Raumgestaltung - Kunst


Raumgestaltung - Kunst
Einleitung
Raumgestaltung verbindet Kunst, Design und Architektur. Du untersuchst, wie Farbe, Licht, Material, Formen und Gegenstände die Wirkung eines Raumes verändern. Danach entwickelst Du selbst einen Raum, der gut aussieht und zu seinen Nutzerinnen und Nutzern passt.

Van Goghs gemaltes Schlafzimmer zeigt: Ein Raum kann durch Farbe, Perspektive und Anordnung eine besondere Stimmung erhalten.
Was gestaltet einen Raum?
Ein Raum wirkt nicht nur durch seine Größe. Entscheidend ist das Zusammenspiel seiner Gestaltungsmittel.
| Gestaltungsmittel | Mögliche Wirkung | Leitfrage |
|---|---|---|
| Farbe | ruhig, warm, kühl, lebendig | Welche Stimmung soll entstehen? |
| Licht | hell, geheimnisvoll, konzentriert | Was soll sichtbar oder betont werden? |
| Material | weich, hart, natürlich, technisch | Wie soll sich der Raum anfühlen? |
| Form und Linie | geordnet, dynamisch, offen | Welche Richtung bestimmt den Blick? |
| Möbel und Objekte | funktional, verspielt, repräsentativ | Was soll hier möglich sein? |
| Proportion | weit, eng, hoch, niedrig | Wie erlebt der Körper den Raum? |

Im Rietveld-Schröder-Haus lassen verschiebbare Elemente flexible Raumaufteilungen entstehen.

Auch ein einzelnes Möbel kann durch klare Formen und starke Farben den ganzen Raum prägen.
Farbe, Licht und Material
Farbe
Helle Farben lassen Flächen oft leichter und weiter erscheinen. Dunkle Farben können Geborgenheit, Schwere oder Konzentration erzeugen. Farbkontraste lenken den Blick.

Licht
Tageslicht verändert sich im Verlauf des Tages. Kunstlicht kann einen ganzen Raum beleuchten oder einzelne Bereiche hervorheben. Schatten machen Formen und Abstände sichtbar.
Material
Holz, Metall, Glas, Stoff, Papier oder Beton besitzen unterschiedliche Farben, Oberflächen und Klänge. Bei einer Gestaltung prüfst Du Wirkung, Haltbarkeit und Umweltverträglichkeit.

Raumwirkung und Perspektive
Auf einer ebenen Bildfläche entsteht Raumtiefe durch Überschneidung, Größenunterschiede, Höhenlage, Schatten und Perspektive.
In der Zentralperspektive laufen Tiefenlinien auf einen Fluchtpunkt zu. Der Horizont entspricht ungefähr der Augenhöhe.
Die Zwei-Punkt-Perspektive eignet sich besonders für Raumecken und schräg gesehene Körper.

Der Ames-Raum zeigt, dass ein gezielt verzerrter Raum unsere Größenwahrnehmung täuschen kann.

Historische Perspektivkästen erzeugten mit gemalten Flächen und einem festen Blickpunkt räumliche Illusionen.
Vom Grundriss zum Modell
Ein Grundriss zeigt einen Raum von oben. Türen, Fenster, Wege und Möbel werden vereinfacht dargestellt.

| Phase | Ergebnis |
|---|---|
| Beobachten | Nutzung, Wege und Probleme erkennen |
| Sammeln | Farben, Materialien und Beispiele in einem Moodboard ordnen |
| Entwerfen | Grundriss und Perspektivskizzen anfertigen |
| Bauen | Ein Modell aus Karton oder Recyclingmaterial herstellen |
| Prüfen | Wirkung, Funktion und Verbesserungen begründen |

Ein Modell macht Proportionen und Beziehungen zwischen Flächen, Öffnungen und Möbeln sichtbar.
Kunst im Raum
Eine Installation nutzt den Raum als Teil des Kunstwerks. Licht, Klang, Bewegung und die Wege des Publikums können die Wahrnehmung verändern.

