Kreuz und Be in Noten erkennen - Noten lesen


Kreuz und Be in Noten erkennen - Noten lesen
Einleitung
Kreuz und Be in Noten erkennen ist eine zentrale Grundfertigkeit beim Notenlesen. Du lernst in diesem aiMOOC, wie Kreuz, Be und Auflösungszeichen die Tonhöhe verändern, wie Du sie im Notensystem findest und wie Du daraus die richtigen Tonnamen ableitest. Das Ziel ist nicht nur, einzelne Zeichen auswendig zu kennen, sondern Noten in einfachen Melodien, Tonleitern und kurzen Musikstücken sicher zu lesen.



Ein Kreuz erhöht einen Ton um einen Halbton, ein Be erniedrigt einen Ton um einen Halbton, und ein Auflösungszeichen hebt eine vorherige Veränderung wieder auf. Diese drei Zeichen können direkt vor einer Note stehen. Dann nennt man sie meistens Versetzungszeichen. Sie können aber auch am Anfang eines Notensystems direkt nach dem Notenschlüssel stehen. Dann gehören sie zur Vorzeichnung und zeigen an, welche Töne im ganzen Stück oder Abschnitt verändert werden.
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Grundlagen: Stammton, Halbton und Vorzeichen
Stammtöne im Notensystem
Die wichtigsten Stammtöne im deutschsprachigen Tonsystem heißen C, D, E, F, G, A, H. Sie liegen auf den Linien und in den Zwischenräumen des Notensystems. Wenn Du eine Note liest, bestimmst Du zuerst ihren Stammton. Erst danach prüfst Du, ob ein Zeichen die Tonhöhe verändert.

In diesem Beispiel siehst und hörst Du die Stammtonreihe im Violinschlüssel. Der Ton, der im Deutschen H heißt, wird im internationalen Notensatz häufig anders bezeichnet; im Unterricht ist wichtig, dass Du die deutschen Tonnamen sicher verwendest.
Das Kreuz: einen Halbton höher lesen
Das Zeichen ♯ heißt Kreuz. Es steht vor einer Note und erhöht ihren Stammton um einen Halbton. Bei den Tonnamen wird meistens die Endung -is angehängt. Aus F wird Fis, aus C wird Cis, aus G wird Gis.

Merksatz: Ein Kreuz macht den Ton höher. Der Name endet meistens auf -is.
Das Be: einen Halbton tiefer lesen
Das Zeichen ♭ heißt Be. Es steht vor einer Note und erniedrigt ihren Stammton um einen Halbton. Bei vielen Tonnamen wird die Endung -es angehängt. Aus D wird Des, aus G wird Ges, aus C wird Ces. Es gibt wichtige Kurzformen: Aus E wird Es, aus A wird As, und aus H wird B.

Merksatz: Ein Be macht den Ton tiefer. Der Name endet oft auf -es, aber Es, As und B sind besondere Kurzformen.
Das Auflösungszeichen: zurück zum Stammton
Das Zeichen ♮ heißt Auflösungszeichen. Es hebt ein gültiges Kreuz oder Be auf. Danach liest Du wieder den Stammton, solange kein neues Zeichen gilt.

Das Auflösungszeichen ist besonders wichtig, wenn im gleichen Takt zuerst ein veränderter Ton und danach wieder der Stammton erscheinen soll.
Vorzeichen und Versetzungszeichen unterscheiden
Versetzungszeichen direkt vor der Note
Steht ein Kreuz, ein Be oder ein Auflösungszeichen direkt vor einer Note, verändert es diese Note. In der üblichen Notenschrift gilt ein solches Zeichen bis zum nächsten Taktstrich für dieselbe Tonhöhe im selben Oktavbereich. Beim Lesen musst Du also innerhalb eines Taktes aufmerksam bleiben.

