Rechtssichere KI-Nutzung an Schulen


Rechtssichere KI-Nutzung an Schulen
Einleitung
Dieser aiMOOC ist ein praxisnaher Lehrerfortbildungssnack zur rechtssicheren KI-Nutzung an Schulen. Er verbindet Künstliche Intelligenz, Datenschutz, Urheberrecht, Schulrecht, Medienbildung und Prüfungskultur zu einem umsetzbaren Praxisleitfaden. Du lernst, wann KI-Systeme im schulischen Alltag hilfreich sein können, wo rechtliche Grenzen liegen und wie Du Entscheidungen dokumentierst, damit Unterricht, Leistungsbewertung und Schulentwicklung transparent, fair und verantwortungsvoll bleiben.
Wichtiger Hinweis: Dieser aiMOOC ersetzt keine Rechtsberatung. Schulische Vorgaben unterscheiden sich je nach Bundesland, Schulträger, Dienstherr und freigegebenen Plattformen. Prüfe deshalb immer die aktuellen Vorgaben Deiner Schule, Deines Bundeslandes, des Datenschutzbeauftragten und der zuständigen Schulaufsicht.
Fortbildungsvideo
Das folgende Video bildet den Medienimpuls für diesen aiMOOC. Bearbeite es aktiv: Notiere drei Chancen, drei Risiken und drei konkrete Prüfungen, die Du vor einem KI-Einsatz an Deiner Schule durchführen würdest.
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Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, warum rechtssichere KI-Nutzung nicht nur eine technische Frage ist, sondern eine Kombination aus Pädagogik, Datenschutz-Grundverordnung, KI-Verordnung, Urheberrecht, Schulrecht, Transparenz und Professionalisierung. Du kannst KI-Anwendungen nach Risiko einschätzen, personenbezogene Daten erkennen, eine schulische Freigabe prüfen, KI-Nutzung in Aufgaben und Prüfungen transparent regeln und einen einfachen Dokumentationsbogen für Deine Schule entwickeln.

Grundverständnis: Was bedeutet rechtssicher?
Rechtssicher bedeutet im schulischen Kontext nicht, dass jede Unsicherheit verschwindet. Gemeint ist ein rechtsbewusster, dokumentierter und pädagogisch begründeter Umgang mit KI-Systemen. Eine Schule handelt deutlich sicherer, wenn sie nicht spontan einzelne Tools einsetzt, sondern vorab Zweck, Datenflüsse, Verantwortlichkeiten, Alternativen, Risiken und Informationspflichten klärt.
Fünf Leitfragen
| Leitfrage | Bedeutung für die Schule |
|---|---|
| Wofür wird KI genutzt? | Der Zweck muss pädagogisch, organisatorisch oder administrativ nachvollziehbar sein. |
| Welche Daten werden verarbeitet? | Personenbezogene Daten, Leistungsdaten, Gesundheitsdaten, Bilder, Stimmen und Verhaltensdaten erfordern besondere Vorsicht. |
| Ist das Tool freigegeben? | Nutze bevorzugt schulisch geprüfte Plattformen mit geklärten Rollen, Verträgen und Datenschutzinformationen. |
| Wer trägt Verantwortung? | Lehrkraft, Schulleitung, Schulträger und Anbieter haben unterschiedliche Aufgaben; pädagogische Entscheidungen bleiben menschlich verantwortet. |
| Wie wird Transparenz hergestellt? | Lernende, Eltern und Kollegium müssen wissen, wann KI eingesetzt wird, welche Regeln gelten und wie Ergebnisse überprüft werden. |
Merksatz
Eine KI-Anwendung ist nicht deshalb schulgeeignet, weil sie nützlich wirkt. Sie ist erst dann schulgeeignet, wenn Zweck, Daten, Rechtsgrundlage, Transparenz, Kontrolle und pädagogischer Mehrwert zusammenpassen.
