Licht und Raumwirkung im gotischen Ulmer Münster


Licht und Raumwirkung im gotischen Ulmer Münster
Einleitung
Licht und Raumwirkung im gotischen Ulmer Münster ist ein aiMOOC über die Frage, wie gotische Architektur Wahrnehmung steuert. Im Mittelpunkt steht nicht nur das sichtbare Licht, sondern die Art, wie es durch Fenster, Maßwerk, Obergaden, Pfeiler, Rippengewölbe und Proportionen in einen eindrucksvollen Sakralraum verwandelt wird. Das Ulmer Münster ist dafür besonders geeignet, weil es einen gewaltigen, in die Höhe strebenden Kirchenraum mit farbiger Glasmalerei, weiten Blickachsen und einer langen Baugeschichte verbindet.
Das Münster ist keine Kathedrale im kirchenrechtlichen Sinn, sondern eine große Pfarrkirche und Bürgerkirche. Dennoch wirkt es im Stadtraum wie ein monumentales domartiges Bauwerk. Der 161,53 Meter hohe Westturm prägte lange den Ruf des Münsters als Kirche mit einem der höchsten Kirchtürme der Welt. Für das Thema dieses aiMOOCs ist jedoch vor allem wichtig, wie die äußere Höhe im Inneren fortgesetzt wird: Der Blick wird beim Betreten nach oben gezogen, die Lichtzonen ordnen den Raum, und die farbigen Fenster verändern die Stimmung je nach Tageszeit.

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Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, wie Lichtführung und Raumwirkung im gotischen Ulmer Münster zusammenhängen. Du kannst zentrale Bauelemente wie Obergaden, Rippengewölbe, Maßwerk, Mittelschiff, Seitenschiff und Chor erkennen und ihre Wirkung beschreiben. Außerdem lernst Du, einen historischen Kirchenraum nicht nur als Bauwerk, sondern als gestalteten Wahrnehmungsraum zu analysieren.
- Fachwissen: Du beschreibst zentrale Merkmale der Gotik am Beispiel des Ulmer Münsters.
- Analysekompetenz: Du untersuchst, wie Licht, Farbe, Material und Proportion die Wahrnehmung eines Raumes beeinflussen.
- Transfer: Du überträgst das Analysemodell auf andere Kirchenräume, Museen, Schulgebäude oder öffentliche Räume.
- Gestaltungskompetenz: Du entwickelst eigene Skizzen, Fotos, Texte oder Modelle zur Wirkung von Licht im Raum.
Das Ulmer Münster als gotischer Lichtraum
Das Ulmer Münster wurde ab 1377 errichtet und über viele Jahrhunderte weitergebaut. Es gehört zu den bedeutenden Werken der gotischen Architektur in Deutschland. Ursprünglich war ein stärker hallenartiger Kirchenraum geplant. Später wurde das Mittelschiff höher geführt, sodass eine basilikale Raumform mit Obergaden entstand. Diese Planänderung ist für die Lichtwirkung entscheidend: Durch die hohen Fensterzonen kann Tageslicht in das Mittelschiff fallen und den Raum nach oben öffnen.
In der Gotik ist Licht mehr als Helligkeit. Es wird zum Medium der Spiritualität, der Bildsprache und der Raumlenkung. Die hohen Fenster lassen den Raum durchscheinender erscheinen, obwohl die Mauern weiterhin tragen. Das Maßwerk strukturiert die Fensterflächen, die Glasmalerei filtert das Licht farbig, und die Rippengewölbe führen den Blick in eine geordnete Höhe. Dadurch entsteht ein Raum, der zugleich groß, rhythmisch, lichtdurchlässig und auf das Chorende ausgerichtet wirkt.

