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Lichtbogenhandschweißen - Handwerk

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Lichtbogenhandschweißen - Handwerk



Lichtbogenhandschweißen - Handwerk


Einleitung

Beim Lichtbogenhandschweißen, auch E-Handschweißen oder Elektrodenschweißen, brennt ein elektrischer Lichtbogen zwischen dem Werkstück und einer umhüllten Stabelektrode. Die Elektrode schmilzt ab und wird zum Zusatzwerkstoff. Das Verfahren trägt nach EN ISO 4063 die Ordnungsnummer 111.

E-Handschweißen ist im Handwerk, bei Reparaturen, im Stahlbau und auf Baustellen verbreitet. Es ist robust, mobil und benötigt kein separat zugeführtes Schutzgas.

Sicherheit geht vor: Praktische Übungen dürfen nur nach Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und unter Aufsicht einer fachkundigen Person durchgeführt werden.


Lernziele

Du kannst das Verfahrensprinzip erklären, die Ausrüstung sicher zuordnen, eine Stabelektrode nach Herstellerangaben auswählen, typische Bedienfehler erkennen und einen Arbeitsablauf fachgerecht planen.


Verfahrensprinzip

Die Schweißstromquelle erzeugt einen geeigneten Schweißstrom. Elektrodenhalter und Werkstückklemme schließen mit dem Werkstück den Stromkreis. Durch kurzes Berühren und Abheben der Elektrode wird der Lichtbogen gezündet.

Der Lichtbogen schmilzt Grundwerkstoff und Kerndraht. Die Elektrodenumhüllung bildet Schutzgas und Schlacke. Beides schützt das Schmelzbad vor der Umgebungsluft. Nach dem Abkühlen wird die Schlacke vollständig entfernt.


Ausrüstung

  1. Schweißstromquelle: Inverter, Gleichrichter oder Transformator mit geeigneter Kennlinie
  2. Elektrodenhalter: hält und führt die Stabelektrode
  3. Werkstückklemme: stellt die Schweißstromrückleitung her
  4. Stabelektrode: Stromleiter, Lichtbogenträger und Zusatzwerkstoff
  5. Schlackenhammer: löst die erstarrte Schlacke
  6. Drahtbürste: reinigt Naht und Nahtumgebung


Stabelektroden und Einstellung

Elektroden unterscheiden sich durch Kerndraht, Umhüllung, Durchmesser und Einsatzbereich. Häufige Umhüllungsarten sind rutil, basisch und zellulosehaltig. Für die Auswahl gelten Werkstoff, Nahtart, Schweißposition und Herstellerdatenblatt.

Stromart, Polarität und Stromstärke werden nach der Elektrodenkennzeichnung und den Herstellerangaben eingestellt. Ein zu niedriger Strom kann zu Kleben und Bindefehlern führen. Ein zu hoher Strom begünstigt Spritzer, Einbrandkerben und Durchbrand.


Arbeitstechnik

  1. Nahtvorbereitung: Fuge metallisch sauber, trocken und passend vorbereitet
  2. Zünden: Elektrode kurz streichen oder tupfen und sofort abheben
  3. Lichtbogenlänge: möglichst kurz und gleichmäßig halten
  4. Elektrodenführung: ruhig, leicht schleppend und mit gleichmäßiger Geschwindigkeit
  5. Nahtende: Endkrater füllen und Lichtbogen kontrolliert lösen
  6. Zwischenreinigung: Schlacke vor jeder weiteren Lage restlos entfernen


Schweißpositionen und Nahtformen

Übliche Positionen sind Wannenlage, Horizontal-, Vertikal- und Überkopfposition. Zwangslagen verlangen besonders sichere Körperhaltung, kurze Lichtbogenführung und passende Elektroden.

Typische Nahtformen sind Stumpfnaht, Kehlnaht und Überlappnaht. Nahtform, Werkstückdicke und Zugänglichkeit bestimmen die Vorbereitung und den Lagenaufbau.


Arbeitssicherheit

Gefährdungen entstehen durch UV- und IR-Strahlung, Schweißrauch, heiße Teile, Funken, elektrischen Strom, Brand und Lärm.