Rechtlicher Rahmen
Die rechtssichere Nutzung von KI an Schulen entsteht aus mehreren Rechts- und Regelungsbereichen. Besonders wichtig sind die DSGVO, ergänzende Landesdatenschutzgesetze, das jeweilige Schulgesetz, dienstliche Vorgaben, das Urheberrecht, die europäische KI-Verordnung und schulinterne Nutzungsordnungen.
Datenschutz-Grundverordnung
Die DSGVO schützt natürliche Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten. In der Schule betrifft das besonders Daten von Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften. Personenbezogen sind nicht nur Name, Adresse und Foto, sondern auch Lernstand, Stimme, Handschrift, IP-Adresse, Klassenarbeit, Förderbedarf oder eine Kombination scheinbar harmloser Angaben, wenn eine Person dadurch identifizierbar wird.
Für den KI-Einsatz sind diese Grundsätze zentral: Rechtmäßigkeit, Transparenz, Zweckbindung, Datenminimierung, Richtigkeit, Speicherbegrenzung, Integrität und Vertraulichkeit sowie Rechenschaftspflicht. Die Schule muss also nicht nur datenschutzkonform handeln, sondern dies auch nachvollziehbar belegen können.

Rechtsgrundlage und Einwilligung
Eine Verarbeitung personenbezogener Daten braucht eine Rechtsgrundlage. In Schulen ergibt sie sich häufig aus dem Schulgesetz oder aus Aufgaben im öffentlichen Interesse. Eine Einwilligung kann möglich sein, ist aber im Schulkontext heikel, weil zwischen Schule und Lernenden ein Abhängigkeitsverhältnis besteht. Sie muss freiwillig, informiert, bestimmt und widerrufbar sein. Deshalb ist es oft besser, personenbezogene Daten gar nicht in ein KI-System einzugeben oder eine geprüfte schulische Plattform zu verwenden.
Auftragsverarbeitung und Anbieterprüfung
Wenn ein KI-Anbieter personenbezogene Daten im Auftrag der Schule verarbeitet, muss geklärt sein, ob eine Auftragsverarbeitung vorliegt und ob ein Auftragsverarbeitungsvertrag erforderlich ist. Zusätzlich sind technische und organisatorische Maßnahmen, Speicherorte, Löschfristen, Unterauftragsverarbeiter, Trainingsnutzung, Supportzugriffe und Betroffenenrechte zu prüfen. Bei Cloud-Diensten außerhalb der EU oder des EWR sind zusätzliche Anforderungen an internationale Datenübermittlungen zu beachten.
KI-Verordnung der Europäischen Union
Die europäische KI-Verordnung verfolgt einen risikobasierten Ansatz. Bestimmte KI-Praktiken sind verboten, viele Alltagsanwendungen gelten als geringes Risiko, und bestimmte KI-Systeme im Bildungsbereich können als Hochrisiko-KI-Systeme eingestuft werden. Für Schulen besonders bedeutsam ist die Pflicht zur KI-Kompetenz: Wer KI-Systeme beruflich einsetzt oder über deren Nutzung entscheidet, braucht angemessene Kenntnisse über Möglichkeiten, Grenzen und Risiken.
Im Bildungsbereich sind insbesondere KI-Systeme kritisch, die Zugang oder Zulassung zu Bildung steuern, Lernleistungen bewerten, Bildungswege wesentlich beeinflussen oder Prüfungsverhalten überwachen. Solche Anwendungen greifen tief in Bildungsbiografien ein und dürfen nicht leichtfertig, intransparent oder allein automatisiert eingesetzt werden.
Urheberrecht und OER
Urheberrecht betrifft sowohl Eingaben als auch Ausgaben. Du solltest keine vollständigen Lehrbücher, geschützten Arbeitshefte, Prüfungsaufgaben, Bilder oder Texte in externe KI-Dienste hochladen, wenn keine Erlaubnis oder passende Schranke vorliegt. Nutze bevorzugt OER, gemeinfreie Materialien oder selbst erstellte Inhalte. KI-generierte Ausgaben müssen fachlich geprüft und bei Veröffentlichung transparent eingeordnet werden. Wenn Du mit Creative-Commons-Lizenzen arbeitest, beachte Namensnennung, Lizenzangabe, Link und Änderungsvermerk.
