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Kunst in der Steinzeit - Kunst

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Kunst in der Steinzeit - Kunst




Kunst in der Steinzeit - Kunst


Einleitung

Schon lange vor Schrift, Städten und Schulen schufen Menschen Kunst. Sie malten Tiere auf Felswände, ritzten Linien in Knochen und schnitzten Figuren aus Stein oder Mammutelfenbein. Viele berühmte Werke stammen aus der Altsteinzeit und sind Zehntausende Jahre alt.

In diesem aiMOOC lernst Du zentrale Formen, Materialien und Motive der Steinzeitkunst kennen. Du unterscheidest Beobachtungen von Deutungen und entwickelst eigene gestalterische Ideen. Dabei gilt: Wir kennen die Werke, aber ihre genaue Bedeutung ist oft nicht sicher.


Lernziele

  1. Steinzeitkunst: Du erkennst wichtige Formen der Kunst aus der Steinzeit.
  2. Höhlenmalerei: Du beschreibst Motive, Farben und Techniken.
  3. Kleinkunst: Du erklärst, warum Figuren und Gravuren mobil waren.
  4. Bildanalyse: Du trennst Beobachtung, Vermutung und Beleg.
  5. Kulturerbe: Du begründest, warum Fundorte geschützt werden müssen.


Was ist Steinzeitkunst?

Steinzeitkunst umfasst Bilder, Zeichen, Schmuck und Figuren, die Menschen in verschiedenen Abschnitten der Steinzeit herstellten. Die zeitliche Einteilung unterscheidet sich je nach Weltregion. Besonders bekannt ist die europäische Eiszeitkunst des Jungpaläolithikums.

Forschende unterscheiden zwei Grundformen:

  1. Parietalkunst: Kunst, die fest mit Höhlenwänden, Felsflächen oder Felsdächern verbunden ist.
  2. Kleinkunst: Tragbare Objekte wie Figuren, Anhänger, verzierte Geräte und gravierte Knochen.

Erhalten blieb vor allem Kunst aus haltbaren Materialien. Bilder auf Holz, Haut, Textilien oder im Sand sind meist vergangen.


Zeitliche Einordnung

In Europa stammen einige der ältesten bekannten figürlichen Kunstwerke aus der Zeit vor ungefähr 40.000 Jahren. Die berühmten Höhlenbilder von Chauvet, Lascaux und Altamira entstanden nicht gleichzeitig. Sie zeigen, dass Kunst über viele Generationen hinweg weiterentwickelt wurde.

Auch in der Jungsteinzeit gestalteten Menschen Bilder, Muster, Gefäße, Schmuck und Figuren. Steinzeitkunst ist deshalb keine einzige Stilrichtung, sondern eine große Gruppe sehr unterschiedlicher Werke.


Formen der Steinzeitkunst


Höhlen- und Felskunst

Zur Höhlenmalerei gehören gemalte, gezeichnete, gravierte und teilweise reliefartig bearbeitete Bilder. Häufig erscheinen Wildpferde, Bisons, Auerochsen, Hirsche, Mammuts, Nashörner und Raubtiere. Menschendarstellungen sind seltener.

Die Künstlerinnen und Künstler nutzten Linien, Flächen, Überschneidungen und natürliche Wölbungen des Felses. Manche Tiere wirken dadurch bewegt oder körperlich.

Rekonstruktion von Pferdedarstellungen aus der Chauvet-Höhle.

Polychrome Bisondarstellung aus Altamira.

Rekonstruktion eines Bildfeldes mit Rentieren, Pferd und Bison.


Hände und Zeichen

Ein Handnegativ entsteht, wenn eine Hand auf dem Fels liegt und Farbe um sie herum verteilt wird. Beim Handpositiv wird die gefärbte Hand direkt aufgedrückt. Daneben gibt es Punkte, Linien, Gitter und andere geometrische Zeichen.

Solche Zeichen beweisen, dass Menschen bewusst Spuren und wiedererkennbare Formen schufen. Was einzelne Zeichen bedeuteten, ist häufig unbekannt.

Handdarstellungen aus der Cueva de las Manos in Argentinien sind ein außereuropäisches Beispiel für Felskunst.