Im ersten Takt wird aus F ein Fis. Ein späteres F auf derselben Tonhöhe im selben Takt wird ebenfalls als Fis gelesen, wenn kein Auflösungszeichen erscheint. Im zweiten Takt zeigt das Auflösungszeichen wieder den Stammton F.
Vorzeichen am Anfang des Notensystems
Stehen die Zeichen direkt nach dem Notenschlüssel und vor der Taktangabe, gehören sie zur Vorzeichnung. Diese Vorzeichen gelten für alle entsprechenden Töne im Musikstück oder Abschnitt, bis eine andere Vorzeichnung erscheint. So erkennst Du zum Beispiel, dass in G-Dur jedes F als Fis gelesen wird.

In F-Dur zeigt die Vorzeichnung ein Be an. Deshalb wird jedes H als B gelesen, sofern es nicht durch ein anderes Zeichen verändert wird.

Drei Leseschritte für jede veränderte Note
- Grundnote erkennen: Bestimme zuerst, auf welcher Linie oder in welchem Zwischenraum die Note steht.
- Vorzeichnung prüfen: Schaue am Anfang des Systems nach, ob dieser Ton im ganzen Abschnitt verändert wird.
- Zeichen im Takt prüfen: Achte direkt vor der Note und im selben Takt auf Kreuz, Be oder Auflösungszeichen.
Wenn Du diese drei Schritte immer in derselben Reihenfolge verwendest, werden auch längere Notenbeispiele übersichtlich.
Kreuz-Reihe und Be-Reihe
Reihenfolge der Kreuz-Vorzeichen
Die Kreuz-Vorzeichen erscheinen in einer festen Reihenfolge. Sie lautet: Fis, Cis, Gis, Dis, Ais, Eis, His. Diese Reihenfolge hilft Dir beim Erkennen von Tonarten und beim Lesen von Vorzeichnungen.

Reihenfolge der Be-Vorzeichen
Die Be-Vorzeichen erscheinen ebenfalls in einer festen Reihenfolge. Sie lautet: B, Es, As, Des, Ges, Ces, Fes. Sie ist besonders wichtig für F-Dur, B-Dur, Es-Dur und weitere Be-Tonarten.

Typische Lesefehler und wie Du sie vermeidest
Fehler 1: Das Zeichen wird der falschen Note zugeordnet
Ein Versetzungszeichen steht immer vor der Note, gilt aber für die Tonhöhe, auf deren Linie oder Zwischenraum es steht. Wenn ein Kreuz vor einer Note auf der F-Linie steht, wird daraus Fis. Es verändert nicht automatisch die Nachbarnote G oder E.

Fehler 2: Be und Buchstabe B werden verwechselt
Im Deutschen ist B ein Tonname. Das Be-Zeichen ist dagegen ein Zeichen, das einen Ton erniedrigt. Besonders wichtig ist: H mit Be wird B. Diese Unterscheidung braucht Übung, weil der Buchstabe B und das Zeichen ♭ im Alltag leicht verwechselt werden.

Fehler 3: Die Gültigkeit im Takt wird vergessen
Ein Versetzungszeichen kann innerhalb eines Taktes weiterwirken. Wenn ein F am Anfang des Taktes zu Fis wird, musst Du ein späteres F im selben Takt ebenfalls als Fis lesen, solange kein Auflösungszeichen erscheint.

Übungsbeispiele zum Notenlesen
Übung 1: Tonnamen bestimmen
Lies die folgenden Noten langsam von links nach rechts. Schreibe die Tonnamen auf und markiere, wo ein Ton erhöht oder erniedrigt wird.

Mögliche Lösung: C, Cis, D, Es, F, Fis, G, As, B, H, C. Vergleiche Deine Lösung mit den drei Leseschritten: Grundnote erkennen, Vorzeichnung prüfen, Zeichen im Takt prüfen.
Übung 2: Hören und Lesen verbinden
Höre Dir das Beispiel an und verfolge die Noten. Achte darauf, ob sich ein Ton nach oben oder nach unten bewegt.

Die Paare zeigen Dir, dass ein Halbton sehr klein ist. Trotzdem verändert er die musikalische Wirkung deutlich.
Übung 3: Vorzeichnung lesen
Bestimme zuerst die Vorzeichnung und lies dann die Melodie. Achte darauf, dass nicht jedes veränderte F oder H noch einmal direkt ein Zeichen vor der Note braucht.

