Pierre-Auguste Renoir - Kunst


Pierre-Auguste Renoir - Kunst
Pierre-Auguste Renoir - Kunst

Pierre-Auguste Renoir (1841–1919) gehört zu den bekanntesten Malern des Impressionismus. In diesem aiMOOC entdeckst Du seine Motive, seine Farbwirkung und seine Darstellung von Licht. Der Kurs richtet sich an die Schule und verbindet genaues Sehen mit eigenem Gestalten.
Lernziele
Du kannst …
- Pierre-Auguste Renoir zeitlich und kunstgeschichtlich einordnen.
- Merkmale des Impressionismus in Bildern erkennen.
- Farbe, Licht, Pinselstrich, Raum und Figuren untersuchen.
- ein Gemälde mit Fachbegriffen beschreiben und deuten.
- eine eigene impressionistische Bildidee entwickeln.
- Darstellungen von Alltag und Gesellschaft kritisch befragen.
Kurzprofil
| Bereich | Information |
|---|---|
| Lebenszeit | 25. Februar 1841 bis 3. Dezember 1919 |
| Orte | Limoges, Paris, später Cagnes-sur-Mer |
| Kunstrichtung | Impressionismus |
| Techniken | vor allem Ölmalerei, außerdem Zeichnung, Druckgrafik und Plastik |
| Häufige Motive | Menschen, Freizeit, Tanz, Familie, Landschaft und Badende |
| Bildwirkung | leuchtende Farben, weiche Übergänge, bewegtes Licht und sichtbare Pinselspuren |

Merksatz: Renoir wollte nicht nur Gegenstände genau abbilden. Er wollte zeigen, wie ein Augenblick durch Farbe, Licht und Bewegung wirkt.
Leben in Stationen
- Kindheit und Handwerk: Renoir wurde 1841 in Limoges geboren und wuchs in Paris auf. Als Jugendlicher bemalte er Porzellan.
- Ausbildung: Er studierte Malerei und lernte Claude Monet, Alfred Sisley und Frédéric Bazille kennen.
- Malen im Freien: Gemeinsam beobachteten die Künstler Licht, Wasser, Wetter und moderne Freizeitorte.
- Impressionistische Ausstellungen: Renoir beteiligte sich 1874 an der ersten gemeinsamen Ausstellung der später so genannten Impressionisten.
- Stilwandel: In den 1880er-Jahren wurden Konturen und Figuren zeitweise fester und klarer.
- Späte Jahre: Trotz einer schweren Gelenkerkrankung arbeitete Renoir bis kurz vor seinem Tod 1919 weiter.
Sehauftrag: Notiere drei Stellen, an denen das Video Licht, Bewegung oder modernes Stadtleben erklärt.
Was ist impressionistisch?
Beim Impressionismus zählt der flüchtige Seheindruck. Viele Künstler malten im Freien, nutzten aufgehellte Farben und setzten kurze, sichtbare Pinselstriche. Schatten erscheinen oft farbig statt nur grau oder schwarz. Das Bild wirkt aus der Nähe fleckig und aus größerer Entfernung geschlossen.
| Merkmal | Frage an das Bild |
|---|---|
| Licht | Wo entstehen helle Flecken, Reflexe oder farbige Schatten? |
| Farbe | Welche warmen und kühlen Farben stehen nebeneinander? |
| Pinselstrich | Sind Spuren des Pinsels sichtbar? |
| Augenblick | Welche Bewegung oder Stimmung scheint nur kurz zu dauern? |
| Alltag | Welche moderne Freizeit- oder Stadtszene wird gezeigt? |
Freilichtmalerei und Wasser

In La Grenouillère von 1869 zerlegen kurze Pinselstriche die Wasseroberfläche in farbige Reflexe. Figuren, Boote und Bäume werden nicht bis ins kleinste Detail ausgeführt. Entscheidend ist der Eindruck eines sonnigen Freizeittages.
Bildimpuls: Suche fünf Farbtöne im Wasser. Erkläre, warum Wasser nicht einfach nur blau gemalt ist.
Menschen im modernen Paris

