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Märchen untersuchen - Textsorten Deutsch

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Märchen untersuchen - Textsorten Deutsch




Märchen untersuchen - Textsorten Deutsch


Einleitung

Ein Märchen ist eine besondere Textsorte. In Märchen geschehen oft wunderbare Dinge. Tiere sprechen. Menschen werden verzaubert. Gute Figuren müssen schwere Aufgaben lösen.

In diesem aiMOOC lernst Du, ein Märchen Schritt für Schritt zu untersuchen.


Lernziele

Du kannst am Ende:

  1. Märchenmerkmale erkennen.
  2. den Aufbau beschreiben.
  3. Figuren untersuchen.
  4. passende Textbelege finden.
  5. eine kurze Untersuchung schreiben.


Was ist ein Märchen?

Märchen erzählen von einer erfundenen Welt. Magie gehört dort zum Alltag. Ort und Zeit bleiben oft ungenau.

Viele Volksmärchen wurden lange mündlich weitererzählt. Später wurden sie gesammelt und aufgeschrieben. Die Brüder Jacob Grimm und Wilhelm Grimm veröffentlichten viele Märchen in den „Kinder- und Hausmärchen“.


Volksmärchen und Kunstmärchen

Ein Volksmärchen hat meist keinen bekannten einzelnen Verfasser. Es wurde oft mündlich überliefert.

Ein Kunstmärchen wurde von einer bekannten Person geschrieben. Es kann genauer beschriebene Figuren, Orte und Gefühle enthalten.


Typische Märchenmerkmale

Nicht jedes Märchen besitzt alle Merkmale. Häufig findest Du aber:

  1. Märchenformeln: „Es war einmal …“ oder „Und wenn sie nicht gestorben sind …“
  2. Unbestimmtheit: Zeit und Ort sind nicht genau genannt.
  3. Magie: Zauber, sprechende Tiere oder wunderbare Gegenstände.
  4. Gegensätze: gut und böse, arm und reich, schwach und mächtig.
  5. Prüfung: Die Hauptfigur muss Aufgaben lösen.
  6. Besondere Zahlen: drei, sieben oder zwölf.
  7. Gutes Ende: Gute Figuren werden oft belohnt.


Aufbau eines Märchens

Teil Das passiert
Anfang Figuren und Problem werden vorgestellt.
Hauptteil Die Hauptfigur besteht Prüfungen und trifft Helfer oder Gegner.
Schluss Das Problem wird gelöst. Oft siegt das Gute.


Figuren untersuchen

Märchenfiguren haben oft klare Rollen. Frage bei jeder Figur:

  1. Was will die Figur?
  2. Was tut die Figur?
  3. Welche Eigenschaften zeigt sie?
  4. Ist sie Hauptfigur, Helfer, Gegenspieler oder Auftraggeber?
  5. Verändert sie sich?


Sprache untersuchen

Achte auf kurze und klare Sätze. Suche Wiederholungen, wörtliche Rede, Sprüche und Märchenformeln. Prüfe auch, ob Wörter altmodisch wirken.

Ein guter Textbeleg nennt eine passende Stelle aus dem Märchen. Danach erklärst Du, was die Stelle zeigt.

Beispiel: Die Worte „Es war einmal“ zeigen, dass die Zeit unbestimmt ist.


Märchen Schritt für Schritt untersuchen

  1. Einleitung: Nenne Titel, Verfasser oder Sammlung und Textsorte.
  2. Inhalt: Fasse die Handlung kurz im Präsens zusammen.
  3. Aufbau: Teile die Handlung in Anfang, Hauptteil und Schluss.
  4. Figuren: Beschreibe Ziele, Eigenschaften und Rollen.
  5. Märchenmerkmale: Nenne Merkmale und belege sie am Text.
  6. Sprache: Untersuche Formeln, Wiederholungen und wörtliche Rede.
  7. Deutung: Erkläre eine mögliche Botschaft des Märchens.


Merksatz

Behauptung – Beleg – Erklärung: Sage zuerst, was Du erkannt hast. Nenne dann eine Textstelle. Erkläre zuletzt, warum sie passt.


Kurzes Beispiel: Rotkäppchen

In der bekannten Grimm-Fassung von Rotkäppchen finden sich mehrere Märchenmerkmale:

Merkmal Beispiel
Unbestimmte Zeit Die genaue Zeit wird nicht genannt.
Sprechendes Tier Der Wolf spricht mit Rotkäppchen.
Gegensatz Das unerfahrene Kind trifft auf den gefährlichen Wolf.
Prüfung Rotkäppchen muss mit Gefahr und einer falschen Entscheidung umgehen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Woran erkennst Du eine unbestimmte Märchenzeit? (Die genaue Zeit wird nicht genannt) (!Die Handlung dauert immer einen Tag) (!Jedes Ereignis hat ein Datum) (!Die Uhrzeit steht in jeder Szene)




Was ist ein typisches Märchenmerkmal? (Sprechende Tiere) (!Ein genauer Fahrplan) (!Nur wahre Ereignisse) (!Ein vollständiges Quellenverzeichnis)




Was gehört meist zum Hauptteil eines Märchens? (Die Hauptfigur besteht Prüfungen) (!Nur der Titel wird genannt) (!Die Textsorte wird erklärt) (!Das Buch wird gedruckt)




