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Wasser als Backzutat

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Wasser als Backzutat




Wasser als Backzutat


Einleitung

Wasser gehört zu den mengenmäßig wichtigsten Zutaten bei der Herstellung von Brot, Brötchen und anderen Backwaren. In der Bäckerei ist Wasser jedoch weit mehr als nur eine Flüssigkeit, mit der Mehl zu einem Teig vermischt wird. Als Backzutat, Schüttwasser und Temperaturträger beeinflusst es die Teigkonsistenz, die Hydratation, die Kleberentwicklung, enzymatische Vorgänge, die Aktivität von Hefe und Sauerteigmikroorganismen, die Gärgeschwindigkeit sowie die spätere Gebäckqualität.

Für angehende Bäckerinnen und Bäcker ist deshalb wichtig, Wasser nicht als unveränderliche Standardzutat zu betrachten. Seine Menge, seine Temperatur und seine chemische Beschaffenheit müssen in die Prozessführung einbezogen werden. Besonders wichtig sind dabei die Fachbegriffe Wasserqualität, Schüttwasser, Schütttemperatur, Zielteigtemperatur, Kneterwärmung, Wasserhärte, Gesamthärte, Carbonathärte, Teigausbeute und Hydratation.

Das Ziel dieses aiMOOCs ist, dass Du Wasser als technologisch wirksame Backzutat beurteilen, die erforderliche Schüttwassertemperatur fachgerecht bestimmen und Abweichungen bei Wasserhärte oder Teigtemperatur auf ihre möglichen Folgen für die Teigentwicklung zurückführen kannst.


Lernziele

Nach der Bearbeitung dieses aiMOOCs kannst Du die technologischen Funktionen von Wasser im Teig erklären, die Qualität von Trinkwasser für den Einsatz in der Bäckerei beurteilen, den Begriff Schüttwasser fachgerecht verwenden, Zusammenhänge zwischen Wassermenge und Teigausbeute herstellen, die Schütttemperatur zur Steuerung der Zielteigtemperatur einsetzen, die Wasserhärte anhand ihrer Calcium- und Magnesiumgehalte erklären und typische Auswirkungen von sehr weichem oder sehr hartem Wasser auf Weizenteige beschreiben.


Wasser als technologisch wirksame Backzutat


Hydratation und Quellung

Sobald Mehl und Wasser miteinander in Kontakt kommen, beginnt die Hydratation. Wasser lagert sich an verschiedene Mehlbestandteile an und ermöglicht deren Quellung. Bei Weizen sind insbesondere die Kleberproteine Gliadin und Glutenin bedeutsam. In Gegenwart von Wasser und durch mechanische Bearbeitung können sie ein viskoelastisches Glutennetzwerk ausbilden. Dieses Netzwerk ist für die Gashaltefähigkeit vieler Weizenteige entscheidend.

Auch Stärke nimmt Wasser auf. Während der Teigbereitung wird Wasser zunächst physikalisch gebunden. Beim Backen steigt die Wasseraufnahme der Stärke stark an, weil sie im Bereich ihrer Verkleisterungstemperatur quillt und verkleistert. Bei Roggen spielen zusätzlich wasserbindende Schleimstoffe, insbesondere Arabinoxylane, eine wichtige Rolle. Deshalb lässt sich die Wirkung von Wasser nicht für alle Mehle und Getreidearten identisch beurteilen.


Wasser als Lösungs- und Verteilungsmittel

Wasser löst oder verteilt zahlreiche Rezepturbestandteile. Dazu gehören beispielsweise Salz, Zuckerbestandteile und lösliche Mehlbestandteile. Eine gleichmäßige Verteilung ist für reproduzierbare Teige wichtig. Außerdem ermöglicht die wässrige Phase den Stofftransport, der für enzymatische und mikrobielle Prozesse benötigt wird.

Für Hefe und die Mikroorganismen eines Sauerteigs ist eine ausreichend feuchte Umgebung Voraussetzung für Stoffwechsel und Vermehrung. Die Temperatur des Wassers beeinflusst gleichzeitig, mit welcher Ausgangstemperatur der Teig in die anschließende Fermentation startet.


Wasser und Teigkonsistenz

Die Wassermenge bestimmt wesentlich, ob ein Teig fest, mittelfest oder weich ausfällt. Eine höhere Wasserzugabe erhöht bei gleichem Mehleinsatz die Teigausbeute und führt im Allgemeinen zu einem weicheren Teig. Ein weicherer Teig kann stärker dehnbar sein, stellt aber höhere Anforderungen an Mehlqualität, Kleberstruktur, Knetung, Aufarbeitung und Gärführung.

Eine zu geringe Wasserzugabe führt dagegen zu einem festeren Teig. Dieser kann sich schwerer dehnen lassen, mehr mechanische Arbeit erfordern und die Ausdehnung der Gärgase begrenzen. Ob eine Wassermenge technologisch richtig ist, hängt deshalb von der Gebäckart, dem Mehl, der Mehltype, dem Proteingehalt, der Getreideart, der Rezeptur und der gewählten Teigführung ab.


Teigausbeute als Kennzahl

In der Bäckereifachkunde beschreibt die Teigausbeute, kurz TA, das Mengenverhältnis zwischen Mehl und dem daraus hergestellten Teig. In einer vereinfachten Betrachtung aus Mehl und Wasser gilt:

TA = Teigmenge × 100 ÷ Mehlmenge

Werden 100 kg Mehl mit 65 kg Wasser verarbeitet, entstehen zunächst 165 kg Mehl-Wasser-Gemisch. Die Teigausbeute beträgt in dieser vereinfachten Betrachtung TA 165. Je höher die TA, desto mehr Wasser ist im Verhältnis zur Mehlmenge enthalten.

