Steinmetze am Ulmer Münster


Steinmetze am Ulmer Münster
Einleitung
Steinmetze am Ulmer Münster steht für ein Thema, in dem Geschichte, Architektur, Handwerk, Kunstgeschichte, Denkmalpflege und Berufsorientierung zusammenkommen. Das Ulmer Münster ist ein herausragendes Beispiel der Gotik. Seine steinerne Gestalt wäre ohne die Arbeit vieler Steinmetze, Bildhauer, Werkmeister, Restauratorinnen und Restauratoren und weiterer Handwerke nicht entstanden und nicht erhalten geblieben. In diesem aiMOOC lernst Du, wie Steinmetze im Mittelalter an einer großen Kirchenbaustelle arbeiteten, wie eine Bauhütte organisiert war, welche Spuren im Stein bis heute sichtbar sind und warum die Münsterbauhütte Ulm auch heute noch wichtig ist.

Das Ulmer Münster wurde ab 1377 gebaut. Mit seinem 161,53 Meter hohen Hauptturm blieb es über sehr lange Zeit ein weltberühmter Höhenrekord der Kirchenarchitektur; seit dem Überragen durch die Sagrada Família in Barcelona ist es nicht mehr die höchste Kirche der Welt, bleibt aber ein einzigartiges Wahrzeichen der Stadt Ulm und eines der bedeutendsten gotischen Bauwerke Europas. Für das Thema der Steinmetze ist besonders wichtig: Das Münster war und ist nicht nur ein fertiges Bauwerk, sondern eine dauerhafte Aufgabe. Der Stein verwittert, wird geprüft, dokumentiert, gesichert, ergänzt oder ersetzt. Dadurch bleibt die Arbeit der Steinmetze am Münster bis in die Gegenwart lebendig.
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Lernziele
- Bauhütte: Du kannst erklären, was eine mittelalterliche Bauhütte war und warum sie für den Bau des Ulmer Münsters wichtig war.
- Steinmetz: Du kannst typische Aufgaben, Werkzeuge und Arbeitsschritte von Steinmetzen beschreiben.
- Steinmetzzeichen: Du kannst erklären, warum Steinmetzzeichen für die Forschung zur Baugeschichte bedeutsam sind.
- Gotik: Du kannst zeigen, wie Steinmetzarbeit mit gotischer Architektur zusammenhängt.
- Denkmalpflege: Du kannst beurteilen, warum Restaurierung am Ulmer Münster eine dauerhafte Aufgabe ist.
- Berufsorientierung: Du kannst Verbindungen zwischen historischem Handwerk, moderner Technik und heutigen Ausbildungsberufen herstellen.
Das Ulmer Münster als steinerne Großbaustelle
Das Ulmer Münster entstand nicht als Bauprojekt eines einzelnen Herrschers, sondern als städtisches Vorhaben. Die Bürgerinnen und Bürger Ulms wollten im 14. Jahrhundert eine große Pfarrkirche innerhalb der Stadtmauern errichten. Der Bau begann 1377. Für ein solches Vorhaben brauchte man nicht nur Geld und frommen Willen, sondern vor allem Planung, Organisation und Fachwissen. Eine gotische Großkirche besteht aus Fundamenten, Pfeilern, Gewölben, Maßwerkfenstern, Portalen, Türmen, Treppen, Skulpturen und unzähligen einzelnen Steinen. Jeder Stein musste gewonnen, transportiert, zugerichtet, versetzt und kontrolliert werden.
Das Gründungsrelief erinnert an den Beginn des Münsters und macht sichtbar, dass ein Bauwerk dieser Größe eine Gemeinschaftsleistung war. Neben bekannten Münsterbaumeistern wie Heinrich Parler, Ulrich von Ensingen, Matthäus Ensinger oder August Beyer wirkten viele namentlich kaum bekannte Steinmetze mit. Gerade ihre Arbeit ist im Bau selbst erhalten: in sauber behauenen Quadern, profilierten Rippen, kunstvollen Portalen, Maßwerken, Fialen, Kreuzblumen und kleinsten Bearbeitungsspuren.
