Sagen und Legenden kennenlernen - aiMOOC


Sagen und Legenden kennenlernen - aiMOOC
Einleitung
Sagen und Legenden kennenlernen bedeutet, eine besondere Welt des Erzählens zu entdecken: Geschichten, die zwischen Wirklichkeit, Fantasie, Geschichte, Religion, Regionalkultur und Überlieferung stehen. In Sagen und Legenden begegnen Dir geheimnisvolle Orte, außergewöhnliche Personen, wundersame Ereignisse, gefährliche Prüfungen, Warnungen, Hoffnungen und Werte einer Gemeinschaft. Viele dieser Erzählungen wurden lange Zeit mündlich überliefert, bevor sie gesammelt, aufgeschrieben, gedruckt, verfilmt oder digital weitergegeben wurden.
Eine Sage ist meist eine kurze, oft spannende Erzählung, die an einen konkreten Ort, eine bestimmte Landschaft, eine Burg, einen Fluss, ein Dorf, eine Stadt oder eine historische Person gebunden ist. Sie enthält häufig einen sogenannten wahren Kern, wird aber durch fantastische oder übernatürliche Elemente erweitert. Eine Legende ist ebenfalls eine erzählende Textsorte mit einem möglichen historischen Bezug. Häufig stehen hier besondere Menschen, religiöse Figuren, Heilige, Vorbilder oder moralische Entscheidungen im Mittelpunkt. Beide Erzählformen helfen Menschen, sich die Welt zu erklären, Erfahrungen weiterzugeben und Werte sichtbar zu machen.
Die Loreley am Rhein zeigt besonders deutlich, wie ein realer Ort und eine erzählte Geschichte miteinander verbunden werden können. Der Felsen existiert wirklich; die Erzählung von der singenden Frau, die Schiffer ablenkt, gehört zur Welt der Sage und der literarischen Weitergestaltung.
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Was ist eine Sage?
Eine Sage ist eine erzählende Textsorte, die Wirklichkeit und Fantasie miteinander verbindet. Typisch ist, dass sie so erzählt wird, als könne das Geschehen wirklich passiert sein. Deshalb enthält sie oft genaue Hinweise auf Orte, Landschaften, Namen, alte Gebäude, besondere Naturerscheinungen oder geschichtliche Ereignisse. Gleichzeitig treten in Sagen häufig übernatürliche Wesen, Zauberkräfte, Gespenster, Riesen, Zwerge, Drachen, Nixen, Teufelsgestalten oder geheimnisvolle Stimmen auf.
Sagen wurden über viele Generationen hinweg erzählt. Dabei veränderten sie sich: Einzelne Erzählerinnen und Erzähler ergänzten Details, ließen anderes weg oder passten die Geschichte an die eigene Zeit und Region an. Darum gibt es von vielen Sagen unterschiedliche Fassungen. Eine Sage ist also nicht nur ein fertiger Text, sondern auch Teil einer lebendigen Erzählkultur.
Typische Merkmale der Sage
- Ortsbezug: Eine Sage spielt häufig an einem erkennbaren Ort wie einem Berg, Fluss, See, Schloss, Wald, Dorf oder einer Stadt.
- Wahrer Kern: Eine Sage enthält oft einen Bezug zu realen Personen, historischen Ereignissen oder auffälligen Naturformen.
- Übernatürliches: In Sagen erscheinen häufig Wesen, Kräfte oder Ereignisse, die über die normale Wirklichkeit hinausgehen.
- Mündliche Überlieferung: Viele Sagen wurden zuerst erzählt und erst später aufgeschrieben.
- Spannung: Sagen sind meist kurz, zielgerichtet und enthalten einen geheimnisvollen oder unheimlichen Kern.
- Erklärfunktion: Sagen erklären oft, warum ein Ort einen bestimmten Namen hat, warum ein Felsen eine besondere Form besitzt oder warum Menschen bestimmte Regeln beachten sollen.
- Warnung: Viele Sagen enthalten eine Botschaft, etwa vor Hochmut, Gier, Verrat, Unachtsamkeit oder dem Bruch von Versprechen.