Tragbare Kleinkunst

Kleine Figuren und verzierte Gegenstände konnten mitgenommen werden. Sie wurden aus Stein, Knochen, Geweih, Ton oder Elfenbein gefertigt.

Die rund 29.500 Jahre alte Venus von Willendorf besteht aus Kalkstein und trägt Spuren von rotem Ocker. Ihre ursprüngliche Bedeutung ist nicht sicher bekannt.

Der ungefähr 40.000 Jahre alte Löwenmensch wurde aus Mammutelfenbein geschnitzt. Er verbindet menschliche Merkmale mit dem Kopf und Körpermerkmalen eines Höhlenlöwen. Dadurch zeigt er, dass Menschen nicht nur Beobachtetes, sondern auch vorgestellte Mischwesen gestalten konnten.

Weitere Beispiele sind Tierfiguren, Anhänger und gravierte Geräte.


Materialien und Techniken

Für Farben nutzten Menschen natürliche Stoffe. Ocker lieferte gelbe, braune oder rote Töne. Holzkohle erzeugte Schwarz. Mineralische Farbstoffe wurden zerkleinert und auf den Fels gebracht.

Wichtige Verfahren waren:

  1. Malerei: Farbe wurde mit Fingern, einfachen Werkzeugen, Pinseln oder Tupfern aufgetragen.
  2. Sprühtechnik: Fein verteilte Farbe erzeugte Flächen und Handnegative.
  3. Gravur: Scharfe Steinwerkzeuge ritzten Linien in Fels, Knochen oder Geweih.
  4. Relief: Teile einer Oberfläche wurden vertieft oder hervorgehoben.
  5. Plastik: Figuren wurden geschnitzt, geschabt, gebohrt und geglättet.

Die Herstellung konnte viel Zeit, Materialkenntnis und Planung erfordern. Für eigene Schulversuche verwendest Du nur ungiftige, freigegebene Materialien und sprühst Farbe nicht mit dem Mund.


Motive und Gestaltung

Tiere sind besonders häufig. Sie wurden oft mit sicheren Konturen, wenigen Farbtönen und gut beobachteten Körperformen dargestellt. Manche Bilder zeigen mehrere Bewegungsphasen, andere nutzen die Form des Felses als Rücken, Bauch oder Kopf.

Neben Tieren finden sich Menschen, Mischwesen, Hände und abstrakte Zeichen. Die Auswahl der Motive war vermutlich bewusst. Trotzdem darf ein heutiger Eindruck nicht mit einer gesicherten Erklärung verwechselt werden.


Deutung: Was wissen wir wirklich?

Archäologinnen und Archäologen können Material, Herstellungsweise, Fundort und Alter untersuchen. Schwieriger ist die Frage nach der Bedeutung. Es gibt keine schriftlichen Erklärungen der damaligen Künstlerinnen und Künstler.

Relativ gut belegbar Häufig offen
Material, Technik und Fundort Genaue Bedeutung eines Motivs
Dargestellte Tierarten und Zeichen Anlass und Publikum
Reihenfolge mancher Farbschichten Verbindung zu Ritual, Erzählung oder Unterricht

Mögliche Deutungen sprechen von Ritualen, Erzählungen, Gruppenidentität, Erinnerungen, Jagdwissen oder Vorstellungen über Tiere und Menschen. Diese Ansätze sind Hypothesen. Eine gute Bildanalyse kennzeichnet deutlich, was beobachtet und was vermutet wird.


Schutz der Fundorte

Höhlenkunst ist empfindlich. Licht, Feuchtigkeit, Temperaturwechsel, Berührungen und Mikroorganismen können Oberflächen verändern. Die Originalhöhle von Lascaux ist deshalb für den normalen Besuch geschlossen. Nachbildungen und digitale Modelle ermöglichen Lernen, ohne das Original unnötig zu belasten.

Merke: Ein Fundort ist kein Bastelraum. Berühre keine Felsbilder, hinterlasse keine Zeichen und beachte alle Schutzregeln.


