Verkehrsregeln Fahrrad-Führerschein

Verkehrsregeln Fahrrad-Führerschein
Einleitung
Der Fahrrad-Führerschein ist in der Grundschule meist der Abschluss der Radfahrausbildung. Häufig wird auch von der Radfahrprüfung oder Fahrradprüfung gesprochen. Dabei lernst Du, Dein Fahrrad sicher zu beherrschen, wichtige Verkehrsregeln zu verstehen, Gefahren früh zu erkennen und rücksichtsvoll am Straßenverkehr teilzunehmen. Die Ausbildung besteht normalerweise aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Wie genau geübt und geprüft wird, kann sich je nach Bundesland, Schule, Polizei oder Jugendverkehrsschule unterscheiden.
Wichtig: Der schulische Fahrrad-Führerschein ist kein amtlicher Führerschein wie beim Auto. Er ist eine Lern- und Prüfungsform der Verkehrserziehung. Auch nach einer bestandenen Prüfung musst Du weiter üben, aufmerksam bleiben und mit Erwachsenen besprechen, welche Wege Du schon sicher allein fahren kannst.
Dieser aiMOOC richtet sich besonders an Kinder der 3. und 4. Klasse. Die Regeln beziehen sich auf Deutschland und sind auf dem Stand von September 2026. Übe praktische Fahrmanöver zuerst auf einem sicheren, verkehrsfreien Platz und später nur mit geeigneter Begleitung.

Das lernst Du
Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, wie ein verkehrssicheres Fahrrad aussieht, wo Kinder mit dem Fahrrad fahren dürfen, wie Vorfahrt funktioniert und wie Du Dich beim Anfahren, Abbiegen, Umfahren von Hindernissen und Überqueren einer Straße verhältst. Du lernst außerdem wichtige Verkehrszeichen, den toten Winkel, den sicheren Umgang mit parkenden Fahrzeugen, Kreisverkehren, Einbahnstraßen und schlechten Sichtverhältnissen kennen.
Du sollst nicht nur Regeln auswendig lernen. Entscheidend ist, dass Du in einer echten Verkehrssituation erkennst: Was kann gleich passieren? Wer könnte mich übersehen? Wo muss ich warten? Wie kann ich meine Absicht deutlich zeigen?
Der Fahrrad-Führerschein
Die Radfahrausbildung der Grundschule soll Dich auf eine möglichst sichere und selbstständige Teilnahme am Straßenverkehr vorbereiten. Typische Lernbereiche sind das sichere Beherrschen des Fahrrads, die Ausstattung eines verkehrssicheren Fahrrads, Verkehrszeichen, Vorfahrtsregeln, das Abbiegen, das Umfahren von Hindernissen und das Erkennen besonderer Gefahren.
In der Theorie übst Du zum Beispiel, welche Regeln an einer Kreuzung gelten. In der Praxis musst Du zeigen, dass Du gleichzeitig lenken, bremsen, schauen, Handzeichen geben, die Spur halten und auf andere achten kannst. Genau diese Verbindung von Wissen, Wahrnehmen und Handeln macht die Fahrradprüfung anspruchsvoll.
Dein verkehrssicheres Fahrrad
Ein Fahrrad, das im öffentlichen Straßenverkehr benutzt wird, braucht eine sichere technische Ausstattung. Besonders wichtig sind zwei voneinander unabhängige Bremsen, eine helltönende Klingel sowie die vorgeschriebene Beleuchtung und Rückstrahler. Auch Reifen, Lenker, Kette und andere Bauteile müssen so in Ordnung sein, dass Du das Fahrrad sicher beherrschen kannst.
| Teil | Wozu brauchst Du es? | Darauf achtest Du |
|---|---|---|
| Zwei Bremsen | Sie müssen unabhängig voneinander wirken. | Beide Bremsen müssen funktionieren und gut erreichbar sein. |
| Klingel | Du kannst andere auf Dich aufmerksam machen. | Sie muss deutlich hörbar sein. |
| Weißes Frontlicht | Es beleuchtet den Weg und macht Dich von vorn sichtbar. | Bei Dämmerung, Dunkelheit oder schlechter Sicht muss es angebracht und betriebsbereit sein. |
| Rotes Rücklicht | Es macht Dich von hinten sichtbar. | Es muss bei Dämmerung, Dunkelheit oder schlechter Sicht funktionieren. |
| Weißer Rückstrahler vorn | Er wirft Licht zurück. | Er muss nach vorn wirken. |
| Roter Rückstrahler hinten | Er wirft Licht zurück. | Vorgeschrieben ist ein roter Rückstrahler der Kategorie Z. |
| Pedalrückstrahler | Sie machen die Pedalbewegung sichtbar. | Sie wirken gelb nach vorn und nach hinten. |
| Seitliche Rückstrahler | Sie machen die Räder von der Seite sichtbar. | Erlaubt sind zum Beispiel geeignete Speichenrückstrahler oder zusammenhängende reflektierende Streifen. |