  1. Persönliche Schutzausrüstung: Schweißhelm mit geeigneter Schutzstufe, Schweißerhandschuhe, schwer entflammbare Kleidung und Sicherheitsschuhe
  2. Absaugung: Schweißrauch möglichst an der Entstehungsstelle erfassen
  3. Brandschutz: Brennbares entfernen oder abdecken und Brandwache festlegen
  4. Elektrische Sicherheit: Kabel, Halter, Klemme und Gerät vor Arbeitsbeginn prüfen
  5. Umgebungsschutz: Schweißbereich abschirmen und andere Personen vor Strahlung schützen
  6. Behälter: Nie an unbekannten, geschlossenen oder nicht freigegebenen Behältern schweißen


Qualitätskontrolle

Eine brauchbare Naht zeigt gleichmäßige Breite, passende Nahtüberhöhung, saubere Übergänge und keine sichtbaren Risse. Typische Fehler sind Poren, Schlackeneinschlüsse, Bindefehler, Einbrandkerben, Spritzer und unvollständig gefüllte Endkrater.

Nach dem Schweißen werden Schlacke und Spritzer entfernt. Danach erfolgt die Sichtprüfung. Auffälligkeiten werden dokumentiert und mit Aufsicht oder Schweißaufsicht bewertet.


Arbeitsablauf im Betrieb

  1. Arbeitsauftrag: Zeichnung, Werkstoff, Naht und Anforderungen klären
  2. Gefährdungsbeurteilung: Arbeitsplatz, Umgebung und Schutzmaßnahmen prüfen
  3. Vorbereitung: Bauteile reinigen, heften und sicher positionieren
  4. Einstellung: Elektrode, Stromart, Polarität und Stromstärke festlegen
  5. Schweißen: Lichtbogen und Geschwindigkeit gleichmäßig führen
  6. Nacharbeit: Schlacke entfernen, Naht prüfen und Ergebnis dokumentieren


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Ordnungsnummer hat das Lichtbogenhandschweißen nach EN ISO 4063? (111) (!131) (!135) (!141)




Was brennt beim E-Handschweißen zwischen Elektrode und Werkstück? (Ein elektrischer Lichtbogen) (!Eine Gasflamme) (!Ein Laserstrahl) (!Ein Induktionsfeld)




Welche Aufgabe übernimmt die abschmelzende Stabelektrode? (Sie dient als Elektrode und Zusatzwerkstoff) (!Sie kühlt das Werkstück) (!Sie ersetzt die Werkstückklemme) (!Sie misst die Nahttemperatur)




Was erzeugt die Elektrodenumhüllung beim Abschmelzen? (Schutzgas und Schlacke) (!Druckluft und Wasser) (!Sauerstoff und Kühlmittel) (!Vakuum und Schmierstoff)




Welche Aufgabe hat die Werkstückklemme? (Sie stellt die Schweißstromrückleitung her) (!Sie hält den Schweißhelm) (!Sie entfernt die Schlacke) (!Sie misst den Elektrodendurchmesser)




Welche Schutzausrüstung schützt die Augen vor Lichtbogenstrahlung? (Ein geeigneter Schweißhelm) (!Eine klare Alltagsbrille) (!Ein Gehörschutzbügel) (!Eine Staubschutzhaube)




Wonach werden Stromart und Polarität gewählt? (Nach Elektrodenkennzeichnung und Herstellerangabe) (!Nach der Farbe des Werkstücks) (!Nach der Länge des Netzkabels) (!Nach der Raumtemperatur allein)




Was muss vor einer weiteren Schweißlage vollständig entfernt werden? (Die Schlacke) (!Die Werkstückklemme) (!Der Grundwerkstoff) (!Der Elektrodenhalter)




Welche Folge kann ein zu langer Lichtbogen haben? (Mehr Spritzer und instabiler Prozess) (!Automatisch tiefere fehlerfreie Nähte) (!Vollständige Rauchfreiheit) (!Kälteres Schmelzbad ohne Nebenwirkung)




Was geschieht vor Beginn der praktischen Schweißarbeit? (Unterweisung und Arbeitsplatzprüfung) (!Sofortiges Zünden ohne Kontrolle) (!Entfernen der Schutzkleidung) (!Abklemmen der Werkstückleitung)





Memory

Stabelektrode Stromleiter und Zusatzwerkstoff
Umhüllung Schutzgas und Schlacke
Schweißstromquelle Liefert den Schweißstrom
Elektrodenhalter Klemmt und führt die Elektrode
Werkstückklemme Schließt den Stromkreis
Schlackenhammer Entfernt erstarrte Schlacke





Drag and Drop

Ordne die richtige häufige Ursache zu. Sichtbarer Schweißfehler
Feuchte Elektrode oder Verunreinigung Poren
Unvollständig entfernte Zwischenlagenschlacke Schlackeneinschluss
Zu hoher Strom oder ungünstiger Führungswinkel Einbrandkerbe
Zu geringe Wärmeeinbringung Bindefehler
Zu langer Lichtbogen Starke Spritzer






Kreuzworträtsel

Elektrode Welcher abschmelzende Stab trägt den Lichtbogen und liefert Zusatzwerkstoff?
Lichtbogen Welche elektrische Entladung erzeugt die Schweißwärme?
Schlacke Welche erstarrte Schutzschicht wird nach dem Schweißen entfernt?
Schmelzbad Wie heißt der flüssige Bereich aus Grund- und Zusatzwerkstoff?
Masseklemme Wie heißt die umgangssprachlich benannte Klemme der Schweißstromrückleitung?
Absaugung Welche technische Maßnahme erfasst Schweißrauch an der Entstehungsstelle?





