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Stromnetze und Speicher - Deutschland

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Stromnetze und Speicher - Deutschland




Stromnetze und Speicher - Deutschland


Einleitung

Die Energiewende verändert das deutsche Elektrizitätssystem grundlegend. Windenergie und Photovoltaik liefern Strom wetterabhängig und zunehmend dezentral. Gleichzeitig steigt durch Elektromobilität, Wärmepumpen, Rechenzentren und die Elektrifizierung industrieller Prozesse der Strombedarf in neuen Verbrauchsbereichen. Damit erneuerbare Energie zuverlässig integriert werden kann, müssen Stromnetze, Speicher, flexible Verbraucher, Leistungselektronik und digitale Betriebsführung zusammenspielen.

Für Ausbildung und Studium ist dabei eine zentrale Unterscheidung wichtig: Ein Stromnetz transportiert elektrische Energie, ein Speicher verschiebt Energie in der Zeit. Beides kann sich ergänzen, aber nicht beliebig ersetzen. Ein Speicher kann einen Netzengpass nur dann entlasten, wenn Standort, Leistung, Energieinhalt und Betriebsstrategie zur Engpasssituation passen. Ebenso kann Netzausbau allein keine zeitliche Verschiebung von Solarstrom vom Mittag in den Abend leisten.

Das Bild zeigt Windenergie und Photovoltaik an einem gemeinsamen Standort. Solche Erzeugungsanlagen speisen über Wechselrichter oder Generatoren in das Netz ein und stellen damit andere Anforderungen an die Betriebsführung als ein System, das überwiegend aus großen synchronen Kraftwerken besteht.

Das Video von BR24 zeigt am Beispiel eines Batterie-Großspeichers, wie Speicher zur Integration erneuerbarer Energien beitragen können. Prüfe beim Ansehen besonders, welche Aufgabe der Speicher übernimmt und ob es sich um Energieverschiebung, Netzentlastung oder Systemdienstleistung handelt.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du den Aufbau des deutschen Stromnetzes erklären, typische Netzengpässe analysieren und Speicher technisch einordnen. Du kannst Leistung und Energie eines Speichers unterscheiden, einfache Speichergrößen berechnen, die Bedeutung von Frequenz und Spannung für den Netzbetrieb erläutern und bewerten, wann Netzausbau, Speicher, flexible Lasten oder mehrere Maßnahmen gemeinsam sinnvoll sind.


Das Stromnetz als technisches System

Das öffentliche Stromnetz in Deutschland ist Teil des europäischen Verbundsystems. Im Normalbetrieb arbeitet es mit einer Netzfrequenz von 50 Hertz. Für einen stabilen Betrieb müssen Erzeugung und Verbrauch elektrischer Wirkleistung fortlaufend im Gleichgewicht gehalten werden. Wird kurzfristig mehr Wirkleistung entnommen als eingespeist, sinkt die Frequenz; bei einem Überschuss steigt sie.

Die Spannung ist eine andere Regelgröße. Sie hängt lokal unter anderem von Leitungsbelastung, Transformatorstellungen, Blindleistung und der Einspeisung leistungselektronischer Anlagen ab. Deshalb sind Frequenzhaltung und Spannungshaltung nicht dasselbe: Frequenz ist im synchronen Verbundsystem eine weitgehend systemweite Größe, während Spannungsprobleme häufig regional oder lokal auftreten.

Für Drehstrom gilt im vereinfachten symmetrischen Fall: Wirkleistung P ≈ √3 · U · I · cos φ und Blindleistung Q ≈ √3 · U · I · sin φ. Wirkleistung überträgt nutzbare elektrische Energie. Blindleistung wird unter anderem für elektrische und magnetische Felder benötigt und beeinflusst die Spannung. In modernen Netzen können Wechselrichter gezielt Blindleistung bereitstellen oder aufnehmen.

Die Grafik veranschaulicht die Grundstruktur von Erzeugung, Übertragung, Verteilung und Verbrauch.