Vor jeder Übungsfahrt lohnt sich ein kurzer Fahrrad-Check: Bremsen testen, Reifen ansehen, Licht prüfen, Klingel ausprobieren, Lenker und Sattel kontrollieren und darauf achten, dass keine Teile lose sind. Wenn Dir etwas unsicher vorkommt, lässt Du es von einer erwachsenen oder fachkundigen Person prüfen.
Bremsen und Anhalten
Übe das Bremsen auf einem sicheren Platz. Benutze beide Bremsen kontrolliert und dosiert. Bremse nicht erst im letzten Moment. Auf nassem, sandigem oder rutschigem Untergrund kann der Bremsweg länger sein. Wenn Du stark bremsen musst, sollst Du das Fahrrad trotzdem möglichst gerade halten.
Beim Anhalten stellst Du Dich so hin, dass Du das Fahrrad sicher halten kannst. Beim Losfahren brauchst Du genügend Platz und darfst niemanden gefährden.
Spur halten, Schieben und Anfahren
Du musst auch dann eine möglichst gerade Spur halten können, wenn Du kurz nach hinten schaust oder ein Handzeichen gibst. Das wird in der Radfahrausbildung oft besonders geübt.
Beim Anfahren vom Fahrbahnrand schaust Du sorgfältig nach hinten. Zeige deutlich, dass Du losfahren möchtest, und fahre erst an, wenn niemand gefährdet wird. Wenn die Situation unübersichtlich ist, wartest Du.
Der Fahrradhelm
In Deutschland besteht für das Fahren mit einem normalen Fahrrad keine allgemeine gesetzliche Helmpflicht. Trotzdem ist ein gut passender Fahrradhelm sehr empfehlenswert, weil er bei einem Sturz Kopfverletzungen vermindern kann. In der schulischen Radfahrausbildung wird das Tragen eines Helms häufig vorausgesetzt.
Der Helm muss richtig sitzen. Er soll waagerecht auf dem Kopf sitzen, nicht weit nach hinten geschoben sein und nicht wackeln. Die Riemen müssen so eingestellt sein, dass der Helm sicher hält, ohne unangenehm einzuschneiden.


Ein Helm verhindert keinen Unfall. Deshalb ersetzt er niemals den Schulterblick, das Warten an einer Kreuzung oder das vorausschauende Fahren.
Wo darfst Du fahren?
Für Kinder gelten in Deutschland besondere Regeln. Merke Dir die Altersstufen genau.
| Dein Alter | Grundregel |
|---|---|
| Noch nicht 8 Jahre alt | Du musst grundsätzlich den Gehweg benutzen. Einen baulich von der Fahrbahn getrennten Radweg darfst Du ebenfalls benutzen. |
| 8 oder 9 Jahre alt | Du darfst den Gehweg benutzen, musst es aber nicht mehr. Wo Du sonst fahren darfst oder musst, hängt von Radwegen und Verkehrszeichen ab. |
| Ab 10 Jahren | Der normale Gehweg ist zum Radfahren grundsätzlich nicht mehr erlaubt, außer ein Zusatzzeichen erlaubt Radverkehr. Dann gelten die Regeln dieser Freigabe. |
Wenn Du auf dem Gehweg fahren darfst oder musst, haben zu Fuß Gehende Vorrang. Du darfst sie weder gefährden noch behindern und musst Deine Geschwindigkeit anpassen.
Wenn ein Kind unter acht Jahren von einer geeigneten Aufsichtsperson begleitet wird, darf diese Aufsichtsperson ebenfalls mit dem Fahrrad auf dem Gehweg fahren. Als geeignete Aufsichtsperson gilt insbesondere eine Person ab 16 Jahren.
Sehr wichtig: Wenn Du den Gehweg benutzt und eine Fahrbahn überqueren willst, musst Du vor dem Überqueren absteigen. Das gilt auch für die begleitende Aufsichtsperson, wenn sie wegen der Begleitung auf dem Gehweg fährt.
Radwege und ihre Verkehrszeichen
Blaue Verkehrszeichen können Radwege kennzeichnen. Bei den Zeichen 237, 240 und 241 besteht für Radfahrende grundsätzlich eine Benutzungspflicht, wenn der Weg zur Fahrtrichtung gehört und benutzbar ist. Für jüngere Kinder gelten zusätzlich die besonderen Altersregeln für den Gehweg.
Radweg
Das blaue runde Zeichen mit einem weißen Fahrrad kennzeichnet einen Radweg.

