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Pink Floyd - Another Brick in the Wall, Part 2

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Pink Floyd - Another Brick in the Wall, Part 2



Pink Floyd – Another Brick in the Wall, Part 2

Another Brick in the Wall, Part 2 ist ein 1979 veröffentlichter Song von Pink Floyd aus der Rockoper The Wall. Das Stück verbindet einen geraden, von Disco und Funk beeinflussten Groove mit Elementen von Progressive Rock, Blues und orchestrierter Studioproduktion. Besonders auffällig sind der Kinderchor, die reduzierte Harmonik, die präzise Rhythmusgitarre, das expressive Gitarrensolo von David Gilmour und die Einbindung des Songs in die Erzählung über die metaphorische „Mauer“, die die Hauptfigur Pink zunehmend von anderen Menschen trennt.

Dieser aiMOOC untersucht Songform, Harmonik, Rhythmik, Gitarren- und Keyboardarbeit, Gesang, Studioproduktion, Textdeutung, Entstehungsgeschichte, Rockgeschichte und Live-Kultur. Die kurzen Notenbeispiele der MediaWiki-Erweiterung Score sind eigens für diesen Kurs erstellt. Sie geben nur allgemeine Analyseprinzipien wieder und sind keine Transkriptionen der geschützten Melodie oder des Gitarrensolos.

Das Foto zeigt Pink Floyd 1973 bei einem Konzert. Die auf Wikimedia Commons bereitgestellte Aufnahme steht unter einer freien Creative-Commons-Lizenz.

Das eingebettete Video ist das offizielle Musikvideo auf dem offiziellen Pink-Floyd-YouTube-Kanal. Es ist kein frei lizenziertes OER-Medium; es wird hier lediglich über den vom Rechteinhaber bereitgestellten YouTube-Player eingebunden.


Einleitung

Another Brick in the Wall besteht auf dem Album The Wall aus drei Teilen. Part 2 folgt unmittelbar auf The Happiest Days of Our Lives und führt die Schulerfahrung der Hauptfigur Pink weiter. Roger Waters schrieb den Song und griff dabei Erfahrungen und Erinnerungen an autoritäre Schulformen auf. Im erzählerischen Zusammenhang wird Schule nicht als Lernen an sich angegriffen, sondern als Institution, die in Pinks Wahrnehmung durch Demütigung, Kontrolle und fehlende Individualität einen weiteren „Stein“ in seiner inneren Mauer liefert.

Die Single erschien in Großbritannien am 23. November 1979. Sie war Pink Floyds erste britische Single seit Point Me at the Sky aus dem Jahr 1968 und erreichte Ende 1979 Platz eins der britischen Charts. Sie wurde außerdem die britische Weihnachts-Nummer-eins des Jahres 1979 und war auch international sehr erfolgreich.

Dieses offizielle Audio kann beim analytischen Hören verwendet werden. Achte besonders auf den Wechsel zwischen Leadgesang, Kinderstimmen, Gitarrensolo und Geräuschcollage am Ende.


Entstehungsgeschichte

Die Arbeit an The Wall begann 1979. Laut offizieller Pink-Floyd-Chronik wurde in den Studios Super Bear und Miraval in Frankreich, später in New York sowie in Los Angeles gearbeitet. Als Produzenten des Albums und des Songs werden Roger Waters, David Gilmour, Bob Ezrin und James Guthrie genannt.

Eine entscheidende Rolle spielte Bob Ezrin. Er erkannte, dass das ursprünglich kurze Songmaterial durch Wiederholung, einen markanteren Tanzgroove und eine zusätzliche klangliche Ebene stärker wirken könnte. Auf seine Initiative wurde der bereits vorhandene Rockansatz mit einem gleichmäßigen, vom damaligen Disco-Stil beeinflussten 4/4-Puls verbunden. Die Wiederholung desselben Textmaterials wird dadurch nicht bloß Kopie, sondern Teil der Dramaturgie: Was zunächst von Erwachsenenstimmen vorgetragen wird, erhält durch die Kinderstimmen eine neue Perspektive.


Der Kinderchor

Für die Kinderstimmen wandte sich Toningenieur Nick Griffiths an die nahe gelegene Islington Green School in London. Musiklehrer Alun Renshaw bereitete eine Gruppe von 23 Schülerinnen und Schülern vor. Mehrere Aufnahmen wurden im Studio geschichtet, sodass der Chor größer und räumlicher wirkt als die tatsächliche Gruppe.

