Leistungsmotivation - Psychologie


Leistungsmotivation - Psychologie
Leistungsmotivation - Psychologie
Einleitung
Leistungsmotivation erklärt, warum Menschen Leistungssituationen aufsuchen, welche Ziele sie wählen, wie lange sie sich anstrengen und wie sie mit Erfolg oder Misserfolg umgehen. Entscheidend ist nicht nur das Ergebnis, sondern die Bewertung der eigenen Kompetenz anhand eines Gütemaßstabs.
Du lernst, Leistungsmotiv, situative Anreize, Erfolgserwartung, Attribution, Leistungsziele und Selbstwirksamkeit zu unterscheiden. Außerdem prüfst Du, wie Leistungsmotivation in Schule, Studium, Beruf und Sport gefördert werden kann.

Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du:
- Leistungsmotivation fachsprachlich definieren.
- Motiv, Motivation, Anreiz und beobachtbare Leistung unterscheiden.
- Das Risiko-Wahl-Modell nach Atkinson anwenden.
- Erfolgsorientierung und Misserfolgsvermeidung in Fällen erkennen.
- Bezugsnormen, Zielorientierungen und Attributionen analysieren.
- Grenzen psychologischer Modelle und Messverfahren beurteilen.
- motivierende Lern- und Leistungssituationen gestalten.
Grundlagen
Was ist Leistungsmotivation?
Von Leistungsmotivation im engeren psychologischen Sinn spricht man, wenn eine Person ihre eigene Tüchtigkeit an einem verbindlichen Standard bewertet. Die Handlung muss gelingen oder misslingen können.
Ein Leistungsstandard kann sein:
- Sachliche Bezugsnorm: Vergleich mit einer festgelegten Anforderung.
- Individuelle Bezugsnorm: Vergleich mit der eigenen früheren Leistung.
- Soziale Bezugsnorm: Vergleich mit der Leistung anderer Personen.
Beispiel: Eine Schülerin löst eine schwierige Aufgabe, um zu prüfen, ob sie eine neue Methode beherrscht. Hier geht es um Kompetenzbewertung. Erledigt sie dieselbe Aufgabe nur, um eine Strafe zu vermeiden, liegt nicht zwingend Leistungsmotivation im engeren Sinn vor.

Die Maslowsche Bedürfnishierarchie beschreibt allgemeine Bedürfnisse. Leistungsmotivation ist enger gefasst: Sie bezieht sich auf die Auseinandersetzung mit Gütemaßstäben.
Motiv, Motivation und Leistung
| Begriff | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| Leistungsmotiv | Relativ überdauernde Bereitschaft, Leistungssituationen aufzusuchen oder zu meiden | Eine Person sucht regelmäßig anspruchsvolle Aufgaben |
| Anreiz | Erwartete positive oder negative Bedeutung eines Ergebnisses | Stolz nach dem Bestehen einer schwierigen Prüfung |
| Motivation | Aktueller Zustand aus Person-Situation-Wechselwirkung | Heute konzentriert für eine Klausur lernen |
| Leistung | Ergebnis einer Handlung | Punktzahl, Problemlösung oder sportliche Zeit |
Eine hohe Motivation garantiert keine hohe Leistung. Das Ergebnis hängt zusätzlich von Fähigkeit, Vorwissen, Strategie, Übung, Gesundheit, Zeit und Rahmenbedingungen ab.
Merksatz: Motivation entsteht aus der Wechselwirkung von Person und Situation.
Komponenten der Leistungsmotivation
Klassische Modelle unterscheiden zwei Tendenzen:
- Hoffnung auf Erfolg: Stolz erleben, Kompetenz zeigen und Herausforderungen bewältigen.
- Furcht vor Misserfolg: Scham vermeiden, Selbstwert schützen oder Bewertungssituationen umgehen.
Beide Tendenzen können gleichzeitig vorhanden sein. Eine Person kann eine Aufgabe attraktiv finden und dennoch Angst vor dem Scheitern haben.