Auf einem Radweg fährst Du grundsätzlich rechts und achtest an Einmündungen, Ausfahrten und Kreuzungen besonders auf abbiegende Fahrzeuge.
Gemeinsamer Geh- und Radweg
Hier teilen sich zu Fuß Gehende und Radfahrende denselben Weg. Du musst besonders rücksichtsvoll fahren.

Getrennter Geh- und Radweg
Bei diesem Zeichen gibt es getrennte Bereiche. Bleibe auf der Seite mit dem Fahrradsymbol.

Rechts fahren und Abstand halten
Auch mit dem Fahrrad gilt das Rechtsfahrgebot. Fahre nicht ohne Grund auf der linken Straßenseite. Das gilt ebenfalls auf vielen Radwegen.
Halte genügend Abstand zu anderen. Besonders wichtig ist Abstand zu parkenden Fahrzeugen. Eine Autotür kann plötzlich geöffnet werden. Fahre deshalb nicht so dicht an geparkten Autos vorbei, dass eine aufgehende Tür Dich sofort treffen könnte.
Wenn Du mit anderen Kindern übst, fahrt mit ausreichend Abstand hintereinander. Für das Schultraining wird häufig ein deutlicher Sicherheitsabstand empfohlen. So bleibt Zeit zum Bremsen, wenn das Kind vor Dir plötzlich anhält.
Schauen, Handzeichen, Spurwechsel
Im Straßenverkehr musst Du anderen zeigen, was Du vorhast. Ein Handzeichen kündigt eine Richtungsänderung an. Es ersetzt aber nicht das Schauen.
Der Schulterblick bedeutet: Du blickst nach hinten über die Schulter, ohne die Kontrolle über Dein Fahrrad zu verlieren. So erkennst Du, ob sich von hinten ein Fahrzeug nähert. Besonders wichtig ist der Schulterblick vor dem Anfahren, vor einem Spurwechsel, vor dem Umfahren eines Hindernisses und vor dem Einordnen zum Linksabbiegen.
Beim Handzeichen streckst Du den entsprechenden Arm deutlich zur Seite. Danach brauchst Du beide Hände wieder sicher am Lenker, wenn Du abbiegst oder bremsen musst.
Hindernisse umfahren
Ein parkendes Auto, eine Baustelle oder ein anderer Gegenstand kann Deine Fahrspur blockieren. Fahre nicht plötzlich nach links.
Eine sichere Reihenfolge ist:
- Nach hinten schauen: Prüfe mit dem Schulterblick, was hinter Dir passiert.
- Handzeichen geben: Zeige rechtzeitig, dass Du nach links ausscheren möchtest.
- Abstand halten: Fahre nicht zu dicht am Hindernis vorbei.
- Spur halten: Fahre ruhig und ohne Schlenker.
- Zurück nach rechts: Schau erneut, ob Du sicher wieder nach rechts fahren kannst.
Vorfahrt: Wer darf zuerst?
An Kreuzungen und Einmündungen musst Du erkennen, wer zuerst fahren darf. Dabei hilft eine einfache Reihenfolge:
- Polizeiliche Zeichen und Weisungen gehen vor.
- Ampeln regeln den Verkehr, wenn sie in Betrieb sind.
- Verkehrszeichen können Vorfahrt oder Wartepflicht bestimmen.
- Wenn nichts anderes geregelt ist, gilt meist rechts vor links.
Auch wenn Du Vorfahrt hast, darfst Du nicht blind weiterfahren. Rechne damit, dass andere einen Fehler machen können. Wenn Du nicht sicher bist, ob Dich jemand gesehen hat, verlangsame Deine Fahrt und sei bereit zu bremsen.
Rechts vor links
Stehen an einer Kreuzung keine vorfahrtregelnden Schilder und gibt es keine Ampel oder andere besondere Regelung, gilt häufig rechts vor links. Dann muss warten, wer ein Fahrzeug von rechts kommen lässt.
Achtung: Rechts vor links gilt nicht einfach an jeder Stelle. Wer zum Beispiel aus einem Grundstück, einem Parkplatz, über einen abgesenkten Bordstein oder aus einem verkehrsberuhigten Bereich auf eine Straße fährt, muss besonders vorsichtig sein und in der Regel den anderen Verkehr durchlassen.

