Migrationsgeschichte Deutschlands - Deutschland

Migrationsgeschichte Deutschlands - Deutschland
Migrationsgeschichte Deutschlands - Deutschland
Einleitung
Die Geschichte Deutschlands ist auch eine Geschichte von Migration. Menschen verließen deutsche Gebiete, andere wanderten dorthin ein, wieder andere flohen vor Krieg, Verfolgung oder Armut. Manche wurden gegen ihren Willen verschleppt oder vertrieben. Migration umfasst deshalb sehr unterschiedliche Erfahrungen: Auswanderung, Zuwanderung, Flucht, Vertreibung, Arbeitsmigration, Familiennachzug und Binnenmigration.
Wichtig ist: Deutschland war nicht erst seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts von Migration geprägt. Schon lange vor der Gründung des Deutschen Reiches 1871 wanderten Menschen über die Grenzen deutscher Staaten und Territorien. Seit dem 19. Jahrhundert wechselten sich Phasen starker Auswanderung und starker Zuwanderung ab. Migration veränderte dabei Wirtschaft, Städte, Familien, Sprache, Kultur, Religion, Politik und Vorstellungen davon, wer zur Gesellschaft gehört.
Lernziel: Du lernst wichtige Phasen der deutschen Migrationsgeschichte kennen und untersuchst, warum Menschen wanderten, welche politischen Regeln ihre Wege beeinflussten und wie Migration die Gesellschaft veränderte.
Migration verstehen
Migration bedeutet, dass Menschen ihren Lebensmittelpunkt für längere Zeit verlagern. Wer ein Land verlässt, wandert aus; aus Sicht des Ziellandes wandert dieselbe Person ein. Deshalb können Emigration und Immigration zwei Perspektiven auf denselben Vorgang sein.
Nicht jede Wanderung ist freiwillig. Menschen können wegen Arbeit, Ausbildung oder Familiengründung umziehen. Andere müssen vor Krieg, politischer oder religiöser Verfolgung fliehen. Wieder andere werden verschleppt oder vertrieben. Für die historische Analyse ist es deshalb wichtig, nach den Handlungsmöglichkeiten der Betroffenen zu fragen: Konnten sie selbst entscheiden, wohin sie gingen? Welche Grenzen, Gesetze oder Gefahren schränkten sie ein?
Migration ist außerdem selten eine Einbahnstraße. Viele Menschen kehren zurück, ziehen weiter oder leben mit Beziehungen zu mehreren Orten. Auch deutsche Geschichte zeigt deshalb gleichzeitig Auswanderung, Zuwanderung und Rückwanderung.
Frühe Zuwanderung und Auswanderung im 19. Jahrhundert
Schon in der Frühen Neuzeit warben Herrscher nach Kriegen Menschen an, damit sie sich in dünn besiedelten Gebieten niederließen. Nach 1685 kamen beispielsweise zehntausende französische Hugenotten in verschiedene deutsche Territorien. Sie waren wegen ihres reformierten Glaubens aus Frankreich geflohen und prägten Handwerk, Handel und Kultur ihrer neuen Wohnorte.
Im 19. Jahrhundert wurde dagegen die Auswanderung über den Atlantik besonders bedeutend. Zwischen 1816 und 1914 zogen rund 5,5 Millionen Deutsche in die USA. Gründe waren unter anderem Armut, Missernten, Bevölkerungswachstum, fehlende wirtschaftliche Chancen, politische Verfolgung und die Hoffnung auf Land oder sozialen Aufstieg. Häfen wie Bremerhaven wurden zu wichtigen Ausgangsorten.

Mit der Industrialisierung änderte sich das Wanderungsgeschehen. Industriegebiete wie das Ruhrgebiet zogen Arbeitskräfte aus ländlichen Regionen und aus dem Ausland an. Gleichzeitig kamen Saisonarbeiter, etwa aus polnischsprachigen Gebieten, in die Landwirtschaft. Das Deutsche Reich wurde damit gegen Ende des 19. Jahrhunderts zunehmend auch zu einem Ziel von Arbeitsmigration.
Merke: Auswanderung und Zuwanderung können zur selben Zeit stattfinden. Eine Gesellschaft kann Menschen verlieren und gleichzeitig neue Arbeitskräfte anziehen.