Wichtig ist, dass betriebliche Rezepturen weitere wasserhaltige Zutaten und Vorstufen enthalten können. Deshalb musst Du bei einer fachgerechten Rezepturberechnung immer prüfen, welche Bezugsgröße im Betrieb oder Unterricht verwendet wird.


Wasser als Temperaturträger

Die Temperatur des Schüttwassers ist eine der am schnellsten veränderbaren Größen in der Teigherstellung. Während Mehl, Vorteige, Sauerteige, Raumtemperatur und Knetmaschine häufig bereits vorgegeben sind, kann die Wassertemperatur unmittelbar angepasst werden. Dadurch wird das Wasser zum zentralen Werkzeug der Teigtemperatursteuerung.

Im Video wird die praktische Bedeutung einer definierten Teigtemperatur bei einem Brot mit Sauerteig und Vorteig sichtbar. Für die Ausbildung ist besonders wichtig, dass Temperaturangaben nicht isoliert betrachtet werden: Teigtemperatur, Gärzeit, Knetgrad und Teigreife wirken zusammen.


Wasserqualität in der Bäckerei


Trinkwasser als Lebensmittel und Prozesswasser

Wasser, das zur Herstellung von Lebensmitteln eingesetzt wird, muss hygienisch sicher und für den vorgesehenen Zweck geeignet sein. In Deutschland regelt die Trinkwasserverordnung Anforderungen an Wasser für den menschlichen Gebrauch. Für die Bäckerei bedeutet das: Wasser aus der Trinkwasserversorgung soll frei von Krankheitserregern und gesundheitsschädlichen Stoffkonzentrationen sowie sensorisch unauffällig sein.

Die Qualität des deutschen Trinkwassers wird regelmäßig überwacht. Für den betrieblichen Alltag ist dennoch die örtliche Wasseranalyse wichtig, weil sich Mineralstoffgehalt, Härtegrad, pH-Wert und weitere Parameter regional unterscheiden.


Wichtige Qualitätsmerkmale

Für die Verwendung als Backzutat solltest Du mehrere Merkmale unterscheiden:

  1. Mikrobiologische Wasserqualität: Das Wasser muss hygienisch einwandfrei sein und darf keine für die Lebensmittelherstellung relevanten Krankheitserreger enthalten.
  2. Chemische Wasserqualität: Stoffe wie Schwermetalle, Nitrat oder andere unerwünschte Inhaltsstoffe müssen die gesetzlichen Anforderungen erfüllen.
  3. Sensorische Wasserqualität: Geruch, Geschmack und Aussehen sollen unauffällig sein, damit keine Fremdnoten in Backwaren gelangen.
  4. Mineralstoffgehalt: Vor allem Calcium- und Magnesiumionen bestimmen wesentlich die Wasserhärte und können technologische Effekte zeigen.
  5. pH-Wert: Der pH-Wert beeinflusst chemische Gleichgewichte und kann insbesondere in Verbindung mit Pufferkapazität und Sauerteigführung relevant sein.
  6. Temperatur: Die Temperatur ist kein Qualitätsmerkmal im hygienischen Sinn, aber ein entscheidender technologischer Parameter für die Teigführung.


Wasseranalyse im Betrieb

Professionelles Arbeiten beginnt nicht mit einer Vermutung über die Wasserhärte, sondern mit einer Messung oder einer zuverlässigen Analyse. Wasserversorgungsunternehmen veröffentlichen häufig Angaben zu Calcium, Magnesium, Gesamthärte, pH-Wert und weiteren Parametern. Für Lern- und Prüfungsaufgaben solltest Du Werte immer mit Einheit lesen und unterscheiden können.

Ein pH-Teststreifen kann den pH-Wert näherungsweise anzeigen. Für eine genaue betriebliche Beurteilung sind jedoch kalibrierte Messgeräte oder die Analysewerte des Wasserversorgers geeigneter.


Schüttwasser


Begriff und Funktion

Als Schüttwasser bezeichnet man in der Bäckerei das Wasser, das bei der Teigbereitung zu den übrigen Zutaten gegeben wird. Wenn statt ausschließlich Wasser auch Milch oder andere Flüssigkeiten verwendet werden, spricht man allgemeiner von Schüttflüssigkeit.

Das Schüttwasser erfüllt gleichzeitig mehrere Aufgaben: Es hydratisiert Mehlbestandteile, stellt die gewünschte Teigkonsistenz her, löst und verteilt Zutaten und dient der Einstellung der Teigtemperatur.

Der Begriff darf nicht mit der gesamten im Prozess vorhandenen Wassermenge verwechselt werden. Wasser kann bereits in Sauerteigen, Vorteigen, Brühstücken, Quellstücken oder anderen Vorstufen enthalten sein. Diese Wassermengen beeinflussen die Gesamtteigkonsistenz und müssen bei der Rezepturbetrachtung berücksichtigt werden.


Anschüttwasser, Nachschüttwasser und Bassinage

In manchen Verfahren wird nicht das gesamte Wasser sofort zugegeben. Eine erste Wassermenge wird mit den übrigen Zutaten vermischt; ein zurückgehaltener Anteil kann später schrittweise eingearbeitet werden. Diese nachträgliche Wasserzugabe wird im handwerklichen Kontext häufig als Bassinage bezeichnet.

Bassinage ermöglicht es, einen bereits entwickelten Weizenteig gezielt weicher einzustellen, ohne die anfängliche Kleberentwicklung unnötig zu erschweren. Sie erfordert jedoch Erfahrung: Wird zu viel Wasser zu schnell nachgegeben, kann der Teig schmierig wirken, die Struktur verlieren oder das Wasser nur unvollständig aufnehmen.


