Kunst der Eiszeit - Baden-Württemberg

Kunst der Eiszeit - Baden-Württemberg
Kunst der Eiszeit - Baden-Württemberg
Einleitung
Vor rund 40.000 Jahren lebten Menschen der Art Homo sapiens auf der heutigen Schwäbischen Alb. Sie jagten Tiere, sammelten Pflanzen, nutzten Feuer und stellten Werkzeuge her. Doch sie taten noch etwas, das uns bis heute besonders fasziniert: Sie schufen kleine Figuren, Schmuck und Musikinstrumente. Viele dieser Gegenstände gehören zu den ältesten bekannten Zeugnissen figürlicher Kunst und früher Musik.
Die wichtigsten Fundorte liegen im heutigen Baden-Württemberg. In Höhlen des Achtals und des Lonetals entdeckten Archäologinnen und Archäologen Figuren aus Mammutelfenbein, darunter Tiere, Menschen und sogar ein geheimnisvolles Mischwesen. Die Kunstwerke zeigen, dass Menschen schon in der Altsteinzeit genau beobachteten, vorausplanten, schwierige Materialien bearbeiteten und Vorstellungen sichtbar machten, die über den Alltag hinausgingen.
Die Innenansicht der Vogelherdhöhle hilft Dir, Dir einen der Orte vorzustellen, an denen Menschen während der Eiszeit lebten und arbeiteten.
Der Film des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg führt in die Höhlen der ältesten Eiszeitkunst ein.
Was bedeutet Eiszeitkunst?
Mit Eiszeitkunst meint man Kunstwerke, die während der letzten Kaltzeit entstanden. Die hier behandelten Funde stammen vor allem aus dem Aurignacien, einer frühen Kulturphase des Jungpaläolithikums. Viele Fundstücke aus den Höhlen der Schwäbischen Alb sind ungefähr 35.000 bis 43.000 Jahre alt.
Wichtig ist der Begriff mobile Kunst: Die Figuren waren klein und konnten getragen oder mitgenommen werden. Das unterscheidet sie zum Beispiel von fest mit einer Höhlenwand verbundenen Malereien. Bislang wurden auf der Schwäbischen Alb mehr als 50 figürliche Kunstobjekte sowie mehrere frühe Flöten gefunden.
Viele Figuren bestehen aus Mammutelfenbein. Das Material war hart und ließ sich nicht einfach bearbeiten. Wer daraus eine Figur schuf, musste die Form planen, das Elfenbein spalten, Stücke herausarbeiten, Oberflächen glätten und Details einritzen. Schon deshalb sind diese Objekte auch Zeugnisse von technischem Können und Geduld.
Zwei Täler und sechs Höhlen
Seit 2017 gehören sechs Fundhöhlen mit ihrer umgebenden Landschaft zum UNESCO-Welterbe „Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb“.
Im Achtal bei Blaubeuren und Schelklingen liegen Geißenklösterle, Hohle Fels und Sirgensteinhöhle. Im Lonetal nordöstlich von Ulm befinden sich Vogelherdhöhle, Hohlenstein-Stadel und Bocksteinhöhle.

Der Hohle Fels ist eine große Karsthöhle im Achtal. In ihren Bodenschichten blieben über Jahrtausende Reste menschlicher Aktivitäten erhalten. Archäologische Schichten funktionieren dabei ein wenig wie Seiten in einem Geschichtsbuch: Ihre Lage, die darin gefundenen Gegenstände und naturwissenschaftliche Datierungen helfen dabei, die Vergangenheit zu rekonstruieren.
Dieses Video des Landesamts für Denkmalpflege zeigt die Welterbestätte und ihre besondere Landschaft.
Die Venus vom Hohle Fels
Eine der berühmtesten Figuren wurde 2008 im Hohle Fels bei Schelklingen entdeckt. Die sogenannte Venus vom Hohle Fels ist ungefähr sechs Zentimeter hoch und aus Mammutelfenbein geschnitzt. Sie entstand vor etwa 40.000 Jahren und gehört zu den ältesten bekannten figürlichen Darstellungen eines menschlichen Körpers.

