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Street Art - Banksy und Co.

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Street Art - Banksy und Co.




Einleitung

Street Art ist Kunst im öffentlichen Raum, die Wände, Straßen, Züge, Türen, Stromkästen, Plakate, Unterführungen oder andere urbane Oberflächen als Träger nutzt. Sie steht zwischen Graffiti, Urban Art, Pop Art, Konzeptkunst, Aktivismus, Design und Kunstmarkt. Dieser aiMOOC führt Dich in die Kunstgeschichte der Street Art ein und verbindet den Schwerpunkt Banksy & Co. mit wichtigen Positionen wie Keith Haring, Jean-Michel Basquiat, Shepard Fairey und Lady Pink.

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Street Art ist mehr als Dekoration. Sie stellt Fragen: Wem gehört die Stadt? Wer darf Bilder im öffentlichen Raum zeigen? Wann wird ein Zeichen als Kunst gelesen und wann als Vandalismus? Wie verändern soziale Medien, Museen, Auktionen und Markenkommunikation eine Kunstform, die ursprünglich oft flüchtig, illegal, anonym und gegenkulturell war?

In diesem Kurs lernst Du zentrale Techniken, Motive, Künstlerinnen und Künstler, historische Entwicklungen, rechtliche Fragen und Analysewerkzeuge kennen. Du übst außerdem, Street-Art-Werke kunsthistorisch zu untersuchen, eigene legale Gestaltungsprojekte zu planen und die Spannung zwischen Freiheit, Öffentlichkeit, Eigentum und Verantwortung kritisch zu beurteilen.

Die Leake Street in London zeigt exemplarisch, wie ein urbaner Ort zum sichtbaren Aushandlungsraum für Graffiti, Street Art, Publikum, Stadtverwaltung und Kunstszene werden kann.


Begriff und Abgrenzung


Street Art

Als Street Art werden vielfältige Formen von meist bildorientierter Kunst im öffentlichen Raum bezeichnet. Dazu gehören Stencil, Paste-up, Stickerkunst, Mural, Installation, Adbusting, Mosaik, Yarn bombing, Reverse Graffiti und temporäre Intervention. Street Art nutzt die Stadt nicht nur als Hintergrund, sondern als Bedeutungsträger: Ein Motiv wirkt anders, wenn es an einer Bankfassade, einer Schultoilette, einer Grenzmauer, einer U-Bahnstation oder einer Werbetafel erscheint.

Street Art ist häufig auf Sichtbarkeit, Überraschung und direkte Kommunikation ausgelegt. Sie braucht nicht zwingend ein Museum, ein Eintrittsticket oder eine kuratorische Erklärung. Gerade deshalb ist sie für die Kunstgeschichte interessant: Sie verschiebt die Frage, wo Kunst stattfindet, wer sie sehen kann und wer über ihren Wert entscheidet.


Graffiti

Graffiti bezeichnet sichtbare Zeichen, Schriftzüge oder Bilder, die auf Oberflächen im privaten oder öffentlichen Raum angebracht werden. In der modernen Graffiti-Kultur spielt das Schreiben des eigenen Namens oder Pseudonyms eine zentrale Rolle. Typische Formen sind Tag, Throw-up, Piece, Character und Wholecar. Die Sprühdose wurde dabei zu einem wichtigen Werkzeug, weil sie schnelle, großflächige und farbintensive Arbeiten ermöglicht.

Graffiti ist nicht automatisch Street Art, und Street Art ist nicht automatisch Graffiti. In der Praxis überschneiden sich beide Bereiche aber stark. Viele Street Artists kommen aus der Graffiti-Szene; viele Graffiti-Künstlerinnen und -Künstler arbeiten zugleich mit bildhaften, politischen oder installativen Formen.


Urban Art

Urban Art ist ein weiter Sammelbegriff für Kunstformen, die aus städtischen Kulturen, öffentlichen Räumen, Subkulturen, Design, Musik, Mode, Werbung und digitalen Medien hervorgehen. Der Begriff wird häufig verwendet, wenn Street Art und Graffiti im Kontext von Galerie, Museum, Festival, Kunstmarkt oder Stadtentwicklung präsentiert werden.


