Zum Inhalt springen

Material, Werkzeuge und Hilfsmittel bereitstellen - Schmied 1

Aus MOOCsWiki Staging

Material, Werkzeuge und Hilfsmittel bereitstellen - Schmied 1




Einleitung

Dieser aiMOOC behandelt das fachgerechte Bereitstellen von Material, Werkzeugen und Hilfsmitteln für Schmiedearbeiten. Er richtet sich an Auszubildende in der Berufsausbildung, besonders an angehende Metallbauerinnen und Metallbauer der Fachrichtung Metallgestaltung sowie an Lernende in verwandten Bereichen der Metalltechnik. Im Mittelpunkt steht nicht das eigentliche Schmieden, sondern die sichere, vollständige und auftragsbezogene Vorbereitung des Arbeitsplatzes.

Eine gute Vorbereitung verhindert Materialverwechslungen, Werkzeugschäden, unnötige Wege, Qualitätsmängel und Unfälle. Du lernst deshalb, einen Arbeitsauftrag auszuwerten, geeignete Werkstoffe und Halbzeuge auszuwählen, Schmiedewerkzeuge zu prüfen, Hilfsmittel sinnvoll anzuordnen und den Arbeitsplatz unter Beachtung von Arbeitssicherheit, Brandschutz und Ergonomie freizugeben.


Lernziele

Nach der Bearbeitung dieses Lernkurses kannst Du Material, Werkzeuge und Hilfsmittel anhand eines Arbeitsauftrags auswählen, fachsprachlich benennen, auf Verwendbarkeit prüfen und in einer zweckmäßigen Reihenfolge bereitstellen. Du kannst außerdem typische Mängel erkennen, ungeeignete Arbeitsmittel sperren und begründen, warum Ordnung, Kennzeichnung, sichere Verkehrswege und eine passende Persönliche Schutzausrüstung zur Arbeitsvorbereitung gehören.


Fachliche Grundlagen


Was bedeutet Bereitstellen?

Bereitstellen ist ein geplanter Teil des Arbeitsprozesses. Es bedeutet, alle für einen Auftrag notwendigen Werkstoffe, Betriebsstoffe, Werkzeuge, Prüfmittel und Hilfsmittel rechtzeitig, vollständig, geprüft und am richtigen Ort verfügbar zu machen. Bereitstellen ist daher mehr als das Ablegen eines Hammers neben dem Amboss. Erst wenn Identität, Zustand, Menge, Eignung und sichere Anordnung geklärt sind, ist der Arbeitsplatz einsatzbereit.

Der Arbeitsauftrag gibt vor, welches Bauteil hergestellt werden soll, aus welchem Werkstoff es besteht, welche Maße und Toleranzen gelten, welche Arbeitsschritte geplant sind und welche Oberflächen- oder Wärmebehandlung folgen kann. Auch notwendige Zuschläge für Zunder, Trennen, Richten oder Nacharbeit können vorgegeben sein. Bei Unklarheiten darfst Du nicht raten. Du klärst offene Punkte mit der ausbildenden oder verantwortlichen Fachkraft.


Material, Betriebsstoffe und Hilfsmittel unterscheiden

Begriff Bedeutung im Schmiedebereich Beispiele
Werkstoff und Halbzeug Das Material wird zum Werkstück oder Bauteil verarbeitet. Werkstoffbezeichnung, Abmessung und Zustand müssen zum Auftrag passen. Rundstahl, Vierkantstahl, Flachstahl, Profilstahl, Blech, Rohling
Betriebsstoff Der Stoff wird für den Betrieb einer Anlage oder für den Prozess benötigt, ist aber normalerweise kein Bestandteil des fertigen Schmiedeteils. Schmiedekohle, Koks, Holzkohle, Brenngas, zugelassenes Abschreckmedium
Werkzeug Das Werkzeug hält, formt, trennt, locht, misst oder prüft das Werkstück. Schmiedehammer, Schmiedezange, Abschrot, Lochdorn, Schablone, Messschieber
Hilfsmittel und Arbeitsmittel Diese Mittel unterstützen Transport, Kennzeichnung, Ablage, Ordnung, Brandschutz oder Ergonomie. Materialständer, Transportwagen, Ablagebock, Zangenständer, Kennzeichnungsschild, Hebehilfe

Die Abgrenzung kann im betrieblichen Sprachgebrauch unterschiedlich sein. Entscheidend ist, dass Du die Funktion eines Gegenstands kennst und ihn nach betrieblichen Vorgaben richtig auswählst und einsetzt.