Das Bild zeigt Islington Green in London, also das Umfeld der Schule, aus der der Kinderchor stammte.

Die Wahl eines echten Schulchores hat mehrere Wirkungen zugleich. Die Stimmen lassen die erzählte Schülerperspektive unmittelbar hörbar werden. Gleichzeitig verwandelt die Studioproduktion einzelne Kinderstimmen in einen massiven kollektiven Klang. Dadurch entsteht eine Spannung zwischen Individualität und Gruppe: Der Text fordert Schutz vor Gleichschaltung, wird aber zugleich von einer großen Gruppe im Gleichklang vorgetragen.


Songform

Die Albumfassung lässt sich funktional als Folge von miteinander verbundenen Klangblöcken hören. Eine sinnvolle Hörgliederung ist:

  1. Übergang: Der Song wächst aus dem vorhergehenden Stück heraus und etabliert den gleichmäßigen Groove.
  2. Leadgesang: Die erste zentrale Textpassage wird von Erwachsenenstimmen getragen.
  3. Refrainfunktion: Die Titelidee verdichtet sich zu einem leicht wiedererkennbaren Kernsatz.
  4. Kinderchor: Das vorhandene Textmaterial wird aus einer anderen stimmlichen Perspektive wiederholt.
  5. Gitarrensolo: Die Stimme tritt zurück; die Gitarre übernimmt die expressive Hauptrolle.
  6. Geräuschcollage: Schulhof- und Lehrergeräusche führen die Erzählung über das eigentliche Liedende hinaus.

Die Form arbeitet damit weniger mit vielen neuen Strophen als mit Wiederholung, Variation, Klangwechsel und Rollenwechsel. Genau diese Ökonomie ist ein wichtiger Grund dafür, dass sich der Song unmittelbar einprägt.


Harmonik und Tonalität

Das tonale Zentrum liegt in D-Moll. Die Harmonik ist über weite Strecken bewusst reduziert. Besonders wichtig ist die Spannung zwischen D-Moll und G-Dur. In rein natürlichem D-Moll wäre auf der vierten Stufe eher G-Moll zu erwarten. Das G-Dur mit dem Ton H beziehungsweise B natural erzeugt deshalb eine dorische Färbung. Weitere Akkorde wie F-Dur und C-Dur erweitern den Rock-typischen modalen Klangraum.

Diese Mischung lässt sich als Wechselspiel zwischen äolischen und dorischen Eigenschaften hören. Für die Analyse ist wichtig: Der Song muss nicht in jedem Takt eindeutig nur einem Modus zugeordnet werden. Rockmusik arbeitet häufig flexibel mit modalen Farben.


Score-Beispiel 1: D-Moll und dorische Aufhellung

Das folgende Beispiel ist neu komponiert und zeigt nur das theoretische Prinzip D-Moll → G-Dur → D-Moll. Es ist keine Passage aus dem Song.


\relative c' {
  \key d \minor
  \time 4/4
  <d f a>2 <g b d>2
  <d f a>1
}

Der Ton H im G-Dur-Akkord ist die große Sexte über D. Genau dieser Ton unterscheidet die dorische Skala D–E–F–G–A–H–C–D von D-Natürlich-Moll mit B beziehungsweise B-flat.


Rhythmik und Groove

Der Song steht in einem geraden 4/4-Takt und bewegt sich ungefähr im Bereich um 104 Schläge pro Minute. Der Groove verbindet Rock-Schlagzeug mit Elementen, die Ende der 1970er Jahre stark mit Disco und Funk verbunden waren: ein stabiler Puls, klare Backbeats, kontinuierliche Unterteilungen und eine rhythmisch präzise, perkussive Gitarre.

Das Interessante ist der Kontrast zwischen Inhalt und Bewegung. Der Text beschreibt Einschränkung, Kontrolle und Protest, während der Beat körperlich direkt, regelmäßig und tanzbar wirkt. Diese Gegensätzlichkeit verhindert, dass die Musik nur düster oder schwer erscheint.


Score-Beispiel 2: eigener Funk-Rhythmus

Dieses eintaktige Beispiel ist vollständig neu erstellt. Es zeigt lediglich das Prinzip kurzer, staccatierter Achtel und Sechzehntel.