Leistungsbewertung und Prüfungskultur
Leistungsbewertung bleibt eine pädagogische und rechtlich verantwortete Aufgabe der Lehrkraft. KI kann Feedbackentwürfe, Kriterienraster oder Aufgabenvarianten unterstützen, darf aber schulische Entscheidungen nicht intransparent ersetzen. Für Hausaufgaben, Projekte, Präsentationen und Prüfungen braucht es klare Regeln: Was ist erlaubt, was ist verboten, wie wird KI-Nutzung angegeben und wie weist Du Eigenleistung nach?
Praxisleitfaden für Schulen
Das Ampelmodell
| Bereich | Beispiele | Einschätzung |
|---|---|---|
| Grün: meist gut handhabbar | Unterrichtsideen ohne personenbezogene Daten, Aufgabenvarianten, Differenzierungsvorschläge, neutrale Erklärtexte, Checklisten, anonymisierte Beispieltexte | Möglich, wenn fachlich geprüft, pädagogisch sinnvoll und schulisch erlaubt. |
| Gelb: nur mit Prüfung | Feedback zu pseudonymisierten Lernprodukten, KI-gestützte Lernplattformen, Schülerkonten, Sprach- oder Bildfunktionen, schulinterne Chatbots | Nur mit Freigabe, Datenschutzprüfung, Transparenz, Rollenklärung und Alternativen. |
| Rot: grundsätzlich vermeiden | Klarnamen mit Noten, Gesundheitsdaten, Förderdiagnosen, Fotos ohne Freigabe, Emotionserkennung, automatisierte Notenvergabe, biometrische Prüfungsüberwachung, Upload geschützter Materialien | Hohe rechtliche, ethische und pädagogische Risiken; nur bei eindeutiger Rechtsgrundlage und offizieller Freigabe, oft gar nicht zulässig. |
Fünf-Minuten-Check vor jedem KI-Einsatz
- Zweck: Formuliere in einem Satz, wofür die KI eingesetzt wird.
- Datenminimierung: Entferne alle Angaben, die nicht nötig sind.
- Freigabe: Prüfe, ob das Tool schulisch zugelassen ist.
- Transparenz: Informiere Lernende, Eltern oder Kollegium passend zum Einsatz.
- Kontrolle: Überprüfe jede Ausgabe fachlich, pädagogisch und sprachlich.
Checkliste für ein neues KI-Tool
| Prüffrage | Warum sie wichtig ist |
|---|---|
| Ist der pädagogische Zweck klar? | Ohne klaren Zweck ist keine saubere Datenschutz- und Risikoabwägung möglich. |
| Welche Daten werden eingegeben? | Je sensibler die Daten, desto höher die Anforderungen. |
| Wer ist verantwortlich? | Schule, Schulträger und Anbieter müssen ihre Rollen kennen. |
| Gibt es einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung? | Bei Verarbeitung im Auftrag ist ein rechtssicherer Vertrag zentral. |
| Werden Eingaben zum Training genutzt? | Trainingsnutzung kann unzulässige Weiterverarbeitung bedeuten. |
| Wo werden Daten gespeichert? | Speicherort, Löschfrist und Zugriffsmöglichkeiten müssen bekannt sein. |
| Welche Altersgrenzen gelten? | Nutzungsbedingungen und Jugendschutz müssen zur Lerngruppe passen. |
| Gibt es eine Alternative ohne personenbezogene Daten? | Datenschutzfreundliche Alternativen sind vorzuziehen. |
| Ist Barrierefreiheit bedacht? | KI darf Teilhabe nicht erschweren und sollte inklusives Lernen unterstützen. |
| Wie wird der Einsatz dokumentiert? | Dokumentation stärkt Rechenschaft, Qualität und Nachvollziehbarkeit. |
Sichere Prompt-Regeln
Ein Prompt ist die Arbeitsanweisung an ein KI-System. Gute Prompts enthalten ein klares Ziel, den Kontext, das gewünschte Format und Prüfkriterien. Rechtssichere Prompts vermeiden personenbezogene und vertrauliche Daten.
