Mehrsprachiges Baden-Württemberg

Mehrsprachiges Baden-Württemberg
Einleitung
Mehrsprachiges Baden-Württemberg bedeutet: Menschen nutzen im Alltag unterschiedliche Sprachen, Dialekte, Gebärdensprachen und sprachliche Register. Manche sprechen zu Hause eine andere Sprache als in der Schule oder im Beruf. Andere lernen Fremdsprachen, wechseln zwischen Dialekt und Standardsprache oder kommunizieren zusätzlich in Deutscher Gebärdensprache. Mehrsprachigkeit ist deshalb nicht nur ein Thema von Migration. Sie gehört zu vielen Biografien und Lebensbereichen.

Baden-Württemberg ist durch Zuwanderung, internationale Unternehmen, Hochschulen, Tourismus, Grenzräume zu Frankreich und zur Schweiz sowie eine lange Dialekttradition sprachlich vielfältig. Nach Angaben des Statistischen Landesamts hatten 2024 rund 3,55 Millionen von 11,2 Millionen Menschen im Land eine Einwanderungsgeschichte. Das war knapp ein Drittel der Bevölkerung.[1] Diese Zahl sagt aber nicht automatisch, welche Sprachen Menschen sprechen. Nicht jeder Mensch mit Einwanderungsgeschichte ist mehrsprachig, und nicht jeder mehrsprachige Mensch hat eine Einwanderungsgeschichte.
Eine Auswertung des Mikrozensus für 2022 zeigt, wie vielfältig der Sprachgebrauch zu Hause sein kann: Von den rund 4,1 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in Baden-Württemberg sprachen 30 Prozent zu Hause ausschließlich Deutsch. Viele andere nutzten Deutsch gemeinsam mit mindestens einer weiteren Sprache; weitere Personen sprachen zu Hause überwiegend oder ausschließlich eine andere Sprache.[2]

In diesem aiMOOC erfährst Du, wie Sprachen in Schule, Beruf und Gesellschaft als Ressource genutzt werden können. Dabei geht es nicht darum, Deutsch weniger wichtig zu machen. Gute Deutschkenntnisse sind für Bildung, Ausbildung, Beruf und gesellschaftliche Teilhabe wichtig. Gleichzeitig können andere Sprachen beim Lernen, Denken, Erklären, Übersetzen, Kontakteknüpfen und Verstehen helfen.
Was ist Mehrsprachigkeit?
Mehrsprachigkeit bedeutet, dass ein Mensch oder eine Gemeinschaft mehr als eine Sprache verwendet. Dabei muss niemand alle Sprachen gleich gut beherrschen. Du kannst zum Beispiel eine Sprache besonders gut sprechen, eine andere gut lesen und eine dritte vor allem verstehen. Sprachkenntnisse verändern sich außerdem im Laufe des Lebens.
Zur persönlichen Mehrsprachigkeit können gehören:
- Familiensprache: Eine Sprache, die in der Familie oder mit vertrauten Personen verwendet wird.
- Erstsprache: Eine Sprache, die ein Mensch früh im Leben erwirbt.
- Zweitsprache: Eine Sprache, die zusätzlich zur Erstsprache in der Umgebung wichtig ist.
- Fremdsprache: Eine Sprache, die gezielt gelernt wird, zum Beispiel Englisch, Französisch oder Spanisch.
- Dialekt: Eine regionale Sprachform, etwa Schwäbisch oder Alemannisch.
- Gebärdensprache: Eine eigenständige visuell-räumliche Sprache, zum Beispiel Deutsche Gebärdensprache.
- Register: Unterschiedliche Arten zu sprechen oder zu schreiben, etwa Alltagssprache, Bildungssprache oder Fachsprache.
Mehrsprachigkeit ist deshalb mehr als „mehrere Fremdsprachen können“. Auch der Wechsel zwischen Dialekt, Standardsprache, Fachsprache und anderen Sprachen gehört zu einer vielfältigen Sprachbiografie.

