Mobbing und Cybermobbing verstehen


Mobbing und Cybermobbing verstehen
Mobbing: Mehr als nur ein Streit / Mobbing und Cybermobbing
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Ziel des aiMOOCs
In diesem aiMOOC lernst Du, warum Mobbing mehr ist als ein einzelner Streit, wie Cybermobbing funktioniert und wie Du als betroffene Person, als beobachtende Person oder als Teil einer Schulgemeinschaft verantwortungsvoll handeln kannst. Der Kurs verbindet Soziales Lernen, Medienbildung, Ethik, Recht, Kommunikation und Gewaltprävention. Du lernst Fachbegriffe kennen, untersuchst Fallbeispiele, reflektierst Deine Rolle in Gruppen und entwickelst konkrete Ideen für eine respektvolle Klassengemeinschaft.
Einleitung
Mobbing ist mehr als nur ein Streit. Ein Streit kann laut, unangenehm und verletzend sein, aber oft stehen sich dabei Personen gegenüber, die ungefähr gleich stark sind und den Konflikt grundsätzlich lösen können. Bei Mobbing geht es dagegen um wiederholte, gezielte und belastende Handlungen, bei denen eine Person oder Gruppe Macht über eine andere Person ausübt. Dieses Machtungleichgewicht kann körperlich, sozial, psychisch, sprachlich, digital oder institutionell sein.

Cybermobbing verlagert Mobbing in digitale Räume. Es kann über Messenger, Soziale Netzwerke, Chats, Games, Videoplattformen, Kommentare, geteilte Bilder oder gefälschte Profile geschehen. Besonders belastend ist, dass digitale Inhalte schnell verbreitet werden können, oft lange sichtbar bleiben und Betroffene auch außerhalb der Schule erreichen. Das bedeutet: Cybermobbing endet nicht automatisch mit dem Klingeln am Schulschluss.
Das Video oben ordnet Mobbing und Cybermobbing sachlich ein. Es hilft Dir, die Unterschiede zwischen Streit, Konflikt und Mobbing zu verstehen und zeigt, warum Wegschauen keine neutrale Haltung ist. Wer Mobbing beobachtet, ist Teil der Situation und kann mit Zivilcourage, Hilfe und klaren Regeln zur Lösung beitragen.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, was Mobbing und Cybermobbing bedeuten, wie sie sich von einem normalen Konflikt unterscheiden und welche Folgen sie für Betroffene haben können. Du kannst typische Rollen in Mobbing-Situationen beschreiben, sichere Handlungsschritte benennen, digitale Beweise sichern, Unterstützungsangebote finden und Vorschläge für eine starke, faire Klassengemeinschaft entwickeln.
Was ist Mobbing?
Mobbing bezeichnet eine besondere Form von Gewalt. Es geht nicht um eine einmalige Gemeinheit, sondern um ein wiederholtes Muster von Angriffen, Ausgrenzung, Erniedrigung oder Bedrohung. Mobbing kann offen sichtbar sein, zum Beispiel durch Beschimpfungen, Drohungen oder körperliche Angriffe. Es kann aber auch verdeckt geschehen, etwa durch Gerüchte, absichtliches Ignorieren, Ausschließen aus Gruppen oder das gezielte Beschädigen des sozialen Ansehens.
Typische Kernmerkmale sind:
- Wiederholung: Die verletzenden Handlungen treten mehrfach oder über längere Zeit auf.
- Schädigungsabsicht: Die betroffene Person soll gekränkt, bloßgestellt, ausgeschlossen oder verunsichert werden.
- Machtungleichgewicht: Die betroffene Person kann sich allein kaum wehren, weil die andere Seite stärker, beliebter, lauter, vernetzter oder durch eine Gruppe gestützt ist.
- Gruppendynamik: Mobbing wird häufig dadurch verstärkt, dass andere lachen, mitmachen, schweigen, liken, weiterleiten oder nicht eingreifen.
- Ohnmacht: Betroffene erleben oft, dass sie die Situation nicht allein stoppen können.
