Krisenhilfe in Deutschland - Suizid verstehen


Krisenhilfe in Deutschland - Suizid verstehen
Einleitung
Krisenhilfe in Deutschland / Suizid verstehen ist ein sensibler aiMOOC über Suizidalität, psychische Gesundheit, Krisenintervention und Suizidprävention. Du lernst, wie suizidale Krisen entstehen können, warum sie ernst genommen werden müssen und welche Hilfen es in Deutschland gibt. Der Kurs ist für Schule, Ausbildung, Studium, Soziale Arbeit, Psychologie, Ethik, Politische Bildung und Medienbildung geeignet.
Wichtiger Hinweis: Dieser aiMOOC ersetzt keine persönliche Beratung, keine Psychotherapie und keine medizinische Behandlung. Wenn Du selbst gerade nicht sicher bist, ob Du Dir etwas antun könntest, oder wenn eine andere Person akut gefährdet ist: Rufe sofort den Notruf 112, bleibe nicht allein und suche die nächste Notaufnahme oder eine psychiatrische Ambulanz auf. Wenn Du eine Person in akuter Gefahr nicht erreichst oder unmittelbare Gefahr vermutest, kann zusätzlich die Polizei über 110 notwendig sein. Dieser Kurs nennt keine gefährdenden Details zu Methoden, sondern konzentriert sich auf Hilfe, Schutzfaktoren und verantwortliches Handeln.
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Das eingebundene Video behandelt das Thema Krisenhilfe in Deutschland / Suizid verstehen mit dem Schwerpunkt Suizid verstehen – Prävention, Ursachen, Hilfe. Es eignet sich als Einstieg, weil es Suizidalität nicht als „Charakterschwäche“ darstellt, sondern als ernsthafte Krise, die verstanden, angesprochen und mit Unterstützung bewältigt werden kann.

Erste Hilfe bei akuter Krise
Wenn ein Mensch unmittelbar gefährdet ist, zählt schnelle Hilfe. In einer akuten Krise ist es wichtiger, Sicherheit herzustellen, als perfekte Worte zu finden. Akute Lebensgefahr ist ein Notfall. Dann gilt in Deutschland: 112 für Rettungsdienst und Notarzt, bei Gefahrensituationen zusätzlich 110 für die Polizei. Menschen mit akuten suizidalen Gedanken können auch direkt in eine Notaufnahme eines Krankenhauses mit psychiatrischer Versorgung gehen.
Für Gespräche in seelischen Krisen ist die TelefonSeelsorge bundesweit kostenlos, anonym und rund um die Uhr erreichbar: 0800 1110111, 0800 1110222 oder 116 123. Für Kinder und Jugendliche gibt es die Nummer gegen Kummer unter 116 111. Für junge Menschen unter 25 Jahren gibt es zusätzlich digitale Angebote wie krisenchat und die U25 Online-Suizidprävention der Caritas. Vor Ort können Sozialpsychiatrischer Dienst, Hausärztinnen und Hausärzte, Psychiaterinnen und Psychiater, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, Schulsozialarbeit, Beratungsstellen und regionale Krisendienste helfen.

Merksatz: Wenn Du unsicher bist, ob eine Situation gefährlich ist, hole lieber einmal zu früh als einmal zu spät Hilfe. Suizidprävention bedeutet nicht, die Verantwortung allein zu tragen, sondern Unterstützung zu aktivieren.
Was bedeutet Suizidalität?
Suizidalität ist ein Oberbegriff für Suizidgedanken, Suizidabsichten, Suizidpläne, Suizidversuche und Suizid. Der Begriff beschreibt also nicht nur eine Handlung, sondern ein Spektrum von Gedanken, Gefühlen, innerer Not und Verhalten. Menschen in suizidalen Krisen erleben häufig eine starke innere Einengung: Die eigenen Möglichkeiten erscheinen kleiner, Hoffnung wirkt unerreichbar und der Schmerz scheint nicht mehr auszuhalten zu sein.
