo, Irish Bouzouki, Mandoline, Ukulele, Flöten und weitere Klangfarben.[26]

Erstelle beim Hören der Studioaufnahme eine Instrumentenliste in drei Spalten: sicher hörbar, wahrscheinlich und nicht eindeutig. Achte besonders auf die Funktionen der Instrumente: Trägt ein Instrument den Puls, füllt es Akkorde, spielt es Gegenmelodien, verstärkt es den Refrain oder setzt es solistische Akzente?


Bedeutung im deutschsprachigen Lied-, Rock- und Popkontext

„Da ben i dahoim“ steht beispielhaft für eine Form von Mundartrock, in der Dialekt nicht als Gegensatz zu moderner Pop- oder Rockmusik erscheint. Die Band kombiniert regionale Sprache mit einer professionellen Folk-Rock-Besetzung und erreicht damit sowohl lokale Identifikation als auch überregionale Bühnen- und Radiokontexte.

Im deutschsprachigen Raum gibt es verschiedene Traditionen dialektaler Popularmusik: schwäbischer Rock, Kölschrock, österreichische Dialektmusik, bairische Liedermachertraditionen und viele weitere. Wendrsonn positioniert sich innerhalb dieser Vielfalt mit einem klar schwäbischen Profil. Der langjährige Erfolg des Songs in der SWR1-Hitparade zeigt, dass Mundarttitel in einer Liste neben internationalem Rock und Pop bestehen können, ohne ihre regionale sprachliche Eigenart aufzugeben.

Der Vergleich mit Wolle Kriwanek ist historisch besonders naheliegend, weil Wendrsonns Gründer mit ihm verbunden waren. Ein Vergleich mit BAP oder Hubert von Goisern kann darüber hinaus zeigen, wie unterschiedlich Dialekt in Rock, Folk und Pop eingesetzt wird. Solche Vergleiche sollten jedoch musikalisch konkret erfolgen: Textsprache, Instrumentierung, Groove, Themen und Publikumsbezug müssen getrennt betrachtet werden.


Heimat als ästhetisches und gesellschaftliches Konzept

Der Begriff Heimat ist mehrdeutig. Er kann Geborgenheit und Zugehörigkeit ausdrücken, aber auch kritisch befragt werden: Wer gehört zu einem Ort? Wer entscheidet, welche Sprache „typisch“ ist? Wie verändert Migration eine Region? Kann eine Kulturlandschaft Heimat sein, obwohl sie historisch ständig verändert wurde?

Gerade die Naturpark-Nutzung des Liedes macht diese Fragen produktiv. Der Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald verbindet das Stück in seinem preisgekrönten Video mit Natur- und Kulturlandschaften. Dadurch entsteht eine audiovisuelle Deutung: Musik, Dialekt und Landschaftsbilder verstärken sich gegenseitig.

Die Bilder der Schwäbischen Alb sind nicht identisch mit den im Song gemeinten Orten, eignen sich aber als frei lizenzierte Vergleichsmedien für die Frage, wie Landschaft fotografisch als „Heimat“ inszeniert wird.


Medienkritik: Wie Bilder Musik deuten

Ein Musikvideo ist keine neutrale Illustration. Wenn zu einem Lied über Zuhause Wälder, Tiere, Bäche, Streuobstwiesen und historische Kulturlandschaften gezeigt werden, lenkt das die Interpretation. „Dahoim“ wird dadurch stärker auf Natur und Region bezogen.

Untersuche das Naturpark-Video deshalb mit einer doppelten Perspektive: Was hörst Du tatsächlich in Musik und Sprache, und was fügen erst die Bilder hinzu? Eine solche Trennung hilft Dir, audiovisuelle Medien kritisch zu lesen.


Urheberrecht und rechtssichere Nutzung

Der vollständige Liedtext und die Originalkomposition sind urheberrechtlich geschützt. Deshalb enthält dieser aiMOOC keine vollständigen Lyrics und keine vollständige Partitur. Als kurzes Zitat wird nur der Titel beziehungsweise die kurze Titelzeile „Da ben i dahoim“ verwendet.

Die hier notierten Score-Beispiele sind eigens für den aiMOOC geschaffen und bilden nicht die Originalmelodie ab. Die Wikimedia-Commons-Bilder stammen aus frei lizenzierten oder gemeinfreien Dateien; die jeweilige Lizenz und Urheberschaft sind auf der zugehörigen Dateiseite dokumentiert. YouTube-Videos werden nur über die vorgesehene Einbettungsfunktion verlinkt; ihre Inhalte bleiben beim jeweiligen Anbieter.