Das Risiko-Wahl-Modell nach Atkinson
Erwartung und Wert
Im Risiko-Wahl-Modell hängt die Wahl einer Aufgabe insbesondere ab von:
- dem persönlichen Erfolgsmotiv,
- der subjektiven Erfolgswahrscheinlichkeit,
- dem Anreiz des Erfolgs,
- der Furcht vor Misserfolg.

Vereinfacht gilt:
Motivation = Erwartung × Wert
Eine Aufgabe motiviert besonders, wenn ein Erfolg als möglich und zugleich bedeutsam erlebt wird. Ist der Erfolg sicher, ist der Leistungsanreiz oft gering. Scheint er unmöglich, fehlt die realistische Erfolgserwartung.
Aufgabenwahl
Erfolgszuversichtliche Personen wählen häufig Aufgaben mittlerer subjektiver Schwierigkeit. Dort erhalten sie besonders aussagekräftige Rückmeldung über die eigene Kompetenz.
Misserfolgsängstliche Personen können sehr leichte oder extrem schwere Aufgaben bevorzugen:
- Bei sehr leichten Aufgaben erscheint Scheitern unwahrscheinlich.
- Bei extrem schweren Aufgaben lässt sich ein Misserfolg leichter mit der Schwierigkeit erklären.
Diese Vorhersagen sind Modellannahmen und werden empirisch nicht in jeder Situation bestätigt.

Fallbeispiel
Mira kann zwischen drei Referatsthemen wählen:
| Thema | subjektive Erfolgswahrscheinlichkeit | erwarteter Anreiz | mögliche Deutung |
|---|---|---|---|
| Sehr leicht | sehr hoch | gering | Erfolg sagt wenig über die Kompetenz aus |
| Mittelschwer | mittel | hoch | Herausforderung mit realistischer Erfolgschance |
| Extrem schwer | sehr gering | hoch, aber kaum erreichbar | Misserfolg ist leicht entschuldbar |
Eine erfolgszuversichtliche Mira dürfte eher das mittelschwere Thema wählen. Für eine sichere Vorhersage müssen jedoch Vorwissen, Interesse, Zeit und soziale Bedingungen berücksichtigt werden.
Selbstbewertung und Attribution
Selbstbewertungsmodell
Das Selbstbewertungsmodell der Leistungsmotivation verbindet drei Prozesse:
- Zielsetzung: Welche Schwierigkeit wähle ich?
- Kausalattribution: Worauf führe ich Erfolg oder Misserfolg zurück?
- Selbstbewertung: Erlebe ich Stolz, Zufriedenheit, Scham oder Enttäuschung?
Diese Prozesse können stabile Motivationsmuster bilden. Erfolgsmotivierte Personen setzen häufig realistische Herausforderungen, führen Erfolg auf eigene Beiträge zurück und erleben berechtigten Stolz.
Ursachenzuschreibungen
Attributionen sind subjektive Erklärungen für Ereignisse. Nach Bernard Weiner lassen sie sich unter anderem nach drei Dimensionen ordnen:
| Ursache | Ort | Stabilität | Kontrollierbarkeit |
|---|---|---|---|
| Fähigkeit | intern | eher stabil | begrenzt kontrollierbar |
| Anstrengung | intern | variabel | eher kontrollierbar |
| Aufgabenschwierigkeit | extern | eher stabil | kaum kontrollierbar |
| Zufall | extern | variabel | kaum kontrollierbar |
| Strategie | intern | variabel | eher kontrollierbar |
Die Einordnung ist kontextabhängig. Fähigkeiten können sich entwickeln, und nicht jede Anstrengung ist unter allen Bedingungen frei steuerbar.
Motivierende Attributionen
Nach einem Misserfolg ist die Aussage „Ich bin grundsätzlich unfähig“ meist ungünstig, weil sie intern, stabil und schwer kontrollierbar wirkt.