Wichtig ist: Suizidgedanken bedeuten nicht automatisch, dass eine Person sterben will. Viele Betroffene wollen vor allem, dass ein unerträglicher Zustand endet. Genau darin liegt eine Chance für Prävention: Wenn Menschen Unterstützung, Schutz, Behandlung, Beziehung und Zeit bekommen, können Krisen abklingen und neue Handlungsmöglichkeiten sichtbar werden.
Die Begriffe „Selbstmord“ und „Freitod“ werden im Alltag noch verwendet, sind aber problematisch. „Selbstmord“ klingt moralisch verurteilend, „Freitod“ kann die innere Not und die eingeschränkte Entscheidungsfreiheit in einer Krise verharmlosen. Fachlich ist meist der Begriff Suizid oder Suizidalität angemessener.
Warum entstehen suizidale Krisen?
Suizidale Krisen haben selten nur eine Ursache. Häufig wirken mehrere Belastungen zusammen: Depression, Angststörung, Trauma, Sucht, Psychose, Bipolare Störung, chronische Schmerzen, Einsamkeit, Gewalterfahrungen, Mobbing, Diskriminierung, Verlust, Trennung, Schulden, Pflegebelastung, Krankheit, Scham, Hoffnungslosigkeit oder das Gefühl, anderen zur Last zu fallen. Auch gesellschaftliche Rahmenbedingungen wie Armut, soziale Isolation, Wohnungsnot, Leistungsdruck, fehlende Therapieplätze, Stigma und ungleicher Zugang zu Hilfe können Krisen verschärfen.

Trotz dieser Risikofaktoren ist Suizidalität kein unausweichliches Schicksal. Schutz entsteht durch tragfähige Beziehungen, rechtzeitige Diagnostik, Behandlung, niedrigschwellige Beratung, ein sicheres Umfeld, Sinnquellen, Krisenpläne, soziale Teilhabe und eine Kultur, in der über seelische Not gesprochen werden darf. Schutzfaktoren sind nicht nur individuelle Eigenschaften, sondern auch Ergebnis von Familie, Schule, Arbeitswelt, Gesundheitswesen und Politik.
Risikofaktoren und Schutzfaktoren
Risikofaktoren erhöhen statistisch die Wahrscheinlichkeit einer Krise, sie sind aber keine Vorhersage für den einzelnen Menschen. Schutzfaktoren senken Risiken, garantieren aber keine vollständige Sicherheit. Deshalb ist es wichtig, beides zusammenzudenken.
- Psychische Erkrankung: Depressionen, Suchterkrankungen, Psychosen, Persönlichkeitsstörungen oder Angststörungen können das Risiko erhöhen, besonders wenn sie unbehandelt bleiben.
- Soziale Isolation: Einsamkeit, Rückzug, Ausgrenzung oder fehlende Gesprächspartner können Krisen verstärken.
- Akute Belastung: Verlust, Konflikte, Gewalt, Mobbing, finanzielle Not, Krankheit oder rechtliche Probleme können eine ohnehin angespannte Lage zuspitzen.
- Stigma: Wer Angst hat, verurteilt zu werden, sucht oft später Hilfe.
- Beziehung: Verlässliche Menschen, die zuhören und dranbleiben, wirken schützend.
- Professionelle Hilfe: Beratung, Psychotherapie, ärztliche Behandlung, Krisendienst und Klinik können Sicherheit und Perspektiven schaffen.
- Krisenplan: Ein vorbereiteter Plan für Warnzeichen, sichere Orte, Kontakte und nächste Schritte kann in der Krise Orientierung geben.
- Medienkompetenz: Verantwortungsvolle Berichterstattung und hilfreiche Informationen können Betroffene entlasten und Hilfewege sichtbar machen.