Beispiele für bekannte Sagen

Die Sage vom Rattenfänger von Hameln verbindet eine konkrete Stadt mit einem geheimnisvollen Ereignis. Die Erzählung berichtet von einem Spielmann, der zunächst die Ratten vertreibt und später Kinder aus der Stadt führt, nachdem ihm der versprochene Lohn verweigert worden sein soll. Ob und wie ein historisches Ereignis hinter der Erzählung steht, ist bis heute Gegenstand verschiedener Deutungen. Für den Unterricht ist besonders interessant, wie die Sage Fragen nach Gerechtigkeit, Vertrag, Verantwortung und Erinnerungskultur aufwirft.

Das Nibelungenlied ist keine einfache kurze Volkssage, sondern ein bedeutendes mittelhochdeutsches Heldenepos, das viele Sagenstoffe verarbeitet. Figuren wie Siegfried, Kriemhild, Hagen von Tronje und Brünhild gehören zu einem Sagenkreis, in dem Heldentum, Verrat, Treue, Macht, Rache und Untergang zentrale Rollen spielen. An diesem Beispiel kannst Du erkennen, dass Sagenstoffe auch in großen literarischen Werken weiterleben.

Die Krabat-Sage ist eng mit der Lausitz und der sorbischen Kultur verbunden. Der Stoff wurde in verschiedenen Fassungen erzählt und später literarisch bearbeitet, besonders bekannt durch Otfried Preußler. Die Sage zeigt, wie regionale Erzählungen Identität stiften und zugleich Themen wie Macht, Verführung, Freiheit, Freundschaft und Widerstand behandeln können.
Was ist eine Legende?
Eine Legende ist eine erzählende Textform, die häufig von außergewöhnlichen Menschen, religiösen Vorbildern, Heiligen, Wundern oder beispielhaften Handlungen berichtet. Wie die Sage kann auch die Legende einen historischen Kern haben. Sie gestaltet diesen Kern jedoch oft so aus, dass eine moralische oder religiöse Botschaft besonders deutlich wird. In Legenden geht es daher nicht nur darum, was geschehen sein soll, sondern auch darum, welche Bedeutung ein Ereignis für eine Gemeinschaft hat.
Legenden wurden häufig erzählt, um Vorbilder zu zeigen: Menschen, die mutig, barmherzig, standhaft, gerecht oder besonders hilfsbereit handeln. Deshalb haben Legenden oft eine klare Wertorientierung. Sie wollen nicht nur unterhalten, sondern auch zum Nachdenken über das eigene Handeln anregen.
Typische Merkmale der Legende
- Vorbild: Häufig steht eine Person im Mittelpunkt, die als besonders tugendhaft oder beispielhaft gilt.
- Wunder: Legenden enthalten oft wundersame Ereignisse, die eine besondere Bedeutung erhalten.
- Moral: Viele Legenden vermitteln Werte wie Hilfsbereitschaft, Barmherzigkeit, Mut oder Gerechtigkeit.
- Religiöser Bezug: Viele klassische Legenden sind mit religiösen Traditionen verbunden.
- Historischer Kern: Oft gibt es eine reale Person oder ein historisches Ereignis, das erzählerisch überhöht wird.
- Lehrhafte Wirkung: Legenden wollen Leserinnen und Leser nicht nur informieren, sondern auch Orientierung geben.
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Sage und Legende im Vergleich
Sagen und Legenden sind verwandt, aber nicht gleich. Beide können fantastische Elemente enthalten und beide greifen oft auf Vergangenheit, Erinnerung und Überlieferung zurück. Der wichtigste Unterschied liegt meist im Schwerpunkt: Die Sage ist oft stärker an einen Ort, ein historisches Ereignis oder eine rätselhafte Naturerscheinung gebunden. Die Legende stellt häufiger eine beispielhafte Person, ein Wunder oder eine moralisch-religiöse Aussage in den Mittelpunkt.