Wichtig ist: Niemand ist selbst schuld daran, gemobbt zu werden. Eigenschaften wie Aussehen, Herkunft, Sprache, Geschlecht, Religion, Behinderung, Kleidung, Interessen, schulische Leistung oder Familienform rechtfertigen niemals Mobbing. Verantwortung tragen diejenigen, die verletzen, mitmachen, verstärken oder nicht helfen, obwohl Hilfe möglich wäre.
Streit, Konflikt oder Mobbing?
Nicht jede unangenehme Situation ist Mobbing. Eine genaue Unterscheidung ist wichtig, damit angemessen gehandelt werden kann. Ein Konflikt kann durch Gespräche, Regeln und Kompromisse gelöst werden. Mobbing braucht dagegen Schutz, klare Intervention und Unterstützung durch Erwachsene oder verantwortliche Stellen.
| Merkmal | Streit oder Konflikt | Mobbing |
|---|---|---|
| Verhältnis der Beteiligten | meist ungefähr gleich stark | deutliches Machtungleichgewicht |
| Dauer | oft einzelne Situation oder begrenzter Konflikt | wiederholt und über längere Zeit |
| Ziel | eigene Meinung, Ärger oder Interesse durchsetzen | andere Person verletzen, erniedrigen oder ausschließen |
| Lösung | Gespräch und Kompromiss sind oft möglich | Schutz, Intervention und klare Grenzen sind nötig |
| Wirkung | beide Seiten können belastet sein | eine Seite wird systematisch geschädigt |
Diese Unterscheidung bedeutet nicht, dass ein Streit harmlos sein muss. Auch ein einmaliger Angriff kann schwerwiegend sein und Hilfe erfordern. Der Begriff Mobbing beschreibt jedoch besonders die wiederholte und systematische Form der Schädigung.
Formen von Mobbing
Mobbing kann viele Formen annehmen. Häufig treten mehrere Formen gleichzeitig auf.
- Verbales Mobbing: Beschimpfen, Verspotten, Drohen, beleidigende Spitznamen, rassistische oder sexistische Kommentare.
- Soziales Mobbing: Ausschließen, Ignorieren, Gerüchte verbreiten, Freundschaften zerstören, andere gegen eine Person aufbringen.
- Körperliches Mobbing: Schubsen, Festhalten, Treten, Schlagen, Anspucken oder körperliches Bedrohen.
- Mobbing durch Sachbeschädigung: Sachen verstecken, beschädigen, wegnehmen oder absichtlich verschmutzen.
- Cybermobbing: Beleidigungen, Bloßstellungen, Gerüchte, Drohungen, manipulierte Bilder oder Ausschluss über digitale Medien.
- Diskriminierung: Abwertung wegen Herkunft, Hautfarbe, Sprache, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung, Behinderung, Armut oder anderer Merkmale.

Mobbing ist nicht nur ein Problem zwischen zwei Personen. Es ist ein soziales System. Es entsteht und bleibt bestehen, wenn eine Gruppe die Angriffe duldet, verstärkt oder normalisiert. Deshalb ist Prävention eine Aufgabe der ganzen Schulgemeinschaft.
Was ist Cybermobbing?
Cybermobbing ist Mobbing mithilfe digitaler Kommunikationsmittel. Dazu gehören Smartphone, Messenger, Soziale Medien, E-Mail, Online-Games, Chat, Forum, Kommentarspalten und Videoplattformen. Es kann Schülerinnen und Schüler, Auszubildende, Erwachsene, Lehrkräfte oder andere Personen betreffen.

Typische Formen von Cybermobbing sind Beleidigungen in Gruppenchats, peinliche Fotos ohne Zustimmung, gefälschte Profile, Drohnachrichten, Ausschluss aus digitalen Gruppen, Verbreitung von Gerüchten, Veröffentlichung privater Informationen, herabwürdigende Memes, heimlich gefilmte Situationen oder das Weiterleiten verletzender Inhalte.
