Timm Ulrichs - aiMOOC


Timm Ulrichs - aiMOOC
Einleitung
Timm Ulrichs (31. März 1940 in Berlin; 29. April 2026 ebenda) war ein deutscher Konzeptkünstler, Aktionskünstler, Bildhauer, Grafiker, Wortkünstler, Hochschullehrer und selbst ernannter Totalkünstler. Sein Werk gehört zu den eigenwilligsten und einflussreichsten Positionen der deutschen Gegenwartskunst seit den 1960er-Jahren. Ulrichs stellte nicht nur Bilder, Objekte oder Skulpturen her, sondern machte auch Sprache, Körper, Alltag, Zufall, Paradoxien und sogar seine eigene Person zum künstlerischen Material. Bereits früh bezeichnete er sich als erstes lebendes Kunstwerk und untersuchte damit eine zentrale Frage der modernen Kunst: Wo endet das gewöhnliche Leben und wo beginnt Kunst?
Dieser aiMOOC führt Dich in Leben, Werk, Ideen und Wirkung von Timm Ulrichs ein. Du lernst zentrale Begriffe wie Konzeptkunst, Aktionskunst, Ready-made, Performance, Selbstinszenierung, Dadaismus, Konkrete Poesie und Totalkunst kennen. Außerdem untersuchst Du, wie Ulrichs mit Sprache, Körper, Raum, Zeit, Humor, Ironie und Vergänglichkeit gearbeitet hat. Der Kurs eignet sich für Kunstunterricht, Deutschunterricht, Philosophieunterricht, Medienbildung sowie für fächerübergreifende Projekte zu Gegenwartskunst, Selbstbild und Künstlerrolle.

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Leben und künstlerischer Weg
Herkunft und Ausbildung
Timm Ulrichs wurde am 31. März 1940 in Berlin geboren. Kindheit und Jugend verbrachte er unter anderem in Bremen, Wildeshausen und später in Hannover. Ab 1959 studierte er Architektur an der damaligen Technischen Hochschule Hannover. Dieses Studium schloss er nicht als klassischer Architekt ab, doch das Denken in Raum, Konstruktion, Material, Maßstab und Konzept blieb für seine spätere Kunst wichtig. Viele seiner Arbeiten zeigen ein architektonisches Bewusstsein: Sie beziehen den Ort ein, arbeiten mit Körpermaßen, verschieben Wahrnehmungsräume oder verwandeln scheinbar einfache Objekte in gedankliche Bauwerke.
Schon früh interessierte sich Ulrichs für Dadaismus, Surrealismus, Kurt Schwitters, Marcel Duchamp, Fluxus und die Möglichkeiten einer Kunst, die nicht nur auf handwerkliche Virtuosität setzt, sondern auf Idee, Sprache, Handlung und Denkbewegung. Besonders wichtig wurde für ihn die Frage, ob Kunst auch aus einem Satz, einer Behauptung, einer Geste, einer Körperaktion oder einer Veränderung der Perspektive entstehen kann.
Werbezentrale für Totalkunst und Banalismus
1961 gründete Timm Ulrichs in Hannover die Werbezentrale für Totalkunst & Banalismus. Schon dieser Name zeigt zentrale Merkmale seines Denkens: Kunst soll nicht nur im Museum stattfinden, sondern alle Lebensbereiche berühren. Zugleich interessiert sich Ulrichs für das scheinbar Banale: Alltagsgegenstände, Redewendungen, Schilder, Wortspiele, Körperhaltungen, Fundstücke und Situationen werden bei ihm zu Auslösern künstlerischer Erkenntnis.
Der Begriff Totalkunst bezeichnet bei Ulrichs keinen geschlossenen Stil, sondern eine Haltung. Alles kann Teil der Kunst werden: der Künstler selbst, sein Name, seine Haut, seine Stimme, sein Schatten, seine Fehler, seine Wege, seine Gedanken und sein Tod. Damit steht Ulrichs in der Nähe von Konzeptkunst und Performancekunst, bleibt aber zugleich unverwechselbar durch Humor, Sprachwitz, Selbstironie und philosophische Genauigkeit.
Hochschullehrer und Vermittler
Von 1972 bis 2005 lehrte Timm Ulrichs als Professor für Bildhauerei und Totalkunst an der Kunstakademie Münster. Damit prägte er mehrere Generationen von Kunststudierenden. Seine Lehre zielte nicht nur auf technische Fertigkeiten, sondern auf künstlerisches Denken. Lernende sollten beobachten, zweifeln, verschieben, kombinieren, fragen und eigene Konzepte entwickeln.