| Merkmal | Sage | Legende |
|---|---|---|
| Wirklichkeitsbezug | Häufig konkreter Ort oder historischer Anlass | Häufig historische oder religiöse Person |
| Fantastisches Element | Geister, Nixen, Riesen, Zwerge, Drachen, Zauber, Teufelsgestalten | Wunder, göttliche Zeichen, außergewöhnliche Taten |
| Funktion | Erklärt Orte, Ereignisse, Namen oder Warnungen | Zeigt Vorbilder, Werte und Sinnzusammenhänge |
| Erzählhaltung | Wirkt oft geheimnisvoll, unheimlich oder warnend | Wirkt oft bewundernd, lehrhaft oder stärkend |
| Bezug zur Gemeinschaft | Bewahrt regionale Erinnerung | Bewahrt religiöse, moralische oder kulturelle Orientierung |
Abgrenzung zu Märchen, Mythos und Fabel
Sagen und Legenden werden häufig mit Märchen, Mythen und Fabeln verwechselt. Diese Textsorten sind miteinander verwandt, haben aber unterschiedliche Schwerpunkte.
Ein Märchen spielt meist in einer unbestimmten Welt. Typische Formeln wie Es war einmal zeigen, dass Zeit und Ort nicht genau festgelegt sind. Im Märchen treten oft Könige, Prinzessinnen, Hexen, Zauberer, sprechende Tiere und magische Gegenstände auf. Im Unterschied zur Sage ist der Wirklichkeitsanspruch schwächer: Das Märchen will nicht behaupten, dass das Geschehen an einem bestimmten realen Ort passiert ist.
Ein Mythos erzählt häufig von Göttern, Weltentstehung, Naturkräften oder grundlegenden Fragen des Lebens. Mythen geben einer Gemeinschaft Antworten auf große Fragen: Woher kommt die Welt? Warum gibt es Tod, Jahreszeiten, Ordnung oder Chaos? Welche Kräfte bestimmen das Leben?
Eine Fabel ist meist eine kurze lehrhafte Erzählung, in der Tiere wie Menschen handeln und sprechen. Am Ende steht oft eine Moral. Während Sagen und Legenden häufig mit Vergangenheit, Orten oder Vorbildern arbeiten, zielt die Fabel besonders auf eine allgemeine Lebensregel.
Aufbau einer Sage oder Legende
Viele Sagen und Legenden folgen einem klaren Aufbau. Dieser Aufbau hilft Dir, Texte besser zu verstehen und eigene Erzählungen zu schreiben.
- Ausgangssituation: Ort, Zeit, Figuren und eine besondere Lage werden eingeführt.
- Auslöser: Ein Problem, ein Verbot, ein Wunsch, ein Versprechen oder ein rätselhaftes Ereignis setzt die Handlung in Gang.
- Steigerung: Die Spannung nimmt zu. Die Figuren müssen handeln oder eine Entscheidung treffen.
- Höhepunkt: Das entscheidende Ereignis geschieht, oft verbunden mit einem Wunder, einer Strafe, einer Rettung oder einer Enthüllung.
- Folge: Am Ende bleibt eine Erklärung, Warnung, Erinnerung, Lehre oder Veränderung zurück.
Sprache und Erzählweise
Die Sprache von Sagen und Legenden ist häufig knapp, anschaulich und wirkungsvoll. Sie enthält oft genaue Ortsangaben, starke Verben und geheimnisvolle Formulierungen. Häufig wird in der Vergangenheit erzählt. Direkte Rede kann Spannung erzeugen und Figuren lebendiger machen. Wichtig sind auch Adjektive, die Atmosphäre schaffen: düster, einsam, steil, geheimnisvoll, unerklärlich, heilig, verborgen oder verflucht.
Beim Lesen solltest Du darauf achten, welche Wörter Wirklichkeit erzeugen und welche Wörter Fantasie oder Staunen wecken. Gerade die Mischung aus Genauigkeit und Rätselhaftigkeit macht Sagen und Legenden besonders spannend.