Warum Cybermobbing besonders belastend sein kann
Cybermobbing kann besonders verletzend sein, weil digitale Angriffe oft rund um die Uhr stattfinden können. Betroffene finden dann selbst zu Hause keinen sicheren Rückzugsort. Außerdem können Inhalte schnell weitergeleitet, gespeichert oder kommentiert werden. Manche Täterinnen und Täter fühlen sich durch Anonymität geschützt. Andere unterschätzen, dass am anderen Ende ein Mensch mit Gefühlen sitzt.
Besonders problematisch sind:
- Reichweite: Viele Menschen können verletzende Inhalte sehen.
- Dauerhaftigkeit: Inhalte können gespeichert, kopiert und erneut verbreitet werden.
- Anonymität: Täterinnen und Täter können sich hinter Profilnamen verstecken.
- Kontrollverlust: Betroffene wissen oft nicht, wer etwas gesehen oder weitergeleitet hat.
- Enthemmung: Manche schreiben online Dinge, die sie persönlich nicht sagen würden.
- Gruppendruck: Likes, Kommentare und Weiterleitungen können Mobbing verstärken.
Rollen im Mobbing-System
Bei Mobbing gibt es nicht nur Täterinnen, Täter und Betroffene. Viele Menschen in der Umgebung beeinflussen, ob Mobbing stärker wird oder gestoppt werden kann.
- Betroffene: Personen, die wiederholt angegriffen, bloßgestellt, bedroht oder ausgeschlossen werden.
- Ausübende: Personen, die Mobbinghandlungen starten oder bewusst fortsetzen.
- Unterstützende: Personen, die mitmachen, Inhalte teilen oder die ausübende Person bestärken.
- Verstärkende: Personen, die lachen, liken, zuschauen oder Aufmerksamkeit geben.
- Mitläufer: Personen, die aus Angst vor eigener Ausgrenzung mitmachen.
- Zuschauer: Personen, die etwas bemerken, aber zunächst nicht handeln.
- Verteidigende: Personen, die Betroffene unterstützen, Hilfe holen und Grenzen setzen.
- Erwachsene: Lehrkräfte, Eltern, Schulsozialarbeit, Ausbildende oder Beratungsstellen, die Verantwortung für Schutz und Intervention tragen.
Die Rolle der Zuschauer ist besonders wichtig. Wer nicht mitmacht, nicht lacht, nicht weiterleitet und Hilfe holt, kann das Mobbing-System unterbrechen. Zivilcourage bedeutet nicht, sich selbst in Gefahr zu bringen. Es bedeutet, klug Hilfe zu organisieren und Betroffene nicht allein zu lassen.
Folgen von Mobbing und Cybermobbing
Mobbing und Cybermobbing können ernste Folgen haben. Betroffene fühlen sich häufig verunsichert, beschämt, traurig, wütend, einsam oder ohnmächtig. Manche entwickeln Angst vor der Schule, Schlafprobleme, Konzentrationsprobleme, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen oder ein geringeres Selbstwertgefühl. Auch schulische Leistungen, Freundschaften und die Teilnahme am Unterricht können leiden.
Die Folgen betreffen nicht nur die gemobbte Person. Auch die Klasse, der Ausbildungsbetrieb oder die Schule verändern sich. Wenn Mobbing geduldet wird, sinkt das Vertrauen. Viele werden vorsichtiger, ängstlicher oder gleichgültiger. Eine starke Klassengemeinschaft entsteht dagegen, wenn alle wissen: Wir schauen hin, wir schützen Betroffene und wir greifen respektvoll ein.
Wenn Du selbst betroffen bist und Dich akut bedroht fühlst, hole sofort Hilfe bei einer erwachsenen Vertrauensperson. Bei unmittelbarer Gefahr können Polizei oder Rettungsdienst nötig sein. In Deutschland bietet die Nummer gegen Kummer unter 116 111 anonyme und kostenlose Beratung für Kinder und Jugendliche an. Auch Schulsozialarbeit, Vertrauenslehrkräfte, Eltern, Jugendberatung oder Online-Beratungsstellen können helfen.
