Spannungsaufbau in Geschichten verstehen - aiMOOC


Spannungsaufbau in Geschichten verstehen - aiMOOC
Einleitung
Der Spannungsaufbau in Geschichten ist ein zentrales Element des Erzählens. Wenn Du eine Geschichte liest, einen Film ansiehst oder selbst einen Text schreibst, merkst Du oft: Manche Stellen ziehen Dich sofort hinein, andere wirken eher ruhig. Spannung entsteht, wenn Leserinnen und Leser wissen wollen, wie es weitergeht. Dazu braucht eine Geschichte meist eine offene Frage, einen Konflikt, ein Ziel, ein Hindernis und eine Figur, mit der man mitfühlen kann.
In diesem aiMOOC lernst Du, wie Spannung in Erzählungen aufgebaut wird, wie Du eine Spannungskurve erkennst und wie Du eigene Geschichten spannender gestalten kannst. Der Kurs passt besonders gut zum Fach Deutsch, zum kreativen Schreiben, zur Textanalyse und zur Vorbereitung auf Aufsätze wie Erlebniserzählung, Fantasiegeschichte, Kurzgeschichte oder Kriminalgeschichte.

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Was bedeutet Spannung in Geschichten?
Spannung ist die Erwartung, dass gleich etwas Wichtiges, Überraschendes oder Entscheidendes passieren könnte. Sie entsteht nicht nur durch Gefahr. Auch ein geheimnisvoller Brief, ein unausgesprochenes Geständnis, ein drohendes Missverständnis oder eine schwierige Entscheidung können Spannung erzeugen.
Eine Geschichte wirkt besonders spannend, wenn die Lesenden Fragen im Kopf haben: Wer steckt hinter dem Geräusch? Wird die Hauptfigur ihr Ziel erreichen? Was verbirgt die andere Figur? Warum ist ein Gegenstand plötzlich verschwunden? Solche Fragen nennt man oft offene Fragen. Sie halten die Aufmerksamkeit wach.
Wichtige Bausteine der Spannung
- Figur: Eine spannende Geschichte braucht Figuren mit Wünschen, Ängsten, Stärken und Schwächen.
- Ziel: Die Hauptfigur verfolgt etwas, das ihr wichtig ist.
- Konflikt: Etwas oder jemand steht diesem Ziel im Weg.
- Hindernis: Die Handlung wird schwieriger, bevor sie gelöst werden kann.
- Geheimnis: Nicht alle Informationen werden sofort verraten.
- Entscheidung: Eine Figur muss handeln, obwohl der Ausgang unsicher ist.
- Folge: Jede wichtige Handlung verändert die Situation.
Die Spannungskurve
Die Spannungskurve beschreibt, wie die Spannung im Verlauf einer Geschichte steigt, ihren Höhepunkt erreicht und am Ende wieder abnimmt. Sie hilft Dir beim Verstehen und Planen von Geschichten. Besonders bekannt ist die Freytagsche Pyramide, die den Aufbau dramatischer Handlung in Phasen darstellt.
Typische Phasen einer Spannungskurve
- Einleitung: Figuren, Ort, Zeit und Ausgangssituation werden eingeführt.
- Auslösendes Ereignis: Etwas bringt die Handlung in Bewegung.
- Steigende Handlung: Hindernisse, Konflikte und offene Fragen nehmen zu.
- Höhepunkt: Die wichtigste Entscheidung oder der stärkste Konflikt erreicht seinen Gipfel.
- Fallende Handlung: Die Folgen des Höhepunkts werden sichtbar.
- Auflösung: Die Geschichte findet einen Schluss, eine Erkenntnis oder eine neue Lage.
Beispiel für eine Spannungskurve
Stell Dir vor, eine Schülerin findet morgens in ihrer Schultasche einen fremden Schlüssel. Zunächst ist unklar, wem er gehört. Dann bemerkt sie, dass auf dem Schlüssel ein eingeritztes Zeichen steht. In der Pause hört sie, wie zwei ältere Schüler genau nach diesem Zeichen suchen. Die Spannung steigt, weil die Lesenden wissen wollen, was der Schlüssel öffnet und warum andere ihn unbedingt haben wollen. Der Höhepunkt könnte entstehen, wenn die Schülerin vor einer verschlossenen Tür steht und entscheiden muss, ob sie den Schlüssel benutzt. Die Auflösung zeigt dann, was hinter der Tür liegt und welche Folgen ihre Entscheidung hat.