Für die Kunstpädagogik ist Ulrichs besonders spannend, weil seine Arbeiten zeigen, dass künstlerische Produktion nicht nur aus Malen oder Zeichnen besteht. Kunst kann auch eine Anweisung, eine Aktion, eine Untersuchung, ein Wortspiel, eine Körpererfahrung oder eine Entscheidung sein. Dadurch eignet sich sein Werk gut, um im Unterricht über die Frage zu sprechen: Was macht etwas zur Kunst?
Künstlerische Grundideen
Der Künstler als Kunstwerk
Eine der bekanntesten Ideen von Timm Ulrichs ist seine Selbstbezeichnung als erstes lebendes Kunstwerk. Damit verschob er die Rolle des Künstlers radikal. Der Künstler ist nicht mehr nur jemand, der Kunstwerke herstellt, sondern kann selbst zum Kunstwerk werden. Diese Idee berührt Fragen der Identität, Selbstinszenierung, Autorschaft und Öffentlichkeit.
Wenn ein Mensch sich selbst als Kunstwerk bezeichnet, entstehen viele Fragen: Ist diese Behauptung bereits Kunst? Wer entscheidet darüber? Muss ein Kunstwerk sichtbar, verkäuflich oder dauerhaft sein? Kann ein Leben als künstlerischer Prozess verstanden werden? Ulrichs beantwortet solche Fragen nicht einfach, sondern macht sie erfahrbar. Seine Kunst fordert Dich auf, genauer hinzusehen und gewohnte Grenzen zu prüfen.
Sprache als Material
Timm Ulrichs arbeitete intensiv mit Sprache. Wörter, Namen, Redensarten und Mehrdeutigkeiten wurden bei ihm zu künstlerischem Material. Er nutzte Wortspiele, Paradoxien, Schriftbilder, Konkrete Poesie und typografische Setzungen. Dabei ging es nicht nur um lustige Effekte, sondern um Erkenntnis: Sprache prägt, wie wir Wirklichkeit wahrnehmen.
Ein Wort kann zeigen, verbergen, täuschen, ordnen oder etwas überhaupt erst sichtbar machen. Ulrichs untersuchte diese Wirkung, indem er Begriffe wörtlich nahm, Sprichwörter in Objekte übersetzte oder sprachliche Gegensätze bildlich erfahrbar machte. Seine Sprachkunst steht deshalb zwischen Literatur, Philosophie, Grafikdesign, Konzeptkunst und Bildender Kunst.
Körper, Risiko und Wahrnehmung
In vielen Aktionen setzte Ulrichs seinen eigenen Körper ein. Dabei ging es nicht um spektakuläre Selbstdarstellung allein, sondern um die Beziehung zwischen Körper, Raum, Gefahr, Publikum und Bedeutung. Der Körper wird bei ihm zu Messinstrument, Zeichenfläche, Objekt, Archiv und Denkraum. Aktionen mit Körperabdruck, Tätowierung, Selbstvermessung, Selbstausstellung oder performativer Grenzerfahrung zeigen, wie eng Kunst und Existenz in seinem Werk verbunden sind.
Solche Arbeiten müssen sorgfältig betrachtet werden. Sie sind keine Aufforderung zur Nachahmung gefährlicher Aktionen. Im Unterricht geht es darum, Bedeutung, Kontext und künstlerische Absicht zu analysieren. Ulrichs fragt: Wie weit kann Kunst gehen? Was bedeutet es, den eigenen Körper als Material zu verwenden? Welche Verantwortung trägt ein Künstler gegenüber sich selbst und dem Publikum?
Humor, Ironie und Ernst
Ulrichs' Kunst ist oft humorvoll, aber selten oberflächlich. Seine Arbeiten können zum Lachen bringen und zugleich über Tod, Einsamkeit, Erinnerung, Körperlichkeit oder gesellschaftliche Normen nachdenken lassen. Ironie ist bei ihm ein Werkzeug der Erkenntnis. Ein scheinbar einfacher Witz kann eine philosophische Frage öffnen.