Hilfreicher kann eine realistische Erklärung sein:
„Meine bisherige Strategie hat nicht funktioniert. Ich probiere eine andere Methode und hole Rückmeldung ein.“
Günstige Attributionen dürfen nicht beschönigen. Sie sollen wahrheitsgemäß, veränderungsorientiert und handlungsrelevant sein.
Ziele, Selbstwirksamkeit und Selbstbestimmung
Zielorientierungen
Die Leistungszieltheorie unterscheidet zwei Grundrichtungen:
| Zielorientierung | Leitfrage | mögliche Folge |
|---|---|---|
| Lernzielorientierung | Wie kann ich meine Kompetenz erweitern? | Übung, Strategieanpassung und Ausdauer |
| Leistungszielorientierung | Wie wirke ich im Vergleich zu anderen? | Demonstration oder Schutz von Kompetenz |
Zusätzlich wird zwischen Annäherung und Vermeidung unterschieden:
- Lern-Annäherung: etwas verstehen und beherrschen.
- Lern-Vermeidung: Kompetenzverlust oder Fehler vermeiden.
- Leistungs-Annäherung: besser als andere sein.
- Leistungs-Vermeidung: nicht schlechter als andere erscheinen.

Lernziele sind besonders bei komplexen und neuen Aufgaben oft hilfreich. Leistungsziele können kurzfristig aktivieren, erzeugen aber bei starker Vermeidungsorientierung zusätzlichen Bewertungsdruck.
Selbstwirksamkeit
Selbstwirksamkeit bezeichnet die Überzeugung, eine konkrete Handlung erfolgreich ausführen zu können. Sie beeinflusst:
- die Wahl von Aufgaben,
- die investierte Anstrengung,
- die Ausdauer bei Schwierigkeiten,
- den Umgang mit Rückschlägen.
Selbstwirksamkeit entsteht besonders durch eigene Bewältigungserfahrungen, beobachtete Modelle, glaubwürdige Ermutigung und die Interpretation körperlicher Erregung.
Selbstbestimmung
Die Selbstbestimmungstheorie nach Edward L. Deci und Richard M. Ryan ergänzt die Leistungsmotivationsforschung. Motivation wird eher selbstbestimmt, wenn drei psychologische Grundbedürfnisse unterstützt werden:
- Autonomie: Wahl- und Gestaltungsspielräume erleben.
- Kompetenz: sich wirksam und lernfähig erleben.
- Soziale Eingebundenheit: Zugehörigkeit und Wertschätzung erfahren.


Äußere Anreize sind nicht grundsätzlich schädlich. Entscheidend ist, ob sie als informierend, unterstützend oder kontrollierend erlebt werden.
Aktivierung, Flow und Leistung
Yerkes-Dodson-Zusammenhang
Das Yerkes-Dodson-Gesetz beschreibt vereinfacht eine umgekehrt U-förmige Beziehung zwischen Aktivierung und Leistung:
- Zu geringe Aktivierung kann mit Langeweile und geringer Konzentration verbunden sein.
- Mittlere Aktivierung kann die Leistung unterstützen.
- Zu hohe Aktivierung kann Aufmerksamkeit und Arbeitsgedächtnis beeinträchtigen.
Das optimale Aktivierungsniveau hängt von Person, Aufgabe, Erfahrung und Situation ab. Komplexe Aufgaben verlangen häufig ein niedrigeres Erregungsniveau als einfache Routinetätigkeiten.
Flow
Flow kann entstehen, wenn Anforderungen und Fähigkeiten gut aufeinander abgestimmt sind, Ziele klar sind und unmittelbare Rückmeldung verfügbar ist.

Flow und Leistungsmotivation überschneiden sich, sind aber nicht identisch. Leistungsmotivation betrifft die Bewertung eigener Tüchtigkeit; Flow beschreibt eine besondere Qualität des Erlebens während einer Tätigkeit.
