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Märchen selbst schreiben

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Märchen selbst schreiben



Einleitung

Märchen selbst schreiben bedeutet, eine eigene Erzählung zu planen, sprachlich auszugestalten und so zu überarbeiten, dass sie wie ein Märchen wirkt. In diesem aiMOOC lernst Du, wie Du aus einer ersten Idee Schritt für Schritt eine vollständige Märchengeschichte entwickelst: mit Märchenanfang, Hauptfigur, Konflikt, magischem Objekt, Helferfigur, Prüfung, Wendung und einem passenden Märchenende.

Märchen sind Prosatexte, die von wundersamen Begebenheiten erzählen. Viele bekannte Märchen wurden lange mündlich weitergegeben, bevor sie gesammelt, aufgeschrieben und bearbeitet wurden. Besonders bekannt sind im deutschsprachigen Raum die Brüder Grimm mit ihren Kinder- und Hausmärchen. Wenn Du selbst ein Märchen schreibst, orientierst Du Dich an typischen Merkmalen, darfst aber eigene Figuren, Orte, Prüfungen und Botschaften erfinden.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du:

  1. Märchenmerkmale erkennen und für eigene Texte nutzen.
  2. Eine Märchenhandlung mit Anfang, Hauptteil und Schluss planen.
  3. Eine überzeugende Hauptfigur mit Wunsch, Notlage und Entwicklung gestalten.
  4. Spannung durch Prüfungen, Hindernisse und Wendungen aufbauen.
  5. Formelsprache, Symbole, Gegensätze und Zauberelemente passend einsetzen.
  6. Einen eigenen Märchentext überarbeiten, beurteilen und präsentieren.


Was ist ein Märchen?

Ein Märchen ist eine erfundene Erzählung, in der das Wunderbare selbstverständlich geschehen kann. Tiere sprechen, Gegenstände verzaubern sich, arme Menschen werden belohnt, böse Figuren scheitern, und am Ende wird häufig eine gerechte Ordnung hergestellt. Märchen spielen meist an unbestimmten Orten und in unbestimmten Zeiten. Deshalb beginnen viele Märchen mit einer Anfangsformel wie Es war einmal und enden mit einer Schlussformel wie Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.


Volksmärchen und Kunstmärchen

Beim Volksmärchen ist meist kein einzelner ursprünglicher Autor bekannt. Die Geschichten wurden über längere Zeit mündlich weitererzählt und später gesammelt oder aufgeschrieben. Beim Kunstmärchen kennt man dagegen die Autorin oder den Autor. Es ist bewusst literarisch gestaltet und kann traditionelle Märchenmerkmale übernehmen, verändern oder brechen. Für Dein eigenes Märchen kannst Du Dich an Volksmärchen orientieren, schreibst aber selbst ein neues Kunstmärchen, weil Du als Verfasserin oder Verfasser erkennbar bist.


Typische Märchenmerkmale

Ein Märchen wirkt nicht nur deshalb wie ein Märchen, weil darin eine Hexe, ein König, eine Prinzessin oder ein Drache vorkommt. Entscheidend ist das Zusammenspiel mehrerer Merkmale. Dazu gehören eine klare Handlung, eine besondere Aufgabe, einfache Gegensätze, wunderbare Ereignisse und eine Sprache, die feierlich, bildhaft oder formelhaft klingen kann.

  1. Unbestimmte Zeit: Die Handlung spielt nicht an einem genauen Datum, sondern in einer fernen, offenen Zeit.
  2. Unbestimmter Ort: Wälder, Schlösser, Hütten, Berge oder Königreiche werden selten genau geografisch festgelegt.
  3. Figurentypen: Figuren werden häufig über Rollen beschrieben, zum Beispiel die jüngste Tochter, der arme Müller, die alte Frau oder der fremde Wanderer.
  4. Gegensatz von Gut und Böse: Märchen arbeiten oft mit klaren moralischen Gegensätzen.
  5. Zauber und Wunder: Magische Gegenstände, sprechende Tiere, Verwandlungen oder geheimnisvolle Helfer gehören zur Märchenwelt.
  6. Prüfungen: Die Hauptfigur muss Aufgaben lösen, Mut beweisen oder eine Entscheidung treffen.
  7. Belohnung und Strafe: Am Ende werden Hilfsbereitschaft, Mut und Treue häufig belohnt, während Gier, Grausamkeit oder Hochmut bestraft werden.
  8. Formelsprache: Wiederholungen, dreifache Aufgaben, feste Redewendungen und typische Anfangs- und Schlussformeln geben dem Text Märchenklang.