Vorfahrt gewähren
Bei diesem Zeichen musst Du den Verkehr auf der bevorrechtigten Straße durchlassen. Wenn niemand kommt und die Situation übersichtlich ist, musst Du nicht zwingend vollständig anhalten.

Stoppschild
Am Stoppschild musst Du vollständig anhalten und Vorfahrt gewähren. Fahre erst weiter, wenn es sicher ist.

Vorfahrt an der nächsten Kreuzung
Dieses Zeichen bedeutet, dass Du an der nächsten Kreuzung oder Einmündung Vorfahrt hast. Trotzdem musst Du aufmerksam bleiben.

Vorfahrtstraße
Dieses Zeichen zeigt den Beginn oder Verlauf einer Vorfahrtstraße. Die Vorfahrtstraße hat an den folgenden Kreuzungen und Einmündungen grundsätzlich Vorfahrt, bis eine andere Regelung oder das Ende der Vorfahrtstraße angezeigt wird.

Ampeln
Auch Radfahrende müssen Lichtzeichen beachten. Gibt es besondere Fahrradampeln für Deine Radverkehrsführung, gelten diese. Wenn Du als Kind auf dem Gehweg gefahren bist und zum Überqueren der Fahrbahn absteigst, bist Du beim Schieben zu Fuß unterwegs und beachtest die für Fußgänger geltende Führung.
Bei Rot wartest Du. Bei Grün darfst Du nur fahren, wenn der Weg frei ist. Ein grünes Licht bedeutet nicht, dass niemand einen Fehler machen kann. Schau deshalb auch bei Grün nach möglichen abbiegenden Fahrzeugen.
Rechts abbiegen
Beim Rechtsabbiegen musst Du frühzeitig erkennen lassen, wohin Du möchtest. Reduziere Deine Geschwindigkeit, achte auf andere und gib ein deutliches Handzeichen nach rechts.
Wenn Du in eine andere Straße einbiegst, musst Du besonders auf zu Fuß Gehende achten, die die Straße überqueren, in die Du einbiegst. Wenn nötig, wartest Du.

Links abbiegen
Linksabbiegen ist eine der schwierigsten Aufgaben der Fahrradprüfung, weil Du gleichzeitig den Verkehr beobachten, Deine Absicht anzeigen, Dich einordnen, Vorfahrt beachten und sicher lenken musst.
Direktes Linksabbiegen
Eine häufig geübte Reihenfolge ist:
- Nach hinten umsehen: Prüfe den Verkehr hinter Dir.
- Handzeichen links: Zeige Deine Absicht deutlich.
- Einordnen: Fahre kontrolliert in die passende Position.
- Vorfahrt und Gegenverkehr beachten: Warte, wenn nötig.
- Noch einmal aufmerksam schauen: Prüfe die Situation vor dem Abbiegen.
- Abbiegen: Fahre in einem sicheren Bogen nach links und ordne Dich danach wieder rechts ein.
Indirektes Linksabbiegen
Wenn eine Kreuzung schwierig oder unübersichtlich ist, kann indirektes Linksabbiegen sicherer sein. Dabei überquerst Du zunächst die Kreuzung geradeaus, hältst an einer sicheren Stelle an, richtest Dich neu aus und überquerst die Straße erst dann, wenn es erlaubt und sicher ist.
Wenn Du den Gehweg benutzt, beachte dabei besonders die Kinderregel: Vor dem Überqueren einer Fahrbahn musst Du absteigen.
Kreisverkehr
Ein Kreisverkehr ist meist mit dem blauen Kreisverkehrszeichen und dem Zeichen Vorfahrt gewähren an der Einfahrt gekennzeichnet. Dann hat der Verkehr im Kreis Vorfahrt. Beim Einfahren gibst Du in einem solchen Kreisverkehr kein Handzeichen zum Abbiegen. Wenn Du den Kreisverkehr verlassen willst, kündigst Du das Verlassen mit einem Handzeichen nach rechts an.

Fahre im Kreisverkehr nicht hektisch. Achte besonders auf Fahrzeuge, die den Kreis verlassen oder in ihn einfahren, sowie auf Fußgänger und Radverkehr an Querungsstellen.
Einbahnstraße und Verbot der Einfahrt
In einer Einbahnstraße darf der Verkehr grundsätzlich nur in der angezeigten Richtung fahren. Radfahrende dürfen nur dann in Gegenrichtung fahren, wenn dies durch ein Zusatzzeichen ausdrücklich freigegeben ist.