Netzebenen und Aufgaben

Elektrische Energie wird auf unterschiedlichen Spannungsebenen übertragen und verteilt. Das Übertragungsnetz verbindet große Erzeugungs- und Verbrauchsschwerpunkte sowie Nachbarländer. In Deutschland dominieren dabei die Höchstspannungsebenen 220 kV und 380 kV. Die Verteilnetze reichen von der Hochspannung über die Mittelspannung bis zur Niederspannung und binden einen großen Teil der dezentralen Photovoltaik-, Wind-, Speicher-, Lade- und Wärmepumpenanlagen an.

Umspannwerke koppeln Spannungsebenen, schalten Leitungen und verteilen Leistungsflüsse. Transformatoren ändern dabei die Spannung, nicht die Netzfrequenz.

Die 380-kV-Schaltanlage eines Umspannwerks zeigt die Größenordnung der Betriebsmittel im Übertragungsnetz.

Ein Leistungstransformator 110/20 kV verbindet Hoch- und Mittelspannung. Solche Transformatoren sind zentrale Knoten für die Aufnahme dezentraler Erzeugung und neuer Lasten.


Deutschland: Erzeugung und Verbrauch liegen nicht immer am selben Ort

In Deutschland entstehen große Windstrommengen besonders im Norden, Osten und auf See, während bedeutende Verbrauchsschwerpunkte unter anderem in west- und süddeutschen Industriegebieten liegen. Zusätzlich speisen Millionen kleinere Anlagen in Verteilnetze ein. Dadurch entstehen sowohl großräumige Transportaufgaben als auch lokale Anschluss- und Spannungsaufgaben.

Netzausbau umfasst deshalb nicht nur neue Leitungen. Ebenso wichtig sind stärkere Umspannwerke, neue Transformatoren, Kabel, Schutztechnik, Messsysteme, digitale Leittechnik und eine bessere Nutzung vorhandener Betriebsmittel. Für lange Übertragungsstrecken spielt auch die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung eine wichtige Rolle.

Windenergieanlage und 380-kV-Leitung stehen beispielhaft für die Kopplung von erneuerbarer Erzeugung und Übertragungsinfrastruktur.

Die Commons-Karte zeigt Hochspannungs-Freileitungen in Deutschland mit Datenstand der Datei von 2022. Sie eignet sich zur Orientierung, nicht als aktuelle Planungsgrundlage.


Warum schwankende Erzeugung beherrschbar ist

Wind- und Solarleistung schwanken, aber ein Stromsystem muss deshalb nicht instabil sein. Entscheidend ist, dass genügend Flexibilität und geeignete Netztechnik vorhanden sind. Dazu gehören der europäische Stromaustausch, flexible Kraftwerke, Speicher, Lastverschiebung, steuerbare Elektrolyseure, Wärmespeicher, intelligente Ladeprozesse und ein leistungsfähiges Netz.

Wetterabhängige Erzeugung ist teilweise prognostizierbar. Netzbetreiber und Marktteilnehmer verwenden Prognosen für Wind, Solar, Last und Stromhandel. Abweichungen werden durch Bilanzierungsmechanismen und Regelreserve ausgeglichen. Bei Netzengpässen kann zusätzlich das Engpassmanagement eingreifen.


Redispatch und Abregelung

Redispatch verändert geplante Einspeisungen oder Lasten so, dass Leitungen und Betriebsmittel innerhalb ihrer zulässigen Grenzen betrieben werden. Vereinfacht gesagt wird auf einer Seite eines Engpasses Leistung reduziert und auf der anderen Seite erhöht oder eine andere geeignete Maßnahme aktiviert. Wenn erneuerbare Anlagen wegen eines Engpasses ihre Einspeisung reduzieren müssen, geht potenziell nutzbare erneuerbare Energie verloren. Netzausbau, passende Speicherstandorte und flexible Lasten können solche Situationen verringern.

Ein Speicher wirkt jedoch nur dann netzdienlich, wenn sein Laden und Entladen die Belastung des relevanten Netzabschnitts verbessert. Lädt ein Großspeicher in einer bereits stark belasteten Region zum falschen Zeitpunkt, kann er einen Engpass sogar verschärfen.