Bei einer Rauminstallation fragst Du nicht nur: „Was sehe ich?“, sondern auch: „Wo stehe ich, wie bewege ich mich und was verändert sich durch meine Anwesenheit?“
Nachhaltig und zugänglich gestalten
Eine verantwortungsvolle Raumgestaltung spart Material, nutzt vorhandene Gegenstände weiter und ermöglicht möglichst vielen Menschen die Teilnahme. Dazu gehören freie Wege, verständliche Orientierung, passende Sitzmöglichkeiten und sichere Konstruktionen.

Upcycling kann gebrauchten Materialien eine neue Funktion und eine neue ästhetische Wirkung geben.
Gestaltungsprojekt: Lernort der Zukunft
Entwirf einen kleinen Lernraum für Deine Schule.
| Vorgabe | Umsetzung |
|---|---|
| Nutzung | Lernen allein und in Gruppen |
| Atmosphäre | Eine klar begründete Farb- und Lichtidee |
| Darstellung | Grundriss, Perspektivskizze und Modell |
| Nachhaltigkeit | Mindestens ein wiederverwendetes Material |
| Zugänglichkeit | Freie Wege und verständliche Orientierung |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Darstellung zeigt einen Raum von oben? (Grundriss) (!Moodboard) (!Farbkreis) (!Fotocollage)
Wo treffen sich Tiefenlinien in der Zentralperspektive? (Am Fluchtpunkt) (!Am Bildrand) (!Am Türgriff) (!Am Schattenkern)
Wozu dient ein Moodboard? (Zum Sammeln einer Gestaltungsstimmung) (!Zum Messen der Raumhöhe) (!Zum Befestigen von Möbeln) (!Zum Berechnen der Lautstärke)
Welches Mittel lenkt den Blick auf einen ausgewählten Bereich? (Akzentlicht) (!Grundfläche) (!Maßstab) (!Seitenansicht)
Was macht ein Modell besonders gut sichtbar? (Räumliche Proportionen) (!Den Geruch der Materialien) (!Die genaue Raumtemperatur) (!Die spätere Besucherzahl)
Was beschreibt Upcycling? (Die kreative Weiterverwendung gebrauchter Dinge) (!Das Entsorgen aller alten Materialien) (!Das Vergrößern eines Grundrisses) (!Das Abdunkeln eines Raumes)
Welche Wirkung kann ein starker Farbkontrast haben? (Er kann Aufmerksamkeit erzeugen) (!Er macht jede Fläche unsichtbar) (!Er entfernt alle Schatten) (!Er ersetzt einen Grundriss)
Was gehört zu einer zugänglichen Raumgestaltung? (Freie und gut erkennbare Wege) (!Möglichst enge Durchgänge) (!Verdeckte Orientierungsschilder) (!Unterschiedlich hohe Stolperkanten)
Wann wird ein Raum selbst zum Teil eines Kunstwerks? (Bei einer Rauminstallation) (!Bei einer reinen Wortliste) (!Bei einer Rechenaufgabe) (!Bei einer Materialrechnung)
Welche Frage steht am Anfang eines guten Raumentwurfs? (Wer nutzt den Raum und wofür) (!Welche Dekoration ist am teuersten) (!Wie viele Farben passen auf ein Blatt) (!Welche Wand ist am weitesten entfernt)
Memory
| Grundriss | Ansicht eines Raumes von oben |
| Fluchtpunkt | Zielpunkt perspektivischer Tiefenlinien |
| Moodboard | Sammlung einer Gestaltungsstimmung |
| Modell | Dreidimensionale Probe eines Entwurfs |
| Akzentlicht | Gezielte Betonung eines Bereichs |
| Upcycling | Kreative Weiterverwendung gebrauchter Dinge |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Handlung |
|---|---|
| Beobachten | Nutzung und Probleme untersuchen |
| Sammeln | Farben und Materialien auswählen |
| Entwerfen | Ideen zeichnerisch entwickeln |
| Bauen | Eine räumliche Probe herstellen |
| Präsentieren | Entscheidungen zeigen und begründen |
Kreuzworträtsel
| Grundriss | Welche Zeichnung zeigt einen Raum von oben? |
| Fluchtpunkt | Wohin laufen Tiefenlinien in der Zentralperspektive? |
| Kontrast | Wie heißt ein deutlich wahrnehmbarer Unterschied? |
| Modell | Wie heißt eine dreidimensionale Probe eines Entwurfs? |
| Licht | Welches Gestaltungsmittel erzeugt Helligkeit und Schatten? |
| Installation | Wie heißt ein Kunstwerk, das den Raum einbezieht? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Raumdetektiv: Fotografiere oder zeichne drei Stellen in Deiner Schule, an denen Farbe, Licht oder Möbel die Raumwirkung bestimmen.
- Farbwirkung: Gestalte dieselbe kleine Raumskizze zweimal mit unterschiedlichen Farbkonzepten und beschreibe die Wirkung.
- Materialsammlung: Erstelle eine Fühl- und Sichtprobe aus mindestens fünf ungefährlichen Materialien.
- Möbelrücken: Entwickle auf Papier zwei neue Sitzordnungen für Euren Klassenraum und vergleiche ihre Vorteile.
Standard
- Moodboard: Gestalte ein Moodboard für einen ruhigen Lernraum mit Farben, Materialien, Lichtideen und Formen.
- Zentralperspektive: Zeichne einen Innenraum mit Horizont, Fluchtpunkt, Öffnung und mindestens drei Möbeln.
- Grundrissplanung: Entwickle einen maßstäblich vereinfachten Grundriss für eine Leseecke in der Schule.
- Upcycling-Objekt: Entwirf aus Verpackungsmaterial ein kleines Möbel oder Ordnungssystem und dokumentiere den Bau.
Schwer
- Raummodell: Baue ein Modell des Lernorts der Zukunft und kennzeichne Licht, Wege, Funktionen und Materialien.
- Rauminstallation: Entwickle in einer Gruppe eine begehbare Installation zum Thema Nähe und Distanz.
- Nutzerinterview: Befrage verschiedene Personen zu einem Schulraum, werte die Aussagen aus und überarbeite Deinen Entwurf.
- Gestaltungspräsentation: Produziere ein kurzes Video, in dem Du Grundriss, Modell, Gestaltungsmittel und Nachhaltigkeit begründest.