Das Zeichen Verbot der Einfahrt bedeutet, dass Du von dieser Seite nicht hineinfahren darfst. Auch hier kann es Ausnahmen für Radverkehr geben, wenn ein Zusatzzeichen das ausdrücklich erlaubt.

Fahrradstraße
Eine Fahrradstraße ist besonders für den Radverkehr bestimmt. Andere Kraftfahrzeuge dürfen dort nur fahren, wenn ein Zusatzzeichen es erlaubt. Es gilt grundsätzlich höchstens Tempo 30. Radfahrende dürfen dort nebeneinander fahren, auch wenn dadurch Kraftfahrzeuge nicht schneller vorankommen.

Eine Fahrradstraße bedeutet aber nicht automatisch, dass Du an jeder Kreuzung Vorfahrt hast. Achte immer auf Ampeln, Vorfahrtsschilder und andere Verkehrsregeln.
Zebrastreifen
Ein Fußgängerüberweg, oft Zebrastreifen genannt, schützt vor allem zu Fuß Gehende. Wenn Du mit dem Fahrrad über den Zebrastreifen fährst, bekommst Du nicht allein wegen des Zebrastreifens denselben Vorrang wie ein Fußgänger. Wenn Du absteigst und Dein Fahrrad schiebst, bist Du zu Fuß unterwegs.

