Museen und Gedenkstätten - Deutschland

Museen und Gedenkstätten - Deutschland
Museen und Gedenkstätten - Deutschland
Einleitung
Museen und Gedenkstätten sind Orte, an denen Menschen Dingen, Bildern, Dokumenten, Gebäuden, Landschaften und persönlichen Geschichten aus Vergangenheit und Gegenwart begegnen. Sie können uns helfen, Geschichte und Kultur zu verstehen. Dabei erfüllen Museen und Gedenkstätten nicht genau dieselben Aufgaben: Ein Museum baut in der Regel Sammlungen auf, bewahrt und erforscht Objekte und zeigt ausgewählte Stücke in Ausstellungen. Eine Gedenkstätte erinnert häufig an ein historisches Ereignis, an Opfer von Gewalt oder Verfolgung, an Diktatur, Krieg, Teilung oder Widerstand. Viele Gedenkstätten befinden sich an historischen Orten und besitzen zugleich Sammlungen, Archive oder Ausstellungen.
Im Mittelpunkt dieses aiMOOCs stehen drei Tätigkeiten: Sammeln, Erinnern und Vermitteln. Du lernst, warum Museen sammeln, wie Erinnerung gestaltet wird und wie Ausstellungen Wissen vermitteln. Gleichzeitig übst Du, genauer hinzusehen: Wer hat ein Objekt ausgewählt? Welche Geschichte wird erzählt? Welche Perspektiven fehlen vielleicht? Warum sieht eine Ausstellung so aus, wie sie aussieht?
Der Lernstoff eignet sich für die Klassen 5 bis 13 und für lebenslanges Lernen. Jüngere Lernende können vor allem beobachten, beschreiben und Fragen an Gegenstände und Orte stellen. Ältere Lernende können zusätzlich über Provenienz, Macht, Erinnerungspolitik, Quellenkritik, Ausstellungsdesign und gesellschaftliche Verantwortung diskutieren.

Das Deutsche Historische Museum in Berlin ist ein Beispiel für ein großes Geschichtsmuseum. Seine Sammlungen und Ausstellungen behandeln deutsche Geschichte in europäischen Zusammenhängen. Auch dort wird sichtbar: Geschichte wird nicht einfach „abgelegt“, sondern durch Auswahl, Forschung, Gestaltung und Vermittlung immer wieder neu erschlossen.
Was ist ein Museum?
Ein Museum sammelt und bewahrt Zeugnisse von Natur und Kultur. Dazu können Gemälde, Werkzeuge, Kleidung, Fotografien, Maschinen, Bücher, Münzen, Tonaufnahmen, Filme, digitale Dateien oder naturkundliche Objekte gehören. Ein großer Teil dieser Bestände befindet sich nicht ständig in der Ausstellung, sondern in einem Depot.
Professionelle Museumsarbeit besteht aus mehreren miteinander verbundenen Aufgaben. Museen sammeln gezielt, bewahren ihre Bestände, forschen zu den Objekten, stellen ausgewählte Stücke aus und vermitteln ihre Bedeutung an unterschiedliche Menschen. Die sichtbare Ausstellung ist also nur ein Teil der gesamten Arbeit.
Ein technisches Museum sammelt andere Dinge als ein Kunstmuseum oder ein Stadtmuseum. Das Deutsche Museum in München zeigt beispielsweise Entwicklungen aus Naturwissenschaft und Technik. Ein Stadtmuseum kann dagegen Alltagsgegenstände, Fotografien und Dokumente sammeln, die etwas über das Leben in einer bestimmten Stadt erzählen.
Sammeln: Wie Dinge zu Museumsobjekten werden
Museen können nicht alles sammeln. Deshalb benötigen sie ein Sammlungskonzept. Darin wird festgelegt, welche Themen, Zeiträume oder Objektgruppen wichtig sind. Ein Gegenstand kann durch Ankauf, Schenkung, Übernahme, Fund oder andere rechtlich geregelte Wege in eine Sammlung gelangen.