Diese Verbindung von Leichtigkeit und Ernst erinnert an Dadaismus und Fluxus. Wie dort werden Regeln der Kunstwelt spielerisch unterlaufen. Doch Ulrichs bleibt präzise: Seine Werke sind häufig klar gebaut, sprachlich genau und konzeptuell streng. Der Humor dient nicht der Ablenkung, sondern der Schärfung des Blicks.
Werkformen und Beispiele
Konzeptkunst und Denkobjekte
In der Konzeptkunst steht die Idee oft stärker im Vordergrund als die handwerkliche Ausführung. Bei Timm Ulrichs kann ein Kunstwerk aus einem Gedanken, einer sprachlichen Setzung oder einer Handlung bestehen. Ein Objekt ist dann nicht nur ein Ding, sondern ein Denkmodell. Du sollst nicht nur sehen, sondern begreifen, vergleichen, zweifeln und weiterdenken.
Typisch für Ulrichs sind Arbeiten, die eine Redewendung wörtlich nehmen oder einen Begriff sichtbar machen. Ein Findling kann zum Körperraum werden, ein Baum kann durch eine künstliche Form neu gelesen werden, ein Grabstein kann Erinnerung und Vergessen zugleich thematisieren. Dadurch entstehen Werke, die zwischen Objekt, Skulptur, Sprache und Philosophie stehen.
Skulptur im öffentlichen Raum
Ulrichs schuf zahlreiche Arbeiten im öffentlichen Raum. Dort begegnet Kunst Menschen außerhalb des Museums. Sie steht auf Plätzen, in Parks, an Gebäuden oder in Landschaften. Solche Kunst muss mit Umgebung, Wetter, Bewegung, Zufall und Alltag rechnen. Gerade deshalb passt sie gut zu Ulrichs' Denken: Kunst wird Teil der Welt und verändert, wie wir Orte wahrnehmen.
Ein Beispiel ist die Arbeit Versatzstück, bei der Natur und künstliche Form zusammenkommen. Ein Baum erscheint nicht nur als Baum, sondern zugleich als Bestandteil eines künstlerischen Eingriffs. Die Grenze zwischen natürlich gewachsen und künstlich gesetzt wird fraglich. So kann eine Skulptur zeigen, dass Wahrnehmung nie neutral ist: Was Du siehst, hängt davon ab, wie Du es deutest.

Selbstinszenierung und Künstlerrolle
Timm Ulrichs spielte mit der Figur des Künstlers. Er übertrieb, parodierte und untersuchte Rollenbilder: der Künstler als Genie, Außenseiter, Experimentator, Medium, Denkender, Körper, Marke oder Mythos. Indem er sich selbst ausstellte, machte er sichtbar, dass auch Künstleridentitäten konstruiert werden.
Für die heutige Medienwelt ist das besonders aktuell. In sozialen Netzwerken inszenieren Menschen ihr Selbstbild täglich durch Fotos, Profile, Namen und Kommentare. Ulrichs' Werk kann helfen, diese Praktiken kritisch zu betrachten. Was ist echt? Was ist Rolle? Wann wird Selbstinszenierung kreativ, wann manipulativ? Wie entstehen Aufmerksamkeit und Bedeutung?
Tod, Erinnerung und Vergänglichkeit
Ein wiederkehrendes Thema im Werk von Timm Ulrichs ist die Vergänglichkeit. Er beschäftigte sich mit Grab, Körper, Ende, Erinnerung und Auslöschung. Dabei verband er existenzielle Fragen mit Sprachwitz und präzisen Bildern. Der Tod erscheint nicht nur als Ende, sondern auch als Grenze, an der Kunst, Sprache und Selbstbild auf die Probe gestellt werden.
Seine Beschäftigung mit dem eigenen Grab und mit Formulierungen des Erinnerns zeigt: Auch nach dem Tod bleibt die Frage, wie ein Mensch in Zeichen, Bildern, Texten und Erzählungen weiterlebt. Ulrichs machte diesen Zusammenhang selbst zum Kunstwerk. Das wirkt provokant, aber auch nachdenklich: Kunst kann helfen, über Endlichkeit zu sprechen, ohne einfache Antworten zu geben.
Kunsthistorische Einordnung
Nähe zu Dada, Duchamp und Fluxus
Ulrichs' Werk steht in Beziehung zu mehreren wichtigen Strömungen der Moderne und Gegenwartskunst. Der Dadaismus stellte Sinn, Ordnung und bürgerliche Kunstvorstellungen infrage. Marcel Duchamp zeigte mit dem Ready-made, dass ein Alltagsgegenstand durch Auswahl, Kontext und Behauptung zum Kunstwerk werden kann. Fluxus verband Kunst mit Handlung, Spiel, Musik, Alltag und Ereignis.