Licht als Baustoff
Wenn man vom Licht als Baustoff spricht, meint man nicht, dass Licht tatsächlich trägt wie Stein. Gemeint ist, dass Licht die Wirkung des Bauwerks mitgestaltet. Im Ulmer Münster macht Licht Höhenunterschiede sichtbar, modelliert Pfeiler und Gewölbe, verbindet den Blick nach oben mit dem Weg nach vorn und verändert die Atmosphäre des Raumes. Ein heller Vormittag, ein bewölkter Nachmittag oder künstliche Beleuchtung erzeugen unterschiedliche Lesarten desselben Raumes.
Die gotische Architektur setzt Licht gezielt ein. Große Fensterflächen, spitze Bogenformen, steinerne Durchbrüche und farbige Glasflächen lassen die Wand weniger massiv erscheinen. In diesem Sinn entsteht eine Architektur, die zwischen Mauer, Fenster, Bild und Licht vermittelt.
Raumwirkung als Wahrnehmung
Raumwirkung beschreibt, wie ein Raum auf Menschen wirkt. Dazu gehören Höhe, Breite, Tiefe, Helligkeit, Dunkelheit, Akustik, Material, Blickrichtung, Bewegung und symbolische Bedeutung. Im Ulmer Münster spürst Du Raumwirkung besonders durch den Kontrast zwischen den hohen Pfeilerreihen des Mittelschiffs und den niedrigeren Seitenschiffen. Der Raum ist nicht nur groß, sondern gestaffelt: Er führt Dich vom Eingang über das Langhaus zum Chor, während Seitenräume, Kapellen und Fenster zusätzliche Blickpunkte eröffnen.
Gotische Vertikalität
Ein wesentliches Merkmal der Gotik ist die Vertikalität. Damit ist der Eindruck gemeint, dass der Raum nach oben strebt. Dieser Eindruck entsteht im Ulmer Münster durch hohe Pfeiler, Spitzbögen, schmale Fensterbahnen, Gewölberippen und den Blick in das hohe Mittelschiff. Die Vertikalität ist nicht nur technisch, sondern auch symbolisch: Der Raum verbindet Erde und Himmel, Alltag und Transzendenz, Stadt und geistliche Deutung.
Bauform und Weg durch den Raum
Der Weg durch das Ulmer Münster beginnt in der Nähe des mächtigen Westturms und führt durch das Langhaus in Richtung Chor. Dieser Weg ist keine neutrale Strecke. Er ist architektonisch inszeniert. Die Pfeilerreihen erzeugen einen Rhythmus, die Seitenschiffe öffnen seitliche Perspektiven, und die Fenster lenken Licht in verschiedene Raumzonen. Der Blick wandert dadurch gleichzeitig nach vorn, nach oben und zur Seite.
Ein hilfreiches Analysemodell lautet: Gehen, Sehen, Vergleichen, Deuten. Du gehst durch den Raum, beobachtest Lichtquellen, vergleichst helle und dunkle Zonen und deutest, welche Wirkung daraus entsteht. Im Ulmer Münster fällt dabei besonders auf, dass die Weite des Raumes nicht allein durch seine Größe entsteht. Sie entsteht durch die Ordnung der Bauteile, durch die Wiederholung der Pfeiler, durch die Staffelung der Schiffe und durch den Wechsel von farbigem und hellem Licht.

Vom hallenartigen Entwurf zur Basilika
In der Baugeschichte des Ulmer Münsters ist die Veränderung vom ursprünglich stärker hallenartigen Konzept zur Basilika besonders wichtig. Eine Hallenkirche besitzt Schiffe von ähnlicher Höhe, während eine Basilika ein erhöhtes Mittelschiff mit einer eigenen Fensterzone besitzt. Diese Fensterzone nennt man Obergaden. Für die Raumwirkung ist dieser Unterschied groß: Die Basilika erzeugt eine stärkere Höhenstaffelung und erlaubt eine gezielte Belichtung des Mittelschiffs von oben.