Förderung der Leistungsmotivation
Lernförderliche Gestaltung
Motivierende Lern- und Leistungssituationen enthalten häufig:
- klare, erreichbare und anspruchsvolle Ziele,
- Wahlmöglichkeiten innerhalb transparenter Grenzen,
- verständliche Kriterien,
- zeitnahe Rückmeldung zu Strategie und Fortschritt,
- Möglichkeiten zur Überarbeitung,
- eine Fehlerkultur ohne Beschämung,
- individuelle und sachliche Bezugsnormen,
- Unterstützung beim Aufbau wirksamer Lernstrategien.
Feedback
Wenig hilfreich:
„Du bist eben kein Mathetyp.“
Hilfreicher:
„Die Gleichung wurde korrekt aufgestellt. Beim Umformen ist ein Vorzeichenfehler entstanden. Prüfe diesen Schritt mit der Gegenprobe.“
Gutes Feedback verbindet Information, nächste Handlung und realistische Zuversicht. Es bewertet nicht den Wert einer Person.
Zielsetzung
Ein wirksames Ziel ist konkret, herausfordernd, erreichbar und überprüfbar. Bei komplexen Aufgaben sollten Ergebnisziele mit Lern- und Prozesszielen kombiniert werden.
| Zielart | Beispiel |
|---|---|
| Ergebnisziel | Eine überzeugende Präsentation halten |
| Lernziel | Drei psychologische Modelle korrekt vergleichen |
| Prozessziel | An vier Tagen jeweils 25 Minuten mit Abrufübungen lernen |
Messung und Forschung
Messverfahren
Leistungsmotivation wird mit unterschiedlichen Verfahren untersucht:
- Fragebogen: Selbstauskünfte zu Erfolgshoffnung, Misserfolgsfurcht oder Zielorientierung.
- Verhaltensbeobachtung: Aufgabenwahl, Ausdauer, Strategiewechsel und Reaktion auf Rückmeldung.
- Experiment: gezielte Veränderung von Schwierigkeit, Feedback oder Bezugsnorm.
- Projektiver Test: Deutung mehrdeutiger Bilder, historisch etwa im Thematischen Auffassungstest.
Kein Verfahren bildet das gesamte Konstrukt fehlerfrei ab. Ergebnisse müssen hinsichtlich Reliabilität, Validität, sozialer Erwünschtheit und Situationsabhängigkeit geprüft werden.
Korrelation und Kausalität
Wenn Leistungsmotivation und Prüfungsleistung zusammenhängen, ist die Ursache noch nicht geklärt. Möglich sind:
- Motivation beeinflusst das Lernen.
- Frühere Leistung beeinflusst die Motivation.
- Eine dritte Variable beeinflusst beides.
- Die Effekte wirken wechselseitig.
Für kausale Aussagen sind geeignete Forschungsdesigns erforderlich.
Grenzen der Modelle
Psychologische Modelle vereinfachen komplexes Verhalten. Leistungshandeln wird auch beeinflusst durch Gesundheit, Diskriminierung, Ressourcen, Unterrichtsqualität, soziale Erwartungen, Interessen, Emotionen und Gelegenheiten.
