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Papierplastik - Kunst

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Papierplastik - Kunst




Papierplastik - Kunst

Papier ist flach, leicht und formbar. Durch Falten, Schneiden, Rollen, Knicken, Schichten, Stecken und Kleben wird daraus eine räumliche Plastik. In diesem aiMOOC lernst Du wichtige Techniken kennen und gestaltest eigene Papierobjekte für den Kunstunterricht.


Einleitung

Eine Papierplastik ist ein dreidimensionales Kunstwerk, dessen wichtigster Werkstoff Papier oder Karton ist. Sie kann als Relief, frei stehende Skulptur, bewegliches Objekt oder Installation gestaltet werden.

Du untersuchst dabei besonders:

  1. Form: Wie entsteht aus einer Fläche ein Körper?
  2. Raum: Wie wirken Innenraum, Außenraum und Zwischenraum?
  3. Statik: Wie bleibt das Objekt stabil?
  4. Oberfläche: Wie wirken Farbe, Struktur, Licht und Schatten?
  5. Nachhaltigkeit: Wie lässt sich Altpapier künstlerisch nutzen?


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du:

  1. Papierplastik von einer flachen Papierarbeit unterscheiden.
  2. wichtige Techniken fachgerecht anwenden.
  3. eine Idee skizzieren und als Modell umsetzen.
  4. Stabilität, Wirkung und Gestaltung eines Werkes beurteilen.
  5. Papier sparsam, sicher und möglichst nachhaltig verwenden.


Papier als Werkstoff

Papier besteht aus miteinander verbundenen Fasern. Es lässt sich leicht bearbeiten, reagiert aber auf Feuchtigkeit und Belastung. Dünnes Papier ist beweglich, stärkerer Karton trägt größere Formen.


Geeignete Papiersorten

  1. Zeichenpapier: für Faltungen, Schnitte und kleine Modelle
  2. Tonpapier: für farbige Formen und Kontraste
  3. Karton: für stabile Flächen, Sockel und Gerüste
  4. Wellpappe: für tragfähige Konstruktionen
  5. Zeitungspapier: für Proben und Kaschiertechnik
  6. Transparentpapier: für Lichtwirkungen
  7. Altpapier: für nachhaltige Experimente


Werkzeuge und Sicherheit

Du brauchst je nach Aufgabe Schere, Lineal, Bleistift, Falzbein, Klebstoff, Schneidematte und eventuell ein Bastelmesser.

Sicherheitsregeln:

  1. Schneide mit dem Bastelmesser immer vom Körper weg.
  2. Verwende eine Schneidematte.
  3. Nutze Heißkleber nur unter Aufsicht.
  4. Räume Werkzeuge nach der Arbeit sicher weg.
  5. Wasche nach Kleisterarbeiten die Hände.


Grundtechniken


Falten und Knicken

Beim Falten entstehen Kanten, Flächen und tragende Strukturen. Wiederholte Berg- und Talfalten können Papier versteifen. Origami zeigt, wie aus einem Blatt ein räumliches Objekt entsteht.

Merke: Eine genaue Falzkante verbessert Form und Stabilität.


Schneiden, Biegen und Stecken

Durch Einschnitte lassen sich Flächen aufklappen, verdrehen oder ineinanderstecken. Steckverbindungen können ohne Klebstoff halten. Beim Kirigami werden Falten und Schnitte miteinander verbunden.

Tipp: Plane Schnitte zuerst als Linie und prüfe, welche Teile verbunden bleiben müssen.


Rollen und Quilling

Beim Quilling werden schmale Papierstreifen gerollt, geformt und zusammengefügt. Aus Kreisen, Spiralen, Tropfen und Bögen entstehen Bilder oder kleine dreidimensionale Formen.


Schichten und Relief

Beim Relief ragen Formen unterschiedlich weit aus einer Grundfläche heraus. Mehrere ausgeschnittene Papierschichten erzeugen Tiefe, Rhythmus und starke Schatten.

Gestaltungsidee: Wiederhole eine Grundform und verändere schrittweise Größe, Farbe oder Richtung.


Kaschieren und Pappmaché

Bei der Kaschiertechnik werden mit Kleister bestrichene Papierstreifen in mehreren Lagen über ein Gerüst oder eine Form gelegt. Nach dem Trocknen entsteht eine leichte Hülle.

Wichtig: Dünne Lagen trocknen gleichmäßiger als sehr dicke Schichten.


Module und Serien

Ein Modul ist eine wiederholbare Einzelform. Viele gleiche oder ähnliche Module können zu einer größeren Plastik oder Installation verbunden werden.