Kurz zusammengefasst

  1. Parietalkunst ist fest mit Fels oder Höhlenwand verbunden.
  2. Kleinkunst umfasst tragbare Figuren und verzierte Gegenstände.
  3. Häufige Motive sind Tiere, Hände und geometrische Zeichen.
  4. Ocker, Holzkohle, Gravur und Schnitzerei waren wichtige Mittel.
  5. Die Bedeutung vieler Werke bleibt offen und muss vorsichtig gedeutet werden.
  6. Schutz und Dokumentation bewahren das kulturelle Erbe.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist Parietalkunst? (Fest mit Fels oder Höhlenwand verbundene Kunst) (!Kunst aus Metall) (!Nur bemalte Kleidung) (!Ausschließlich moderne Straßenkunst)




Welches Motiv erscheint in vielen altsteinzeitlichen Höhlenbildern besonders häufig? (Tiere) (!Hochhäuser) (!Dampflokomotiven) (!Gedruckte Bücher)




Welcher natürliche Farbstoff liefert rote, braune oder gelbe Töne? (Ocker) (!Kunststoff) (!Neonfarbe) (!Druckertinte)




Wie entsteht ein Handnegativ? (Farbe wird um eine aufgelegte Hand verteilt) (!Eine Hand wird aus Stein gemeißelt) (!Ein Handschuh wird an die Wand gehängt) (!Die Hand wird mit Papier überklebt)




Was kennzeichnet Kleinkunst? (Sie ist tragbar) (!Sie ist immer größer als ein Mensch) (!Sie besteht nur aus Wandfarbe) (!Sie kann niemals verziert sein)




Aus welchem Material wurde der Löwenmensch geschnitzt? (Mammutelfenbein) (!Stahl) (!Glas) (!Beton)




Warum müssen Deutungen von Steinzeitkunst vorsichtig formuliert werden? (Es fehlen schriftliche Erklärungen der Urheber) (!Alle Bilder sind moderne Kopien) (!Tiere waren damals unbekannt) (!Farben lassen sich nie untersuchen)




Wie entsteht eine Gravur? (Linien werden in eine Oberfläche geritzt) (!Farbe wird nur auf Stoff gedruckt) (!Steine werden vollständig geschmolzen) (!Holz wird mit Wasser aufgelöst)




Warum werden empfindliche Bilderhöhlen geschützt? (Besuche können Klima und Oberflächen verändern) (!Damit niemand Tiere zeichnen lernt) (!Weil Höhlen grundsätzlich leer sein müssen) (!Damit nur neue Kunst gezeigt wird)




Welche bekannte Steinzeitfigur besteht aus Kalkstein? (Venus von Willendorf) (!Löwenmensch) (!Reiterstandbild) (!Marmordiskus)





Memory

Ocker Erdiger Rot- und Gelbfarbstoff
Holzkohle Schwarzer Zeichenstoff
Parietalkunst Ortsfeste Felskunst
Kleinkunst Tragbares Kunstobjekt
Gravur Eingeritzte Linien
Handnegativ Farbe um eine Hand
Lascaux Berühmte Bilderhöhle
Löwenmensch Figur aus Mammutelfenbein





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Höhlenmalerei Ortsfeste Bildkunst
Venusfigurine Tragbare Skulptur
Ocker Natürlicher Erdfarbstoff
Gravur Eingeritzte Zeichnung
Handnegativ Farbrand um eine Hand
Relief Erhöhte oder vertiefte Form






Kreuzworträtsel

Ocker Welcher Erdfarbstoff wurde für rote und gelbe Töne genutzt?
Lascaux Wie heißt eine berühmte französische Bilderhöhle?
Gravur Wie nennt man eine eingeritzte Zeichnung?
Figurine Wie heißt eine kleine figürliche Plastik?
Elfenbein Welches Material stammt vom Stoßzahn eines Mammuts?
Handnegativ Wie heißt die helle Handform in einer Farbfläche?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Fest mit einer Felswand verbundene Kunst heißt