Makrospannung und Mikrospannung
Nicht jede Spannung wirkt gleich. Du kannst zwischen Makrospannung und Mikrospannung unterscheiden.
Makrospannung umfasst den großen Spannungsbogen der ganzen Geschichte. Sie beantwortet die Hauptfrage: Wird die Hauptfigur ihr Ziel erreichen? In einer Kriminalgeschichte lautet diese Frage oft: Wer hat die Tat begangen? In einer Abenteuergeschichte könnte sie lauten: Wird die Gruppe sicher zurückkehren?
Mikrospannung entsteht in einzelnen Szenen, Absätzen oder sogar Sätzen. Sie hält die Aufmerksamkeit von Moment zu Moment wach. Ein plötzliches Knacken im Flur, ein abgebrochener Satz im Dialog oder ein Detail, das nicht passt, kann Mikrospannung erzeugen.
Figuren als Motor der Spannung
Spannung entsteht besonders stark, wenn Du Dich für eine Figur interessierst. Eine Figur wird spannend, wenn sie nicht nur handelt, sondern ein erkennbares inneres oder äußeres Ziel verfolgt. Ein äußeres Ziel kann sein, einen verlorenen Hund zu finden. Ein inneres Ziel kann sein, mutiger zu werden oder jemandem endlich die Wahrheit zu sagen.
Ziel, Wunsch und Angst
Eine Figur wirkt lebendig, wenn sie etwas möchte und gleichzeitig etwas fürchtet. Genau diese Spannung zwischen Wunsch und Angst treibt die Handlung an. Wenn eine Figur unbedingt gewinnen will, aber Angst hat, zu versagen, entsteht ein innerer Konflikt. Wenn andere Figuren, Regeln oder Umstände ihr im Weg stehen, entsteht ein äußerer Konflikt.
Sympathie und Mitgefühl
Lesende fiebern eher mit, wenn sie verstehen, warum eine Figur handelt. Das bedeutet nicht, dass die Figur perfekt sein muss. Fehler, Zweifel und Unsicherheiten machen eine Figur oft interessanter. Wichtig ist, dass Du als Leser oder Leserin nachvollziehen kannst, was auf dem Spiel steht.
Konflikte und Hindernisse
Ein Konflikt ist der Kern vieler spannender Geschichten. Ohne Konflikt läuft eine Handlung leicht geradeaus und vorhersehbar. Spannung entsteht, wenn ein Weg nicht einfach ist.
Arten von Konflikten
- Äußerer Konflikt: Eine Figur kämpft gegen eine andere Figur, gegen Naturkräfte, Regeln oder eine gefährliche Situation.
- Innerer Konflikt: Eine Figur ringt mit Angst, Schuld, Zweifel, Eifersucht oder einer schwierigen Entscheidung.
- Sozialer Konflikt: Eine Figur steht unter Druck einer Gruppe, Familie, Klasse oder Gesellschaft.
- Moralischer Konflikt: Eine Figur muss zwischen zwei Möglichkeiten wählen, von denen keine völlig problemlos ist.
Hindernisse richtig steigern
Hindernisse sollten nicht zufällig wirken. Sie müssen zur Geschichte passen und die Hauptfigur herausfordern. Gute Hindernisse werden meistens stärker: Erst entsteht ein kleines Problem, dann eine größere Schwierigkeit und schließlich eine Situation, in der die Figur etwas Entscheidendes riskieren muss.
Erzähltechniken für Spannung
Spannung entsteht nicht nur durch das Was der Handlung, sondern auch durch das Wie des Erzählens. Die gleichen Ereignisse können langweilig oder fesselnd wirken, je nachdem, wie sie erzählt werden.