Warnzeichen ernst nehmen
Warnzeichen sind Hinweise, die Aufmerksamkeit erfordern. Sie sind kein Beweis, aber ein Grund zum Nachfragen und Unterstützen. Typische Warnzeichen können sein: starke Hoffnungslosigkeit, Äußerungen über Sinnlosigkeit, Rückzug, plötzliche Verabschiedungen, auffällige Stimmungsschwankungen, Schlaflosigkeit, extreme Unruhe, riskantes Verhalten, starke Scham, Verschenken wichtiger Dinge oder Aussagen wie „Ich kann nicht mehr“. Auch eine scheinbare plötzliche Ruhe nach einer langen Krise kann ein Warnsignal sein.
Wichtig ist, nicht zu bagatellisieren. Aussagen über Suizid sollten immer ernst genommen werden. Es ist ein Mythos, dass direktes Nachfragen Suizidgedanken „einpflanzt“. Ein ruhiges, klares und respektvolles Ansprechen kann entlasten, weil Betroffene merken: Da ist jemand, der nicht ausweicht.
Hilfreiche Gesprächshaltung
Eine hilfreiche Gesprächshaltung verbindet Empathie, Klarheit und Verantwortungsbewusstsein. Du musst keine therapeutische Fachperson sein, um hilfreich zu reagieren. Du kannst sagen: Ich mache mir Sorgen um Dich. Ich bin da. Ich möchte verstehen, was gerade los ist. Denkst Du daran, Dir etwas anzutun? Wenn die Person ja sagt oder ausweichend antwortet, bleibe ruhig, höre zu und hole Unterstützung.
Hilfreich ist: zuhören, ernst nehmen, nachfragen, nicht urteilen, keine Schuld zuweisen, nicht drängen, keine schnellen Ratschläge erzwingen und keine Geheimhaltung versprechen. Besonders wichtig ist der Satz: Das ist zu groß, um es allein zu tragen. Wir holen jetzt Hilfe dazu.
Was tun, wenn jemand suizidale Gedanken äußert?
In einer akuten Situation geht es um Sicherheit, Nähe und professionelle Hilfe. Bleibe bei der Person oder organisiere, dass eine verlässliche Person bei ihr bleibt. Nutze den Notruf, wenn unmittelbare Gefahr besteht. Bei nicht unmittelbar lebensbedrohlicher, aber ernsthafter Krise können TelefonSeelsorge, Krisendienst, ärztlicher Bereitschaftsdienst, Hausarztpraxis, psychiatrische Ambulanz oder Sozialpsychiatrischer Dienst ein nächster Schritt sein. Sorge dafür, dass die Person nicht allein mit der Krise bleibt.
Ein einfacher Krisenablauf kann helfen: Wahrnehmen – Ansprechen – Zuhören – Sicherheit herstellen – Hilfe holen – Dranbleiben. Dieser Ablauf ist kein Ersatz für professionelle Einschätzung, aber eine Orientierung für erste Schritte.
Was Du vermeiden solltest
Vermeide Sätze wie „Reiß Dich zusammen“, „Andere haben es schlimmer“, „Das ist doch nicht so gemeint“ oder „Du willst nur Aufmerksamkeit“. Solche Reaktionen können Scham und Isolation verstärken. Vermeide auch Diskussionen darüber, ob die Gedanken „vernünftig“ sind. In einer Krise hilft kein Streit, sondern Verbindung. Versprich niemals absolute Geheimhaltung, wenn Gefahr besteht. Sicherheit geht vor.
Krisenhilfe in Deutschland
Deutschland verfügt über viele Hilfsangebote, aber sie sind regional unterschiedlich sichtbar. Deshalb ist es wichtig, Hilfesysteme zu kennen. Die folgende Übersicht ist ein Lerninstrument und sollte regelmäßig mit offiziellen Quellen aktualisiert werden.
- Notruf: Bei akuter Lebensgefahr gilt 112. Bei unmittelbarer Gefahrensituation kann zusätzlich 110 notwendig sein.