In diesem Beispiel zeigt die Vorzeichnung von D-Dur zwei Kreuz-Vorzeichen: Fis und Cis.
Übung 4: Be-Tonart lesen
Lies die folgende Melodie in einer Be-Tonart. Achte besonders auf B und Es.

In diesem Beispiel zeigt die Vorzeichnung von B-Dur zwei Be-Vorzeichen: B und Es.
Zusammenfassung
Ein Kreuz erhöht einen Stammton um einen Halbton und führt meist zur Endung -is. Ein Be erniedrigt einen Stammton um einen Halbton und führt oft zur Endung -es. Ein Auflösungszeichen hebt eine Veränderung auf. Beim Notenlesen liest Du immer in drei Schritten: erst die Grundnote, dann die Vorzeichnung, dann mögliche Versetzungszeichen im Takt. Wer diese Schritte sicher beherrscht, kann Tonarten, einfache Melodien und musikalische Zusammenhänge deutlich schneller verstehen.
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Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was bewirkt ein Kreuz vor einer Note? (Es erhöht den Ton um einen Halbton) (!Es erniedrigt den Ton um einen Halbton) (!Es verlängert den Ton um einen Schlag) (!Es macht den Ton automatisch lauter)
Was bewirkt ein Be vor einer Note? (Es erniedrigt den Ton um einen Halbton) (!Es erhöht den Ton um einen Halbton) (!Es beendet den Takt) (!Es zeigt eine Pause an)
Wie heißt F mit einem Kreuz? (Fis) (!Fes) (!F) (!Fisus)
Wie heißt D mit einem Be? (Des) (!Dis) (!D) (!Deis)
Was macht ein Auflösungszeichen? (Es hebt eine vorherige Veränderung auf) (!Es erhöht jeden Ton des Stückes) (!Es zeigt den letzten Ton einer Melodie) (!Es macht aus jeder Note eine Pause)
Welche Aussage zu Versetzungszeichen im Takt ist richtig? (Sie können bis zum nächsten Taktstrich für dieselbe Tonhöhe gelten) (!Sie gelten immer nur für eine ganze Seite) (!Sie gelten nie für dieselbe Tonhöhe) (!Sie gelten nur für Pausen)
Welche Reihenfolge gehört zu den Kreuz-Vorzeichen? (Fis Cis Gis Dis Ais Eis His) (!B Es As Des Ges Ces Fes) (!C D E F G A H) (!Fis B Es Cis As D H)
Welche Reihenfolge gehört zu den Be-Vorzeichen? (B Es As Des Ges Ces Fes) (!Fis Cis Gis Dis Ais Eis His) (!Cis Dis Eis Fis Gis Ais His) (!H A G F E D C)
Wie heißt H mit einem Be? (B) (!His) (!Hes) (!As)
Was prüfst Du beim sicheren Notenlesen zuerst? (Die Grundnote auf Linie oder Zwischenraum) (!Die Lautstärke des Instruments) (!Die Farbe des Notenkopfes) (!Die Länge des Musikstücks)
Memory
| Kreuz | Erhöhung um einen Halbton |
| Be | Erniedrigung um einen Halbton |
| Auflösungszeichen | Rückkehr zum Stammton |
| Fis | F mit Kreuz |
| Des | D mit Be |
| Vorzeichnung | Zeichen am Anfang des Systems |
| Taktstrich | Grenze für viele Versetzungszeichen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Fis | F mit Kreuz |
| B | H mit Be |
| Cis | C mit Kreuz |
| Es | E mit Be |
| Auflösungszeichen | Veränderung wird aufgehoben |
...
Kreuzworträtsel
| Kreuz | Welches Zeichen erhöht einen Ton um einen Halbton? |
| Halbton | Wie heißt der kleinste Schritt zwischen zwei benachbarten Tasten auf dem Klavier? |
| Vorzeichen | Wie heißen Zeichen am Anfang eines Notensystems? |
| Taktstrich | Welche Grenze beendet die übliche Wirkung vieler Versetzungszeichen? |
| Erhoehung | Was bewirkt ein Kreuz mit der Tonhöhe? |
| Erniedrigung | Was bewirkt ein Be mit der Tonhöhe? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Notenkarte: Gestalte zehn Karteikarten mit je einem Stammton auf der Vorderseite und der passenden Kreuz- oder Be-Variante auf der Rückseite.
- Hörvergleich: Spiele auf einem Instrument oder einer digitalen Klaviatur C und Cis, D und Des, F und Fis. Beschreibe mit eigenen Worten, wie klein der Halbtonschritt klingt.
- Notennamen: Schreibe eine einfache Melodie mit acht Noten ab und notiere unter jede Note den richtigen Tonnamen.
- Symbolplakat: Erstelle ein Lernplakat zu Kreuz, Be und Auflösungszeichen mit je einem Beispiel und einem Merksatz.
Standard
- Melodieanalyse: Suche in einem einfachen Lied drei veränderte Töne und erkläre, ob sie durch Vorzeichnung oder durch ein direktes Zeichen entstehen.
- Taktregel: Erfinde vier Takte, in denen ein Versetzungszeichen innerhalb des Taktes weiterwirkt. Markiere, welche Töne dadurch betroffen sind.
- Tonleitertraining: Schreibe die Tonleitern G-Dur und F-Dur auf und kennzeichne die veränderten Töne farbig.
- Partnerübung: Entwickle mit einer Partnerin oder einem Partner ein Quiz, bei dem Tonnamen wie Fis, Es, B und Cis erkannt werden müssen.
Schwer
- Kompositionsaufgabe: Komponiere eine achttaktige Melodie, in der mindestens vier Kreuz- oder Be-Töne sinnvoll verwendet werden. Erkläre anschließend Deine Entscheidungen.
- Tonartvergleich: Vergleiche D-Dur und B-Dur. Beschreibe, welche Vorzeichen vorkommen und wie sie das Notenlesen verändern.
- Fehleranalyse: Schreibe ein Notenbeispiel mit drei absichtlichen Fehlern bei Kreuz, Be oder Auflösungszeichen. Tausche es mit jemandem und lasse die Fehler finden.
- Erklärvideo: Plane ein kurzes Lernvideo, in dem Du die drei Leseschritte für veränderte Noten erklärst und mit einem eigenen Notenbeispiel zeigst.