Kunst oder Vandalismus?

Die Bewertung hängt stark von Kontext, Erlaubnis, Qualität, Ort, Absicht und Wirkung ab. Ein unerlaubtes Tag auf einer frisch renovierten Hauswand kann als Sachbeschädigung gelten. Ein genehmigtes Mural an einer Schule kann dagegen als kulturelle Bereicherung wahrgenommen werden. Street Art bewegt sich daher in einem Spannungsfeld aus Meinungsfreiheit, Eigentum, Urheberrecht, öffentlichem Raum, Partizipation und Stadtkultur.

Für diesen aiMOOC gilt: Eigene praktische Aufgaben werden ausschließlich legal, sicher und respektvoll umgesetzt. Du arbeitest auf Papier, digitalen Flächen, genehmigten Wänden oder temporären, rückstandsfrei entfernbaren Materialien.


Historische Entwicklung


Vorläufer im öffentlichen Raum

Menschen hinterlassen seit der Antike Zeichen im öffentlichen Raum. In Pompeji finden sich eingeritzte und gemalte Inschriften; auch politische Parolen, Wandzeitungen, Plakate, Reklamefassaden und Protestschriften gehören zu den Vorläufern moderner urbaner Bildkulturen. Neu an der Street Art des 20. und 21. Jahrhunderts ist die Verbindung aus subkultureller Praxis, schneller Vervielfältigung, globaler Bildzirkulation und bewusster Auseinandersetzung mit Kunstinstitutionen.


New York, Hip-Hop und Subway Writing

Ein wichtiger Ursprung moderner Graffiti-Kultur liegt im New York City der späten 1960er und 1970er Jahre. Jugendliche schrieben Namen und Pseudonyme auf Wände, Türen und U-Bahnen. Durch Wiederholung, Stil, Risiko und Sichtbarkeit entstand ein Wettbewerb um Präsenz. Die Stadt wurde zum beweglichen Ausstellungsraum, wenn bemalte Züge durch verschiedene Stadtteile fuhren.

Diese Entwicklung war eng verbunden mit Hip-Hop, Breakdance, DJing, Rap, Jugendkultur, sozialer Ungleichheit und dem Wunsch nach Anerkennung. Namen wie TAKI 183, Lady Pink, Dondi White, Lee Quiñones oder Futura 2000 stehen für die frühe Szene des Style-Writings.

Lady Pink gilt als eine wichtige Künstlerin der New Yorker Graffiti- und Mural-Szene. Ihre Karriere zeigt, dass Street Art und Graffiti nicht nur männlich geprägt gelesen werden dürfen, sondern auch Fragen von Gender, Sichtbarkeit und Teilhabe betreffen.


Von der Straße in die Galerie

In den 1980er Jahren wurden urbane Bildsprachen zunehmend von Galerien, Sammlerinnen, Museen und Medien wahrgenommen. Keith Haring entwickelte seine klaren Figuren aus der New Yorker Underground- und Graffiti-Kultur heraus weiter. Jean-Michel Basquiat wurde mit dem Pseudonym SAMO bekannt und verband Schrift, Symbol, Körper, Kolonialgeschichte, Rassismus, Musik und Malerei zu einer eigenständigen Bildsprache. Beide zeigen, dass die Grenze zwischen Straße, Popkultur und sogenannter Hochkunst durchlässig wurde.

Keith Haring steht für eine zugängliche, klare Bildsprache mit Linien, Figuren, Bewegung und gesellschaftlichen Botschaften. Seine Kunst macht deutlich, wie Street Art, Pop Art, Comic, Aktivismus und öffentliche Kommunikation zusammenwirken können.