Erste Hilfe bei Mobbing und Cybermobbing
Wenn Du betroffen bist, musst Du das nicht allein lösen. Ein guter Hilfeplan kann entlasten.
- Schutz: Entferne Dich aus der Situation, suche einen sicheren Ort und bleibe möglichst nicht allein.
- Vertrauensperson: Sprich mit einer Person, der Du vertraust, zum Beispiel Eltern, Lehrkraft, Schulsozialarbeit, Trainerin, Ausbilder oder Beratungsstelle.
- Dokumentation: Sichere bei Cybermobbing Beweise durch Screenshots, Links, Datum, Uhrzeit, Namen, Profilangaben und Chatverläufe.
- Nicht eskalieren: Antworte nicht mit Beleidigungen oder Drohungen, denn dadurch kann sich die Situation verschärfen.
- Melden: Melde verletzende Inhalte bei Plattformen, Gruppenadmins, Schule oder zuständigen Stellen.
- Blockieren: Blockiere Accounts, wenn dadurch keine wichtigen Beweise verloren gehen.
- Schule einbeziehen: Wenn Mobbing mit Schule oder Klasse zusammenhängt, muss die Schule informiert werden.
- Beratung: Nutze professionelle Hilfe, wenn die Belastung groß ist oder Du nicht weiterweißt.
Beweise sichern bei Cybermobbing
Bei Cybermobbing sind Beweise wichtig, damit Erwachsene, Schule, Plattformen oder Behörden nachvollziehen können, was passiert ist. Sichere Beweise so, dass sie später verständlich sind. Ein einzelner Screenshot reicht manchmal nicht aus. Hilfreich sind Datum, Uhrzeit, Name des Profils, Link, Chatkontext und eine kurze Beschreibung, was passiert ist.
Wichtig: Verbreite verletzende Inhalte nicht weiter, auch nicht, um anderen zu zeigen, was passiert ist. Zeige die Beweise gezielt einer Vertrauensperson oder zuständigen Stelle.
Was Zuschauende tun können
Wenn Du Mobbing beobachtest, bist Du nicht machtlos. Du musst Dich nicht selbst gefährden, aber Du kannst Verantwortung übernehmen.
- Nicht verstärken: Nicht lachen, nicht liken, nicht teilen, nicht kommentieren, nicht weiterleiten.
- Unterstützen: Frage die betroffene Person ruhig, ob sie Hilfe möchte.
- Hilfe holen: Informiere eine erwachsene Vertrauensperson, besonders wenn die Situation wiederholt oder bedrohlich ist.
- Grenzen setzen: Sage klar, dass Beleidigungen, Bloßstellung oder Ausgrenzung nicht in Ordnung sind.
- Verbündete finden: Handle gemeinsam mit anderen, die ebenfalls helfen wollen.
- Dokumentieren: Sichere Hinweise, wenn digitale Angriffe stattfinden.
- Nachfragen: Bleibe auch später aufmerksam, denn Betroffene brauchen oft länger Unterstützung.
Zivilcourage heißt nicht, heldenhaft allein aufzutreten. Zivilcourage heißt, Verantwortung zu übernehmen, Hilfe zu organisieren und Menschenwürde zu schützen.
Prävention in Schule, Ausbildung und Gruppe
Mobbingprävention beginnt nicht erst, wenn ein Vorfall eskaliert. Gute Prävention stärkt Beziehungen, Regeln und Vertrauen. Eine Klasse oder Gruppe braucht klare Vereinbarungen: Wie sprechen wir miteinander? Was tun wir bei Ausgrenzung? An wen wenden wir uns? Welche digitalen Regeln gelten im Klassenchat? Was passiert, wenn jemand Grenzen verletzt?
Wirksame Prävention verbindet Medienkompetenz, Empathie, Partizipation und klare Intervention. Dazu gehören regelmäßige Gespräche über Klassengemeinschaft, sichere Meldewege, gemeinsame Regeln für Chats, Unterstützung durch Schulsozialarbeit, Fortbildungen, Elternarbeit und die klare Haltung: Mobbing ist Gewalt und wird nicht verharmlost.