Verfolgung, Zwangsmigration und Flucht im 20. Jahrhundert
Mit der nationalsozialistischen Herrschaft ab 1933 wurde Migration für viele Menschen zur Flucht vor staatlicher Verfolgung. Jüdinnen und Juden, politische Gegnerinnen und Gegner, Kunstschaffende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie andere Verfolgte versuchten, Deutschland zu verlassen. Vielen gelang die Flucht nicht. Die nationalsozialistische Politik führte schließlich zum Holocaust und zu weiteren Massenverbrechen.
Während des Zweiten Weltkriegs wurden Millionen Menschen aus den von Deutschland besetzten Gebieten zur Zwangsarbeit verschleppt. Solche gewaltsamen Ortsveränderungen dürfen nicht mit freiwilliger Arbeitsmigration gleichgesetzt werden. Nach Kriegsende befanden sich außerdem zahlreiche sogenannte Displaced Persons in Deutschland: Überlebende von Konzentrationslagern, ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter und andere Menschen, die durch Krieg und Verfolgung ihren Wohnort verloren hatten.
Gegen Ende des Krieges und in den ersten Nachkriegsjahren flohen oder wurden Millionen Deutsche aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und anderen Teilen Ostmittel- und Osteuropas vertrieben. Rund zwölf Millionen Menschen gelangten zwischen 1944 und 1948 in die späteren deutschen Besatzungszonen. Ihre Aufnahme veränderte Städte und Dörfer tiefgreifend und führte sowohl zu Hilfsbereitschaft als auch zu Konflikten um Wohnraum, Arbeit und Versorgung.

Historische Fotos sind dabei Quellen, keine neutralen Fenster in die Vergangenheit. Du solltest immer fragen: Wer hat das Bild aufgenommen? Was zeigt es? Was bleibt außerhalb des Bildes? Welche Begriffe verwendet die damalige Bildunterschrift?
Migration zwischen DDR und Bundesrepublik
Nach der Gründung von Bundesrepublik Deutschland und Deutsche Demokratische Republik im Jahr 1949 entstand eine besondere deutsch-deutsche Migrationsgeschichte. Bis zum Bau der Berliner Mauer 1961 gingen mindestens 2,7 Millionen Menschen aus der DDR in die Bundesrepublik. Gründe reichten von politischen Einschränkungen bis zu besseren beruflichen oder persönlichen Möglichkeiten im Westen.
Die Abwanderung traf die DDR besonders, weil viele junge und gut ausgebildete Menschen gingen. Der Mauerbau schränkte diese Bewegung drastisch ein. Migration wurde damit unmittelbar durch staatliche Grenzen und politische Systeme bestimmt.
Arbeitsmigration in der Bundesrepublik: Vom Anwerben zum Bleiben
In den 1950er und 1960er Jahren wuchs die westdeutsche Wirtschaft stark. Weil viele Betriebe zusätzliche Arbeitskräfte benötigten, schloss die Bundesrepublik Anwerbeabkommen mit mehreren Staaten: zuerst 1955 mit Italien, später unter anderem mit Spanien, Griechenland, der Türkei, Marokko, Portugal, Tunesien und Jugoslawien.

Die angeworbenen Menschen wurden im Alltag häufig als Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter bezeichnet. Der Begriff zeigt die damalige Erwartung: Viele Verantwortliche gingen davon aus, dass die Beschäftigten nur vorübergehend bleiben würden. Sie arbeiteten oft in körperlich schweren und wenig angesehenen Tätigkeiten in Industrie, Bergbau, Bauwesen oder Produktion.
Vom Ende der 1950er Jahre bis zum Anwerbestopp 1973 kamen rund 14 Millionen ausländische Arbeitskräfte in die Bundesrepublik; etwa 11 Millionen kehrten wieder in ihre Herkunftsländer zurück. Millionen andere blieben oder kamen später im Rahmen des Familiennachzugs mit ihren Angehörigen zusammen. Aus einer zunächst als zeitlich begrenzt gedachten Arbeitsmigration entstand dauerhafte Einwanderung.