Wasseraufnahme verschiedener Mehle

Die erforderliche Schüttwassermenge hängt stark von der Wasseraufnahmefähigkeit des Mehls ab. Einfluss haben unter anderem Getreideart, Mehltype, Proteingehalt, Stärkequalität, Schalenanteile, Ballaststoffe und Lagerbedingungen. Vollkornmehle und mehlreiche Rezepturen mit hohen Anteilen wasserbindender Bestandteile benötigen häufig mehr Wasser als sehr helle Mehle.

Deshalb darfst Du die Wassermenge nicht nur nach einem festen Rezeptwert beurteilen. In der Praxis werden Teigkonsistenz und Verarbeitungseigenschaften geprüft und bei Bedarf innerhalb technologisch sinnvoller Grenzen korrigiert.


Schütttemperatur und Zielteigtemperatur


Was bedeutet Schütttemperatur?

Die Schütttemperatur beziehungsweise Schüttwassertemperatur ist die Temperatur des Wassers unmittelbar vor der Zugabe zum Teig. Sie wird so gewählt, dass der fertig geknetete Teig möglichst genau seine vorgesehene Zielteigtemperatur erreicht.

Die Zielteigtemperatur ist die gewünschte Temperatur des Teiges unmittelbar nach dem Mischen und Kneten. Sie hängt von der Gebäckart, dem Getreide, der Teigführung, der Fermentationszeit und dem betrieblichen Verfahren ab.

Als grobe Orientierungswerte werden für viele Weizenteige häufig etwa 24 bis 26 °C und für zahlreiche roggen- oder sauerteigbetonte Teige höhere Temperaturen verwendet. Diese Werte sind keine allgemeingültigen Sollwerte. Die konkrete Rezeptur und die betrieblichen Vorgaben haben Vorrang.


Warum ist die Zielteigtemperatur so wichtig?

Die Temperatur beeinflusst mehrere Prozesse gleichzeitig. Mit steigender Temperatur nimmt innerhalb technologisch üblicher Bereiche die Aktivität vieler Enzyme und Mikroorganismen zu. Ein zu warmer Teig kann dadurch schneller reifen, seine optimale Gärreife früher erreichen und bei fehlender Anpassung der Prozesszeit überreif werden. Ein zu kalter Teig entwickelt sich langsamer und benötigt in der Regel längere Reife- und Gärzeiten.

Eine Abweichung der Teigtemperatur verändert deshalb nicht nur die Uhrzeit des nächsten Arbeitsschrittes, sondern kann auch Teigstabilität, Aroma, Säurebildung, Gasentwicklung und die spätere Gebäckstruktur beeinflussen.


Kneterwärmung

Beim Kneten wird mechanische Energie in den Teig eingebracht. Ein Teil dieser Energie wird als Wärme wirksam. Die dadurch entstehende Temperaturerhöhung wird als Kneterwärmung oder Reibungswärme bezeichnet.

Die Kneterwärmung hängt von Maschinentyp, Knetdauer, Knetintensität, Teigmenge, Teigfestigkeit und Teigart ab. Ein intensiv arbeitender Kneter kann den Teig deutlich stärker erwärmen als eine kurze, langsame Mischphase.

Deshalb genügt es nicht, nur die Wassertemperatur zu messen. Fachgerechte Prozesskontrolle bedeutet: Temperaturen der relevanten Komponenten erfassen, Schüttwassertemperatur festlegen, Teig kneten und anschließend die tatsächlich erreichte Teigtemperatur messen.


Berechnung bei direkter Teigführung

In der Berufsausbildung werden vereinfachte Rechenmodelle verwendet, die sich an den temperaturbestimmenden Teigkomponenten orientieren. Bei einer direkten Teigführung mit Mehl und Wasser kann folgende Fachschulformel verwendet werden:

Wassertemperatur = gewünschte Teigtemperatur nach Abzug der Kneterwärmung × 2 − Mehltemperatur

Als Rechenschreibweise:

Wassertemperatur = gewünschte Teigtemperatur − Kneterwärmung; dieses Ergebnis × 2; anschließend Mehltemperatur abziehen

Beispiel:

Gewünschte Teigtemperatur: 25 °C Kneterwärmung: 6 °C Mehltemperatur: 20 °C

25 °C − 6 °C = 19 °C 19 °C × 2 = 38 °C 38 °C − 20 °C = 18 °C

Die berechnete Schüttwassertemperatur beträgt in diesem vereinfachten Beispiel 18 °C.


Berechnung bei indirekter Teigführung

Bei einer indirekten Teigführung beeinflusst zusätzlich eine Vorstufe, beispielsweise ein Vorteig, die Temperatur des Hauptteiges. Eine häufig verwendete vereinfachte Formel lautet:

Wassertemperatur = gewünschte Teigtemperatur nach Abzug der Kneterwärmung × 3 − Mehltemperatur − Vorteigtemperatur

Beispiel:

Gewünschte Teigtemperatur: 26 °C Kneterwärmung: 6 °C Mehltemperatur: 21 °C Vorteigtemperatur: 25 °C

26 °C − 6 °C = 20 °C 20 °C × 3 = 60 °C 60 °C − 21 °C − 25 °C = 14 °C

Die berechnete Schüttwassertemperatur beträgt 14 °C.


Alternative betriebliche Rechenmodelle

In Bäckereien und in internationaler Fachliteratur findest Du auch Rechenmodelle, in denen zusätzlich die Raumtemperatur als Faktor angesetzt wird. Ein verbreitetes Modell für einen direkten Teig lautet sinngemäß:

Schüttwassertemperatur = Zielteigtemperatur × 3 − Mehltemperatur − Raumtemperatur − Reibungsfaktor

Mit Vorteig wird die Zahl der berücksichtigten Temperaturfaktoren entsprechend erweitert.