\relative c' {
  \time 4/4
  \tempo 4=104
  d8-. r16 d16 d8-. r8 d8-. d16 d16 r8 d8-.
}

Probiere das Muster zuerst mit Klatschen oder auf einem gedämpften Gitarrenakkord. Entscheidend ist nicht Lautstärke, sondern die exakte Platzierung der kurzen Impulse.


Gitarrenarbeit

David Gilmour prägt den Song mit mehreren unterschiedlichen Gitarrenrollen. Die Rhythmusgitarre arbeitet clean, trocken und perkussiv. Statt großer Rockakkorde hörst Du viele kurze, rhythmisch kontrollierte Schläge. Diese Spielweise verbindet Rock mit Funkästhetik.

Für die Rhythmusspuren wurde eine Stratocaster eingesetzt. Der cleane Direktsound unterstützt die scharfe rhythmische Kontur. Das Instrument selbst ist dabei weniger wichtig als die Produktionsidee: wenig Verzerrung, klare Transienten und präzise Artikulation.

Das Gitarrensolo bildet einen starken Kontrast. Gilmour verwendete für das Studio-Solo eine Gibson Les Paul Goldtop mit P-90-Tonabnehmern. Er beschrieb später, dass der Solosound zunächst direkt aufgenommen und anschließend durch Verstärkung beziehungsweise Reamping klanglich verdichtet wurde.

Das gezeigte Instrument ist nicht Gilmours konkrete Gitarre, sondern ein frei lizenziertes Beispiel einer historischen Les Paul Goldtop aus derselben Instrumentenfamilie.


Sprache des Solos

Das Solo verbindet Blues- und Rockvokabular mit langen gehaltenen Tönen, Bendings, Vibrato, Pausen und melodischer Zielstrebigkeit. Musikologische Analysen weisen besonders auf den Einsatz der kleinen Pentatonik und auf Erweiterungstöne wie die None über dem Mollzentrum hin. Charakteristisch ist dabei nicht eine möglichst hohe Notendichte, sondern das Verhältnis zwischen Ton, Bending, Klangfarbe und Stille.


Score-Beispiel 3: eigene pentatonische Miniatur

Auch dieses Beispiel ist neu komponiert und enthält keine Phrase aus dem Originalsolo.


\relative c' {
  \key d \minor
  \time 4/4
  d8 f g a c4 a8 g
  f4 d2 r4
}

Das Beispiel verwendet ausschließlich Töne der D-Moll-Pentatonik. Erfinde anschließend selbst eine zweite Phrase und lasse bewusst mindestens eine Viertelpause stehen.


Keyboardarbeit

Richard Wright ist in der Aufnahme mit Orgel- und Synthesizerklängen beteiligt. Die Keyboardspuren stehen weniger im Vordergrund als die Gitarre oder der Chor. Gerade dadurch erfüllen sie eine wichtige Funktion: Sie füllen den harmonischen Raum, verbinden Abschnitte und tragen während des Solos zur klanglichen Fläche bei.

Diese Art der Begleitung eignet sich gut, um über Arrangement nachzudenken. Nicht jedes Instrument muss eine auffällige Melodie spielen. Ein zurückhaltender Klangteppich kann Form, Tiefe und Spannung erzeugen, ohne die Aufmerksamkeit vom Hauptinstrument abzuziehen.


Bass und Schlagzeug

Nick Mason hält mit dem Schlagzeug den geraden Puls stabil. Die Produktion verzichtet weitgehend auf hektische metrische Wechsel und setzt stattdessen auf Wiederholbarkeit und körperliche Direktheit. Gerade im Zusammenhang mit Pink Floyd, einer Band, die oft mit längeren Formen und komplexeren Klangexperimenten verbunden wird, ist diese Einfachheit bemerkenswert.

Der Bass unterstützt das tonale Zentrum und verbindet Groove und Harmonik. Im Zusammenspiel mit Schlagzeug und Rhythmusgitarre entsteht ein enges rhythmisches Raster, über dem Gesang, Chor, Keyboardflächen und später das Gitarrensolo unterschiedliche Freiheitsgrade erhalten.


Gesang und Kinderstimmen

Die Hauptstimme ist relativ direkt und wenig virtuos angelegt. Sie funktioniert eher wie eine erzählende oder anklagende Stimme als wie eine große melodische Showstimme. Im Gegensatz dazu wirkt der Kinderchor breiter, heller und kollektiver.