Jean-Michel Basquiat verbindet in seinem Werk Sprache, Zeichen, Malerei und politische Kritik. Sein Weg von der urbanen Schriftkultur in internationale Ausstellungen macht ihn zu einer zentralen Figur der Kunstgeschichte der 1980er Jahre.


Post-Graffiti und globale Street Art

Seit den 1990er und 2000er Jahren verbreitete sich Street Art weltweit. Künstlerinnen und Künstler kombinierten Schablonengraffiti, Paste-up, Sticker, Siebdruck, Fotografie, Muralismus, Adbusting und digitale Strategien. Das Internet beschleunigte die Verbreitung: Ein flüchtiges Wandbild konnte fotografiert, geteilt, archiviert und weltweit diskutiert werden.

Mit dieser Sichtbarkeit entstanden neue Fragen: Verliert Street Art ihren rebellischen Charakter, wenn sie in Museen gezeigt wird? Wird eine gegenkulturelle Form vereinnahmt, wenn Marken sie als Werbestil nutzen? Oder ermöglicht Institutionalisierung Schutz, Anerkennung, Bildung und faire Bezahlung?


Banksy & Co.


Banksy

Banksy ist das Pseudonym eines britischen Street-Art-Künstlers, der besonders durch Schablonengraffiti, schwarzen Humor, politische Satire und überraschende Interventionen bekannt wurde. Seine Werke thematisieren unter anderem Krieg, Überwachung, Konsum, Migration, Polizei, Kunstmarkt, Kapitalismus und Medien. Banksys Anonymität ist Teil der Wirkung: Sie lenkt Aufmerksamkeit auf die Frage nach Autorenschaft, Ruhm und Kontrolle.

Das Bildmotiv One Nation under CCTV wird häufig im Zusammenhang mit Banksy diskutiert. Es eignet sich für eine Analyse von Überwachung, öffentlichem Raum und politischer Bildsprache.

Banksys Arbeiten zeigen ein typisches Merkmal wirkungsvoller Street Art: Ein einfaches Bild, ein prägnanter Ort und ein gesellschaftlicher Konflikt verbinden sich zu einer starken Aussage. Viele Werke funktionieren ohne lange Erklärung, bleiben aber mehrdeutig genug, um Diskussionen auszulösen.


Keith Haring

Keith Haring entwickelte eine sofort erkennbare Bildsprache: klare Linien, bewegte Figuren, bellende Hunde, Strahlenbabys, Herzen, Ufos und rhythmische Wiederholungen. Seine Kunst war öffentlich, schnell lesbar und zugleich politisch. Themen wie AIDS, Rassismus, Apartheid, Drogen, Atomkrieg und Gemeinschaft spielten in seinem Werk eine wichtige Rolle.

Haring zeigt, dass Street Art nicht nur Provokation ist, sondern auch Vermittlung. Seine Werke sprechen ein breites Publikum an, ohne komplexe gesellschaftliche Fragen zu verharmlosen.


Jean-Michel Basquiat

Jean-Michel Basquiat begann mit dem Schriftprojekt SAMO im Umfeld von New Yorker Subkulturen. Seine späteren Gemälde verbinden Worte, anatomische Zeichen, Kronen, Heldenfiguren, Musik, afroamerikanische Geschichte, Kolonialkritik und expressive Malerei. Basquiat lässt sich nicht einfach auf Graffiti reduzieren; gerade die Spannung zwischen Straße, Atelier, Galerie und Kunstmarkt prägt seine Bedeutung.

Für die Street-Art-Geschichte ist Basquiat wichtig, weil er zeigt, wie urbane Zeichen in die Kunstgeschichte eingehen können, ohne ihre Widersprüche zu verlieren.


Shepard Fairey

Shepard Fairey wurde durch die Kampagne Andre the Giant Has a Posse und später durch Obey Giant bekannt. Er arbeitet mit Plakatästhetik, Wiederholung, starken Kontrasten, grafischer Vereinfachung und politischer Ikonografie. Sein bekanntes HOPE-Poster im US-Wahlkampf 2008 zeigt, wie Street-Art-Strategien in politische Kommunikation, Designgeschichte und Medienkultur übergehen können.