Speichertechnik: Leistung, Energie und Zeit

Bei Speichern müssen mindestens zwei Größen getrennt betrachtet werden:

  1. Leistung: Die Lade- oder Entladeleistung wird typischerweise in kW oder MW angegeben. Sie beschreibt, wie schnell Energie aufgenommen oder abgegeben werden kann.
  2. Energie: Der nutzbare Energieinhalt wird typischerweise in kWh oder MWh angegeben. Er beschreibt, wie lange eine bestimmte Leistung bereitgestellt werden kann.

Ein Speicher mit 20 MW Leistung und 40 MWh nutzbarer Energie kann bei voller Leistung idealisiert etwa 2 Stunden entladen werden. Es gilt näherungsweise Entladedauer t = E / P. In realen Anlagen begrenzen Wirkungsgrad, Ladezustand, Temperatur, Alterung, Reservebereiche und die zulässige C-Rate den Betrieb.

Zusätzlich sind Wirkungsgrad, Zyklenfestigkeit, Reaktionszeit, Selbstentladung, Lebensdauer, Investitionskosten, Netzanschluss und Sicherheitskonzept zu beachten. Für die Netzintegration zählt daher nicht nur, wie viele MWh ein Speicher besitzt.


Batteriespeicher

Stationäre Batteriespeicher sind über Leistungselektronik mit dem Wechselstromnetz verbunden. Sie reagieren sehr schnell und können deshalb sowohl Energie verschieben als auch Systemdienstleistungen erbringen. Typische Anwendungen sind Eigenverbrauchsoptimierung, Spitzenlastkappung, Stromhandel, Regelreserve, lokale Netzentlastung und die Bereitstellung von Blindleistung.

Ein Batteriesystem besteht nicht nur aus Zellen. Wichtige Komponenten sind Module und Racks, Batterie-Management-System, Wechselrichter, Transformator, Schutztechnik, Kühlung oder Heizung, Brand- und Sicherheitskonzept sowie ein übergeordnetes Energiemanagementsystem.

Containerisierte Batteriespeicher ermöglichen modulare Anlagen mit hoher Leistung und vergleichsweise kurzer Bauzeit.

Das DW-Video behandelt einen Großbatteriespeicher in Norddeutschland. Achte darauf, welche wirtschaftlichen und netztechnischen Argumente genannt werden und welche Kritikpunkte auftauchen.


Pumpspeicherkraftwerke

Ein Pumpspeicherkraftwerk speichert Energie als Lageenergie von Wasser. Bei Stromüberschuss wird Wasser in ein höher gelegenes Becken gepumpt. Bei Bedarf strömt es durch Turbinen zurück und treibt Generatoren an. Pumpspeicher können hohe Leistungen bereitstellen und sind für viele Zyklen geeignet, benötigen aber geeignete geografische Standorte und große Anlageninfrastruktur.

Die Grafik zeigt Pump- und Generatorbetrieb eines Pumpspeicherkraftwerks.

Der Leitstand des Pumpspeicherwerks Geesthacht verdeutlicht, dass Speicher Teil komplexer Kraftwerks- und Netzleittechnik sind.


Wasserstoff, Wärme und sektorübergreifende Speicher

Für längere Zeiträume kann elektrische Energie auch in andere Energieformen überführt werden. Bei Power-to-Gas erzeugt ein Elektrolyseur aus Strom Wasserstoff. Dieser kann direkt industriell genutzt, gespeichert oder später wieder verstromt werden. Die Rückverstromung hat deutlich höhere Umwandlungsverluste als ein direkter Batteriespeicher, kann aber bei sehr großen Energiemengen und langen Speicherzeiten Vorteile haben.

Auch Wärmespeicher sind für das Stromsystem wichtig: Eine große Wärmepumpe kann bei hoher erneuerbarer Einspeisung Wärme erzeugen und diese in einem thermischen Speicher puffern. Dadurch wird Stromverbrauch zeitlich flexibel. Ähnlich können Elektrofahrzeuge mit intelligentem Laden ihre Nachfrage verschieben; beim bidirektionalen Laden kann zusätzlich Energie zurückgespeist werden, sofern Fahrzeug, Ladepunkt, Markt- und Netzregeln dies unterstützen.