Warum Steinmetze im Mittelpunkt stehen
Steinmetze waren am Ulmer Münster unverzichtbar, weil die gotische Architektur auf präzise bearbeiteten Natursteinen beruht. Ein Gewölbe trägt nur dann sicher, wenn seine Rippen und Steine exakt passen. Ein Maßwerk wirkt nur dann leicht und filigran, wenn seine Formen genau aus dem Stein herausgearbeitet werden. Ein Portal erzählt nur dann mit Figuren und Ornamenten, wenn die Steinoberfläche fachkundig gestaltet ist. Die Steinmetzarbeit verbindet deshalb drei Ebenen:
- Technik: Steinmetze mussten Materialeigenschaften, Lasten, Maße und Fügungen verstehen.
- Kunst: Sie gestalteten Profile, Ornamente, Figuren und Oberflächen.
- Organisation: Sie arbeiteten nach Plänen, Zeichen, Lohnordnungen und Vorgaben der Bauhütte.
Die Ulmer Münsterbauhütte
Die Münsterbauhütte Ulm entstand mit der Grundsteinlegung 1377. Eine Bauhütte war mehr als eine einfache Werkstatt. Sie war die Organisation der Großbaustelle. Dort arbeiteten der Werkmeister, Steinmetze, Maurer, Zimmerleute, Schmiede, Glaser und weitere Fachleute zusammen. In einer Bauhütte wurden Pläne aufbewahrt, Werkstücke vorbereitet, Löhne geregelt, Material beschafft und Arbeitsschritte koordiniert. Sie war zugleich ein Ort der Ausbildung, denn Lehrlinge und Gesellen lernten durch Zuschauen, Üben und Mitarbeit an echten Bauteilen.
Von 1543 an ruhte der Bau des Münsters für etwa 300 Jahre. Ab 1844 wurde die Bautätigkeit wieder aufgenommen. Am 31. Mai 1890 wurde der Hauptturm unter Baumeister August Beyer mit der bekrönenden Kreuzblume vollendet. Seitdem ist die Aufgabe der Bauhütte nicht vorbei, sondern hat sich verändert: Aus dem Neubau wurde der Erhalt des Bauwerks.
Bauhütte damals und heute
Die mittelalterliche Bauhütte organisierte den Aufbau. Die heutige Münsterbauhütte Ulm sichert den Bestand. Ihre Arbeit umfasst die Untersuchung von Steinschäden, die Dokumentation jedes Eingriffs, die Auswahl geeigneter Natursteine, die Bearbeitung neuer Werkstücke, die Ergänzung beschädigter Teile und die Zusammenarbeit mit Denkmalpflege, Materialforschung, Bauforschung und weiteren Fachstellen. Damit verbindet sie traditionelles Handwerk mit modernen Methoden wie Fotodokumentation, Schadenskartierung, Vermessung und digitalen Datenbanken.
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Wer waren die Steinmetze?
Die Steinmetze am Ulmer Münster waren keine einheitliche Gruppe. Es gab erfahrene Meister, Gesellen, Lehrlinge, Spezialisten für besonders anspruchsvolle Profile, Arbeiter für einfachere Quader und Bildhauer für figürliche Aufgaben. Manche blieben lange in Ulm, andere nur wenige Wochen. Die mittelalterliche Bauwelt war beweglicher, als man oft denkt: Steinmetze wanderten von Baustelle zu Baustelle, lernten neue Formen kennen und brachten ihr Wissen weiter.
Eine Auswertung der Hüttenbücher zeigt, dass zwischen 1418 und 1430 zahlreiche Steinmetze in Ulm tätig waren und aus vielen verschiedenen Orten kamen. Das ist für die Forschung wichtig, weil es beweist, dass große Bauhütten Knotenpunkte europäischer Handwerksnetzwerke waren. Am Ulmer Münster trafen lokale Interessen, städtische Finanzierung, überregionale Baumeisterfamilien und wandernde Fachkräfte aufeinander.
Ausbildung und Arbeitsalltag
Die Ausbildung zum Steinmetz beruhte auf praktischer Erfahrung. Lehrlinge mussten Material, Werkzeuge und einfache Arbeitsschritte kennenlernen. Gesellen konnten auf Wanderschaft gehen und an verschiedenen Baustellen lernen. Meister übernahmen Verantwortung für schwierige Werkstücke, Planung, Qualität und Anleitung. Der Arbeitsalltag war körperlich anstrengend, aber auch hochpräzise. Ein falsch bearbeiteter Stein konnte Material, Zeit und Geld kosten. Ein perfekt passendes Werkstück dagegen wurde Teil eines Bauwerks, das Jahrhunderte überdauern sollte.