Wird ein Objekt aufgenommen, wird es dokumentiert. Es erhält meist eine Inventarnummer und wird mit wichtigen Angaben in einem Inventar erfasst. Dazu gehören zum Beispiel Material, Maße, Zustand, Herkunft, Datierung und bekannte frühere Eigentümerinnen und Eigentümer.
Besonders wichtig ist die Provenienzforschung. Sie untersucht die Herkunfts- und Besitzgeschichte eines Objekts. Das kann notwendig sein, wenn unklar ist, wie ein Gegenstand in eine Sammlung kam oder ob er unter Zwang, durch Verfolgung, Krieg, koloniale Herrschaft oder andere problematische Umstände den Besitzer wechselte. Museen tragen deshalb Verantwortung dafür, ihre eigenen Bestände kritisch zu untersuchen.
Ein Objekt im Museum ist nicht automatisch wertvoll, weil es teuer oder schön ist. Es kann wichtig sein, weil es eine Geschichte erzählt. Ein Fahrkartenautomat, ein Tagebuch, ein Wahlplakat, eine Spielkonsole oder ein selbst gebautes Werkzeug kann ebenso ein historisches Zeugnis sein wie ein kostbares Kunstwerk.

Das Haus der Geschichte in Bonn sammelt Gegenstände der deutschen Zeitgeschichte. Gerade Alltagsobjekte zeigen, dass Geschichte nicht nur aus politischen Entscheidungen besteht, sondern auch aus persönlichen Erfahrungen, Konsum, Arbeit, Freizeit, Protest, Medien und Familienleben.
Bewahren und Forschen
Museumsobjekte sollen möglichst langfristig erhalten bleiben. Licht, Feuchtigkeit, Temperaturschwankungen, Schädlinge oder falsche Lagerung können Materialien beschädigen. Fachleute für Konservierung und Restaurierung untersuchen deshalb den Zustand von Objekten und planen geeignete Schutzmaßnahmen.
Bewahren bedeutet nicht, einen Gegenstand für immer unverändert einzuschließen. Viele Objekte müssen kontrolliert, gereinigt oder stabilisiert werden. Auch digitale Daten benötigen Pflege, weil Dateiformate, Speichermedien und Software veralten können.
Forschung versucht, neue Fragen an die Bestände zu stellen. Ein altes Kleidungsstück kann zum Beispiel Informationen über Mode, Handel, Arbeit, Geschlechterrollen oder soziale Unterschiede liefern. Ein Foto kann zeigen, was aufgenommen wurde, aber auch, was außerhalb des Bildausschnitts blieb. Deshalb verbindet Museumsforschung die Untersuchung eines Gegenstands mit Quellenkritik.
Was ist eine Gedenkstätte?
Eine Gedenkstätte verbindet Erinnern, historisches Lernen und öffentliche Auseinandersetzung. Häufig erinnert sie an Menschen, die verfolgt, entrechtet, vertrieben, inhaftiert oder ermordet wurden. Andere Gedenkstätten beschäftigen sich mit Krieg, Diktatur, Widerstand, Flucht, Teilung oder demokratischem Protest.
Viele Gedenkstätten liegen an Orten, an denen Geschichte tatsächlich geschehen ist. Solche Orte werden manchmal als historische Orte oder authentische Orte bezeichnet. Trotzdem ist dort nicht alles unverändert erhalten. Gebäude können zerstört, umgebaut, rekonstruiert oder später ergänzt worden sein. Eine Gedenkstätte muss deshalb deutlich machen, was original, was rekonstruiert und was eine spätere Gestaltung ist.
Ein Beispiel ist die Topographie des Terrors in Berlin. Auf dem Gelände befanden sich während der nationalsozialistischen Diktatur zentrale Einrichtungen von Gestapo, SS und später des Reichssicherheitshauptamts. Heute informieren Ausstellungen und ein Geländerundgang über die Täterorganisationen, ihre Herrschaft und die von ihnen geplanten und ausgeführten Verbrechen.


