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Qualitäts- und Quantitätskontrast - Kunst

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Qualitäts- und Quantitätskontrast - Kunst




Qualitäts- und Quantitätskontrast - Kunst


Einleitung

Farben wirken nie allein. Ihre Wirkung verändert sich durch die Sättigung und durch die Größe der Farbfläche. In diesem aiMOOC lernst Du zwei wichtige Mittel der Bildgestaltung kennen:

  1. Qualitätskontrast: reine, leuchtende Farben treffen auf getrübte, stumpfe Farben.
  2. Quantitätskontrast: große Farbflächen treffen auf kleine Farbflächen.

Du erkennst beide Kontraste in Kunstwerken, beschreibst ihre Wirkung und setzt sie in eigenen Bildern ein.


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du den Qualitätskontrast und den Quantitätskontrast unterscheiden, passende Fachbegriffe verwenden, Farbwirkungen begründen und eine eigene Gestaltung planen.


Zwei Kontraste im Überblick

Kontrast Leitfrage Gestaltung Mögliche Wirkung
Qualitätskontrast Wie rein oder getrübt ist die Farbe? gesättigt neben ungesättigt leuchtend, ruhig, gedämpft, räumlich
Quantitätskontrast Wie viel Fläche erhält die Farbe? groß neben klein, viel neben wenig ausgewogen, betont, unruhig, spannend

Merke: Beim Qualitätskontrast geht es nicht um „gute“ oder „schlechte“ Farbe. Gemeint ist ihre Farbsättigung.

Sehauftrag: Suche im Bild nach leuchtenden und getrübten Farben. Vergleiche anschließend große und kleine Farbflächen.


Qualitätskontrast

Eine Farbe wirkt gesättigt, wenn sie kräftig und rein erscheint. Sie wird getrübt, wenn Du Weiß, Schwarz, Grau oder eine passende Komplementärfarbe beimischst. Der Unterschied zwischen rein und getrübt bildet den Qualitätskontrast.

Einfacher Versuch: Male ein kräftiges Rot. Mische daneben schrittweise Grau ein. Das Rot verliert an Sättigung, während der Farbton erkennbar bleiben kann.

Bei Paul Klee stehen gedämpfte Farbflächen neben helleren und reineren Akzenten. Beobachte, welche Flächen zuerst auffallen.


Wirkung des Qualitätskontrasts

Reine Farben können nach vorn treten. Getrübte Farben wirken oft ruhiger oder weiter entfernt. Künstlerinnen und Künstler nutzen diese Wirkung für Blickführung, Raumwirkung und Stimmung.

Bildfrage: Welche Farbfelder erscheinen besonders kräftig? Wodurch unterscheiden sie sich von ihrer Umgebung?


Quantitätskontrast

Der Quantitätskontrast entsteht durch unterschiedliche Flächenanteile. Eine kleine kräftige Fläche kann trotz ihrer geringen Größe stark auffallen. Eine große Fläche kann das ganze Bild bestimmen.

Bei Claude Monet bilden kleine rote Mohnblumen Akzente in großen grünen Flächen. Farbe und Menge wirken zusammen.


Ausgewogene Flächenverhältnisse nach Itten

Im künstlerischen Modell von Johannes Itten gelten folgende Verhältnisse als ungefähr ausgewogen:

  1. Gelb zu Violett: 1 zu 3
  2. Orange zu Blau: 1 zu 2
  3. Rot zu Grün: 1 zu 1

Diese Angaben sind Gestaltungsregeln, keine Naturgesetze. Verändert sich das Verhältnis, kann ein Bild spannender oder unruhiger wirken.

Bei Vincent van Gogh stehen kleine gelbe Lichter einer großen blauen Nachtfläche gegenüber. Untersuche, warum die Lichter trotzdem deutlich sichtbar sind.


Quantität als Größenkontrast

Der Quantitätskontrast betrifft nicht nur Farben. Auch eine kleine Figur vor einer riesigen Landschaft erzeugt einen Gegensatz von wenig und viel.

Im Gemälde von Caspar David Friedrich wirkt der Mensch winzig gegenüber Himmel und Meer. Das Flächenverhältnis unterstützt die Bildaussage.


Beide Kontraste verbinden

In einem Bild können beide Kontraste gleichzeitig auftreten. Eine kleine, reine Farbe auf einer großen, getrübten Fläche verbindet Qualitätskontrast und Quantitätskontrast. Dadurch entsteht ein starker Akzent.