Aus geringer Leistung darf daher nicht automatisch auf geringe Motivation geschlossen werden.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wann liegt Leistungsmotivation im engeren psychologischen Sinn vor? (Wenn die eigene Tüchtigkeit an einem Gütemaßstab bewertet wird) (!Wenn eine Handlung ausschließlich Spaß macht) (!Wenn eine Person körperlich aktiv ist) (!Wenn eine Belohnung besonders groß ist)
Was bezeichnet ein Leistungsmotiv? (Eine relativ überdauernde Bereitschaft gegenüber Leistungssituationen) (!Das messbare Ergebnis einer einzelnen Aufgabe) (!Eine kurzfristige körperliche Erregung) (!Die objektive Schwierigkeit einer Prüfung)
Welche Aufgabe wählen erfolgszuversichtliche Personen nach dem Risiko-Wahl-Modell häufig? (Eine Aufgabe mittlerer subjektiver Schwierigkeit) (!Immer die leichteste Aufgabe) (!Immer die schwerste Aufgabe) (!Eine Aufgabe ohne Rückmeldung)
Welche Aussage beschreibt Hoffnung auf Erfolg? (Die Aussicht auf Stolz nach bewältigter Herausforderung) (!Die Vermeidung jeder Bewertungssituation) (!Die Erwartung einer äußeren Bestrafung) (!Das Fehlen eines persönlichen Ziels)
Welche Wahl kann dem Schutz vor Misserfolg dienen? (Eine extrem schwere Aufgabe wählen) (!Eine realistische Herausforderung annehmen) (!Eine neue Strategie erproben) (!Sachliches Feedback einholen)
Welche drei Dimensionen sind für Attributionen besonders wichtig? (Ort Stabilität und Kontrollierbarkeit) (!Tempo Lautstärke und Dauer) (!Alter Geschlecht und Beruf) (!Belohnung Strafe und Zufall)
Wie wird Anstrengung im klassischen Attributionsschema meist eingeordnet? (Intern variabel und eher kontrollierbar) (!Extern stabil und unkontrollierbar) (!Intern stabil und unkontrollierbar) (!Extern variabel und kontrollierbar)
Was kennzeichnet eine Lernzielorientierung? (Die eigene Kompetenz erweitern) (!Ausschließlich besser als andere wirken) (!Jede schwierige Aufgabe vermeiden) (!Nur eine hohe Note anstreben)
Welche Grundbedürfnisse nennt die Selbstbestimmungstheorie? (Autonomie Kompetenz und soziale Eingebundenheit) (!Macht Besitz und Berühmtheit) (!Hunger Durst und Schlaf) (!Tempo Ordnung und Wettbewerb)
Warum lässt sich Leistung nicht direkt mit Motivation gleichsetzen? (Weil auch Fähigkeit Strategie und Bedingungen die Leistung beeinflussen) (!Weil Motivation nicht psychologisch untersucht werden kann) (!Weil Leistung immer zufällig entsteht) (!Weil motivierte Menschen keine Ziele benötigen)
Memory
| Gütemaßstab | Vergleichsnorm |
| Hoffnung auf Erfolg | Annäherungstendenz |
| Furcht vor Misserfolg | Vermeidungstendenz |
| Erfolgserwartung | subjektive Wahrscheinlichkeit |
| Anreiz | erwarteter Wert |
| Attribution | Ursachenzuschreibung |
| Lernziel | Kompetenzzuwachs |
| Selbstwirksamkeit | Handlungszuversicht |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Leistungsmotivation |
|---|---|
| Erfolgsmotiv | Stolz durch eine gelungene Herausforderung anstreben |
| Misserfolgsmotiv | Scham in einer Leistungssituation vermeiden |
| Individuelle Bezugsnorm | Mit der eigenen früheren Leistung vergleichen |
| Soziale Bezugsnorm | Mit den Leistungen anderer Personen vergleichen |
| Sachliche Bezugsnorm | Mit festgelegten Kriterien vergleichen |
| Lernzielorientierung | Die eigene Kompetenz erweitern |
Kreuzworträtsel
| Gütemaßstab | Woran wird die eigene Tüchtigkeit in einer Leistungssituation gemessen? |
| Atkinson | Wer entwickelte das klassische Risiko-Wahl-Modell? |
| Anreiz | Wie heißt der erwartete Wert eines möglichen Ergebnisses? |
| Autonomie | Welches Grundbedürfnis betrifft selbstbestimmte Wahlmöglichkeiten? |
| Attribution | Wie heißt die Zuschreibung einer Ursache zu Erfolg oder Misserfolg? |
| Kompetenz | Welches Erleben entsteht durch wirksames Bewältigen von Anforderungen? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Motivationstagebuch: Dokumentiere fünf Leistungssituationen. Notiere Ziel, Erwartung, Anreiz, Gefühl und Ergebnis.