Erinnern: Warum Gesellschaften Gedenkorte schaffen
Erinnerung ist nicht dasselbe wie Vergangenheit. Die Vergangenheit ist geschehen. Erinnerung bezeichnet, wie Menschen sich später auf diese Vergangenheit beziehen. Sie wählen Themen aus, errichten Denkmäler, sammeln Berichte, halten Namen fest, führen Gedenktage durch oder gestalten Ausstellungen. Daraus entsteht Erinnerungskultur.
Erinnerungskultur verändert sich. Neue Generationen stellen andere Fragen. Gruppen, deren Erfahrungen lange wenig beachtet wurden, können mehr Aufmerksamkeit erhalten. Historische Forschung entdeckt neue Quellen. Gesellschaftliche Debatten verändern den Blick auf Denkmäler und Ausstellungen. Deshalb sind Gedenkstätten keine starren Orte. Sie müssen ihre Arbeit immer wieder prüfen und weiterentwickeln.
Ein wichtiges Beispiel für die Erinnerung an die deutsche Teilung ist die Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße. Dort verbinden sich Reste der Grenzanlagen, Informationen, Biografien und Erinnerungszeichen. Der Ort zeigt, wie politische Geschichte und persönliche Lebensgeschichten zusammengehören.


Gedenken an die Verbrechen des Nationalsozialismus
Zu den besonders wichtigen Erinnerungsorten in Deutschland gehören Gedenkstätten, die an die Verbrechen des Nationalsozialismus erinnern. Dazu zählen ehemalige Konzentrationslager, Haftorte und Orte nationalsozialistischer Verfolgung und Ermordung.
Die KZ-Gedenkstätte Dachau befindet sich auf einem Teil des Geländes des früheren Konzentrationslagers Dachau. Das Konzentrationslager wurde 1933 errichtet. Bis zur Befreiung 1945 waren dort und in seinen Außenlagern mehr als 200.000 Menschen aus zahlreichen Ländern inhaftiert. Die heutige Gedenkstätte erinnert an die Verfolgten und Toten und vermittelt die Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager.
Bei solchen Themen ist ein respektvoller Umgang besonders wichtig. Historisches Lernen sollte die Würde der Opfer achten und nicht durch Sensationslust oder schockierende Bilder ersetzt werden. Für jüngere Lernende müssen Materialien sorgfältig ausgewählt und verständlich eingeordnet werden.

Dezentrales Erinnern: Stolpersteine und lokale Spuren
Erinnerung findet nicht nur in großen Institutionen statt. In vielen Städten und Gemeinden gibt es Denkmäler, Erinnerungstafeln, historische Friedhöfe, ehemalige Synagogen, Zwangsarbeitslager, Grenzanlagen oder andere Spuren der Geschichte.
Die Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig sind ein bekanntes Beispiel für dezentrales Erinnern. Kleine Messingtafeln im Straßenraum erinnern an einzelne Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt wurden. Sie verknüpfen große historische Zusammenhänge mit konkreten Biografien und früheren Wohnorten.

Für die Arbeit mit lokalen Erinnerungsorten ist Quellenprüfung wichtig. Eine Inschrift kann einen ersten Hinweis geben, ersetzt aber nicht die historische Recherche. Archive, Datenbanken, Zeitungsberichte, historische Karten oder wissenschaftliche Literatur können zusätzliche Informationen liefern.
Vermitteln: Wie eine Ausstellung Geschichten erzählt
Objekte „sprechen“ nicht von selbst. Erst durch Auswahl, Anordnung, Texte, Bilder, Ton, Raumgestaltung und Vergleich entsteht eine Ausstellungserzählung. Menschen, die Ausstellungen planen, müssen deshalb entscheiden: Was wird gezeigt? Was bleibt im Depot? Welche Reihenfolge ist sinnvoll? Welche Begriffe werden verwendet? Welche Stimmen kommen vor?
Diese Arbeit nennt man unter anderem Kuratieren. Kuratorinnen und Kuratoren arbeiten häufig mit Restaurierung, Forschung, Gestaltung, Bildung und Vermittlung zusammen. Ein Ausstellungsteam kann außerdem mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, Schulen, Initiativen oder betroffenen Communities kooperieren.