Informationsverteilung
Eine wichtige Technik ist die gezielte Verteilung von Informationen. Wenn Lesende zu wenig wissen, sind sie verwirrt. Wenn sie zu viel wissen, kann die Spannung verschwinden. Gute Geschichten verraten Informationen schrittweise.
- Vorausdeutung: Ein Hinweis deutet an, dass später etwas Wichtiges passieren wird.
- Rückblende: Ein früheres Ereignis erklärt eine aktuelle Situation.
- Andeutung: Ein Detail fällt auf, wird aber erst später verständlich.
- Geheimnis: Eine zentrale Information bleibt zunächst verborgen.
- Enthüllung: Eine verborgene Wahrheit wird sichtbar.
Erzählperspektive
Die Erzählperspektive beeinflusst, wie viel die Lesenden wissen. Ein Ich-Erzähler kann Spannung erzeugen, weil Du nur erfährst, was die erzählende Figur erlebt, denkt und fühlt. Ein personaler Erzähler bleibt ebenfalls nah an einer Figur. Ein auktorialer Erzähler kann dagegen mehr Überblick geben und mit Vorausdeutungen arbeiten.
Zeitgestaltung
Auch die Erzählzeit und die erzählte Zeit sind wichtig. Bei der Zeitdehnung wird ein kurzer Moment ausführlich erzählt. Dadurch wirkt er intensiv und spannend. Bei der Zeitraffung werden längere Zeiträume kurz zusammengefasst, damit die Handlung schneller vorankommt.
Beispiel für Zeitdehnung: Ein Schlüssel dreht sich langsam im Schloss. Die Figur hört ihren eigenen Atem. Hinter ihr knarrt eine Diele. Erst dann öffnet sich die Tür.
Cliffhanger und retardierendes Moment
Ein Cliffhanger bricht eine Szene an einer besonders spannenden Stelle ab. Dadurch möchtest Du sofort weiterlesen. Ein retardierendes Moment verzögert kurz vor der Lösung die endgültige Aufklärung. Es wirkt wie ein letztes Hindernis oder eine letzte Unsicherheit, bevor der Schluss erreicht wird.
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Sprache als Werkzeug der Spannung
Die Sprache entscheidet stark darüber, wie spannend eine Geschichte wirkt. Eine Szene kann durch genaue Verben, Sinneseindrücke und passende Satzlängen lebendig werden.
Satzbau und Tempo
Kurze Sätze können ein hohes Tempo erzeugen. Sie passen gut zu Gefahr, Flucht oder plötzlichen Erkenntnissen. Längere Sätze eignen sich, um Atmosphäre aufzubauen, Gedanken zu zeigen oder einen Ort langsam unheimlich wirken zu lassen. Abwechslung ist wichtig, damit der Text nicht eintönig wird.
Sinneseindrücke
Spannende Geschichten sprechen oft mehrere Sinne an. Du kannst beschreiben, was eine Figur sieht, hört, riecht, fühlt oder schmeckt. Dadurch wird die Szene konkreter.
- Sehen: Schatten, Licht, Bewegung, Farben und Details.
- Hören: Schritte, Flüstern, Knacken, Stille oder entfernte Geräusche.
- Fühlen: Kälte, Zittern, Herzklopfen, Schmerz oder Druck.
- Riechen: Rauch, feuchte Erde, Metall, Staub oder Parfum.
- Schmecken: trockener Mund, Salz, Bitterkeit oder Blutgeschmack.
Treffende Verben und Adjektive
Verben treiben eine Geschichte an. Statt gehen kannst Du je nach Situation schleichen, stolpern, rennen, tasten oder wanken verwenden. Adjektive sollten gezielt eingesetzt werden. Zu viele Adjektive machen eine Szene oft schwerfällig. Ein passendes Detail ist stärker als eine lange Liste.
Spannung erkennen und untersuchen
Wenn Du eine Geschichte analysierst, kannst Du den Spannungsaufbau systematisch untersuchen. Frage Dich zuerst, welche Hauptfrage die Geschichte stellt. Dann prüfst Du, an welchen Stellen neue Hindernisse, Hinweise oder Wendungen auftreten. Markiere, wann die Spannung steigt, wann sie am höchsten ist und wie sie gelöst wird.