Analysehilfe: Frage zuerst nach der Reinheit der Farben und danach nach ihren Flächenanteilen. Begründe anschließend, wohin Dein Blick gelenkt wird.


Gestalten in vier Schritten

  1. Farbwahl: Wähle zwei Farben oder eine Farbe mit mehreren Sättigungsstufen.
  2. Mischen: Erzeuge mindestens eine reine und eine getrübte Variante.
  3. Flächenplanung: Entscheide bewusst, welche Farbe viel und welche wenig Raum erhält.
  4. Reflexion: Beschreibe, welche Fläche zuerst auffällt und welche Stimmung entsteht.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wann entsteht ein Qualitätskontrast? (Wenn reine und getrübte Farben zusammentreffen) (!Wenn nur gleich große Flächen verwendet werden) (!Wenn ausschließlich Schwarz verwendet wird) (!Wenn eine Linie dicker als eine andere ist)




Worauf bezieht sich die Qualität einer Farbe in diesem Thema? (Auf ihre Sättigung) (!Auf ihren Preis) (!Auf das Alter des Bildes) (!Auf die Größe des Papiers)




Wie kann eine reine Farbe getrübt werden? (Durch das Beimischen von Grau) (!Durch das Vergrößern der Fläche) (!Durch das Drehen des Bildes) (!Durch das Schärfen des Pinsels)




Wann entsteht ein Quantitätskontrast? (Wenn große und kleine Farbflächen gegenüberstehen) (!Wenn alle Flächen gleich groß sind) (!Wenn nur Bleistift verwendet wird) (!Wenn das Bild keinen Hintergrund hat)




Welches Flächenverhältnis gilt bei Gelb und Violett im Modell Ittens als ungefähr ausgewogen? (Eins zu drei) (!Eins zu eins) (!Zwei zu eins) (!Vier zu eins)




Welche Gestaltung verbindet beide Kontraste besonders deutlich? (Eine kleine reine Farbe auf einer großen getrübten Fläche) (!Zwei gleich große graue Flächen) (!Eine schwarze Linie auf weißem Papier) (!Vier gleich gesättigte Flächen gleicher Größe)




Welche Leitfrage gehört zum Quantitätskontrast? (Wie viel Fläche erhält eine Farbe) (!Wie teuer ist die Farbe) (!Wie alt ist das Gemälde) (!Wie lang ist der Pinsel)




Welches Verhältnis gilt bei Rot und Grün als ungefähr ausgewogen? (Eins zu eins) (!Eins zu drei) (!Eins zu zwei) (!Drei zu eins)




Warum bedeutet Qualitätskontrast nicht gute gegen schlechte Farbe? (Weil Qualität hier den Reinheitsgrad der Farbe meint) (!Weil nur teure Farben verwendet werden dürfen) (!Weil jede Farbe gleich hell ist) (!Weil Flächengrößen keine Wirkung haben)




Wie veränderst Du nur den Quantitätskontrast? (Du änderst die Flächengrößen und lässt die Farben gleich) (!Du mischst Grau in beide Farben) (!Du ersetzt alle Farben durch Schwarz) (!Du malst dieselbe Fläche mehrfach nach)





Memory

Qualitätskontrast Rein und getrübt
Quantitätskontrast Viel und wenig
Sättigung Leuchtkraft einer Farbe
Brechen Farbe trüben
Flächenverhältnis Größenanteile
Akzent Kleine auffällige Fläche





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Gesättigte Farbe Qualitätskontrast
Große und kleine Farbfläche Quantitätskontrast
Grau beimischen Farbe trüben
Kleine Signalfarbe Akzent setzen
Flächenanteile planen Mengenwirkung steuern
Gleiche Fläche mit verschiedener Reinheit Qualitätswirkung prüfen




...


