Wärmewende - Deutschland

Wärmewende - Deutschland
Wärmewende - Deutschland
Einleitung
Die Wärmewende beschreibt den Umbau der Wärmeversorgung: Gebäude, Wohnungen, Betriebe und Wärmenetze sollen weniger Energie benötigen und zunehmend ohne fossile Energieträger auskommen. Das betrifft Heizungen, Warmwasser, Prozesswärme, Wärmenetze, die Gebäudehülle, Regelungstechnik und das Verhalten der Nutzenden.
Für Deutschland ist dieser Bereich besonders wichtig: Wärme und Kälte verursachen mehr als die Hälfte des gesamten Endenergieverbrauchs. Allein Raumwärme und Prozesswärme stehen für große Verbrauchsanteile. Deshalb reicht es für die Energiewende nicht, nur Strom aus erneuerbaren Quellen zu erzeugen. Auch Gebäude und Wärmesysteme müssen technisch weiterentwickelt werden.
Lernziel: Du sollst nach diesem aiMOOC technische Lösungen der Wärmewende vergleichen, die Funktion von Wärmepumpen und Wärmenetzen erklären, Energieeffizienzmaßnahmen bewerten und erkennen können, welche Kompetenzen in Ausbildung und Weiterbildung dafür benötigt werden.
Rechts- und Datenstand: August 2026. Gesetzliche Vorgaben und Förderprogramme können sich ändern. Für reale Bau-, Förder- oder Investitionsentscheidungen solltest Du deshalb immer den aktuellen Rechtsstand und fachkundige Beratung prüfen.

Warum die Wärmewende notwendig ist
Wärme wird für sehr unterschiedliche Zwecke gebraucht. In Wohngebäuden dominiert meist die Raumwärme, hinzu kommt die Warmwasserbereitung. In Gewerbe und Industrie spielt außerdem Prozesswärme eine große Rolle. Nach Angaben des Umweltbundesamtes machte Wärme zuletzt mehr als die Hälfte des deutschen Endenergieverbrauchs aus. Der gebäuderelevante Endenergieverbrauch ist zwar langfristig gesunken, bleibt aber sehr hoch.
Im Jahr 2025 stammten nach vorläufigen Daten rund 19 Prozent des Endenergieverbrauchs für Raumwärme, Warmwasser und Prozesswärme aus erneuerbaren Wärmequellen. Damit ist die Umstellung noch nicht abgeschlossen. Zur Wärmewende gehören deshalb immer zwei Strategien gleichzeitig: Energiebedarf senken und verbleibenden Bedarf klimaverträglicher decken.
Ein schlecht gedämmtes Gebäude mit einer modernen Heizung kann weiterhin unnötig viel Energie benötigen. Umgekehrt nützt eine gute Dämmung allein wenig, wenn eine alte Heizungsanlage schlecht geregelt ist. In der Praxis muss deshalb das gesamte System betrachtet werden.

Die drei Ebenen der Wärmewende
Die Wärmewende lässt sich technisch auf drei Ebenen betrachten. Erstens wird der Wärmebedarf durch Wärmedämmung, gute Fenster, Luftdichtheit, Wärmerückgewinnung und angepasstes Nutzerverhalten reduziert. Zweitens werden Heizungsanlagen effizienter betrieben, etwa durch niedrige Systemtemperaturen, eine richtig eingestellte Heizkurve und den hydraulischen Abgleich. Drittens werden fossile Wärmequellen zunehmend durch Wärmepumpen, Geothermie, Solarthermie, erneuerbare Energieträger und klimafreundlichere Wärmenetze ersetzt.
Wärmepumpen
Eine Wärmepumpe transportiert Wärme von einem niedrigen Temperaturniveau auf ein höheres Temperaturniveau. Sie kann dafür Wärme aus der Außenluft, dem Erdreich, Grundwasser oder anderen Wärmequellen nutzen. Der dafür benötigte Verdichter wird bei üblichen Heizungswärmepumpen elektrisch angetrieben.

Der Kältekreislauf
Im Verdampfer nimmt ein Kältemittel Wärme aus der Umwelt auf und verdampft. Der Verdichter erhöht Druck und Temperatur des gasförmigen Kältemittels. Im Verflüssiger wird die Wärme an das Heizsystem abgegeben. Anschließend senkt ein Expansionsventil den Druck, bevor der Kreislauf erneut beginnt.