Sprachen als Ressource
Eine Ressource ist etwas, das Dir beim Handeln, Lernen oder Problemlösen hilft. Sprachen können eine solche Ressource sein. Wenn Du ein schwieriges Thema zuerst in einer vertrauten Sprache durchdenkst und danach auf Deutsch erklärst, nutzt Du vorhandenes Wissen. Wenn Du Gemeinsamkeiten zwischen Wörtern in verschiedenen Sprachen erkennst, trainierst Du Sprachbewusstsein. Wenn Du für andere eine Information sinngemäß überträgst, übst Du Sprachmittlung.
Im aktuellen baden-württembergischen Bildungsplan für moderne Fremdsprachen wird die plurilinguale Sprachbiografie ausdrücklich berücksichtigt. Dazu zählen zum Beispiel Herkunftssprachen, bereits gelernte Sprachen, Dialekte und Register. Auch Sprachmittlung wird als wichtige kommunikative Kompetenz beschrieben.[3]
Mehrsprachigkeit in der Schule
In einer Schule treffen viele Sprachbiografien aufeinander. Unterricht kann diese Vielfalt nutzen, ohne das gemeinsame Lernen auf Deutsch aufzugeben. Ein sinnvoller Ansatz ist: Deutsch als gemeinsame Bildungs- und Unterrichtssprache stärken und vorhandene Sprachen gezielt als Lernhilfe einbeziehen.
Das kann zum Beispiel so aussehen: Ein Begriff wird in mehreren Sprachen verglichen, Lernende erstellen ein mehrsprachiges Glossar, erklären sich gegenseitig Inhalte, untersuchen unterschiedliche Schriftsysteme oder übertragen eine Information adressatengerecht von einer Sprache in eine andere. Im Bildungsplan Baden-Württemberg wird Mehrsprachigkeit an mehreren Stellen ausdrücklich als Chance für Sprachlernen und Teilhabe verstanden.[4]
Von der Kita bis zur Hochschule
Sprachen können in jeder Altersgruppe eine Rolle spielen.
| Lebensphase | Wie Sprachen zur Ressource werden können |
|---|---|
| Kita und frühe Kindheit | Bilderbücher, Lieder, Gespräche und Familiensprachen stärken Wortschatz, Beziehung und Interesse an Sprache. |
| Grundschule | Sprachvergleiche, Begrüßungen, Reime und mehrsprachige Wortschatzsammlungen machen Strukturen sichtbar. |
| Sekundarstufe | Sprachmittlung, Fremdsprachen, Fachsprache und bewusster Sprachvergleich unterstützen komplexeres Lernen. |
| Ausbildung | Berufsbezogene Fachsprache wird mit bereits vorhandenen Sprachkenntnissen verbunden. |
| Hochschule | Wissenschaftssprache, internationale Fachliteratur und Austausch mit Menschen aus anderen Ländern werden wichtig. |
| Erwachsenenbildung | Sprachen helfen bei Weiterbildung, Arbeit, Alltag, Familie und gesellschaftlicher Beteiligung. |
| Höheres Lebensalter | Vertraute Sprachen können für Biografiearbeit, soziale Kontakte und verständliche Kommunikation bedeutsam sein. |
Familiensprachen wertschätzen
Eine Familiensprache kann für Gefühle, Erinnerungen, Beziehungen und Wissen besonders wichtig sein. Kinder müssen ihre Familiensprache nicht aufgeben, um gut Deutsch zu lernen. Entscheidend sind viele gute Gelegenheiten für sprachliche Interaktion: zuhören, erzählen, lesen, erklären, fragen und schreiben.
Eine wertschätzende Schule vermeidet Sätze wie „Hier darfst Du nur diese Sprache sprechen“, wenn dafür kein sachlicher Grund besteht. Gleichzeitig kann es Situationen geben, in denen eine gemeinsame Sprache nötig ist, damit alle verstehen können. Gute Sprachbildung verbindet deshalb Teilhabe und sprachliche Vielfalt.