Typische Arbeitsschritte waren: Stein aus dem Steinbruch gewinnen, Rohblock transportieren, Werkstück anreißen, grob behauen, Profile ausarbeiten, Oberfläche fertigstellen, Steinmetzzeichen anbringen, Werkstück prüfen und schließlich am Bau versetzen. Bei Restaurierungen kommen heute weitere Schritte hinzu: Schaden untersuchen, Fotodokumentation erstellen, vorhandene Substanz sichern, Ergänzung planen, Materialverträglichkeit prüfen und den Eingriff nachvollziehbar dokumentieren.
Werkzeuge, Techniken und Wissen
Steinmetze arbeiteten mit Werkzeugen wie Fäustel, Knüpfel, Meißel, Spitzeisen, Zahneisen, Scharriereisen, Winkel, Zirkel, Richtscheit, Lot und Schablone. Sie mussten wissen, wie ein Stein bricht, wie seine Schichtung verläuft und welche Bearbeitung zu welcher Oberfläche führt. Die gotische Formensprache verlangte geometrisches Denken. Bögen, Kreise, Spitzbögen, Maßwerk und Gewölberippen wurden aus Grundformen entwickelt. Deshalb verbindet Steinmetzarbeit praktische Körperarbeit mit Geometrie.
Vom Riss zum Werkstück
Ein Riss war eine Bauzeichnung oder ein Entwurf. Auf dem Reißboden oder auf Schablonen konnten Formen in Originalgröße aufgezeichnet werden. Aus diesen Vorlagen übertrugen Steinmetze Maße auf den Stein. Das Werkstück wurde nicht zufällig geformt, sondern folgte einer genauen Vorgabe. Besonders bei Maßwerk, Gewölberippen und Zierteilen musste ein Stein so gearbeitet werden, dass er mit vielen anderen Teilen zusammenpasste.
Material und Verwitterung
Am Ulmer Münster spielen Sandsteine eine wichtige Rolle. Naturstein ist dauerhaft, aber nicht unzerstörbar. Regen, Frost, Wind, Temperaturwechsel, Luftschadstoffe, Salze und Bewuchs können Oberflächen angreifen. Manche Schäden zeigen sich als Abplatzungen, Risse, Schalenbildung oder Materialverlust. Moderne Steinmetze und Restauratorinnen müssen deshalb nicht nur Stein bearbeiten, sondern auch Ursachen verstehen. Sie entscheiden, ob ein Stein erhalten, gefestigt, ergänzt oder ersetzt werden muss. Die wichtigste Regel der Denkmalpflege lautet: So viel originale Substanz wie möglich erhalten und nur so viel ergänzen wie nötig.
Steinmetzzeichen: Spuren einzelner Arbeit
Steinmetzzeichen sind kleine Zeichen, die Steinmetze auf bearbeiteten Steinen hinterließen. Sie können als Arbeitsmarken, Erkennungszeichen oder Abrechnungszeichen verstanden werden. An historischen Bauwerken helfen sie der Forschung, Bauabschnitte, Werkstattzusammenhänge und Arbeitsorganisation zu untersuchen. Am Ulmer Münster sind solche Spuren besonders spannend, weil sie nicht nur die großen Namen der Baugeschichte sichtbar machen, sondern auch die Arbeit vieler einzelner Handwerker.
Steinmetzzeichen sind keine geheimen Botschaften im modernen Sinn. Sie sind vor allem historische Arbeitszeichen. Dennoch wirken sie heute faszinierend, weil sie eine direkte Verbindung zwischen Lernenden und Menschen des Mittelalters herstellen: Ein Zeichen im Stein kann zeigen, dass hier eine konkrete Person mit Werkzeug, Erfahrung und Verantwortung gearbeitet hat.
Was Steinmetzzeichen verraten können
- Arbeitsorganisation: Gleiche Zeichen können auf Werkstücke eines bestimmten Steinmetzen oder einer Werkgruppe hinweisen.