Timm Ulrichs greift diese Impulse auf, entwickelt sie aber eigenständig weiter. Er arbeitet besonders stark mit Selbstbezug, Sprachkritik, Körperkunst und Totalkunst. Seine Kunst ist nicht nur Nachfolge avantgardistischer Bewegungen, sondern eine eigene Position: radikal persönlich, humorvoll, analytisch und medienübergreifend.
Konzeptkunst in Deutschland
In Deutschland gehört Timm Ulrichs zu den wichtigen Vertretern einer erweiterten Konzeptkunst. Anders als eine rein theoretische Konzeptkunst bleibt sein Werk oft anschaulich, körperlich und spielerisch. Es verbindet Idee und Erfahrung. Du kannst seine Arbeiten betrachten, lesen, begehen, hören oder gedanklich ausführen.
Diese Verbindung macht Ulrichs für Lernende zugänglich. Auch ohne kunsthistorisches Spezialwissen kann man viele Arbeiten zunächst über Sprache, Alltag oder Körpererfahrung verstehen. Gleichzeitig führen sie in anspruchsvolle Fragen der Ästhetik, Semiotik, Medientheorie und Philosophie.
Timm Ulrichs im Unterricht
Warum eignet sich sein Werk für die Schule?
Timm Ulrichs eignet sich besonders für einen handlungsorientierten Kunstunterricht, weil seine Arbeiten eigene Experimente ermöglichen. Lernende können Wörter untersuchen, Alltagsgegenstände neu kontextualisieren, kleine Performances planen, Orte im Schulgebäude künstlerisch umdeuten oder Selbstinszenierungen kritisch analysieren. Dabei wird deutlich: Kunst beginnt oft mit einer Frage.
Mögliche Leitfragen sind: Was ist ein Kunstwerk? Kann ein Gedanke Kunst sein? Wie verändert ein Titel die Wahrnehmung eines Objekts? Wie wird ein Körper zum Zeichen? Wie viel Humor verträgt ernste Kunst? Welche Rolle spielt das Publikum? Was bedeutet Originalität in der Konzeptkunst?
Kompetenzen
In diesem aiMOOC stärkst Du folgende Kompetenzen:
- Wahrnehmungskompetenz: Du beschreibst Kunstwerke genau und unterscheidest Beobachtung, Deutung und Bewertung.
- Analysekompetenz: Du erkennst Zusammenhänge zwischen Material, Idee, Sprache, Körper und Kontext.
- Gestaltungskompetenz: Du entwickelst eigene konzeptuelle Arbeiten mit einfachen Mitteln.
- Reflexionskompetenz: Du begründest, warum etwas als Kunst verstanden werden kann.
- Medienkompetenz: Du vergleichst Selbstinszenierung in Kunst und digitalen Medien.
Zentrale Begriffe
Totalkunst
Totalkunst meint bei Timm Ulrichs eine Kunsthaltung, die keine engen Grenzen zwischen Kunst und Leben akzeptiert. Alles kann Material der Kunst werden: Körper, Name, Alltag, Sprache, Natur, Zufall, Erinnerung und sogar Scheitern. Totalkunst ist deshalb kein bestimmter Stil, sondern ein umfassender Zugriff auf Wirklichkeit.
Banalismus
Banalismus bezeichnet bei Ulrichs die Aufwertung des scheinbar Banalen. Ein gewöhnlicher Gegenstand, ein alltäglicher Satz oder eine einfache Handlung kann künstlerisch bedeutsam werden, wenn man ihn in einen neuen Kontext stellt. Das Banale wird nicht verachtet, sondern als Denkfläche genutzt.
Konzeptkunst
Konzeptkunst ist eine Kunstform, bei der die Idee, Regel oder gedankliche Struktur eines Werkes zentral ist. Das sichtbare Objekt kann wichtig sein, aber es ist nicht immer der wichtigste Teil. Bei Timm Ulrichs ist die Idee häufig mit Sprache, Humor und Selbstbezug verbunden.
Performance und Aktion
Performance und Aktionskunst bezeichnen künstlerische Handlungen, die in einer bestimmten Zeit und Situation stattfinden. Der Körper, das Publikum und der Ablauf werden Teil des Werkes. Bei Ulrichs sind solche Aktionen oft mit Risiko, Selbstbefragung oder ironischer Übertreibung verbunden.
