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Siebdruck - Kunst

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Siebdruck - Kunst




Einleitung

Siebdruck ist ein Durchdruckverfahren: Farbe wird mit einer Rakel durch offene Stellen eines feinmaschigen Gewebes auf Papier, Karton oder Textil gedrückt. Gesperrte Stellen bilden die Schablone. So entstehen klare Farbflächen, Wiederholungen und Serien.

Der Kurs richtet sich an die Sekundarstufe I. Du lernst die Technik kennen, planst ein eigenes Motiv und beurteilst Drucke nach Gestaltung, Handwerk und Aussage.


Lernziele

Du kannst den Aufbau eines Siebes erklären, einen einfachen Druckablauf planen, Positiv- und Negativformen unterscheiden, Farbflächen registrieren und sicher mit schulgeeigneten Materialien arbeiten. Außerdem kannst Du den Siebdruck mit Pop Art, Plakatkunst und serieller Gestaltung verbinden.


Grundlagen


Wie funktioniert Siebdruck?

Ein Rahmen hält ein straffes Siebgewebe. Die Schablone verschließt alle Bereiche, die keine Farbe durchlassen sollen. Die Rakel bewegt die Farbe über das Gewebe. Nur die offenen Maschen übertragen Farbe auf den Bedruckstoff.

Bauteil Aufgabe
Siebdruckrahmen Spannt und stabilisiert das Gewebe
Siebgewebe Trägt Schablone und Druckfarbe
Schablone Bestimmt die druckenden Flächen
Rakel Drückt Farbe durch offene Maschen
Passermarke Richtet mehrere Farbschichten aus


Positivform und Negativform

Die Positivform ist das sichtbare Motiv. Die Negativform ist der umgebende oder ausgesparte Raum. Im Siebdruck musst Du beide gleichzeitig planen: Offene Siebstellen drucken, geschlossene bleiben frei.


Schablonenarten

  1. Papierschablone: Schnell, günstig und gut für wenige, einfache Drucke.
  2. Schneideschablone: Geeignet für klare Konturen und wiederholbare Formen.
  3. Fotoemulsion: Ermöglicht feine Linien und Raster; in der Schule nur unter fachkundiger Anleitung.


Gestaltung im Kunstunterricht


Motiv und Aussage

Gute Siebdruckmotive besitzen klare Kontraste und bewusst gesetzte Flächen. Besonders geeignet sind Symbole, Tiere, Pflanzen, Schriftformen, Porträts als eigene Zeichnung und vereinfachte Alltagsobjekte. Nutze nur Bilder, die Du selbst erstellt hast oder rechtmäßig verwenden darfst.


Farbe und Serie

Jede Farbe benötigt gewöhnlich eine eigene Schablone und einen eigenen Druckgang. Überlagerungen erzeugen neue Farbtöne. Kleine Veränderungen von Farbe, Reihenfolge oder Anordnung machen aus einem Motiv eine Serie.

Passermarken helfen, mehrere Farbschichten deckungsgleich zu platzieren. Bewusstes Verschieben kann dagegen als Gestaltungsmittel eingesetzt werden.


Siebdruck und Kunstgeschichte

Der Siebdruck entwickelte sich zunächst als gewerbliches Verfahren und wurde seit den 1930er-Jahren verstärkt künstlerisch genutzt. Für künstlerische Siebdrucke ist auch der Begriff Serigrafie gebräuchlich. In den 1960er-Jahren wurde die Technik durch Pop Art und Op Art besonders bekannt. Künstlerinnen und Künstler nutzten Wiederholung, leuchtende Farbflächen und Motive aus Alltag, Werbung oder Medien. Bedeutende Beispiele verbinden sich unter anderem mit Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Eduardo Paolozzi, Bridget Riley und Rupprecht Geiger.


Praktischer Ablauf


Vom Entwurf zum Druck

  1. Entwurf: Vereinfache Dein Motiv auf klare Flächen.
  2. Farbtrennung: Plane für jede Farbe eine eigene Ebene.
  3. Schablone: Übertrage die Form auf das Sieb.
  4. Registrierung: Markiere die Lage von Papier oder Stoff.
  5. Fluten: Verteile Farbe ohne starken Druck über dem Motiv.
  6. Drucken: Ziehe die Rakel gleichmäßig über das Sieb.
  7. Trocknung: Lege den Druck flach und lasse ihn vollständig trocknen.
  8. Reinigung: Reinige Sieb, Rakel und Arbeitsplatz sofort nach Vorgabe.


