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Porträtzeichnen - Kunst

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Porträtzeichnen - Kunst



Porträtzeichnen - Kunst


Einleitung

Beim Porträtzeichnen stellst Du einen Menschen so dar, dass Gesicht, Haltung, Ausdruck oder Persönlichkeit erkennbar werden. Dafür beobachtest Du Proportion, Kontur, Mimik, Licht und Schatten. Ziel ist nicht nur fotografische Ähnlichkeit: Auch Vereinfachung, Übertreibung und ein persönlicher Zeichenstil können ein überzeugendes Porträt ergeben.


Lernziele

Du lernst, ein Gesicht aufmerksam zu beobachten, Hilfslinien einzusetzen, individuelle Merkmale zu erfassen und mit Schraffur räumliche Wirkung zu erzeugen. Du kannst anschließend Deinen Arbeitsprozess erklären und Porträtzeichnungen anhand nachvollziehbarer Kriterien beurteilen.


Material

Für den Einstieg genügen Zeichenpapier, ein weicher und ein härterer Bleistift, Radiergummi und Anspitzer. Ergänzend kannst Du Kohle, Kreide, Tusche, Buntstifte oder digitale Zeichenwerkzeuge verwenden. Zeichne zunächst leicht, damit Hilfslinien veränderbar bleiben.


Grundlagen des Porträtzeichnens


Beobachten statt Symbole zeichnen

Ein Auge ist keine einfache Mandelform und eine Nase kein Dreieck. Vergleiche Winkel, Abstände, Größen und Schattenflächen. Betrachte auch den Negativraum um Kopf, Hals und Haare. Regelmäßiges Wechseln zwischen Motiv und Zeichnung verhindert, dass Du nur aus Erinnerung arbeitest.


Kopf und Achsen

Beginne mit einer vereinfachten Grundform. Eine senkrechte Mittelachse zeigt die Drehung des Kopfes. Waagerechte Hilfslinien markieren Augen, Nase und Mund. Bei geneigtem oder gedrehtem Kopf verlaufen diese Linien entsprechend gekrümmt oder schräg.


Proportionen als Orientierung

Bei einer frontalen Ansicht liegt die Augenlinie häufig ungefähr auf halber Höhe des Kopfes. Der Abstand zwischen den Augen entspricht oft etwa einer Augenbreite. Solche Regeln sind nur Ausgangspunkte: Alter, Perspektive und individuelle Merkmale verändern sie.


Augen, Nase, Mund und Ohren

Zeichne die Teile des Gesichts nicht isoliert. Prüfe ihre Lage zueinander. Augenlider liegen über dem Augapfel, die Nase entsteht stark durch Licht und Schatten, Lippen besitzen unterschiedliche Tonwerte und Ohren verändern sich durch die Perspektive.


Kontur und Binnenform

Die Kontur beschreibt den äußeren Umriss. Binnenlinien zeigen Augenlider, Nasenflügel, Lippen oder Falten. Setze Linien unterschiedlich stark ein: Helle, weiche Linien wirken zurückhaltend; dunkle, betonte Linien ziehen Aufmerksamkeit an.


Licht, Schatten und Tonwert

Tonwerte reichen vom hellen Papier bis zum tiefen Dunkel. Große Schattenformen sollten vor kleinen Details angelegt werden. Kernschatten, Halbschatten und Lichtflächen machen das Gesicht plastisch. Ein Schatten besitzt meist keine harte Umrandung.


Schraffur

Bei einer Schraffur erzeugen Linien Helligkeit und Struktur. Eng gesetzte oder mehrfach gekreuzte Linien wirken dunkler. Eine Formschraffur folgt der Rundung von Stirn, Wange oder Hals und unterstützt die räumliche Wirkung.


Haare und Kleidung

Zeichne Haare zunächst als große Form mit Licht- und Schattenbereichen. Einzelne Haare folgen erst später. Kleidung, Hals und Schultern stabilisieren die Komposition, sollten aber das Gesicht nicht unnötig überladen.


Schrittfolge für ein Schulporträt


Vom Großen zum Kleinen

  1. Bildformat: Lege Hochformat oder Querformat fest und bestimme die Größe des Kopfes.
  2. Grundform: Skizziere Kopf, Hals und Schulteransatz mit leichtem Strich.
  3. Hilfslinie: Markiere Mittelachse, Augenlinie, Nasenlinie und Mundlinie.
  4. Gesichtsmerkmal: Platziere Augen, Nase, Mund und Ohren durch Vergleichen.
  5. Tonwert: Ordne zuerst große helle, mittlere und dunkle Flächen.
  6. Detail: Betone charakteristische Merkmale und wichtige Kanten.
  7. Korrektur: Betrachte die Zeichnung aus Abstand oder im Spiegel.
  8. Akzent: Setze wenige dunkle Stellen und entferne störende Hilfslinien.