- Notaufnahme: Krankenhäuser mit psychiatrischer Abteilung können in akuten Krisen rund um die Uhr helfen.
- TelefonSeelsorge: Kostenlose und anonyme Hilfe per Telefon, Chat oder Mail; telefonisch unter 0800 1110111, 0800 1110222 und 116 123.
- Nummer gegen Kummer: Beratung für Kinder und Jugendliche unter 116 111 sowie Elternberatung unter 0800 111 0550.
- krisenchat: Chatberatung für junge Menschen unter 25 Jahren.
- U25 Online-Suizidprävention: Onlineberatung für suizidgefährdete junge Menschen.
- Sozialpsychiatrischer Dienst: Kommunale Hilfe bei psychischen Krisen, auch für Angehörige und Personen aus dem Umfeld.
- Psychotherapie und Psychiatrie: Behandlung psychischer Erkrankungen und Krisenbegleitung.
- Schule und Ausbildung: Vertrauenslehrkräfte, Schulsozialarbeit, Beratungslehrkräfte, Jugendsozialarbeit und Betriebssozialarbeit können Brücken ins Hilfesystem bauen.
- Selbsthilfegruppe: Austausch mit Menschen, die ähnliche Erfahrungen kennen, kann zusätzlich stabilisieren.

Gesellschaftliche Rahmenbedingungen
Suizidprävention ist nicht nur eine private Aufgabe. Sie ist eine Aufgabe von Gesundheitspolitik, Sozialpolitik, Bildungspolitik, Jugendhilfe, Altenhilfe, Arbeitswelt, Medien, Kommunen und Zivilgesellschaft. Das Bundesministerium für Gesundheit stellte 2024 eine Nationale Suizidpräventionsstrategie vor. Ein Entwurf für ein Suizidpräventionsgesetz wurde Ende 2024 von der Bundesregierung beschlossen und befand sich Anfang 2025 im Gesetzgebungsverfahren. Da sich der Rechtsstand ändern kann, sollen Lernende den aktuellen Stand auf offiziellen Seiten prüfen.
In Deutschland wurden für das Jahr 2024 mehr als zehntausend Suizide statistisch erfasst. Zahlen können helfen, die gesellschaftliche Bedeutung sichtbar zu machen, aber sie dürfen Menschen nicht auf Statistik reduzieren. Hinter jeder Zahl stehen ein Mensch, Angehörige, Freundinnen und Freunde, Kolleginnen und Kollegen sowie Fachkräfte, die betroffen sein können. Prävention heißt daher auch: Trauernde unterstützen, Angehörige entlasten und Stigma abbauen.
Medien, Sprache und Verantwortung
Medien können Risiken erhöhen oder Schutz fördern. Der Werther-Effekt beschreibt, dass sensationelle, detailreiche oder romantisierende Darstellungen von Suizid Nachahmungseffekte begünstigen können. Der Papageno-Effekt beschreibt das Gegenteil: Berichte über Menschen, die Krisen bewältigen, Hilfe suchen und Alternativen finden, können präventiv wirken. Für Schule, Journalismus, Social Media und Film bedeutet das: Keine detailreiche Darstellung von Orten oder Vorgehensweisen, keine Heroisierung, keine Vereinfachung auf eine einzige Ursache, keine dramatisierende Sprache und immer Hinweise auf Hilfeangebote.
Für eigene Beiträge gilt: Sprich respektvoll, schütze Betroffene und Angehörige, setze Hilfenummern sichtbar, erzähle von Bewältigung und Unterstützung, frage Fachleute und lösche gefährdende Kommentare. Medienkompetenz ist hier ein Teil von Suizidprävention.