| Unsicherer Prompt | Sicherere Alternative |
|---|---|
| Bewerte die Klassenarbeit von Max Müller aus Klasse 7b und gib eine Note. | Erstelle ein allgemeines Kriterienraster für eine Erörterung in Klasse 7 ohne personenbezogene Daten. |
| Formuliere einen Förderplan für Schülerin A mit ADHS und familiären Problemen. | Nenne allgemeine pädagogische Unterstützungsmaßnahmen für konzentriertes Arbeiten im Unterricht ohne Bezug zu einer bestimmten Person. |
| Lade diese Buchseite hoch und erstelle daraus ein Arbeitsblatt. | Erstelle ein Arbeitsblatt zu diesem selbst formulierten Lernziel und nutze keine geschützten Ausgangstexte. |
| Analysiere die Stimmung meiner Klasse anhand der hochgeladenen Fotos. | Erstelle eine anonyme Reflexionsmethode, mit der Lernende freiwillig ihre Arbeitsbelastung einschätzen können. |
Dokumentationsbogen für die Schule
| Feld | Eintrag |
|---|---|
| Name des KI-Tools | Welche Anwendung wird genutzt? |
| Zweck | Wofür wird das Tool im Unterricht, in der Vorbereitung oder Verwaltung eingesetzt? |
| Datenarten | Werden personenbezogene, pseudonymisierte oder nur anonyme Daten verarbeitet? |
| Betroffene Personen | Betrifft der Einsatz Lernende, Eltern, Lehrkräfte oder externe Personen? |
| Rechtsgrundlage | Auf welcher schulischen oder datenschutzrechtlichen Grundlage erfolgt die Verarbeitung? |
| Freigabe | Wer hat den Einsatz geprüft oder genehmigt? |
| Transparenz | Wie werden Betroffene informiert? |
| Risiken | Welche Risiken bestehen für Datenschutz, Fairness, Urheberrecht und Lernkultur? |
| Schutzmaßnahmen | Welche Maßnahmen reduzieren die Risiken? |
| Evaluation | Wann wird geprüft, ob das Tool weiterhin geeignet ist? |
Fallbeispiele aus der Schulpraxis
Fall 1: Unterrichtsvorbereitung ohne Schülerdaten
Eine Lehrkraft lässt sich von einem KI-System drei Einstiege in das Thema Klimawandel für Klasse 8 vorschlagen. Es werden keine Namen, Klassenlisten, Leistungsdaten oder geschützten Materialien eingegeben. Die Lehrkraft prüft die Vorschläge, passt sie fachlich an und kennzeichnet intern, dass KI zur Ideenfindung genutzt wurde. Das ist ein vergleichsweise risikoarmer Einsatz, wenn das Tool dienstlich erlaubt ist.
Fall 2: Feedback zu Schülertexten
Eine Lehrkraft möchte Aufsätze automatisiert kommentieren lassen. Sobald echte Schülertexte mit Namen, Handschrift, individuellen Fehlerprofilen oder Leistungsdaten eingegeben werden, entstehen Datenschutzrisiken. Sicherer ist ein Vorgehen mit anonymisierten Beispielpassagen, einem freigegebenen schulischen System oder einem allgemein gehaltenen Kriterienraster, das die Lehrkraft selbst auf die Texte anwendet.