Mehrsprachigkeit im Beruf
In vielen Berufen können Sprachkenntnisse praktisch nützlich sein. Das gilt zum Beispiel für Handel, Handwerk, Industrie, Pflege, Medizin, Tourismus, Verwaltung, Bildung, Sozialarbeit, Wissenschaft und internationale Zusammenarbeit. Mehrsprachige Beschäftigte können Kontakte erleichtern, Informationen verständlicher machen oder kulturell unterschiedliche Kommunikationsgewohnheiten erkennen.
Sprachkenntnisse allein ersetzen aber keine Fachkompetenz. Wer etwa in Medizin, Recht oder Verwaltung wichtige Inhalte überträgt, muss sehr genau arbeiten. Bei Entscheidungen mit rechtlichen oder gesundheitlichen Folgen können professionelle Dolmetsch- oder Übersetzungsangebote notwendig sein.
Fachsprache und Sprachmittlung
Im Beruf wechseln Menschen häufig zwischen verschiedenen Sprachformen. Ein Pflegebericht klingt anders als ein Gespräch mit Angehörigen. Eine technische Anleitung verwendet andere Wörter als ein Kundengespräch. Wer solche Wechsel beherrscht, besitzt kommunikative Kompetenz.
Sprachmittlung bedeutet nicht immer, Wort für Wort zu übersetzen. Oft sollst Du den Sinn einer Information so erklären, dass eine andere Person sie versteht. Dazu musst Du auswählen, vereinfachen, erläutern und auf die Situation achten.
Mehrsprachigkeit in der Gesellschaft
Sprachliche Vielfalt begegnet Dir auf Bahnhöfen, in Behörden, Bibliotheken, Vereinen, Krankenhäusern, Geschäften, Kulturveranstaltungen und im Internet. Mehrsprachige Informationen können Menschen helfen, wichtige Angebote zu verstehen. Bilder, Leichte Sprache, Gebärdensprache und Übersetzungen können zusätzlich Barrieren abbauen.

Ein Beispiel aus Stuttgart zeigt: Mehrsprachigkeit kann im öffentlichen Raum ganz praktisch sichtbar werden. Sprache ist hier nicht nur ein Unterrichtsgegenstand, sondern ein Werkzeug für Orientierung und Verständigung.
Gebärdensprachen gehören zur Sprachenvielfalt
Deutsche Gebärdensprache ist eine eigenständige Sprache. Sie besitzt eine eigene Grammatik und nutzt unter anderem Handformen, Bewegungen, Gesichtsausdruck und Körperhaltung. Das Fingeralphabet ist nur ein Hilfsmittel innerhalb der gebärdensprachlichen Kommunikation und nicht die gesamte Gebärdensprache.

Wenn über Mehrsprachigkeit gesprochen wird, sollten deshalb nicht nur gesprochene Sprachen berücksichtigt werden. Auch Gebärdensprachen gehören zu sprachlicher Vielfalt und gesellschaftlicher Teilhabe.
Dialekte, Standardsprache und Register
Baden-Württemberg ist auch durch Dialekte geprägt. Dazu gehören unter anderem alemannische, schwäbische und fränkische Varietäten. Ein Dialekt ist kein „falsches Deutsch“. Er hat eigene sprachliche Regeln und kann für regionale Identität wichtig sein. Gleichzeitig ist die Standardsprache in Schule, Ausbildung, Verwaltung und vielen beruflichen Situationen notwendig.
Sprachlich kompetent zu sein bedeutet deshalb oft, situationsgerecht wechseln zu können: zwischen Dialekt und Standardsprache, zwischen Alltagssprache und Fachsprache oder zwischen mehreren Sprachen.
Chancen und Herausforderungen
Mehrsprachigkeit kann Lernen, Beziehungen und berufliche Möglichkeiten erweitern. Sie kann aber auch zu Missverständnissen oder Ausgrenzung führen, wenn Menschen wegen ihrer Sprache abgewertet werden. Manche Sprachen besitzen in einer Gesellschaft mehr Prestige als andere. Eine ressourcenorientierte Sicht versucht deshalb, sprachliche Fähigkeiten nicht vorschnell nach „wertvoll“ und „weniger wertvoll“ zu ordnen.