Vermittlung umfasst weit mehr als Führungen. Dazu gehören Workshops, Audioguides, Tastmodelle, Medieninstallationen, Apps, digitale Sammlungen, Gesprächsformate, inklusive Angebote, Texte in Einfacher oder Leichter Sprache und Programme in Gebärdensprache. Gute Vermittlung fragt nicht nur: „Was wollen wir erzählen?“, sondern auch: „Was brauchen unterschiedliche Besucherinnen und Besucher, um selbstständig lernen und mitreden zu können?“
Barrierefreiheit und Teilhabe
Ein Museum oder eine Gedenkstätte ist nicht automatisch für alle Menschen gleichermaßen zugänglich. Treppen, komplizierte Texte, fehlende Sitzmöglichkeiten, schlechte Beleuchtung oder nicht untertitelte Videos können Barrieren schaffen.
Barrierefreiheit betrifft deshalb Gebäude, Sprache, Medien, Orientierung und Kommunikation. Angebote in Einfacher oder Leichter Sprache, Deutsche Gebärdensprache, Audiodeskriptionen, Tastangebote oder digitale Zugänge können Teilhabe verbessern. Wichtig ist außerdem, Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen nicht nur als Publikum, sondern nach Möglichkeit auch an Planung und Bewertung von Angeboten zu beteiligen.
Museen und Gedenkstätten kritisch lesen
Bei einem Besuch kannst Du eine Ausstellung wie eine historische Quelle untersuchen. Frage zuerst: Wer hat die Ausstellung entwickelt? Dann: Welche Objekte und Geschichten werden gezeigt? Wie werden sie angeordnet? Welche Begriffe und Bilder werden verwendet? Und schließlich: Was fehlt möglicherweise?
Eine Ausstellung kann sehr gut recherchiert sein und trotzdem nur einen Ausschnitt zeigen. Platz, Geld, Leihmöglichkeiten, konservatorische Bedingungen und ein bestimmtes Ausstellungskonzept begrenzen jede Auswahl. Außerdem können gesellschaftliche Werte und politische Debatten beeinflussen, welche Themen wichtig erscheinen.
Besonders für die Klassen 9 bis 13 und für Erwachsene ist es sinnvoll, mehrere Ausstellungen oder Darstellungen miteinander zu vergleichen. So erkennst Du, dass historische Vermittlung immer Entscheidungen enthält, die begründet und diskutiert werden können.
Drei Begriffe im Vergleich
| Begriff | Kernfrage | Typische Beispiele |
|---|---|---|
| Sammeln | Welche Dinge oder Daten sollen dauerhaft bewahrt und erforscht werden? | Kunstwerke, Alltagsgegenstände, Dokumente, Fotos, technische Geräte, digitale Dateien |
| Erinnern | Woran und an wen soll öffentlich erinnert werden? | Gedenkstätten, Denkmäler, Biografien, Jahrestage, historische Orte |
| Vermitteln | Wie werden Wissen, Erfahrungen und unterschiedliche Perspektiven für ein Publikum zugänglich? | Ausstellungstexte, Führungen, Workshops, Apps, Audioguides, digitale Sammlungen |
Beispiele aus Deutschland
| Ort | Typ | Lernschwerpunkt |
|---|---|---|
| Deutsches Historisches Museum | Geschichtsmuseum | Deutsche Geschichte in europäischen Zusammenhängen, Sammlung und Ausstellung |
| Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland | Zeitgeschichtsmuseum | Deutsche Geschichte seit 1945, Alltagsobjekte und persönliche Geschichten |
| Deutsches Museum | Wissenschafts- und Technikmuseum | Naturwissenschaft, Technik und technische Kultur |
| Topographie des Terrors | Dokumentations- und Erinnerungsort | Nationalsozialistische Täterinstitutionen und Herrschaft |
| Gedenkstätte Berliner Mauer | Gedenkstätte | Deutsche Teilung, Grenzregime, Flucht und persönliche Lebensgeschichten |
| KZ-Gedenkstätte Dachau | Gedenkstätte an historischem Ort | NS-Verfolgung, Konzentrationslagersystem, Opfererinnerung und historisches Lernen |
Ein Museumsbesuch als Forschungsauftrag
Du kannst einen Besuch vorbereiten, indem Du eine Leitfrage formulierst. Eine gute Leitfrage ist offen genug, um verschiedene Beobachtungen zuzulassen. Beispiele sind: „Wie wird aus einem Alltagsgegenstand ein historisches Exponat?“, „Wie erinnert der Ort an einzelne Menschen?“ oder „Welche Mittel nutzt die Ausstellung, damit Besucherinnen und Besucher selbst aktiv werden?“
Während des Besuchs solltest Du nicht nur Fakten abschreiben. Beobachte Raum, Licht, Reihenfolge, Beschriftung und Medien. Notiere außerdem, welche Objekte Deine Aufmerksamkeit besonders stark anziehen und warum.