- Begriffsnetz: Gestalte ein Schaubild zu Motiv, Motivation, Leistung, Erfolgserwartung und Attribution.
- Fallanalyse: Erfinde eine kurze Prüfungssituation und markiere Hoffnung auf Erfolg sowie Furcht vor Misserfolg.
- Medienanalyse: Untersuche eine Werbung, Serie oder Sportreportage darauf, wie Erfolg und Misserfolg erklärt werden.
Standard
- Attributionsinterview: Befrage eine Person freiwillig und anonym dazu, wie sie einen Erfolg und einen Rückschlag erklärt. Ordne die Antworten ein.
- Zielarchitektur: Formuliere für ein eigenes Lernprojekt je ein Ergebnisziel, Lernziel und Prozessziel.
- Feedbackwerkstatt: Überarbeite fünf pauschale Rückmeldungen zu konkretem, sachlichem und handlungsorientiertem Feedback.
- Mikroexperiment: Vergleiche bei einer ungefährlichen Lernaufgabe zwei Feedbackformen. Erhebe keine sensiblen Daten und informiere alle Beteiligten.
Schwer
- Modellvergleich: Vergleiche Risiko-Wahl-Modell, Attributionstheorie, Leistungszieltheorie und Selbstbestimmungstheorie an demselben Fall.
- Forschungsplan: Entwickle eine prüfbare Hypothese zur Wirkung einer Bezugsnorm auf Aufgabenwahl oder Ausdauer.
- Interventionskonzept: Entwirf eine vierwöchige Maßnahme zur Förderung selbstbestimmter Leistungsmotivation in Schule oder Studium.
- Kritische Literaturarbeit: Prüfe anhand wissenschaftlicher Quellen, welche Vorhersagen des Risiko-Wahl-Modells bestätigt, eingeschränkt oder widerlegt wurden.


Lernkontrolle
- Prüfungsvermeidung: Eine leistungsstarke Schülerin meldet sich nie freiwillig. Erkläre das Verhalten mit mindestens drei Modellen und entwickle zwei überprüfbare Hypothesen.
- Belohnungssystem: Eine Schule vergibt Punkte für jede gelöste Aufgabe. Analysiere mögliche motivierende und demotivierende Wirkungen unter Einbezug der Selbstbestimmungstheorie.
- Aufgabenwahl: Ein Student wählt nur sehr leichte oder nahezu unlösbare Aufgaben. Leite mögliche Funktionen dieser Wahl ab und nenne alternative Erklärungen.
- Feedbackplanung: Entwickle für einen misslungenen Vortrag eine Rückmeldung, die Kompetenz, realistische Attribution und nächste Lernschritte unterstützt.
- Forschungsdesign: Plane eine Untersuchung zum Zusammenhang zwischen Lernzielorientierung und Ausdauer. Bestimme Variablen, Messung, Stichprobe und mögliche Störvariablen.
- Transferanalyse: Erkläre, weshalb dieselbe Person im Sport erfolgsorientiert, im Studium aber misserfolgsängstlich handeln kann.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis sind wichtig:
- eine korrekte Definition der Leistungsmotivation,
- die Unterscheidung von Leistungsmotiv, aktueller Motivation und Leistung,
- die Anwendung des Risiko-Wahl-Modells auf einen Fall,
- die Analyse von Attributionen und Zielorientierungen,
- der begründete Vergleich mehrerer Motivationstheorien,
- die kritische Bewertung von Messverfahren und Kausalaussagen,
- die Entwicklung einer psychologisch begründeten Fördermaßnahme,
- die Beachtung von Datenschutz, Freiwilligkeit und wertschätzender Kommunikation.
OERs zum Thema
Weitere freie Vertiefungen
- Leistungsmotiv
- Selbstbewertungsmodell der Leistungsmotivation
- Attribution
- Selbstwirksamkeitserwartung
- Selbstbestimmungstheorie
- Flow
- Yerkes-Dodson-Gesetz
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