Diese Entwicklung zeigt, dass Raumwirkung nicht zufällig entsteht. Sie ist Ergebnis von Entwurf, Baupraxis, Statik, Finanzierung, ästhetischen Entscheidungen und religiösen Vorstellungen. Das Ulmer Münster ist deshalb auch ein Beispiel dafür, wie ein Bauwerk über Jahrhunderte hinweg verändert, gesichert und neu verstanden wird.
Langhaus, Seitenschiff und Mittelschiff
Das Langhaus ist der große Bereich, in dem sich die Gemeinde versammelt. Im Ulmer Münster prägt das hohe Mittelschiff die Wahrnehmung. Die Seitenschiffe sind niedriger und erzeugen eine seitliche Tiefenwirkung. Wenn Du im Mittelschiff stehst, wirken die Pfeiler wie eine steinerne Ordnung, die den Raum in Abschnitte teilt. Wenn Du ins Seitenschiff wechselst, erlebst Du denselben Raum anders: Die Höhe des Mittelschiffs wird zum Vergleichsmaßstab, und die Fenster erscheinen näher.
Das Langhaus: Höhe, Rhythmus und Obergaden
Das Langhaus des Ulmer Münsters zeigt die gotische Verbindung von Höhe und Ordnung besonders deutlich. Die Pfeiler stehen nicht zufällig im Raum, sondern bilden einen wiederkehrenden Rhythmus. Dieser Rhythmus ordnet das Gehen und Sehen. Die Spitzbögen zwischen den Pfeilern führen den Blick weiter, während die Rippengewölbe über dem Mittelschiff wie ein steinernes Liniennetz erscheinen.
Der Obergaden ist für die Lichtwirkung entscheidend. Er lässt Tageslicht von oben in den Raum einfallen. Dadurch wird das Mittelschiff heller als viele seitliche Zonen, und die Höhe wird ablesbar. Das Licht macht die Wandgliederung sichtbar und betont die senkrechte Bewegung der Architektur. In einem gotischen Raum ist diese Lichtführung Teil der Raumidee: Der Raum soll nicht nur umschließen, sondern öffnen.
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Pfeiler und Blickrhythmus
Die Pfeiler im Ulmer Münster gliedern den Raum in eine Folge von Jochen. Ein Joch ist ein Raumabschnitt zwischen tragenden Elementen. Wenn Du im Langhaus nach vorne blickst, wiederholen sich Pfeiler, Bögen und Gewölbeabschnitte. Dadurch entsteht ein Blickrhythmus. Dieser Rhythmus lässt den Raum länger, geordneter und zielgerichteter erscheinen.
Pfeiler sind also nicht nur tragende Bauteile. Sie erzeugen eine Wahrnehmungsstruktur. Sie teilen den Raum, ohne ihn vollständig zu trennen. Dadurch bleibt der Kirchenraum offen, aber nicht beliebig.
Gewölbe und Höhenwirkung
Das Rippengewölbe ordnet die Decke durch sichtbare Linien. Diese Rippen sammeln Kräfte, markieren Richtungen und geben dem Blick Orientierung. Im Ulmer Münster verstärken die Gewölbe den Eindruck, dass der Raum nach oben strebt. Das Auge folgt den Pfeilern nach oben, geht in die Bögen über und endet im Gewölbenetz. So wird die Decke nicht als Abschluss erlebt, sondern als geordnete Höhe.
Der Chor: farbiges Licht und verdichteter Bildraum
Der Chor ist im Kirchenraum der Bereich, der liturgisch besonders hervorgehoben ist. Im Ulmer Münster wird er durch hohe Fenster, Bildprogramme und künstlerische Ausstattung geprägt. Hier verbindet sich Licht mit Erzählung: Glasmalerei zeigt biblische Szenen, Heilige, Stifterbezüge und symbolische Farben. Das Licht ist dadurch nicht nur natürlich, sondern bildhaft vermittelt.