Wichtig ist nicht, verschiedene Formeln miteinander zu vermischen. Verwende immer das Rechenmodell, das für die betreffende Rezeptur, den Unterricht oder den Betrieb festgelegt ist. Noch genauer sind massen- und wärmekapazitätsbezogene Berechnungen, weil Wasser, Mehl und Vorstufen nicht dieselben Mengen und thermischen Eigenschaften besitzen.


Praktische Temperaturkontrolle

Ein professioneller Ablauf kann so aussehen:

  1. Zielteigtemperatur: Lege die für die Rezeptur vorgesehene Zieltemperatur fest.
  2. Mehltemperatur: Miss die Temperatur des Mehls vor der Teigbereitung.
  3. Vorteigtemperatur: Erfasse bei indirekter Führung die Temperatur der verwendeten Vorstufen.
  4. Kneterwärmung: Verwende einen betrieblich ermittelten Erfahrungswert oder bestimme ihn durch wiederholte Messungen.
  5. Schüttwassertemperatur: Berechne und kontrolliere die erforderliche Wassertemperatur.
  6. Teigtemperatur: Miss unmittelbar nach dem Kneten die tatsächliche Teigtemperatur und dokumentiere Abweichungen.

Auch bei traditioneller handwerklicher Herstellung zeigt sich, dass Wasserzugabe, Knetung, Teigruhe und Gärung als zusammenhängender Prozess betrachtet werden müssen.


Wasserhärte


Was bedeutet Wasserhärte?

Die Wasserhärte beschreibt im Wesentlichen die Konzentration gelöster Erdalkaliionen im Wasser. Technologisch besonders bedeutsam sind Calciumionen und Magnesiumionen. Sie werden deshalb häufig als Härtebildner bezeichnet.

Die Gesamthärte umfasst vereinfacht die Summe der Calcium- und Magnesiumanteile. Die Carbonathärte bezeichnet den Anteil der Härte, der mit Hydrogencarbonat beziehungsweise Carbonat in Beziehung steht. Beim Erhitzen kann aus calciumhydrogencarbonatreichem Wasser schwer lösliches Calciumcarbonat entstehen, das sich als Kalk oder Kesselstein ablagert.


Härtebereiche in Deutschland

Nach dem Wasch- und Reinigungsmittelgesetz werden drei Härtebereiche unterschieden. Die Angabe erfolgt in Millimol Calciumcarbonat je Liter:

Härtebereich Calciumcarbonat ungefährer Bereich in °dH
weich weniger als 1,5 mmol/L weniger als etwa 8,4 °dH
mittel 1,5 bis 2,5 mmol/L etwa 8,4 bis 14 °dH
hart mehr als 2,5 mmol/L mehr als etwa 14 °dH

Für die Bäckerei ist der Härtebereich allein noch keine vollständige Prozessbeschreibung. Zwei Wässer mit ähnlicher Gesamthärte können sich in ihrer chemischen Zusammensetzung und Pufferwirkung unterscheiden. Für eine genaue Beurteilung sind deshalb die konkreten Analysewerte hilfreicher.

Der Erklärfilm des Umweltbundesamtes verdeutlicht, wie Wasserhärte mit Calcium- und Magnesiumgehalten zusammenhängt.


Einfluss von weichem Wasser auf Weizenteige

Sehr weiches Wasser enthält nur geringe Mengen an Calcium- und Magnesiumionen. Bei extrem mineralarmem Wasser kann ein Weizenteig weniger straff und weniger stabil wirken. Fachliteratur beschreibt solche Teige als eher weich, klebrig oder nachlassend.

Das bedeutet nicht, dass jedes weiche Trinkwasser automatisch ungeeignet ist. In der Praxis sind extreme Wasserzusammensetzungen entscheidender als kleine Unterschiede zwischen benachbarten Härtegraden. Mehlqualität, Salzgehalt, Knetung und Teigführung wirken gleichzeitig und können den Gesamteindruck stark verändern.


Einfluss von hartem Wasser auf Weizenteige

Mit zunehmendem Gehalt an Calcium- und Magnesiumionen kann sich die Kleberstruktur straffer verhalten. Eine mäßige Mineralisierung ist für die Brotbereitung meist unproblematisch. Bei sehr hartem Wasser kann der Teig jedoch unerwünscht fest oder straff werden. Außerdem kann die Wasseraufnahme der Proteine erschwert und die Fermentation verlangsamt werden.

Ein zusätzlicher betrieblicher Effekt ist die Kalkbildung in Leitungen, Warmwasserbereitern und anderen wasserführenden Anlagen. Wasserhärte ist deshalb gleichzeitig ein Rohstoffthema und ein Thema der Anlagenhygiene und Instandhaltung.


Wasserhärte und Fermentation

Calcium und Magnesium sind keine bloßen Störstoffe. Mineralstoffe können für Mikroorganismen und Enzymsysteme relevant sein. Eine mittlere Mineralisierung kann die Fermentation unterstützen. Extreme Wasserzusammensetzungen können dagegen die Prozessbedingungen verändern.

Bei Sauerteigen ist zusätzlich die Pufferkapazität des Wassers von Bedeutung. Hydrogencarbonate können Säuren teilweise abpuffern. Dadurch kann sich der gemessene pH-Verlauf anders entwickeln als bei sehr mineralarmem Wasser. Die eigentliche Sauerteigführung wird jedoch gleichzeitig von Mehl, Anstellgut, Temperatur, Teigausbeute und Reifezeit bestimmt.


Auswirkungen von Wasser auf Teige


Zu viel Wasser

Wird deutlich mehr Wasser als für Mehl und Prozess vorgesehen zugesetzt, steigt die Teigausbeute. Der Teig wird weicher und häufig klebriger. Bei einem ausreichend entwickelten Klebergerüst können hohe Wassergehalte erwünscht sein, beispielsweise für bestimmte Brote mit offener Porung. Fehlen jedoch ausreichende Mehlstärke, Knetentwicklung oder Faltvorgänge, kann der Teig breitlaufen und schlecht maschinengängig sein.