Systemdienstleistungen und Leistungselektronik

Ein zuverlässiges Stromsystem braucht mehr als genügend Energie. Es braucht auch Systemdienstleistungen. Dazu zählen unter anderem Frequenzhaltung, Spannungshaltung, Blindleistungsbereitstellung, Wiederaufbau nach Störungen und eine robuste Netzführung.

Regelreserve wird eingesetzt, um Leistungsungleichgewichte auszugleichen. Batteriespeicher sind wegen ihrer schnellen Regelbarkeit technisch gut für schnelle Leistungsänderungen geeignet. Für die Spannungshaltung können Wechselrichter Blindleistung bereitstellen. Moderne leistungselektronische Anlagen können außerdem Funktionen übernehmen, die früher überwiegend durch synchrone Generatoren erbracht wurden.

Besonders wichtig wird die Unterscheidung zwischen netzfolgenden und netzbildenden Wechselrichtern. Netzfolgende Wechselrichter orientieren sich an einer vorhandenen Netzspannung. Netzbildende Regelungen können selbst eine stabile Spannungs- und Frequenzreferenz aufbauen und dadurch die Stabilität eines stark leistungselektronisch geprägten Systems unterstützen. Die konkrete Eignung hängt jedoch von Auslegung, Schutzkonzept, Netzcode und Anlagenregelung ab.

Das acatech-Video erklärt das Grundprinzip des Smart Grid. Für Ausbildung und Studium solltest Du die vereinfachte Darstellung anschließend technisch ergänzen: Messung, Kommunikation, Netzschutz, Regelung und Marktsteuerung müssen zusammenpassen.


Netzdienlicher Speicherbetrieb

Ob ein Speicher dem Netz hilft, entscheidet sich nicht allein am Speicher selbst, sondern am Betriebsfahrplan. Ein netzdienlicher Speicher kann beispielsweise bei hoher lokaler PV-Einspeisung laden und in einer späteren Lastspitze entladen. Er kann außerdem Blindleistung bereitstellen oder Leistung für Regelreserve reservieren.

Daraus entsteht ein Zielkonflikt: Ein Speicherbetreiber möchte wirtschaftliche Erlöse maximieren, während der Netzbetreiber sichere Leistungsflüsse benötigt. Gute Markt- und Netzregeln sollen wirtschaftliche Signale so setzen, dass Flexibilität möglichst oft system- und netzdienlich eingesetzt wird.


Beispielrechnung: Dimensionierung eines Batteriespeichers

In einem Gewerbenetz tritt an Werktagen zwischen 17 und 19 Uhr eine zusätzliche Last von 6 MW auf. Diese Spitze soll vollständig aus einem Batteriespeicher gedeckt werden.

Schritt 1 – Leistung: Der Speicher muss mindestens 6 MW Entladeleistung bereitstellen.

Schritt 2 – Energie: 6 MW · 2 h = 12 MWh. Idealisiert sind also 12 MWh nutzbare Energie nötig.

Schritt 3 – Praxisreserve: Wirkungsgrad, Alterung, Ladezustandsgrenzen und eine betriebliche Reserve erhöhen die erforderliche installierte Energie gegenüber dem Idealwert.

Schritt 4 – Netzprüfung: Zusätzlich muss geprüft werden, ob Anschlussleistung, Transformator, Kabel, Schutztechnik und Spannungshaltung den Lade- und Entladebetrieb erlauben.

Diese Rechnung zeigt, warum MW und MWh nicht verwechselt werden dürfen.


Netz, Speicher oder flexible Last?