Quellen und weiterführende Medien

  1. Wendrsonn – Band, Besetzung, Diskografie und Timeline: Primärquelle der Band zu Geschichte, Veröffentlichungen und Naturpark-Hymne.
  2. Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald – preisgekröntes Video: Hintergrund zur Verbindung von Lied und Naturfilm.
  3. Naturpark Schönbuch – Rundbrief 2007: Zeitgenössische Quelle zur Naturpark-Hymne und zum Heimatbegriff.
  4. SWR1 Hitparade 2024: Belegt die Bezeichnung „Original Studioversion“ und Platz 93.
  5. SWR1 Hitparade 2023: Platz 81.
  6. Baden-Württemberg.de – Landespreis für Dialekt 2024: Kontext zur Mundartarbeit von Markus Stricker und Wendrsonn.
  7. Wikipedia – Wendrsonn: Überblick zu Geschichte, Stil, Besetzung und Diskografie.
  8. Wikipedia – Schwäbische Dialekte: sprachwissenschaftlicher Hintergrund.
  9. Chordify – automatisierte Harmonieanalyse: nur als überprüfbare Hörhypothese verwenden.
  10. Yalp – Akkordanalyse: ergänzende, nicht autorisierte Akkordquelle.
  11. Wikimedia Commons – Naturpark-Karte: freie Kartendarstellung.
  12. Wikimedia Commons – Streuobstwiese im Naturpark: CC BY-SA 4.0.
  13. Wikimedia Commons – Albtrauf: CC BY-SA.
  14. Wikimedia Commons – Violine: frei lizenzierte Instrumentenabbildung.
  15. Wikimedia Commons – Akustikgitarre: CC0.
  16. Wikimedia Commons – E-Gitarre: CC BY 2.0.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

In welcher Sprache beziehungsweise Sprachform ist „Da ben i dahoim“ überwiegend verankert? (Schwäbisch) (!Niederländisch) (!Französisch) (!Latein)




Welche Erzählperspektive wird bereits durch das Wort „i“ im Titel markiert? (Ich-Perspektive) (!Du-Perspektive) (!Er-Perspektive) (!Allwissende Erzählerperspektive)




Welche öffentliche Funktion erhielt „Da ben i dahoim“ nach der Band-Timeline im Jahr 2006? (Hymne der baden-württembergischen Naturparke) (!Offizielle deutsche Nationalhymne) (!Titellied der Fußball-Bundesliga) (!Eurovision-Song für Deutschland)




Welchem Genre wird Wendrsonn besonders zugeordnet? (Folk-Rock und Mundartrock) (!Barockoper) (!Zwölftonmusik) (!Techno ohne Gesang)




Welche Aussage zu den Score-Beispielen in diesem aiMOOC ist richtig? (Sie sind selbst erstellt und keine Transkription der Originalmelodie) (!Sie bilden die vollständige Originalpartitur ab) (!Sie sind aus einem offiziellen Songbook kopiert) (!Sie enthalten den vollständigen Refrain)




Welche Instrumentengruppe gehört nachweislich zur Klangpalette von Wendrsonn? (Gitarren, Schlagzeug, Bass und Geige) (!Nur Streichorchester ohne Rhythmusgruppe) (!Nur elektronische Synthesizer) (!Nur Blechbläser)




Was bedeutet „dahoim“ sinngemäß auf Hochdeutsch? (daheim oder zu Hause) (!morgen) (!laut) (!unterwegs)




Welche Quelle sollte bei einer exakten Harmonieanalyse kritisch behandelt werden, weil sie automatisiert arbeitet? (Chordify) (!Wikimedia Commons) (!Naturpark-Karte) (!Band-Timeline)




Was zeigt die langjährige Platzierung in der SWR1-Hitparade vor allem? (Anhaltende Publikumsresonanz) (!Eine staatlich festgelegte musikalische Qualität) (!Eine Pflichtauswahl für Schulen) (!Eine internationale Chartspitze)




Warum wird im aiMOOC der vollständige Liedtext nicht abgedruckt? (Weil der Songtext urheberrechtlich geschützt ist) (!Weil Schwäbisch nicht geschrieben werden kann) (!Weil das Lied rein instrumental ist) (!Weil der Titel unbekannt ist)