Nach dem Besuch kannst Du prüfen, ob die Ausstellung Deine Leitfrage beantwortet hat. Vergleiche Deine Eindrücke mit weiteren Quellen. So wird aus einem Ausflug eine kleine historische Untersuchung.
Sensible Themen in Schule und Weiterbildung
Gedenkstätten können Themen behandeln, die belastend sind. Dazu gehören Verfolgung, Gewalt, Mord, Krieg und Verlust. Gute Bildungsarbeit bereitet solche Besuche vor, erklärt den historischen Kontext und ermöglicht anschließend ein Gespräch. Lernende sollten wissen, warum sie einen Ort besuchen und welche Verhaltensweisen dort respektvoll sind.
Für jüngere Klassen sollte das Lernen nicht über Schockwirkungen funktionieren. Biografien, konkrete Orte, ausgewählte Objekte und klar verständliche Erklärungen ermöglichen oft einen besseren Zugang. In höheren Klassen können zusätzlich Täterstrukturen, politische Verantwortung, Erinnerungskonflikte und die Geschichte der jeweiligen Gedenkstätte untersucht werden.
Weiterführende seriöse Angebote
- Deutscher Museumsbund: Museumsaufgaben
- Deutscher Museumsbund: Sammeln
- Deutscher Museumsbund: Vermitteln
- Deutsches Historisches Museum
- Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
- Stiftung Topographie des Terrors
- Stiftung Berliner Mauer
- KZ-Gedenkstätte Dachau
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Aufgabe gehört zu den grundlegenden Tätigkeiten eines Museums? (Sammeln und Bewahren von Objekten) (!Verkauf aller alten Gegenstände) (!Erfinden historischer Quellen) (!Austausch von Originalen durch Fantasieobjekte)
Was untersucht die Provenienzforschung? (Die Herkunfts- und Besitzgeschichte eines Objekts) (!Nur die Farbe eines Ausstellungsraums) (!Die Zahl der Museumsbesucher pro Stunde) (!Ausschließlich das Alter eines Gebäudes)
Was ist ein Depot im Museum? (Ein Ort zur fachgerechten Aufbewahrung von Sammlungsobjekten) (!Ein Raum nur für Eintrittskarten) (!Eine Bühne für Theaterstücke) (!Ein Parkplatz für Reisebusse)
Was kennzeichnet viele Gedenkstätten? (Sie verbinden Erinnern mit historischem Lernen) (!Sie beschäftigen sich nur mit zukünftigen Ereignissen) (!Sie dürfen keine historischen Quellen zeigen) (!Sie bestehen immer ausschließlich aus einem Denkmal)
Warum ist ein historischer Ort nicht automatisch vollständig unverändert erhalten? (Weil Gebäude und Gelände später verändert oder rekonstruiert worden sein können) (!Weil Geschichte nur in Büchern existiert) (!Weil Museen grundsätzlich alle Spuren entfernen) (!Weil historische Orte keine Forschung erlauben)
Was bedeutet Vermittlung im Museum? (Inhalte für unterschiedliche Menschen zugänglich und verständlich zu machen) (!Nur wertvolle Objekte einzukaufen) (!Alle Sammlungsstücke gleichzeitig auszustellen) (!Nur wissenschaftliche Fachtexte zu veröffentlichen)
Warum ist Quellenkritik bei Museumsobjekten wichtig? (Weil Herkunft, Kontext und Aussage eines Objekts geprüft werden müssen) (!Weil alle Museumsobjekte Fälschungen sind) (!Weil nur neue Gegenstände glaubwürdig sind) (!Weil Ausstellungen keine Auswahl treffen)
Welche Frage hilft dabei, eine Ausstellung kritisch zu untersuchen? (Welche Perspektiven werden gezeigt und welche fehlen?) (!Wie viele Fenster hat das Museumsgebäude?) (!Welche Schuhgröße hat die Aufsicht?) (!Wie schnell fährt der nächste Bus?)