Fall 3: KI in der Hausaufgabe
Eine Klasse soll eine Präsentation erstellen und darf KI für Recherchefragen, Gliederungsideen und Sprachfeedback nutzen. Die Lehrkraft gibt eine KI-Nutzungserklärung vor, verlangt Quellenprüfung, Reflexion und eine mündliche Verteidigung der Ergebnisse. Dadurch verschiebt sich die Bewertung von bloßer Produkterstellung hin zu Prozess, Verständnis, Quellenkritik und Eigenleistung.
Fall 4: Automatische Notenvergabe
Ein Tool verspricht, Klassenarbeiten automatisch zu benoten. Das ist rechtlich und pädagogisch besonders kritisch, weil Leistungsbewertung über Bildungswege entscheidet. Eine Lehrkraft darf sich nicht blind auf eine Maschine verlassen. Zulässig kann allenfalls ein unterstützender Entwurf sein, wenn das System freigegeben ist, keine unzulässigen Daten verarbeitet, Kriterien transparent sind und die Lehrkraft die Entscheidung eigenverantwortlich trifft.
KI-Kompetenz für Lehrkräfte und Lernende
KI-Kompetenz bedeutet, Chancen und Risiken von KI-Systemen einschätzen zu können. Dazu gehören technisches Grundverständnis, rechtliche Orientierung, ethische Reflexion, fachliche Prüfung, Quellenkritik, Datenschutzwissen und die Fähigkeit, KI nicht als Autorität, sondern als Werkzeug zu behandeln.

Kompetenzbereiche
- Technisches Grundverständnis: Du weißt, dass generative KI Muster aus Trainingsdaten nutzt und keine verlässliche Wissensgarantie liefert.
- Datenschutzkompetenz: Du erkennst personenbezogene und sensible Daten und vermeidest unnötige Eingaben.
- Urheberrechtskompetenz: Du unterscheidest eigene, lizenzierte, freie und geschützte Materialien.
- Prüfungskompetenz: Du entwickelst Aufgaben, die Eigenleistung sichtbar machen.
- Transparenzkompetenz: Du machst KI-Einsatz kenntlich und erklärst Regeln verständlich.
- Reflexionskompetenz: Du bewertest Bias, Fehler, Halluzinationen und Machtasymmetrien.
Fortbildungssnack: Ablauf für 60 Minuten
| Phase | Zeit | Aktivität |
|---|---|---|
| Einstieg | 5 Minuten | Sammle spontane Einsatzideen und Risiken auf Karten. |
| Videoimpuls | 10 Minuten | Sieh das Fortbildungsvideo und notiere rechtliche Prüfpunkte. |
| Rechtsrahmen | 10 Minuten | Ordne DSGVO, Schulrecht, Urheberrecht und KI-Verordnung in einer Übersicht. |
| Fallarbeit | 20 Minuten | Prüfe drei Praxisfälle mit dem Ampelmodell. |
| Transfer | 10 Minuten | Formuliere eine schulinterne Sofortregel für den nächsten Monat. |
| Abschluss | 5 Minuten | Benenne eine Maßnahme, die sofort umgesetzt wird. |
Unterrichts- und Schulentwicklung
Schulinterne KI-Leitlinie
Eine gute KI-Leitlinie ist kurz, verständlich und praktisch. Sie sollte mindestens festlegen, welche Tools freigegeben sind, welche Daten nie eingegeben werden dürfen, wie KI-Nutzung in Lernprodukten angegeben wird, welche Regeln für Prüfungen gelten, wer Fragen beantwortet und wie Verstöße pädagogisch bearbeitet werden.
Bausteine einer KI-Nutzungsordnung
- Zweck: KI wird zur Unterstützung von Lernen, Lehren und Organisation eingesetzt, nicht zur Ersetzung pädagogischer Verantwortung.
- Datenminimierung: Personenbezogene und vertrauliche Daten werden nicht in nicht freigegebene KI-Systeme eingegeben.
- Transparenz: KI-Nutzung wird offengelegt, wenn sie für ein Lernprodukt relevant ist.