Gleichzeitig braucht Mehrsprachigkeit Unterstützung. Lernende benötigen Zeit, gute Sprachvorbilder, passende Materialien und Möglichkeiten zum Sprechen, Lesen, Schreiben und Nachfragen. Eine Sprache entwickelt sich nicht allein dadurch, dass sie im Umfeld vorkommt.
Digitale Übersetzung und KI
Digitale Übersetzungsprogramme und Künstliche Intelligenz können mehrsprachige Kommunikation erleichtern. Sie können Wörter erklären, Texte vorübersetzen oder Formulierungen vergleichen. Ergebnisse müssen aber geprüft werden. Fachbegriffe, Ironie, Dialekte oder kulturelle Bedeutungen können falsch übertragen werden. Bei vertraulichen Daten solltest Du außerdem auf Datenschutz achten.
Eine gute Regel lautet: Technik kann Sprachkompetenz unterstützen, aber Verantwortung nicht vollständig übernehmen.
Sprachbiografie: Welche Sprachen gehören zu Dir?
Jeder Mensch hat eine eigene Sprachgeschichte. Du kannst sie als Sprachbiografie untersuchen. Frage Dich: Welche Sprachen oder Dialekte hast Du zuerst gehört? Welche nutzt Du mit Familie, Freunden, in der Schule oder im Beruf? Welche verstehst Du besser, als Du sie sprichst? Welche möchtest Du noch lernen?
Eine Sprachbiografie macht sichtbar, dass Sprachkompetenz nicht nur aus Schulnoten besteht. Auch Zuhören, Vermitteln, Dialektkenntnisse, Fachsprache oder das Verstehen verschiedener Schriftsysteme können Fähigkeiten sein.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was bedeutet Mehrsprachigkeit? (Mehr als eine Sprache oder Sprachform zu verwenden) (!Nur perfekte Fremdsprachenkenntnisse zu besitzen) (!Nur zu Hause Deutsch zu sprechen) (!Möglichst viele Wörter auswendig zu lernen)
Welche Aussage beschreibt Sprachen als Ressource? (Vorhandene Sprachkenntnisse können beim Lernen und Verstehen helfen) (!Andere Sprachen stören grundsätzlich beim Deutschlernen) (!Nur Englisch ist im Beruf nützlich) (!Dialekte haben keine sprachlichen Regeln)
Welche Sprachform kann zu einer Sprachbiografie gehören? (Ein Dialekt) (!Eine Postleitzahl) (!Eine Rechenart) (!Ein Stundenplan)
Was ist Sprachmittlung? (Inhalte adressatengerecht zwischen Sprachen oder Sprachformen vermitteln) (!Wörter immer buchstabengetreu kopieren) (!Nur Grammatikregeln aufsagen) (!Eine Sprache durch Zahlen ersetzen)
Welche Aussage zu Familiensprachen ist richtig? (Sie können Beziehungen, Wissen und Sprachlernen unterstützen) (!Sie müssen beim Schuleintritt aufgegeben werden) (!Sie sind nur für kleine Kinder wichtig) (!Sie dürfen nie im Unterricht vorkommen)
Welche Aussage zur Deutschen Gebärdensprache ist richtig? (Sie ist eine eigenständige Sprache) (!Sie besteht nur aus dem Fingeralphabet) (!Sie ist eine vereinfachte Form des Deutschen) (!Sie wird ausschließlich schriftlich verwendet)
Warum ist Standardsprache wichtig? (Sie erleichtert gemeinsame Kommunikation in vielen Bildungs- und Berufssituationen) (!Sie macht alle Dialekte überflüssig) (!Sie darf nur in Behörden verwendet werden) (!Sie ersetzt jede andere Sprache im Alltag)
Was kann Mehrsprachigkeit im Beruf leisten? (Sie kann Kommunikation mit unterschiedlichen Menschen erleichtern) (!Sie ersetzt jede berufliche Qualifikation) (!Sie macht Fachsprache unnötig) (!Sie verhindert Missverständnisse automatisch)
Wie sollten digitale Übersetzungen genutzt werden? (Ergebnisse prüfen und Datenschutz beachten) (!Jede Übersetzung ungeprüft übernehmen) (!Nur bei einzelnen Wörtern auf Genauigkeit achten) (!Vertrauliche Daten immer vollständig eingeben)
Welche Haltung passt zu einer ressourcenorientierten Sprachbildung? (Sprachliche Fähigkeiten wahrnehmen und gezielt weiterentwickeln) (!Sprachen nach ihrem gesellschaftlichen Prestige bewerten) (!Nur Fehler zählen) (!Alle Menschen müssen dieselbe Sprachbiografie haben)
Memory
| Mehrsprachigkeit | Nutzung mehrerer Sprachen oder Sprachformen |
| Familiensprache | Sprache im vertrauten familiären Umfeld |
| Sprachmittlung | Sinn zwischen Sprachen oder Registern vermitteln |
| Fachsprache | Beruflich oder wissenschaftlich geprägter Wortschatz |
| Gebärdensprache | Visuell-räumliche natürliche Sprache |
| Dialekt | Regional geprägte Sprachvarietät |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Bedeutung |
|---|---|
| Sprachbiografie | Persönliche Geschichte mit Sprachen und Sprachformen |
| Teilhabe | Mitmachen und Zugang zu gesellschaftlichen Bereichen |
| Register | Sprachform passend zu Situation und Zielgruppe |
| Standardsprache | Überregional verwendete und normierte Sprachform |
| Dolmetschen | Mündliches Übertragen zwischen Sprachen |
Kreuzworträtsel
| Mehrsprachigkeit | Wie nennt man die Nutzung mehrerer Sprachen oder Sprachformen? |
| Dialekt | Wie heißt eine regional geprägte Sprachvarietät? |
| Gebärdensprache | Welche Sprachform nutzt Hände, Mimik und Körperbewegungen? |
| Sprachmittlung | Wie heißt das adressatengerechte Übertragen von Inhalten? |
| Familiensprache | Wie heißt eine Sprache, die im familiären Umfeld genutzt wird? |
| Teilhabe | Wie heißt die Möglichkeit, gesellschaftlich mitzumachen? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Sprachenporträt: Zeichne eine Figur und ordne Deinen Sprachen, Dialekten oder Registern verschiedene Körperbereiche zu. Erkläre Deine Wahl.
- Sprachen im Alltag: Fotografiere oder notiere fünf Beispiele für Mehrsprachigkeit in Deiner Umgebung und beschreibe ihre Funktion.
- Wörtervergleich: Wähle fünf Alltagswörter und vergleiche sie in mindestens drei Sprachen oder Dialekten.
- Familieninterview: Frage eine Person aus Deiner Familie oder Deinem Umfeld, welche Sprachen sie wann verwendet und warum.
Standard
- Mehrsprachiger Schulrundgang: Untersuche, welche Sprachen an Deiner Schule, Ausbildungsstätte oder Hochschule sichtbar sind, und schlage zwei Verbesserungen vor.
- Berufssprache: Wähle einen Beruf und sammle zehn wichtige Fachbegriffe. Prüfe, wie sie in einer weiteren Sprache erklärt werden können.
- Sprachmittlung im Rollenspiel: Entwickle eine Alltagssituation, in der Informationen zwischen zwei Sprachen oder Registern vermittelt werden müssen, und spiele sie in einer Gruppe nach.
- Mini-Video: Produziere ein kurzes Erklärvideo mit dem Titel „Sprachen sind eine Ressource“ und nutze mindestens zwei konkrete Beispiele.