Typische mögliche Folgen einer überhöhten Wasserzugabe sind eine erschwerte Aufarbeitung, geringere Formstabilität, stärkere Klebrigkeit und eine verlängerte Backzeit wegen des höheren Wassergehalts.


Zu wenig Wasser

Bei zu niedriger Wasserzugabe bleibt der Teig fester. Mehlbestandteile können unzureichend hydratisiert sein, und das Glutennetz lässt sich unter Umständen schwerer dehnen. Die Teiglinge können eine geringere Volumenausdehnung zeigen, weil das Gärgas stärker gegen den Widerstand des festen Teiges arbeiten muss.

Ein fester Teig ist nicht grundsätzlich fehlerhaft. Für bestimmte Gebäcke ist eine feste Konsistenz ausdrücklich vorgesehen. Entscheidend ist immer die Abweichung von der technologischen Sollkonsistenz.


Zu warmes Schüttwasser und zu warmer Teig

Ist die Schütttemperatur zu hoch, kann die Zielteigtemperatur überschritten werden. Dadurch laufen Fermentation und enzymatische Prozesse schneller ab. Die vorgesehene Teigruhe und Gärzeit können dann zu lang sein. Der Teig kann seine optimale Reife überschreiten und an Stabilität verlieren.

Bei Weizenteigen kann eine zu hohe Teigtemperatur in Verbindung mit intensiver Knetung zu einer zu schnellen Teigentwicklung beitragen. Bei Sauerteigen kann eine Temperaturabweichung zudem das Verhältnis mikrobieller Stoffwechselprozesse und damit die Aromabildung verändern.


Zu kaltes Schüttwasser und zu kalter Teig

Ein zu kalter Teig entwickelt sich langsamer. Hefeaktivität und enzymatische Reaktionen laufen reduziert ab, sodass sich Teigruhe, Stockgare oder Stückgare verlängern können. Wird die geplante Zeit trotzdem unverändert beibehalten, kann der Teig unterreif verarbeitet oder gebacken werden.

Untergare kann sich unter anderem in geringem Volumen, dichter Krume und unzureichender Lockerung zeigen. Die Ursache muss jedoch immer systematisch geprüft werden, weil auch Hefemenge, Salz, Sauerteigaktivität, Knetgrad oder Rezeptfehler ähnliche Symptome verursachen können.


Sehr weiches Wasser

Sehr weiches beziehungsweise extrem mineralarmes Wasser kann bei Weizenteigen zu einer nachlassenden, klebrigen oder weniger straffen Teigstruktur beitragen. In der Fehleranalyse darfst Du diesen Effekt nicht isoliert bewerten. Ein klebriger Teig kann ebenso durch zu hohe Teigausbeute, zu hohe Teigtemperatur, Überknetung oder Überreife verursacht sein.


Sehr hartes Wasser

Sehr hartes Wasser kann die Kleberstruktur straffen und die Hydratation der Mehlproteine erschweren. Der Teig kann fester wirken und die Fermentation kann langsamer verlaufen. Gleichzeitig erhöht hartes Wasser die Gefahr von Kalkablagerungen in erhitzten wasserführenden Betriebsteilen.


Zusammenspiel der Einflussgrößen

Professionelle Teigdiagnostik bedeutet, nicht vorschnell eine einzige Ursache anzunehmen. Beurteile immer das System aus Wasser, Mehl, Salz, Triebmittel, Vorstufen, Temperatur, Knetung und Zeit.

Beobachtung mögliche wasserbezogene Ursache weitere zu prüfende Faktoren
Teig sehr weich und klebrig zu viel Wasser oder extrem weiches Wasser Mehlqualität, Überknetung, Teigtemperatur, Überreife
Teig auffällig fest zu wenig Wasser oder sehr hartes Wasser Mehltype, Salzmenge, Knetgrad
Gare deutlich zu schnell Teigtemperatur zu hoch Hefemenge, Sauerteigaktivität, Raumtemperatur
Gare deutlich zu langsam Teigtemperatur zu niedrig oder sehr hartes Wasser Triebmittel, Salz, Vorstufenreife
starke Kalkablagerungen hohe Carbonathärte Temperatur der Wasseranlage, Wartungszustand


Prozesskontrolle in der Ausbildung


Messen statt Schätzen

In einer professionellen Backstube sollst Du nicht nur nach Handgefühl arbeiten. Handwerkliches Gefühl ist wertvoll, wird aber durch Messwerte abgesichert. Zu den wichtigsten Messungen gehören:

  1. Wassertemperatur: unmittelbar vor dem Schütten messen.
  2. Mehltemperatur: besonders bei starken jahreszeitlichen Schwankungen beachten.
  3. Teigtemperatur: direkt nach Abschluss der Knetung kontrollieren.
  4. Wasserhärte: Versorgeranalyse oder betrieblich geeignete Messmethode verwenden.
  5. pH-Wert: bei speziellen Qualitätsfragen und Sauerteigprozessen als Zusatzinformation nutzen.
  6. Teigkonsistenz: sensorisch und anhand der betrieblichen Sollvorgabe bewerten.


Dokumentation

Eine gute Dokumentation verbindet Messwert und Beobachtung. Notiere beispielsweise Mehlcharge, Wassertemperatur, Mehltemperatur, Knetzeit, Kneterstufe, Teigtemperatur, Raumtemperatur, Gärzeit und Auffälligkeiten. Erst aus mehreren Backtagen lässt sich zuverlässig erkennen, wie stark eine Knetmaschine erwärmt oder wie sich jahreszeitliche Änderungen des Wassers auswirken.