Ausdruck und Individualität


Ähnlichkeit

Ähnlichkeit entsteht vor allem durch charakteristische Abstände, Winkel und Formen. Frage Dich: Wie breit ist der Kiefer? Wie verläuft die Augenbraue? Wie groß ist der Abstand zwischen Nase und Oberlippe? Ein einzelnes treffendes Merkmal kann wichtiger sein als viele Details.


Mimik und Haltung

Mimik verändert Augen, Brauen, Mundwinkel und Wangen. Auch Kopfhaltung, Blickrichtung und Schulterlinie beeinflussen die Wirkung. Eine Porträtzeichnung kann ruhig, offen, angespannt, stolz, traurig oder nachdenklich erscheinen.


Selbstporträt

Beim Selbstporträt bist Du Modell und zeichnende Person zugleich. Ein Spiegel ermöglicht direktes Beobachten. Ein Foto hält einen Moment fest, kann aber perspektivisch verzerren. Entscheidend ist, wie Du Dich zeigen möchtest.


Porträtzeichnungen in der Kunst

Albrecht Dürer untersuchte früh sein eigenes Aussehen und beschäftigte sich intensiv mit menschlichen Proportionen. Käthe Kollwitz nutzte starke Linien, dunkle Flächen und ausdrucksvolle Selbstbildnisse. Ihre Werke zeigen, dass ein Porträt zugleich Beobachtung und persönliche Deutung sein kann.


Beurteilungskriterien

Ein gelungenes Schulporträt muss nicht fehlerfrei sein. Wichtige Kriterien sind aufmerksame Beobachtung, passende Proportionen, räumliche Wirkung, charakteristische Merkmale, bewusster Stricheinsatz, sinnvolle Bildaufteilung und ein nachvollziehbarer Arbeitsprozess.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wozu dient die senkrechte Mittelachse im Kopf? (Sie zeigt Ausrichtung und Drehung des Kopfes) (!Sie markiert immer den dunkelsten Schatten) (!Sie bestimmt die Farbe der Augen) (!Sie ersetzt die äußere Kontur)




Wo liegt die Augenlinie bei einer frontalen Kopfansicht häufig ungefähr? (Auf halber Höhe des Kopfes) (!Direkt am oberen Rand des Kopfes) (!Auf Höhe des Kinns) (!Unterhalb der Schulterlinie)




Was beschreibt der Begriff Tonwert? (Die Helligkeit oder Dunkelheit einer Fläche) (!Die Härte des Zeichenpapiers) (!Die Geschwindigkeit beim Zeichnen) (!Die Größe des Bilderrahmens)




Was ist eine Schraffur? (Eine Fläche aus gesetzten Linien) (!Eine farbige Grundierung des Papiers) (!Eine Methode zum Falten von Papier) (!Eine feste Regel für Augenfarben)




Welche Arbeitsweise ist beim Porträtzeichnen besonders sinnvoll? (Vom Großen zum Kleinen arbeiten) (!Mit den Wimpern beginnen) (!Alle Hilfslinien stark nachziehen) (!Jede Fläche gleich dunkel zeichnen)




Was unterstützt die räumliche Wirkung eines Gesichts? (Abgestufte Licht- und Schattenwerte) (!Nur eine gleich starke Außenlinie) (!Ein vollständig weißer Hintergrund) (!Das Weglassen aller Schatten)




Was bedeutet Negativraum? (Die Fläche um und zwischen den Formen) (!Ein misslungenes Porträt) (!Eine schwarze Kreide) (!Ein leerer Zeichenblock)




Warum werden Haare zuerst als größere Form gezeichnet? (Damit Volumen und Lichtverteilung erkennbar werden) (!Damit jedes Haar gleich lang wird) (!Damit das Gesicht verdeckt wird) (!Damit keine Schatten nötig sind)




Wodurch entsteht Ähnlichkeit besonders? (Durch charakteristische Abstände Winkel und Formen) (!Durch möglichst viele zufällige Linien) (!Durch einen vollständig symmetrischen Kopf) (!Durch das Kopieren einer Standardvorlage)




Was sollte am Ende des Zeichenprozesses geprüft werden? (Proportionen Wirkung und wichtige Akzente) (!Nur die Anzahl der Bleistifte) (!Nur die Farbe des Radiergummis) (!Nur die Größe des Tisches)





Memory

Proportion Größenverhältnis
Kontur Umrisslinie
Schraffur Linien zur Tonwertbildung
Tonwert Helligkeitsstufe
Achse Orientierungslinie
Plastizität Eindruck von Räumlichkeit
Mimik Sichtbarer Gesichtsausdruck
Negativraum Fläche um das Motiv