Im Chor entsteht eine andere Raumwirkung als im Langhaus. Während das Langhaus durch Bewegung, Rhythmus und Weite geprägt ist, wirkt der Chor stärker konzentriert. Der Blick sammelt sich am östlichen Ende, die Fenster bilden eine farbige Grenze zwischen Innenraum und Außenwelt, und die vertikale Gliederung steigert die feierliche Wirkung.
Glasmalerei als gefiltertes Licht
Glasmalerei verändert Licht. Sie lässt nicht einfach Helligkeit in den Raum, sondern verwandelt Tageslicht in farbiges Bildlicht. Farben wie Blau, Rot, Goldgelb oder Grün wirken je nach Wetter und Sonnenstand unterschiedlich. Im gotischen Raum ist das wichtig, weil Licht dadurch Bedeutung trägt. Es kann feierlich, erzählerisch, tröstlich, geheimnisvoll oder konzentrierend wirken.
Die mittelalterlichen Fenster des Ulmer Münsters gehören zur spätgotischen Glasmalerei. Sie zeigen, dass Licht nicht nur ein physikalisches Phänomen ist. Es ist ein Träger von Bildern, Stimmungen und theologischen Vorstellungen. Moderne Fenster im Münster greifen diese Idee neu auf: Auch zeitgenössische Glasgestaltung arbeitet mit Farbe, Rhythmus und Lichtverhältnissen.
Maßwerk als steinerne Lichtordnung
Maßwerk ist die steinerne Gliederung gotischer Fenster. Es teilt große Öffnungen in kleinere Formen und verbindet Technik mit Schmuck. Im Ulmer Münster sorgt Maßwerk dafür, dass Fenster nicht als bloße Löcher in der Wand erscheinen. Sie werden zu geordneten Lichtflächen. Das Maßwerk begrenzt, rhythmisiert und verfeinert das Licht. Dadurch entsteht eine Balance zwischen Stabilität und Durchlässigkeit.
Lichtstimmungen im Innenraum
Die Lichtwirkung im Ulmer Münster verändert sich. Am Morgen können einzelne Fenster stärker aufleuchten, am Mittag wirkt der Raum gleichmäßiger, an bewölkten Tagen treten die Linien von Pfeilern und Gewölben deutlicher hervor, und in der Dämmerung gewinnt künstliche Beleuchtung Bedeutung. Gute Lichtgestaltung in einem historischen Kirchenraum versucht, die Architektur nicht zu überdecken. Sie soll sichtbar machen, was der Raum bereits anlegt: Höhe, Tiefe, Material, Farbe und Blickrichtung.

Natürliches Licht und künstliche Beleuchtung
Natürliches Licht ist wechselhaft. Es macht den Kirchenraum lebendig, weil es Tageszeit, Wetter und Jahreszeit sichtbar werden lässt. Künstliche Beleuchtung ist steuerbar. Sie kann bestimmte Zonen betonen, Wege sichern oder liturgische Situationen unterstützen. Im gotischen Ulmer Münster ist die Herausforderung, künstliches Licht so einzusetzen, dass die vorhandene Raumlogik respektiert wird. Eine Beleuchtung, die Pfeiler, Gewölbe und Fenster gleichmäßig sichtbar macht, kann die räumliche Ordnung stärken. Eine zu harte Beleuchtung würde dagegen die geheimnisvolle Staffelung von Hell und Dunkel schwächen.
Historische Veränderungen der Raumwirkung
Die heutige Raumwirkung des Ulmer Münsters ist nicht identisch mit der Wirkung im Mittelalter. Die Reformation veränderte Ausstattung und Bildgebrauch. Im 16. Jahrhundert wurden viele Altäre entfernt, und der Kirchenraum erhielt eine stärker evangelische Prägung. Auch spätere Restaurierungen, Kriegsschäden, neue Fenster und moderne Beleuchtung veränderten, wie der Raum erlebt wird.