Zusammenfassung
Timm Ulrichs war ein Künstler, der die Grenzen der Kunst konsequent erweitert hat. Er arbeitete mit Objekten, Texten, Fotografien, Skulpturen, Aktionen, Körpern, Räumen und Ideen. Seine Kunst fragt nicht nur, was schön ist, sondern was überhaupt als Kunst gelten kann. Sie verbindet Humor und Ernst, Sprache und Körper, Alltag und Philosophie.
Für Dich als Lernende oder Lernender ist Ulrichs besonders interessant, weil seine Kunst zeigt: Eine gute künstlerische Idee braucht nicht immer teures Material. Sie braucht genaue Beobachtung, Mut zum Fragen, sprachliche Präzision und die Bereitschaft, Gewohntes anders zu sehen.
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Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wann wurde Timm Ulrichs geboren? (31. März 1940) (!29. April 2026) (!3. Oktober 1961) (!12. Dezember 1972)
Wie bezeichnete sich Timm Ulrichs selbst besonders bekannt? (erstes lebendes Kunstwerk) (!letzter klassischer Historienmaler) (!Erfinder der Fotografie) (!Begründer des Impressionismus)
Welche Kunstrichtung ist für das Verständnis von Timm Ulrichs besonders wichtig? (Konzeptkunst) (!Barockmalerei) (!Rokokoarchitektur) (!Akademischer Klassizismus)
Was bedeutet Totalkunst bei Timm Ulrichs am ehesten? (Kunst kann alle Lebensbereiche einbeziehen) (!Kunst darf nur aus Marmor bestehen) (!Kunst muss immer religiös sein) (!Kunst entsteht nur im Atelier)
Welche Rolle spielt Sprache in vielen Arbeiten von Timm Ulrichs? (Sprache wird künstlerisches Material) (!Sprache wird grundsätzlich ausgeschlossen) (!Sprache dient nur der Bildbeschriftung) (!Sprache ersetzt jede Wahrnehmung vollständig)
An welcher Kunstakademie lehrte Timm Ulrichs viele Jahre? (Kunstakademie Münster) (!Kunstakademie Düsseldorf ausschließlich als Rektor) (!Bauhaus Weimar als Gründungsdirektor) (!Académie Julian in Paris)
Was untersucht Ulrichs mit seiner Selbstinszenierung als Kunstwerk? (die Grenze zwischen Künstler, Leben und Werk) (!die chemische Zusammensetzung von Farbe) (!die Regeln des Zentralperspektivzeichnens) (!die Herstellung mittelalterlicher Glasfenster)
Welche ältere Avantgarde-Strömung ist für Ulrichs als Bezugspunkt wichtig? (Dadaismus) (!Gotik) (!Manierismus) (!Biedermeier)
Was ist ein zentrales Merkmal vieler Arbeiten von Timm Ulrichs? (Verbindung von Humor und gedanklicher Schärfe) (!ausschließliche Landschaftsmalerei) (!Verzicht auf jede Idee) (!nur dekorative Ornamentik)
Warum eignet sich Timm Ulrichs gut für handlungsorientierten Kunstunterricht? (weil einfache Ideen, Sprache und Alltag zu Kunst werden können) (!weil seine Werke nur kopiert werden dürfen) (!weil Kunst dabei keine Deutung braucht) (!weil alle Aufgaben ohne eigene Gestaltung auskommen)
Memory
| Totalkunst | Kunst bezieht Leben, Körper, Sprache und Alltag ein |
| Konzeptkunst | Die Idee ist ein zentraler Bestandteil des Werkes |
| Banalismus | Das scheinbar Alltägliche wird künstlerisch ernst genommen |
| Performance | Eine Handlung wird zum Kunstereignis |
| Selbstinszenierung | Die eigene Person wird bewusst als Zeichen gestaltet |
| Dadaismus | Avantgarde mit Spiel, Widerspruch und Regelbruch |
| Ready-made | Ein Alltagsgegenstand wird durch Kontext zur Kunst |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Timm Ulrichs | selbst ernannter Totalkünstler |
| Sprache | künstlerisches Material |
| Körper | Medium der Performance |
| Alltag | Ausgangspunkt des Banalismus |
| Dadaismus | historische Avantgarde |
| Kunstakademie Münster | Ort seiner langjährigen Lehre |
Kreuzworträtsel
| Totalkunst | Wie nannte Ulrichs seine umfassende Kunsthaltung? |
| Berlin | In welcher Stadt wurde Timm Ulrichs geboren? |
| Sprache | Welches Material nutzte Ulrichs häufig in Form von Wortspielen? |
| Dadaismus | Welche Avantgarde-Strömung arbeitete ebenfalls mit Regelbruch und Widerspruch? |
| Koerper | Was wurde bei Ulrichs oft selbst zum künstlerischen Material? |
| Muenster | In welcher Stadt lehrte Ulrichs an einer Kunstakademie? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Werkbeschreibung: Wähle ein Werk von Timm Ulrichs aus und beschreibe genau, was Du siehst. Trenne Beobachtung, Vermutung und Bewertung.