Analysefragen
- Handlung: Was ist das Ziel der Hauptfigur?
- Konflikt: Welches Problem verhindert eine einfache Lösung?
- Wendepunkt: Wann verändert sich die Situation entscheidend?
- Höhepunkt: Wo ist die Spannung am größten?
- Auflösung: Welche Fragen werden am Ende beantwortet?
- Erzähltechnik: Welche Mittel erzeugen Spannung?
- Sprache: Wie beeinflussen Wortwahl, Satzbau und Sinneseindrücke die Wirkung?
Spannung beim eigenen Schreiben planen
Beim Schreiben hilft es, zuerst den Konflikt zu klären. Danach kannst Du eine Spannungskurve entwerfen. Beginne nicht immer mit langer Erklärung. Oft ist ein Einstieg spannender, wenn sofort eine ungewöhnliche Situation, ein Rätsel oder eine Entscheidung auftaucht.
Planungsmodell für eine eigene Geschichte
- Ausgangssituation: Wer ist die Hauptfigur und wo befindet sie sich?
- Störung: Was geschieht, das nicht normal ist?
- Frage: Was sollen die Lesenden unbedingt wissen wollen?
- Steigerung: Welche Hindernisse werden immer größer?
- Höhepunkt: Welche Entscheidung verändert alles?
- Folge: Was hat sich nach dem Höhepunkt verändert?
- Schluss: Welche Erkenntnis bleibt zurück?
Schreibrezept für eine spannende Szene
Eine spannende Szene braucht eine klare Situation, eine Figur mit Ziel, eine Gefahr oder Unsicherheit, konkrete Sinneseindrücke und eine Veränderung am Ende. Die Szene sollte nicht nur Atmosphäre zeigen, sondern die Handlung voranbringen. Am Ende kann eine neue Frage entstehen, damit der nächste Abschnitt neugierig macht.
Typische Fehler beim Spannungsaufbau
- Zu lange Einleitung: Wenn zu Beginn zu viele Informationen erklärt werden, fehlt oft der Sog.
- Keine klare Hauptfrage: Wenn unklar bleibt, worum es geht, entsteht wenig Spannung.
- Zufällige Lösung: Wenn ein Problem ohne Vorbereitung gelöst wird, wirkt der Schluss unglaubwürdig.
- Zu viele Figuren: Wenn zu viele Personen auftreten, verlieren Lesende leicht den Überblick.
- Übertriebene Adjektive: Wenn alles nur als unglaublich, schrecklich oder geheimnisvoll bezeichnet wird, statt es konkret zu zeigen, wirkt der Text schwächer.
- Fehlende Folgen: Wenn Entscheidungen keine Wirkung haben, verliert die Handlung an Gewicht.
Beispiel: Aus einer langweiligen Szene eine spannende Szene machen
Ausgangsversion
Lina ging in den Keller. Dort war es dunkel. Sie suchte eine Kiste. Dann fand sie sie und ging wieder nach oben.
Überarbeitete Version
Lina blieb auf der obersten Kellerstufe stehen. Unten roch es nach nassem Holz. Irgendwo tropfte Wasser, langsam und regelmäßig. Sie tastete nach dem Lichtschalter, aber ihre Finger fanden nur kalte Wand. Da hörte sie hinter den gestapelten Umzugskartons ein leises Rascheln. Die Kiste mit dem roten Band musste dort stehen. Lina atmete tief ein und setzte den Fuß auf die nächste Stufe.