- Baugeschichte: Die Lage von Zeichen kann helfen, Bauphasen zu erkennen.
- Wanderung: Ähnliche Zeichen an verschiedenen Orten können Hinweise auf wandernde Handwerker geben.
- Denkmalpflege: Dokumentierte Zeichen helfen, originale Steine von späteren Ergänzungen zu unterscheiden.
- Quellenkritik: Zeichen müssen vorsichtig gedeutet werden, weil nicht jedes Zeichen eindeutig einer Person zugeordnet werden kann.
Baumeister, Steinmetze und Netzwerke
Die Geschichte des Ulmer Münsters ist mit bekannten Baumeisterfamilien verbunden. Heinrich Parler und die Familie Parler stehen für ein weit verzweigtes Netzwerk gotischer Baumeister und Steinmetze. Ulrich von Ensingen prägte die Turmplanung und war auch an anderen bedeutenden Kirchenbauten beteiligt. Die Familie Ensinger und die mit ihr verbundenen Kuhn führten wichtige Bauabschnitte weiter. Später spielte August von Beyer bei der Vollendung des Hauptturms im 19. Jahrhundert eine zentrale Rolle.
Wichtig ist: Die großen Namen erklären nur einen Teil der Geschichte. Ein Münster entsteht nicht allein durch Entwürfe. Es entsteht durch viele Hände. Der Werkmeister plante, entschied und verantwortete. Die Steinmetze setzten die Planung in Materie um. Die Qualität eines gotischen Bauwerks hängt deshalb von der Verbindung aus Idee, Organisation und präzisem Handwerk ab.
Das Ulmer Münster als Lernort
Das Ulmer Münster eignet sich hervorragend als Lernort. Man kann dort Architektur sehen, Geschichte erkunden, religiöse Kunst deuten, Steinoberflächen untersuchen und Fragen an heutige Denkmalpflege stellen. Lernende können erkennen, dass ein historisches Bauwerk nicht einfach aus der Vergangenheit stammt, sondern in der Gegenwart gepflegt, erforscht und weitergegeben wird.
Beobachtungsaufträge vor Ort
- Fassade: Suche unterschiedliche Steinoberflächen und beschreibe, ob sie glatt, rau, verwittert, ergänzt oder neu wirken.
- Portal: Untersuche, wie Figuren, Ornamente und Architekturteile zusammenwirken.
- Turm: Überlege, warum ein hoher Turm besondere Anforderungen an Material, Statik und Wartung stellt.
- Steinmetzzeichen: Achte auf kleine Zeichen oder Bearbeitungsspuren und notiere, wo Du sie findest.
- Restaurierung: Suche nach Gerüsten, neueren Steinen oder sichtbaren Reparaturen und erkläre ihre Funktion.
Gegenwart: Restaurierung als Daueraufgabe
Das Ulmer Münster wurde 1890 vollendet, aber es ist nie endgültig fertig im Sinn von „ohne Arbeit“. Seit der Vollendung steht der Erhalt im Mittelpunkt. Restaurierung bedeutet nicht, ein Bauwerk beliebig neu zu machen. Sie bedeutet, historische Substanz zu verstehen, Schäden zu begrenzen, Eingriffe zu dokumentieren und Entscheidungen fachlich zu begründen. Genau darin liegt die besondere Verantwortung der heutigen Steinmetze und Restauratorinnen am Münster.
Seit 2020 gehört das europäische Bauhüttenwesen mit der Ulmer Münsterbauhütte zum Immateriellen Kulturerbe im internationalen UNESCO-Register guter Praxisbeispiele. Diese Auszeichnung würdigt nicht nur einzelne Bauwerke, sondern vor allem die Weitergabe von Wissen, Handwerkstechniken, Dokumentation und Zusammenarbeit über Generationen hinweg.