Bedeutung für Kultur und Gesellschaft
Sagen und Legenden sind mehr als alte Geschichten. Sie zeigen, welche Fragen, Ängste, Hoffnungen und Werte Menschen in einer bestimmten Zeit beschäftigten. Sie können erklären, warum ein Ort wichtig ist, warum eine Gemeinschaft bestimmte Bräuche pflegt oder warum eine historische Person besonders erinnert wird. In vielen Regionen gehören Sagen zu Heimatkunde, Kulturgeschichte, Tourismus, Literaturunterricht und Erinnerungskultur.
Zugleich leben Sagen und Legenden in modernen Medien weiter: in Jugendliteratur, Fantasy, Film, Computerspielen, Podcasts, Graphic Novels und sozialen Medien. Auch moderne Sagen, oft als urbane Legenden bezeichnet, verbreiten sich schnell. Sie wirken glaubwürdig, weil sie angeblich einer Freundin, einem Bekannten oder einer Person aus der Nähe passiert sind. Damit zeigen sie, dass Menschen auch heute noch Geschichten erzählen, um Unsicherheit, Angst, Staunen oder Warnungen auszudrücken.
Sagen und Legenden untersuchen
Wenn Du eine Sage oder Legende untersuchst, helfen Dir Leitfragen. Zuerst solltest Du klären, welche Figuren auftreten und wo das Geschehen spielt. Danach untersuchst Du den Wirklichkeitsbezug: Gibt es einen realen Ort, eine historische Person, ein Denkmal, eine Kirche, eine Burg oder ein Naturphänomen? Anschließend prüfst Du die fantastischen Elemente. Am Ende deutest Du die Botschaft: Wovor warnt der Text? Welche Werte zeigt er? Welche Fragen bleiben offen?
Eine gute Textuntersuchung belegt Aussagen mit passenden Textstellen. Schreibe also nicht nur: Die Sage ist spannend. Besser ist: Die Sage erzeugt Spannung, weil das geheimnisvolle Geräusch zuerst nicht erklärt wird und die Hauptfigur trotzdem dem Ruf folgt. So verbindest Du Beobachtung und Deutung.
Eigene Sage oder Legende schreiben
Du kannst selbst eine Sage oder Legende schreiben. Wähle dafür zuerst einen Ort, der wirklich existiert: eine alte Brücke, einen Brunnen, einen Baum, eine Ruine, einen See, einen Tunnel, einen Schulhof oder ein Denkmal. Überlege dann, welches Geheimnis dieser Ort haben könnte. Danach entwickelst Du Figuren, ein Problem und eine überraschende Erklärung. Achte darauf, dass Deine Geschichte einerseits glaubwürdig wirkt und andererseits ein fantastisches oder wundersames Element enthält.
Für eine Legende kannst Du eine Figur erfinden, die in einer schwierigen Situation besonders mutig, gerecht oder hilfsbereit handelt. Wichtig ist, dass am Ende eine Bedeutung sichtbar wird. Eine Legende braucht nicht einfach nur ein Wunder; sie braucht eine Botschaft.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist ein typisches Merkmal einer Sage? (Sie ist häufig an einen konkreten Ort gebunden) (!Sie spielt immer in einer völlig erfundenen Welt) (!Sie enthält nie fantastische Elemente) (!Sie besteht immer aus Reimen)
Was steht in vielen Legenden besonders im Mittelpunkt? (Eine beispielhafte Person oder Handlung) (!Eine mathematische Beweisführung) (!Eine sachliche Wettervorhersage) (!Eine zufällige Einkaufsliste)
Was bedeutet der Ausdruck wahrer Kern bei einer Sage? (Ein Bezug zu realen Orten, Personen oder Ereignissen kann vorhanden sein) (!Die Geschichte muss vollständig historisch bewiesen sein) (!Alle Figuren müssen heute noch leben) (!Fantastische Elemente sind verboten)
Welche Textsorte ist meist stärker an unbestimmte Orte und Zeiten gebunden? (Märchen) (!Sage) (!Legende) (!Bericht)