Entscheidend ist der Temperaturhub, also der Unterschied zwischen der Temperatur der Wärmequelle und der benötigten Vorlauftemperatur des Heizsystems. Je kleiner dieser Temperaturhub ist, desto effizienter kann eine Wärmepumpe arbeiten. Große Heizflächen, ausreichend dimensionierte Heizkörper oder Fußbodenheizungen helfen deshalb, mit niedrigeren Vorlauftemperaturen auszukommen.
COP und Jahresarbeitszahl
Der COP beschreibt das Verhältnis von abgegebener Wärmeleistung zu aufgenommener elektrischer Leistung an einem bestimmten Betriebspunkt. Für den realen Betrieb ist die Jahresarbeitszahl JAZ aussagekräftiger. Sie setzt die im Jahr abgegebene Wärmemenge ins Verhältnis zur eingesetzten elektrischen Energie.
Eine JAZ von 4 bedeutet vereinfacht: Aus einer Kilowattstunde elektrischer Energie werden über das Jahr betrachtet etwa vier Kilowattstunden nutzbare Wärme bereitgestellt. Die Differenz stammt überwiegend aus der Umweltwärme. Die tatsächliche JAZ hängt unter anderem von Wärmequelle, Vorlauftemperatur, Warmwasserbereitung, Dimensionierung, Regelung und Installationsqualität ab.

Wärmepumpe im Bestand
Auch ältere Gebäude können grundsätzlich für Wärmepumpen geeignet sein. Entscheidend ist nicht allein das Baujahr. Fachleute prüfen unter anderem die Heizlast, vorhandene Heizflächen, mögliche Vorlauftemperaturen, den energetischen Zustand des Gebäudes, den Platz für Innen- und Außeneinheiten, Schallschutz sowie die elektrische Anschlussleistung.
Oft verbessert bereits der Austausch einzelner zu kleiner Heizkörper die Voraussetzungen. Zusätzliche Dämmmaßnahmen können den Wärmebedarf und die notwendige Vorlauftemperatur weiter senken. Eine sorgfältige Planung ist wichtiger als die pauschale Aussage, ein Altbau sei für Wärmepumpen geeignet oder ungeeignet.
Energieeffizienz im Gebäude
Energieeffizienz bedeutet, einen gewünschten Nutzen mit möglichst wenig Energieeinsatz zu erreichen. Beim Heizen heißt das: Räume sollen angenehm warm werden, ohne unnötige Verluste in Gebäudehülle, Verteilung oder Regelung.

Gebäudehülle
Wärme fließt im Winter durch Außenwände, Dach, Fenster, Türen und Kellerbauteile nach außen. Der U-Wert beschreibt, wie viel Wärme durch ein Bauteil übertragen wird. Ein niedriger U-Wert bedeutet einen besseren Wärmeschutz.
Bei einer Sanierung werden Maßnahmen deshalb nicht isoliert betrachtet. Dämmung, Luftdichtheit und Lüftung müssen zusammenpassen. Werden Gebäude dichter, muss der notwendige Luftaustausch weiterhin sichergestellt sein. Je nach Gebäude kann eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sinnvoll sein.
Wärmeverluste sichtbar machen
Mit einer Wärmebildkamera können Temperaturunterschiede an Oberflächen sichtbar gemacht werden. Unter geeigneten Bedingungen lassen sich dadurch Hinweise auf Wärmebrücken oder ungleichmäßige Dämmung finden. Ein Wärmebild allein ersetzt jedoch keine fachgerechte Gebäudeanalyse, weil Wetter, Sonneneinstrahlung, Innenraumtemperatur und Aufnahmewinkel das Ergebnis beeinflussen.

Heizungsanlage optimieren
Bei einer bestehenden Anlage können vergleichsweise kleine Maßnahmen eine große Wirkung haben. Dazu gehören eine passend eingestellte Heizkurve, niedrigere Vorlauftemperaturen, effiziente Umwälzpumpen, sinnvoll eingestellte Thermostatventile und ein hydraulischer Abgleich.