Für eine technische Planung ist selten eine einzelne Maßnahme optimal. Ein Vergleich hilft:

Maßnahme Stärke Typische Grenze
Netzausbau Dauerhafter räumlicher Transport großer Leistungen Planung, Genehmigung, Bauzeit und Kosten
Batteriespeicher Sehr schnelle Regelung und zeitliche Verschiebung Begrenzter Energieinhalt und Alterung
Pumpspeicher Hohe Leistung und große Energieinhalte Standortabhängigkeit
Lastmanagement Nutzt vorhandene Flexibilität von Verbrauchern Prozess- und Komfortgrenzen
Wasserstoffsystem Langfristige Speicherung und Sektorkopplung Höhere Umwandlungsverluste

Die beste Lösung kann eine Kombination sein: Übertragungs- und Verteilnetze transportieren Energie, Batteriespeicher glätten kurzfristige Spitzen, flexible Verbraucher verschieben Nachfrage und chemische Speicher decken längere Zeiträume ab.


Arbeitssicherheit und Betriebspraxis

Stromnetze und stationäre Speicher enthalten gefährliche Spannungen, hohe Kurzschlussleistungen und teils große gespeicherte Energiemengen. Praktische Arbeiten dürfen nur im Rahmen der jeweiligen Qualifikation, Betriebsanweisung und Freigabe durchgeführt werden. In elektrotechnischen Anlagen gelten die etablierten Sicherheitsregeln wie Freischalten, gegen Wiedereinschalten sichern, Spannungsfreiheit feststellen, Erden und Kurzschließen sowie benachbarte unter Spannung stehende Teile abdecken oder abschranken. Bei Batteriespeichern kommen herstellerspezifische Gefährdungsbeurteilungen, Brand- und Rettungskonzepte sowie Vorgaben für Gleichspannungsbereiche hinzu.

Für Lernversuche solltest Du deshalb mit Kleinspannung, geeigneter Laborausrüstung oder Simulationen arbeiten und keine Eingriffe in reale Netz- oder Speichersysteme vornehmen.


Quellen und Vertiefung

  1. Bundesnetzagentur: Netzentwicklungsplanung Strom
  2. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: Netze und Netzausbau
  3. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: Stromspeicher-Strategie
  4. Fraunhofer ISE: Energiespeicherung


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Größe reagiert im synchronen Stromsystem unmittelbar auf ein Ungleichgewicht von Wirkleistung? (Netzfrequenz) (!Leiterquerschnitt) (!Transformatorfarbe) (!Speichergehäuse)




Welche Hauptaufgabe hat das Übertragungsnetz? (Große elektrische Leistungen über weite Strecken transportieren) (!Batteriezellen chemisch kühlen) (!Nur einzelne Haushalte direkt versorgen) (!Windgeschwindigkeit messen)




Ein Speicher besitzt 40 MWh nutzbare Energie und 20 MW Entladeleistung. Wie lange kann er idealisiert mit voller Leistung entladen? (Etwa zwei Stunden) (!Etwa zwanzig Stunden) (!Etwa eine halbe Stunde) (!Etwa vierzig Stunden)




Wann kann ein Batteriespeicher einen Netzengpass besonders gut entlasten? (Wenn Standort und Ladefahrplan zur Engpasssituation passen) (!Wenn er unabhängig vom Netz immer gleichzeitig lädt) (!Wenn seine Energieangabe in MWh möglichst klein ist) (!Wenn er ohne Netzanschluss betrieben wird)




Welche Energieform wird in einem Pumpspeicherkraftwerk gespeichert? (Lageenergie von Wasser) (!Kernbindungsenergie) (!Schallenergie) (!Magnetische Energie eines Dauermagneten)




Welche Größe ist für die lokale Spannungshaltung besonders relevant? (Blindleistung) (!Dateigröße der Prognose) (!Anzahl der Stromtarife) (!Drehzahl eines Elektroautos)




Was beschreibt Redispatch im Stromnetz? (Anpassung von Einspeisung oder Last zur Engpassbewirtschaftung) (!Austausch aller Transformatoren gegen Batterien) (!Stilllegung des europäischen Verbundnetzes) (!Umstellung der Netzfrequenz auf Gleichstrom)




Welche Technik wird für verlustarmen Transport großer Leistungen über lange Distanzen eingesetzt? (Hochspannungs Gleichstrom Übertragung) (!Niederspannungs Gleichrichtung im Haushalt) (!Akustische Leistungsübertragung) (!Mechanische Wellenübertragung)