Klassenchat-Regeln
Ein Klassenchat kann hilfreich sein, wenn er für Informationen, Unterstützung und freundliche Kommunikation genutzt wird. Er kann aber auch zu einem Ort von Druck, Spott und Ausgrenzung werden. Deshalb braucht ein Klassenchat Regeln.
- Respekt: Keine Beleidigungen, Demütigungen, Drohungen oder diskriminierenden Aussagen.
- Privatsphäre: Keine Fotos, Videos, Screenshots oder persönlichen Informationen ohne Zustimmung.
- Sachlichkeit: Keine Gerüchte, keine Bloßstellung, keine absichtliche Provokation.
- Hilfsbereitschaft: Fragen zu Hausaufgaben oder Terminen werden freundlich beantwortet.
- Meldeweg: Bei verletzenden Inhalten wird eine Vertrauensperson informiert.
- Ruhezeiten: Nachrichten müssen nicht rund um die Uhr beantwortet werden.
- Verantwortung: Admins achten auf Regeln und holen Hilfe, wenn Grenzen verletzt werden.
Rechtliche Einordnung
Cybermobbing ist in Deutschland nicht immer als ein einziger eigener Straftatbestand geregelt. Einzelne Handlungen können jedoch rechtliche Folgen haben. Dazu können Beleidigung, Bedrohung, Nötigung, Nachstellung, Verleumdung, üble Nachrede, Verletzung des Rechts am eigenen Bild, Ausspähen von Daten oder Identitätsmissbrauch gehören. Auch zivilrechtliche Ansprüche wie Unterlassung oder Schadensersatz können möglich sein.
Diese Einordnung ersetzt keine Rechtsberatung. Für Lernende ist vor allem wichtig: Was online passiert, ist nicht folgenlos. Auch ein weitergeleitetes Bild, ein verletzender Kommentar oder ein gefälschtes Profil kann ernsthafte Konsequenzen haben.
Digitale Verantwortung
Medienkompetenz bedeutet nicht nur, Apps bedienen zu können. Es bedeutet, die Folgen des eigenen Handelns zu verstehen. Jede Nachricht, jedes Bild und jeder Kommentar kann Menschen verletzen oder schützen. Deshalb gehört zur digitalen Verantwortung:
- Empathie: Vor dem Absenden überlegen, wie die Nachricht bei anderen ankommt.
- Datenschutz: Persönliche Informationen anderer nicht veröffentlichen.
- Einwilligung: Bilder und Videos nur mit Zustimmung teilen.
- Quellenkritik: Gerüchte nicht ungeprüft weiterverbreiten.
- Sicherheit: Passwörter schützen und Zwei-Faktor-Authentifizierung nutzen.
- Hilfe: Problematische Inhalte melden und Betroffene unterstützen.

Zusammenfassung
Mobbing ist eine wiederholte, gezielte und belastende Form von Gewalt, die durch ein Machtungleichgewicht gekennzeichnet ist. Cybermobbing nutzt digitale Medien und kann wegen Reichweite, Dauerhaftigkeit und Kontrollverlust besonders belastend sein. Betroffene brauchen Schutz, Unterstützung und ernstnehmende Erwachsene. Zuschauende können durch Nicht-Mitmachen, Hilfeholen und klare Unterstützung viel bewirken. Eine starke Schule oder Gruppe braucht Respekt, Medienkompetenz, sichere Meldewege und eine klare Haltung gegen jede Form von Mobbing.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was unterscheidet Mobbing besonders deutlich von einem normalen Streit? (Es wiederholt sich und enthält ein Machtungleichgewicht) (!Es dauert immer nur wenige Minuten) (!Es betrifft nur Erwachsene) (!Es ist immer körperlich)
Was bedeutet Cybermobbing? (Beleidigung Bloßstellung oder Bedrohung über digitale Medien) (!Ein freundliches Gespräch im Klassenchat) (!Ein technischer Fehler in einer App) (!Eine private Nachricht ohne Konflikt)