Der Aufbau eines eigenen Märchens

Ein gutes Märchen braucht einen klaren Handlungsaufbau. Du kannst Dich an drei großen Teilen orientieren: Einleitung, Hauptteil und Schluss. Für die Planung hilft Dir die Frage: Wer will was, warum ist das schwer, und wie wird das Problem märchenhaft gelöst?


Einleitung: Märchenwelt und Ausgangslage

In der Einleitung führst Du die Märchenwelt ein. Du stellst die Hauptfigur vor, zeigst ihre Lebenssituation und deutest an, was fehlt oder bedroht ist. Die Hauptfigur kann arm, einsam, mutig, neugierig, verachtet oder mit einer besonderen Gabe ausgestattet sein. Wichtig ist, dass die Lesenden schnell verstehen, warum die Geschichte beginnen muss.

Beispiel für eine Ausgangslage: In einem Dorf am Rand eines dunklen Waldes lebt ein Mädchen, das die Sprache der Vögel versteht. Seit drei Wintern ist der Brunnen des Dorfes versiegt. Niemand weiß, warum.


Hauptteil: Notlage, Auftrag und Prüfungen

Im Hauptteil gerät die Hauptfigur in eine Notlage oder erhält einen Auftrag. Sie muss zum Beispiel einen verzauberten Ort finden, ein Rätsel lösen, jemanden retten oder einen Fluch brechen. Unterwegs begegnet sie Helferfiguren und Gegenspielern. Gute Märchenhandlungen bestehen nicht nur aus Ereignissen, sondern aus Entscheidungen: Hilft die Hauptfigur einem schwachen Tier? Teilt sie ihr Brot? Widersteht sie der Versuchung? Solche Entscheidungen zeigen ihren Charakter.


Schluss: Lösung, Wandlung und Märchenbotschaft

Im Schluss wird das zentrale Problem gelöst. Die Hauptfigur besteht die wichtigste Prüfung, erkennt die Wahrheit, nutzt ein magisches Geschenk richtig oder handelt klüger als die Gegenspieler. Ein Märchenende muss nicht immer kitschig sein, aber es sollte zur Botschaft passen. Häufig wird eine gerechte Ordnung hergestellt: Wer hilfsbereit und mutig war, findet Glück; wer grausam oder gierig war, verliert Macht.


Figuren im Märchen gestalten

Märchenfiguren sind oft klarer gezeichnet als Figuren in realistischen Geschichten. Trotzdem sollen sie nicht langweilig sein. Eine starke Märchenfigur hat ein Ziel, eine Schwierigkeit und eine Eigenschaft, die im Verlauf der Handlung wichtig wird. Besonders wirkungsvoll sind Figuren, die unterschätzt werden: das jüngste Kind, die arme Magd, der schüchterne Hirte, die scheinbar schwache Alte oder das kleine Tier.


Die Hauptfigur

Die Hauptfigur trägt die Handlung. Sie braucht einen Wunsch oder eine Aufgabe. Frage Dich:

  1. Wunsch: Was fehlt der Hauptfigur am Anfang?
  2. Notlage: Was bedroht sie oder andere?
  3. Stärke: Welche gute Eigenschaft hilft ihr?
  4. Schwäche: Was muss sie lernen?
  5. Entwicklung: Wie verändert sie sich bis zum Ende?


Helferfiguren und Gegenspieler

Helferfiguren unterstützen die Hauptfigur, oft nachdem diese selbst freundlich oder mutig gehandelt hat. Ein Tier, eine alte Frau, ein verwunschener Baum oder ein geheimnisvoller Wanderer kann helfen. Gegenspieler erschweren den Weg. Sie können neidisch, gierig, grausam oder machtbesessen sein. Ein guter Gegenspieler ist nicht nur böse, sondern stellt die Hauptfigur vor eine echte Entscheidung.