Der Anwerbestopp von 1973 beendete die staatliche Rekrutierung aus den meisten Anwerbestaaten. Er führte aber nicht dazu, dass Migration aufhörte. Im Gegenteil: Für manche Familien wurde es nun wichtiger, dauerhaft in Deutschland zusammenzuleben. Dadurch veränderten sich Schulen, Wohnviertel, Vereine, Betriebe und religiöse Gemeinden.
Vertragsarbeiterinnen und Vertragsarbeiter in der DDR
Auch die DDR benötigte ausländische Arbeitskräfte. Seit Ende der 1960er Jahre schloss sie Abkommen mit sozialistischen Partnerstaaten. Vertragsarbeiterinnen und Vertragsarbeiter kamen unter anderem aus Ungarn, Polen, Mosambik, Kuba und besonders aus Vietnam.
Ihr Aufenthalt war meist befristet. Viele lebten in Wohnheimen und hatten nur begrenzte Möglichkeiten, dauerhaft in der DDR zu bleiben oder ihre Familien nachzuholen. Private Kontakte und Integration in die Mehrheitsgesellschaft waren politisch nicht das eigentliche Ziel. 1989 lebten rund 94.000 Vertragsarbeiterinnen und Vertragsarbeiter in der DDR, darunter etwa 60.000 Menschen aus Vietnam.

Nach der deutschen Vereinigung 1990 verloren viele ihren bisherigen Aufenthalts- oder Arbeitsplatz. Ihre Erfahrungen zeigen, dass die Migrationsgeschichten von DDR und Bundesrepublik unterschiedlich verliefen und erst seit 1990 gemeinsam weitergingen.
Aussiedlung, Asyl und Einwanderung nach 1990
In den 1980er und 1990er Jahren kamen viele Aussiedler und später Spätaussiedler nach Deutschland, vor allem aus Polen, Rumänien und den Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Gleichzeitig suchten Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten Schutz, unter anderem während der Kriege im zerfallenden Jugoslawien.
Die Debatten über Asyl wurden zu Beginn der 1990er Jahre besonders heftig. In dieser Zeit kam es auch zu rassistischen Ausschreitungen und rechtsextremen Anschlägen, etwa in Hoyerswerda, Rostock-Lichtenhagen, Mölln und Solingen. 1993 trat nach dem sogenannten Asylkompromiss eine Änderung des Grundrechts auf Asyl in Kraft. Daran lässt sich erkennen, wie eng Migration, politische Entscheidungen und gesellschaftliche Konflikte miteinander verbunden sind.
Ein weiterer Wendepunkt war die Reform des Staatsangehörigkeitsrechts, die 2000 in Kraft trat. Neben dem Abstammungsprinzip wurde unter bestimmten Voraussetzungen auch das Geburtsortsprinzip berücksichtigt. 2005 trat das Zuwanderungsgesetz in Kraft. Damit wurde die Förderung von Integration erstmals ausdrücklich als staatliche Aufgabe im Aufenthaltsrecht verankert.
Flucht, EU-Freizügigkeit und Fachkräftemigration im 21. Jahrhundert
Seit den 2000er Jahren prägen unterschiedliche Formen von Migration Deutschland gleichzeitig. Durch die EU-Freizügigkeit können Bürgerinnen und Bürger vieler europäischer Staaten relativ leicht in Deutschland leben und arbeiten. Daneben gibt es Zuwanderung zum Studium, zur Ausbildung und für qualifizierte Beschäftigung.
2015 kamen besonders viele Schutzsuchende nach Deutschland, unter anderem vor dem Hintergrund des Krieges in Syrien. Die Aufnahme wurde von großem ehrenamtlichem Engagement begleitet, zugleich gab es politische Konflikte, Überforderung in manchen Kommunen sowie fremdenfeindliche und rassistische Reaktionen.

Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 suchten außerdem viele Menschen aus der Ukraine Schutz in Deutschland. Bahnhöfe wurden erneut zu Orten der Ankunft und Hilfe.

Deutschland ist heute zugleich Einwanderungs-, Auswanderungs- und Transitland. Menschen ziehen nach Deutschland, verlassen es wieder oder führen ihr Leben über mehrere Länder hinweg. Deshalb ist Migration kein abgeschlossener Abschnitt der Geschichte, sondern ein fortlaufender gesellschaftlicher Prozess.