Welche Handlung kann Cybermobbing verstärken? (Beleidigende Inhalte liken oder weiterleiten) (!Eine Vertrauensperson informieren) (!Beweise für Hilfe sichern) (!Betroffene freundlich ansprechen)
Was bedeutet Machtungleichgewicht bei Mobbing? (Eine Seite ist deutlich unterlegen oder abhängig) (!Alle Beteiligten sind gleich stark) (!Niemand fühlt sich belastet) (!Der Konflikt ist sofort gelöst)
Was ist ein sinnvoller erster Schritt bei Cybermobbing? (Beweise sichern und eine Vertrauensperson informieren) (!Mit eigenen Beleidigungen antworten) (!Alle Nachrichten sofort an die Klasse schicken) (!So tun als sei nichts passiert)
Warum ist Cybermobbing oft besonders belastend? (Inhalte können schnell verbreitet und schwer kontrolliert werden) (!Es passiert nur während des Unterrichts) (!Es verschwindet immer automatisch nach einem Tag) (!Es betrifft ausschließlich unbekannte Personen)
Welche Aussage über Betroffene ist richtig? (Sie tragen keine Schuld am Mobbing) (!Sie müssen das Problem immer allein lösen) (!Sie sollen sich einfach daran gewöhnen) (!Sie sind verantwortlich für die Taten anderer)
Welche Rolle können Zuschauende übernehmen? (Sie können Hilfe holen und Betroffene stärken) (!Sie müssen immer mitlachen) (!Sie dürfen niemals Erwachsene informieren) (!Sie sind für die Situation grundsätzlich unwichtig)
Welche Maßnahme hilft bei Prävention in Gruppen? (Klare Regeln und sichere Meldewege vereinbaren) (!Gerüchte als Unterhaltung nutzen) (!Ausgrenzung als Spaß bezeichnen) (!Klassenchats ohne Regeln lassen)
Welche Aussage zur Rechtslage ist richtig? (Einzelne Mobbinghandlungen können rechtliche Folgen haben) (!Onlinebeleidigungen haben nie Folgen) (!Mobbing ist immer straffrei) (!Nur anonyme Beiträge können problematisch sein)
Memory
| Machtungleichgewicht | Eine Seite ist deutlich unterlegen |
| Beweise sichern | Screenshots und Nachrichten aufbewahren |
| Zivilcourage | Hilfe holen und Betroffene stärken |
| Cybermobbing | Mobbing über digitale Medien |
| Klassengemeinschaft | Gemeinsame Regeln und Verantwortung |
| Privatsphäre | Persönliche Daten schützen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Mobbing | Wiederholte Schädigung mit Machtungleichgewicht |
| Streit | Konflikt zwischen ungefähr gleich starken Personen |
| Cybermobbing | Angriffe über digitale Medien |
| Zuschauende | Personen die ein Geschehen beobachten |
| Dokumentation | Beweise sichern |
| Prävention | Vorbeugende Regeln und Maßnahmen |
Kreuzworträtsel
| Wiederholung | Welches Merkmal zeigt dass Mobbing kein Einzelvorfall ist? |
| Machtungleichgewicht | Welcher Begriff beschreibt die Unterlegenheit einer betroffenen Person? |
| Cybermobbing | Wie heißt Mobbing über digitale Medien? |
| Zivilcourage | Wie nennt man mutiges Eintreten für andere? |
| Screenshots | Was kann digitale Beweise als Bild sichern? |
| Empathie | Welche Fähigkeit hilft Gefühle anderer zu erkennen? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Mobbing erkennen: Erkläre in eigenen Worten den Unterschied zwischen einem Streit und Mobbing. Nutze ein kurzes Beispiel aus einer erfundenen Alltagssituation.
- Hilfekarte: Gestalte eine kleine Hilfekarte mit drei Personen oder Stellen, an die sich Betroffene wenden können.
- Respektregel: Formuliere fünf Regeln für einen fairen Klassenchat und begründe die wichtigste Regel.
- Perspektivwechsel: Schreibe einen kurzen Tagebucheintrag aus der Sicht einer Person, die Mobbing beobachtet und helfen möchte.