Serien wirken besonders durch Rhythmus, Wiederholung, Ordnung und Abweichung.


Gestaltung einer eigenen Papierplastik


Von der Idee zum Objekt

  1. Ideenfindung: Sammle Begriffe, Bilder und Formen.
  2. Skizze: Zeichne Vorderansicht, Seitenansicht oder Detail.
  3. Modell: Erprobe die Idee mit einfachem Papier.
  4. Konstruktion: Plane Verbindungen, Gerüst und Sockel.
  5. Gestaltung: Entscheide über Farbe, Oberfläche und Größe.
  6. Überarbeitung: Prüfe Stabilität und Wirkung.
  7. Präsentation: Wähle Standort, Licht und Blickrichtung.


Gestaltungsmittel

  1. Kontrast: groß und klein, glatt und rau, hell und dunkel
  2. Rhythmus: Wiederholung von Formen oder Abständen
  3. Proportion: Verhältnis der Teile zueinander
  4. Bewegung: schräge Linien, Drehungen oder bewegliche Elemente
  5. Farbe: Unterstützung von Stimmung und Form
  6. Licht und Schatten: Verstärkung räumlicher Tiefe
  7. Komposition: Anordnung aller Teile zu einem Ganzen


Stabilität prüfen

Eine Papierplastik ist stabil, wenn Gewicht, Schwerpunkt und Verbindungen zusammenpassen. Röhren, Faltungen, Rippen und Dreiecksformen können dünnes Material verstärken.

Prüffragen:

  1. Steht das Objekt sicher?
  2. Tragen die Verbindungen das Gewicht?
  3. Gibt es unnötig schwere Teile?
  4. Ist ein Sockel nötig?
  5. Kann die Form transportiert werden?


Nachhaltigkeit

Papier ist wertvoll. Verwende Verschnitt weiter, trenne sauberes Altpapier und plane sparsam. Für eine nachhaltige Arbeit eignen sich gebrauchte Verpackungen, alte Hefte, Zeitungen und Papierreste.

Achte darauf: Stark beschichtete Papiere und Mischmaterialien lassen sich oft schlechter recyceln.


Bildbetrachtung

Betrachte eine Papierplastik und beschreibe sie in vier Schritten:

  1. Beschreibung: Was ist sichtbar?
  2. Analyse: Welche Formen, Farben, Techniken und Materialien wurden verwendet?
  3. Deutung: Welche Wirkung oder Bedeutung könnte das Werk haben?
  4. Bewertung: Wie überzeugend sind Idee, Verarbeitung und Präsentation?


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was macht eine Papierplastik dreidimensional? (Sie besitzt Höhe Breite und Tiefe) (!Sie besteht nur aus einer Zeichnung) (!Sie wird ausschließlich fotografiert) (!Sie bleibt immer völlig flach)




Welche Technik besteht vor allem aus dem Falten von Papier? (Origami) (!Radierung) (!Mosaik) (!Aquarell)




Was entsteht beim Quilling? (Formen aus gerollten Papierstreifen) (!Abdrücke aus Metallplatten) (!Bilder aus Glassteinen) (!Figuren aus gebranntem Ton)




Welche Form gehört zur räumlichen Kunst? (Relief) (!Textzeile) (!Farbkreis) (!Notenschrift)




Womit wird Papier beim Kaschieren häufig verbunden? (Kleister) (!Sand) (!Kreidepulver) (!Speiseöl)




Was erhöht die Stabilität einer Papierfläche? (Falten und Verstärkungen) (!Nässe und Aufweichen) (!Zufällige Risse) (!Entfernen aller Kanten)




Wozu dient eine Entwurfsskizze? (Sie plant Form und Aufbau) (!Sie ersetzt jedes Material) (!Sie macht Werkzeuge überflüssig) (!Sie trocknet den Klebstoff)




Was ist ein Modul in einer Papierplastik? (Eine wiederholbare Einzelform) (!Eine zufällige Farbspur) (!Ein kaputtes Werkzeug) (!Eine einzelne Klebstoffpfütze)




Welche Regel gilt beim Arbeiten mit dem Bastelmesser? (Vom Körper weg schneiden) (!Ohne Unterlage schneiden) (!Mit geschlossenen Augen schneiden) (!Das Messer offen liegen lassen)




Was unterstützt nachhaltiges Arbeiten? (Altpapier und Verschnitt weiterverwenden) (!Jede Probe sofort wegwerfen) (!Nur neues Papier benutzen) (!Materialien unnötig mischen)