Arbeitsauftrag auswerten

Vor der Materialausgabe und Werkzeugauswahl prüfst Du Zeichnung, Skizze, Arbeitsplan oder mündlichen Auftrag. Wichtige Angaben sind die Werkstoffbezeichnung, Ausgangsabmessungen, Stückzahl, Fertigmaße, Bearbeitungsfolge, Wärmeführung, Prüfmerkmale und der vorgesehene Arbeitsplatz. Zuschläge werden nicht geschätzt, sondern aus Arbeitsunterlagen, betrieblichen Erfahrungswerten oder einer Anweisung übernommen.

Eine sinnvolle Leitfrage lautet: Was muss bereitstehen, damit der Auftrag ohne Materialverwechslung, Werkzeugwechsel unter Zeitdruck und gefährliche Improvisation ausgeführt werden kann?


Werkstoff eindeutig auswählen

Für Schmiedearbeiten wird häufig schmiedbarer Stahl als Stab, Profil oder Rohling bereitgestellt. Nicht jeder Stahl verhält sich beim Erwärmen, Umformen, Härten oder Schweißen gleich. Deshalb vergleichst Du die Kennzeichnung am Lagerplatz oder Materialbund mit dem Arbeitsauftrag. Bei rückverfolgungspflichtigen Aufträgen müssen Chargen- oder Schmelzennummern erhalten bleiben.

Unbekanntes oder unleserlich gekennzeichnetes Material darf nicht eigenmächtig verwendet werden. Beschichtete, verzinkte, lackierte oder verunreinigte Werkstücke dürfen nicht ohne festgelegtes Verfahren in die Schmiedeesse gelangen, weil beim Erhitzen gesundheitsschädliche Dämpfe entstehen können. Material wird trocken, sauber getrennt, gegen Wegrollen gesichert und so abgelegt, dass Querschnitt und Kennzeichnung erkennbar bleiben.


Materialmenge und Abmessungen bestimmen

Du vergleichst die benötigte Ausgangslänge und den Querschnitt mit dem Arbeitsplan. Dabei werden Stückzahl, Bearbeitungszugaben und ein möglicher Probestab berücksichtigt. Vor dem Bereitstellen kontrollierst Du das Halbzeug auf Risse, starke Korrosion, Verformungen, Einschlüsse, scharfe Grate oder andere erkennbare Schäden. Fehlerhaftes Material wird gekennzeichnet und getrennt abgelegt.


Schmiedefeuer und Erwärmungseinrichtung vorbereiten

Die Esse erwärmt den Werkstoff auf die für das Verfahren vorgesehene Temperatur. Je nach Betrieb werden Kohle-, Koks-, Holzkohle- oder Gasessen eingesetzt. Vor der Benutzung werden Feuerraum, Luftzufuhr, Brenner, Leitungen, Armaturen, Absaugung und Abgasführung nach Betriebsanweisung kontrolliert. Brennstoffe werden nur in zugelassener Menge und an den vorgesehenen Orten bereitgestellt.

Bei einer Gasesse gehören die Sichtprüfung von Schlauchleitungen, Anschlüssen und Absperreinrichtungen sowie die freie Zugänglichkeit der Abschaltung zur Vorbereitung. Bei einer Festbrennstoffesse werden unter anderem Herd, Düse, Luftzufuhr und Brennstoffzustand geprüft. Zünd- und Abschaltfolge richten sich immer nach der Betriebsanweisung. Eigenmächtige Umbauten oder provisorische Anschlüsse sind unzulässig.


Amboss und feste Arbeitsplätze

Der Amboss ist die zentrale Unterlage beim manuellen Freiformschmieden. Er muss standsicher, in geeigneter Arbeitshöhe und sicher auf seinem Unterbau befestigt sein. Die Ambossbahn dient als Hauptarbeitsfläche. Hörner werden zum Biegen und Formen genutzt. Das Vierkantloch oder die Gesenkaufnahme nimmt Einsteckwerkzeuge wie Abschrot, Biegegabel oder Untergesenk auf. Ein Rundloch kann das Lochen oder Durchtreiben unterstützen.