Welche Funktion haben viele Sagen? (Sie erklären Orte, Namen oder ungewöhnliche Ereignisse) (!Sie ersetzen naturwissenschaftliche Messungen) (!Sie liefern ausschließlich Kochrezepte) (!Sie bestehen nur aus Dialogen ohne Handlung)
Welches Element passt besonders gut zu einer klassischen Legende? (Wunder) (!Fußnote) (!Diagramm) (!Preisvergleich)
Warum wurden viele Sagen in unterschiedlichen Fassungen überliefert? (Weil sie lange mündlich erzählt und verändert wurden) (!Weil sie immer von einer einzigen Person gleichzeitig geschrieben wurden) (!Weil sie nur als Gesetzestexte existierten) (!Weil sie nie weitererzählt wurden)
Was ist eine Urban Legend? (Eine moderne Sage, die oft als angeblich wahre Geschichte erzählt wird) (!Ein amtlicher Stadtplan) (!Ein wissenschaftlicher Laborbericht) (!Ein mittelalterliches Kochbuch)
Welche Frage hilft besonders bei der Untersuchung einer Sage? (Welcher reale Ort oder historische Bezug spielt eine Rolle) (!Wie viele Seiten hat das Mathematikbuch) (!Welche Schuhgröße hat der Erzähler) (!Welche Farbe hat die Seitenzahl)
Was sollte eine eigene Sage besonders enthalten? (Eine Mischung aus glaubwürdigem Ort und geheimnisvollem Ereignis) (!Nur abstrakte Definitionen ohne Handlung) (!Ausschließlich Tabellen und Zahlen) (!Eine Liste ohne Figuren)
Memory
| Sage | Ortsgebundene Erzählung mit fantastischem Element |
| Legende | Erzählung über Vorbild, Wunder oder moralische Bedeutung |
| Wahrer Kern | Bezug zu realen Orten, Personen oder Ereignissen |
| Mündliche Überlieferung | Weitergabe durch Erzählen von Generation zu Generation |
| Urban Legend | Moderne angeblich wahre Alltagsgeschichte |
| Märchen | Erzählung in unbestimmter Zeit und Welt |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Ortsbezug | Sage |
| Wunder | Legende |
| Unbestimmte Zeit | Märchen |
| Tierische Moral | Fabel |
| Götter und Weltdeutung | Mythos |
Kreuzworträtsel
| Loreley | Welche Sagengestalt wird oft mit einem Felsen am Rhein verbunden? |
| Hameln | Welche Stadt ist mit dem Rattenfänger verbunden? |
| Wunder | Welches außergewöhnliche Ereignis kommt in vielen Legenden vor? |
| Mythos | Welche Erzählform erklärt oft Welt, Götter und Lebensfragen? |
| Fabel | Welche kurze Textsorte arbeitet häufig mit sprechenden Tieren? |
| Krabat | Welche Sagengestalt gehört zur sorbischen Kultur? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Sagen-Orte entdecken: Suche in Deiner Umgebung einen Ort, zu dem eine Sage, Legende oder geheimnisvolle Geschichte passen könnte. Beschreibe den Ort mit fünf genauen Beobachtungen.
- Figurensteckbrief: Erstelle einen Steckbrief zu einer Sagengestalt wie Loreley, Krabat, Siegfried oder dem Rattenfänger. Beschreibe Aussehen, Eigenschaften, Ziel und Wirkung auf andere Figuren.
- Vergleich Märchen Sage Legende: Erstelle eine einfache Tabelle, in der Du Märchen, Sage und Legende mit je drei Merkmalen vergleichst.
- Sagenbild gestalten: Zeichne oder fotografiere einen Ort, der geheimnisvoll wirkt, und ergänze eine kurze Bildunterschrift im Stil einer Sage.
Standard
- Sage untersuchen: Lies eine Sage Deiner Wahl und untersuche Ort, Figuren, wahren Kern, fantastische Elemente und Botschaft. Belege Deine Aussagen mit Textstellen.
- Legende deuten: Wähle eine Legende und erkläre, welche Werte sie vermittelt. Beschreibe, ob diese Werte auch heute noch wichtig sein können.