Memory

Dahoim Zu Hause
Mundart Regionale Sprachform
Folkrock Verbindung von Folk und Rock
Naturparkhymne Öffentliche regionale Funktion
Ichperspektive Sprecher bezeichnet sich selbst
Geige Prägende Folk-Klangfarbe
Deixis Ortsbezogenes Zeigewort





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Schwäbisch Textsprache
Ich-Perspektive Erzählweise
Folk-Rock Stilbereich
Naturpark-Hymne Öffentliche Verwendung
Geige Folkgeprägte Klangfarbe





Kreuzworträtsel

Schwäbisch Welche Mundart prägt den Song?
Heimat Welches zentrale Thema bezeichnet Zugehörigkeit zu einem Ort oder kulturellen Raum?
Folkrock Welches Genre verbindet Folk und Rock?
Naturpark Welche Institution nutzte das Lied als Hymne?
Geige Welches Streichinstrument prägt den Bandsound besonders?
Mundart Wie nennt man eine regional geprägte Sprachform?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Wendrsonn ist eine schwäbische

. Der Titel „Da ben i dahoim“ verwendet eine sprachlich erkennbare

. Das Wort „dahoim“ bedeutet sinngemäß

. Der Song wurde als Hymne der baden-württembergischen

verwendet. Die regionale Sprachform des Liedes ist

. Eine prägende Folk-Klangfarbe der Band ist die

. Die SWR1-Hitparade bezeichnet die bekannte Aufnahme als

. Vollständige Lyrics werden aus Gründen des

nicht abgedruckt. Die notierten Score-Beispiele sind bewusst

. Bei automatisierten Akkorddiensten ist eine hörende

wichtig.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Dialekt-Wörterbuch: Sammle zehn schwäbische Wörter aus Deinem Umfeld und schreibe jeweils eine hochdeutsche Entsprechung sowie einen Beispielsatz.
  2. Hörprotokoll: Höre die verlinkte Studioversion und notiere fünf Zeitmarken, an denen sich Instrumentierung, Dynamik oder Form hörbar verändert.
  3. Heimat-Fotografie: Fotografiere einen Ort, den Du mit „dahoim“ verbindest, und erkläre in fünf Sätzen, welche visuellen Merkmale Zugehörigkeit erzeugen.
  4. Instrumenten-Steckbrief: Wähle Geige, Akustikgitarre oder Akkordeon und erstelle einen kurzen Steckbrief zu Bauweise, Klang und Rolle im Folk-Rock.


Standard

  1. Textperspektive: Erkläre anhand der Titelzeile, wie Ich-Perspektive und Ortsdeixis zusammenwirken. Formuliere anschließend eine alternative Version in Wir-Perspektive, ohne Originallyrics fortzuschreiben.
  2. Musikvideo-Analyse: Vergleiche drei Bildmotive des Naturpark-Videos mit drei musikalischen Ereignissen. Begründe, ob Bild und Ton sich gegenseitig verstärken oder kontrastieren.
  3. Harmonie-Hörtest: Nutze die extern genannte Tonart nur als Hypothese und prüfe mit Instrument oder App, an welchen Stellen Du tonikale Ruhe und dominante Spannung wahrnimmst.
  4. Mundart und Standardsprache: Führe ein kurzes Interview mit einer Person aus Deiner Region über Situationen, in denen sie Dialekt beziehungsweise Standardsprache verwendet. Werte die Antworten aus.