Krisenplan als Lern- und Schutzinstrument
Ein Krisenplan ist eine vorbereitete Orientierung für schwierige Momente. Er wird idealerweise gemeinsam mit einer Fachperson oder einer vertrauten Person erstellt. Ein guter Krisenplan enthält persönliche Warnzeichen, Dinge, die kurzfristig beruhigen, sichere Orte, Menschen, die erreichbar sind, professionelle Kontakte und klare Notfallschritte. Er kann auf Papier, im Handy oder bei einer vertrauten Person liegen.
Ein Krisenplan sollte nicht erst in der größten Not entstehen. In ruhigen Zeiten kann man besser überlegen, was hilft. Für den Unterricht kann ein allgemeiner, nicht persönlicher Muster-Krisenplan erstellt werden, ohne dass Lernende private Krisen offenlegen müssen.
Perspektive von Angehörigen und Freundinnen und Freunden
Angehörige und Freundinnen und Freunde sind wichtig, aber sie dürfen nicht allein gelassen werden. Wer eine suizidale Krise begleitet, kann selbst Angst, Überforderung, Schuldgefühle oder Erschöpfung erleben. Auch Unterstützende brauchen Beratung. Es ist erlaubt und notwendig, Hilfe zu holen. Gute Unterstützung bedeutet nicht, alles selbst zu lösen, sondern Verantwortung zu teilen.
Nach einem Suizidversuch oder Suizid brauchen Betroffene und Hinterbliebene besondere Begleitung. Trauer nach Suizid ist oft mit Fragen, Schuldgefühlen, Wut, Scham und sozialer Unsicherheit verbunden. Hier können Trauerberatung, Psychotherapie, Selbsthilfegruppen und spezialisierte Angebote helfen.
Fachbegriffe
- Suizid: Absichtlich herbeigeführte Beendigung des eigenen Lebens.
- Suizidalität: Oberbegriff für Gedanken, Absichten, Pläne, Versuche und Suizide.
- Suizidprävention: Maßnahmen, die Suizide und Suizidversuche verhindern und Betroffene unterstützen sollen.
- Krisenintervention: Schnelle Unterstützung in einer akuten seelischen Krise.
- Depression: Psychische Erkrankung mit gedrückter Stimmung, Interessenverlust, Antriebsmangel und weiteren Symptomen.
- Schutzfaktor: Bedingung, die ein Risiko mindern kann, zum Beispiel soziale Unterstützung.
- Risikofaktor: Bedingung, die ein Risiko erhöhen kann, ohne alleinige Ursache zu sein.
- Stigma: Abwertung oder Ausgrenzung aufgrund eines Merkmals, etwa einer psychischen Erkrankung.
- Werther-Effekt: Risiko von Nachahmung durch problematische Suiziddarstellungen in Medien.
- Papageno-Effekt: Präventive Wirkung von Darstellungen, die Hilfe, Bewältigung und Alternativen zeigen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Nummer wählst Du in Deutschland bei akuter Lebensgefahr? (112) (!116 111) (!0800 1110111) (!116 123)
Was bedeutet Suizidalität? (Oberbegriff für Gedanken, Pläne und Handlungen mit Bezug auf Suizid) (!Eine kurzfristige schlechte Laune ohne Risiko) (!Eine Form von fehlender Disziplin) (!Ein Begriff nur für abgeschlossene medizinische Behandlungen)
Welche Aussage zum direkten Ansprechen von Suizidgedanken ist richtig? (Direktes und respektvolles Nachfragen kann entlasten) (!Nachfragen löst immer Suizidgedanken aus) (!Man sollte das Thema grundsätzlich vermeiden) (!Nur Fachleute dürfen überhaupt nachfragen)
Welche Haltung hilft in einem Gespräch mit einer suizidalen Person am meisten? (Ruhig zuhören, ernst nehmen und Hilfe dazuholen) (!Die Person beschämen, damit sie aufhört) (!Schnell das Thema wechseln) (!Versprechen, niemandem etwas zu sagen)