La Loge von 1874 zeigt ein Paar in einer Theaterloge. Kleidung, Opernglas, Haltung und Blickrichtung erzählen von gesellschaftlicher Beobachtung: Wer sieht – und wer wird gesehen?
Bildimpuls: Beschreibe zuerst nur Sichtbares. Deute anschließend, welche Rollen die beiden Personen im öffentlichen Raum einnehmen.
Licht, Tanz und Bewegung

Im Bal du moulin de la Galette von 1876 treffen sich Menschen zum Tanzen und Unterhalten. Lichtflecken liegen auf Gesichtern, Kleidung und Boden. Überschneidungen und angeschnittene Figuren vermitteln Gedränge und Bewegung.
Bildimpuls: Fahre mit dem Finger drei Blickwege nach: von vorne nach hinten, von hell nach dunkel und von einer Figurengruppe zur nächsten.
Gemeinschaft und Komposition

Das Frühstück der Ruderer von 1880/81 verbindet Porträt, Stillleben und Gruppenszene. Geländer, Tischkante und Blicke ordnen die vielen Figuren. Warme Hauttöne und kühle Schatten schaffen einen lebendigen Rhythmus.
Bildimpuls: Teile das Bild gedanklich in Vordergrund, Mittelgrund und Hintergrund. Welche Figur verbindet zwei Bereiche?
Farbe als Blickfang

In Zwei Schwestern auf der Terrasse von 1881 lenken Rot, Blau und Weiß den Blick zu den Figuren. Blumen, Kleidung und Landschaft bestehen aus vielen kleinen Farbakzenten.
Bildimpuls: Wähle drei Hauptfarben. Zeige, wo sie wiederholt werden und wie dadurch Zusammenhalt entsteht.
Ein Bild entsteht in mehreren Phasen

Die Regenschirme entstand etwa zwischen 1881 und 1886 und zeigt Renoirs Stilwandel. Einige Figuren sind weich und farbig gemalt, andere klarer konturiert. So lassen sich verschiedene Arbeitsphasen im selben Bild vergleichen.
Bildimpuls: Vergleiche die Frau links mit der Gruppe rechts. Achte auf Kontur, Farbauftrag und Körperform.
Porträt und Kindheit

Beim Mädchen mit der Gießkanne von 1876 treffen genaue Porträtbeobachtung und lockere Gartenmalerei aufeinander. Das helle Kleid hebt sich vom farbig bewegten Hintergrund ab.
Bildimpuls: Welche Details wirken sorgfältig, welche nur angedeutet? Begründe mit zwei Bildstellen.
Der Stil verändert sich

Nach Reisen nach Algerien und Italien suchte Renoir in den 1880er-Jahren zeitweise nach festerer Zeichnung und klareren Körperformen. Die großen Badenden entstand von 1884 bis 1887. Landschaft und Figuren wirken stärker geplant als in vielen Bildern der 1870er-Jahre.