Beim hydraulischen Abgleich werden die Volumenströme so eingestellt, dass alle Heizflächen die benötigte Wassermenge erhalten. Ohne Abgleich können nahe Heizkörper überversorgt sein, während weiter entfernte Räume zu wenig Wärme bekommen. Dann werden oft Pumpenleistung oder Vorlauftemperatur unnötig erhöht.
Wärmenetze und Fernwärme
Ein Wärmenetz verteilt Wärme über Rohrleitungen an mehrere Gebäude. Bei größeren Systemen spricht man häufig von Fernwärme, bei kleineren räumlich begrenzten Systemen auch von Nahwärme. Im Netz zirkuliert meist heißes Wasser. Über eine Hausübergabestation gelangt die Wärme in das Heizsystem des Gebäudes.

Vorlauf, Rücklauf und Netzverluste
Das erwärmte Wasser fließt im Vorlauf zu den angeschlossenen Gebäuden. Dort wird Wärme übertragen. Das abgekühlte Wasser gelangt über den Rücklauf zur Wärmeerzeugung zurück. Gut gedämmte Rohrleitungen reduzieren Wärmeverluste.
Auch Wärmenetze profitieren von niedrigen Systemtemperaturen. Niedrigere Vorlauftemperaturen können Netzverluste verringern und die Nutzung von Großwärmepumpen, Geothermie, Solarthermie oder Abwärme erleichtern. Voraussetzung ist, dass Gebäude und Übergabestationen mit diesen Temperaturen ausreichend Wärme bereitstellen können.
Wärmequellen für Wärmenetze
Ein Wärmenetz ist nicht automatisch klimaneutral. Entscheidend ist, wie die eingespeiste Wärme erzeugt wird. Mögliche Quellen sind Großwärmepumpen, tiefe Geothermie, Solarthermie, unvermeidbare industrielle Abwärme, Abwärme aus Rechenzentren, Biomasse oder in Übergangsphasen auch fossile Anlagen.
Das Wärmeplanungsgesetz schreibt für bestehende Wärmenetze einen steigenden Anteil erneuerbarer Energien und unvermeidbarer Abwärme vor: grundsätzlich mindestens 30 Prozent ab 2030 und mindestens 80 Prozent ab 2040. Bis spätestens Ende 2044 sollen Wärmenetze vollständig aus erneuerbaren Energien oder unvermeidbarer Abwärme gespeist werden. Für neue Wärmenetze gilt seit März 2025 grundsätzlich ein Mindestanteil von 65 Prozent.
Kommunale Wärmeplanung
Die Kommunale Wärmeplanung ist ein strategisches Instrument. Eine Kommune untersucht dabei unter anderem, wie viel Wärme heute benötigt wird, welche Wärmequellen verfügbar sind, wo Wärmenetze sinnvoll sein könnten und wo dezentrale Lösungen wie Wärmepumpen wahrscheinlicher sind.
Ein Wärmeplan ist keine fertige Bauplanung für jedes einzelne Haus. Er soll vor allem Orientierung für Infrastrukturentscheidungen geben. Ein typischer Prozess umfasst Bestandsanalyse, Potenzialanalyse, Zielszenario und Umsetzungsstrategie.
Fristen in Deutschland
Nach dem Wärmeplanungsgesetz mussten Wärmepläne für Gemeindegebiete mit mehr als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern grundsätzlich bis zum 30. Juni 2026 erstellt werden. Für Gemeindegebiete mit 100.000 oder weniger Einwohnerinnen und Einwohnern gilt grundsätzlich der 30. Juni 2028.
Die 2026 beschlossene Novelle erleichtert die Planung für kleine Kommunen. Für Kommunen mit bis zu 15.000 Einwohnerinnen und Einwohnern wurde eine stark vereinfachte kleine Wärmeplanung als zusätzliche Möglichkeit geschaffen. Sie soll den Aufwand für Datenerhebung, Szenarien und Dokumentation reduzieren.
Aktueller Rechtsrahmen für Heizungen
Seit dem 29. Juli 2026 gilt in Deutschland das neue Gebäudemodernisierungsgesetz. Es ersetzt das frühere Gebäudeenergiegesetz in seiner bisherigen Form. Die zuvor geltende einheitliche Vorgabe, beim Heizungstausch grundsätzlich mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien einzusetzen, wurde aufgehoben. Der Rechtsrahmen ist nun stärker technologieoffen ausgestaltet.