Shepard Fairey verbindet Street Art, Grafikdesign, Siebdruck, Propagandaästhetik und politische Bildkommunikation. Seine Arbeiten eignen sich besonders für die Analyse von Wiederholung, Logo, Ikone und Botschaft.


Lady Pink

Lady Pink, geboren als Sandra Fabara, ist eine wichtige Vertreterin der New Yorker Graffiti-Szene. Sie wurde in einer männlich dominierten Szene sichtbar und arbeitete an Zügen, Wänden, Murals und später auch in institutionellen Kontexten. Ihre Position ist wichtig, um Street Art nicht nur als Geschichte berühmter Männer zu erzählen, sondern als Feld, in dem Geschlecht, Herkunft, Mut, Netzwerke und Anerkennung eine Rolle spielen.


Techniken und Formen


Tag, Throw-up und Piece

Ein Tag ist eine schnelle Signatur. Ein Throw-up ist größer, oft zweifarbig und schneller als ein aufwendiges Bild. Ein Piece ist eine komplexere, meist farbige Arbeit mit ausgearbeiteter Schriftgestaltung. Diese Formen gehören besonders zur Graffiti-Kultur und zeigen, wie stark Schrift, Rhythmus, Geschwindigkeit und Wiedererkennbarkeit zusammenhängen.


Stencil

Stencil oder Schablonengraffiti nutzt ausgeschnittene Vorlagen. Dadurch können Motive schnell wiederholt und präzise aufgetragen werden. Politische Street Art nutzt Stencils häufig, weil sie klare Symbole erzeugen und sich gut vervielfältigen lassen.


Paste-up und Poster

Ein Paste-up ist ein auf Papier vorbereitetes Bild, das mit Kleister im öffentlichen Raum angebracht wird. Diese Technik verbindet Street Art mit Plakatkunst, Siebdruck, Illustration und politischer Agitation. Sie ermöglicht detailreiche Bilder, die vorab im Atelier entstehen.


Sticker und Slap Tags

Stickerkunst arbeitet mit Aufklebern, die schnell verteilt werden können. Sticker sind klein, seriell und mobil. Sie machen sichtbar, wie sehr Street Art mit Wiederholung, Netzwerken und urbaner Alltagswahrnehmung verbunden ist.


Mural

Ein Mural ist ein großes Wandbild. Murals können illegal, geduldet, beauftragt oder öffentlich gefördert sein. Sie verändern das Stadtbild stark und sind oft Teil von Festivals, Stadtentwicklungsprojekten, Schulprojekten oder Erinnerungsarbeit.


Adbusting und Kommunikationsguerilla

Adbusting verändert Werbung, Logos oder Slogans, um Konsumkritik sichtbar zu machen. Die Kommunikationsguerilla nutzt vertraute Zeichen, um ihre Bedeutung umzudrehen. Street Art greift damit direkt in die visuelle Ordnung der Stadt ein.


Digitale Erweiterungen

Heute werden Street-Art-Werke oft fotografiert, auf Instagram, TikTok oder in digitalen Archiven geteilt und mit Geotagging verortet. Auch Augmented Reality, Projektionen und digitale Karten erweitern das Feld. Dadurch wird flüchtige Kunst dokumentiert, aber auch von Plattformlogiken, Likes und Algorithmen geprägt.


Bildanalyse: So untersuchst Du Street Art

Eine gute Analyse fragt nicht nur: Was ist zu sehen? Sie fragt auch: Wo ist es zu sehen, für wen, mit welcher Technik, mit welcher Wirkung und in welchem Konflikt?