Viele Fenster der Kirchenschiffe wurden im Zweiten Weltkrieg beschädigt oder zerstört, besonders Verglasungen aus späteren Jahrhunderten. Nach dem Krieg entstanden zunächst schlichte Ersatzlösungen. Später wurden Fenster künstlerisch neu gestaltet. Damit zeigt das Ulmer Münster, dass Licht und Raumwirkung nicht nur mittelalterliche Themen sind. Sie werden in jeder Generation neu ausgehandelt.
Bürgerkirche und Stadtraum
Das Ulmer Münster wurde wesentlich durch die Bürgerinnen und Bürger der Stadt getragen. Es steht mitten im städtischen Raum und prägt den Münsterplatz ebenso wie die Silhouette der Stadt. Diese städtische Bedeutung wirkt auf die Raumwahrnehmung zurück. Wer das Münster betritt, wechselt von einem offenen Platz in einen geordneten Innenraum, von Alltagslicht zu gefiltertem Licht, von städtischer Bewegung zu konzentrierter Wahrnehmung.
Analysemodell: Wie Du Licht und Raum untersuchen kannst
Um die Wirkung des Ulmer Münsters selbstständig zu untersuchen, kannst Du ein Analysemodell verwenden. Es hilft Dir, Beobachtungen nicht nur zu sammeln, sondern in Zusammenhänge zu bringen.
- Lichtquelle: Woher kommt das Licht, und ist es natürlich oder künstlich?
- Lichtqualität: Ist das Licht hell, gedämpft, farbig, direkt oder indirekt?
- Raumzone: Welche Bereiche sind hell, welche liegen im Halbdunkel?
- Blickführung: Wohin lenken Pfeiler, Bögen, Fenster und Gewölbe Deinen Blick?
- Materialwirkung: Wie wirken Stein, Glas, Holz und Farbe im Licht?
- Bewegung: Wie verändert sich die Raumwirkung, wenn Du Deinen Standort wechselst?
- Bedeutung: Welche religiöse, historische oder ästhetische Deutung erhält das Licht?
Beispielanalyse: Blick ins Mittelschiff
Wenn Du im Mittelschiff nach Osten blickst, nimmst Du zuerst die Längsrichtung wahr. Die Pfeilerreihen führen den Blick nach vorne. Gleichzeitig ziehen die hohen Wände und Gewölberippen den Blick nach oben. Das Licht aus dem Obergaden macht diese Höhe sichtbar. Im Vergleich dazu wirken die Seitenschiffe niedriger und seitlicher. Die Raumwirkung entsteht also aus einem Zusammenspiel von Längsbewegung, Höhenbewegung und seitlicher Staffelung.
Beispielanalyse: Blick auf ein Fenster
Wenn Du ein Kirchenfenster betrachtest, siehst Du nicht nur ein Bild. Du siehst ein Bild, das aus Licht besteht. Die Farben verändern sich je nach Helligkeit. Das Maßwerk ordnet die Bildfläche. Die steinerne Umgebung rahmt die Farben. Dadurch wird das Fenster zu einem Übergang zwischen Außen und Innen, Naturlicht und Bild, Materie und Bedeutung.