Kreuzworträtsel

Sättigung Wie heißt der Reinheitsgrad einer Farbe?
Fläche Was wird beim Quantitätskontrast in seiner Größe verglichen?
Akzent Wie heißt eine kleine besonders auffällige Stelle im Bild?
Mischung Wodurch kann eine reine Farbe verändert werden?
Kontrast Wie heißt ein deutlich wahrnehmbarer Gegensatz?
Proportion Wie heißt das Verhältnis von Größen zueinander?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Der Qualitätskontrast vergleicht reine und

Farben.
Der Reinheitsgrad einer Farbe heißt

.
Durch das Beimischen von Grau kann eine Farbe

wirken.
Der Quantitätskontrast vergleicht unterschiedliche

.
Eine kleine kräftige Farbfläche kann als

wirken.
Gelb und Violett gelten im Modell Ittens im Verhältnis eins zu

als ungefähr ausgewogen.
Rot und Grün gelten im Verhältnis eins zu

als ungefähr ausgewogen.
Die Wirkung eines Kontrasts hängt immer auch von seiner

ab.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Farbstreifen: Male eine Farbe in fünf Stufen von rein bis stark getrübt und beschrifte die Reihe.
  2. Flächenkarten: Schneide zwei Farben in großen und kleinen Formen aus und lege drei verschiedene Mengenwirkungen.
  3. Kontrastsuche: Fotografiere in der Schule je ein Beispiel für Qualitäts- und Quantitätskontrast.
  4. Mini-Galerie: Wähle zwei Bilder aus dem Kurs und markiere die auffälligsten Farbflächen.


Standard

  1. Doppelbild: Gestalte dasselbe Motiv einmal mit starkem Qualitätskontrast und einmal mit starkem Quantitätskontrast.
  2. Farbexperiment: Prüfe, wie sich Rot durch Weiß, Grau, Schwarz und Grün verändert, und dokumentiere die Wirkung.
  3. Werkvergleich: Vergleiche Monets Mohnfeld mit van Goghs Sternennacht über der Rhône anhand von Farbe, Fläche und Blickführung.
  4. Erklärvideo: Produziere ein einminütiges Video, in dem Du beide Kontraste mit selbst gemalten Beispielen erklärst.


Schwer

  1. Plakatgestaltung: Entwirf ein Schulplakat, bei dem eine wichtige Information durch beide Kontraste hervorgehoben wird.
  2. Bildanalyse: Untersuche ein selbst gewähltes Kunstwerk und begründe, welcher Kontrast die Bildwirkung stärker prägt.
  3. Ausstellungskonzept: Plane eine kleine Klassen-Ausstellung mit mindestens sechs Arbeiten und kurzen Werktexten.
  4. Wahrnehmungsexperiment: Zeige zwei Varianten eines Bildes mehreren Personen und werte aus, welche Fläche zuerst gesehen wird.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Transfer auf Werbung: Erkläre, wie ein Werbeplakat durch eine kleine gesättigte Farbe auf großer getrübter Fläche Aufmerksamkeit erzeugen kann.
  2. Gestaltungsentscheidung: Begründe, welche Flächenverteilung Du für ein ruhiges Bild und welche Du für ein spannungsreiches Bild wählen würdest.
  3. Fehleranalyse: Ein Bild soll einen Qualitätskontrast zeigen, nutzt aber nur verschieden große Flächen derselben reinen Farbe. Erkläre das Problem und verbessere die Idee.
  4. Bildvergleich: Zwei Bilder verwenden dieselben Farben. In Bild A sind die Flächen gleich groß, in Bild B dominiert eine Farbe. Vergleiche die zu erwartende Wirkung.
  5. Farbmischung und Fläche: Entwickle eine Gestaltung, in der eine getrübte Großfläche eine kleine reine Farbe besonders leuchtend erscheinen lässt.
  6. Begründetes Urteil: Beurteile, ob feste Mengenverhältnisse immer übernommen werden sollten, und beziehe Motiv, Aussage und gewünschte Stimmung ein.




Lernnachweis

Für einen gelungenen Lernnachweis sind wichtig:

  1. Begriffssicherheit: Du erklärst Qualitätskontrast, Quantitätskontrast, Sättigung und Flächenverhältnis korrekt.
  2. Anwendung: Du setzt beide Kontraste sichtbar in einer eigenen Gestaltung ein.
  3. Bildanalyse: Du belegst Deine Aussagen mit konkreten Farbflächen im Bild.
  4. Gestaltungsabsicht: Du begründest, warum Du bestimmte Farben und Größen gewählt hast.
  5. Reflexion: Du beschreibst Wirkung, Stärken und Verbesserungsmöglichkeiten Deiner Arbeit.
  6. Dokumentation: Du zeigst Farbstudien, Entwurf und Endergebnis nachvollziehbar.




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