Schwer

  1. Regionalmusik-Vergleich: Vergleiche „Da ben i dahoim“ mit einem Mundart-Rocksong aus einer anderen deutschsprachigen Region. Untersuche Sprache, Themen, Harmonik, Instrumentierung und Publikumsbezug.
  2. Heimatbegriff kritisch: Verfasse einen Essay darüber, wie ein Heimatlied gleichzeitig Zugehörigkeit stärken und Fragen nach Ein- und Ausschluss aufwerfen kann.
  3. Eigenes Folk-Rock-Stück: Komponiere acht bis sechzehn Takte eines vollständig eigenen Stücks über einen Ort Deiner Wahl. Verwende eine selbst erfundene Melodie und dokumentiere Akkorde, Form und Instrumentierung.
  4. Quellenkritik Musikforschung: Erstelle eine Tabelle, in der Du Band-Website, SWR, Naturpark-Seite, Wikipedia und automatisierte Akkorddienste nach Quellentyp, Aussagekraft, möglichen Fehlerquellen und geeigneten Forschungsfragen vergleichst.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Transfer Heimat und Medien: Erkläre, wie sich die Bedeutung eines Songs verändert, wenn er von einer privaten Hörsituation in eine offizielle Naturpark-Kampagne übergeht.
  2. Dialekt und Musik: Begründe, warum Dialekt zugleich sprachliches Merkmal, Klangmaterial und Identitätssignal sein kann. Nutze mindestens zwei musikalische oder sprachliche Beispiele.
  3. Quellenbewertung: Eine Akkord-Webseite nennt eine Tonart und ein Tempo. Entwickle ein Verfahren, mit dem Du diese Angaben selbstständig überprüfen würdest.
  4. Audiovisuelle Interpretation: Wähle eine Szene aus dem Naturpark-Video und beschreibe, welche Bedeutung allein durch die Bilder entsteht und welche erst durch die Musik hinzukommt.
  5. Genre-Abgrenzung: Erkläre anhand konkreter Klangfunktionen, wodurch Folk-Rock sich von reinem Rock oder traditioneller Volksmusik unterscheiden kann.
  6. Urheberrechtlicher Transfer: Plane ein Unterrichtsblatt zum Song, das musikalische Analyse ermöglicht, ohne vollständige Lyrics oder eine vollständige geschützte Partitur zu vervielfältigen.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Fakten wiederholst, sondern selbst analysierst und Quellen kritisch nutzt.

  1. Sprachanalyse: Du kannst schwäbische Merkmale der Titelzeile erklären und die Ich-Perspektive beschreiben.
  2. Inhaltsanalyse: Du kannst Heimat, Natur, Region und Gemeinschaft als zentrale Deutungsfelder erläutern.
  3. Musikanalyse: Du kannst Form, Harmonik, Melodie, Rhythmus, Dynamik und Instrumentierung hörend untersuchen.
  4. Quellenkritik: Du kannst zwischen Bandquelle, öffentlicher Institution, Rundfunkquelle, Wikipedia und automatisierter Musikanalyse unterscheiden.
  5. Kontextualisierung: Du kannst Wendrsonn in Mundartrock, Folk-Rock und schwäbische Rocktraditionen einordnen.
  6. Medienkompetenz: Du kannst erklären, wie ein Musikvideo die Interpretation eines Songs lenkt.
  7. Urheberrecht: Du kannst Analyse und Zitat von unzulässiger vollständiger Vervielfältigung unterscheiden.
  8. Transfer: Du kannst die gewonnenen Erkenntnisse auf ein anderes regionalsprachliches Lied übertragen.




OERs zum Thema



Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte

  1. Wendrsonn: Band, Diskografie und Timeline, abgerufen am 17.09.2026.
  2. Naturpark Schönbuch: Rundbrief 2007, S. 12.
  3. SWR1 Hitparade 2024, Platz 93.
  4. SWR1 Hitparade 2023, Platz 81.
  5. YouTube: Wendrsonn – Da ben i dahoim, Metadaten des Topic-Uploads.
  6. Wendrsonn: Timeline, Einträge 2006 und 2009.
  7. Wikipedia: Wendrsonn, Abschnitt „Stil“, abgerufen am 17.09.2026.
  8. Wikipedia: Wendrsonn, Abschnitt „Stil“.
  9. Wikipedia: Wendrsonn, Abschnitt „Geschichte“.
  10. Wendrsonn: Band und Timeline, Eintrag 2010.
  11. Wendrsonn: Timeline, Eintrag 2006.
  12. YouTube Topic: Da ben i dahoim, Metadaten.
  13. Wendrsonn: Timeline, Eintrag 2009.
  14. Wendrsonn: Timeline, Eintrag 2017.
  15. SWR1 Hitparade 2021, Platz 98.
  16. SWR1 Hitparade 2024, Platz 93.
  17. Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald: Video von Frank Lauter preisgekrönt, 15.06.2024.
  18. Wikipedia: Schwäbische Dialekte, Abschnitt „Dialekträume und Verbreitung“.
  19. Baden-Württemberg.de: Landesregierung verleiht erstmals Dialektpreis, 21.10.2024.
  20. Naturpark Schönbuch: Rundbrief 2007, S. 12.
  21. Wikipedia: Wendrsonn, Geschichte.
  22. YouTube Topic: Da ben i dahoim, Metadaten.
  23. Chordify: Da ben i dahoim, automatisierte Akkordanalyse.
  24. Yalp: Da ben i dahoim, Akkordanalyse.
  25. Chordify, Tempoangabe.
  26. Wikipedia: Wendrsonn, Stil und Besetzung.

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