Vor Arbeitsbeginn prüfst Du, ob Amboss und Unterbau fest stehen, die Bahn frei von losen Teilen ist und Einsteckwerkzeuge spielfrei sowie passend eingesetzt werden können. Werkzeuge dürfen nicht lose auf der Ambossbahn liegen, wenn geschlagen wird. Der Flaschenschraubstock wird für robuste Spann- und Biegearbeiten genutzt; auch er muss fest verankert und frei von Rissen oder beschädigten Spindelteilen sein.


Hämmer auswählen und prüfen

Die Hammerform und Hammermasse richten sich nach Werkstückgröße, Arbeitsschritt, Werkstoffzustand und Arbeitsweise. Ein leichter Handhammer eignet sich für kontrollierte Formgebung, ein schwererer Schmiedehammer für kräftigere Umformung. Setzhammer, Kehlhammer, Spalthammer, Lochhammer oder Zuschlaghammer erfüllen spezielle Aufgaben. Ein Vorschlaghammer darf nur in einer abgestimmten Arbeitsweise und mit ausreichend freiem Schlagraum eingesetzt werden.

Vor dem Bereitstellen kontrollierst Du:

  1. Hammerkopf: Er sitzt fest, weist keine Risse auf und hat keine gefährlich ausgebrochenen Kanten.
  2. Bahn und Finne: Sie sind für die Aufgabe geeignet und frei von scharfem Grat oder unzulässiger Pilzbildung.
  3. Stiel: Er ist trocken, fest eingestielt, nicht gespalten und nicht notdürftig repariert.
  4. Griffbereich: Er ist sauber und bietet sicheren Halt.

Ein beschädigter Hammer wird aus dem Arbeitsbereich entfernt, gegen Benutzung gekennzeichnet und gemeldet. Zeitdruck ist kein Grund, ein mangelhaftes Werkzeug einzusetzen.


Maschinenhammer und Schmiedepresse

Maschinelles Schmieden darf nur an freigegebenen Anlagen und durch unterwiesene Personen erfolgen. Zur Vorbereitung gehören geeignete Gesenke, sichere Werkzeugbefestigung, funktionsfähige Schutzeinrichtungen, Not-Halt, Fußbetätigung oder Zweihandbedienung nach Maschinenkonzept sowie ein freier Gefahrenbereich. Werkstücke, Zangen und Ablagen müssen zur Maschine passen. Der Werkzeugeinbauraum darf nur nach vorgeschriebener Sicherung betreten werden.


Schmiedezangen auswählen und bereitstellen

Die Schmiedezange hält das heiße Werkstück. Ihre Auswahl ist eine Sicherheitsentscheidung. Das Zangenmaul muss zum Querschnitt und zur Form des Werkstücks passen. Flachmaul-, Rundmaul-, V-Maul- oder Wolfsmaulzangen sind Beispiele für unterschiedliche Greifaufgaben. Das Zangenauge bildet den Gelenkpunkt, die Schenkel übertragen die Handkraft.

Eine geeignete Zange hält das Werkstück formschlüssig und kontrollierbar, ohne dass die Hand unnötig nahe an die Wärmequelle kommt. Vor der Verwendung prüfst Du Maulform, Gelenk, Niet, Schenkel, Ausrichtung und mögliche Risse. Die Zange muss sich bewegen lassen, darf aber kein gefährliches Spiel haben. Ein Zangenring kann die Schenkel sichern, ersetzt jedoch kein passendes Zangenmaul.


Form-, Trenn- und Lochwerkzeuge

Für einzelne Schmiedeoperationen werden weitere Werkzeuge bereitgestellt. Ein Abschrot trennt warmes Material. Ein Lochdorn oder Lochhammer erzeugt beziehungsweise erweitert Öffnungen. Dorne kalibrieren und formen Löcher. Ober- und Untergesenke formen bestimmte Radien oder Querschnitte. Eine Biegegabel unterstützt kontrollierte Biegungen. Setzwerkzeuge übertragen gezielte Schläge auf eine begrenzte Fläche.

Bei Schlagwerkzeugen prüfst Du besonders Schlagköpfe, Schneiden, Schäfte und Rissfreiheit. Aufgepilzte Schlagköpfe können absplittern und müssen fachgerecht instand gesetzt oder ausgesondert werden. Werkzeuge für Warmarbeit müssen für diesen Einsatz vorgesehen sein. Schneidwerkzeuge werden so bereitgelegt, dass ihre Schneiden geschützt sind und niemand hineingreifen kann.