Schwer
- Sprachlandschaft untersuchen: Dokumentiere mehrsprachige Schilder in einem Ortsteil und analysiere, welche Zielgruppen angesprochen werden und welche fehlen.
- Datenanalyse Mehrsprachigkeit: Suche aktuelle Daten des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg und erkläre, was sie über Sprache aussagen und was nicht.
- Sprachkonzept entwerfen: Entwickle für eine Schule, einen Betrieb oder einen Verein ein Konzept, das Deutschförderung und Wertschätzung weiterer Sprachen verbindet.
- Expertengespräch: Interviewe eine Lehrkraft, Erzieherin, einen Ausbilder, Dolmetscher oder eine Fachkraft aus Verwaltung, Pflege oder Wirtschaft über Chancen und Grenzen von Mehrsprachigkeit.


Lernkontrolle
- Sprachressourcen analysieren: Eine neue Schülerin spricht zu Hause Arabisch, versteht Deutsch gut und lernt Englisch. Entwickle drei Möglichkeiten, wie ihre Sprachkenntnisse im Unterricht genutzt werden können, ohne andere auszuschließen.
- Berufliche Kommunikation beurteilen: In einem Betrieb übersetzt ein mehrsprachiger Mitarbeiter spontan sicherheitsrelevante Informationen. Erkläre, wann das hilfreich ist und wann professionelle Sprachmittlung nötig sein kann.
- Sprachwahl begründen: Vergleiche eine Unterhaltung mit Freunden, ein Bewerbungsgespräch und einen Pflegebericht. Begründe, warum unterschiedliche Register oder Sprachen sinnvoll sein können.
- Digitale Übersetzung bewerten: Eine KI übersetzt einen medizinischen Hinweis. Entwickle Kriterien, mit denen Du die Übersetzung auf Verlässlichkeit, Verständlichkeit und Datenschutz prüfst.
- Teilhabe gestalten: Entwirf eine mehrsprachige Information für eine öffentliche Einrichtung. Begründe, welche Sprachen, Symbole und sprachlichen Niveaus Du auswählst.
- Sprachliche Vielfalt reflektieren: Erkläre an einem eigenen Beispiel, warum die Aussage „Eine gemeinsame Sprache und Mehrsprachigkeit schließen sich aus“ zu kurz greift.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du Zusammenhänge erklären und auf neue Situationen übertragen kannst.
- Mehrsprachigkeit erklären: Du kannst Mehrsprachigkeit von Fremdsprachenlernen unterscheiden und verschiedene Formen nennen.
- Sprachbiografie reflektieren: Du kannst beschreiben, wie Sprachen, Dialekte und Register in einer Biografie zusammenwirken.
- Schule analysieren: Du kannst zeigen, wie Deutschförderung und Mehrsprachigkeit miteinander verbunden werden können.
- Beruf beurteilen: Du kannst Chancen und Grenzen mehrsprachiger Kommunikation in beruflichen Situationen erläutern.
- Gesellschaftliche Teilhabe: Du kannst erklären, warum verständliche und mehrsprachige Kommunikation Zugänge erleichtern kann.
- Sprachmittlung anwenden: Du kannst Informationen adressatengerecht erklären oder zwischen Sprachen und Registern übertragen.
- Medienkompetenz: Du kannst digitale Übersetzungen kritisch prüfen und Datenschutz berücksichtigen.
OERs zum Thema
Der Wikipedia-Artikel zu Mehrsprachigkeit bietet einen weiterführenden Überblick.
Quellen
- ↑ Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Anteil der Bevölkerung mit Einwanderungsgeschichte in Baden-Württemberg gestiegen, 23.05.2025.
- ↑ Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: 30 % der Menschen mit Migrationshintergrund sprechen zu Hause ausschließlich Deutsch, 26.09.2023.
- ↑ Bildungsplan Baden-Württemberg: Spanisch als dritte Fremdsprache, überarbeitete Fassung vom 21.05.2026.
- ↑ Bildungsplan Baden-Württemberg: Deutsch – Sprachentwicklung im Kontext der Mehrsprachigkeit.
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