- Wortkunst: Sammle fünf Redewendungen und überlege, wie man eine davon als kleines Kunstobjekt darstellen könnte.
- Künstlerrolle: Schreibe einen kurzen Text zur Frage: Kann ein Mensch selbst ein Kunstwerk sein?
- Alltagsobjekt: Bringe einen ungefährlichen Alltagsgegenstand mit und gib ihm durch einen neuen Titel eine veränderte Bedeutung.
Standard
- Konzeptkunst: Entwickle ein eigenes Konzeptkunstwerk, das nur aus einer Idee, einer Regel und einem Titel besteht. Erkläre, warum es Kunst sein kann.
- Selbstinszenierung: Vergleiche Ulrichs' Selbstbezeichnung als lebendes Kunstwerk mit heutigen Profilen in sozialen Medien.
- Kunst im öffentlichen Raum: Suche in Deiner Umgebung ein Kunstwerk im öffentlichen Raum und untersuche, wie Ort und Bedeutung zusammenhängen.
- Performancekunst: Entwirf eine ungefährliche, kurze Performance für den Schulhof, die eine alltägliche Handlung verändert.
Schwer
- Kunsttheorie: Diskutiere schriftlich, ob die Idee eines Kunstwerks wichtiger sein kann als seine materielle Ausführung.
- Dadaismus und Gegenwartskunst: Vergleiche Timm Ulrichs mit einer Position aus Dadaismus, Fluxus oder Duchamps Ready-made-Konzept.
- Kuratorisches Projekt: Plane eine kleine Ausstellung mit fünf fiktiven oder realen Arbeiten zum Thema Kunst und Ich. Formuliere Ausstellungstitel, Wandtexte und Vermittlungsfragen.
- Vergänglichkeit in der Kunst: Analysiere, wie Künstlerinnen und Künstler Tod, Erinnerung oder Verschwinden thematisieren können, ohne bloß traurig oder pathetisch zu wirken.

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Lernkontrolle
- Kunstbegriff: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel, wie Timm Ulrichs die Grenze zwischen Kunstwerk und Leben verschiebt.
- Transferleistung: Übertrage Ulrichs' Idee der Totalkunst auf die digitale Gegenwart. Welche Formen von Online-Selbstinszenierung könnten als Kunst gelesen werden und welche nicht?
- Werkvergleich: Vergleiche ein Werk von Timm Ulrichs mit einem klassischen Gemälde. Untersuche Unterschiede in Material, Ziel, Publikum und Kunstverständnis.
- Kontextanalyse: Zeige, wie ein gewöhnlicher Gegenstand durch Titel, Ort und Präsentation eine neue Bedeutung erhalten kann.
- Urteilskompetenz: Nimm begründet Stellung zu der Aussage: Ein Kunstwerk muss nicht schön sein, aber es muss eine Wahrnehmung verändern.
- Praxisreflexion: Dokumentiere ein eigenes Konzeptkunst-Experiment und reflektiere, welche Rolle Idee, Ausführung und Publikum gespielt haben.
OERs zum Thema
Medien und Vertiefung
- Wikimedia Commons: Suche nach frei nutzbaren Bildern zu Timm Ulrichs, seinen Skulpturen und Arbeiten im öffentlichen Raum.
- YouTube: Nutze Interviews und Ausstellungsvideos, um Ulrichs' eigene Sprache über Kunst kennenzulernen.
- Museumspädagogik: Vergleiche unterschiedliche Vermittlungstexte zu Ulrichs und prüfe, welche Begriffe immer wieder auftauchen.
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Links
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