Für Kinder, die auf dem Gehweg fahren, gilt zusätzlich: Vor dem Überqueren der Fahrbahn müssen sie absteigen.
Der tote Winkel
Der tote Winkel ist ein Bereich neben oder hinter einem Fahrzeug, den die fahrende Person trotz Spiegeln nicht oder nur schlecht sehen kann. Besonders gefährlich sind große Fahrzeuge wie Lkw oder Busse beim Rechtsabbiegen.
Sicherheitsregel: Drängle Dich nie rechts neben einen großen Lkw, wenn er abbiegen könnte. Bleibe lieber mit deutlichem Abstand dahinter. Verlasse Dich nicht darauf, dass die Person am Steuer Dich gesehen hat.
Weitere Gefahrensituationen
Parkende Fahrzeuge
Achte auf Türen, die sich öffnen könnten, auf Personen zwischen parkenden Autos und auf Fahrzeuge, die aus einer Parklücke fahren. Fahre mit Sicherheitsabstand und sei bremsbereit.
Ausfahrten und Grundstücke
An Grundstücksausfahrten, Parkplätzen, Tankstellen oder Hofeinfahrten können Fahrzeuge Deinen Weg kreuzen. Auch wenn Du auf einem Radweg fährst, musst Du damit rechnen, dass Dich jemand übersieht.
Nasse Fahrbahn, Laub, Sand und Eis
Auf rutschigem Untergrund kannst Du leichter wegrutschen. Fahre langsamer, lenke ruhiger und bremse früher. Vermeide abrupte Bewegungen.
Schienen und Rillen
Straßenbahn- oder Eisenbahnschienen können Fahrradräder führen oder einklemmen. Überquere Schienen möglichst mit großem Winkel und nicht fast parallel. Fahre langsam und konzentriert.
Dunkelheit und schlechte Sicht
Bei Dämmerung, Dunkelheit oder schlechter Sicht muss die vorgeschriebene Fahrradbeleuchtung angebracht und einsatzbereit sein. Helle oder reflektierende Kleidung kann zusätzlich helfen, früher gesehen zu werden.
Ablenkung
Beim Fahrradfahren brauchst Du Deine Aufmerksamkeit für den Verkehr. Ein Smartphone in der Hand lenkt ab und darf während der Fahrt nicht benutzt werden. Musik oder Kopfhörer dürfen Dich nicht daran hindern, wichtige Geräusche wie Klingeln, Hupen oder Martinshorn zu hören. Für Kinder ist es am sichersten, beim Fahren auf Kopfhörer zu verzichten.
Kurven fahren
Fahre vor einer Kurve so langsam, dass Du die Spur sicher halten kannst. Bremse möglichst vor der Kurve und lenke ruhig. In unübersichtlichen Kurven musst Du jederzeit mit Gegenverkehr oder Hindernissen rechnen.
Rücksicht und vorausschauendes Fahren
Die wichtigste Grundidee im Straßenverkehr lautet: Vorsicht und gegenseitige Rücksicht. Du kannst nicht darauf vertrauen, dass alle anderen immer alles richtig machen.
Vorausschauend fahren bedeutet, schon vorher zu überlegen, was passieren könnte. Ein Ball rollt auf die Straße? Dann könnte gleich ein Kind hinterherlaufen. Ein Auto steht am Fahrbahnrand? Eine Tür könnte sich öffnen. Ein Lkw blinkt rechts? Dann hältst Du Abstand und bleibst aus dem gefährlichen Bereich. Eine Kreuzung ist schlecht einsehbar? Dann verlangsamst Du Deine Fahrt.
Verhalten bei einem Unfall oder Problem
Wenn Du stürzt oder in einen Unfall verwickelt wirst, bringe Dich zuerst aus weiterer Gefahr, soweit das sicher möglich ist. Hole Hilfe von Erwachsenen. Bei Verletzungen oder ernsten Gefahrensituationen wird der Notruf 112 gewählt. Wenn Du selbst Hilfe rufst, beschreibe ruhig, wo Du bist, was passiert ist und wie viele Personen Hilfe brauchen.
Fahre nach einem stärkeren Sturz nicht einfach weiter, wenn das Fahrrad beschädigt sein könnte. Lass Bremsen, Lenker, Räder und andere wichtige Teile prüfen. Ein Fahrradhelm, der bei einem starken Aufprall getroffen wurde, kann beschädigt sein, auch wenn man das von außen nicht sofort erkennt.
So bereitest Du Dich auf die Fahrradprüfung vor
Übe nicht alles auf einmal. Gute Vorbereitung bedeutet, einzelne Fähigkeiten sicher zu beherrschen und sie danach miteinander zu verbinden.
- Fahrrad-Check: Prüfe vor dem Üben Bremsen, Reifen, Klingel, Licht und Rückstrahler.
- Spurhalten: Fahre langsam und gerade, auch wenn Du kurz nach hinten schaust.
- Schulterblick: Übe den Blick nach hinten ohne Schlenker.
- Handzeichen: Zeige links und rechts klar an.
- Bremsen: Übe kontrolliertes Anhalten an einer markierten Stelle.
- Vorfahrt: Spiele Kreuzungen mit anderen Kindern als Rollenspiel nach.
- Abbiegen: Übe rechts und links zuerst im Schonraum.
- Gefahren erkennen: Sprich über parkende Autos, Lkw, Ausfahrten und schlechte Sicht.
- Verkehrszeichen: Lerne nicht nur Namen, sondern was Du bei jedem Zeichen tun musst.
- Prüfungsfahrt: Fahre eine bekannte Übungsstrecke mit erwachsener Begleitung und erkläre laut, worauf Du achtest.
Merksätze für die Prüfung
- Erst schauen, dann zeigen, dann fahren.
- Vorfahrt haben heißt nicht, unvorsichtig fahren zu dürfen.
- Am Stoppschild halte ich vollständig an.
- Rechts vor links gilt nur, wenn nichts anderes geregelt ist.
- Auf dem Gehweg haben Fußgänger Vorrang.
- Vom Gehweg über die Fahrbahn: als Kind absteigen.
- Großen Fahrzeugen gebe ich besonders viel Abstand.
- Mein Helm schützt meinen Kopf, aber meine Aufmerksamkeit verhindert viele Unfälle.
- Bei Unsicherheit warte ich lieber einmal mehr.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wo musst Du mit sieben Jahren grundsätzlich Fahrrad fahren, wenn kein baulich getrennter Radweg gewählt wird? (Auf dem Gehweg) (!Auf der Autobahn) (!Immer auf der linken Fahrbahnseite) (!Nur auf dem Zebrastreifen)