Die Figur betont Brust, Bauch und Geschlechtsbereich. Einen ausgearbeiteten Kopf besitzt sie nicht; stattdessen befindet sich oben eine Öse. Deshalb wird vermutet, dass sie möglicherweise aufgehängt oder getragen werden konnte. Wozu sie diente und was sie für die damaligen Menschen bedeutete, wissen wir jedoch nicht sicher.
Auch der Name Venus stammt nicht aus der Eiszeit. Forschende verwendeten diese Bezeichnung erst viel später für bestimmte vorgeschichtliche Frauendarstellungen. Du solltest deshalb zwischen dem Fundstück und seiner modernen Benennung und Deutung unterscheiden.
Der Löwenmensch
Noch rätselhafter wirkt der Löwenmensch aus dem Hohlenstein-Stadel im Lonetal. Die etwa 40.000 Jahre alte Figur wurde aus einem Mammutstoßzahn gearbeitet und ist ungefähr 31 Zentimeter hoch. Sie verbindet Merkmale eines Menschen mit dem Kopf und weiteren Merkmalen einer Großkatze.

Der Löwenmensch ist besonders wichtig für die Frage nach menschlicher Kreativität. Ein Mammut oder Pferd konnte ein eiszeitlicher Mensch direkt beobachten. Ein Wesen, das Mensch und Löwe verbindet, musste dagegen in der Vorstellung entstehen. Die Figur zeigt deshalb, wie Menschen unterschiedliche Erfahrungen zu etwas Neuem verbinden konnten.
Ob der Löwenmensch eine Geschichte, ein übernatürliches Wesen, eine Verwandlung, eine Gruppenidentität oder etwas ganz anderes darstellte, ist nicht eindeutig geklärt. Ohne schriftliche Quellen können Archäologinnen und Archäologen mögliche Erklärungen prüfen, aber nicht jede Frage endgültig beantworten.
Tiere aus der Vogelherdhöhle
Die Vogelherdhöhle ist besonders für kleine Tierfiguren aus Mammutelfenbein bekannt. Dargestellt wurden Tiere der eiszeitlichen Umwelt, darunter Mammuts, Pferde und Großkatzen. Einige Figuren sind nur wenige Zentimeter groß und zeigen trotzdem deutlich erkennbare Körperformen.

Das Mammut vom Vogelherd macht sichtbar, wie ein großes Tier in eine sehr kleine plastische Form übersetzt wurde. Die Künstlerinnen oder Künstler mussten entscheiden, welche Merkmale wichtig waren, damit das Tier erkennbar blieb.

Auch das Wildpferd vom Vogelherd zeigt eine genaue Beobachtung von Körperhaltung und Proportionen. Solche Figuren sind nicht einfach fotografische Abbilder. Sie sind gestaltete Formen: Bestimmte Merkmale werden ausgewählt, vereinfacht oder hervorgehoben.
Musik gehört zur frühen Kultur
In den Höhlen der Schwäbischen Alb wurden nicht nur Bilder und Skulpturen gefunden. Aus dem Geißenklösterle und dem Hohle Fels stammen auch sehr alte Flöten aus Vogelknochen und Mammutelfenbein.

Eine Flöte aus Schwanenknochen besitzt sorgfältig angelegte Öffnungen. Solche Funde zeigen direkt, dass Menschen bereits in dieser sehr frühen Zeit Musikinstrumente herstellten. Musik könnte gemeinsames Handeln, Tanz, Rituale, Unterhaltung oder Verständigung begleitet haben. Welche Musik gespielt wurde, können wir allerdings nicht rekonstruieren.
Damit wird deutlich: Kreativität zeigte sich nicht nur im Sehen und Formen, sondern auch im Hören und Musizieren.
Wie entsteht eine Elfenbeinfigur?
Mammutelfenbein ist deutlich härter als Holz. Bei der Herstellung mussten mehrere Arbeitsschritte aufeinander abgestimmt werden. Zuerst wurde ein geeignetes Stück aus einem Stoßzahn gewonnen. Danach konnte die grobe Form mit Steinwerkzeugen herausgearbeitet werden. Durch Schaben, Schneiden, Ritzen und Schleifen entstand schließlich die Oberfläche.