Lernkontrolle
- Notenlesen: Erkläre an einem unbekannten Notenbeispiel, wie Du Schritt für Schritt von der Notenposition zum richtigen Tonnamen kommst.
- Vorzeichnung: Vergleiche ein Stück in G-Dur mit einem Stück in F-Dur und beschreibe, wie die Vorzeichen Dein Lesen beeinflussen.
- Versetzungszeichen: Begründe, warum ein direktes Zeichen im Takt zu Lesefehlern führen kann, wenn man den nächsten Taktstrich nicht beachtet.
- Transfer: Übertrage eine kurze Melodie aus C-Dur nach G-Dur und erkläre, warum dabei Fis vorkommt.
- Musikalische Wirkung: Beschreibe, wie sich die Stimmung einer Melodie verändern kann, wenn einzelne Töne mit Kreuz oder Be verändert werden.
- Fehlerkorrektur: Korrigiere eine falsch beschriftete Melodie und erkläre zu jedem Fehler, welche Regel verletzt wurde.
Lernnachweis
Für einen überzeugenden Lernnachweis zeigst Du, dass Du veränderte Töne nicht nur benennen, sondern im musikalischen Zusammenhang anwenden kannst.
- Grundwissen: Du erklärst die Wirkung von Kreuz, Be und Auflösungszeichen mit eigenen Worten.
- Anwendung: Du liest kurze Notenbeispiele mit Vorzeichnung und Versetzungszeichen korrekt.
- Darstellung: Du notierst mindestens eine eigene Übungsmelodie mit veränderten Tönen.
- Begründung: Du erklärst, warum ein Ton zum Beispiel Fis, Des, Es oder B heißt.
- Reflexion: Du beschreibst typische Fehler beim Notenlesen und nennst Strategien, um sie zu vermeiden.
OERs zum Thema
Links
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