Was ist ein Volksmärchen? (Eine mündlich überlieferte Erzählung) (!Ein Bericht mit Messwerten) (!Ein Zeitungsartikel über Politik) (!Eine Anleitung für ein Gerät)




Was ist ein Textbeleg? (Eine passende Stelle aus dem Text) (!Eine erfundene Meinung ohne Text) (!Das Bild auf dem Buchdeckel) (!Der Preis des Buches)




Welche Rolle hilft der Hauptfigur? (Der Helfer) (!Der Erzähler) (!Der Leser) (!Der Drucker)




Welche Zahlen kommen in Märchen oft vor? (Drei sieben und zwölf) (!Zweiundzwanzig vierzig und achtzig) (!Nur gerade Zahlen) (!Nur sehr große Zahlen)




In welcher Zeitform wird eine Inhaltsangabe meist geschrieben? (Im Präsens) (!Im Futur) (!Nur im Konjunktiv) (!In wechselnden Zeitformen)




Was folgt im Dreischritt auf Behauptung und Beleg? (Die Erklärung) (!Die Überschrift) (!Die Seitenzahl) (!Die Verabschiedung)




Was ist für Märchenfiguren oft typisch? (Sie haben klare Rollen) (!Sie besitzen immer einen Nachnamen) (!Sie sprechen nur Fachsprache) (!Sie leben immer an einem echten Ort)





Memory

Märchenformel Fester Anfang oder Schluss
Helfer Unterstützt die Hauptfigur
Gegenspieler Verhindert das Ziel
Prüfung Schwierige Aufgabe
Textbeleg Passende Textstelle
Deutung Erklärung einer Botschaft





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Bedeutung
Anfang Figuren und Problem werden vorgestellt
Hauptteil Prüfungen und Konflikte bestimmen die Handlung
Schluss Das Problem wird gelöst
Helfer Unterstützt die Hauptfigur
Gegenspieler Stellt sich gegen die Hauptfigur






Kreuzworträtsel

Zauber Wie heißt eine übernatürliche Kraft im Märchen?
Figuren Wer handelt in einer Geschichte?
Anfang Welcher Teil stellt Figuren und Problem vor?
Aufgabe Was muss eine Märchenfigur oft lösen?
Gegensatz Wie heißt das Verhältnis von gut und böse?
Beleg Wie heißt eine passende Stelle aus dem Text?





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Lückentext

Vervollständige den Text.
Ein Märchen ist eine besondere

.
Ort und Zeit bleiben oft

.
Sprechende Tiere gehören zum Bereich der

.
Die Hauptfigur muss häufig eine

bestehen.
Eine passende Textstelle heißt

.
Eine Inhaltsangabe schreibst Du meist im

.
Nach Behauptung und Beleg folgt die

.
Am Ende formulierst Du eine mögliche

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Merkmal-Suche: Markiere in einem kurzen Märchen drei typische Merkmale.
  2. Figurenkarte: Zeichne eine Figur und notiere drei Eigenschaften.
  3. Formel-Sammlung: Sammle drei typische Anfänge oder Schlüsse.
  4. Bilderfolge: Zeichne Anfang, Hauptteil und Schluss in drei Bildern.


Standard

  1. Beleg-Tabelle: Ordne fünf Märchenmerkmale passenden Textstellen zu.
  2. Figurennetz: Zeige Hauptfigur, Helfer und Gegenspieler in einem Schaubild.
  3. Märchen-Hörspiel: Nimm eine kurze Szene mit wörtlicher Rede auf.
  4. Märchenvergleich: Vergleiche zwei Märchen anhand von vier Merkmalen.


Schwer

  1. Märchenanalyse: Schreibe eine Untersuchung mit Einleitung, Hauptteil und Schluss.
  2. Moderne Fassung: Verlege ein Märchen in die Gegenwart und erhalte fünf Märchenmerkmale.
  3. Botschaft prüfen: Formuliere zwei mögliche Botschaften und belege beide.
  4. Forschungsauftrag: Vergleiche ein Volksmärchen mit einem Kunstmärchen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Wirkung erklären: Wähle zwei Märchenmerkmale. Erkläre, wie sie Spannung oder Hoffnung erzeugen.
  2. Perspektive wechseln: Erzähle eine Schlüsselszene aus Sicht des Gegenspielers. Begründe Deine Änderungen.
  3. Übertragen: Prüfe eine moderne Fantasygeschichte auf Märchenmerkmale. Nenne Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
  4. Beziehungen deuten: Erkläre, wie Helfer und Gegenspieler die Entwicklung der Hauptfigur beeinflussen.
  5. Belege bewerten: Vergleiche zwei Textstellen. Entscheide, welcher Beleg ein Merkmal besser zeigt.
  6. Botschaft diskutieren: Beurteile, ob die Botschaft eines alten Märchens heute noch hilfreich ist.




Lernnachweis

Für Deinen Lernnachweis sind wichtig:

  1. eine kurze und richtige Inhaltsangabe,
  2. eine klare Gliederung in Anfang, Hauptteil und Schluss,
  3. mindestens drei erklärte Märchenmerkmale,
  4. passende Textbelege,
  5. eine Untersuchung wichtiger Figuren,
  6. eine begründete Aussage zur möglichen Botschaft,
  7. verständliche Sprache und eine saubere Form.




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