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Lückentext

Vervollständige den Text.
Das Lichtbogenhandschweißen trägt die Prozessnummer

. Zwischen Werkstück und Stabelektrode brennt ein

. Die abschmelzende Elektrode dient zugleich als

. Ihre Umhüllung bildet Schutzgas und

. Vor jeder weiteren Lage wird die erstarrte Schlacke

. Elektrodenhalter und Werkstückklemme schließen den elektrischen

. Schweißrauch soll durch eine geeignete

erfasst werden. Stromart und Polarität richten sich nach dem

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Arbeitsplatzcheck: Erstelle eine Bild- oder Skizzencheckliste für einen sicheren E-Hand-Arbeitsplatz.
  2. PSA-Check: Ordne jedem Körperbereich die passende persönliche Schutzausrüstung zu und begründe die Auswahl.
  3. Ausrüstung erkennen: Fotografiere mit Erlaubnis die vorhandene Ausrüstung und beschrifte ihre Funktionen.
  4. Nahtvorbereitung: Vergleiche eine saubere und eine verunreinigte Fuge und beschreibe mögliche Folgen.


Standard

  1. Einstellplan: Erstelle aus zwei Elektroden-Datenblättern einen Einstellplan für Durchmesser, Stromart, Polarität und Strombereich.
  2. Fehleranalyse: Untersuche Fotos von Schweißnähten und ordne mögliche Ursachen sowie Abhilfen zu.
  3. Arbeitsablauf: Formuliere einen vollständigen Ablauf vom Arbeitsauftrag bis zur Sichtprüfung.
  4. Fachgespräch: Interviewe eine Fachkraft über typische Anwendungen des E-Handschweißens im Betrieb.


Schwer

  1. Schweißanweisung: Entwirf für eine einfache Kehlnaht eine übersichtliche Arbeitsanweisung mit Sicherheitsmaßnahmen.
  2. Versuchsreihe: Plane unter Aufsicht eine Versuchsreihe zur Wirkung unterschiedlicher Stromstärken und dokumentiere die Nahtbilder.
  3. Gefährdungsbeurteilung: Beurteile einen fiktiven Baustellenarbeitsplatz und leite technische, organisatorische und persönliche Maßnahmen ab.
  4. Qualitätsprüfung: Entwickle einen Bewertungsbogen für Nahtform, Übergänge, Spritzer, Poren, Einbrandkerben und Endkrater.




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Lernkontrolle

  1. Verfahrenswahl: Entscheide für eine Reparatur im Freien zwischen E-Hand-, MAG- und WIG-Schweißen und begründe Deine Wahl anhand der Arbeitsbedingungen.
  2. Fehlerdiagnose: Eine Elektrode klebt häufig fest und die Naht zeigt Bindefehler. Entwickle eine systematische Prüfung möglicher Ursachen.
  3. Sicherheitsplanung: Plane Schutzmaßnahmen für Schweißarbeiten in einem engen metallischen Bereich und begründe ihre Reihenfolge.
  4. Prozesszusammenhang: Erkläre, wie Lichtbogenlänge, Stromstärke und Führungsgeschwindigkeit gemeinsam das Nahtbild beeinflussen.
  5. Elektrodenauswahl: Vergleiche zwei geeignete Stabelektroden anhand ihrer Datenblätter und entscheide für eine vorgegebene Schweißposition.
  6. Qualitätsentscheidung: Bewerte eine dokumentierte Naht und entscheide, ob Nacharbeit, Reparatur oder Freigabe erforderlich ist.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis sind wichtig:

  1. Sicheres Einrichten und Prüfen des Arbeitsplatzes
  2. Richtiges Zuordnen der Ausrüstung und Schutzmaßnahmen
  3. Übertragen von Elektrodenangaben auf die Geräteeinstellung
  4. Kontrolliertes Zünden und Führen einer Übungsraupe unter Aufsicht
  5. Reinigen, Sichtprüfen und Dokumentieren der Schweißnaht
  6. Fachliches Begründen erkannter Fehler und geeigneter Korrekturen




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