Typische Fehler und Lösungen

Beobachtung Mögliche Ursache Lösung
Farbe ist fleckig Rakeldruck ist ungleichmäßig Rakel ruhig und mit gleichbleibendem Winkel führen
Konturen sind unscharf Sieb oder Papier verrutscht Anschläge und Passermarken verwenden
Kleine Stellen fehlen Farbe trocknet im Gewebe Zügig arbeiten und Pausen vermeiden
Rückseite wird schmutzig Arbeitsplatz oder Siebunterseite ist verschmutzt Zwischen den Drucken kontrollieren und reinigen
Farbschichten passen nicht Registrierung ist ungenau Probedruck anfertigen und Marken korrigieren


Sicherheit und Nachhaltigkeit

Verwende in der Schule bevorzugt wasserbasierte, für den Unterricht geeignete Farben. Trage Schutzkleidung, halte Essen und Getränke fern und beachte Etikett sowie Sicherheitsdatenblatt. Schneidewerkzeuge, Belichtung, Emulsionen und Reinigungsmittel werden nur nach Anweisung der Lehrkraft benutzt. Farbe gehört nicht unkontrolliert in den Abfluss. Plane kleine Farbmengen, nutze Restpapier für Probedrucke und reinige Werkzeuge materialgerecht.


Mini-Projekt: Plakat in zwei Farben

Entwirf ein schulisches Plakat zu einem Thema wie Zusammenhalt, Klimaschutz, Vielfalt oder Mediennutzung. Reduziere die Aussage auf ein Symbol, eine kurze eigene Textzeile und zwei Farben. Erstelle je Farbe eine Schablone, fertige Probedrucke an und drucke anschließend eine kleine nummerierte Serie. Dokumentiere eine bewusste Entscheidung zu Form, Farbe und Platzierung.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welches Prinzip kennzeichnet den Siebdruck? (Farbe wird durch offene Stellen eines Gewebes gedrückt) (!Farbe wird ausschließlich mit einer Walze aufgetragen) (!Papier wird mit einer Nadel eingeritzt) (!Farbe wird nur durch Wasser übertragen)




Welches Werkzeug bewegt die Farbe über das Sieb? (Rakel) (!Spachtelmasse) (!Falzbein) (!Radiernadel)




Welche Aufgabe hat die Schablone? (Sie sperrt nicht druckende Bereiche) (!Sie trocknet den fertigen Druck) (!Sie spannt das Papier) (!Sie mischt automatisch alle Farben)




Was ist für einen klaren ersten Entwurf besonders hilfreich? (Deutliche Flächen und starke Kontraste) (!Möglichst viele winzige Details) (!Nur sehr blasse Tonwerte) (!Ein Motiv ohne erkennbare Formen)




Wozu dienen Passermarken? (Sie richten mehrere Farbschichten aus) (!Sie verdünnen die Druckfarbe) (!Sie ersetzen das Siebgewebe) (!Sie trocknen bedruckte Textilien)




Was bedeutet Serigrafie? (Künstlerischer Siebdruck) (!Zeichnen mit Kreide) (!Drucken von einer Metallplatte) (!Modellieren mit Ton)




Warum wird für jede Farbe häufig eine eigene Schablone benötigt? (Weil jede Farbschicht getrennt gedruckt wird) (!Weil Papier nur eine Farbe aufnehmen kann) (!Weil Rakeln nur einmal benutzt werden dürfen) (!Weil Farben im Siebdruck nicht sichtbar sind)




Welche Maßnahme verbessert die Arbeitssicherheit? (Materialhinweise beachten und Schutzkleidung tragen) (!Reinigungsmittel beliebig mischen) (!Während des Druckens essen) (!Schneidewerkzeuge offen liegen lassen)




Welche Wirkung kann Wiederholung in einer Serie erzeugen? (Sie macht Unterschiede und Varianten vergleichbar) (!Sie verhindert jede Bildaussage) (!Sie löscht alle Farbkontraste) (!Sie verwandelt Papier in Gewebe)




Was hilft gegen unscharfe Konturen? (Sieb und Bedruckstoff sicher fixieren) (!Mehrere nasse Drucke stapeln) (!Das Sieb während des Rakelns verschieben) (!Die Schablone vollständig öffnen)





Memory

Rakel drückt Farbe durch das Gewebe
Siebrahmen hält die Druckform gespannt
Schablone sperrt ausgewählte Flächen
Passermarke richtet Farbschichten aus
Auflage bezeichnet die Anzahl gleichartiger Drucke
Serigrafie meint künstlerischen Siebdruck





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Entwurf plant Motiv und Farbflächen
Schablone legt offene Druckbereiche fest
Fluten verteilt Farbe vor dem Druck
Rakeln presst Farbe durch das Gewebe
Registrieren richtet mehrere Farbschichten aus
Trocknen stabilisiert die Farbschicht