Magische Gegenstände

Ein magisches Objekt sollte nicht beliebig eingesetzt werden. Es muss zur Aufgabe passen und eine Grenze haben. Ein Schlüssel kann nur eine Tür öffnen, eine Feder zeigt nur bei Mondlicht den Weg, ein Ring hilft nur, wenn die Figur die Wahrheit sagt. Solche Grenzen machen die Geschichte spannender, weil die Hauptfigur weiterhin klug handeln muss.


Sprache im Märchen

Die Sprache eines Märchens ist oft klar, bildhaft und formelhaft. Sie darf einfach sein, aber nicht zufällig. Wiederholungen, Gegensätze und feste Formeln helfen, einen märchenhaften Klang zu erzeugen.


Märchenhafte Formulierungen

Typische Formulierungen sind:

  1. Anfangsformel: Es war einmal in einem Königreich hinter sieben Bergen ...
  2. Wiederholung: Am ersten Tag geschah nichts, am zweiten Tag hörte sie ein Flüstern, am dritten Tag öffnete sich das Tor.
  3. Dreierstruktur: Drei Aufgaben, drei Brüder, drei Nächte oder drei Geschenke wirken besonders märchentypisch.
  4. Schlussformel: Und seit jenem Tag erzählte man sich im ganzen Land von ihrem Mut.


Dialoge im Märchen

Dialoge sollten kurz und bedeutsam sein. Eine Helferfigur kann warnen, prüfen oder ein Rätsel stellen. Eine böse Figur kann durch ihre Sprache Hochmut zeigen. Die Hauptfigur kann durch wenige Worte zeigen, dass sie mutig, höflich oder klug ist.

Beispiel: Teilst du Dein letztes Brot mit mir? fragte der Rabe. Ich habe nicht viel, sagte das Kind, aber was ich habe, soll uns beiden reichen.


Ideen finden und planen

Viele Schreibprobleme entstehen, weil man zu früh mit dem fertigen Text beginnt. Besser ist ein kurzer Schreibplan. Du kannst eine Märchenidee aus Gegensätzen entwickeln: arm und reich, klein und groß, hell und dunkel, stumm und sprechend, gefangen und frei. Auch Fragen helfen: Was wäre, wenn ein Brunnen Wünsche erfüllt, aber nur ehrliche? Was wäre, wenn ein Schloss jeden Morgen an einem anderen Ort steht? Was wäre, wenn ein Drache Angst vor Feuer hat?


Märchen-Baukasten

Baustein Leitfrage Beispiel
Hauptfigur Wer steht im Mittelpunkt? Ein Hirtenjunge, der nie lügen kann
Ausgangslage Was fehlt oder ist bedroht? Das Dorf verliert jede Nacht ein Stück seiner Erinnerung
Auftrag Was muss gelöst werden? Die Quelle der Erinnerung finden
Helferfigur Wer unterstützt die Hauptfigur? Eine blinde Füchsin mit silbernem Fell
Gegenspieler Wer verhindert die Lösung? Ein König, der alle Erinnerungen sammeln will
Magisches Objekt Welcher Gegenstand hilft? Eine Schale, in der vergessene Bilder erscheinen
Prüfung Was kostet Mut? Die Hauptfigur muss eine geliebte Erinnerung teilen
Ende Was verändert sich? Das Dorf erinnert sich wieder und lernt, Geschichten zu bewahren


Schreibprozess: Vom Entwurf zum fertigen Märchen

Ein Märchen entsteht in mehreren Schritten. Zuerst sammelst Du Ideen. Dann planst Du Handlung und Figuren. Danach schreibst Du den ersten Entwurf. Am Ende überarbeitest Du den Text mit Blick auf Inhalt, Aufbau, Sprache und Rechtschreibung.


Schritt 1: Idee und Botschaft klären

Bevor Du schreibst, entscheide, worum es im Kern geht. Soll Dein Märchen von Mut, Hilfsbereitschaft, Gerechtigkeit, Freundschaft, Verantwortung oder Selbstvertrauen erzählen? Die Botschaft sollte nicht wie eine Belehrung am Ende angeklebt werden. Sie entsteht aus den Entscheidungen der Figuren.