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Arbeitsschritt
Grundform Kopfvolumen anlegen
Achsen Ausrichtung markieren
Merkmale Augen Nase und Mund platzieren
Tonwerte Licht und Schatten ordnen
Details Charakteristische Akzente setzen






Kreuzworträtsel

Kontur Wie heißt die äußere Umrisslinie einer Form?
Schraffur Welche Zeichentechnik erzeugt Tonwerte durch Linien?
Proportion Wie heißt das Größenverhältnis von Teilen zueinander?
Tonwert Wie heißt eine Helligkeitsstufe in einer Zeichnung?
Mimik Wie heißt der sichtbare Ausdruck des Gesichts?
Silhouette Wie heißt der flächenhafte Außenumriss einer Figur?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Eine senkrechte

zeigt die Ausrichtung des Kopfes. Die Augenlinie liegt bei einer frontalen Ansicht häufig ungefähr auf

Höhe des Kopfes. Größenverhältnisse werden als

bezeichnet. Helligkeitsstufen heißen

. Linien zur Verdunkelung einer Fläche bilden eine

. Die äußere Umrisslinie heißt

. Der sichtbare Gesichtsausdruck wird

genannt. Haare werden zuerst als große

erfasst. Ein überzeugendes Porträt entsteht durch genaues

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Blindzeichnung: Zeichne das Gesicht einer Partnerperson, ohne auf Dein Papier zu schauen. Vergleiche anschließend Linie und Beobachtung.
  2. Gesichtshälften: Ergänze eine vorgegebene halbe Porträtansicht spiegelbildlich und markiere Deine Hilfslinien.
  3. Tonwertskala: Erstelle mit einem Bleistift mindestens sieben Helligkeitsstufen und übertrage drei davon auf eine einfache Kopfform.
  4. Mimikstudie: Zeichne drei kleine Gesichter mit deutlich unterschiedlicher Mimik.


Standard

  1. Partnerporträt: Zeichne eine Person aus der Klasse zehn Minuten lang und konzentriere Dich auf zwei charakteristische Merkmale.
  2. Selbstporträt: Fertige mithilfe eines Spiegels ein Selbstporträt an und dokumentiere drei Korrekturen.
  3. Lichtstudie: Beleuchte ein Gesicht seitlich und zeichne nur die großen Licht- und Schattenformen.
  4. Stilvergleich: Gestalte dasselbe Porträt einmal mit Konturlinien und einmal überwiegend mit Tonwertflächen.


Schwer

  1. Porträtserie: Entwickle drei Porträts derselben Person aus unterschiedlichen Blickwinkeln und halte die Wiedererkennbarkeit fest.
  2. Kunstzitat: Untersuche ein Selbstporträt von Dürer oder Kollwitz und übertrage ein Gestaltungsmittel in eine eigene Arbeit.
  3. Ausdrucksporträt: Übertreibe bewusst Linien, Proportionen oder Schatten, um eine bestimmte Stimmung zu verstärken.
  4. Videotutorial: Produziere ein kurzes Lernvideo, das einen sinnvollen Porträt-Arbeitsschritt erklärt und typische Fehler zeigt.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Proportionsanalyse: Vergleiche zwei Porträtzeichnungen und erkläre, wie unterschiedliche Abstände zwischen Augen, Nase und Mund die Wirkung verändern.
  2. Lichtwechsel: Beschreibe, wie sich dieselbe Kopfform bei frontalem, seitlichem und von unten kommendem Licht verändert.
  3. Fehlerdiagnose: In einer Zeichnung wirken Augen und Mund einzeln richtig, das Gesicht aber unähnlich. Entwickle eine begründete Prüfreihenfolge.
  4. Stilentscheidung: Entscheide, ob Konturlinie, Schraffur oder Tonwertfläche für ein nachdenkliches Porträt besonders geeignet ist, und begründe Deine Wahl.
  5. Perspektivtransfer: Erkläre, welche Hilfslinien bei einem gedrehten Kopf angepasst werden müssen und warum.
  6. Bildwirkung: Beurteile, wie Ausschnitt, Blickrichtung und Hintergrund gemeinsam die Aussage eines Porträts bestimmen.




Lernnachweis

Für den Lernnachweis reichst Du eine ausgearbeitete Porträtzeichnung, mindestens zwei Vorstudien und eine kurze Reflexion ein. Sichtbar sein sollen die Entwicklung von der Grundform zum Detail, bewusste Entscheidungen zu Proportion, Tonwert und Ausdruck sowie begründete Korrekturen. Die Bewertung berücksichtigt Beobachtung, Gestaltung, handwerkliche Erprobung und Reflexionsfähigkeit.




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