In späten Bildern werden Formen wieder weicher und voller. Warme Rot-, Orange- und Rosatöne bestimmen häufig die Wirkung.
Bilder untersuchen: Fünf-Schritt-Methode
- Beschreiben: Was ist ohne Deutung zu sehen?
- Ordnen: Wie sind Vordergrund, Mittelgrund, Hintergrund, Linien und Blickrichtungen aufgebaut?
- Untersuchen: Wie wirken Farbe, Licht, Pinselstrich, Oberfläche und Raum?
- Deuten: Welche Stimmung, Beziehung oder Aussage entsteht?
- Belegen: Welche konkrete Bildstelle stützt Deine Deutung?
Satzstarter: „Mein Blick fällt zuerst auf …, weil …“ – „Die Farbwiederholung von … verbindet …“ – „Die Szene wirkt …; das erkenne ich an …“
Kritisch sehen
Renoirs Bilder zeigen häufig Freizeit, schöne Kleidung, Gärten und gesellige Momente. Diese Auswahl ist keine vollständige Darstellung des damaligen Lebens. Frage deshalb:
- Wer wird sichtbar, wer bleibt unsichtbar?
- Welche Arbeit ermöglicht die dargestellte Freizeit?
- Wie werden Frauen, Männer und Kinder gezeigt?
- Wirkt die Szene beobachtet, gestellt oder idealisiert?
- Welche Wirkung hat Renoirs Freude an Schönheit auf Deine Deutung?
Kunstbetrachtung bedeutet nicht nur Gefallen oder Nichtgefallen. Eine begründete Aussage verbindet persönliche Wirkung, genaue Beobachtung und historischen Kontext.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welcher Kunstrichtung wird Renoir vor allem zugeordnet? (Impressionismus) (!Kubismus) (!Expressionismus) (!Surrealismus)
In welcher französischen Stadt wurde Renoir geboren? (Limoges) (!Lyon) (!Rouen) (!Nizza)
Welches Material bemalte Renoir als Jugendlicher beruflich? (Porzellan) (!Beton) (!Leder) (!Glaswolle)
Was ist für viele impressionistische Bilder typisch? (Sichtbare Pinselstriche) (!Streng goldener Hintergrund) (!Nur schwarze Schatten) (!Völlig glatte Farbflächen)
Welches Motiv zeigt das Bild Bal du moulin de la Galette? (Eine Tanzgesellschaft) (!Eine Seeschlacht) (!Eine Krönungszeremonie) (!Eine Fabrikhalle)
Worauf lenken farbige Reflexe in La Grenouillère die Aufmerksamkeit? (Auf Licht auf dem Wasser) (!Auf eine Mondfinsternis) (!Auf eine Schneelandschaft) (!Auf ein Gewitter im Gebirge)
Was zeigt Die Regenschirme besonders deutlich? (Einen Stilwandel) (!Eine antike Tempelanlage) (!Eine mittelalterliche Burg) (!Eine Wüstenexpedition)
Welche Frage gehört zu einer Bildbeschreibung? (Was ist sichtbar?) (!Wie teuer ist das Original?) (!Welches Bild gefällt allen?) (!Welche Note bekommt der Künstler?)
Warum wirken viele Figurenbilder Renoirs bewegt? (Durch Überschneidungen und Lichtflecken) (!Durch technische Bauzeichnungen) (!Durch einheitlich schwarze Flächen) (!Durch fehlende Figuren)
Was macht eine Deutung überzeugend? (Ein Beleg an einer Bildstelle) (!Eine unbegründete Vermutung) (!Nur die eigene Lieblingsfarbe) (!Das Auswendiglernen des Titels)
Memory
| Impressionismus | flüchtiger Seheindruck |
| Freilichtmalerei | Arbeiten unter freiem Himmel |
| Pinselstrich | sichtbare Spur des Werkzeugs |
| Reflex | zurückgeworfenes Licht |
| Komposition | Ordnung der Bildelemente |
| Kontur | Begrenzung einer Form |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Farbreflex | Licht auf Wasser |
| Überschneidung | räumliche Tiefe |
| Komplementärkontrast | starke Farbspannung |
| Blickrichtung | Verbindung von Figuren |
| Pinselspur | sichtbarer Malvorgang |
...
Kreuzworträtsel
| Limoges | In welcher Stadt wurde Renoir geboren? |
| Porzellan | Welches Material bemalte Renoir als Jugendlicher? |
| Leinwand | Welcher Bildträger wird häufig mit Ölfarbe bemalt? |
| Reflexe | Wie heißen zurückgeworfene Lichtwirkungen? |
| Konturen | Wie nennt man die Begrenzungslinien von Formen? |
| Komposition | Wie heißt die Ordnung aller Bildelemente? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Farbspuren: Mische sechs helle Farbtöne und setze sie als kurze Pinselspuren nebeneinander. Prüfe die Wirkung aus der Nähe und aus drei Metern Entfernung.
- Bilddetektiv: Wähle ein Renoir-Bild aus dem Kurs und markiere auf einer Kopie fünf Lichtflecken, drei Überschneidungen und zwei Blickrichtungen.
- Standbild: Stelle mit einer Gruppe eine Figurenszene nach. Fotografiere zwei Varianten mit unterschiedlicher Blickrichtung und erkläre die Wirkung.
- Farbwortschatz: Sammle zwölf genaue Farbwörter zu einem Werk, zum Beispiel Apricot, Ocker oder Türkis, und ordne sie warm oder kühl.
Standard
- Freilichtstudie: Male draußen in 20 Minuten denselben Ausschnitt zweimal bei verändertem Licht. Nutze kleine Pinselspuren statt Umrisslinien.
- Bildanalyse: Untersuche ein Werk mit der Fünf-Schritt-Methode und belege jede Aussage an einer Bildstelle.
- Audioführung: Produziere eine zweiminütige Museumsführung für jüngere Lernende. Erkläre Motiv, Licht, Farbe und eine offene Deutungsfrage.
- Werkvergleich: Vergleiche La Grenouillère mit Die großen Badenden. Zeige mindestens drei Unterschiede in Raum, Kontur und Farbauftrag.
Schwer
- Ausstellungskonzept: Plane eine kleine Schulausstellung mit fünf Werken unter einem eigenen Titel. Begründe Reihenfolge, Wandtexte und Zielgruppe.
- Perspektivwechsel: Schreibe einen inneren Monolog aus Sicht einer kaum beachteten Figur im Bal du moulin de la Galette und trenne Beobachtung von Erfindung.
- Kritische Bildfrage: Untersuche, welches Bild von Freizeit, Geschlecht und sozialer Zugehörigkeit ein Renoir-Werk vermittelt. Belege und relativiere Deine Deutung.
- Künstlerisches Experiment: Gestalte dieselbe Alltagsszene einmal impressionistisch und einmal mit klaren Konturen. Dokumentiere Entscheidungen und vergleiche die Wirkung.