Was kennzeichnet ein Smart Grid? (Digitale Koordination von Erzeugung Verbrauch Speichern und Netzbetrieb) (!Ausschließliche Versorgung durch einen einzelnen Generator) (!Verzicht auf Messwerte und Kommunikation) (!Betrieb ohne Schutztechnik)




Was ist eine typische Eigenschaft netzbildender Wechselrichterregelung? (Sie kann eine Spannungs und Frequenzreferenz aktiv aufbauen) (!Sie benötigt grundsätzlich keine Leistungselektronik) (!Sie funktioniert nur bei Gleichstromnetzen) (!Sie ersetzt jede Form von Netzschutz)





Memory

Frequenzhaltung Wirkleistungsbilanz
Spannungshaltung Blindleistungsmanagement
Batteriespeicher Kurzzeitspeicherung
Pumpspeicherwerk Lageenergiespeicher
Redispatch Engpassmanagement
HGÜ Fernübertragung
Smart Grid Digitale Koordination





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Übertragungsnetz großräumiger Stromtransport
Verteilnetz Anschluss vieler dezentraler Anlagen
Umspannwerk Kopplung von Spannungsebenen
Batteriewechselrichter Wandlung zwischen Gleichstrom und Wechselstrom
Energiemanagementsystem Optimierung des Lade und Entladeplans
Leistungstransformator Anpassung des Spannungsniveaus




...


Kreuzworträtsel

Frequenz Welche Netzgröße zeigt ein kurzfristiges Wirkleistungsungleichgewicht im Verbundsystem an?
Blindleistung Welche Leistungsart wird unter anderem zur Spannungshaltung eingesetzt?
Redispatch Wie heißt die Anpassung von Einspeisung oder Last zur Beseitigung von Netzengpässen?
Pumpspeicher Welcher Speichertyp nutzt die Lageenergie von Wasser?
Umspannwerk Wie heißt eine Anlage die Spannungsebenen koppelt und Leistung verteilt?
Wechselrichter Welches Gerät koppelt einen Batteriespeicher leistungselektronisch an das Wechselstromnetz?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Das deutsche Stromsystem arbeitet im Normalbetrieb mit einer Netzfrequenz von

. Für die Frequenzstabilität müssen Erzeugung und Verbrauch von

fortlaufend ausgeglichen werden. Die lokale Spannung kann unter anderem durch die Bereitstellung von

beeinflusst werden. Das Übertragungsnetz transportiert große Leistungen über

. Ein Umspannwerk verbindet unterschiedliche

. Bei einem Speicher beschreibt die Einheit MWh den nutzbaren

. Aus Energie geteilt durch Leistung ergibt sich näherungsweise die

. Ein Pumpspeicherkraftwerk speichert elektrische Energie als

. Die Anpassung von Einspeisung oder Last zur Entlastung eines Netzengpasses heißt

. Ein Speicher ist besonders netzdienlich wenn sein Fahrplan zur örtlichen

passt.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Netzebenen: Zeichne ein einfaches Einlinienschema vom Übertragungsnetz bis zu einem Haushalt mit Photovoltaik und Batteriespeicher. Beschrifte Transformator, Wechselrichter und Messpunkt.
  2. Speicherleistung: Berechne für drei frei gewählte Kombinationen aus MW und MWh die idealisierte Entladedauer und erkläre den Unterschied zwischen Leistung und Energie.
  3. Medienanalyse: Wähle eines der eingebetteten Bilder und beschreibe fünf technische Betriebsmittel oder Funktionen, die Du darauf erkennst.
  4. Fachwortschatz Energietechnik: Erstelle ein Glossar mit zehn Begriffen aus dem aiMOOC und erkläre jeden Begriff in zwei fachlich korrekten Sätzen.