Wirkung der Überarbeitung
Die zweite Version wirkt spannender, weil sie Sinneseindrücke nutzt, Informationen verzögert und eine offene Frage stellt. Die Figur hat ein Ziel, aber der Weg dorthin ist unsicher. Die Szene endet, bevor alles geklärt ist. Dadurch entsteht Neugier.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was beschreibt eine Spannungskurve in einer Geschichte? (Den Verlauf der Spannung vom Anfang bis zum Schluss) (!Die alphabetische Reihenfolge der Figuren) (!Die Anzahl der Kapitel ohne Inhalt) (!Die Länge aller Sätze in einem Text)
Was ist meistens der wichtigste Motor einer spannenden Handlung? (Ein Konflikt, der die Hauptfigur herausfordert) (!Eine möglichst lange Figurenliste) (!Eine Einleitung ohne Problem) (!Eine zufällige Lösung ohne Vorbereitung)
Was bedeutet Klimax in einer Geschichte? (Der Höhepunkt der Spannung) (!Der erste Satz der Geschichte) (!Die Beschreibung des Ortes) (!Die Überschrift eines Kapitels)
Wodurch entsteht Mikrospannung besonders häufig? (Durch kleine offene Fragen innerhalb einer Szene) (!Durch das Weglassen jeder Handlung) (!Durch eine vollständige Erklärung am Anfang) (!Durch eine Liste aller Nebenfiguren)
Welche Technik verzögert kurz vor der Lösung die endgültige Aufklärung? (Das retardierende Moment) (!Die Zeitraffung) (!Die Inhaltsangabe) (!Die Personenbeschreibung)
Warum kann ein Ich-Erzähler Spannung erzeugen? (Weil die Lesenden nur begrenzt wissen, was die Figur erlebt) (!Weil alle Figuren gleichzeitig alles wissen) (!Weil keine Gedanken vorkommen dürfen) (!Weil die Handlung automatisch chronologisch sein muss)
Was ist ein Cliffhanger? (Ein Abbruch an einer besonders spannenden Stelle) (!Eine vollständige Erklärung aller Ursachen) (!Ein sachlicher Lexikonartikel) (!Ein Reim am Ende jeder Szene)
Welche Wirkung hat Zeitdehnung in einer spannenden Szene? (Ein kurzer Moment wird ausführlich und intensiv erzählt) (!Ein langer Zeitraum wird vollständig ausgelassen) (!Eine Figur wird nicht beschrieben) (!Alle Dialoge werden zusammengefasst)
Welche Frage hilft bei der Analyse des Spannungsaufbaus? (Welche Hindernisse steigern den Konflikt?) (!Wie viele Buchstaben hat der Titel?) (!Welche Farbe hat das Buchcover?) (!Wie viele Seiten hat das Wörterbuch?)
Welche Überarbeitung macht einen Text meist spannender? (Konkrete Sinneseindrücke und treffende Verben einsetzen) (!Alle offenen Fragen sofort beantworten) (!Den Höhepunkt auslassen) (!Jeden Satz gleich lang schreiben)
Memory
| Spannungskurve | Verlauf der Spannung |
| Klimax | Höhepunkt der Handlung |
| Cliffhanger | Abbruch an spannender Stelle |
| Konflikt | Gegenspiel zum Ziel |
| Zeitdehnung | Ausführliches Erzählen eines kurzen Moments |
| Vorausdeutung | Hinweis auf ein späteres Ereignis |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Einleitung | Ausgangssituation und Figuren |
| Auslösendes Ereignis | Störung bringt die Handlung in Bewegung |
| Steigende Handlung | Hindernisse und offene Fragen nehmen zu |
| Höhepunkt | Entscheidender Konflikt erreicht die größte Spannung |
| Auflösung | Folgen und Schluss werden erkennbar |
Kreuzworträtsel
| Konflikt | Was treibt eine spannende Handlung häufig an? |
| Klimax | Wie heißt der Höhepunkt der Spannung? |
| Figur | Wer verfolgt in einer Geschichte ein Ziel? |
| Hinweis | Was kann später eine Enthüllung vorbereiten? |
| Tempo | Was wird durch Satzlänge und Zeitgestaltung beeinflusst? |
| Auflösung | Wie heißt der Teil, in dem zentrale Fragen beantwortet werden? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Spannungskurve: Zeichne die Spannungskurve einer bekannten Geschichte, eines Films oder eines Märchens und beschrifte Einleitung, steigende Handlung, Höhepunkt und Auflösung.