Die bekannte Zeile „We don't need no education“ ist ein bewusst rau formulierter englischer Slogan. Im Zusammenhang der Rockoper sollte er nicht isoliert als Ablehnung allen Lernens gelesen werden. Sinngemäß richtet sich die Passage gegen eine Form von Schule, in der Kinder gedemütigt, kontrolliert, verspottet oder geistig gleichgeschaltet werden. Die Figuren fordern Respekt, Eigenständigkeit und Schutz vor einem autoritären System.

Eine sinngemäße deutsche Inhaltserschließung lautet daher: Die Schülerstimmen weisen nicht Wissen zurück, sondern eine Schule, die Denken und Individualität unterdrückt. Die Lehrkraft wird in Pinks Erinnerung zu einem weiteren Baustein seiner inneren Abschottung.


Studioproduktion

Die Produktion ist ein gutes Beispiel dafür, wie stark eine Aufnahme durch Entscheidungen im Studio geformt werden kann. Wichtig sind unter anderem:

  1. Mehrspuraufnahme: Kinderstimmen wurden mehrfach aufgenommen und geschichtet, um einen größeren Chor zu erzeugen.
  2. Editing: Wiederholtes Songmaterial wurde so angeordnet, dass aus einer kurzen Ausgangsidee eine radiofähige Form entstand.
  3. Direktaufnahme: Clean-Gitarren und Teile des Solos wurden mit sehr direktem Signalweg aufgenommen.
  4. Reamping: Der Soloklang wurde nachträglich durch einen Verstärker geschickt, um Gewicht und Klangkante zu ergänzen.
  5. Klangdramaturgie: Der Song entwickelt sich vom Groove über den Chor zum Solohöhepunkt und endet nicht mit einem klassischen Schlussakkord, sondern mit einer erzählerischen Geräuschszene.

Das zeigt: Musikproduktion ist nicht nur das technische Aufzeichnen einer bereits fertigen Darbietung. Sie kann selbst Teil der Komposition und Dramaturgie werden.


Textdeutung und die Metapher der Mauer

In The Wall steht die Mauer für emotionale Abschottung. Negative Erlebnisse werden zu einzelnen „Steinen“. Part 2 behandelt die Schulzeit: Erniedrigung und Kontrolle verstärken Pinks Rückzug.

Eine interessante Mehrdeutigkeit entsteht durch den Kinderchor. Das Kollektiv protestiert gegen Gleichförmigkeit, spricht aber selbst mit einer gemeinsamen Stimme. Das kann als produktiver Widerspruch gelesen werden: Gemeinschaft kann sowohl unterdrücken als auch Schutz, Solidarität und Widerstand ermöglichen.

Die Musik unterstützt diese Deutung. Der streng regelmäßige Groove kann an Ordnung und Disziplin erinnern, während das Gitarrensolo wie ein individueller Ausbruch aus diesem Raster wirkt. Das ist eine Interpretation und keine eindeutig festgelegte Bedeutung; andere begründete Hörweisen sind möglich.


Bedeutung in der Rockgeschichte

Die Single wurde zu einem der kommerziell erfolgreichsten Titel von Pink Floyd. Sie verbindet mehrere für die späten 1970er Jahre typische Entwicklungen: die Albumorientierung des Progressive Rock, die Tanzbarkeit der Disco-Ära, den Einsatz ausgefeilter Studiotechnik und die wachsende Bedeutung großer audiovisueller Rockshows.

Historisch auffällig ist auch, dass Pink Floyd im Vereinigten Königreich seit 1968 keine Single mehr veröffentlicht hatten. Mit Part 2 wurde ein Ausschnitt aus einer groß angelegten Konzept-Rockoper gleichzeitig zu einem international erfolgreichen Popsong.

Der Song zeigt damit, dass Konzeptalbum und Single, Kunstrock und Tanzgroove, individuelle Gitarrenexpression und massenwirksamer Refrain keine Gegensätze sein müssen.


Live-Kultur

Die ursprünglichen The Wall-Konzerte von 1980 und 1981 gehörten zu den aufwendigsten Rockinszenierungen ihrer Zeit. Laut offizieller Pink-Floyd-Chronik bestand das Bühnenset 1980 aus 450 faltbaren „Ziegeln“, aus denen während der Show eine ungefähr 10 Meter hohe und fast 80 Meter breite Wand entstand. Dazu kamen Projektionen, große Figuren und weitere Bühneneffekte. Die physische Wand machte die Metapher des Albums zu einem realen Bühnenelement und trennte zeitweise Band und Publikum.