Welche Einrichtung ist bundesweit anonym und rund um die Uhr erreichbar? (TelefonSeelsorge) (!Finanzamt) (!Führerscheinstelle) (!Sportverein)
Was beschreibt der Papageno-Effekt? (Hilfreiche Medienberichte über Bewältigung können präventiv wirken) (!Sensationelle Berichte erhöhen immer die Sicherheit) (!Schweigen ist die einzige Form der Prävention) (!Suizid darf niemals in Bildung vorkommen)
Was ist ein wichtiger Schutzfaktor in Krisen? (Verlässliche soziale Unterstützung) (!Vollständige Isolation) (!Beschämung durch das Umfeld) (!Verbot, über Gefühle zu sprechen)
Was sollte man bei akuter Gefahr vermeiden? (Alleinige Geheimhaltung versprechen) (!Professionelle Hilfe holen) (!Beim Menschen bleiben) (!Den Notruf wählen)
Welche Aussage über Ursachen suizidaler Krisen ist richtig? (Meist wirken mehrere Belastungen zusammen) (!Es gibt immer nur eine einzige Ursache) (!Krisen entstehen immer ohne Zusammenhang) (!Nur Jugendliche können betroffen sein)
Welche Aufgabe hat ein Krisenplan? (Er gibt in schwierigen Momenten Orientierung für sichere nächste Schritte) (!Er ersetzt jeden Kontakt zu Fachpersonen) (!Er soll gefährdende Details sammeln) (!Er dient dazu, andere zu beschuldigen)
Memory
| Suizidalität | Gedanken, Absichten, Pläne und Handlungen mit Bezug auf den eigenen Tod |
| TelefonSeelsorge | Anonymes Gesprächsangebot rund um die Uhr |
| Schutzfaktor | Bedingung, die Krisenrisiken mindern kann |
| Werther-Effekt | Risiko problematischer Nachahmung durch Medien |
| Papageno-Effekt | Präventive Wirkung von Geschichten über Bewältigung |
| Krisenplan | Vorbereitete Orientierung für schwierige Momente |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Notruf | Akute Lebensgefahr |
| TelefonSeelsorge | Anonyme Krisengespräche |
| Nummer gegen Kummer | Beratung für Kinder und Jugendliche |
| Sozialpsychiatrischer Dienst | Kommunale Hilfe bei psychischen Krisen |
| Papageno-Effekt | Hilfreiche Darstellung von Bewältigung |
Kreuzworträtsel
| Empathie | Welche Haltung bedeutet einfühlendes Verstehen? |
| Papageno | Welcher Effekt beschreibt hilfreiche Mediengeschichten über Bewältigung? |
| Notaufnahme | Wohin kann man bei akuter psychiatrischer Krise direkt gehen? |
| Telefonseelsorge | Welches anonyme Gesprächsangebot ist rund um die Uhr erreichbar? |
| Stigma | Wie nennt man gesellschaftliche Abwertung wegen psychischer Belastung? |
| Krisendienst | Welches regionale Angebot hilft bei seelischen Notfällen? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Hilfekarte: Erstelle eine übersichtliche Hilfekarte mit Notruf, TelefonSeelsorge, Nummer gegen Kummer und einer regionalen Beratungsstelle. Achte darauf, dass die Karte ruhig, klar und nicht dramatisierend gestaltet ist.
- Begriffsklärung: Erkläre in eigenen Worten die Begriffe Suizid, Suizidalität, Krisenintervention und Suizidprävention. Verwende eine wertfreie Sprache.
- Gesprächssatz: Formuliere fünf hilfreiche Sätze, mit denen man eine belastete Person ansprechen kann, ohne Druck auszuüben.
- Mythencheck: Sammle drei verbreitete Mythen über Suizid und schreibe jeweils eine sachliche Korrektur dazu.
Standard
- Hilfesystem Deutschland: Recherchiere, welche Krisenangebote es in Deiner Region gibt. Stelle dar, wann welches Angebot passend ist.