Lernkontrolle
- Raumanalyse: Vergleiche zwei Räume Deiner Schule und erkläre, wie Farbe, Licht, Material und Anordnung unterschiedliche Verhaltensweisen fördern.
- Perspektivwechsel: Zeige an einer eigenen Skizze, wie sich derselbe Raum aus zwei Augenhöhen verändert.
- Entwurfsentscheidung: Begründe, welche Elemente eines Raumkonzepts zuerst festgelegt werden müssen und welche später verändert werden können.
- Nutzungskonflikt: Entwickle eine Lösung für einen Raum, der gleichzeitig Ruhezone und Treffpunkt sein soll.
- Nachhaltigkeitsprüfung: Untersuche einen Entwurf auf Materialverbrauch, Wiederverwendung und langfristige Nutzbarkeit.
- Feedbacktransfer: Werte Rückmeldungen zu einem Modell aus und dokumentiere drei begründete Verbesserungen.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis sind folgende Leistungen wichtig:
- Eine verständliche Analyse der Ausgangssituation
- Ein begründetes Farb-, Licht- und Materialkonzept
- Ein lesbarer Grundriss
- Eine nachvollziehbare Perspektivdarstellung
- Ein sorgfältig gebautes Modell oder eine Rauminstallation
- Die Berücksichtigung von Nutzung, Nachhaltigkeit und Zugänglichkeit
- Eine Präsentation mit Reflexion und begründeten Verbesserungen
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