Ermitteln der betrieblichen Kneterwärmung

Die Kneterwärmung sollte nicht dauerhaft nur geschätzt werden. Du kannst sie durch wiederholte Versuchsteige bestimmen. Dazu werden Rezeptur, Teigmenge und Knetprogramm konstant gehalten. Anschließend vergleichst Du berechnete und gemessene Endteigtemperaturen. Aus der wiederkehrenden Abweichung lässt sich ein betriebsspezifischer Reibungs- beziehungsweise Kneterwärmungswert ableiten.


Fachliche Vertiefung


Wasserbindung und freies Wasser

Nicht jedes im Teig vorhandene Wasser ist gleich verfügbar. Ein Teil wird an Proteine, Stärke, Ballaststoffe und andere Hydrokolloide gebunden. Ein anderer Teil bleibt beweglicher. Diese Verteilung beeinflusst Teigkonsistenz, Diffusionsprozesse und später die Frischhaltung des Gebäcks.

Der Begriff Wasseraktivität, häufig als a_w-Wert bezeichnet, beschreibt die Verfügbarkeit von Wasser für chemische und mikrobiologische Prozesse. Der a_w-Wert ist nicht identisch mit dem prozentualen Wassergehalt. Zwei Produkte können ähnlich viel Wasser enthalten und dennoch unterschiedliche Wasseraktivitäten besitzen.


Glutenentwicklung und Wasser

Bei Weizenteigen ist Wasser Voraussetzung dafür, dass Glutenin- und Gliadinfraktionen hydratisieren und während des Knetens ein zusammenhängendes Glutennetz ausbilden. Dieses Netzwerk muss gleichzeitig dehnbar und elastisch sein. Zu wenig Wasser kann die Hydratation und Dehnbarkeit begrenzen. Sehr viel Wasser erhöht die Anforderungen an Knetung und Teigstabilisierung.

Calcium- und Magnesiumionen aus dem Wasser können die Wechselwirkungen im Proteinsystem beeinflussen. Deshalb wird bei extrem hartem Wasser eine straffende Wirkung beschrieben.


Roggenteige und Wasser

Roggenteige unterscheiden sich technologisch deutlich von Weizenteigen. Ihre Struktur wird nicht hauptsächlich durch ein elastisches Glutennetz getragen. Wasserbindung durch Pentosane beziehungsweise Arabinoxylane und die Verkleisterung der Stärke sind wesentlich. Die Säuerung reguliert zusätzlich die Aktivität mehleigener Enzyme.

Deshalb sind bei roggenreichen Teigen Wasserzugabe, Sauerteigführung und Teigtemperatur besonders eng miteinander verbunden. Ein bloßer Vergleich mit der Weizenkleberentwicklung wäre fachlich falsch.


Wasser beim Backprozess

Beim Backen erwärmt sich das im Teig enthaltene Wasser. Ein Teil verdampft und trägt zur Volumenentwicklung in der frühen Backphase bei. Gleichzeitig laufen Stärkeverkleisterung, Proteinveränderungen und Krustenbildung ab. Mit fortschreitender Backzeit verliert das Gebäck Wasser.

Nach dem Backen verteilt sich die Feuchtigkeit im Gebäck weiter. Wasser wandert zwischen Krume und Kruste, weshalb eine zunächst knusprige Kruste bei feuchter Lagerung wieder weich werden kann.


Praxisbeispiel: Fehleranalyse

Eine Bäckerei stellt morgens Weizenbrötchenteig her. Die Rezeptur wurde nicht verändert. Im Sommer kommt der Teig jedoch regelmäßig deutlich wärmer aus dem Spiralkneter und erreicht die optimale Gare früher als im Arbeitsplan vorgesehen.

Eine fachgerechte Analyse lautet: Mehl und Backstube sind im Sommer wärmer, zusätzlich entsteht beim Kneten Reibungswärme. Wird die Schüttwassertemperatur nicht abgesenkt, steigt die Endteigtemperatur. Die Hefe arbeitet schneller, sodass Teigruhe und Stückgare verkürzt werden müssten. Die bessere Lösung ist, die Schütttemperatur so zu korrigieren, dass die vorgesehene Zielteigtemperatur wieder erreicht wird.

Die Maßnahme wird anschließend überprüft: Wassertemperatur messen, Teig herstellen, Endteigtemperatur kontrollieren, Gärverlauf dokumentieren. Erst wenn die gewünschte Teigtemperatur reproduzierbar erreicht wird, ist die Prozesskorrektur abgeschlossen.


Merksätze für die Backstube

  1. Schüttwasser: Wasser ist Rohstoff, Lösungsmittel, Hydratationsmedium und Temperatursteuerung zugleich.
  2. Zielteigtemperatur: Die Teigtemperatur nach dem Kneten ist ein zentraler Prozesswert und muss gemessen werden.
  3. Kneterwärmung: Mechanische Knetarbeit erwärmt den Teig und muss bei der Schütttemperatur berücksichtigt werden.
  4. Wasserhärte: Calcium und Magnesium bestimmen wesentlich die Härte und können bei extremen Werten die Teigeigenschaften beeinflussen.
  5. Teigdiagnostik: Beurteile immer das Zusammenspiel aus Wasser, Mehl, Temperatur, Zeit, Knetung und Triebmittel.