Memory

Origami Falten von Papier
Quilling Rollen von Papierstreifen
Relief Form ragt aus einer Fläche
Kaschieren Papierstreifen mit Kleister schichten
Modul Wiederholbare Einzelform
Statik Stabilität einer Konstruktion
Sockel Standfläche eines Objekts





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Arbeitsschritt
Ideenfindung Thema und erste Vorstellungen sammeln
Skizze Form und Aufbau zeichnerisch planen
Modell Konstruktion mit einfachem Material erproben
Ausführung Papierplastik sorgfältig herstellen
Präsentation Werk mit passendem Licht und Standort zeigen






Kreuzworträtsel

Origami Wie heißt die Kunst des Papierfaltens?
Quilling Wie heißt die Technik mit gerollten Papierstreifen?
Relief Wie heißt eine Form, die aus einer Fläche herausragt?
Kleister Welches Bindemittel wird beim Kaschieren häufig verwendet?
Karton Welches feste Papiermaterial eignet sich für tragende Teile?
Sockel Wie heißt die Standfläche einer Plastik?





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Lückentext

Vervollständige den Text.
Eine Papierplastik besitzt Höhe, Breite und

. Beim

wird Papier gefaltet. Beim Quilling werden schmale Papierstreifen

. Ein Relief ragt aus einer

heraus. Beim Kaschieren verbindet

mehrere Papierlagen. Eine wiederholbare Einzelform heißt

. Faltungen können dünnes Papier

. Eine Skizze hilft bei der

des Kunstwerks.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Faltkörper: Falte ein Blatt auf mindestens fünf verschiedene Arten und stelle die stabilste Form vor.
  2. Papierlinie: Schneide Papierstreifen und gestalte daraus eine frei stehende Linienplastik.
  3. Oberflächenforschung: Erzeuge durch Reißen, Knüllen, Rollen und Prägen vier unterschiedliche Oberflächen.
  4. Materialsammlung: Ordne fünf gefundene Papiersorten nach Dicke, Beweglichkeit und Stabilität.


Standard

  1. Reliefgestaltung: Entwickle ein farbiges Relief aus mindestens sechs Papierschichten.
  2. Tierplastik: Baue ein Tier aus gefalteten, gerollten und gesteckten Formen.
  3. Recyclingkunst: Gestalte aus einer gebrauchten Verpackung eine neue fantasievolle Plastik.
  4. Werkpräsentation: Fotografiere Deine Papierplastik aus drei Blickrichtungen und begründe die beste Ansicht.


Schwer

  1. Modulare Installation: Entwickle ein Modul und verbinde mindestens zwanzig Exemplare zu einer Rauminstallation.
  2. Bewegliche Plastik: Konstruiere ein Papierobjekt, das sich durch Luftzug oder Berührung bewegt.
  3. Architekturmodell: Entwirf einen begehbar gedachten Pavillon aus Papier und baue ein stabiles Modell.
  4. Kunstvermittlung: Erstelle ein kurzes Erklärvideo, in dem Du Technik, Gestaltung und Wirkung Deines Werkes erläuterst.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Materialentscheidung: Wähle für eine große, leichte Tierfigur geeignete Papiersorten und begründe Deine Auswahl.
  2. Konstruktionsproblem: Eine hohe Papierplastik kippt um. Entwickle drei unterschiedliche Lösungen und bewerte ihre Wirkung.
  3. Gestaltungsvergleich: Vergleiche ein Papierrelief und eine frei stehende Papierplastik hinsichtlich Raum, Blickrichtung und Schatten.
  4. Nachhaltigkeitsanalyse: Untersuche ein geplantes Kunstprojekt auf Materialverbrauch, Wiederverwendung und Trennbarkeit.
  5. Ausstellungsplanung: Entwickle für drei Papierplastiken eine Präsentation mit Standort, Licht, Abstand und Betrachterweg.
  6. Fehleranalyse: Erkläre, warum eine kaschierte Form reißen oder sich verformen kann, und schlage Verbesserungen vor.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis sind wichtig:

  1. eine nachvollziehbare Ideenskizze
  2. ein erkennbarer Bezug zum Thema
  3. die sichere Anwendung mindestens zweier Techniken
  4. eine stabile und sorgfältige Konstruktion
  5. eine bewusste Gestaltung von Form, Raum und Oberfläche
  6. ein sparsamer und verantwortlicher Materialeinsatz
  7. eine kurze schriftliche oder mündliche Reflexion
  8. eine begründete Einschätzung des eigenen Ergebnisses




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