Für neu eingebaute Heizungsanlagen, die nach dem 29. Juli 2026 in bestehenden Gebäuden mit Gas, Heizöl oder Flüssiggas betrieben werden, sieht das Gesetz steigende Mindestanteile bestimmter erneuerbarer oder klimaneutraler Brennstoffe vor: ab 2029 mindestens 10 Prozent, ab 2030 mindestens 15 Prozent, ab 2035 mindestens 30 Prozent und ab 2040 mindestens 60 Prozent. Das Gesetz kündigt außerdem eine weitere Regelung an, nach der die für die Gebäudewärme in Verkehr gebrachten Brennstoffe ab 2045 vollständig klimaneutral sein sollen.
Technisch bedeutet die neue Wahlfreiheit nicht, dass jede Heizung für jedes Gebäude wirtschaftlich oder langfristig sinnvoll ist. Für eine Entscheidung müssen Investitionskosten, Betriebskosten, Energiepreise, Gebäudezustand, lokale Wärmeplanung, verfügbare Infrastruktur und zukünftige Anforderungen gemeinsam betrachtet werden.
Ausbildung und lebenslanges Lernen
Die Wärmewende ist nicht nur eine Frage neuer Geräte. Sie erfordert Fachkräfte, die komplexe Systeme planen, installieren, prüfen, einstellen und warten können. Besonders wichtig ist der Ausbildungsberuf Anlagenmechanikerin bzw. Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik.
Nach dem Berufsbild gehören unter anderem Montage, Inbetriebnahme, elektrische Anschlüsse, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik, Wartung, Kundenberatung sowie nachhaltige Energie- und Wassernutzung zu den Aufgaben. Wärmepumpen, vernetzte Systemtechnik und erneuerbare Energien erhöhen den Bedarf an gewerkeübergreifendem Verständnis.
Kompetenzen für die Praxis
Wer an modernen Wärmesystemen arbeitet, braucht Kenntnisse aus mehreren Bereichen gleichzeitig. Dazu zählen Thermodynamik, Hydraulik, Elektrotechnik, Kältemitteltechnik, Regelungstechnik, Gebäudephysik, Schall- und Brandschutz, Digitalisierung sowie Arbeitssicherheit.
Besonders wichtig ist die Fähigkeit, Messdaten zu interpretieren. Eine Wärmepumpe kann technisch funktionieren und trotzdem ineffizient laufen, wenn Heizkurve, Volumenstrom oder Vorlauftemperatur falsch eingestellt sind. Lebenslanges Lernen bedeutet deshalb, Anlagen nach der Inbetriebnahme weiter zu optimieren und neue technische sowie rechtliche Entwicklungen zu verfolgen.
Lernen im Team verschiedener Gewerke
Bei einer Sanierung arbeiten häufig SHK-Handwerk, Elektrohandwerk, Energieberatung, Planung, Bauunternehmen und Netzbetreiber zusammen. Fehler entstehen oft an Schnittstellen. Deshalb werden neben Fachwissen auch Dokumentation, Kommunikation und Kundenberatung wichtiger.
Ein Beispiel: Wird eine Wärmepumpe eingebaut, muss nicht nur das hydraulische Heizsystem passen. Auch Netzanschluss, elektrische Absicherung, mögliche Steuerung nach Netzvorgaben, Schallschutz und die Einbindung der Warmwasserbereitung müssen abgestimmt sein.