- Eigenleistung: Lernende müssen erklären können, welche Teile selbst erarbeitet und welche durch KI unterstützt wurden.
- Quellenkritik: KI-Ausgaben werden geprüft und nicht ungeprüft übernommen.
- Fairness: Regeln gelten nachvollziehbar für alle und berücksichtigen Zugänglichkeit.
- Dokumentation: Lehrkräfte dokumentieren neue oder risikoreiche KI-Einsätze.
- Evaluation: Die Schule überprüft ihre Regeln regelmäßig.
Muster für eine KI-Nutzungserklärung
Ich habe bei dieser Aufgabe KI verwendet. Ich habe KI genutzt für: Ideenfindung, Gliederung, Sprachkorrektur, Recherchefragen oder Bildentwurf. Ich habe die Ergebnisse geprüft, Quellen kontrolliert und die Verantwortung für mein Endprodukt übernommen. Folgende Prompts oder Arbeitsweisen waren besonders wichtig: ...
Typische Fehler und bessere Lösungen
| Fehler | Bessere Lösung |
|---|---|
| Tool zuerst, Zweck später | Starte immer mit Lernziel, Rechtsrahmen und pädagogischem Nutzen. |
| Personenbezogene Daten in offene Chatbots | Nutze anonymisierte Beispiele oder freigegebene schulische Systeme. |
| KI-Ausgaben ungeprüft übernehmen | Prüfe Fakten, Quellen, Bias, Sprache, Aktualität und Passung zur Lerngruppe. |
| Unklare Prüfungsregeln | Lege vorab fest, welche KI-Hilfe erlaubt ist und wie Eigenleistung belegt wird. |
| Urheberrecht ignorieren | Verwende OER, eigene Materialien oder zulässig lizenzierte Inhalte. |
| Keine Dokumentation | Halte Zweck, Tool, Datenarten, Freigabe und Schutzmaßnahmen schriftlich fest. |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist der sicherste erste Schritt vor dem Einsatz eines KI-Tools in der Schule? (Den pädagogischen Zweck und die Datenverarbeitung klären) (!Das Tool sofort im Unterricht ausprobieren) (!Alle Schülerdaten hochladen und die Ergebnisse prüfen) (!Nur die schönste Benutzeroberfläche auswählen)
Welche Information ist in der Schule personenbezogen? (Ein Schülername zusammen mit einer Klassenarbeit) (!Ein frei erfundenes Beispiel ohne Bezug zu einer Person) (!Ein allgemeines Lernziel für die Klasse) (!Eine anonyme Grammatikregel)
Warum ist Datenminimierung beim KI-Einsatz wichtig? (Es werden nur Daten verarbeitet, die wirklich erforderlich sind) (!Damit möglichst viele Trainingsdaten entstehen) (!Damit KI immer längere Antworten schreibt) (!Damit Urheberrecht keine Rolle mehr spielt)
Was bedeutet Transparenz bei KI-Nutzung in Lernprodukten? (Die Nutzung von KI wird nachvollziehbar offengelegt) (!Die KI entscheidet geheim über die Note) (!Prompts müssen immer veröffentlicht werden) (!Lehrkräfte dürfen KI nicht erwähnen)
Welche Nutzung ist besonders kritisch? (Automatisierte Notenvergabe ohne menschliche Kontrolle) (!Erstellung eines anonymen Kriterienrasters) (!Formulierung einer neutralen Einstiegsidee) (!Sprachliche Vereinfachung eines selbst geschriebenen Textes)
Was ist bei urheberrechtlich geschütztem Material besonders zu beachten? (Es darf nicht ohne Erlaubnis oder passende Rechtsgrundlage in externe KI-Dienste hochgeladen werden) (!Es wird durch Hochladen automatisch gemeinfrei) (!KI entfernt immer alle Urheberrechte) (!Schulische Nutzung ist immer unbegrenzt erlaubt)