Was ist ein Ziel von Barrierefreiheit im Museum? (Möglichst vielen Menschen selbstständige Teilhabe zu ermöglichen) (!Nur besonders große Räume zu bauen) (!Alle Ausstellungstexte abzuschaffen) (!Nur eine einzige Sprache zu verwenden)
Warum können Alltagsgegenstände historisch bedeutsam sein? (Sie können Erfahrungen und Lebensweisen einer Zeit bezeugen) (!Sie sind immer teurer als Kunstwerke) (!Sie wurden grundsätzlich von Regierungen hergestellt) (!Sie erklären ohne Kontext jede historische Frage)
Memory
| Sammlung | Planvoll aufgebauter Bestand eines Museums |
| Inventar | Dokumentiertes Verzeichnis der aufgenommenen Objekte |
| Provenienz | Herkunfts- und Besitzgeschichte eines Gegenstands |
| Konservierung | Maßnahmen zum langfristigen Erhalt von Objekten |
| Gedenkort | Ort des öffentlichen Erinnerns und historischen Lernens |
| Kurator | Person, die Inhalte einer Ausstellung auswählt und ordnet |
| Vermittlung | Verbindung von Thema, Sammlung und Publikum |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Sammeln | Objekte gezielt auswählen und in einen Bestand aufnehmen |
| Bewahren | Gegenstände vor Verlust und Schäden schützen |
| Forschen | Quellen untersuchen und neue Fragen an Bestände stellen |
| Ausstellen | Objekte und Informationen räumlich zu einer Erzählung anordnen |
| Vermitteln | Zugänge für unterschiedliche Besucherinnen und Besucher schaffen |
...
Kreuzworträtsel
| Inventar | Wie heißt das Verzeichnis, in dem Sammlungsobjekte dokumentiert werden? |
| Depot | Wie heißt der Aufbewahrungsort für viele nicht ausgestellte Museumsobjekte? |
| Provenienz | Wie nennt man die Herkunfts- und Besitzgeschichte eines Objekts? |
| Exponat | Wie nennt man einen Gegenstand, der in einer Ausstellung gezeigt wird? |
| Gedenken | Welcher Begriff beschreibt das bewusste Erinnern an Menschen oder Ereignisse? |
| Kurator | Wie heißt eine Person, die an der inhaltlichen Auswahl und Ordnung einer Ausstellung arbeitet? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Objektgeschichte: Suche einen Alltagsgegenstand zu Hause und schreibe einen kurzen Museumstext dazu. Erkläre, was der Gegenstand über Deinen Alltag erzählen könnte.
- Museumssprache: Nimm einen schwierigen Ausstellungstext und formuliere ihn so um, dass Schülerinnen und Schüler der Klasse 5 ihn verstehen können.
- Erinnerungszeichen: Suche in Deiner Umgebung ein Denkmal, einen Stolperstein oder eine Erinnerungstafel. Dokumentiere Ort, Inschrift und Deine Fragen dazu.
- Ausstellungsplan: Zeichne einen einfachen Plan für einen kleinen Ausstellungsraum mit fünf Objekten. Begründe, warum Du die Objekte in dieser Reihenfolge zeigst.
Standard
- Kuratorische Auswahl: Entwickle eine Mini-Ausstellung mit sechs Objekten zum Thema „Schule im Wandel“. Schreibe zu jedem Objekt eine kurze Begründung.