Das Bild zeigt eine spätere Aufführung von Roger Waters' The Wall-Tour, während Another Brick in the Wall, Part 2 gespielt wurde.

Die frei lizenzierte Karte dokumentiert den Ort der großen Berliner The Wall-Aufführung von 1990 in der Nähe des damaligen Grenzraums am Potsdamer Platz.

Auch Pink Floyd behielten das Stück in späteren Konzertprogrammen. Die folgende offizielle Aufnahme aus dem Konzertfilm PULSE zeigt eine Aufführung von 1994.

Vergleiche die Live-Version mit der Studioaufnahme: Besetzung, Länge, Klangraum, Publikumsreaktion und die Rolle des Gitarrensolos verändern die Wirkung erheblich.


Rechtssichere Mediennutzung

Die in diesem aiMOOC eingebundenen Bilder stammen von Wikimedia Commons und besitzen auf ihren Dateiseiten ausgewiesene freie Lizenzen oder Freigaben. Für Nachnutzung außerhalb von Wikimedia musst Du die jeweilige Lizenz, Namensnennung und gegebenenfalls Share-Alike-Bedingungen beachten.

Die YouTube-Videos stammen aus offiziellen Pink-Floyd-Veröffentlichungen. Sie sind nicht automatisch frei lizenziert. Der aiMOOC bettet sie lediglich über den offiziellen Player ein. Lade die Videos nicht herunter und veröffentliche sie nicht neu, sofern Du dafür keine ausdrückliche Erlaubnis besitzt.

Geschützte Songtexte werden hier nicht vollständig wiedergegeben. Verwendet wird nur ein sehr kurzes Textzitat zur Analyse. Ebenso enthält der Kurs keine vollständige Partitur, keine Tabulatur des Solos und keine ausgeschriebene Originalmelodie. Die Score-Beispiele sind eigenständig erstellt.


Hörleitfaden

Höre das Stück mindestens zweimal mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

  1. Erster Hördurchgang: Markiere nur große Formabschnitte und Wechsel der Klangrollen.
  2. Zweiter Hördurchgang: Konzentriere Dich auf Schlagzeug, Bass und Rhythmusgitarre.
  3. Dritter Hördurchgang: Achte auf Orgel, Synthesizer und räumliche Produktion.
  4. Vierter Hördurchgang: Untersuche, wie sich die Wirkung verändert, wenn der Kinderchor einsetzt.
  5. Fünfter Hördurchgang: Beschreibe das Gitarrensolo ausschließlich mit musikalischen Begriffen wie Bending, Vibrato, Register, Phrasenlänge, Pause, Dynamik und Klangfarbe.


Quellen

  1. Pink Floyd Official Site – Timeline 1979: Veröffentlichung und Produktionschronik von The Wall.
  2. Pink Floyd Official Site – Timeline 1980: Daten und Bühnenaufbau der ersten The Wall-Konzerte.
  3. Pink Floyd Official Site – Timeline 1981: weitere Aufführungen der ursprünglichen The Wall-Produktion.
  4. Official Charts Company – Another Brick in the Wall Part 2: britische Veröffentlichung und Chartgeschichte.
  5. Wikipedia deutsch – Another Brick in the Wall: Entstehung, Schulchor und Aufnahmegeschichte.
  6. Wikipedia englisch – Another Brick in the Wall: Überblick, Konzept und internationale Rezeption.
  7. Richard Perks in The Routledge Handbook of Pink Floyd: musikwissenschaftliche Analyse von Gilmours Gitarrensprache, darunter die Rolle der None im Solo.
  8. Pink Floyd – offizielles Musikvideo: offizieller Pink-Floyd-YouTube-Kanal.
  9. Pink Floyd – offizielles Album-Audio: Besetzungs- und Produktionsangaben im offiziellen Upload.
  10. Pink Floyd – PULSE live: offizielle restaurierte Live-Aufnahme.
  11. Wikimedia Commons: Lizenzinformationen zu allen eingebundenen Bildern sind auf den jeweiligen Dateiseiten dokumentiert.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wer schrieb Another Brick in the Wall, Part 2? (Roger Waters) (!David Gilmour) (!Richard Wright) (!Nick Mason)




Auf welchem Album erschien der Song 1979? (The Wall) (!Animals) (!Wish You Were Here) (!Meddle)