Schritt 2: Handlung planen

Plane die Handlung in fünf Stationen:

  1. Ausgangslage: Die Welt und die Hauptfigur werden vorgestellt.
  2. Störung: Ein Problem bringt die Handlung in Bewegung.
  3. Weg: Die Hauptfigur begegnet Helfern, Hindernissen und Versuchungen.
  4. Höhepunkt: Die wichtigste Prüfung entscheidet über Erfolg oder Scheitern.
  5. Lösung: Das Problem wird gelöst und die Märchenwelt verändert sich.


Schritt 3: Ersten Entwurf schreiben

Beim ersten Entwurf geht es nicht um Perfektion. Schreibe die Geschichte vollständig auf. Achte darauf, dass jede Szene eine Aufgabe hat: Sie soll die Figur zeigen, das Problem verschärfen, eine Hilfe vorbereiten oder die Lösung näherbringen. Wenn eine Szene nichts verändert, kannst Du sie später kürzen.


Schritt 4: Überarbeiten

Beim Überarbeiten prüfst Du Deinen Text wie eine Autorin oder ein Autor. Lies Dein Märchen laut vor. So hörst Du, ob die Sprache märchenhaft klingt und ob Sätze zu lang oder unklar sind. Prüfe außerdem, ob die magischen Elemente logisch zur Märchenwelt passen.


Checkliste zur Überarbeitung

Prüffrage Erfüllt?
Beginnt das Märchen mit einer passenden Anfangsformel? Ja / Teilweise / Nein
Ist die Hauptfigur klar erkennbar? Ja / Teilweise / Nein
Gibt es eine deutliche Notlage oder Aufgabe? Ja / Teilweise / Nein
Kommen märchentypische Elemente wie Zauber, Prüfung oder Helferfigur vor? Ja / Teilweise / Nein
Steigert sich die Handlung bis zu einem Höhepunkt? Ja / Teilweise / Nein
Passt das Ende zur Botschaft? Ja / Teilweise / Nein
Sind Wiederholungen, Dreierstruktur oder Formeln sinnvoll eingesetzt? Ja / Teilweise / Nein
Wurde der Text auf Rechtschreibung, Zeichensetzung und Verständlichkeit geprüft? Ja / Teilweise / Nein


Beispiel: Eine Märchenidee entwickeln

Aus der Idee Ein Kind findet einen sprechenden Stein kann ein vollständiges Märchen entstehen. Zuerst braucht die Hauptfigur eine Notlage: Das Dorf ist versteinert, weil niemand mehr die Wahrheit sagt. Dann braucht der Stein eine besondere Regel: Er spricht nur, wenn jemand eine ehrliche Frage stellt. Als Helferfigur eignet sich ein alter Maulwurf, der unter dem Schloss die vergessenen Wege kennt. Der Gegenspieler könnte eine Königin sein, die Lügen in Gold verwandelt. Die Prüfung lautet: Die Hauptfigur muss auf eine Belohnung verzichten, damit das Dorf gerettet wird. So entsteht aus einem einfachen Einfall eine sinnvolle Märchenhandlung.

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Häufige Fehler beim Märchenschreiben

  1. Zufall statt Handlung: Wenn alles zufällig geschieht, wirkt die Hauptfigur passiv. Besser ist, wenn sie Entscheidungen trifft.
  2. Zu viele Figuren: Ein Märchen braucht nicht viele Figuren, sondern klare Funktionen.
  3. Magie ohne Regel: Wenn Zauber alles kann, gibt es keine Spannung. Begrenze magische Kräfte.
  4. Unpassende moderne Details: Smartphone, Auto oder Supermarkt können in modernen Märchen vorkommen, müssen dann aber bewusst gestaltet werden.
  5. Fehlende Überarbeitung: Gute Märchen entstehen selten in einem einzigen Schreibdurchgang.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Anfangsformel passt besonders gut zu einem klassischen Märchen? (Es war einmal) (!Gestern um 14 Uhr) (!In Kapitel drei) (!Laut Statistik)




Was ist eine typische Aufgabe der Hauptfigur in einem Märchen? (Eine Prüfung bestehen) (!Einen Zeitungsbericht zitieren) (!Ein Experiment protokollieren) (!Eine Gebrauchsanweisung erklären)




Was bedeutet unbestimmter Ort im Märchen? (Der Ort wird nicht genau geografisch festgelegt) (!Der Ort wird mit Straße und Hausnummer genannt) (!Der Ort ist immer eine echte Hauptstadt) (!Der Ort muss auf einer Landkarte markiert sein)