  1. Ort: Beschreibe genau, wo das Werk erscheint. Wand, Brücke, Schule, Grenze, Museum, Zug oder Werbefläche verändern die Bedeutung.
  2. Motiv: Untersuche Figuren, Gegenstände, Schrift, Symbole, Farben, Größenverhältnisse und Blickführung.
  3. Technik: Erkenne Stencil, Spray, Paste-up, Sticker, Mural, Installation oder Mischformen.
  4. Botschaft: Formuliere mögliche Aussagen. Beachte Ironie, Mehrdeutigkeit, Kritik und offene Fragen.
  5. Kontext: Beziehe Stadtgeschichte, Politik, soziale Konflikte, Kunstgeschichte und Medien ein.
  6. Rezeption: Frage, wie Passantinnen, Eigentümer, Behörden, Medien, Fans und Kunstmarkt reagieren könnten.
  7. Recht und Ethik: Unterscheide zwischen künstlerischer Freiheit, Eigentumsrechten, Sicherheit, Genehmigung und Verantwortung.


Beispielanalyse: Überwachung

Ein Motiv wie One Nation under CCTV arbeitet mit wenigen Elementen: Text, Wand, Figur, Kamera, öffentlicher Ort. Die Wirkung entsteht aus dem Gegensatz zwischen Beobachtung und Beobachtetwerden. Die Wand spricht scheinbar selbst und macht sichtbar, was im Alltag oft unsichtbar bleibt: Überwachung ist nicht nur Technik, sondern auch Machtverhältnis.


Beispielanalyse: U-Bahn als Galerie

Bei Keith Haring wird die U-Bahn zum schnellen Kommunikationsraum. Seine weißen Kreidezeichnungen auf dunklen Flächen waren einfach, kontrastreich und für vorbeigehende Menschen sofort lesbar. Die U-Bahn ist dabei nicht nur Ort, sondern Teil des Kunstwerks: Bewegung, Menge, Tempo und Alltag prägen die Wahrnehmung.


Street Art in der Kunstgeschichte


Epochenbezug

Street Art gehört zur Gegenwartskunst, hat aber Verbindungen zu vielen älteren und neueren Strömungen:

  1. Muralismus: Große Wandbilder mit öffentlicher, politischer oder sozialer Botschaft.
  2. Dadaismus: Störung, Ironie, Zufall und Angriff auf etablierte Kunstformen.
  3. Pop Art: Arbeit mit Massenmedien, Konsumzeichen, Comics, Werbung und Wiederholung.
  4. Konzeptkunst: Idee, Kontext und Handlung können wichtiger sein als ein dauerhaftes Objekt.
  5. Performancekunst: Das heimliche oder öffentliche Anbringen kann selbst Teil der künstlerischen Handlung sein.
  6. Aktionskunst: Der Eingriff in Alltag, Stadt und Öffentlichkeit wird zum künstlerischen Ereignis.
  7. Postmoderne: Zitat, Remix, Ironie, Aneignung und Spiel mit Zeichen prägen viele Werke.
  8. Soziale Plastik: Kunst wird als gesellschaftliche Gestaltung verstanden.


Stilmerkmale

Street Art ist kein einheitlicher Stil, sondern ein Feld verschiedener Strategien. Häufig sind jedoch folgende Merkmale:

  1. Öffentlichkeit: Werke richten sich an Menschen außerhalb klassischer Kunstinstitutionen.
  2. Direktheit: Motive sind oft schnell erfassbar und visuell prägnant.
  3. Ortsbezug: Bedeutung entsteht aus dem konkreten Ort.
  4. Anonymität: Viele Akteurinnen und Akteure arbeiten mit Pseudonymen.
  5. Flüchtigkeit: Werke können übermalt, entfernt, beschädigt oder verkauft werden.
  6. Wiederholung: Zeichen, Figuren und Logos werden seriell verbreitet.
  7. Kritik: Viele Arbeiten kommentieren Politik, Konsum, Macht oder soziale Konflikte.
  8. Hybridität: Street Art mischt Malerei, Schrift, Design, Werbung, Aktivismus und digitale Medien.