Technikvergleich
| Lösung | Typischer Einsatz | Technischer Schwerpunkt | Zu beachten |
|---|---|---|---|
| Wärmepumpe | Einzelgebäude oder Quartier | Umweltwärme mit elektrischem Antrieb nutzbar machen | Niedrige Vorlauftemperatur und gute Auslegung verbessern die Effizienz |
| Fernwärme | Dichte Siedlungsgebiete und Quartiere | Zentrale Wärmeerzeugung und Rohrnetz | Klimawirkung hängt von den Wärmequellen des Netzes ab |
| Geothermie | Gebäude, Quartiere oder Wärmenetze | Nutzung von Wärme aus dem Untergrund | Standort, Bohrung, Genehmigung und Geologie beachten |
| Solarthermie | Gebäude oder große Wärmenetze | Sonnenenergie direkt in Wärme umwandeln | Saisonale Schwankungen erfordern Ergänzung oder Speicher |
| Wärmedämmung | Neubau und Bestand | Wärmeverluste der Gebäudehülle senken | Feuchte-, Brand- und Lüftungskonzept berücksichtigen |
| Wärmerückgewinnung | Lüftungsanlagen und Prozesse | vorhandene Abwärme erneut nutzen | Luftqualität, Hygiene und Ventilatorstrom beachten |
Praxisbeispiel: Ein Mehrfamilienhaus
Ein Mehrfamilienhaus aus den 1970er-Jahren soll modernisiert werden. Die Außenwand ist nur mäßig gedämmt, die Heizkörper arbeiten bislang mit hoher Vorlauftemperatur, und der alte Heizkessel nähert sich dem Ende seiner Lebensdauer.
Eine sinnvolle Vorgehensweise beginnt nicht mit der Auswahl eines bestimmten Heizgeräts, sondern mit einer Bestandsaufnahme. Zuerst werden Wärmeverbrauch, Heizlast, Heizflächen und Systemtemperaturen untersucht. Danach kann geprüft werden, ob einzelne Heizkörper vergrößert, die Heizkurve abgesenkt oder Teile der Gebäudehülle verbessert werden sollten.
Parallel wird die kommunale Wärmeplanung betrachtet. Ist in dem Gebiet ein Wärmenetz realistisch und zeitnah geplant, kann ein Anschluss eine Option sein. Ist kein Wärmenetz vorgesehen, kann eine Wärmepumpe untersucht werden. Erst danach werden Investition, Betriebskosten, Förderung und Umsetzbarkeit verglichen.
Dieses Beispiel zeigt: Die Wärmewende ist keine Entscheidung zwischen nur zwei Heizgeräten. Sie ist eine Systemaufgabe aus Gebäude, Technik, Infrastruktur, Energiequelle, Kosten und Qualifikation.
Quellen und Aktualität
Die fachlichen und rechtlichen Angaben dieses aiMOOCs orientieren sich insbesondere an aktuellen Informationen des Umweltbundesamtes, der Bundesregierung, des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen sowie des Bundesinstituts für Berufsbildung.
- Umweltbundesamt: Energieverbrauch für fossile und erneuerbare Wärme
- Umweltbundesamt: Umgebungswärme und Wärmepumpen
- Bundesregierung: Neues Gebäudemodernisierungsgesetz
- Aktueller Gesetzestext zum Gebäudemodernisierungsgesetz
- Wärmeplanungsgesetz
- BIBB: Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was beschreibt die Jahresarbeitszahl einer Wärmepumpe? (Verhältnis von abgegebener Jahreswärme zu eingesetzter elektrischer Energie) (!Maximale Vorlauftemperatur im Winter) (!Lebensdauer des Verdichters) (!Anteil der Dämmung am Gebäude)
Welches Bauteil erhöht im Kältekreislauf Druck und Temperatur des Kältemittels? (Verdichter) (!Verdampfer) (!Heizkörper) (!Expansionsventil)
Was verbessert in der Regel die Effizienz einer Wärmepumpe? (Niedrige Vorlauftemperatur) (!Höhere Rücklauftemperatur) (!Dauerhaft maximale Pumpenleistung) (!Größerer Temperaturhub)
Welche Aufgabe hat der hydraulische Abgleich? (Volumenströme passend auf die Heizflächen verteilen) (!Kältemittel im Verdichter verdichten) (!Dachflächen gegen Regen abdichten) (!Strom aus Wärme erzeugen)
Was transportiert ein klassisches Wärmenetz meist zwischen Erzeuger und Gebäuden? (Heißes Wasser) (!Erdgas) (!Kältemittel) (!Trinkwasser)