Standard

  1. Lastprofil: Entwirf für einen Ausbildungsbetrieb ein Tageslastprofil und markiere, wann ein Batteriespeicher laden und entladen sollte, um eine Lastspitze zu reduzieren.
  2. Netzengpass: Entwickle ein Szenario mit Windpark, Leitung, Industriegebiet und Speicher. Zeige, wann der Speicher einen Engpass mindert und wann er ihn verschärfen würde.
  3. Batteriespeicher: Dimensioniere einen Speicher für eine frei gewählte Spitzenlast. Berücksichtige Leistung, Energie, Reserve und einen angenommenen Wirkungsgrad.
  4. Smart Grid: Produziere ein kurzes Erklärvideo, in dem Messung, Kommunikation, Prognose und Regelung eines intelligenten Stromnetzes als zusammenhängender Regelkreis dargestellt werden.


Schwer

  1. Netzsimulation: Simuliere in einer geeigneten Lernsoftware ein kleines Netz mit PV-Anlage, Last und Speicher. Vergleiche mindestens drei Speicherfahrpläne anhand von Leistungsspitzen und Energieflüssen.
  2. Spannungshaltung: Untersuche qualitativ, wie Wirkleistungs- und Blindleistungsregelung eines Wechselrichters die Spannung an einem Netzanschlusspunkt beeinflussen können.
  3. Speichervergleich: Erstelle eine Nutzwertanalyse für Batteriespeicher, Pumpspeicher, Wasserstoffspeicher und Lastmanagement. Lege technische Kriterien fest und begründe Deine Gewichtung.
  4. Netzbildender Wechselrichter: Recherchiere die Unterschiede zwischen netzfolgender und netzbildender Regelung und präsentiere, welche Anforderungen sich daraus für Schutz, Stabilität und Inbetriebnahme ergeben.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Netzausbau oder Speicher: In einer Region treten mittags PV-Überschüsse und abends Lastspitzen auf. Entwickle zwei unterschiedliche Lösungskonzepte und begründe, welche Kombination aus Netzverstärkung, Speicher und Lastmanagement Du bevorzugst.
  2. Speicherdimensionierung: Ein Betrieb möchte eine Lastspitze von 8 MW für 90 Minuten vermeiden. Bestimme die idealisierte Mindestleistung und Mindestenergie des Speichers und erläutere, welche Praxisreserven zusätzlich notwendig sind.
  3. Engpassanalyse: Ein Großspeicher lädt gleichzeitig mit hoher Windstromeinspeisung hinter einem bereits ausgelasteten Netzabschnitt. Erkläre, warum ein wirtschaftlich sinnvoller Ladezeitpunkt aus Netzsicht problematisch sein kann und schlage eine bessere Betriebsstrategie vor.
  4. Systemstabilität: Nach dem Ausfall eines großen Erzeugers sinkt die Netzfrequenz. Beschreibe die zeitliche Kette möglicher Reaktionen von schnell regelbaren Speichern, Regelreserve und weiteren Erzeugungs- oder Lastmaßnahmen.
  5. Spannungsproblem: In einem ländlichen Mittelspannungsnetz steigt bei hoher PV-Einspeisung die Spannung. Entwickle drei technische Gegenmaßnahmen und ordne sie nach Eingriffstiefe und möglicher Wirkung.
  6. Sektorkopplung: Vergleiche einen Batteriespeicher und einen Elektrolyseur als Flexibilitätsoption bei lang anhaltendem Stromüberschuss. Beziehe Reaktionszeit, Energieaufnahme, Wirkungsgrad und mögliche Folgeprodukte ein.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen, dass Du:

  1. den Aufbau von Übertragungs- und Verteilnetzen fachlich korrekt erklären kannst.
  2. Wirkleistung, Blindleistung, Spannung und Frequenz voneinander unterscheiden kannst.
  3. Leistung in MW und Energie in MWh sicher auseinanderhältst und einfache Speichergrößen berechnen kannst.
  4. mindestens drei Speicher- oder Flexibilitätsoptionen technisch vergleichen kannst.
  5. erklären kannst, warum der Standort und Fahrplan eines Speichers für seine Netzwirkung entscheidend sind.
  6. Netzengpässe, Redispatch und Systemdienstleistungen in einen gemeinsamen Betriebszusammenhang einordnen kannst.
  7. für ein technisches Fallbeispiel eine begründete Kombination aus Netz, Speicher und Lastflexibilität entwickeln kannst.




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