Nachhaltigkeits-Werkstatt - Zukunftswerkstatt Schule - aiMOOC


Nachhaltigkeits-Werkstatt - Zukunftswerkstatt Schule - aiMOOC
Einleitung
Die Nachhaltigkeits-Werkstatt / Zukunftswerkstatt Schule ist ein projektorientierter Lernkurs, in dem Du Deine Schule als Lern- und Lebensort untersuchst, Zukunftsideen entwickelst und daraus konkrete nachhaltige Projekte machst. Im Mittelpunkt stehen Bildung für nachhaltige Entwicklung, Zukunftswerkstatt, Künstliche Intelligenz, Making, Medienbildung, Technik, Kreativität und Zukunftskompetenz. Du lernst nicht nur Begriffe kennen, sondern handelst: Du analysierst Probleme, entwirfst Lösungen, baust Modelle, nutzt digitale Werkzeuge verantwortungsvoll und prüfst, welche Wirkung Deine Ideen im Schulalltag haben können.
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Die Werkstatt-Idee passt besonders gut zu Schulen, weil dort viele Zukunftsfragen sichtbar werden: Wie kann Energie gespart werden? Wie gelingt ein fairer Umgang miteinander? Wie kann Abfallvermeidung im Alltag funktionieren? Welche Rolle spielen KI, Robotik, Sensorik, 3D-Druck, Podcast, Video oder Schülerzeitung bei der Gestaltung einer nachhaltigen Schulkultur? Eine Zukunftswerkstatt macht solche Fragen bearbeitbar. Sie lädt Dich ein, vom Jammern zum Handeln zu kommen und aus Kritik, Fantasie und Umsetzung ein echtes Lernprojekt zu entwickeln.

Thema und Ziel des aiMOOCs
Dieser aiMOOC unterstützt Dich dabei, eine Nachhaltigkeits-Werkstatt oder Zukunftswerkstatt Schule zu planen, durchzuführen und auszuwerten. Er eignet sich für Sekundarstufe I, Sekundarstufe II, Berufliche Bildung, Projektunterricht, AG, Schulentwicklung, Medienbildung, Informatik, Technikunterricht, Politische Bildung, Ethik, Geographie, Biologie und fächerverbindendes Lernen.
Du lernst, wie Du ein reales Problem an Deiner Schule erkenntnisreich untersuchst, daraus eine präzise Zukunftsfrage formulierst und mit anderen zusammen eine kreative, technisch oder medial umsetzbare Lösung entwickelst. Besonders wichtig ist dabei, dass Nachhaltigkeit nicht nur als Umweltthema verstanden wird. Nachhaltigkeit verbindet ökologische Verantwortung, soziale Gerechtigkeit, wirtschaftliche Tragfähigkeit und demokratische Beteiligung.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, was Bildung für nachhaltige Entwicklung bedeutet, wie eine Zukunftswerkstatt funktioniert und warum sie für Schulen geeignet ist. Du kannst Probleme im Schulalltag beobachten, Daten sammeln, Interessen verschiedener Gruppen berücksichtigen, Zukunftsszenarien entwickeln, Ideen bewerten und einen einfachen Prototyp bauen oder medial darstellen. Außerdem kannst Du Künstliche Intelligenz und digitale Werkzeuge kritisch nutzen, ohne Datenschutz, Fairness und Quellenprüfung zu vernachlässigen.
- Nachhaltigkeit verstehen: Du erkennst Zusammenhänge zwischen Umwelt, Gesellschaft, Wirtschaft und Schule.
- Zukunftswerkstatt anwenden: Du nutzt Kritikphase, Fantasiephase und Verwirklichungsphase für ein reales Projekt.
- KI reflektieren: Du setzt KI als Denk-, Recherche-, Strukturierungs- oder Kreativwerkzeug ein und prüfst Ergebnisse kritisch.
- Making gestalten: Du entwickelst Modelle, Prototypen oder Experimente, um eine Idee greifbar zu machen.