- Figur: Erfinde eine Hauptfigur mit einem Wunsch und einer Angst. Schreibe fünf Sätze, die zeigen, warum man mit ihr mitfiebern kann.
- Sinneseindruck: Beschreibe einen dunklen Flur mit mindestens drei Sinnen, ohne das Wort spannend zu verwenden.
- Cliffhanger: Schreibe fünf mögliche letzte Sätze für ein Kapitel, die neugierig auf die Fortsetzung machen.
Standard
- Konflikt: Schreibe eine kurze Szene, in der eine Figur ein Ziel verfolgt und durch ein Hindernis aufgehalten wird.
- Zeitdehnung: Erzähle einen Moment von nur zehn Sekunden so ausführlich, dass daraus mindestens eine halbe Seite wird.
- Erzählperspektive: Schreibe dieselbe spannende Situation einmal aus der Ich-Perspektive und einmal mit einem personalen Erzähler. Vergleiche die Wirkung.
- Überarbeitung: Nimm eine langweilige Alltagsszene und überarbeite sie mit Sinneseindrücken, treffenden Verben und einer offenen Frage.
Schwer
- Kurzgeschichte: Schreibe eine vollständige Kurzgeschichte mit klarer Spannungskurve, überraschendem Wendepunkt und nachvollziehbarer Auflösung.
- Textanalyse: Analysiere in einer Kurzgeschichte Deiner Wahl, wie Informationen verteilt werden und wodurch Spannung entsteht.
- Kriminalgeschichte: Plane einen Kriminalfall mit drei falschen Spuren, einem zentralen Hinweis und einer glaubwürdigen Auflösung.
- Medienvergleich: Vergleiche den Spannungsaufbau einer Buchszene mit ihrer Verfilmung und erkläre, welche Mittel im Text und welche im Film wirken.

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Lernkontrolle
- Transfer: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel, warum ein Konflikt stärker wirkt, wenn die Hauptfigur ein klares Ziel und ein persönliches Risiko hat.
- Textwirkung: Vergleiche zwei Versionen derselben Szene und begründe, welche spannender wirkt. Beziehe Dich auf Sprache, Tempo und Informationsverteilung.
- Schreibplanung: Entwickle für eine eigene Geschichte eine Spannungskurve mit mindestens fünf Stationen und erläutere, warum die Spannung an diesen Stellen steigt.
- Perspektivwechsel: Beurteile, wie sich die Spannung verändert, wenn eine Szene aus einer anderen Erzählperspektive erzählt wird.
- Problemlösung: Überarbeite eine Szene, in der die Lösung zu zufällig wirkt, so dass Hinweise und Folgen logisch vorbereitet sind.
- Deutung: Untersuche, welche Rolle Angst, Hoffnung oder Unsicherheit für das Mitfiebern der Lesenden spielen.
Lernnachweis
Für den Lernnachweis erstellst Du ein kleines Schreibportfolio zum Spannungsaufbau. Es enthält eine geplante Spannungskurve, eine selbst geschriebene Szene, eine überarbeitete Fassung und eine kurze Reflexion. In der Reflexion erklärst Du, welche Mittel Du eingesetzt hast und warum sie die Spannung erhöhen. Achte besonders auf Konflikt, Hindernis, Erzählperspektive, Zeitgestaltung, Sinneseindruck und Auflösung.
OERs zum Thema
Links
Zusammenfassung
Der Spannungsaufbau in Geschichten entsteht durch das Zusammenspiel von Figur, Ziel, Konflikt, Hindernis, Informationsverteilung, Erzählperspektive, Zeitgestaltung und Sprache. Eine gute Geschichte beantwortet nicht sofort alle Fragen, sondern führt die Lesenden schrittweise durch eine Spannungskurve. Besonders wichtig sind ein nachvollziehbarer Konflikt, steigende Hindernisse, ein starker Höhepunkt und eine glaubwürdige Auflösung. Beim eigenen Schreiben helfen konkrete Sinneseindrücke, treffende Verben, wechselndes Tempo und ein bewusster Umgang mit offenen Fragen.
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