Welche Wärmequelle kann ein Wärmenetz klimafreundlicher machen? (Unvermeidbare Abwärme) (!Ausschließlich Heizöl) (!Ausschließlich Braunkohle) (!Ungekühlte Raumluft ohne Wärmepumpe)
Bis wann gilt für Gemeindegebiete mit höchstens 100000 Einwohnern grundsätzlich die Frist für einen Wärmeplan? (30. Juni 2028) (!30. Juni 2024) (!31. Dezember 2025) (!1. Januar 2045)
Welche frühere einheitliche Vorgabe entfiel mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz 2026? (Die allgemeine 65 Prozent Vorgabe beim Heizungstausch) (!Die Pflicht zur sicheren Elektroinstallation) (!Die kommunale Wärmeplanung) (!Die Ausbildung im SHK Handwerk)
Was gehört zur energetischen Verbesserung der Gebäudehülle? (Wärmedämmung) (!Erhöhung des Heizwasserdrucks) (!Vergrößerung des Brennstofftanks) (!Dauerbetrieb der Umwälzpumpe)
Warum ist Weiterbildung für die Wärmewende wichtig? (Weil Technik und Regelwerke sich weiterentwickeln) (!Weil Heizungen keine Wartung benötigen) (!Weil Messdaten unwichtig geworden sind) (!Weil alle Gebäude identische Heizsysteme brauchen)
Memory
| Verdampfer | nimmt Umweltwärme auf |
| Verdichter | erhöht Druck und Temperatur |
| Verflüssiger | gibt Wärme an das Heizsystem ab |
| Expansionsventil | senkt den Kältemitteldruck |
| Jahresarbeitszahl | bewertet die Effizienz über ein Jahr |
| Vorlauf | transportiert erwärmtes Heizwasser |
| Rücklauf | führt abgekühltes Heizwasser zurück |
| Wärmeplanung | entwickelt eine kommunale Versorgungsstrategie |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Wärmepumpe | Umweltwärme auf höheres Temperaturniveau bringen |
| Wärmenetz | Wärme leitungsgebunden zu mehreren Gebäuden transportieren |
| Wärmedämmung | Wärmeverluste der Gebäudehülle reduzieren |
| Hydraulischer Abgleich | Heizwasser bedarfsgerecht verteilen |
| Thermografie | Oberflächentemperaturen bildlich darstellen |
...
Kreuzworträtsel
| Verdichter | Welches Bauteil erhöht im Kältekreislauf Druck und Temperatur? |
| Fernwärme | Wie heißt die leitungsgebundene Wärmeversorgung über größere Entfernungen? |
| Dämmung | Welche Maßnahme reduziert Wärmeverluste durch die Gebäudehülle? |
| Geothermie | Wie heißt die Nutzung von Wärme aus dem Untergrund? |
| Wärmeplan | Welches kommunale Dokument beschreibt die langfristige Wärmeversorgung? |
| Effizienz | Welcher Begriff beschreibt einen möglichst geringen Energieeinsatz für einen Nutzen? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Heizungsanlage: Fotografiere oder skizziere eine Heizungsanlage in Deiner Umgebung und beschrifte Wärmeerzeuger, Vorlauf, Rücklauf und Heizflächen. Verwende keine personenbezogenen Daten.
- Wärmepumpe: Zeichne den Kältekreislauf mit Verdampfer, Verdichter, Verflüssiger und Expansionsventil und erkläre jeden Schritt mit einem Satz.
- Energieeffizienz: Suche in einem Raum fünf Stellen, an denen Wärme verloren gehen könnte, und notiere für jede Stelle eine mögliche Verbesserungsmaßnahme.
- Kommunale Wärmeplanung: Recherchiere, ob Deine Kommune bereits einen Wärmeplan veröffentlicht hat, und fasse zwei Aussagen zur zukünftigen Wärmeversorgung zusammen.
Standard
- Hydraulischer Abgleich: Baue mit einer Skizze oder einem einfachen Modell zwei unterschiedlich lange Heizkreise nach und erkläre, warum ohne Abgleich unterschiedliche Volumenströme entstehen können.
- Jahresarbeitszahl: Erstelle drei Beispielrechnungen für Wärmepumpen mit unterschiedlichen Jahresarbeitszahlen und vergleiche den Strombedarf bei gleichem Wärmebedarf.
- Fernwärme: Gestalte ein Informationsplakat, das Wärmeerzeugung, Vorlauf, Hausübergabestation, Rücklauf und mögliche erneuerbare Wärmequellen eines Wärmenetzes zeigt.
- SHK-Beruf: Führe ein kurzes Interview mit einer Fachkraft oder einer Person in Ausbildung über neue Anforderungen durch Wärmepumpen, Digitalisierung und Regelungstechnik.