Eine solche Arbeit verlangt Planung. Wer Material an der falschen Stelle entfernt, kann es nicht einfach wieder ansetzen. Die Herstellung einer Figur zeigt deshalb nicht nur Fantasie, sondern auch handwerkliche Erfahrung, Wissen über Werkstoffe und den sicheren Umgang mit Werkzeugen.
Kreativität bedeutet hier also nicht bloß „eine gute Idee haben“. Sie verbindet Vorstellungskraft, Beobachtung, Technik, Ausdauer und Lernen.
Was verraten die Kunstwerke über Menschen?
Die Funde zeigen mehrere Fähigkeiten früher Homo-sapiens-Gruppen: Menschen konnten Tiere genau beobachten, Formen verkleinern und vereinfachen, Materialien gezielt bearbeiten, Gegenstände über längere Zeit planen und offenbar auch Bedeutungen miteinander teilen.
Der Löwenmensch führt noch weiter. Er zeigt ein Wesen, das in der Natur nicht genauso vorkommt. Damit wird eine wichtige Leistung menschlicher Vorstellungskraft sichtbar: Aus Bekanntem kann etwas Neues gedacht und gestaltet werden.
Trotzdem dürfen wir nicht so tun, als wüssten wir genau, was Menschen vor 40.000 Jahren dachten. Archäologische Funde sind Quellen, aber sie sprechen nicht von selbst. Forschende vergleichen Fundorte, Materialien, Gebrauchsspuren und ähnliche Objekte. Aus diesen Beobachtungen entstehen begründete Deutungen. Manche bleiben umstritten.
Kunst und Geschichte zusammen denken
Im Kunstunterricht kannst Du die Eiszeitfiguren als frühe Beispiele von Skulptur, Formvereinfachung, Materialgestaltung und Darstellung untersuchen. Im Geschichtsunterricht zeigen dieselben Objekte, wie Wissen über eine Zeit ohne Schrift entsteht.
Besonders spannend ist deshalb die Frage: Wann wird ein bearbeiteter Gegenstand zu Kunst? Eine eindeutige Antwort gibt es nicht. Heute nennen wir viele dieser Objekte Kunstwerke, weil sie gestaltet sind und über einen rein praktischen Zweck hinausweisen. Die Menschen der Eiszeit kannten aber unseren modernen Kunstbegriff nicht.
UNESCO-Welterbe und Schutz
Die sechs Höhlen wurden 2017 in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Geschützt werden dabei nicht nur berühmte Einzelobjekte, sondern die Fundplätze und ihre Landschaft. Der Zusammenhang zwischen Höhle, Bodenschicht und Fund ist für die Wissenschaft besonders wichtig.
Ein Fund, der ohne Dokumentation aus einer Schicht genommen wird, verliert einen Teil seiner Geschichte. Deshalb arbeiten moderne Ausgrabungen sehr genau. Fundpositionen werden vermessen, Schichten beschrieben, Proben untersucht und Ergebnisse dokumentiert.
Das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg fasst die Bedeutung des Welterbes in einem kurzen Video zusammen.
Museen und digitale Entdeckungen
Originale und Präsentationen zur Eiszeitkunst findest Du unter anderem im Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren, im Museum Ulm, im Museum der Universität Tübingen und im Landesmuseum Württemberg in Stuttgart. Vor einem Besuch solltest Du die aktuellen Ausstellungsinformationen prüfen, weil Originale aus konservatorischen oder baulichen Gründen zeitweise an anderen Orten gezeigt werden können.
Auch digitale 3D-Modelle helfen beim Lernen. Du kannst Figuren drehen und Details aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten: 3D-Modelle zur Eiszeitkunst.