Was musst Du an einem Stoppschild tun? (Vollständig anhalten und Vorfahrt gewähren) (!Nur klingeln und weiterfahren) (!Immer nach links abbiegen) (!Nur dann bremsen wenn jemand hupt)
Welche Grundregel gilt häufig an einer Kreuzung ohne Ampel und ohne Vorfahrtsschilder? (Rechts vor links) (!Links vor rechts) (!Das schnellste Fahrzeug fährt zuerst) (!Fahrräder fahren immer zuerst)
Wie viele voneinander unabhängige Bremsen muss ein verkehrssicheres Fahrrad haben? (Zwei) (!Eine) (!Drei) (!Keine)
Was musst Du als Kind tun, wenn Du vom Gehweg aus eine Fahrbahn überqueren willst? (Absteigen und die Fahrbahn überqueren) (!Mit möglichst hoher Geschwindigkeit fahren) (!Auf der linken Seite weiterfahren) (!Nur klingeln)
Was ist vor einem Spurwechsel besonders wichtig? (Der Schulterblick) (!Die Augen schließen) (!Den Lenker loslassen) (!Nur auf den Boden schauen)
Was bedeutet das blaue runde Verkehrszeichen mit einem weißen Fahrrad? (Radweg) (!Stoppschild) (!Verbot für Fahrräder) (!Fußgängerüberweg)
Wie verhältst Du Dich sicher neben einem großen Lkw, der rechts abbiegen könnte? (Du bleibst mit Abstand dahinter und drängelst Dich nicht rechts daneben) (!Du fährst schnell rechts vorbei) (!Du bleibst direkt neben dem Vorderrad stehen) (!Du fährst in den toten Winkel)
Welche Aussage zum Fahrradhelm stimmt in Deutschland für ein normales Fahrrad? (Es gibt keine allgemeine Helmpflicht aber ein Helm ist sehr empfehlenswert) (!Helme sind beim Fahrradfahren verboten) (!Nur Erwachsene dürfen einen Helm tragen) (!Ein Helm macht Verkehrsregeln überflüssig)
Was gilt am Zebrastreifen, wenn Du über ihn Fahrrad fährst? (Du hast nicht allein wegen des Zebrastreifens denselben Vorrang wie ein Fußgänger) (!Du hast immer vor allen Fahrzeugen Vorrang) (!Du darfst dort nie absteigen) (!Du musst dort immer links fahren)
Memory
| Schulterblick | Verkehr hinter Dir prüfen |
| Stoppschild | vollständig anhalten |
| Klingel | hörbares Warnsignal |
| Reflektor | Licht zurückwerfen |
| Radweg | Weg für Radverkehr |
| Toter Winkel | schlecht einsehbarer Bereich |
| Handzeichen | Richtungsänderung ankündigen |
| Vorfahrt | zuerst fahren dürfen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Schulterblick | Verkehr hinter Dir prüfen |
| Bremsen | Geschwindigkeit sicher verringern |
| Handzeichen | Fahrtrichtung ankündigen |
| Klingel | Auf sich aufmerksam machen |
| Helm | Kopf bei einem Sturz schützen |
Kreuzworträtsel
| Klingel | Welches Bauteil macht ein hörbares Warnsignal? |
| Radweg | Wie heißt ein Weg, der besonders für Fahrräder vorgesehen ist? |
| Reflektor | Was wirft Licht zurück und macht Dich besser sichtbar? |
| Schulterblick | Wie heißt der Blick nach hinten vor einem Spurwechsel? |
| Vorfahrt | Wie heißt das Recht, an einer Kreuzung zuerst fahren zu dürfen? |
| Kreisverkehr | Wie heißt eine runde Kreuzungsform mit Verkehr im Kreis? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Fahrrad-Check: Untersuche mit einer erwachsenen Person ein Fahrrad. Fotografiere oder zeichne die Teile, die für die Verkehrssicherheit wichtig sind, und beschrifte sie.
- Verkehrszeichen-Sammlung: Suche auf einem sicheren Spaziergang fünf Verkehrszeichen, die für Radfahrende wichtig sein können. Zeichne sie ab und erkläre ihre Bedeutung.
- Helm-Check: Erstelle ein Plakat mit drei Merkmalen eines gut sitzenden Fahrradhelms und drei Fehlern, die Du vermeiden möchtest.
- Handzeichen-Training: Entwickle mit einem Partner eine kurze Übung, bei der Ihr Schulterblick, Handzeichen und Spurhalten nacheinander trainiert.
Standard
- Schulweg-Karte: Zeichne einen möglichen Fahrradweg zur Schule. Markiere Kreuzungen, Radwege, Ausfahrten und Stellen, an denen besondere Aufmerksamkeit nötig ist.
- Kreuzungs-Rollenspiel: Baut mit Kreide oder Klebeband eine Kreuzung auf dem Schulhof. Spielt verschiedene Vorfahrtsregeln nach und begründet jeweils, wer wartet.
- Gefahren-Fotostory: Erstellt eine Fotostory zu drei Gefahrensituationen, zum Beispiel parkende Autos, Ausfahrten und ein abbiegender Lkw. Zeigt jeweils eine riskante und eine sichere Lösung.
- Fahrradparcours: Plant einen sicheren Parcours mit Slalom, Bremsfeld, Schulterblick und Handzeichen. Schreibt Regeln auf, damit niemand gefährdet wird.
Schwer
- Verkehrsbeobachtung: Beobachte mit einer erwachsenen Person eine Kreuzung aus sicherer Entfernung. Notiere, welche Konflikte zwischen Radfahrenden, Autos und Fußgängern entstehen können, und entwickle Verbesserungsvorschläge.
- Erklärvideo: Produziere ein kurzes Erklärvideo zum direkten oder indirekten Linksabbiegen. Verwende ein Modell, Zeichnungen oder einen sicheren Übungsplatz.
- Interview Verkehrssicherheit: Interviewe eine Polizistin, einen Polizisten, eine Verkehrswacht oder eine andere fachkundige Person zur Radfahrausbildung. Bereite mindestens fünf Fragen vor und fasse die Antworten zusammen.
- Sicherheitskampagne: Entwickle für Deine Schule eine Kampagne mit Plakat, Audio oder Video zu einem Thema wie Helm, Schulterblick, Sichtbarkeit oder toter Winkel. Begründe, warum Deine Botschaft wichtig ist.