Fachliche Quellen und Vertiefung

  1. Bundesministerium für Gesundheit: Trinkwasser
  2. Umweltbundesamt: Qualität des Trinkwassers aus zentralen Versorgungsanlagen
  3. DVGW: Wasserhärte und Härtebereiche
  4. Handwerk und Technik: Fachkunde zur Herstellung von Weizenbroten und Berechnung der Wassertemperatur
  5. King Arthur Baking: Water in bread dough
  6. Plötzblog: Teigtemperatur


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Hauptaufgabe erfüllt Schüttwasser bei der Temperaturführung eines Teiges? (Es dient zur Einstellung der gewünschten Teigtemperatur) (!Es verhindert grundsätzlich jede Hefegärung) (!Es ersetzt die Messung der Mehltemperatur) (!Es macht die Kneterwärmung bedeutungslos)




Welche Ionen bestimmen wesentlich die Wasserhärte? (Calcium- und Magnesiumionen) (!Natrium- und Kaliumionen) (!Eisen- und Kupferionen) (!Chlorid- und Nitrationen)




Was bezeichnet die Zielteigtemperatur? (Die gewünschte Temperatur des Teiges nach dem Kneten) (!Die Backofentemperatur während der Krustenbildung) (!Die Temperatur des Mehllagers) (!Die Temperatur des fertigen Brotes nach dem Auskühlen)




Was ist Kneterwärmung? (Die Temperaturerhöhung des Teiges durch mechanische Knetarbeit) (!Die Erwärmung des Ofens vor dem Einschießen) (!Die natürliche Erwärmung des Trinkwassernetzes) (!Die Erwärmung des Mehls bei der Lagerung)




Welche Wirkung kann sehr hartes Wasser auf einen Weizenteig haben? (Es kann den Teig straffer machen) (!Es löst das gesamte Gluten vollständig auf) (!Es verhindert jede Wasseraufnahme des Mehls) (!Es macht den Teig unabhängig von der Knetung)




Welche Wirkung kann extrem weiches Wasser auf einen Weizenteig haben? (Der Teig kann weicher und nachlassender wirken) (!Der Teig wird immer vollständig trocken) (!Die Stärke kann kein Wasser mehr aufnehmen) (!Der Teig wird automatisch überbacken)




Was geschieht häufig bei einer zu hohen Teigtemperatur? (Die Fermentation verläuft schneller) (!Die Hefe wird unabhängig von der Temperatur) (!Die Teigruhe verlängert sich grundsätzlich) (!Die Wasserhärte verschwindet)




Welche Aussage zur Teigausbeute ist richtig? (Eine höhere Wasserzugabe erhöht bei gleicher Mehlmenge die Teigausbeute) (!Eine höhere Wasserzugabe senkt immer die Teigausbeute) (!Die Teigausbeute beschreibt nur die Backofentemperatur) (!Die Teigausbeute ist unabhängig von der Wassermenge)




Warum wird die Teigtemperatur nach dem Kneten gemessen? (Um zu prüfen ob die geplante Zielteigtemperatur erreicht wurde) (!Um den Härtegrad des Wassers zu bestimmen) (!Um die Mehltype festzulegen) (!Um den Mineralstoffgehalt des Salzes zu berechnen)




Welche Aussage zur Wasserqualität in der Bäckerei ist fachlich richtig? (Das verwendete Wasser muss hygienisch geeignet und für die Lebensmittelherstellung sicher sein) (!Nur die Farbe des Wassers ist für die Qualität entscheidend) (!Die Wasserqualität hat niemals Einfluss auf den Prozess) (!Für Schüttwasser gelten grundsätzlich keine hygienischen Anforderungen)





Memory

Schüttwasser Bei der Teigbereitung zugegebene Wassermenge
Zielteigtemperatur Vorgesehene Temperatur nach dem Kneten
Kneterwärmung Wärmeeintrag durch mechanische Teigbearbeitung
Gesamthärte Summe der Calcium- und Magnesiumanteile
Carbonathärte Mit Hydrogencarbonat verbundener Härteanteil
Hydratation Anlagerung und Aufnahme von Wasser durch Mehlbestandteile
Teigausbeute Kennzahl für das Mengenverhältnis von Teig zu Mehl
Bassinage Nachträgliches Einarbeiten zurückgehaltenen Wassers





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Wasseranalyse Rohstoffqualität beurteilen
Schütttemperatur Teigtemperatur steuern
Kneterwärmung Wärmeeintrag berücksichtigen
Wasserhärte Calcium und Magnesium bewerten
Teigausbeute Wassermenge zur Mehlmenge einordnen
Endteigtemperatur Prozess nach dem Kneten kontrollieren






Kreuzworträtsel

Schüttwasser Wie heißt das Wasser, das bei der Teigbereitung zugegeben wird?
Wasserhärte Welcher Begriff beschreibt wesentlich den Calcium- und Magnesiumgehalt von Wasser?
Gluten Wie heißt das elastische Klebernetzwerk eines Weizenteiges?
Hydratation Wie heißt die Aufnahme beziehungsweise Anlagerung von Wasser an Mehlbestandteile?
Kneterwärmung Wie heißt der Wärmeeintrag durch mechanische Teigbearbeitung?
Trinkwasser Welche Wasserqualität wird für die Lebensmittelherstellung vorausgesetzt?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Das bei der Teigbereitung zugegebene Wasser wird als

bezeichnet. Die gewünschte Temperatur des fertig gekneteten Teiges heißt

. Mechanische Arbeit im Kneter führt zur sogenannten

. Die Aufnahme und Anlagerung von Wasser an Mehlbestandteile wird

genannt. Calcium- und Magnesiumionen sind die wichtigsten

des Wassers. Eine hohe Wasserzugabe erhöht bei gleicher Mehlmenge die

. Sehr hartes Wasser kann einen Weizenteig stärker

. Extrem weiches Wasser kann einen Teig eher weich und

erscheinen lassen. Eine zu hohe Teigtemperatur beschleunigt häufig die

. Die tatsächliche Teigtemperatur soll unmittelbar nach dem

gemessen werden. Bei einer indirekten Teigführung muss die Temperatur einer vorhandenen

berücksichtigt werden. Die nachträgliche Zugabe zurückgehaltenen Wassers wird als

bezeichnet.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Wasseranalyse lesen: Suche die aktuelle Trinkwasseranalyse Deines örtlichen Wasserversorgers und notiere Wasserhärte, Calcium, Magnesium und pH-Wert mit Einheit.
  2. Temperaturmessung: Miss an einem Ausbildungstag die Temperatur von Leitungswasser, Mehl und fertig geknetetem Teig und vergleiche die Werte.
  3. Fachbegriffe erklären: Erstelle eine eigene Fachwortkarte zu Schüttwasser, Schütttemperatur, Zielteigtemperatur, Kneterwärmung und Wasserhärte.
  4. Teigbeobachtung: Dokumentiere bei einem Weizenteig Konsistenz, Dehnbarkeit und Klebrigkeit direkt nach dem Kneten und nach der Teigruhe.