- Medien produzieren: Du erstellst Präsentationen, Videos, Podcasts, Kampagnen oder digitale Dokumentationen.
- Wirkung prüfen: Du entwickelst Kriterien, mit denen Du beurteilst, ob eine Idee nachhaltig, fair und umsetzbar ist.
Zielgruppe und Voraussetzungen
Der aiMOOC ist für Lernende ab etwa Klasse 7 geeignet und kann je nach Anspruch bis in die Oberstufe, Ausbildung oder Lehrerbildung erweitert werden. Du brauchst keine besonderen Vorkenntnisse. Hilfreich sind Neugier, Teamfähigkeit, Bereitschaft zur Recherche, ein Blick für den Schulalltag und Interesse daran, aus Ideen echte Veränderungen zu entwickeln.
Fachlicher Hintergrund
Nachhaltigkeit und Bildung für nachhaltige Entwicklung
Nachhaltigkeit bedeutet, so zu handeln, dass heutige Bedürfnisse erfüllt werden, ohne die Möglichkeiten zukünftiger Generationen zu gefährden. In der Schule wird daraus Bildung für nachhaltige Entwicklung, kurz BNE. BNE soll Dich befähigen, Entscheidungen zu verstehen, Folgen abzuschätzen und verantwortungsvoll zu handeln. Es geht also nicht nur darum, Fakten über Klimawandel, Biodiversität, Ressourcen oder Energie auswendig zu lernen. Entscheidend ist, dass Du lernst, Zusammenhänge zu erkennen, unterschiedliche Interessen abzuwägen und handlungsfähig zu werden.
Eine Nachhaltigkeits-Werkstatt arbeitet deshalb mit echten Fragen: Was verbrauchen wir? Wer ist betroffen? Welche Gewohnheiten sind bequem, aber problematisch? Welche Lösung ist ökologisch sinnvoll, sozial gerecht, bezahlbar und dauerhaft nutzbar? Diese Fragen zeigen, dass Nachhaltigkeit oft mit Zielkonflikten verbunden ist. Ein Beispiel: Ein digitales Gerät kann Papier sparen, benötigt aber Energie und seltene Rohstoffe. Eine gute Werkstatt sucht deshalb nicht nach schnellen Parolen, sondern nach begründeten, überprüfbaren und fairen Lösungen.
Die Ziele für nachhaltige Entwicklung
Die Ziele für nachhaltige Entwicklung, international Sustainable Development Goals oder SDGs, bieten einen hilfreichen Orientierungsrahmen. Für die Schule sind besonders Hochwertige Bildung, Nachhaltige Städte und Gemeinden, Nachhaltiger Konsum und Produktion, Maßnahmen zum Klimaschutz, Weniger Ungleichheiten und Partnerschaften zur Erreichung der Ziele wichtig. Eine Schule kann nicht alle globalen Ziele auf einmal lösen, aber sie kann zeigen, wie globales Denken und lokales Handeln zusammengehören.
In einer Zukunftswerkstatt kannst Du die SDGs als Prüffragen nutzen: Welche Ziele berührt unser Projekt? Wer profitiert? Werden neue Probleme erzeugt? Wird Teilhabe verbessert? Können andere Klassen, Eltern, Hausmeisterei, Schulträger oder außerschulische Partner einbezogen werden? So wird die Schule zum Reallabor, in dem Zukunft nicht nur diskutiert, sondern erprobt wird.
Zukunftswerkstatt als Methode
Die Zukunftswerkstatt ist eine beteiligungsorientierte Methode, die besonders mit dem Namen Robert Jungk verbunden ist. Sie geht davon aus, dass Menschen nicht nur Probleme benennen können, sondern auch über Kreativität und Lösungskraft verfügen. Klassisch besteht sie aus drei Kernphasen: Kritikphase, Fantasiephase und Verwirklichungsphase. Diese Struktur ist einfach, aber wirkungsvoll.
In der Kritikphase sammelst Du, was stört, belastet oder verändert werden sollte. Wichtig ist, dass Kritik zunächst ernst genommen und nicht sofort wegdiskutiert wird. In der Fantasiephase darfst Du mutige und ungewöhnliche Lösungen denken, auch wenn sie zunächst unrealistisch erscheinen. In der Verwirklichungsphase werden Ideen geprüft, ausgewählt, geplant und in erste Schritte übersetzt. Genau dadurch passt die Methode zur Schule: Sie verbindet Demokratiebildung, Kreativität, Problemlösen und Projektmanagement.

Zukunftskompetenzen
Zukunftskompetenz beschreibt die Fähigkeit, mit Unsicherheit, Veränderung und komplexen Problemen konstruktiv umzugehen. Dazu gehören Systemdenken, Kritisches Denken, Kreativität, Kommunikation, Kooperation, Empathie, Medienkompetenz, Datenkompetenz, Urteilskompetenz und Handlungskompetenz. Eine Nachhaltigkeits-Werkstatt trainiert diese Fähigkeiten besonders intensiv, weil Du nicht nur über Zukunft sprichst, sondern sie in einem überschaubaren Rahmen gestaltest.
Besonders wichtig ist, dass Du Widersprüche aushältst. Nachhaltige Lösungen sind selten perfekt. Manchmal musst Du zwischen Kosten, Zeit, Datenschutz, Energieverbrauch, Barrierefreiheit, Akzeptanz und Wirkung abwägen. Eine gute Zukunftswerkstatt macht solche Zielkonflikte sichtbar und sucht nach Lösungen, die nachvollziehbar begründet sind.
Werkstattfelder
KI als Werkzeug in der Nachhaltigkeits-Werkstatt
Künstliche Intelligenz kann in einer Zukunftswerkstatt hilfreich sein, wenn sie verantwortungsvoll eingesetzt wird. Du kannst KI verwenden, um Fragen zu strukturieren, Ideenvarianten zu sammeln, einen Projektplan zu entwerfen, Interviewfragen zu formulieren, Texte zu überarbeiten oder mögliche Risiken zu finden. KI ersetzt aber nicht Dein eigenes Denken. Sie kann Fehler machen, einseitige Perspektiven verstärken oder Quellen unklar darstellen. Deshalb müssen KI-Ergebnisse immer geprüft, angepasst und transparent gekennzeichnet werden.
Für die Schule bedeutet das: Nutze KI datensparsam, gib keine sensiblen personenbezogenen Daten ein, vergleiche Ergebnisse mit verlässlichen Quellen und entscheide im Team, welche Vorschläge wirklich zu Eurer Schule passen. KI ist ein Werkzeug, kein Verantwortlicher. Verantwortung tragen die Menschen, die entscheiden und handeln.
Making und Technik
Making bedeutet, dass Du Ideen praktisch ausprobierst. In einer Nachhaltigkeits-Werkstatt kann das ein Modell aus Karton, ein digitaler Prototyp, ein Messgerät, eine App-Skizze, ein Plakat, ein 3D-Modell, ein Reparaturprojekt oder ein Sensoraufbau sein. Technik wird dabei nicht als Selbstzweck genutzt. Sie soll helfen, ein echtes Problem besser zu verstehen oder eine Lösung testbar zu machen.
Beispiele sind Energiemessungen im Klassenraum, eine Anzeige zur Lüftung, eine Tauschstation für Schulmaterial, ein Modell für einen schattigen Pausenhof, ein Wassersparhinweis, ein Barrierefreiheitscheck, ein digitaler Schulwegplan oder ein Reparaturtag. Wichtig ist, dass der Prototyp nicht perfekt sein muss. Er soll eine Idee sichtbar machen, damit andere sie verstehen, kritisieren und verbessern können.

Medien und Öffentlichkeit
Medienbildung ist ein wichtiger Teil der Nachhaltigkeits-Werkstatt. Gute Ideen brauchen verständliche Kommunikation. Du kannst ein Erklärvideo, einen Podcast, eine Bilderstrecke, ein Interview, eine Ausstellung, eine Website, ein Padlet, eine Präsentation, einen kurzen Film oder eine Social-Media-Kampagne gestalten. Dabei lernst Du, Informationen auszuwählen, Quellen zu prüfen, Urheberrechte zu beachten und Zielgruppen angemessen anzusprechen.
Eine Medienproduktion sollte nicht nur werben, sondern aufklären. Sie zeigt das Problem, erklärt die Idee, nennt Beteiligte, macht Zielkonflikte sichtbar und lädt zum Mitmachen ein. Besonders überzeugend sind Medienprodukte, die echte Daten, Stimmen aus der Schulgemeinschaft und konkrete nächste Schritte enthalten.
Kreativität und Beteiligung
Kreativität entsteht nicht nur durch spontane Einfälle, sondern auch durch gute Methoden. In der Zukunftswerkstatt helfen Brainstorming, Mindmap, Design Thinking, Szenario-Technik, Rollenspiel, Storytelling, Skizze, Modellbau und Feedback. Beteiligung bedeutet, dass nicht nur die lautesten Stimmen zählen. Eine gute Werkstatt schafft Räume, in denen auch leise, kritische oder ungewöhnliche Perspektiven gehört werden.
Zur Beteiligung gehören Schülervertretung, Lehrkräfte, Schulleitung, Hausmeisterei, Reinigungskräfte, Mensa, Eltern, Schulträger, lokale Initiativen, Betriebe oder Hochschulen. Je nach Projekt können auch jüngere Kinder, Menschen mit Behinderung oder Nachbarschaftsgruppen wichtige Perspektiven einbringen. Nachhaltigkeit wird glaubwürdiger, wenn sie nicht über Menschen hinweg, sondern mit ihnen entwickelt wird.
Ablauf einer Nachhaltigkeits-Werkstatt
Phase 1: Einstieg und Zukunftsfrage
Am Anfang steht ein gemeinsamer Impuls. Das kann das Video, ein Bild, ein Rundgang durch die Schule, eine Energieabrechnung, eine Müllanalyse, ein Interview oder ein Konflikt aus dem Schulalltag sein. Daraus entsteht eine Zukunftsfrage, zum Beispiel: Wie kann unsere Schule bis zum Ende des Schuljahres weniger Ressourcen verbrauchen und gleichzeitig fairer und lebenswerter werden?
Eine gute Zukunftsfrage ist offen, verständlich und handlungsorientiert. Sie ist nicht zu klein, aber auch nicht so groß, dass niemand anfangen kann. Sie verbindet eine klare Herausforderung mit der Möglichkeit, selbst aktiv zu werden.
Phase 2: Recherche und Diagnose
In der Diagnosephase sammelst Du Informationen. Du beobachtest, misst, befragst und recherchierst. Dabei können digitale Werkzeuge helfen, zum Beispiel Tabellen, Karten, Fotos, Tonaufnahmen, Umfragen oder Sensoren. Achte darauf, dass Daten verantwortungsvoll erhoben werden. Wenn Personen befragt oder fotografiert werden, brauchst Du Einverständnis und musst Datenschutz beachten.
Mögliche Diagnosefragen sind: Wo entsteht Abfall? Wann wird Energie verschwendet? Wer fühlt sich an der Schule nicht gehört? Welche Orte sind im Sommer zu heiß? Welche Wege sind unsicher? Welche Geräte werden selten genutzt? Welche Regeln erschweren nachhaltiges Verhalten? Durch diese Fragen erkennst Du Ursachen statt nur Symptome.
Phase 3: Kritikphase
In der Kritikphase darf deutlich benannt werden, was nicht gut läuft. Kritik ist hier kein Angriff, sondern Material für Veränderung. Sie kann als Kartenabfrage, Fotodokumentation, Problemwand, Interviewauswertung oder Schulrundgang gesammelt werden. Wichtig ist, dass die Kritik geordnet wird: Welche Probleme sind ökologisch? Welche sind sozial? Welche betreffen Organisation, Technik, Kosten oder Kommunikation?
Am Ende der Kritikphase steht eine Problemkarte. Sie zeigt, welche Ursachen besonders wichtig sind und wo die Werkstatt ansetzen kann. Eine gute Problemkarte macht deutlich, dass viele Schulprobleme miteinander verbunden sind.
Phase 4: Fantasiephase
In der Fantasiephase geht es darum, Denkräume zu öffnen. Du darfst übertreiben, träumen, umkehren und ungewöhnliche Lösungen vorschlagen. Die Frage lautet nicht sofort: Geht das? Die Frage lautet zuerst: Was wäre wünschenswert? Dadurch entstehen Ideen, die im Alltag oft zu früh abgewertet werden.
Methoden sind Zukunftsschlagzeilen, Wunschschule 2040, Rollen aus der Zukunft, Ideenlotterie, verrückte Kombinationen, KI-gestützte Ideensammlung, Modellbau oder Storyboards. Entscheidend ist, dass Fantasie nicht beliebig bleibt. Sie soll später in überprüfbare Schritte übersetzt werden.
Phase 5: Verwirklichungsphase
In der Verwirklichungsphase werden Ideen ausgewählt und geplant. Dafür brauchst Du Kriterien: Nachhaltigkeitswirkung, Fairness, Kosten, Aufwand, Sicherheit, Datenschutz, Akzeptanz, Lernwert und Umsetzbarkeit. Eine Idee muss nicht alle Kriterien perfekt erfüllen, aber sie sollte begründet werden können.
Nun entsteht ein Projektsteckbrief mit Ziel, Zielgruppe, Nutzen, Material, Zeitplan, Verantwortlichkeiten, Risiken, Partnern und erster Testphase. Aus einer großen Vision wird ein kleiner, überprüfbarer nächster Schritt. Das ist der Übergang vom Denken zum Handeln.
Phase 6: Prototyping und Test
Ein Prototyp ist eine einfache Version Deiner Idee. Er kann aus Papier, Karton, digitalen Skizzen, Rollenspielen, Bildern, Sensoren, Code, Texten oder Interviews bestehen. Der Prototyp wird getestet, damit Du früh erkennst, was funktioniert und was verbessert werden muss. Fehler sind dabei kein Scheitern, sondern Lernmaterial.
Wichtig ist die Rückmeldung anderer. Frage Mitschülerinnen und Mitschüler, Lehrkräfte, Hausmeisterei oder Schulleitung: Ist die Idee verständlich? Würdest Du sie nutzen? Was fehlt? Was ist unfair, teuer, kompliziert oder riskant? Aus Feedback entsteht die nächste Version.
Phase 7: Umsetzung, Dokumentation und Transfer
Eine Nachhaltigkeits-Werkstatt endet nicht mit einer Präsentation. Sie sollte zu einer Handlung führen: Pilotprojekt, Beschluss, Ausstellung, Aktionstag, Antrag an die Schulkonferenz, Kooperation mit der Kommune, Medienkampagne oder dauerhafte Arbeitsgruppe. Dokumentation ist wichtig, damit andere verstehen, was Ihr gemacht habt und wie sie weiterarbeiten können.
Gute Dokumentation enthält Ausgangsproblem, Recherche, Ideen, Entscheidungen, Prototyp, Feedback, Überarbeitung, Ergebnis und Reflexion. So wird aus einem einmaligen Projekt ein Lernprozess für die ganze Schule.

Beispielprojekt: Zukunftsfähiger Pausenhof
Ein Team stellt fest, dass der Pausenhof im Sommer sehr heiß wird, wenig Schatten bietet und nur wenige Orte zum ruhigen Sitzen hat. In der Diagnosephase werden Temperaturen an verschiedenen Orten gemessen, Fotos gemacht und Schülergruppen befragt. In der Kritikphase entsteht eine Problemkarte: Hitze, wenig Begrünung, Konflikte um Sitzplätze, kaum Rückzugsräume und fehlende Beteiligung.
In der Fantasiephase entwerfen die Gruppen eine Zukunftsvision: ein grüner Pausenhof mit Schatten, Trinkwasser, Sitzinseln, Insektenflächen, Bewegungszonen und ruhigen Ecken. In der Verwirklichungsphase werden Ideen bewertet. Ein erster Prototyp zeigt mobile Pflanzkisten, Sonnensegel-Skizzen und eine Sitzordnung aus wiederverwendeten Materialien. Ein Medien-Team produziert ein kurzes Erklärvideo und ein KI-unterstütztes, aber sorgfältig geprüftes Informationsplakat. Am Ende wird ein Antrag an Schulleitung und Schulträger formuliert.
Dieses Beispiel zeigt: Nachhaltigkeit ist nicht nur eine technische Frage. Sie betrifft Gesundheit, Wohlbefinden, Teilhabe, Kosten, Pflege, Sicherheit, Biodiversität und Kommunikation. Genau deshalb ist die Zukunftswerkstatt eine passende Methode.
Werkstattregeln
- Respekt: Jede Person darf Kritik äußern, ohne ausgelacht oder abgewertet zu werden.
- Transparenz: Entscheidungen, Kriterien und KI-Nutzung werden offen dokumentiert.
- Datenschutz: Persönliche Daten, Fotos und Interviews werden nur mit Erlaubnis verwendet.
- Quellenkritik: Informationen werden geprüft und nicht ungeprüft übernommen.
- Fehlerkultur: Fehler werden als Hinweise für Verbesserung verstanden.
- Teilhabe: Unterschiedliche Perspektiven werden aktiv einbezogen.
- Handlungsorientierung: Jede Gruppe entwickelt mindestens einen konkreten nächsten Schritt.
Projektprodukte
- Zukunftsfrage: Eine klare Frage, die das Projekt leitet.
- Problemkarte: Eine Darstellung der wichtigsten Ursachen, Betroffenen und Zusammenhänge.
- Ideensteckbrief: Eine kurze Beschreibung der Lösungsidee mit Ziel, Nutzen und Risiken.
- Prototyp: Ein einfaches Modell, ein Test, ein Medienprodukt oder eine technische Skizze.
- Wirkungsprüfung: Eine begründete Einschätzung, ob die Idee nachhaltig, fair und umsetzbar ist.
- Dokumentation: Eine nachvollziehbare Darstellung des Lern- und Entwicklungsprozesses.
- Transferplan: Ein Plan, wie die Idee in Schule, Kommune oder Öffentlichkeit weitergeführt werden kann.
Vertiefungsvideo
Das folgende Video kann als ergänzender Impuls zur Frage genutzt werden, warum Bildung für nachhaltige Entwicklung für Schule, Gesellschaft und Zukunftsgestaltung wichtig ist.
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Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Leitfrage passt besonders gut zu einer Nachhaltigkeits-Werkstatt an der Schule? (Wie kann unsere Schule ökologisch fairer sozial gerechter und zukunftsfähiger werden) (!Wie können wir möglichst viele Klassenarbeiten durch Tests ersetzen) (!Wie kann die Schule ausschließlich Geld sparen) (!Wie können Pausen verkürzt werden)
Welche drei Kernphasen gehören zur klassischen Zukunftswerkstatt? (Kritikphase Fantasiephase Verwirklichungsphase) (!Planungsphase Prüfungsphase Strafphase) (!Lesephase Schreibphase Rechenphase) (!Startphase Endphase Ferienphase)
Was ist ein Prototyp in einer Werkstatt? (Ein einfaches Modell zum Testen einer Idee) (!Ein endgültiges Produkt ohne Fehler) (!Eine Klassenarbeit mit Bewertung) (!Eine geheime Notiz der Lehrkraft)
Warum ist Quellenkritik bei KI Ergebnissen wichtig? (Weil KI Ergebnisse Fehler und Einseitigkeiten enthalten können) (!Weil KI immer richtige Quellen angibt) (!Weil Quellen in Projekten keine Rolle spielen) (!Weil nur gedruckte Bücher erlaubt sind)
Was bedeutet Bildung für nachhaltige Entwicklung vor allem? (Lernen verantwortliche Entscheidungen zu treffen und Zukunft mitzugestalten) (!Nur Fakten über Mülltrennung auswendig lernen) (!Alle technischen Geräte im Unterricht verbieten) (!Nachhaltigkeit ausschließlich als Naturthema behandeln)
Welche Aussage beschreibt Making am besten? (Ideen praktisch ausprobieren und durch Modelle sichtbar machen) (!Nur fertige Produkte kaufen) (!Nur Texte ohne Handlung schreiben) (!Alle Ideen sofort verwerfen)
Welche Rolle hat Feedback beim Prototyping? (Es hilft eine Idee zu verbessern bevor sie dauerhaft umgesetzt wird) (!Es beendet jede weitere Arbeit) (!Es ersetzt die Recherche) (!Es dient nur der Notenvergabe)
Welche Perspektive gehört zu einer nachhaltigen Schulentwicklung? (Ökologische soziale wirtschaftliche und demokratische Folgen werden gemeinsam betrachtet) (!Nur der billigste Vorschlag zählt) (!Nur die schnellste Lösung zählt) (!Nur technische Lösungen sind erlaubt)
Was ist ein Zielkonflikt? (Verschiedene wichtige Ziele passen nicht vollständig zusammen) (!Alle sind sofort derselben Meinung) (!Eine Idee hat keine Folgen) (!Ein Projekt braucht keine Entscheidung)
Was ist ein gutes Ergebnis einer Zukunftswerkstatt? (Ein begründeter umsetzbarer nächster Schritt mit dokumentierter Wirkungsidee) (!Eine Ideensammlung ohne Entscheidung) (!Ein Plakat ohne Bezug zum Problem) (!Eine Abstimmung ohne Begründung)
Memory
| BNE | Nachhaltiges Denken und Handeln |
| Kritikphase | Probleme sichtbar machen |
| Fantasiephase | Mutige Zukunftsideen entwickeln |
| Verwirklichungsphase | Ideen planen und testen |
| Prototyp | Lösung greifbar machen |
| Quellenkritik | Informationen prüfen |
| Teilhabe | Betroffene einbeziehen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Zukunftsfrage | Werkstattstart |
| Problemkarte | Diagnose |
| Ideenwerkstatt | Fantasie |
| Prototyp | Test |
| Transferplan | Umsetzung |
Kreuzworträtsel
| Jungk | Wer machte die Zukunftswerkstatt als Beteiligungsmethode besonders bekannt? |
| Kritik | In welcher Phase werden Probleme gesammelt und benannt? |
| Fantasie | Welche Phase erlaubt ausdrücklich mutige Zukunftsideen? |
| Prototyp | Wie heißt ein einfaches Modell zum Testen einer Idee? |
| Nachhaltigkeit | Welches Leitprinzip verbindet ökologische soziale und wirtschaftliche Verantwortung? |
| Reflexion | Welcher Schritt prüft Lernen Wirkung und nächste Verbesserungen? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Schulrundgang: Gehe durch Deine Schule und fotografiere oder notiere drei Orte, an denen Nachhaltigkeit sichtbar verbessert werden könnte.
- Problemkarte: Erstelle eine einfache Karte mit einem Problem, zwei Ursachen, zwei Betroffenen und einer ersten Idee.
- Interview: Befrage zwei Personen aus der Schulgemeinschaft zu einer Nachhaltigkeitsfrage und fasse die Antworten anonym zusammen.
- Zukunftsschlagzeile: Schreibe eine positive Nachricht aus dem Jahr 2035 über Deine Schule und erkläre, welche Veränderung dazu geführt hat.
Standard
- Müllanalyse: Untersuche an einem Schultag eine Abfallstelle, ordne die Abfälle nach Kategorien und entwickle eine realistische Maßnahme zur Verringerung.
- Energiecheck: Beobachte Licht, Heizung, Lüftung oder Geräte in einem Raum und erstelle einen Maßnahmenplan mit Zuständigkeiten.
- Medienkampagne: Gestalte ein Plakat, ein kurzes Video oder einen Podcast, der ein Nachhaltigkeitsproblem erklärt und zum Mitmachen einlädt.
- KI-Werkzeug: Nutze KI zur Ideensammlung für ein Schulprojekt, prüfe die Vorschläge kritisch und dokumentiere, welche Du verwirfst oder überarbeitest.
Schwer
- Prototyping: Entwickle einen Prototyp für eine nachhaltige Lösung, teste ihn mit mindestens fünf Personen und verbessere ihn nach dem Feedback.
- Schulkonferenz: Formuliere einen begründeten Antrag für ein Nachhaltigkeitsprojekt und bereite eine überzeugende Präsentation für ein schulisches Gremium vor.
- Zielkonfliktanalyse: Analysiere eine Projektidee nach ökologischen, sozialen, wirtschaftlichen und organisatorischen Kriterien und begründe eine Entscheidung.
- Kooperationsprojekt: Suche eine außerschulische Partnerin oder einen Partner und entwickle einen gemeinsamen Aktionsplan für eine nachhaltige Veränderung an der Schule.

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Lernkontrolle
- Transferaufgabe: Übertrage das Phasenmodell der Zukunftswerkstatt auf ein anderes Schulproblem, zum Beispiel Schulweg, Mensa, digitale Geräte oder Pausenregeln.
- Fallanalyse: Eine Schule möchte Tablets anschaffen, um Papier zu sparen. Analysiere Chancen, Risiken und Zielkonflikte aus Nachhaltigkeitsperspektive.
- Argumentation: Begründe, warum Nachhaltigkeit in der Schule mehr ist als Umweltschutz, und beziehe soziale Gerechtigkeit und Beteiligung ein.
- Projektbewertung: Bewerte eine eigene oder fremde Projektidee mit fünf Kriterien und erkläre, welche Verbesserung den größten Nutzen hätte.
- Rollenperspektive: Beschreibe ein Nachhaltigkeitsprojekt aus Sicht von Lernenden, Lehrkräften, Hausmeisterei und Schulleitung und leite daraus einen Kompromiss ab.
- Wirkungsmodell: Entwickle eine einfache Kette aus Problem, Maßnahme, kurzfristiger Wirkung und langfristiger Wirkung für ein Werkstattprojekt.
Lernnachweis
Als Lernnachweis erstellst Du ein Werkstatt-Portfolio. Es dokumentiert Deinen Lernweg von der ersten Beobachtung bis zum nächsten Umsetzungsschritt. Das Portfolio soll zeigen, dass Du Zusammenhänge verstehst, Entscheidungen begründen kannst und Verantwortung übernimmst.
- Portfolio: Sammle Zukunftsfrage, Recherche, Problemkarte, Ideensteckbrief, Prototyp, Feedback und Reflexion.
- Dokumentation: Erkläre, wie Du KI, Medien oder Technik genutzt hast und welche Grenzen Du erkannt hast.
- Reflexion: Beschreibe, was Du über Nachhaltigkeit, Zusammenarbeit und Zukunftsgestaltung gelernt hast.
- Präsentation: Stelle Dein Projekt so vor, dass eine andere Klasse es verstehen, prüfen und weiterführen könnte.
- Selbsteinschätzung: Beurteile Deinen Beitrag zu Teamarbeit, Recherche, Kreativität, Umsetzung und Verantwortung.
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