Lernkontrolle
- Routenentscheidung: Zwei Wege führen zur Schule. Weg A ist kürzer, hat aber mehrere unübersichtliche Ausfahrten und keinen Radweg. Weg B ist etwas länger und führt über einen getrennten Radweg. Vergleiche beide Wege und begründe, welchen Du für ein Grundschulkind wählen würdest.
- Vorfahrt und Sicherheit: Du hast an einer Kreuzung Vorfahrt, aber ein Auto rollt langsam weiter und die fahrende Person schaut nicht zu Dir. Erkläre, warum Du trotzdem nicht einfach weiterfahren solltest und beschreibe eine sichere Reaktion.
- Lkw-Situation: Du stehst rechts neben einem Lkw, der rechts blinkt. Erkläre die Gefahr und beschreibe, wo Du Dich stattdessen positionieren würdest.
- Fahrradprüfung analysieren: Ein Kind kann alle Verkehrszeichen nennen, vergisst beim Linksabbiegen aber häufig den Schulterblick. Erkläre, warum reines Faktenwissen für die Fahrradprüfung nicht ausreicht.
- Zebrastreifen-Fall: Ein Kind fährt auf dem Gehweg und möchte über einen Zebrastreifen auf die andere Straßenseite. Erkläre Schritt für Schritt, wie es sich sicher und regelgerecht verhält.
- Altersvergleich: Vergleiche die Regeln für ein siebenjähriges, ein neunjähriges und ein zehnjähriges Kind beim Benutzen des Gehwegs. Erkläre, warum die Regeln mit dem Alter unterschiedlich sind.
- Gefahrenkette: Es regnet, die Straße ist mit Laub bedeckt und neben Dir stehen parkende Autos. Beschreibe mindestens drei mögliche Gefahren und leite daraus ein angepasstes Fahrverhalten ab.
Lernnachweis
Für einen guten Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe kennst, sondern Regeln in Situationen anwenden kannst.
- Verkehrssicheres Fahrrad: Du kannst erklären und zeigen, welche Bremsen, Klingel, Lichter und Rückstrahler nötig sind.
- Fahrradhelm: Du weißt, warum ein Helm sinnvoll ist und wie er richtig sitzt.
- Altersregeln: Du kannst erklären, wann Kinder den Gehweg benutzen müssen, dürfen oder nicht mehr benutzen dürfen.
- Radwege: Du erkennst wichtige Zeichen für Radwege und weißt, wie Du Dich dort gegenüber Fußgängern und anderen Radfahrenden verhältst.
- Vorfahrt: Du kannst Ampeln, Vorfahrtsschilder und rechts vor links auf verschiedene Kreuzungen anwenden.
- Fahrmanöver: Du beherrschst Schulterblick, Handzeichen, Anfahren, Bremsen, Hindernisse umfahren sowie Rechts- und Linksabbiegen.
- Gefahrenerkennung: Du erkennst Gefahren durch Lkw, parkende Autos, Ausfahrten, Dunkelheit und rutschige Fahrbahnen.
- Rücksicht: Du kannst begründen, warum defensives und vorausschauendes Fahren wichtiger ist als das Beharren auf dem eigenen Vorfahrtsrecht.
- Praxis: Du kannst die Regeln in einem geschützten Übungsraum sicher anwenden und über Dein eigenes Verhalten nachdenken.
OERs zum Thema
Der Wikipedia-Artikel zur Radfahrprüfung bietet zusätzliche Informationen zum Hintergrund der Fahrradprüfung.
Weitere passende Themen sind Fahrrad, Radverkehr, Straßenverkehrs-Ordnung, Verkehrszeichen, Fahrradbeleuchtung, Fahrradhelm, Verkehrserziehung und Straßenverkehrssicherheit.
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