Standard

  1. Schüttwassertemperatur berechnen: Berechne für einen direkten Teig die erforderliche Wassertemperatur aus vorgegebener Zielteigtemperatur, Mehltemperatur und Kneterwärmung und überprüfe die Rechnung mit einer praktischen Messung.
  2. Wasserhärte vergleichen: Stelle zwei Wässer unterschiedlicher Härte gegenüber und plane einen kontrollierten Backversuch mit identischer Rezeptur.
  3. Kneterwärmung ermitteln: Führe mehrere gleichartige Testteige durch und bestimme aus den Messwerten einen praxisnahen Kneterwärmungswert für die verwendete Maschine.
  4. Fehlerprotokoll erstellen: Entwickle ein Diagnoseblatt für die Fehlerbilder zu warmer Teig, zu kalter Teig, zu weicher Teig und zu fester Teig.


Schwer

  1. Versuchsreihe Wasserhärte: Plane eine Versuchsreihe mit weichem, mittelhartem und hartem Wasser. Lege Konstanten, Messgrößen und Bewertungskriterien für Teig und Gebäck fest.
  2. Prozessoptimierung Sommerbetrieb: Entwickle für eine Bäckerei ein Konzept, wie Zielteigtemperaturen trotz steigender Mehl- und Raumtemperaturen konstant gehalten werden können.
  3. Betriebsinterview: Befrage eine Bäckermeisterin, einen Bäckermeister oder eine Fachkraft für Lebensmitteltechnik dazu, wie Wasserqualität und Schütttemperatur im Betrieb überwacht werden, und werte die Antworten fachlich aus.
  4. Ausbildungsprojekt Wasser: Produziere ein kurzes Lehrvideo oder eine digitale Lernstation, in der Du Wasserqualität, Schüttwasser, Schütttemperatur, Wasserhärte und Teigwirkung anhand eines realen Teiges demonstrierst.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Prozessanalyse Teigtemperatur: Ein Brötchenteig kommt statt mit der vorgesehenen Temperatur deutlich wärmer aus dem Kneter. Entwickle mindestens drei plausible Ursachen, ordne sie nach Wahrscheinlichkeit und beschreibe geeignete Kontrollmessungen.
  2. Transfer Wasserhärte: Eine Bäckerei wechselt den Produktionsstandort und erhält dort deutlich härteres Trinkwasser. Erkläre, welche Veränderungen an Teig und Betriebstechnik beobachtet werden sollten, ohne vorschnell Rezepturänderungen vorzunehmen.
  3. Rechenstrategie Schüttwasser: Begründe, warum die Kneterwärmung in einer Berechnung der Schüttwassertemperatur berücksichtigt werden muss und welche Folgen ein zu niedrig angesetzter Wert haben kann.
  4. Fehlerdiagnose Teigkonsistenz: Ein Teig ist weich und klebrig. Entwickle eine Diagnose, mit der Du zwischen zu hoher Wasserzugabe, sehr weichem Wasser, Überknetung und zu hoher Teigtemperatur unterscheiden kannst.
  5. Versuchsplanung: Entwirf einen fairen Vergleichsversuch zur Wirkung verschiedener Wasserhärten auf Weizenteig. Benenne Konstanten, unabhängige Variable, Messgrößen und mögliche Störfaktoren.
  6. Sauerteigtransfer: Erkläre, warum bei der Beurteilung eines Sauerteiges neben der Wasserhärte auch Temperatur, Teigausbeute, Anstellgut und Reifezeit berücksichtigt werden müssen.
  7. Qualitätssicherung: Entwickle ein einfaches Kontrollsystem für eine Ausbildungsbackstube, das Wasseranalyse, Temperaturmessung, Teigdokumentation und Abweichungsmaßnahmen miteinander verbindet.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen, dass Du Fachwissen praktisch anwenden und begründen kannst.

  1. Wasserfunktionen: Erkläre Hydratation, Lösungsvorgänge, Teigkonsistenz und Temperatursteuerung fachsprachlich korrekt.
  2. Wasserqualität: Beurteile, warum hygienische, sensorische und chemische Wasserqualität für die Backwarenherstellung relevant sind.
  3. Schüttwasser: Verwende den Begriff korrekt und grenze ihn von bereits in Vorstufen enthaltenem Wasser ab.
  4. Schütttemperatur: Berechne eine erforderliche Wassertemperatur nach dem im Unterricht oder Betrieb vorgegebenen Rechenmodell.
  5. Kneterwärmung: Erkläre den Einfluss von Maschinentyp, Knetzeit und Knetintensität auf die Endteigtemperatur.
  6. Wasserhärte: Erkläre Gesamthärte, Carbonathärte sowie die Bedeutung von Calcium und Magnesium.
  7. Teigwirkung: Leite mögliche Folgen von sehr weichem, sehr hartem, zu warmem oder zu kaltem Schüttwasser auf Teig und Fermentation ab.
  8. Prozesskontrolle: Werte Messdaten aus und entwickle sachgerechte Korrekturmaßnahmen.
  9. Fehleranalyse: Unterscheide wasserbezogene Ursachen von anderen Ursachen wie Mehlqualität, Salzmenge, Knetgrad oder Teigreife.




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