- Medienanalyse: Analysiere einen fiktiven Social-Media-Beitrag zum Thema Krise. Überarbeite ihn so, dass er dem Papageno-Effekt entspricht und Hilfsangebote sichtbar macht.
- Krisenplan Muster: Entwickle einen allgemeinen Muster-Krisenplan für Jugendliche oder junge Erwachsene, ohne private Informationen aus der Lerngruppe abzufragen.
- Interviewprojekt: Führe ein Interview mit einer Fachperson aus Schulsozialarbeit, Beratungsstelle, Seelsorge oder Sozialpsychiatrischem Dienst. Frage nach Hilfewegen, Grenzen und guter Ansprache.
Schwer
- Präventionskonzept: Entwickle ein schulisches Präventionskonzept, das Stigma abbaut, Hilfsangebote sichtbar macht und Lehrkräfte für Warnzeichen sensibilisiert.
- Politikanalyse: Untersuche die Nationale Suizidpräventionsstrategie und bewerte, welche gesellschaftlichen Gruppen besondere Unterstützung brauchen.
- Ethikdebatte: Diskutiere die Spannung zwischen Selbstbestimmung, Schutzpflicht, Fürsorge und professioneller Verantwortung in suizidalen Krisen.
- Bildungskampagne: Plane eine Kampagne für verantwortungsvolle Sprache über psychische Krisen. Berücksichtige Datenschutz, Schutz Betroffener und barrierearme Information.

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Lernkontrolle
- Fallanalyse: Eine Mitschülerin zieht sich zurück, wirkt hoffnungslos und sagt, sie könne nicht mehr. Entwickle einen verantwortlichen Handlungsplan, der Gespräch, Sicherheit und professionelle Hilfe verbindet.
- Transferaufgabe Medien: Vergleiche eine problematische und eine hilfreiche Darstellung von Suizidalität in Medien. Erkläre, welche Elemente Risiko erhöhen und welche Schutz fördern können.
- Systemverständnis: Erstelle ein Schaubild, das Notruf, TelefonSeelsorge, Schule, Sozialpsychiatrischen Dienst, Therapie und Klinik als Hilfenetz darstellt.
- Perspektivwechsel: Schreibe aus Sicht einer angehörigen Person, welche Unterstützung sie selbst braucht, um nicht allein mit der Belastung zu bleiben.
- Präventionsbewertung: Bewerte, welche Maßnahmen in einer Schule kurzfristig und langfristig Suizidprävention stärken können. Begründe Deine Prioritäten.
Lernnachweis
Für den Lernnachweis erstellst Du ein Portfolio mit drei Teilen: erstens eine sachliche Erklärung zentraler Begriffe, zweitens eine Übersicht zu Hilfsangeboten in Deutschland und Deiner Region, drittens eine reflektierte Transferaufgabe zu Sprache, Medien oder Prävention. Das Portfolio darf keine privaten Krisengeschichten aus der Klasse verlangen und keine gefährdenden Details enthalten. Bewertet werden fachliche Richtigkeit, verantwortungsvolle Sprache, klare Hilfeperspektive und die Fähigkeit, Zusammenhänge zwischen Individuum, Umfeld und Gesellschaft zu erklären.
Quellen, Hilfen und Vertiefung
- TelefonSeelsorge Deutschland: Anonyme Hilfe per Telefon, Mail und Chat.
- Nummer gegen Kummer: Beratung für Kinder, Jugendliche und Eltern.
- krisenchat: Chatberatung für junge Menschen unter 25 Jahren.
- Caritas U25: Online-Suizidprävention für junge Menschen.
- gesund.bund.de: Informationen zum Sozialpsychiatrischen Dienst.
- Nationales Suizidpräventionsprogramm für Deutschland: Informationen, Materialien und Medienhinweise.
- Statistisches Bundesamt: Daten zu Suiziden in Deutschland.
- Bundesministerium für Gesundheit: Informationen zu Strategie, Gesetzgebung und Gesundheitspolitik.
OERs zum Thema
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