Welche Figur ist eine typische Helferfigur? (Ein sprechendes Tier mit einem Rat) (!Ein Nachrichtensprecher mit Wetterbericht) (!Ein Verkäufer mit Kassenbon) (!Ein Vermesser mit Stadtplan)




Warum sollte ein magischer Gegenstand eine Grenze haben? (Damit die Handlung spannend bleibt) (!Damit der Text kürzer wird) (!Damit keine Figur sprechen muss) (!Damit das Märchen ohne Problem endet)




Was ist mit Dreierstruktur gemeint? (Drei Aufgaben oder drei Begegnungen wiederholen ein Muster) (!Drei Fußnoten erklären ein Sachthema) (!Drei Kapitel haben immer gleiche Länge) (!Drei Autoren schreiben denselben Satz)




Welche Eigenschaft passt besonders gut zu einer Märchenhauptfigur? (Hilfsbereitschaft) (!Werbesprache) (!Gleichgültigkeit) (!Terminplanung)




Was gehört in den Hauptteil eines Märchens? (Hindernisse und Prüfungen) (!Nur die Quellenangabe) (!Nur eine Überschrift) (!Nur eine Figurenliste ohne Handlung)




Was zeigt die Botschaft eines Märchens am besten? (Die Entscheidungen und Folgen der Handlung) (!Die Seitenzahl des Textes) (!Die Schriftgröße der Überschrift) (!Die Farbe des Heftumschlags)




Was ist beim Überarbeiten eines Märchens besonders sinnvoll? (Den Text laut lesen und Märchenmerkmale prüfen) (!Alle Zauberelemente löschen) (!Nur die Namen austauschen) (!Den Schluss vor dem Anfang verstecken)





Memory

Anfangsformel Es war einmal
Helferfigur Unterstützt die Hauptfigur
Gegenspieler Erschwert die Aufgabe
Magisches Objekt Hat besondere Kräfte
Prüfung Zeigt Mut und Klugheit
Schlussformel Beendet die Märchenwelt





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Märchenanfang Einführung in Ausgangslage
Notlage Problem der Hauptfigur
Helferfigur Unterstützung durch Rat oder Gabe
Prüfung Aufgabe mit Risiko
Märchenende Lösung und Abschluss




...


Kreuzworträtsel

Heldin Wie nennt man eine weibliche Hauptfigur?
Zauber Was macht Unmögliches in der Märchenwelt möglich?
Pruefung Welche schwierige Aufgabe muss die Hauptfigur bestehen?
Helfer Welche Figur unterstützt die Hauptfigur?
Formel Wie nennt man feste Wendungen am Anfang oder Ende?
Moral Wie nennt man die Lehre oder Botschaft einer Geschichte?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Ein Märchen beginnt häufig mit einer

. Die Hauptfigur gerät in eine

. Auf ihrem Weg begegnet sie oft einer

. Ein magischer Gegenstand sollte eine klare

haben. Im Hauptteil steigert sich die Handlung bis zum

. Am Ende wird das zentrale Problem durch eine passende

abgeschlossen. Durch Entscheidungen der Figuren entsteht die

des Märchens. Beim Überarbeiten prüfst Du Aufbau, Sprache und

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Märchenanfang: Schreibe drei verschiedene Anfänge für dasselbe Märchen. Verwende jedes Mal eine andere Anfangsformel und verändere die Stimmung.
  2. Figurenkarte: Erstelle eine Karte für eine Hauptfigur mit Name, Wunsch, Stärke, Schwäche und geheimer Angst.
  3. Zaubergegenstand: Erfinde einen magischen Gegenstand. Beschreibe seine Kraft, seine Grenze und seinen Preis.
  4. Märchenort: Zeichne oder beschreibe einen Märchenort wie Wald, Schloss, Brunnen, Turm oder Höhle mit fünf sinnlichen Details.


Standard

  1. Märchenplan: Plane ein eigenes Märchen mit Ausgangslage, Notlage, drei Prüfungen, Höhepunkt und Schluss.
  2. Dialog: Schreibe ein Gespräch zwischen Deiner Hauptfigur und einer Helferfigur, in dem ein Rätsel oder eine Warnung vorkommt.
  3. Perspektivwechsel: Erzähle eine bekannte Märchenszene aus Sicht einer Nebenfigur und verändere dadurch die Wirkung.
  4. Überarbeitung: Tausche mit einer Partnerin oder einem Partner einen Märchenentwurf und gib Rückmeldung zu Aufbau, Spannung und Märchenmerkmalen.