Gesellschaftlicher Wandel durch Migration
Migration verändert Gesellschaft nicht nur durch Bevölkerungszahlen. Zugewanderte Menschen und ihre Nachkommen prägen Unternehmen, Wissenschaft, Pflege, Sport, Kunst, Musik, Gastronomie, Sprache, Religionen, Vereine und politische Debatten. Viele Dinge, die heute selbstverständlich zum Alltag gehören, sind durch solche Begegnungen und Verflechtungen entstanden.
Gleichzeitig verlief dieser Wandel nicht konfliktfrei. Migrantinnen und Migranten erlebten und erleben Ausgrenzung, Diskriminierung und Rassismus. Debatten über Zugehörigkeit, Staatsangehörigkeit, Integration und gleiche Chancen zeigen, dass gesellschaftlicher Wandel auch Machtfragen berührt: Wer darf mitbestimmen? Wessen Geschichte wird erinnert? Welche Unterschiede gelten als normal?
Integration bedeutet dabei nicht einfach, dass eine Seite sich vollständig an die andere anpasst. In demokratischen Gesellschaften geht es um rechtliche Gleichheit, gesellschaftliche Teilhabe und die Einhaltung gemeinsamer Regeln. Gleichzeitig verändert sich die Gesellschaft durch die Menschen, die in ihr leben.
Migration als Thema der Geschichtswissenschaft
Migrationsgeschichte arbeitet mit sehr unterschiedlichen Quellen: Pässen, Briefen, Tagebüchern, Zeitungsartikeln, Statistiken, Fotos, Verträgen, Interviews, Filmen und Erinnerungen. Jede Quelle zeigt nur einen Ausschnitt.
Wenn Du eine Migrationsgeschichte untersuchst, solltest Du deshalb mehrere Ebenen verbinden: persönliche Erfahrungen, wirtschaftliche Bedingungen, politische Entscheidungen und gesellschaftliche Reaktionen. So wird sichtbar, dass hinter statistischen Zahlen immer einzelne Menschen mit eigenen Hoffnungen, Zwängen und Entscheidungen stehen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was bedeutet Auswanderung? (Das Verlassen eines Landes mit Verlagerung des Lebensmittelpunkts) (!!Eine kurze Urlaubsreise) (!!Nur der Umzug innerhalb einer Stadt) (!!Der Erwerb einer Staatsangehörigkeit)
Wohin wanderten im 19. Jahrhundert besonders viele Deutsche aus? (In die Vereinigten Staaten) (!!Nach Australien als einziges Ziel) (!!Ausschließlich nach Frankreich) (!!Nur innerhalb des Deutschen Reiches)
Warum warb die Bundesrepublik seit den 1950er Jahren Arbeitskräfte im Ausland an? (Weil die wachsende Wirtschaft zusätzliche Arbeitskräfte benötigte) (!!Weil alle deutschen Betriebe geschlossen wurden) (!!Weil Migration gesetzlich vorgeschrieben war) (!!Weil die Bundesrepublik keine Industrie hatte)
Mit welchem Land schloss die Bundesrepublik 1955 ihr erstes Anwerbeabkommen der Nachkriegszeit? (Italien) (!!Türkei) (!!Portugal) (!!Jugoslawien)
Was geschah 1973 in der westdeutschen Arbeitsmigrationspolitik? (Die staatliche Anwerbung aus den meisten Anwerbeländern wurde gestoppt) (!!Alle zugewanderten Familien mussten Deutschland verlassen) (!!Die DDR führte die Freizügigkeit ein) (!!Das Staatsangehörigkeitsrecht wurde abgeschafft)
Wie wurden ausländische Arbeitskräfte in der DDR häufig bezeichnet? (Vertragsarbeiter) (!!Grenzpendler) (!!Aussiedler) (!!Kolonisten)
Was war für viele Vertragsarbeiter in der DDR typisch? (Ein zeitlich begrenzter Aufenthalt) (!!Automatischer Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit) (!!Freie Wahl eines dauerhaften Wohnorts ohne Einschränkungen) (!!Uneingeschränkter Familiennachzug von Beginn an)