Recht, Ethik und Verantwortung

Street Art berührt wichtige Fragen des Zusammenlebens. Eine freie Stadt braucht Ausdrucksmöglichkeiten, aber auch Respekt vor Eigentum, Sicherheit und gemeinsamer Nutzung. Deshalb ist es wichtig, zwischen Analyse, historischer Betrachtung und eigener Praxis zu unterscheiden.

Für eigene Projekte gilt:

  1. Genehmigung: Gestalte nur dort, wo Du ausdrücklich darfst.
  2. Sicherheit: Arbeite nicht an gefährlichen Orten wie Bahnanlagen, Straßenbrücken oder Baustellen.
  3. Material: Nutze ungiftige, altersgerechte und erlaubte Materialien.
  4. Respekt: Keine diskriminierenden, beleidigenden oder gefährdenden Inhalte.
  5. Kontext: Beachte, wer den Ort nutzt und wie Dein Werk auf andere wirken kann.
  6. Dokumentation: Fotografiere den Prozess und reflektiere Deine Entscheidungen.


Kommerzialisierung und Musealisierung

Street Art stellt den Kunstmarkt vor ein Paradox. Viele Werke entstehen ungefragt, anonym und kostenlos zugänglich. Gleichzeitig werden Arbeiten berühmter Künstlerinnen und Künstler gesammelt, aus Wänden herausgelöst, versteigert, in Museen gezeigt oder als Produkte vermarktet. Dadurch entstehen neue Fragen:

  1. Authentizität: Bleibt ein Werk Street Art, wenn es aus der Wand geschnitten und verkauft wird?
  2. Zugang: Wird eine öffentliche Kunstform exklusiv, wenn sie ins Museum wandert?
  3. Schutz: Kann Musealisierung flüchtige Werke bewahren?
  4. Vereinnahmung: Wann wird Protestästhetik zur Werbung?
  5. Wert: Wer verdient an einem Werk, wenn es ungefragt auf fremdem Eigentum entstand?

Diese Fragen machen Street Art zu einem besonders geeigneten Thema für Kunstunterricht, politische Bildung, Medienbildung und Ethik.


Zusammenfassung

Street Art ist eine vielgestaltige Kunstform der Stadt. Sie nutzt öffentliche Räume, um sichtbar, schnell, kritisch, poetisch oder provokativ zu kommunizieren. Aus Graffiti, Hip-Hop, Punk, Pop Art, Plakatkunst, politischer Aktion und Gegenwartskunst entwickelte sich ein globales Feld, das heute zwischen Illegalität, Auftrag, Museum, Internet und Kunstmarkt steht.

Banksy & Co. steht dabei für mehr als berühmte Namen. Der Schwerpunkt zeigt, wie Street Art gesellschaftliche Konflikte sichtbar macht, wie Bildsprache im öffentlichen Raum funktioniert und wie Kunstgeschichte auch an Hauswänden, Unterführungen, U-Bahnstationen und digitalen Plattformen geschrieben wird.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was bezeichnet Street Art vor allem? (Kunst im öffentlichen Raum) (!Kunst ausschließlich in Museen) (!Kunst nur auf Leinwand) (!Kunst ohne gesellschaftlichen Bezug)




Welche Technik nutzt eine vorbereitete Schablone? (Stencil) (!Mural) (!Tag) (!Yarn bombing)




Wofür steht ein Tag in der Graffiti-Kultur meistens? (Schnelle Signatur oder Namenszeichen) (!Großes Auftragswandbild) (!Digitale Museumsführung) (!Restaurierte Freskomalerei)




Welche Aussage beschreibt das Verhältnis von Street Art und Graffiti am besten? (Beide überschneiden sich, sind aber nicht identisch) (!Beide sind immer legal) (!Graffiti gibt es nur in Museen) (!Street Art besteht nur aus Schriftzügen)




Welche Person ist besonders für politische Schablonengraffiti und Anonymität bekannt? (Banksy) (!Michelangelo) (!Claude Monet) (!Pablo Picasso)




Welcher Künstler wurde durch klare Linien, Figuren und Subway Drawings bekannt? (Keith Haring) (!Rembrandt) (!Caspar David Friedrich) (!Albrecht Dürer)




Mit welchem Schriftprojekt wurde Jean-Michel Basquiat im urbanen Raum bekannt? (SAMO) (!OBEY) (!Bauhaus) (!Fluxus)




Welche Künstlerin ist eine wichtige Vertreterin der New Yorker Graffiti-Szene? (Lady Pink) (!Frida Film) (!Mona Lisa) (!Mary Shelley)




Was bedeutet Adbusting in der Street Art? (Kritische Veränderung von Werbung) (!Reinigung alter Wandbilder) (!Verkauf von Kunstdrucken) (!Planung eines Museumsgrundrisses)




Warum ist der Ort bei Street Art besonders wichtig? (Weil er die Bedeutung des Werks mitprägt) (!Weil Street Art immer ortsunabhängig ist) (!Weil der Ort im Werk keine Rolle spielt) (!Weil Street Art nur im Atelier verstanden werden kann)





Memory

Tag Namenszeichen
Stencil Schablone
Paste-up Papierarbeit
Mural Wandbild
Adbusting Werbekritik
Banksy Anonymität
Keith Haring Linienfiguren
Lady Pink Graffiti-Pionierin





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Schwerpunkt
Banksy Politische Satire und Stencil
Keith Haring Subway Drawings und klare Linien
Jean-Michel Basquiat SAMO und expressive Zeichen
Shepard Fairey OBEY und grafische Plakatästhetik
Lady Pink New Yorker Graffiti und Murals






Kreuzworträtsel

Stencil Welche Technik arbeitet mit ausgeschnittenen Vorlagen?
Banksy Welcher anonyme Künstler ist für politische Schablonenbilder bekannt?
Haring Welcher Künstler zeichnete berühmte Figuren in der New Yorker U-Bahn?
Basquiat Welcher Künstler nutzte das Pseudonym SAMO?
Mural Wie nennt man ein großes Wandbild?
Sticker Welche kleine Klebeform verbreitet urbane Zeichen schnell?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Street Art bezeichnet Kunst im

. Sie ist eng mit

verbunden. Beim

steht häufig ein Name oder Pseudonym im Mittelpunkt. Ein

entsteht mithilfe einer Schablone. Ein großes Wandbild nennt man

. Ein Paste-up wird meist auf

vorbereitet. Banksy arbeitet oft mit politischer

. Keith Haring ist für klare

und bewegte Figuren bekannt. Basquiat wurde mit dem Zeichenprojekt

bekannt. Adbusting verändert Werbung, um

sichtbar zu machen.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Street-Art-Beobachtung: Gehe aufmerksam durch Deine Umgebung und dokumentiere legale oder vorhandene urbane Zeichen fotografisch oder zeichnerisch. Beschreibe Ort, Motiv, Technik und Wirkung.
  2. Bildbeschreibung: Wähle ein Street-Art-Bild aus diesem aiMOOC und schreibe eine genaue Beschreibung ohne Bewertung. Achte auf Farben, Formen, Figuren, Schrift und Komposition.
  3. Begriffskarte: Erstelle eine visuelle Karte mit den Begriffen Street Art, Graffiti, Tag, Stencil, Paste-up, Mural und Adbusting. Ergänze zu jedem Begriff ein kleines Beispiel.
  4. Respektvolle Gestaltung: Entwirf auf Papier einen Sticker oder ein Mini-Plakat mit einer positiven Botschaft für Deine Schule. Überlege, wo es mit Erlaubnis gezeigt werden könnte.


Standard

  1. Werkvergleich: Vergleiche Banksy und Keith Haring. Untersuche Technik, Bildsprache, Themen, Öffentlichkeit und Wirkung.
  2. Stencil-Entwurf: Entwickle eine legale Schablonenvorlage zu einem gesellschaftlichen Thema. Teste sie auf Papier und reflektiere, ob die Botschaft schnell verständlich ist.
  3. Interviewprojekt: Befrage eine Person aus Schule, Stadtverwaltung, Jugendhaus, Museum oder Kunstszene zu Street Art im öffentlichen Raum. Werte die Antworten kritisch aus.
  4. Kunstmarkt-Debatte: Recherchiere ein Beispiel, bei dem Street Art verkauft, entfernt oder museal präsentiert wurde. Diskutiere, wer dabei gewinnt und wer verliert.