Vergleich mit anderen gotischen Räumen
Das Ulmer Münster kann mit anderen gotischen Kirchen verglichen werden, etwa mit dem Freiburger Münster, dem Kölner Dom oder französischen Kathedralen wie Chartres. Gemeinsam sind ihnen die Bedeutung von Höhe, Licht, Maßwerk und Glasmalerei. Unterschiede liegen in Baugeschichte, Größe, Ausstattung, konfessioneller Nutzung und städtischer Einbindung. Der Vergleich zeigt: Gotik ist kein einheitliches Rezept, sondern eine Architekturform, die je nach Ort und Aufgabe eigene Lösungen entwickelt.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Bauteile lassen im basilikalen Langhaus besonders Tageslicht von oben einfallen? (Obergaden) (!Krypten) (!Fundamente) (!Turmhelme)
Welche Wirkung erzeugen hohe Pfeiler, Spitzbögen und Rippengewölbe besonders stark? (Vertikalität) (!Horizontalität) (!Flachheit) (!Unsichtbarkeit)
Warum ist das Ulmer Münster keine Kathedrale im kirchenrechtlichen Sinn? (Es war kein Bischofssitz) (!Es besitzt keine Fenster) (!Es wurde nicht in Ulm gebaut) (!Es hat keinen Chor)
Welche Bauform besitzt ein erhöhtes Mittelschiff mit eigener Fensterzone? (Basilika) (!Krypta) (!Rundturm) (!Fachwerkhaus)
Was bezeichnet Maßwerk in der gotischen Architektur? (Steinerne Gliederung von Fenstern) (!Bemalte Holzdecke) (!Gegossene Glocke) (!Unterirdischer Gang)
Welche Aufgabe haben Rippengewölbe für die Raumwirkung? (Sie ordnen die Decke und führen den Blick) (!Sie verdecken alle Fenster) (!Sie verkleinern den Kirchenraum absichtlich) (!Sie ersetzen die Pfeiler vollständig)
Warum ist Glasmalerei für die Lichtwirkung wichtig? (Sie verwandelt Tageslicht in farbiges Bildlicht) (!Sie verhindert jede Beleuchtung) (!Sie macht den Raum fensterlos) (!Sie trägt den Turm)
Welche Raumzone liegt seitlich neben dem Mittelschiff? (Seitenschiff) (!Turmspitze) (!Dachrinne) (!Marktplatz)
Welche Beobachtung gehört zu einer guten Raumanalyse? (Man achtet auf Licht, Blickrichtung, Material und Bewegung) (!Man zählt nur Sitzplätze) (!Man ignoriert die Fenster) (!Man betrachtet nur den Fußboden)
Welche Wirkung entsteht im Chor besonders durch farbige Fenster und Bildprogramme? (Verdichtung von Licht, Bild und Bedeutung) (!Auflösung aller Architektur) (!Verdeckung des Altars) (!Verkleinerung des Westturms)
Memory
| Obergaden | Tageslicht im Mittelschiff |
| Rippengewölbe | gelenkter Blick nach oben |
| Maßwerk | steinerne Fensterstruktur |
| Chor | verdichteter Bildraum |
| Seitenschiff | räumliche Tiefenstaffelung |
| Basilika | erhöhtes Mittelschiff |
| Glasmalerei | farbig gefiltertes Licht |
| Pfeilerreihe | rhythmische Raumgliederung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Obergaden | Belichtung des Mittelschiffs |
| Rippengewölbe | Ordnung der Decke |
| Maßwerk | Gliederung der Fenster |
| Seitenschiff | seitliche Raumzone |
| Chorfenster | farbige Bildwirkung |
...
Kreuzworträtsel
| Obergaden | Wie heißen hohe Fensterzonen über den Arkaden einer Basilika? |
| Masswerk | Wie heißt die steinerne Gliederung gotischer Fenster? |
| Gewoelbe | Wie heißt die gewölbte Decke über dem Kirchenraum? |
| Pfeiler | Welche senkrechten Stützen gliedern das Langhaus? |
| Basilika | Welche Bauform besitzt ein erhöhtes Mittelschiff mit Lichtzone? |
| Chorfenster | Welche Fenster prägen besonders den Bildraum am Ostende? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Fotobeobachtung: Suche ein Foto des Innenraums des Ulmer Münsters und markiere darauf drei Stellen, an denen Licht die Raumwirkung verändert.
- Begriffskarte: Erstelle eine Begriffskarte mit den Begriffen Obergaden, Maßwerk, Rippengewölbe, Pfeiler und Chor.
- Raumbeschreibung: Beschreibe in zehn Sätzen, wie das Mittelschiff auf Dich wirkt, wenn Du Dir ein Innenraumfoto ansiehst.
- Farbstimmung: Wähle drei Farben aus einem Kirchenfenster und erkläre, welche Stimmung sie im Raum erzeugen könnten.