- Eigene Sage schreiben: Schreibe eine eigene Sage zu einem realen Ort. Achte auf Spannung, Ortsbezug, ein übernatürliches Ereignis und eine erklärende Schlusswirkung.
- Interviewprojekt: Befrage eine ältere Person, ob sie eine lokale Sage, Legende oder unheimliche Geschichte kennt. Notiere die Erzählung und reflektiere, wie mündliche Überlieferung funktioniert.
Schwer
- Sagenvergleich: Vergleiche zwei Fassungen derselben Sage. Untersuche Unterschiede bei Figuren, Handlung, Sprache, Botschaft und Wirkung.
- Regionale Erinnerungskultur: Analysiere, wie eine Stadt oder Region eine Sage touristisch oder kulturell nutzt. Beziehe Denkmäler, Stadtführungen, Museen oder Webseiten ein.
- Moderne Urban Legend: Untersuche eine moderne Sage aus Internet, Schule oder Alltag. Prüfe, warum sie glaubwürdig wirkt und welche Ängste oder Warnungen sie ausdrückt.
- Medienprojekt Sagenfilm: Entwickle ein kurzes Drehbuch für eine Sage oder Legende. Plane Schauplätze, Kameraeinstellungen, Geräusche, Dialoge und eine deutliche Schlussbotschaft.

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Lernkontrolle
- Transfer Sage Gegenwart: Erkläre, warum Menschen auch heute noch Geschichten erzählen, die halb glaubwürdig und halb fantastisch wirken. Beziehe soziale Medien und Urban Legends ein.
- Deutung eines Ortes: Wähle einen realen Ort und entwickle eine plausible Erklärung, warum gerade dort eine Sage entstehen könnte. Begründe mit Landschaft, Geschichte und Atmosphäre.
- Werte in Legenden: Vergleiche eine klassische Legende mit einer modernen Vorbildgeschichte aus Sport, Musik, Politik oder Alltag. Zeige Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Wertevermittlung.
- Erzählperspektive verändern: Schreibe eine bekannte Sage aus der Sicht einer Nebenfigur um und erkläre anschließend, wie sich dadurch die Botschaft verändert.
- Fakten und Fiktion trennen: Untersuche eine Sage auf überprüfbare Fakten und erfundene Elemente. Erkläre, warum beide Ebenen für die Wirkung wichtig sind.
- Kritische Medienkompetenz: Beurteile, wie man erkennen kann, ob eine moderne angeblich wahre Geschichte zuverlässig, übertrieben oder erfunden ist.
Lernnachweis
- Textanalyse: Analysiere eine Sage oder Legende nach den Merkmalen Ort, Figuren, Aufbau, fantastische Elemente, Wirklichkeitsbezug und Botschaft.
- Vergleichsaufgabe: Vergleiche eine Sage mit einer Legende und zeige an konkreten Textbeispielen, wie sich beide Textsorten unterscheiden.
- Produktive Aufgabe: Verfasse eine eigene Sage oder Legende und markiere anschließend die Merkmale, die Du bewusst eingesetzt hast.
- Reflexion: Erkläre, welche Bedeutung Sagen und Legenden für Kultur, Erinnerung und Identität einer Gemeinschaft haben können.
- Präsentation: Stelle eine regionale Sage oder Legende vor und erläutere, wie sie bis heute weitergegeben oder genutzt wird.
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Zusammenfassung
Sagen und Legenden sind wichtige Formen des Erzählens. Sie verbinden Vergangenheit, Fantasie, Werte und Gemeinschaft. Eine Sage ist meist an einen konkreten Ort oder ein historisches Ereignis gebunden und enthält oft fantastische Elemente. Eine Legende erzählt häufig von besonderen Menschen, Wundern oder moralischen Vorbildern. Beide Textsorten zeigen, wie Menschen die Welt deuten, Erfahrungen weitergeben und kulturelle Erinnerung gestalten. Wer Sagen und Legenden untersucht, lernt nicht nur literarische Merkmale kennen, sondern auch den Zusammenhang von Sprache, Geschichte, Glauben, Region und Identität.
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