Welche Aussage zur Einwilligung in der Schule ist richtig? (Eine Einwilligung muss freiwillig, informiert und widerrufbar sein) (!Eine Einwilligung gilt automatisch für alle KI-Tools) (!Eine Einwilligung ersetzt jede Datenschutzprüfung) (!Eine Einwilligung kann nie widerrufen werden)
Was gehört zu KI-Kompetenz von Lehrkräften? (Chancen, Risiken, Grenzen und rechtliche Anforderungen einschätzen) (!KI-Ausgaben grundsätzlich als wahr behandeln) (!Datenschutz nur an den Anbieter abgeben) (!Prüfungsregeln erst nach der Abgabe erklären)
Welche Praxis ist im Unterricht vergleichsweise risikoarm? (Anonyme Aufgabenideen für ein Unterrichtsthema generieren lassen) (!Fotos der Klasse zur Stimmungsanalyse hochladen) (!Namen und Noten in einen offenen Chatbot eingeben) (!Förderdiagnosen zur automatischen Auswertung senden)
Warum braucht eine Schule eine KI-Leitlinie? (Sie schafft klare Regeln, Zuständigkeiten und Transparenz) (!Sie ersetzt jede pädagogische Entscheidung) (!Sie erlaubt automatisch jedes KI-Tool) (!Sie verhindert, dass Lernende Fragen stellen)
Memory
| Datenminimierung | Nur notwendige Daten verwenden |
| Zweckbindung | Daten nur für den festgelegten Zweck nutzen |
| Transparenz | KI-Einsatz verständlich offenlegen |
| Auftragsverarbeitung | Anbieter verarbeitet Daten im Auftrag |
| Urheberrecht | Geschützte Werke nicht unzulässig verwenden |
| KI-Kompetenz | Chancen und Risiken einschätzen |
| Eigenleistung | Persönlichen Lernanteil nachweisen |
| Dokumentation | Entscheidungen nachvollziehbar festhalten |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Datenschutzprüfung | Vor dem Einsatz eines neuen KI-Tools |
| Anonymisierung | Schutz vor Personenbezug |
| KI-Nutzungserklärung | Transparenz bei Lernprodukten |
| Kriterienraster | Nachvollziehbare Leistungsbewertung |
| OER | Frei lizenzierte Bildungsmaterialien |
Kreuzworträtsel
| Zweckbindung | Welcher Grundsatz verlangt, dass Daten nur für festgelegte Ziele genutzt werden? |
| Transparenz | Welcher Grundsatz verlangt eine nachvollziehbare Information über KI-Nutzung? |
| Einwilligung | Welche Zustimmung muss freiwillig und widerrufbar sein? |
| Urheberrecht | Welches Rechtsgebiet schützt kreative Werke? |
| Dokumentation | Was macht Entscheidungen später nachvollziehbar? |
| Pseudonymisierung | Welche Schutzmaßnahme ersetzt direkte Namen durch Kennzeichen? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- KI-Beobachtung: Beobachte eine Woche lang, wo in Deinem Schulalltag KI hilfreich sein könnte, und ordne jede Idee der Ampel Grün, Gelb oder Rot zu.
- Prompt-Werkstatt: Formuliere drei datenschutzarme Prompts für Deine Unterrichtsvorbereitung und erkläre, warum keine personenbezogenen Daten enthalten sind.
- Transparenzsatz: Schreibe einen leicht verständlichen Satz, mit dem Du Lernenden erklärst, wann KI in einer Aufgabe erlaubt ist.
- Fehleranalyse: Sammle drei typische Fehler von KI-Ausgaben und beschreibe, wie Du sie im Unterricht sichtbar machen würdest.
Standard
- KI-Nutzungsordnung: Entwirf eine einseitige KI-Nutzungsordnung für Deine Klasse mit Regeln zu Datenschutz, Eigenleistung und Quellenprüfung.
- Fallprüfung: Prüfe ein konkretes KI-Tool mit der Checkliste aus diesem aiMOOC und dokumentiere offene Fragen für Schulleitung oder Datenschutzbeauftragte.