Standard
- Bildanalyse: Vergleiche ein Foto des Langhauses mit einem Foto des Chors und erkläre Unterschiede in Licht, Blickrichtung und Raumdichte.
- Skizze: Zeichne eine vereinfachte Schnittskizze einer Basilika und trage ein, wo der Obergaden liegt.
- Interview: Befrage eine Person, wie sie hohe Kirchenräume erlebt, und werte die Antwort mit den Begriffen Höhe, Licht und Stille aus.
- Raumprotokoll: Gehe in eine Kirche, ein Museum oder eine Aula und notiere, wie sich die Lichtwirkung beim Gehen verändert.
Schwer
- Architekturanalyse: Schreibe eine zusammenhängende Analyse zur Frage, wie Pfeiler, Gewölbe und Fenster im Ulmer Münster eine vertikale Raumwirkung erzeugen.
- Vergleich: Vergleiche das Ulmer Münster mit einer anderen gotischen Kirche und arbeite Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Lichtführung heraus.
- Gestaltungsprojekt: Entwirf ein eigenes Fenster für einen hohen Raum und begründe, wie Farbe, Form und Licht die Atmosphäre verändern sollen.
- Medienprojekt: Erstelle ein kurzes Video oder eine digitale Präsentation zum Thema Licht als Baustoff und nutze das Ulmer Münster als Hauptbeispiel.

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Lernkontrolle
- Raumdeutung: Erkläre, warum der Eindruck von Höhe im Ulmer Münster nicht nur von Metern abhängt, sondern von Blickführung, Lichtzonen und Wiederholung der Bauteile.
- Transferanalyse: Wende das Analysemodell auf einen Raum Deiner Schule an und beschreibe, welche Rolle natürliches und künstliches Licht dort spielen.
- Vergleichsurteil: Beurteile, ob farbige Fenster einen Raum eher erklären, schmücken oder verwandeln. Begründe Dein Urteil mit Beispielen aus dem Ulmer Münster.
- Historisches Verständnis: Erläutere, warum Veränderungen durch Reformation, Kriegsschäden und moderne Fenster die Raumwirkung nicht zerstören müssen, sondern neue Bedeutungsschichten hinzufügen können.
- Gestaltungsentscheidung: Entwickle ein Beleuchtungskonzept für eine Abendführung im Ulmer Münster und begründe, welche Raumzonen Du hervorheben würdest.
- Perspektivwechsel: Beschreibe denselben Kirchenraum einmal aus Sicht einer mittelalterlichen Besucherin und einmal aus Sicht eines heutigen Architekturstudierenden.
Lernnachweis
Für einen überzeugenden Lernnachweis zum Thema Licht und Raumwirkung im gotischen Ulmer Münster ist wichtig, dass Du nicht nur Fakten nennst, sondern Zusammenhänge erklärst.
- Fachbegriffe: Du verwendest Begriffe wie Obergaden, Rippengewölbe, Maßwerk, Glasmalerei, Mittelschiff und Chor korrekt.
- Beobachtung: Du beschreibst konkrete Licht- und Raumwirkungen anhand von Bildern, Skizzen oder eigenen Wahrnehmungen.
- Zusammenhang: Du erklärst, wie Bauteile zusammenwirken und warum Licht die Architektur lesbar macht.
- Historische Einordnung: Du berücksichtigst Baugeschichte, Gotik, Reformation und spätere Veränderungen.
- Transfer: Du kannst das Gelernte auf andere Räume anwenden.
- Gestaltung: Du entwickelst eine eigene begründete Idee zur Wirkung von Licht in einem Raum.
OERs zum Thema
- Wikimedia Commons: Innenraum des Ulmer Münsters
- Wikimedia Commons: Glasfenster des Ulmer Münsters
- Wikimedia Commons: Turm des Ulmer Münsters
- Corpus Vitrearum: Glasmalerei im Ulmer Münster
- Offizielle Informationen des Ulmer Münsters
Links
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