Schwer

  1. Kunstmärchen: Schreibe ein modernes Kunstmärchen, das traditionelle Märchenmerkmale nutzt, aber in einer heutigen Welt spielt.
  2. Symbolanalyse: Wähle ein Symbol wie Schlüssel, Spiegel, Brunnen, Apfel oder Feder und baue es mit wiederkehrender Bedeutung in Dein Märchen ein.
  3. Märchenvergleich: Vergleiche Dein eigenes Märchen mit einem Märchen der Brüder Grimm. Untersuche Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei Figuren, Sprache und Botschaft.
  4. Medienprojekt: Gestalte aus Deinem Märchen ein Hörspiel, Schattentheater, Bilderbuch, Comic oder kurzes Video und erkläre Deine gestalterischen Entscheidungen.



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Lernkontrolle

  1. Transferaufgabe: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel, warum ein magischer Gegenstand mit klaren Grenzen spannender ist als ein allmächtiger Gegenstand.
  2. Textanalyse: Untersuche einen Märchenanfang und bewerte, ob Zeit, Ort, Figur und Notlage verständlich eingeführt werden.
  3. Schreibentscheidung: Begründe, welche drei Prüfungen für Deine Hauptfigur sinnvoll sind und wie sie deren Entwicklung zeigen.
  4. Vergleich: Vergleiche ein klassisches Märchen mit einem modernen Märchen. Zeige, welche Merkmale erhalten bleiben und welche verändert werden.
  5. Überarbeitungskommentar: Schreibe zu einem eigenen Märchenentwurf einen Kommentar, in dem Du drei konkrete Verbesserungen erklärst.
  6. Märchenbotschaft: Entwickle aus der Botschaft Mut entsteht durch Hilfsbereitschaft eine Handlungsidee mit Hauptfigur, Gegenspieler und Schluss.




Lernnachweis

Für den Lernnachweis verfasst Du ein eigenes Märchen und reichst zusätzlich eine kurze Reflexion ein. Dein Märchen soll eine klare Hauptfigur, eine Notlage, mindestens eine Helferfigur, ein magisches Element, eine Prüfung, einen Höhepunkt und ein passendes Ende enthalten. In der Reflexion erklärst Du, welche Märchenmerkmale Du bewusst eingesetzt hast und wie Du Deinen Text überarbeitet hast.


Bewertungskriterien

Bereich Erwartung
Aufbau Das Märchen besitzt eine erkennbare Einleitung, einen spannenden Hauptteil und einen stimmigen Schluss.
Märchenmerkmale Mehrere typische Merkmale wie Formelsprache, unbestimmte Zeit, magische Elemente und Prüfungen werden sinnvoll eingesetzt.
Figurengestaltung Hauptfigur, Helferfigur und Gegenspieler haben klare Funktionen in der Handlung.
Sprache Die Sprache ist verständlich, bildhaft und an wichtigen Stellen märchenhaft gestaltet.
Überarbeitung Der Text wurde sichtbar verbessert und sprachlich geprüft.
Reflexion Die eigenen Schreibentscheidungen werden nachvollziehbar begründet.


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Zusammenfassung

Beim Schreiben eines eigenen Märchens verbindest Du Fantasie mit klarer Textplanung. Du entwickelst eine Hauptfigur, gibst ihr eine Notlage, führst sie durch Prüfungen und lässt sie am Ende eine sinnvolle Lösung finden. Typische Märchenmerkmale wie unbestimmte Zeit, formelhafte Sprache, magische Gegenstände, Helferfiguren, Gegensätze und gerechte Folgen sorgen dafür, dass Deine Geschichte wie ein Märchen wirkt. Besonders wichtig ist die Überarbeitung: Erst durch Prüfen, Kürzen, Ergänzen und sprachliches Gestalten wird aus einer Idee ein überzeugender Märchentext.


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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Komödie über Wahrheit und Autorität; Roman als literarische „Geschichtsschichtung“ an einem Ort.

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