- Oral History: Führe mit Zustimmung einer älteren Person ein Interview zu einem historischen Wandel im Alltag. Unterscheide anschließend Erinnerung und überprüfbare Fakten.
- Barrierefreiheit: Untersuche ein Museum, eine Gedenkstätte oder deren Website auf sprachliche, räumliche und mediale Barrieren. Formuliere konkrete Verbesserungsvorschläge.
- Medienvergleich: Vergleiche einen Ausstellungstext mit einem Video zum gleichen Ort. Untersuche, welche Informationen, Gefühle und Perspektiven die beiden Medien vermitteln.
Schwer
- Provenienzforschung: Wähle ein öffentlich dokumentiertes Museumsobjekt und rekonstruiere seine Besitzgeschichte so weit wie möglich. Kennzeichne Lücken und Unsicherheiten.
- Erinnerungskultur: Vergleiche zwei Gedenkstätten zu unterschiedlichen historischen Themen. Analysiere, wie Architektur, Objekte, Biografien und Sprache das Erinnern beeinflussen.
- Digitale Ausstellung: Entwirf eine kleine virtuelle Ausstellung mit Quellen, Bildnachweisen und barrierearmen Texten. Begründe Deine Auswahl.
- Kontroverse Ausstellung: Entwickle eine Diskussion zu einer schwierigen kuratorischen Entscheidung, etwa dem Umgang mit problematischen Denkmälern oder belasteten Sammlungsobjekten. Stelle mindestens drei begründete Positionen gegenüber.


Lernkontrolle
- Auswahl und Bedeutung: Ein Museum besitzt 500 Objekte zu einem Thema, kann aber nur 30 ausstellen. Entwickle Kriterien für die Auswahl und erkläre, welche Folgen diese Auswahl für die erzählte Geschichte hat.
- Original und Rekonstruktion: Ein historischer Raum ist nur teilweise erhalten. Entwickle Regeln dafür, wie Originalteile, Rekonstruktionen und moderne Ergänzungen für Besucherinnen und Besucher kenntlich gemacht werden sollten.
- Erinnerung und Perspektive: Vergleiche, wie ein Ereignis aus Sicht eines Opfers, eines Zeitzeugen, einer Forscherin und einer späteren Besuchergruppe unterschiedlich dargestellt werden könnte.
- Vermittlungskonzept: Plane zu demselben historischen Objekt je einen Zugang für Klasse 5, Klasse 10 und Erwachsene. Erkläre, was Du jeweils verändern würdest und was gleich bleiben sollte.
- Quellenkritische Ausstellung: Beurteile die Aussage „Was im Museum steht, ist die ganze Wahrheit“. Formuliere eine begründete Antwort mit mindestens drei Argumenten.
- Teilhabe im Museum: Entwickle ein Konzept, wie Menschen mit unterschiedlichen sprachlichen, körperlichen und kognitiven Voraussetzungen an einer Ausstellung teilnehmen können.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe kennst, sondern Zusammenhänge erklären und auf neue Beispiele übertragen kannst.
- Du kannst die Aufgaben Sammeln, Bewahren, Forschen, Ausstellen und Vermitteln unterscheiden und miteinander verbinden.
- Du kannst erklären, warum Museen nur eine Auswahl ihrer Bestände zeigen.
- Du kannst die Bedeutung von Inventarisierung, Konservierung und Provenienzforschung erläutern.
- Du kannst Museum und Gedenkstätte vergleichen, ohne beide gleichzusetzen.
- Du kannst erklären, wie Erinnerungskultur entsteht und sich verändert.
- Du kannst Ausstellungen auf Auswahl, Perspektive, Sprache, Gestaltung und mögliche Leerstellen untersuchen.
- Du kannst zwischen Original, Rekonstruktion und späterer Ergänzung unterscheiden.
- Du kannst Vorschläge für altersgerechte, inklusive und barrierearme Vermittlung entwickeln.
- Du kannst bei sensiblen historischen Themen respektvoll mit Quellen, Biografien und Erinnerungsorten umgehen.
- Du kannst eigene Rechercheergebnisse nachvollziehbar mit Quellen belegen.
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