Kreuzworträtsel

Rakel Welches Werkzeug drückt die Farbe durch das Sieb?
Gewebe Welches feinmaschige Material wird in einen Rahmen gespannt?
Schablone Was sperrt die nicht druckenden Bereiche?
Passer Welcher Fachbegriff bezeichnet die genaue Ausrichtung mehrerer Druckfarben?
Serigrafie Wie heißt der künstlerische Siebdruck?
Emulsion Welche lichtempfindliche Schicht kann zur Herstellung feiner Druckformen dienen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Beim Siebdruck wird Farbe durch offene Stellen eines feinmaschigen

übertragen. Das Werkzeug zum Verteilen und Durchdrücken der Farbe heißt

. Eine

sperrt alle Bereiche, die frei bleiben sollen. Für mehrere Farben wird meist jede

einzeln gedruckt. Zur genauen Ausrichtung dienen

. Der künstlerische Siebdruck wird auch

genannt. Klare Flächen und starke

erleichtern einen deutlichen Druck. Vor der Auflage hilft ein

beim Erkennen von Fehlern. Wasserbasierte Farben und sparsamer Materialeinsatz unterstützen ein

Arbeiten.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Werkzeugkarte: Zeichne Sieb, Rakel und Schablone und beschrifte ihre Aufgaben.
  2. Positiv und Negativ: Gestalte aus einem einfachen Tiermotiv je eine Positiv- und eine Negativform.
  3. Farbwirkung: Drucke oder male dasselbe Symbol in drei Farbkombinationen und beschreibe die unterschiedliche Wirkung.
  4. Fehlersuche: Untersuche einen misslungenen Probedruck und notiere Ursache sowie Verbesserung.


Standard

  1. Papierschablone: Entwickle ein einfarbiges Motiv, schneide eine sichere Schablone und drucke eine kleine Serie.
  2. Zweifarbendruck: Plane zwei Farbebenen und richte sie mit selbst entwickelten Passermarken aus.
  3. Plakatgestaltung: Entwirf ein Plakat für eine schulische Veranstaltung mit Bildzeichen und eigener kurzer Textzeile.
  4. Kunstvergleich: Vergleiche einen Siebdruck der Pop Art mit einem aktuellen Plakat hinsichtlich Farbe, Wiederholung und Aussage.


Schwer

  1. Serielle Variation: Erstelle mindestens sechs Varianten eines Motivs und verändere systematisch Farbe, Drehung oder Ausschnitt.
  2. Visuelle Botschaft: Entwickle eine Siebdruckserie zu einem gesellschaftlichen Thema und begründe Deine Symbolwahl.
  3. Experimenteller Fehldruck: Nutze Versatz, Überlagerung oder ungleichmäßigen Farbauftrag bewusst als Ausdrucksmittel.
  4. Ausstellungskonzept: Kuratiere eine Klassenausstellung mit Titel, Reihenfolge, Werktexten und nachhaltigem Präsentationsplan.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Verfahrensvergleich: Vergleiche Siebdruck und Linolschnitt in Bezug auf Druckform, Linienwirkung, Auflage und Sicherheit. Begründe, welches Verfahren Du für ein zweifarbiges Schulplakat wählen würdest.
  2. Gestaltungsanalyse: Analysiere, wie Wiederholung und Farbwechsel die Aussage einer Bildserie verändern. Belege Deine Deutung an sichtbaren Merkmalen.
  3. Produktionsplanung: Entwickle einen Arbeitsplan für zehn zweifarbige Karten. Ordne Arbeitsschritte, Material und Trockenzeiten sinnvoll.
  4. Fehlerdiagnose: Ein Druck zeigt verschobene Farben, unscharfe Kanten und fehlende Stellen. Leite für jedes Problem eine plausible Ursache und eine Lösung ab.
  5. Nachhaltigkeitsentscheidung: Beurteile zwei Arbeitsweisen: große Farbmengen mit Einwegmaterial oder genau geplante Mengen mit wiederverwendbaren Werkzeugen. Berücksichtige Qualität, Zeit und Umwelt.
  6. Urheberrecht und Gestaltung: Erkläre, warum ein fremdes Internetbild nicht einfach übernommen werden sollte, und entwickle zwei rechtmäßige Alternativen für ein eigenes Motiv.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis reichst Du ein Portfolio mit Entwurf, Farbtrennung, Probedruck, fertiger Serie und kurzer Reflexion ein. Bewertet werden:

  1. Fachwissen: Du erklärst Sieb, Schablone, Rakel und Registrierung korrekt.
  2. Gestaltung: Motiv, Kontrast, Farbe und Bildaufbau unterstützen die Aussage.
  3. Druckqualität: Die Auflage zeigt einen kontrollierten Farbauftrag und bewusste Abweichungen.
  4. Arbeitsprozess: Du planst, dokumentierst und verbesserst selbstständig.
  5. Sicherheit: Du gehst regelgerecht mit Werkzeugen und Materialien um.
  6. Reflexion: Du begründest Entscheidungen und benennst nächste Lernschritte.




OERs zum Thema

Wikimedia Commons: Medien zum Siebdruck


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