. Tragbare Figuren und verzierte Gegenstände gehören zur

. Ein wichtiger natürlicher Erdfarbstoff ist

. Schwarze Linien konnten mit

entstehen. Farbe um eine aufgelegte Hand erzeugt ein

. Eingeritzte Linien nennt man

. Der Löwenmensch wurde aus

geschnitzt. Aussagen über die Bedeutung vieler Werke bleiben

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Motivsammlung: Suche in den Medien dieses Kurses sechs Motive und ordne sie den Gruppen Tier, Mensch, Hand oder Zeichen zu.
  2. Handnegativ: Lege Deine Hand auf Papier und tupfe mit Schwamm oder Bürste ungiftige Schulfarbe darum. Sprühe nicht mit dem Mund.
  3. Farbprobe: Erstelle mit freigegebenen Erdfarben, Kohle und Kreide eine kleine Farbkarte und beschrifte die Wirkungen.
  4. Museumskarte: Gestalte eine Objektkarte zur Venus von Willendorf oder zum Löwenmenschen mit Material, Alter, Fundort und einer offenen Frage.


Standard

  1. Höhlenwand-Komposition: Gestalte auf zerknittertem Packpapier eine Tiergruppe und nutze Falten oder Wölbungen als Teil der Körperformen.
  2. Technikvergleich: Stelle dasselbe Motiv durch Malen, Tupfen und Ritzen in eine weiche Modellierplatte dar und vergleiche die Ergebnisse.
  3. Bildvergleich: Vergleiche je ein Werk aus Lascaux, Chauvet und Altamira nach Motiv, Linie, Farbe, Bewegung und Wirkung.
  4. Interview: Entwickle acht Fragen an eine Fachperson aus Museum, Archäologie oder Kunstvermittlung und dokumentiere die Antworten.


Schwer

  1. Digitale Ausstellung: Kuratiere sechs Werke der Steinzeitkunst. Trenne bei jedem Objekt gesicherte Angaben von möglichen Deutungen.
  2. Rekonstruktionsversuch: Prüfe auf einer ungefährlichen Übungsfläche, wie Untergrund, Werkzeug und Pigment ein Bild verändern. Führe ein Versuchsprotokoll.
  3. Deutungsdebatte: Vergleiche zwei Erklärungen für Höhlenkunst und bewerte ihre Belege, Grenzen und offenen Fragen.
  4. Schutzkonzept: Plane eine Ausstellung mit Repliken, Licht, Besucherweg und Informationstafeln, die Originale möglichst wenig gefährdet.




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Lernkontrolle

  1. Transfer Bildanalyse: Du erhältst ein unbekanntes Beispiel von Felskunst. Beschreibe zuerst nur Sichtbares und formuliere danach zwei gekennzeichnete Hypothesen.
  2. Materialentscheidung: Entscheide, welche natürlichen und schulgeeigneten Materialien sich für eine Rekonstruktion eignen, und begründe Deine Auswahl.
  3. Vergleich ortsfest und mobil: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel, wie Ort, Größe und Material die Nutzung eines Kunstwerks beeinflussen könnten.
  4. Museum oder Originalhöhle: Bewerte, ob eine detailgetreue Replik ein gutes Lernerlebnis bieten kann, obwohl sie nicht das Original ist.
  5. Gegenwartsbezug: Vergleiche ein steinzeitliches Handzeichen mit einem heutigen persönlichen Zeichen, Logo oder Avatar. Arbeite Gemeinsamkeiten und Unterschiede heraus.
  6. Urteil zur Deutung: Prüfe die Aussage „Höhlenbilder waren nur Jagdzauber“ und zeige, warum eine einzige Erklärung wissenschaftlich problematisch sein kann.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig:

  1. Du kannst Parietalkunst und Kleinkunst an Beispielen unterscheiden.
  2. Du beschreibst Motive, Materialien und Techniken mit passenden Fachbegriffen.
  3. Du analysierst ein Werk in den Schritten Beobachtung, Beleg und Deutung.
  4. Du erklärst die Bedeutung von Schutz, Replik und Dokumentation.
  5. Du präsentierst ein eigenes Gestaltungsprojekt und begründest Deine Entscheidungen.
  6. Du kennzeichnest Unsicherheit ehrlich und formulierst Hypothesen vorsichtig.




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