Aus welcher Schule stammte der Kinderchor? (Islington Green School) (!Abbey Road School) (!Camden Music School) (!Westminster Choir School)




Welches Metrum prägt den Song? (Viervierteltakt) (!Dreivierteltakt) (!Fünfvierteltakt) (!Siebentakt)




Welches tonale Zentrum prägt die Aufnahme? (D-Moll) (!E-Dur) (!A-Dur) (!Cis-Moll)




Welche Stilrichtung beeinflusste auf Bob Ezrins Anregung den Grundgroove? (Disco) (!Reggae) (!Bossa Nova) (!Bluegrass)




Wer spielt das markante Gitarrensolo der Studioaufnahme? (David Gilmour) (!Roger Waters) (!Bob Ezrin) (!James Guthrie)




Welche Funktion hat G-Dur im Umfeld von D-Moll besonders? (Dorische Färbung) (!Chromatische Modulation nach Fis-Dur) (!Auflösung in die Dominante A-Dur) (!Wechsel in einen Dreiertakt)




Wogegen richtet sich der Text im Kontext der Rockoper vor allem? (Autoritäre und entwürdigende Schulstrukturen) (!Gegen jede Form von Lernen) (!Gegen Musikinstrumente im Unterricht) (!Gegen Schulgebäude aus Ziegeln)




Was war ein zentrales Element der ursprünglichen The Wall Bühnenshow? (Eine während der Aufführung aufgebaute Wand) (!Eine drehbare Wasserbühne) (!Ein ausschließlich akustisches Bühnenbild) (!Eine Show ohne Projektionen)





Memory

Bob Ezrin Disco-Puls und Arrangement
Islington Green School Kinderchor
D-Moll Tonales Zentrum
Dorische Färbung G-Dur mit großer Sexte
David Gilmour Gitarrensolo
Richard Wright Orgel und Synthesizer
The Wall Rockoper





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Musikalische Funktion
Stratocaster Cleane Funk-Rhythmik
Les Paul Goldtop Ausdrucksstarker Soloklang
Kinderchor Kollektive Wiederholung
Orgel und Synthesizer Klangflächen und Füllstimmen
Schlagzeug Stabiler gerader Groove






Kreuzworträtsel

Ezrin Welcher Produzent trieb die Disco-Idee und die Erweiterung der Songform voran?
Islington In welchem Londoner Stadtteil lag die Schule des Kinderchores?
Gilmour Welcher Gitarrist spielt das markante Studio-Solo?
Wright Welcher Pink-Floyd-Musiker spielt Orgel und Synthesizer?
Dorian Welcher Modus erklärt die große Sexte über D besonders gut?
Waters Welcher Musiker schrieb den Songtext und die Komposition?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Der Song ist Teil des Albums

.
Die Komposition stammt von

.
Das tonale Zentrum liegt vor allem in

.
Der Grundpuls steht in einem geraden

.
Bob Ezrin regte einen von

beeinflussten Groove an.
Der Kinderchor kam von der

.
Das markante Gitarrensolo spielte

.
Im Albumkontext kritisiert der Song besonders

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Hörkarte: Zeichne den Song als Zeitstrahl mit den Bereichen Leadgesang, Kinderchor, Gitarrensolo und Geräuschcollage. Verwende keine ausgeschriebene Melodie.
  2. Groove: Erfinde mit Klatschen und Schnipsen einen eigenen eintaktigen 4/4-Groove mit kurzen Sechzehntelimpulsen und führe ihn in der Gruppe auf.
  3. Textdeutung: Formuliere die Aussage des Songs in höchstens fünf deutschen Sätzen, ohne weitere Original-Lyrics zu zitieren.
  4. Creative Commons: Öffne eine der eingebundenen Commons-Dateien, notiere Lizenz, Urheber und notwendige Namensnennung und erkläre, warum das für OER wichtig ist.


Standard

  1. Arrangement: Komponiere einen eigenen acht Takte langen D-Moll-Groove mit einem Wechsel zu G-Dur und erkläre die dorische Wirkung. Übernimm keine Melodie aus dem Original.
  2. Studio und Live: Vergleiche die Studioaufnahme mit der eingebetteten PULSE-Version. Untersuche Besetzung, Länge, Raumklang, Solo und Publikumswirkung.
  3. Musikproduktion: Produziere in einer DAW einen kurzen eigenen Groove mit trockener Rhythmusgitarre, gedoppelten Stimmen und einem nachträglich bearbeiteten Solosound.
  4. Metapher: Gestalte ein Plakat oder eine digitale Collage zur „Mauer“ als Symbol für Isolation. Verknüpfe mindestens drei visuelle Entscheidungen mit der Musik.