Lernkontrolle
- Lichtwirkung übertragen: Erkläre, wie sich eine Szene verändert, wenn warmes Nachmittagslicht durch kaltes Neonlicht ersetzt wird. Beziehe Farbe, Schatten und Stimmung ein.
- Komposition begründen: Ordne fünf Figuren in einer eigenen Skizze so an, dass Gemeinschaft und zugleich ein Außenseiter sichtbar werden. Begründe Abstände, Blickrichtungen und Überschneidungen.
- Stilwandel beurteilen: Vergleiche Die Regenschirme mit einem früheren Werk. Entwickle eine These zu Renoirs Veränderung und belege sie an mindestens vier Merkmalen.
- Museumsentscheidung: Eine Schule kann nur ein Renoir-Werk als hochwertige Reproduktion anschaffen. Wähle eines für den Unterricht und begründe die Entscheidung mit Lernzielen, nicht mit Geschmack allein.
- Historischer Kontext: Erkläre, warum Bilder moderner Freizeit im späten 19. Jahrhundert zugleich alltäglich und neuartig wirken konnten. Verbinde Motiv, Stadtleben und Malweise.
- Bildkritik: Formuliere eine faire Kritik an der Aussage „Renoir malte nur schöne, unproblematische Szenen“. Nutze mindestens ein zustimmendes und ein widersprechendes Argument.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zeigst Du:
- eine sachlich richtige Einordnung Renoirs in den Impressionismus,
- eine strukturierte Beschreibung ohne vorschnelle Deutung,
- den sicheren Gebrauch der Begriffe Farbe, Licht, Pinselstrich, Kontur, Raum und Komposition,
- mindestens drei genaue Bildbelege,
- eine nachvollziehbare Deutung mit historischem Bezug,
- einen begründeten Vergleich zwischen zwei Werken,
- eine eigene gestalterische Arbeit mit dokumentiertem Arbeitsprozess,
- eine kurze Reflexion über Wirkung, Auswahl und Grenzen der Darstellung.
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