Mess-, Prüf- und Kennzeichnungsmittel

Auch beim Freiformschmieden wird nicht nur nach Augenmaß gearbeitet. Je nach Auftrag werden Stahlmaß, Messschieber, Winkel, Radiuslehre, Grenzlehre, Schablone oder Anreißmittel benötigt. Messmittel werden sauber, funktionsfähig und außerhalb des Funken- und Zunderbereichs abgelegt. Präzisionsmessmittel dürfen nicht auf heißen Werkstücken verwendet werden.

Schablonen und Lehren verkürzen Prüfzeiten und unterstützen gleichmäßige Wiederholungen. Sie müssen eindeutig beschriftet sein und dürfen nicht mit ähnlichen Ausführungen verwechselt werden. Für heißes Material werden gut sichtbare Ablage- und Warnkennzeichnungen bereitgestellt. Die Farbe eines Werkstücks allein ist kein zuverlässiger Hinweis darauf, ob es berührbar ist.


Hilfsmittel, Ordnung und Materialfluss

Hilfsmittel sorgen dafür, dass Material, Werkzeuge und Werkstücke sicher bewegt und geordnet werden. Dazu zählen Materialständer, Ablageböcke, Zangenhalter, Werkzeugwagen, Hebezeuge, Transportwagen, feuerfeste Ablagen, Behälter für Zunder sowie Kennzeichnungsmittel. Lange Stäbe müssen gegen Wegrollen, Kippen und unbeabsichtigtes Ausschwenken gesichert werden.

Der Arbeitsplatz wird nach der geplanten Arbeitsfolge eingerichtet. Häufig benötigte Werkzeuge liegen gut erreichbar, aber nicht im Schlagweg. Heiße und kalte Werkstücke erhalten getrennte, eindeutig gekennzeichnete Ablageplätze. Verkehrswege, Fluchtwege, Feuerlöscheinrichtungen und Absperrventile bleiben frei.


Persönliche Schutzausrüstung und Arbeitsschutz

Die notwendige Persönliche Schutzausrüstung ergibt sich aus Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung und Unterweisung. Typisch sind geeigneter Augen- oder Gesichtsschutz, Sicherheitsschuhe, enganliegende schwer entflammbare Arbeitskleidung und je nach Lärmbelastung Gehörschutz. Geeignete trockene Hitzeschutzhandschuhe können für festgelegte Tätigkeiten erforderlich sein; sie ersetzen jedoch nie eine passende Zange.

Schmuck, Uhren und lose Kleidung werden abgelegt. Nicht flammhemmende synthetische Freizeitkleidung kann bei Hitze schmelzen und ist für den Schmiedebereich ungeeignet. Der Boden muss trocken, eben und frei von Stolperstellen sein. Wasser, Abschreckmedien und nasse Werkzeuge dürfen nicht unkontrolliert mit heißem Metall in Kontakt kommen. Für Brand- und Notfälle müssen Meldewege, Löscheinrichtungen und Abschaltungen bekannt und zugänglich sein.

Beim manuellen Schmieden entstehen Lärm, Funken, Zunder, Wärme und je nach Feuerung Abgase. Deshalb werden Lüftung und Absaugung geprüft. Niemand hält sich unnötig im Schlagbereich oder in der Verlängerung eines langen Werkstücks auf. Bei Teamarbeit werden eindeutige Kommandos vereinbart.


Sicht- und Funktionsprüfung vor Arbeitsbeginn

Arbeitsmittel Prüfpunkte Reaktion bei Mangel
Hammer Fester Kopf, intakter Stiel, rissfreie Bahn, kein gefährlicher Grat Aussondern, kennzeichnen, melden
Zange Passendes Maul, fester Niet, ausgerichtete Schenkel, keine Risse Nicht verwenden, geeignete Zange wählen
Abschrot und Lochwerkzeug Rissfrei, keine unzulässige Pilzbildung, passende Form Sperren und fachgerecht instand setzen lassen
Amboss und Schraubstock Sicher befestigt, sauber, frei von losen Teilen Arbeitsplatz nicht freigeben
Esse Feuerraum, Luftzufuhr, Leitungen, Armaturen, Absaugung und Abschaltung in Ordnung Anlage nicht zünden, verantwortliche Person informieren
Maschine Schutzsysteme, Not-Halt, Bedienung und Werkzeugbefestigung funktionsfähig Stillsetzen und gegen Benutzung sichern

Eine Funktionsprüfung wird nur durchgeführt, wenn sie nach Betriebsanweisung gefahrlos möglich ist. Sicherheitsmängel werden nicht durch Improvisation überbrückt.