- Aufgabenentwicklung: Entwickle eine Lernaufgabe, bei der KI erlaubt ist, aber der Lernprozess und die Reflexion stärker bewertet werden als das Endprodukt.
- Elterninformation: Verfasse einen Elternbrief, der einen geplanten KI-Einsatz verständlich, transparent und datenschutzarm erklärt.
Schwer
- Schulkonzept: Entwickle einen Vorschlag für eine schulweite KI-Leitlinie mit Rollen, Freigabeprozess, Fortbildungsbedarf und Evaluationsrhythmus.
- Prüfungskultur: Gestalte ein alternatives Prüfungsformat, das KI-Nutzung berücksichtigt und Eigenleistung durch Prozessdokumentation, Gespräch und Anwendung nachweist.
- Datenschutz-Folgenabschätzung: Erstelle eine vereinfachte Risikoanalyse für ein KI-Szenario mit Schülerkonten und beschreibe Schutzmaßnahmen.
- Fortbildung: Plane einen 60-minütigen Workshop für Dein Kollegium und integriere Videoimpuls, Fallarbeit, Ampelmodell und Transferauftrag.

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Lernkontrolle
- Transferfall Datenschutz: Eine Lehrkraft möchte anonymisierte Schülertexte in einem KI-Tool kommentieren lassen. Beurteile, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit der Einsatz vertretbar ist.
- Prüfungskultur: Entwickle Kriterien für eine Projektarbeit, bei der KI genutzt werden darf, und erkläre, wie Du Eigenleistung sichtbar machst.
- Schulentwicklung: Vergleiche zwei Strategien: vollständiges KI-Verbot und geregelte KI-Nutzung. Begründe, welche langfristig lernförderlicher und rechtssicherer ist.
- Urheberrecht in der Praxis: Analysiere, warum das Hochladen eines ganzen Arbeitshefts in ein KI-System problematisch ist, und entwickle eine legale Alternative.
- Risikomanagement: Ordne ein KI-Tool zur automatisierten Lernstandsdiagnose in das Ampelmodell ein und begründe, welche Prüfungen vor einer Nutzung nötig wären.
- Kommunikation: Formuliere eine transparente Erklärung für Lernende, warum KI-Ausgaben geprüft werden müssen und nicht automatisch als Wissen gelten.
- Gerechtigkeit: Diskutiere, wie unterschiedliche Zugänge zu KI-Tools die Chancengleichheit beeinflussen und welche schulischen Ausgleichsmaßnahmen möglich sind.
Lernnachweis
Für einen überzeugenden Lernnachweis zu diesem Thema zeigst Du nicht nur Faktenwissen, sondern Handlungskompetenz. Wichtig sind ein klarer Praxisbezug, eine begründete Risikoabwägung, die korrekte Verwendung zentraler Fachbegriffe, eine transparente KI-Nutzungserklärung und ein Transfer auf Deine eigene Schule.
- Praxisleitfaden: Du erstellst eine kurze Anleitung für einen rechtssicheren KI-Einsatz in einem konkreten Unterrichtsszenario.
- Dokumentationsbogen: Du füllst den Dokumentationsbogen für ein reales oder fiktives KI-Tool aus.
- Ampelentscheidung: Du begründest die Einstufung eines KI-Einsatzes als Grün, Gelb oder Rot.
- KI-Nutzungserklärung: Du formulierst eine verständliche Erklärung für Lernende.
- Reflexion: Du beschreibst, welche rechtlichen und pädagogischen Fragen offen bleiben und wer sie klären muss.
OERs zum Thema
Offizielle Quellen zur Vertiefung
- Europäische Kommission: KI-Gesetz
- EUR-Lex: Verordnung über künstliche Intelligenz
- Datenschutzkonferenz: Orientierungshilfen
- KMK: Handlungsempfehlung zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz
- Creative Commons Deutschland
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