Welche Entwicklung war in den 1980er und 1990er Jahren für Deutschland wichtig? (Zuwanderung von Aussiedlern und Schutzsuchenden) (!!Das vollständige Ende aller Wanderungsbewegungen) (!!Die Abschaffung von Staatsgrenzen in ganz Europa) (!!Die Rückkehr zum Kaiserreich)
Welche Reform trat im Jahr 2000 in Kraft? (Eine Reform des deutschen Staatsangehörigkeitsrechts) (!!Der Bau der Berliner Mauer) (!!Das erste Anwerbeabkommen mit Italien) (!!Die Gründung der Bundesrepublik)
Was zeigt Migrationsgeschichte besonders deutlich? (Dass Auswanderung Zuwanderung und gesellschaftlicher Wandel miteinander verbunden sind) (!!Dass Migration nur durch Kriege entsteht) (!!Dass Deutschland ausschließlich ein Auswanderungsland war) (!!Dass Migration keinen Einfluss auf Gesellschaften hat)
Memory
| Auswanderung | Verlassen eines Landes |
| Zuwanderung | Ankunft in einem neuen Land |
| Anwerbeabkommen | Staatliche Vereinbarung zur Arbeitskräfterekrutierung |
| Vertragsarbeiter | Befristete Beschäftigung in der DDR |
| Familiennachzug | Angehörige ziehen zu bereits Zugewanderten |
| Integration | Gesellschaftliche Teilhabe |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Transatlantische Auswanderung | Nordamerika |
| Gastarbeiteranwerbung | Bundesrepublik |
| Vertragsarbeit | DDR |
| Familiennachzug | Dauerhafte Niederlassung |
| Fluchtmigration | Schutzsuche |
...
Kreuzworträtsel
| Hugenotten | Welche Glaubensflüchtlinge kamen nach dem Ende des 17. Jahrhunderts in deutsche Territorien? |
| Auswanderung | Wie heißt das dauerhafte Verlassen eines Landes? |
| Gastarbeiter | Welcher historische Alltagsbegriff wurde für angeworbene Arbeitskräfte in der Bundesrepublik verwendet? |
| Vertragsarbeiter | Wie hießen viele zeitweise angeworbene ausländische Arbeitskräfte in der DDR? |
| Familiennachzug | Wie heißt der Zuzug naher Angehöriger zu bereits eingewanderten Personen? |
| Integration | Wie heißt gesellschaftliche Teilhabe in zentralen Lebensbereichen? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Migrationsbegriffe: Erstelle ein Schaubild, das Auswanderung, Zuwanderung, Flucht, Vertreibung und Arbeitsmigration mit eigenen Beispielen unterscheidet.
- Bildanalyse: Wähle eines der historischen Bilder aus diesem aiMOOC und beschreibe genau, was Du siehst. Trenne Beobachtung und Deutung.
- Migrationskarte: Zeichne eine Karte mit mindestens vier Wanderungsbewegungen, die im Lerntext vorkommen, und kennzeichne Ausgangs- und Zielräume.
- Zeitstrahl Migration: Gestalte einen Zeitstrahl mit sechs wichtigen Phasen der deutschen Migrationsgeschichte und ergänze jeweils einen kurzen erklärenden Satz.
Standard
- Migrationsbiografie: Führe ein freiwilliges Interview mit einer Person über Umzüge, Auswanderung oder Zuwanderung in ihrer Familiengeschichte. Frage nur nach Themen, über die die Person sprechen möchte, und anonymisiere sensible Angaben.
- Quellenvergleich: Vergleiche ein historisches Foto mit einem Zeitungsartikel oder einer Statistik zur gleichen Migrationsphase. Erkläre, welche Informationen jede Quelle liefert und welche nicht.
- Gastarbeiter und Vertragsarbeiter: Erstelle eine Vergleichstabelle zu Arbeitsmigration in Bundesrepublik und DDR. Untersuche Ziele, Aufenthaltsbedingungen, Familienleben und langfristige Folgen.
- Migration im Alltag: Dokumentiere in Deiner Umgebung Beispiele dafür, wie Migration Sprache, Essen, Vereine, Musik, Religion, Unternehmen oder Kultur beeinflusst hat. Stelle die Ergebnisse als Fotoreportage oder Podcast vor.
Schwer
- Migrationspolitik: Untersuche, wie sich staatliche Vorstellungen von zeitweiliger Arbeitsmigration zu dauerhafter Einwanderung verändert haben. Verwende mindestens drei historische Quellen.
- Erinnerungskultur: Entwickle ein Konzept für eine kleine Ausstellung zur lokalen Migrationsgeschichte. Plane Objekte, Bilder, Hörstationen und erklärende Texte.
- Kontroverse Migration: Analysiere zwei unterschiedliche politische oder mediale Positionen zu einer historischen Migrationsdebatte. Prüfe Argumente, Begriffe, Interessen und Quellenlage, ohne eine Position nur nach ihrer Lautstärke zu bewerten.
- Oral History: Plane ein kleines Forschungsprojekt mit mehreren lebensgeschichtlichen Interviews. Formuliere Forschungsfrage, Einverständniserklärung, Datenschutzregeln, Auswertungsmethode und eine Form der Veröffentlichung.


Lernkontrolle
- Ursachen und Folgen von Migration: Erkläre anhand zweier verschiedener Epochen, wie wirtschaftliche Bedingungen und politische Entscheidungen gemeinsam Wanderungsbewegungen beeinflussen können.
- Perspektivwechsel: Beschreibe dieselbe historische Wanderung einmal aus Sicht eines Auswandernden und einmal aus Sicht einer Person im Zielort. Zeige, warum beide Perspektiven unterschiedlich sein können.
- Bundesrepublik und DDR im Vergleich: Arbeite Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der Gastarbeiteranwerbung in der Bundesrepublik und der Vertragsarbeit in der DDR heraus. Beurteile anschließend, welche Folgen die jeweiligen politischen Ziele für das Alltagsleben der Betroffenen hatten.
- Anwerbestopp und Familiennachzug: Erkläre, warum ein Stopp der Arbeitskräfteanwerbung nicht automatisch zu weniger dauerhaft in Deutschland lebenden Menschen führte.
- Migration und gesellschaftlicher Wandel: Wähle einen Bereich wie Schule, Arbeitswelt, Sprache, Religion oder Kultur und zeige an einem historischen Beispiel, wie Migration diesen Bereich verändert hat.
- Quellenkritik Migration: Analysiere ein Foto oder einen statistischen Datensatz zur Migrationsgeschichte. Formuliere drei Aussagen, die sich sicher daraus ableiten lassen, und zwei Fragen, die die Quelle nicht beantworten kann.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen, dass Du historische Fakten nicht nur aufzählen, sondern miteinander verknüpfen kannst.
- Grundbegriffe Migration: Auswanderung, Zuwanderung, Flucht, Vertreibung, Arbeitsmigration, Familiennachzug und Integration sicher unterscheiden.
- Historische Phasen: Wichtige Entwicklungen vom 19. Jahrhundert über Nationalsozialismus, Nachkriegszeit, Gastarbeiteranwerbung, Vertragsarbeit und Wiedervereinigung bis ins 21. Jahrhundert zeitlich einordnen.
- Ursachenanalyse: Wirtschaftliche, politische, soziale und persönliche Gründe für Migration erklären.
- Folgenanalyse: Auswirkungen auf Arbeitswelt, Bevölkerung, Kultur, Politik und gesellschaftliche Teilhabe untersuchen.
- Vergleichskompetenz: Migrationspolitiken von Bundesrepublik und DDR vergleichen.
- Quellenkompetenz: Fotos, Statistiken, Verträge, Interviews und Medien kritisch auswerten.
- Urteilskompetenz: Historische Begriffe und politische Entscheidungen in ihrem jeweiligen Kontext beurteilen und zwischen belegter Aussage und eigener Wertung unterscheiden.
OERs zum Thema
Quellen und Vertiefung
- Bundeszentrale für politische Bildung: Geschichte der Migration in Deutschland
- Bundeszentrale für politische Bildung: Geschichte der Migration nach und aus Deutschland
- Wikimedia Commons: Medien zur Gastarbeitergeschichte
- Wikimedia Commons: Medien zu Vertragsarbeit in der DDR
- Wikimedia Commons: Medien zur Auswanderung aus Deutschland
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