Systematischer Bereitstellungsablauf

  1. Auftrag klären: Zeichnung, Werkstoff, Maße, Stückzahl, Arbeitsfolge und Prüfmerkmale erfassen.
  2. Gefährdungen berücksichtigen: Betriebsanweisung, Unterweisung, Brandschutz, Lüftung und notwendige Schutzausrüstung prüfen.
  3. Material auswählen: Werkstoffkennzeichnung, Querschnitt, Länge, Zustand und Menge kontrollieren.
  4. Werkzeuge zuordnen: Hammer, Zange, Gesenke, Trenn-, Loch-, Mess- und Prüfmittel passend zur Arbeitsfolge auswählen.
  5. Arbeitsmittel prüfen: Sichtprüfung und vorgeschriebene Funktionskontrollen durchführen.
  6. Arbeitsplatz ordnen: Kalte und heiße Bereiche, Ablagen, Wege, Schlagraum und Materialfluss festlegen.
  7. Mängel behandeln: Fehlerhafte Teile sperren, kennzeichnen und melden.
  8. Freigabe herstellen: Vollständigkeit kontrollieren und bei Ausbildungsarbeiten die Rückmeldung der ausbildenden Fachkraft einholen.


Praxisbeispiel: Zierhaken aus Vierkantstahl

Der Auftrag lautet, einen Zierhaken aus einem eindeutig bezeichneten Vierkantstahl herzustellen. Vor dem Erwärmen werden Fertigmaße, Ausgangslänge und Bearbeitungsfolge geklärt. Benötigt werden beispielsweise eine passende V-Maul- oder Wolfsmaulzange, ein Handhammer geeigneter Masse, Amboss mit freier Bahn und Horn, eine Biege- oder Maßschablone, Stahlmaß, Drahtbürste, eine gekennzeichnete Heißablage sowie die vorgeschriebene Schutzausrüstung.

Das Material wird anhand seiner Kennzeichnung ausgewählt und auf Schäden geprüft. Die Zange muss den Vierkant sicher halten. Der Hammer wird auf festen Sitz und einen intakten Stiel kontrolliert. Schablone und Messmittel liegen außerhalb des Zunderbereichs. Erst wenn Esse, Lüftung, Ablagen und Verkehrswege geprüft sind, wird der Arbeitsplatz freigegeben. Dieses Beispiel zeigt: Die Qualität des Schmiedeteils beginnt vor dem ersten Erwärmen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist beim Bereitstellen der erste fachliche Schritt? (Den Arbeitsauftrag und die Unterlagen prüfen) (!Sofort die Esse zünden) (!Den schwersten Hammer auswählen) (!Alle Werkzeuge auf den Amboss legen)




Wodurch wird ein Werkstoff im Auftrag eindeutig ausgewählt? (Durch Werkstoffbezeichnung und Abmessungen) (!Durch seine Farbe im Lager) (!Durch das Gewicht des Hammers) (!Durch die Form des Ambosses)




Wozu dient das Vierkantloch im Amboss? (Zur Aufnahme passender Einsteckwerkzeuge) (!Zur Lagerung von Brennstoff) (!Zum Abkühlen des Hammers) (!Zum Aufhängen der Schutzbrille)




Was ist das wichtigste Auswahlkriterium für eine Schmiedezange? (Das Zangenmaul muss sicher zum Werkstück passen) (!Die Zange muss möglichst lang lackiert sein) (!Die Zange muss schwerer als der Hammer sein) (!Die Schenkel müssen lose wackeln)




Wie ist mit einem gespaltenen Hammerstiel umzugehen? (Der Hammer wird ausgesondert und gemeldet) (!Der Stiel wird mit Draht umwickelt und benutzt) (!Der Hammer wird nur für leichte Schläge verwendet) (!Der Riss wird mit Wasser gekühlt)




Was geschieht mit unbekanntem oder unleserlich gekennzeichnetem Material? (Es wird gesperrt und die Werkstoffidentität wird geklärt) (!Es wird probeweise stark erhitzt) (!Es wird mit einem beliebigen Auftrag vermischt) (!Es wird nur nach seiner Rostfarbe ausgewählt)