Warum dieses Thema heute wichtig ist
Das Thema zeigt, dass Kulturerbe nicht nur aus alten Mauern besteht. Kulturerbe besteht auch aus Fähigkeiten, Regeln, Erzählungen, Werkzeugwissen, Materialkenntnis und Verantwortung. Wer Steinmetze am Ulmer Münster untersucht, lernt daher nicht nur etwas über das Mittelalter. Du lernst auch, wie eine Gesellschaft mit ihren historischen Bauwerken umgeht und welche Rolle Handwerk im Zeitalter digitaler Technik weiterhin spielt.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was wurde mit der Grundsteinlegung des Ulmer Münsters im Jahr 1377 gegründet? (Die Münsterbauhütte Ulm) (!Die Universität Ulm) (!Der Ulmer Hauptbahnhof) (!Die Stadtmauer von Nürnberg)
Welche Aufgabe steht heute in der Ulmer Münsterbauhütte besonders im Mittelpunkt? (Erhaltung und Restaurierung des Steinwerks) (!Herstellung moderner Glasfassaden) (!Bau von Autobahnbrücken) (!Ausgrabung römischer Münzen)
Zu welcher Kunstepoche gehört das Ulmer Münster vor allem? (Gotik) (!Barock) (!Renaissance) (!Klassizismus)
Was sind Steinmetzzeichen? (Markierungen von Steinmetzen auf bearbeiteten Steinen) (!Fenster aus farbigem Glas) (!Glockeninschriften im Turm) (!Münzen aus dem Stadtarchiv)
Was bezeichnet eine Bauhütte bei einer mittelalterlichen Großbaustelle? (Werkstatt und Organisation des Bauprojekts) (!Wohnhaus des Bürgermeisters) (!Kirchlicher Festkalender) (!Marktplatz für Tuchhandel)
Womit wurde der Hauptturm des Ulmer Münsters 1890 vollendet? (Mit einer Kreuzblume) (!Mit einer Sonnenuhr) (!Mit einem Kupferdach) (!Mit einer Stadtfahne)
Welche Baumeisterfamilie prägte den frühen Bau des Ulmer Münsters? (Parler) (!Fugger) (!Hohenzollern) (!Bauhaus)
Was bedeutet Riss im Zusammenhang mit mittelalterlichem Bauen? (Bauzeichnung oder Entwurf) (!Zufälliger Schaden im Stein) (!Kirchliche Glocke) (!Mittelalterliche Münze)
Warum sind wandernde Steinmetze für die Baugeschichte wichtig? (Sie verbreiteten Wissen zwischen Baustellen) (!Sie ersetzten alle Baumeister) (!Sie bauten nur Holzhäuser) (!Sie arbeiteten ohne Werkzeuge)
Warum ist Dokumentation bei Restaurierungen wichtig? (Spätere Generationen können Eingriffe nachvollziehen) (!Sie ersetzt jedes Handwerk) (!Sie macht Naturstein wetterfest) (!Sie verhindert jede Verwitterung)
Memory
| Grundsteinlegung | Beginn der Münsterbauhütte |
| Bauhütte | Werkstatt des Großbaus |
| Steinmetzzeichen | Markierung am Werkstück |
| Kreuzblume | Abschluss des Hauptturms |
| Restaurierung | Erhalt historischer Substanz |
| Riss | Bauzeichnung |
| Sandstein | Werkmaterial |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Grundsteinlegung | Start des Münsterbaus |
| Bauhütte | Organisation der Baustelle |
| Steinmetzzeichen | Spur einzelner Arbeit |
| Riss | Planung und Maßübertragung |
| Restaurierung | Pflege beschädigter Steine |
Kreuzworträtsel
| Bauhütte | Wie heißt die Werkstatt und Organisation einer mittelalterlichen Großbaustelle? |
| Parler | Welche Baumeisterfamilie prägte den frühen Bau des Ulmer Münsters? |
| Sandstein | Welches Naturmaterial bearbeiteten die Steinmetze besonders häufig? |
| Kreuzblume | Welches Zierelement vollendete den Hauptturm? |
| Restaurierung | Wie nennt man die fachgerechte Erhaltung beschädigter historischer Bauteile? |
| Gotik | Zu welcher Stilepoche gehört das Ulmer Münster vor allem? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Steinspuren: Fotografiere oder zeichne an einem historischen Gebäude verschiedene Steinoberflächen und beschreibe, welche Spuren von Bearbeitung, Alterung oder Reparatur Du erkennst.
- Werkzeugsteckbrief: Erstelle einen Steckbrief zu einem Steinmetzwerkzeug und erkläre, wofür es verwendet wird.
- Mini-Zeitstrahl: Gestalte einen Zeitstrahl mit den Stationen 1377, 1543, 1844, 1890 und 2020 und erkläre jede Station in einem Satz.