Schwer

  1. Musikanalyse: Verfasse eine strukturierte Analyse, in der Du Form, Harmonik, Rhythmik, Instrumentation und Produktion miteinander verbindest. Begründe jede Aussage durch Höreindrücke.
  2. Bühnenkonzept: Entwickle eine heutige schulgeeignete Bühnenfassung des Songs, die ohne geschützte Filmprojektionen auskommt. Entwirf Licht, Raum, Bewegung und Projektionen aus selbst erstelltem Material.
  3. Quellenkritik: Vergleiche die offizielle Pink-Floyd-Chronik, Wikipedia, Official Charts und eine musiktheoretische Fachquelle. Zeige, welche Quelle für welche Art von Aussage besonders geeignet ist.
  4. Score-Komposition: Schreibe mit MediaWiki Score ein eigenes vier- bis achttaktiges Beispiel in D-Moll mit dorischer Färbung, Synkopen und einer kurzen pentatonischen Solostimme. Achte darauf, keine Originalmelodie nachzubilden.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Form und Wirkung: Erkläre, warum die Wiederholung fast identischen Textmaterials durch andere Stimmen als formbildendes Mittel wirken kann. Übertrage das Prinzip auf einen selbst gewählten Song.
  2. Harmonik und Ausdruck: Zeige an einem selbst erfundenen Beispiel, wie der Wechsel von einer Molltonika zu einer Dur-Subdominante die modale Farbe verändert.
  3. Rhythmus und Bedeutung: Diskutiere, wie ein tanzbarer Groove mit einem ernsten oder konfliktreichen Text zusammenwirken kann. Nenne mindestens zwei mögliche Wirkungen.
  4. Produktion als Komposition: Wähle drei Studiotechniken des Songs und beschreibe, wie sich die Wirkung verändern würde, wenn diese Techniken fehlen würden.
  5. Stimme und Perspektive: Analysiere, wie sich eine Aussage verändert, wenn sie zuerst von einer Einzelstimme und danach von einer Gruppe gesprochen oder gesungen wird.
  6. Live-Transfer: Entwirf eine alternative Live-Inszenierung für einen kleinen Schulraum und begründe, wie Du die Idee der „Mauer“ ohne große Bühnentechnik vermitteln würdest.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema sollte erkennbar sein, dass Du musikalische Beobachtungen mit historischen, technischen und interpretatorischen Zusammenhängen verbinden kannst.

  1. Songform: Du kannst die großen Formabschnitte beschreiben und die Rolle von Wiederholung und Rollenwechsel erklären.
  2. Harmonik: Du kannst D-Moll als tonales Zentrum benennen und die dorische Wirkung von G-Dur erläutern.
  3. Rhythmik: Du kannst den 4/4-Groove, Disco-Einfluss und funkartige Gitarrenartikulation beschreiben.
  4. Instrumentation: Du kannst die unterschiedlichen Funktionen von Rhythmusgitarre, Solo-Gitarre, Bass, Schlagzeug, Keyboard und Kinderchor erklären.
  5. Produktion: Du kannst Mehrspuraufnahme, Editing, Direktaufnahme und Reamping in ihrem musikalischen Zweck erläutern.
  6. Textdeutung: Du kannst die Kritik an autoritären Schulstrukturen vom pauschalen Ablehnen von Bildung unterscheiden.
  7. Rockgeschichte: Du kannst den Song in die Geschichte von Pink Floyd, Konzeptalbum, Singlekultur und großen Rockshows einordnen.
  8. Medienkompetenz: Du kannst zwischen frei lizenzierten Commons-Medien und lediglich eingebetteten, weiterhin geschützten YouTube-Inhalten unterscheiden.
  9. Transfer: Du kannst die Analyseprinzipien auf ein anderes Musikstück oder eine eigene Komposition übertragen.




OERs zum Thema

Der deutschsprachige Wikipedia-Artikel bietet einen Einstieg in Entstehung, Inhalt und Rezeption. Prüfe bei einer wissenschaftlichen Arbeit zusätzlich die dort genannten Einzelnachweise und Primärquellen.



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