Wie werden heiße und kalte Werkstücke abgelegt? (Getrennt und eindeutig gekennzeichnet) (!Gemeinsam auf dem Verkehrsweg) (!Unter dem Amboss) (!Auf dem Messmittelwagen)




Welche Aussage zur Schutzausrüstung ist richtig? (Sie richtet sich nach Gefährdungsbeurteilung und Betriebsanweisung) (!Handschuhe ersetzen immer eine Schmiedezange) (!Gehörschutz ist beim Schmieden grundsätzlich verboten) (!Lose Kleidung schützt besonders gut vor Funken)




Was ist bei einer Gasesse vor dem Zünden zu kontrollieren? (Leitungen Anschlüsse Armaturen und Abschaltung) (!Nur die Farbe des Brenners) (!Nur das Gewicht des Werkstücks) (!Nur die Länge der Schmiedezange)




Wann ist der Arbeitsplatz vollständig bereitgestellt? (Wenn Material Arbeitsmittel Sicherheit und Anordnung geprüft sind) (!Wenn der Amboss laut klingt) (!Wenn möglichst viele Werkzeuge herumliegen) (!Wenn das erste Werkstück bereits glüht)





Memory

Ambossbahn Hauptarbeitsfläche zum Schmieden
Vierkantloch Aufnahme für Einsteckwerkzeuge
Zangenmaul Greifbereich für das Werkstück
Hammerfinne Schmaler Formbereich am Hammerkopf
Schmiedeesse Einrichtung zum Erwärmen des Werkstoffs
Werkstoffkennzeichnung Sicherung der richtigen Materialauswahl
Schablone Schneller Vergleich mit einer Sollform
Heißablage Gekennzeichneter Platz für erwärmte Werkstücke





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Arbeitsauftrag prüfen Grundlage der Vorbereitung
Werkstoff bereitstellen Bezeichnung Abmessung und Menge kontrollieren
Zange auswählen Maulform an den Werkstückquerschnitt anpassen
Werkzeuge prüfen Schäden erkennen und mangelhafte Teile sperren
Arbeitsplatz freigeben Abschließende Kontrolle von Sicherheit und Vollständigkeit




...


Kreuzworträtsel

Amboss Welche feste Unterlage trägt das Werkstück beim manuellen Schmieden?
Zangenmaul Wie heißt der greifende Teil einer Schmiedezange?
Esse Welche Einrichtung erwärmt den Werkstoff?
Schablone Welches Hilfsmittel dient zum Vergleich mit einer Sollform?
Werkstoff Welcher Stoff wird zum Bauteil verarbeitet?
Gehörschutz Welche Schutzausrüstung kann bei hoher Lärmbelastung notwendig sein?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Vor der Materialauswahl wird zuerst der

geprüft. Der zum Bauteil werdende Stoff heißt

. Stab oder Profil als Ausgangsform wird als

bezeichnet. Die Materialbezeichnung muss mit den

übereinstimmen. Das greifende Teil einer Schmiedezange heißt

. Einsteckwerkzeuge werden häufig im

des Ambosses aufgenommen. Der Hammerkopf muss auf dem Stiel

sitzen. Ein beschädigtes Werkzeug wird sofort

. Die notwendige persönliche

richtet sich nach der Gefährdungsbeurteilung. Vor dem Betrieb der Esse werden Lüftung und

kontrolliert. Hitzeschutzhandschuhe müssen geeignet und

sein. Heiße Werkstücke gehören auf eine gekennzeichnete

. Am Ende wird die vollständige Bereitstellung

.




Offene Aufgaben

Alle praktischen Tätigkeiten an Esse, heißem Werkstoff, Maschinenhammer oder Schmiedepresse werden nur nach Unterweisung und unter Aufsicht einer verantwortlichen Fachkraft durchgeführt.


Leicht

  1. Werkzeugsteckbrief: Erstelle für fünf Schmiedewerkzeuge je einen Steckbrief mit Fachbezeichnung, Aufgabe, Prüfpunkten und einem Foto oder einer eigenen Zeichnung.
  2. Werkstoffkennzeichnung: Entwickle ein übersichtliches Kennzeichnungsschild für ein Materialfach mit Werkstoff, Abmessung, Charge und Lagerhinweis.
  3. Arbeitsplatzskizze: Zeichne einen Schmiedearbeitsplatz von oben und markiere Amboss, Esse, Heißablage, Werkzeugablage, Verkehrsweg und Sicherheitsabstand.
  4. Prüfkarte: Gestalte eine kurze Sichtprüfkarte für Hammer und Schmiedezange, die vor Arbeitsbeginn verwendet werden kann.