Schwer
- Energetische Sanierung: Entwickle für ein fiktives Mehrfamilienhaus ein Sanierungskonzept mit Gebäudehülle, Heizflächen, Wärmeerzeugung und Regelung. Begründe die Reihenfolge der Maßnahmen.
- Wärmenetz: Plane für ein fiktives Quartier ein Wärmenetz mit mindestens drei Wärmequellen und erkläre, wie Spitzenlast, Redundanz und sinkende Netztemperaturen berücksichtigt werden.
- Wirtschaftlichkeit: Vergleiche für ein Beispielgebäude drei Heizvarianten über einen selbst gewählten Betrachtungszeitraum. Trenne Investitionskosten, laufende Kosten und unsichere Annahmen.
- Weiterbildung: Entwirf eine 30-minütige Lerneinheit für Auszubildende oder Erwachsene zum Thema Wärmepumpenoptimierung mit Lernziel, Demonstration, Messaufgabe und Abschlussfrage.


Lernkontrolle
- Systemdenken: Erkläre, warum der Austausch eines Heizkessels allein noch keine vollständige Wärmewende eines Gebäudes darstellt. Beziehe Gebäudehülle, Heizflächen und Regelung ein.
- Temperaturhub: Ein Gebäude benötigt 70 Grad Vorlauf. Entwickle mindestens drei technische Maßnahmen, mit denen diese Temperatur gesenkt werden könnte, und bewerte ihre Wirkung.
- Wärmepumpe und Stromnetz: Analysiere, wie eine große Zahl von Wärmepumpen gleichzeitig Stromnetz und Wärmespeicherung beeinflussen kann. Entwickle zwei Möglichkeiten zur Entlastung von Lastspitzen.
- Wärmenetz oder Einzelheizung: Vergleiche ein dicht bebautes Stadtquartier mit einem dünn besiedelten Dorf. Begründe, wo ein Wärmenetz eher sinnvoll sein könnte und wo dezentrale Systeme Vorteile haben können.
- Abwärme: Ein Industriebetrieb stellt kontinuierlich Abwärme bereit. Entwickle eine Prozesskette, wie diese Wärme technisch in ein benachbartes Quartier gelangen könnte.
- Berufliche Bildung: Begründe, warum bei modernen Heizsystemen Kenntnisse aus SHK-Technik, Elektrotechnik, Digitalisierung und Kundenberatung zusammenwirken müssen.
- Technologieentscheidung: Bewerte die Aussage „Die beste Heizung ist überall dieselbe“. Formuliere Kriterien, mit denen eine sachgerechte Entscheidung stattdessen getroffen werden sollte.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen können, dass Du die Wärmewende nicht nur als Austausch einzelner Heizgeräte, sondern als technisches Gesamtsystem verstehst.
- Du kannst den Aufbau und die Funktionsweise einer Wärmepumpe erklären.
- Du kannst COP und Jahresarbeitszahl unterscheiden und einfache Effizienzrechnungen durchführen.
- Du kannst Maßnahmen an Gebäudehülle, Heizflächen, Hydraulik und Regelung sinnvoll einordnen.
- Du kannst erklären, wie ein Wärmenetz mit Vorlauf, Rücklauf und Hausübergabestation funktioniert.
- Du kannst verschiedene erneuerbare Wärmequellen und Abwärme für Wärmenetze bewerten.
- Du kannst Zweck und Grenzen der kommunalen Wärmeplanung erläutern.
- Du kannst den Rechtsrahmen von technischen und wirtschaftlichen Entscheidungen unterscheiden.
- Du kannst erklären, warum Ausbildung, Weiterbildung und gewerkeübergreifende Zusammenarbeit für die Wärmewende notwendig sind.
- Du kannst für ein Beispielgebäude mehrere technische Lösungen vergleichen und Deine Entscheidung begründen.
OERs zum Thema
Weitere frei zugängliche Lern- und Informationsangebote sind die Fachseiten des Umweltbundesamtes, die Angebote des Kompetenzzentrums Kommunale Wärmewende, die Informationen der Verbraucherzentralen sowie berufliche Informationen des Bundesinstituts für Berufsbildung.
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