Standard
- Fallanalyse: Analysiere ein erfundenes Fallbeispiel und markiere Hinweise auf Wiederholung, Schädigungsabsicht und Machtungleichgewicht.
- Interview: Führe ein Interview mit einer Vertrauensperson, Lehrkraft, Schulsozialarbeiterin oder einem Schulsozialarbeiter über Hilfewege bei Mobbing.
- Medienkompetenz: Entwickle eine Checkliste zum sicheren Umgang mit Bildern, Screenshots und Gruppenchats.
- Zivilcourage: Entwirf Rollenkarten für eine Szene, in der Zuschauende unterschiedlich reagieren, und werte die Folgen der Reaktionen aus.
Schwer
- Präventionskampagne: Plane eine Anti-Mobbing-Kampagne für Deine Schule mit Plakat, Durchsage, Klassenaktion und digitaler Botschaft.
- Anonyme Befragung: Entwickle einen anonymen Fragebogen zum Klassenklima und überlege, wie die Ergebnisse verantwortungsvoll besprochen werden können.
- Interventionsplan: Entwirf einen schulischen Handlungsplan vom ersten Hinweis bis zur Nachsorge für Betroffene.
- Erklärvideo: Produziere ein kurzes Video oder Audioprojekt mit dem Titel Mobbing ist kein Spaß und erkläre konkrete Hilfewege.

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Lernnachweis
- Portfolio: Sammle Deine wichtigsten Ergebnisse aus Quiz, Fallanalyse, Hilfekarte und Reflexion in einem Lernportfolio.
- Fallbewertung: Bearbeite ein neues Fallbeispiel und begründe, ob es sich um Streit, Konflikt, Mobbing oder Cybermobbing handelt.
- Handlungskompetenz: Erstelle einen konkreten Hilfeplan für Betroffene, Zuschauende und verantwortliche Erwachsene.
- Reflexion: Schreibe eine persönliche Reflexion darüber, welche Verantwortung Du in digitalen Gruppen übernehmen kannst.
- Präsentation: Stelle eine Präventionsidee für Deine Klasse vor und erkläre, wie sie Mobbing vorbeugen kann.
Lernkontrolle
- Transferaufgabe: Erkläre anhand eines neuen Fallbeispiels, warum die Situation ein Streit, ein Konflikt oder Mobbing ist, und begründe Deine Entscheidung mit mindestens drei Kriterien.
- Handlungsplan: Entwickle für eine betroffene Person einen sicheren Hilfeplan mit Sofortmaßnahmen, Beweissicherung, Vertrauenspersonen und langfristiger Unterstützung.
- Rollenanalyse: Untersuche, wie Zuschauende Mobbing verstärken oder stoppen können, und leite daraus Regeln für Deine Klasse ab.
- Medienethik: Bewerte, warum das Liken oder Weiterleiten verletzender Inhalte moralisch problematisch ist, auch wenn man den Inhalt nicht selbst erstellt hat.
- Präventionskonzept: Entwirf ein Konzept für einen fairen Klassenchat, das Regeln, Meldewege, Datenschutz und Verantwortlichkeiten enthält.
- Argumentation: Schreibe eine begründete Stellungnahme zu der Aussage Wegschauen ist nicht neutral.
OERs zum Thema
Quellen und Beratungsangebote
- Robert Koch-Institut: Studien und Gesundheitsinformationen zeigen, dass Mobbing und Cybermobbing wichtige Themen der Kinder- und Jugendgesundheit sind.
- klicksafe: Materialien zu Cybermobbing, Medienkompetenz, Recht am eigenen Bild und sicherem Verhalten im Netz.
- Nummer gegen Kummer: Anonyme und kostenlose Beratung für Kinder und Jugendliche unter 116 111 in Deutschland.
- Schulsozialarbeit: Unterstützung in der Schule bei Konflikten, Mobbing, Belastung und Gesprächen mit Erwachsenen.
- Vertrauenslehrkraft: Ansprechperson, wenn Du Hilfe brauchst oder Mobbing beobachtest.
Links
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