Quellen und Vertiefung
- Deutsche UNESCO-Kommission: Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb
- Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg: Höhlen und Eiszeitkunst
- Ice Age Art: Informationen zur Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
In welcher Landschaft Baden-Württembergs liegen die berühmten Fundhöhlen der Eiszeitkunst? (Schwäbische Alb) (!Schwarzwald) (!Odenwald) (!Kraichgau)
In welchen beiden Tälern liegen die sechs Höhlen des UNESCO-Welterbes? (Achtal und Lonetal) (!Neckartal und Rheintal) (!Donautal und Filstal) (!Taubertal und Remstal)
Aus welchem Material bestehen viele der frühen Figuren? (Mammutelfenbein) (!Bronze) (!Porzellan) (!Beton)
Wo wurde die berühmte Venusfigur entdeckt? (Hohle Fels) (!Sirgensteinhöhle) (!Bocksteinhöhle) (!Vogelherdhöhle)
Aus welcher Höhle stammt der Löwenmensch? (Hohlenstein-Stadel) (!Geißenklösterle) (!Hohle Fels) (!Sirgensteinhöhle)
Was ist das Besondere an der Gestalt des Löwenmenschen? (Er verbindet Merkmale von Mensch und Löwe) (!Er zeigt nur ein Mammut) (!Er besteht aus zwei getrennten Pferden) (!Er stellt ein modernes Haustier dar)
Wofür ist die Vogelherdhöhle besonders bekannt? (Kleine Tierfiguren aus Elfenbein) (!Römische Wandmosaike) (!Mittelalterliche Glasfenster) (!Barocke Holzaltäre)
Was belegen die frühen Flöten besonders deutlich? (Menschen machten bereits in der Eiszeit Musik) (!Menschen kannten bereits Klaviere) (!Menschen verwendeten bereits elektrische Verstärker) (!Menschen schrieben bereits Notenhefte)
Seit welchem Jahr gehören die sechs Höhlen zum UNESCO-Welterbe? (2017) (!1917) (!1967) (!2025)
Warum bleiben viele Deutungen der Eiszeitfiguren unsicher? (Es gibt keine schriftlichen Erklärungen der damaligen Menschen) (!Die Figuren wurden nie untersucht) (!Die Fundorte liegen vollständig unter Wasser) (!Elfenbein kann grundsätzlich nicht datiert werden)
Memory
| Aurignacien | frühe Kulturphase des Jungpaläolithikums |
| Hohle Fels | Fundort der berühmten Venusfigur |
| Hohlenstein-Stadel | Fundort des Löwenmenschen |
| Vogelherd | Höhle mit zahlreichen Tierdarstellungen |
| Mammutelfenbein | Werkstoff vieler Kleinplastiken |
| Schwanenknochen | Material einer frühen Flöte |
| Achtal | Welterbegebiet bei Blaubeuren und Schelklingen |
| Lonetal | Welterbegebiet nordöstlich von Ulm |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Venus vom Hohle Fels | Menschendarstellung |
| Löwenmensch | Mischwesen |
| Vogelherdpferd | Tierfigur |
| Schwanenknochenflöte | Musik |
| Mammutelfenbein | Werkstoff |
Kreuzworträtsel
| Aurignacien | Wie heißt die Kulturphase, aus der viele der frühen Kunstwerke stammen? |
| Elfenbein | Welcher Werkstoff aus Mammutstoßzähnen wurde häufig für Figuren verwendet? |
| Vogelherdhöhle | Welche Höhle im Lonetal ist besonders für Tierfiguren wie Mammut und Pferd bekannt? |
| Hohlenstein | Wie heißt der Höhlenkomplex, zu dessen Stadel-Höhle der Fundort des Löwenmenschen gehört? |
| Schelklingen | Zu welcher Stadt gehört der Fundort Hohle Fels? |
| Kreativität | Wie heißt die Fähigkeit, neue Vorstellungen und Gestaltungen hervorzubringen? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Bilddetektiv: Wähle eine der abgebildeten Figuren aus und beschreibe Form, Haltung, Material und auffällige Details, ohne zunächst eine Bedeutung zu vermuten.
- Eigene Tierfigur: Zeichne ein eiszeitliches Tier so, dass es auch in sehr kleiner Darstellung sofort erkennbar bleibt. Markiere anschließend, welche Merkmale Du besonders betont hast.
- Fundortkarte: Zeichne eine einfache Karte von Baden-Württemberg und trage Schwäbische Alb, Achtal, Lonetal und mindestens vier der sechs Welterbehöhlen ein.
- Klangexperiment: Erzeuge mit ungefährlichen Alltagsmaterialien verschiedene Töne und notiere, welche Veränderungen Tonhöhe und Lautstärke beeinflussen.
Standard
- Skulpturwerkstatt: Gestalte aus Ton oder Modelliermasse eine kleine Figur. Beschränke Dich bewusst auf wenige Zentimeter Größe und dokumentiere Deine Arbeitsschritte.