Standard

  1. Zangenvergleich: Vergleiche drei Zangenmaulformen und ordne jeder Form geeignete Werkstückquerschnitte sowie mögliche Fehlanwendungen zu.
  2. Bereitstellungsplan: Plane die vollständige Vorbereitung für einen einfachen Zierhaken und begründe die Reihenfolge der bereitgestellten Mittel.
  3. Betriebsinterview: Befrage eine Fachkraft, wie beschädigte Werkzeuge im Betrieb gesperrt, gekennzeichnet, repariert und wieder freigegeben werden.
  4. Medienanalyse: Analysiere ein seriöses Schmiedevideo und notiere, welche Materialien, Werkzeuge, Hilfsmittel und Schutzmaßnahmen sichtbar sind und welche fehlen.


Schwer

  1. Gefährdungsbeurteilung: Erstelle für einen Ausbildungsarbeitsplatz eine vereinfachte Gefährdungsbeurteilung mit Gefährdung, Ursache, Schutzmaßnahme und Prüfnachweis.
  2. Standardarbeitsanweisung: Formuliere eine betriebliche Anweisung zum Bereitstellen eines Schmiedearbeitsplatzes einschließlich Mängelmanagement und Freigabe.
  3. Materialflussprojekt: Entwickle ein System, das Verwechslungen zwischen ähnlich aussehenden Stahlqualitäten verhindert und die Rückverfolgbarkeit sichert.
  4. Erklärvideo: Produziere ein kurzes Lehrvideo mit kaltem Demonstrationsmaterial, in dem Du die richtige Bereitstellung erklärst, ohne gefährliche Heißarbeit nachzustellen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Fehleranalyse Hammer: In einer Werkstatt liegt ein Hammer mit lockerem Kopf bereit, weil der Auftrag dringend ist. Analysiere technische, organisatorische und persönliche Folgen und entwickle ein korrektes Vorgehen.
  2. Materialverwechslung: Zwei unbeschriftete Vierkantstäbe sehen gleich aus. Erkläre, warum eine Auswahl nach Aussehen unzulässig ist und wie die Werkstoffidentität geklärt werden kann.
  3. Arbeitsplatzplanung: Ein langer Stab ragt in den Verkehrsweg. Entwickle mindestens zwei sichere Anordnungen und bewerte ihre Auswirkungen auf Arbeitsfluss und Ergonomie.
  4. Zangenauswahl: Für einen runden Rohling steht nur eine schlecht passende Flachmaulzange bereit. Begründe, welche Risiken entstehen und welche Lösung fachgerecht ist.
  5. Prozessvergleich: Vergleiche die Vorbereitung einer Kohleesse mit der Vorbereitung einer Gasesse. Betrachte Brennstoff, Luft- oder Gaszufuhr, Abgase, Abschaltung und Arbeitsplatzkontrolle.
  6. Qualität und Vorbereitung: Ein Schmiedeteil erreicht trotz sauberer Hammerarbeit nicht die geforderte Form. Zeige an drei Beispielen, wie Fehler bereits beim Bereitstellen verursacht worden sein können.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis ist wichtig, dass Du nicht nur Werkzeugnamen aufzählst, sondern Auswahl und Reihenfolge fachlich begründest. Nachgewiesen werden sollen:

  1. die sichere Auswertung eines Arbeitsauftrags,
  2. die eindeutige Auswahl und Kennzeichnung von Werkstoffen,
  3. die passende Zuordnung von Hammer, Zange, Ambosswerkzeug und Prüfmittel,
  4. die systematische Sichtprüfung und das richtige Verhalten bei Mängeln,
  5. die sichere Anordnung von Material, Heißablage, Werkzeugen und Verkehrswegen,
  6. die Berücksichtigung von Lüftung, Brandschutz, Schutzausrüstung und Unterweisung,
  7. die verständliche Dokumentation und Übergabe des vorbereiteten Arbeitsplatzes.




OERs zum Thema


Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte