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Storyboard gestalten - Kunst

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Storyboard gestalten - Kunst



Storyboard gestalten - Kunst


Einleitung

Ein Storyboard ist eine gezeichnete Bildfolge. Es zeigt, wie eine Geschichte später als Film, Animation, Fotostory oder digitales Erklärstück wirken soll. Du planst dabei nicht jedes Detail, sondern machst Handlung, Bildausschnitt, Blickrichtung, Bewegung und Übergänge sichtbar.

In diesem aiMOOC lernst Du, eine kurze Idee in klare Panels zu übersetzen. Der Schwerpunkt liegt auf dem praktischen Gestalten im Kunstunterricht: einfache Figuren, verständliche Bilder, abwechslungsreiche Einstellungsgrößen und eine gut lesbare Reihenfolge.


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du ein Storyboard lesen, planen, zeichnen, prüfen und verbessern. Du kannst:

  1. Bildidee: Eine kurze Handlung in wichtige Momente zerlegen.
  2. Bildkomposition: Figuren, Räume und Gegenstände gezielt anordnen.
  3. Einstellungsgröße: Totale, Halbnah und Nahaufnahme passend einsetzen.
  4. Perspektive: Augenhöhe, Aufsicht und Untersicht bewusst wählen.
  5. Bewegungsdarstellung: Pfeile, Aktionslinien und Blickrichtungen nutzen.
  6. Schnitt: Verständliche Übergänge zwischen Panels planen.
  7. Feedback: Entwürfe erklären, prüfen und überarbeiten.


Grundlagen


Was ist ein Storyboard?

Ein Storyboard besteht aus mehreren geordneten Bildfeldern. Jedes Feld zeigt einen wichtigen Moment. Unter oder neben dem Bild können kurze Hinweise zu Dialog, Geräusch, Dauer, Kamera oder Bewegung stehen.

Ein gutes Storyboard muss nicht schön wie ein fertiger Comic aussehen. Es muss vor allem verständlich sein. Strichfiguren, einfache Formen und wenige Schraffuren reichen aus, wenn Handlung und Bildaufbau klar werden.


Storyboard und Comic

Storyboard und Comic erzählen mit Bildern, haben aber unterschiedliche Aufgaben. Der Comic ist meist das fertige Werk. Das Storyboard ist ein Plan für ein späteres Medium und darf deshalb roh, knapp und technisch sein.

Merkmal Storyboard Comic
Ziel Planung einer späteren Umsetzung Fertige Bilderzählung
Zeichnung Schnell und funktional Häufig ausgearbeitet
Hinweise Kamera, Ton, Dauer, Bewegung Sprechblasen und Erzähltext
Veränderung Wird oft überarbeitet Wird als Endprodukt gelesen


Vom Einfall zur Bildfolge

Beginne mit einer Handlung, die sich in einem Satz ausdrücken lässt: „Eine Schülerin entdeckt im Kunstraum eine geheimnisvolle Schachtel.“ Markiere danach Anfang, Wendepunkt und Ende. Wähle nur Momente aus, die für das Verstehen nötig sind.

Eine kurze Schulszene kann bereits mit sechs Panels funktionieren:

  1. Ausgangssituation: Wo spielt die Szene?
  2. Figur: Wer handelt?
  3. Ziel: Was möchte die Figur?
  4. Hindernis: Was stört oder überrascht?
  5. Entscheidung: Wie reagiert die Figur?
  6. Schlussbild: Was hat sich verändert?


Panels planen

Ein Panel ist ein einzelnes Bildfeld. Nummeriere die Panels, damit die Reihenfolge eindeutig bleibt. Zeichne zuerst kleine Miniaturskizzen. So kannst Du schnell verschiedene Lösungen ausprobieren, ohne viel radieren zu müssen.

Prüfe bei jedem Panel drei Fragen: Was ist wichtig? Wo soll der Blick zuerst hin? Was muss im nächsten Bild anders sein?


Bildgestaltung


Einstellungsgrößen

Die Einstellungsgröße bestimmt, wie viel von Figur und Umgebung zu sehen ist. Ein Wechsel der Größe macht eine Bildfolge lebendig und lenkt die Aufmerksamkeit.

Einstellungsgröße Wirkung Typischer Einsatz
Totale Zeigt Ort und Situation Einstieg oder Orientierung
Halbtotale Zeigt eine Figur mit viel Umgebung Bewegung im Raum
Halbnah Zeigt Figur etwa bis zur Hüfte Gespräch oder Handlung
Nahaufnahme Zeigt Gesicht oder wichtigen Gegenstand Gefühl oder Hinweis
Detailaufnahme Zeigt einen kleinen Ausschnitt Spannung oder besondere Bedeutung


Perspektive

Die Perspektive verändert die Wirkung einer Szene. Auf Augenhöhe wirkt eine Figur meist ausgeglichen. In der Aufsicht blickst Du von oben herab; eine Figur kann klein oder verletzlich erscheinen. In der Untersicht blickst Du von unten nach oben; eine Figur kann stark oder bedrohlich wirken.

Nutze extreme Perspektiven sparsam. Entscheidend ist, ob sie die Geschichte unterstützen.


Bildkomposition und Blickführung

Ordne die wichtigsten Elemente so an, dass sie schnell erfasst werden. Größe, Kontrast, Richtung und Abstand lenken den Blick. Freier Raum vor einer laufenden oder blickenden Figur zeigt, wohin sie sich bewegt.

Achte auf den Bildrand. Schneide wichtige Hände, Gesichter oder Gegenstände nicht zufällig ab. Ein bewusst gewählter Ausschnitt ist stärker als ein überfülltes Bild.


Figuren einfach zeichnen

Baue Figuren aus Kreis, Linie, Rechteck und Dreieck. Zeige Gefühle durch Haltung, Gesicht und Abstand: Ein gekrümmter Rücken kann Unsicherheit ausdrücken, weit geöffnete Arme können Freude oder Überraschung zeigen.

Wiedererkennbare Merkmale helfen: Frisur, Mütze, Tasche oder Farbfläche. Halte diese Merkmale in allen Panels möglichst gleich.


Bewegung, Zeit und Ton


Bewegung sichtbar machen

Pfeile zeigen die Richtung einer Figur, eines Gegenstands oder der Kamera. Aktionslinien können Schnelligkeit andeuten. Eine gestrichelte Linie kann einen Weg markieren. Schreibe kurze Hinweise wie „dreht sich“, „rennt“ oder „Tür öffnet sich“, wenn die Zeichnung allein nicht eindeutig ist.

Verwechsle Figurenbewegung und Kamerabewegung nicht. Ein Pfeil an der Figur zeigt ihre Aktion; ein Pfeil am Bildrand kann einen Schwenk oder eine Fahrt markieren.


Zeit und Übergänge

Zwischen zwei Panels kann eine Sekunde oder ein langer Zeitraum liegen. Zeige große Zeitsprünge durch einen Ortswechsel, verändertes Licht, eine Uhr oder einen kurzen Hinweis wie „später“.

Ein Schnitt wirkt verständlich, wenn sich trotz Veränderung etwas wiedererkennen lässt. Das kann dieselbe Figur, Blickrichtung, Farbe oder Handlung sein.


Dialog, Geräusch und Musik

Schreibe nur Text auf, der für die Umsetzung wichtig ist. Ein kurzer Dialog kann unter dem Panel stehen. Geräusche lassen sich in Großbuchstaben notieren, zum Beispiel „KLACK“ oder „RUMMS“. Musik wird mit ihrer Wirkung beschrieben, etwa „leise und gespannt“.

Ton soll das Bild ergänzen, nicht unnötig wiederholen. Wenn ein erschrockenes Gesicht deutlich gezeichnet ist, muss darunter nicht zusätzlich „Sie erschrickt“ stehen.


Arbeitsprozess


Schrittfolge

  1. Ideenfindung: Formuliere die Geschichte in einem Satz.
  2. Dramaturgie: Lege Anfang, Veränderung und Ende fest.
  3. Szenenauswahl: Bestimme die wichtigsten Momente.
  4. Thumbnail: Skizziere mehrere kleine Bildfolgen.
  5. Bildgestaltung: Wähle Einstellungsgröße und Perspektive.
  6. Annotation: Ergänze Bewegung, Ton und kurze Hinweise.
  7. Überarbeitung: Prüfe Reihenfolge, Klarheit und Wirkung.
  8. Präsentation: Erkläre Deine Entscheidungen.


Analoge und digitale Gestaltung

Analog arbeitest Du mit Papier, Bleistift, Fineliner, Lineal und optional Farbe. Digitale Storyboards können mit Zeichenprogramm, Präsentationssoftware oder Kamera erstellt werden. Auch Fotos von selbst gestellten Szenen sind möglich.

Unabhängig vom Werkzeug gelten dieselben Fragen: Ist die Handlung klar? Sind die Bilder gut geordnet? Unterstützen Ausschnitt und Perspektive die Aussage?


Teamarbeit

Im Team können Rollen verteilt werden: Regie, Zeichnung, Text, Kamera, Darstellung und Material. Alle Beteiligten sollten das Storyboard verstehen. Deshalb werden Änderungen gemeinsam besprochen und direkt in der Bildfolge markiert.

Ein Storyboard ist kein Wettbewerb um die schönste Zeichnung. Es ist ein Kommunikationsmittel für eine gemeinsame Gestaltung.


Qualitätscheck

Prüfe Deinen Entwurf vor der Abgabe:

  1. Lesbarkeit: Kann eine andere Person die Handlung ohne Erklärung verstehen?
  2. Reihenfolge: Sind alle Panels nummeriert und logisch geordnet?
  3. Abwechslung: Wechseln Einstellungsgrößen sinnvoll?
  4. Orientierung: Bleiben Figuren, Orte und Blickrichtungen nachvollziehbar?
  5. Bewegung: Sind wichtige Aktionen durch Zeichnung oder Pfeile klar?
  6. Reduktion: Enthält jedes Panel nur das Nötige?
  7. Wirkung: Passen Perspektive, Licht und Ausschnitt zur Stimmung?
  8. Überarbeitung: Wurde Feedback sichtbar genutzt?


Mini-Projekt: Eine Überraschung in sechs Panels

Gestalte eine Geschichte mit dem Titel „Die unerwartete Nachricht“. Verwende sechs bis acht Panels. Baue mindestens eine Totale, eine Nahaufnahme, einen Perspektivwechsel, eine sichtbare Bewegung und einen Tonhinweis ein.

Präsentiere das Storyboard anschließend ohne mündliche Erklärung. Deine Mitschülerinnen und Mitschüler notieren, was sie verstanden haben. Überarbeite danach mindestens zwei Panels.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wozu dient ein Storyboard hauptsächlich? (Zur Planung einer Bildfolge) (!Zum Mischen von Farben) (!Zum Berechnen einer Filmlänge) (!Zum Ausstellen fertiger Gemälde)




Was zeigt ein Panel? (Einen wichtigen Moment der Handlung) (!Alle Szenen gleichzeitig) (!Nur den Titel des Films) (!Eine Materialliste)




Welche Einstellung eignet sich besonders zur Orientierung am Schauplatz? (Totale) (!Detailaufnahme) (!Nahaufnahme) (!Makroaufnahme)




Welche Einstellung betont besonders ein Gefühl im Gesicht? (Nahaufnahme) (!Totale) (!Panorama) (!Vogelkarte)




Was kann ein Pfeil im Storyboard zeigen? (Eine Bewegung oder Richtung) (!Die Papierstärke) (!Die Zahl der Zuschauer) (!Die Farbe des Rahmens)




Was ist bei einer Storyboard-Zeichnung besonders wichtig? (Verständlichkeit) (!Fotorealismus) (!Teures Material) (!Ein goldener Rahmen)




Welche Perspektive blickt von oben auf eine Figur? (Aufsicht) (!Untersicht) (!Augenhöhe) (!Seitenlicht)




Was gehört zu einer sinnvollen Bildfolge? (Eine klare Reihenfolge) (!Möglichst viele Nebenfiguren) (!In jedem Panel derselbe Ausschnitt) (!Unleserliche Notizen)




Wozu dienen kleine Thumbnails? (Zum schnellen Erproben von Bildideen) (!Zum endgültigen Ausmalen) (!Zum Messen der Lautstärke) (!Zum Speichern von Musik)




Wann ist ein Storyboard bereit für die Umsetzung? (Wenn Handlung und Gestaltung verständlich geplant sind) (!Wenn jedes Panel wie ein Gemälde aussieht) (!Wenn keine Änderung mehr erlaubt ist) (!Wenn nur Text und keine Bilder vorhanden sind)





Memory

Totale Ort und Situation
Nahaufnahme Gefühl und Reaktion
Aufsicht Blick von oben
Untersicht Blick von unten
Panel Einzelnes Bildfeld
Pfeil Bewegungsrichtung
Thumbnail Kleine Entwurfsskizze
Schnitt Übergang zwischen Bildern





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Gestaltung
Totale Schauplatz zeigen
Nahaufnahme Gesicht betonen
Aufsicht Figur von oben zeigen
Pfeil Bewegung markieren
Tonhinweis Geräusch ergänzen




...


Kreuzworträtsel

Storyboard Wie heißt eine gezeichnete Planung für eine spätere Bildfolge?
Panel Wie heißt ein einzelnes Bildfeld?
Totale Welche Einstellung zeigt viel vom Schauplatz?
Perspektive Wie heißt der gewählte Blickwinkel auf eine Szene?
Schnitt Wie heißt der Übergang von einer Einstellung zur nächsten?
Skizze Wie heißt eine schnelle vorbereitende Zeichnung?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Ein Storyboard plant eine Handlung als geordnete Folge von

. Eine

zeigt den Ort und gibt Orientierung. Eine Nahaufnahme betont häufig eine

. Der Blick von oben heißt

. Bewegungen können durch

sichtbar werden. Kleine Entwurfsskizzen nennt man

. Hinweise unter dem Bild können Dialog, Geräusch oder

erklären. Vor der Umsetzung wird die Bildfolge durch

verbessert.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Strichfigur: Zeichne dieselbe Figur in vier unterschiedlichen Gefühlslagen und mache die Haltung eindeutig.
  2. Einstellungsgröße: Stelle einen Schulranzen als Totale, Nahaufnahme und Detailaufnahme dar.
  3. Bildergeschichte: Erzähle „Der verlorene Schlüssel“ in vier klar geordneten Panels.
  4. Geräusch: Ergänze zu einer stummen Bildfolge passende Geräuschwörter und begründe Deine Auswahl.


Standard

  1. Storyboard: Gestalte eine Alltagsszene in sechs Panels mit mindestens drei verschiedenen Einstellungsgrößen.
  2. Perspektive: Zeichne denselben Konflikt einmal in Aufsicht und einmal in Untersicht und vergleiche die Wirkung.
  3. Fotostory: Fotografiere eine kurze Handlung nach einem selbst gezeichneten Storyboard und prüfe die Übereinstimmung.
  4. Feedback: Tausche Dein Storyboard mit einer Partnerperson, sammle drei konkrete Hinweise und überarbeite zwei Panels.


Schwer

  1. Dramaturgie: Entwickle eine achtteilige Bildfolge mit überraschendem Wendepunkt, aber ohne erklärenden Text.
  2. Kamerabewegung: Plane eine Szene mit Schwenk, Fahrt und Figurenbewegung, ohne die Pfeile zu verwechseln.
  3. Adaption: Übertrage eine kurze Szene aus einem Märchen in ein modernes Schulsetting und begründe Deine Bildentscheidungen.
  4. Animatic: Erstelle aus Deinem Storyboard ein einfaches Animatic mit festgelegter Dauer, Geräuschen und Übergängen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Bildanalyse: Untersuche ein fremdes Storyboard. Erkläre, wie Einstellungsgrößen, Perspektiven und Blickrichtungen das Verständnis steuern.
  2. Überarbeitung: Du erhältst eine unklare Bildfolge. Ordne die Panels neu, entferne ein überflüssiges Bild und ergänze ein fehlendes. Begründe jede Änderung.
  3. Gestaltungsvergleich: Entwirf zwei verschiedene Anfangsbilder für dieselbe Geschichte. Vergleiche, welche Erwartungen jeweils entstehen.
  4. Transfer: Plane eine Sicherheitserklärung für den Werkraum als Storyboard. Zeige, wie Du wichtige Handlungen ohne langen Text verständlich machst.
  5. Wirkungsabsicht: Verwandle eine neutrale Begegnung durch Perspektive und Bildausschnitt einmal in eine freundliche und einmal in eine bedrohliche Szene.
  6. Reflexion: Beschreibe, welches Feedback Deinen Entwurf am stärksten verbessert hat und woran die Verbesserung sichtbar wird.




Lernnachweis

Für einen erfolgreichen Lernnachweis reichst Du ein eigenes Storyboard mit sechs bis zehn nummerierten Panels ein. Es enthält eine verständliche Handlung, mindestens drei Einstellungsgrößen, einen begründeten Perspektivwechsel, sichtbare Bewegungsangaben und knappe Ton- oder Dialoghinweise.

Zusätzlich gehören eine kurze Planung, eine dokumentierte Überarbeitung und eine Reflexion dazu. Erkläre, welche gestalterische Entscheidung besonders wichtig war und wie Du Rückmeldung genutzt hast.

Bewertet werden:

  1. Idee und Dramaturgie: Die Handlung besitzt einen klaren Anfang, eine Veränderung und ein Ende.
  2. Bildsprache: Ausschnitt, Perspektive und Komposition unterstützen die Aussage.
  3. Verständlichkeit: Die Reihenfolge kann ohne zusätzliche Erklärung gelesen werden.
  4. Handwerk: Panels, Figuren, Pfeile und Hinweise sind sauber und lesbar.
  5. Überarbeitung: Rückmeldungen führen zu erkennbaren Verbesserungen.
  6. Reflexion: Entscheidungen werden mit passenden Fachbegriffen begründet.




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