- Museumslabel: Schreibe ein kurzes Ausstellungsschild für Venus, Löwenmensch oder Vogelherdpferd. Trenne dabei sicher belegte Fakten von möglichen Deutungen.
- Quellenvergleich: Vergleiche zwei seriöse Darstellungen eines Fundstücks. Prüfe, welche Aussagen übereinstimmen und wo unterschiedliche Formulierungen oder Deutungen vorkommen.
- Kreativitätsinterview: Befrage eine Person aus Kunst, Handwerk, Musik oder Design dazu, wie aus einer Idee ein fertiges Werk entsteht. Vergleiche die Antworten mit der Herstellung eiszeitlicher Figuren.
Schwer
- Ausstellungskonzept: Plane eine kleine Schulausstellung mit dem Titel „Vor 40.000 Jahren kreativ“. Wähle Objekte, Reihenfolge, Texte, Bilder und eine interaktive Station aus und begründe Deine Entscheidungen.
- Deutungshypothese: Entwickle zwei unterschiedliche Erklärungen dafür, welche Bedeutung der Löwenmensch gehabt haben könnte. Nenne für jede Erklärung Argumente und Grenzen.
- Digitale Rekonstruktion: Nutze verfügbare 3D-Modelle, um ein Objekt aus mehreren Perspektiven zu untersuchen. Erstelle anschließend eine kommentierte Skizze oder Bildschirmpräsentation zu Herstellungsspuren und Form.
- Exkursion: Plane einen Besuch eines Museums oder Lernortes zur Eiszeitkunst in Baden-Württemberg. Formuliere Forschungsfragen, die Du vor Ort durch Beobachtungen beantworten möchtest.


Lernkontrolle
- Fund und Deutung: Erkläre am Beispiel des Löwenmenschen, warum ein archäologischer Fund sichere Beobachtungen erlaubt, seine ursprüngliche Bedeutung aber trotzdem offenbleiben kann.
- Kreativität und Technik: Zeige anhand einer Elfenbeinfigur, warum Kreativität sowohl Vorstellungskraft als auch handwerkliches Wissen benötigt.
- Kunstbegriff: Beurteile die Aussage „Die Menschen vor 40.000 Jahren wollten Kunst im heutigen Sinn herstellen“. Formuliere Argumente dafür und dagegen.
- Musik und Gemeinschaft: Entwickle zwei plausible Möglichkeiten, welche Rolle Musik für eiszeitliche Gruppen gespielt haben könnte, und kennzeichne deutlich, was Vermutung ist.
- Welterbeschutz: Begründe, warum nicht nur einzelne Figuren, sondern auch Höhlen, Bodenschichten und Landschaft geschützt werden müssen.
- Transfer Skulptur: Vergleiche eine Eiszeitfigur mit einer modernen Kleinplastik. Untersuche Material, Form, Zweck, Beweglichkeit und mögliche Bedeutung.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Namen und Fundorte kennst, sondern Zusammenhänge erklären kannst.
- Du kannst die Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb zeitlich ungefähr in das Jungpaläolithikum und das Aurignacien einordnen.
- Du kannst Achtal und Lonetal sowie wichtige Fundhöhlen nennen und auf einer Karte verorten.
- Du kannst Venus vom Hohle Fels, Löwenmensch und Tierfiguren vom Vogelherd anhand zentraler Merkmale unterscheiden.
- Du kannst erklären, warum Mammutelfenbein ein anspruchsvoller Werkstoff ist und welche Planung eine Skulptur erfordert.
- Du kannst die Bedeutung früher Flöten für unser Wissen über Musik in der Eiszeit erläutern.
- Du kannst zwischen archäologisch belegbaren Beobachtungen und unsicheren Deutungen unterscheiden.
- Du kannst erklären, wie die Funde Fragen nach menschlicher Kreativität, Vorstellungskraft und kultureller Weitergabe eröffnen.
OERs zum Thema
Verknüpfte Lernbereiche
Die Eiszeitkunst verbindet Archäologie, Geschichte, Kunst, Musik und die Frage danach, wie Menschen Ideen entwickeln und weitergeben.
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