Schwer

  1. Kuratorisches Konzept: Entwickle ein Ausstellungskonzept mit dem Titel Banksy & Co. Plane Räume, Themen, Vermittlungstexte, rechtliche Hinweise und interaktive Stationen.
  2. Stadtanalyse: Untersuche einen konkreten Ort in Deiner Stadt. Entwickle ein genehmigungsfähiges Mural-Konzept, das Geschichte, Nutzung und Menschen des Ortes berücksichtigt.
  3. Kritische Bildanalyse: Analysiere ein politisches Street-Art-Werk mit einem kunsthistorischen Modell. Beziehe Ort, Symbolik, Technik, Rezeption, Ethik und Medienverbreitung ein.
  4. Medienprojekt: Produziere ein kurzes Erklärvideo oder einen Podcast über Street Art, Graffiti und Urban Art. Achte auf Urheberrecht, Quellen, Bildrechte und verständliche Sprache.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Kontextanalyse: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel, warum dasselbe Motiv an zwei verschiedenen Orten unterschiedliche Bedeutungen haben kann.
  2. Abgrenzung: Entwickle Kriterien, mit denen Du Street Art, Graffiti, Werbung und öffentlich geförderte Kunst unterscheiden kannst. Wende sie auf drei Beispiele an.
  3. Transfer: Plane eine legale Street-Art-Aktion für ein Schulgebäude oder Jugendzentrum. Begründe Thema, Ort, Material, Zielgruppe, Genehmigung und erwartete Wirkung.
  4. Ethikdiskussion: Beurteile, ob ein unerlaubtes politisches Wandbild geschützt, entfernt oder dokumentiert werden sollte. Stelle mindestens zwei Perspektiven fair dar.
  5. Kunstgeschichtlicher Vergleich: Vergleiche Street Art mit Pop Art oder Muralismus. Zeige Gemeinsamkeiten, Unterschiede und gesellschaftliche Funktionen.
  6. Medienreflexion: Analysiere, wie soziale Medien die Wahrnehmung eines flüchtigen Street-Art-Werks verändern. Berücksichtige Reichweite, Kontextverlust, Archivierung und Kommerzialisierung.




Lernnachweis

Für einen überzeugenden Lernnachweis zu Street Art - Banksy & Co. solltest Du zeigen, dass Du Fachwissen, Analysefähigkeit, Gestaltungskompetenz und kritische Reflexion verbinden kannst.

  1. Fachbegriffe: Du verwendest Begriffe wie Street Art, Graffiti, Tag, Stencil, Paste-up, Mural, Adbusting und Urban Art korrekt.
  2. Kunstgeschichte: Du ordnest Street Art in Gegenwartskunst, Pop Art, Graffiti-Kultur, Muralismus und politische Bildkultur ein.
  3. Werkanalyse: Du untersuchst Motiv, Technik, Ort, Kontext, Botschaft, Wirkung und Rezeption eines Werks.
  4. Künstlerinnen und Künstler: Du kannst Banksy, Keith Haring, Jean-Michel Basquiat, Shepard Fairey und Lady Pink mit zentralen Merkmalen beschreiben.
  5. Recht und Ethik: Du unterscheidest zwischen legaler Gestaltung, unerlaubter Markierung, künstlerischer Freiheit, Eigentum und Verantwortung.
  6. Eigenes Projekt: Du entwickelst ein legales, begründetes und dokumentiertes Gestaltungskonzept.
  7. Reflexion: Du erklärst, wie öffentliche Räume, Medien, Markt und Museen die Bedeutung von Street Art verändern.




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