- Begriffskarten: Erstelle Lernkarten zu Bauhütte, Steinmetz, Riss, Kreuzblume, Maßwerk und Restaurierung.
Standard
- Interview: Entwickle fünf Interviewfragen an eine Steinmetzin, einen Restaurator oder eine Denkmalpflegerin und begründe, warum diese Fragen wichtig sind.
- Bauhüttenmodell: Baue ein einfaches Modell einer Bauhütte mit Arbeitsbereichen für Planung, Steinbearbeitung, Lagerung und Dokumentation.
- Steinmetzzeichen-Analyse: Entwirf drei eigene Steinmetzzeichen und erkläre, wie man sie von Ornamenten oder zufälligen Kratzern unterscheiden könnte.
- Erklärvideo: Plane ein kurzes Erklärvideo zum Weg eines Steins vom Steinbruch bis zum Einbau am Münster.
Schwer
- Restaurierungskonzept: Entwickle ein begründetes Konzept für einen beschädigten Stein am Münster und entscheide, ob er erhalten, ergänzt oder ersetzt werden sollte.
- Quellenvergleich: Vergleiche eine Darstellung aus einer offiziellen Münsterquelle mit einem Lexikonartikel und untersuche, welche Informationen gleich, ergänzend oder unterschiedlich sind.
- Geometrie der Gotik: Rekonstruiere mit Zirkel und Lineal ein einfaches gotisches Maßwerk und erkläre, welche geometrischen Grundformen Du nutzt.
- Ausstellungskonzept: Plane eine kleine Ausstellung zum Thema Steinmetze am Ulmer Münster mit drei Objekten, zwei Medienstationen und einer Mitmachaufgabe.

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Lernkontrolle
- Zusammenhang Bauhütte und Bauwerk: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel, warum ein gotisches Münster ohne eine gut organisierte Bauhütte kaum realisierbar gewesen wäre.
- Transfer Denkmalpflege: Übertrage die Restaurierungsprobleme des Ulmer Münsters auf ein anderes historisches Gebäude und beschreibe Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
- Deutung von Spuren: Du findest an einem alten Stein eine Markierung. Entwickle ein vorsichtiges Untersuchungsverfahren, bevor Du behauptest, es sei ein Steinmetzzeichen.
- Handwerk und Wissenschaft: Zeige, warum moderne Restaurierung sowohl handwerkliches Können als auch naturwissenschaftliche Untersuchungen braucht.
- Perspektivwechsel: Schreibe einen kurzen Bericht aus Sicht eines mittelalterlichen Steinmetzgesellen, der für einige Wochen in Ulm arbeitet, und verknüpfe persönliche Erfahrung mit Bauorganisation.
- Kulturerbe bewerten: Begründe, warum nicht nur das Ulmer Münster selbst, sondern auch das Wissen der Bauhütte als Kulturerbe gelten kann.
Lernnachweis
Für einen überzeugenden Lernnachweis zum Thema Steinmetze am Ulmer Münster solltest Du zeigen, dass Du nicht nur einzelne Daten kennst, sondern Zusammenhänge verstehst.
- Sachwissen: Du erklärst zentrale Begriffe wie Bauhütte, Steinmetz, Steinmetzzeichen, Riss, Maßwerk und Restaurierung.
- Historische Einordnung: Du ordnest die Arbeit der Steinmetze in die Baugeschichte des Ulmer Münsters ein.
- Materialverständnis: Du beschreibst, warum Naturstein sorgfältig ausgewählt, bearbeitet und geschützt werden muss.
- Quellenarbeit: Du nutzt Informationen aus verlässlichen Quellen und unterscheidest Beobachtung, Deutung und Vermutung.
- Transferleistung: Du überträgst Erkenntnisse auf ein anderes Bauwerk, ein eigenes Modell oder ein Restaurierungsproblem.
- Produkt: Du erstellst ein sichtbares Ergebnis, zum Beispiel Zeitstrahl, Modell, Erklärvideo, Ausstellungstafel, Zeichnung oder Restaurierungskonzept.
- Reflexion: Du erklärst, was Dich am Zusammenspiel von Handwerk, Geschichte und Denkmalpflege überrascht oder überzeugt hat.
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