Kompetenzraster Deutschunterricht Klasse 9


Kompetenzraster Deutschunterricht Klasse 9
Einleitung
Ein Kompetenzraster macht sichtbar, was Du im Deutschunterricht der Klasse 9 bereits sicher kannst, woran Du gerade arbeitest und welche nächsten Schritte sinnvoll sind. Es verbindet konkrete Kompetenzen mit Niveaustufen und hilft Dir, Deine Leistung nicht nur als Note zu sehen, sondern als Entwicklungsweg. In Klasse 9 ist das besonders wichtig, weil viele Aufgaben komplexer werden: Du analysierst Sachtexte, interpretierst literarische Texte, schreibst Erörterungen, überarbeitest eigene Texte, diskutierst, präsentierst und setzt Dich kritisch mit Medien auseinander.
Ein Kompetenzraster ist im Kern eine Matrix: Auf einer Achse stehen die Kompetenzbereiche, auf der anderen Achse stehen Niveaustufen. Dadurch kannst Du einschätzen, ob Du eine Aufgabe nur mit Unterstützung, zunehmend sicher, selbstständig oder bereits reflektiert und auf neue Situationen übertragbar bewältigst. Das Raster ersetzt nicht das Lernen, sondern macht es planbar. Es zeigt Dir, woran Du konkret arbeiten kannst: zum Beispiel an treffenden Textbelegen, an einer klaren Argumentation, an sprachlicher Genauigkeit, an der Struktur eines Vortrags oder an der begründeten Bewertung von Quellen.
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Das Video kann als Einstieg in die Arbeit mit Kompetenzrastern im Deutschunterricht dienen. Dieser aiMOOC überträgt den Ansatz auf die Anforderungen der Klasse 9 und bietet Dir ein vollständiges Arbeitsraster mit Übungen, Reflexionsaufgaben und Lernkontrollen.

Wozu dient ein Kompetenzraster?
Ein gutes Kompetenzraster erfüllt mehrere Aufgaben zugleich. Es beschreibt verständlich, was eine gute Leistung ausmacht. Es unterstützt Selbsteinschätzung, weil Du Deine eigenen Lernprodukte mit klaren Kriterien vergleichen kannst. Es erleichtert Feedback, weil Rückmeldungen nicht allgemein bleiben, sondern an konkreten Merkmalen anknüpfen. Außerdem fördert es Selbststeuerung, weil Du nach einer Aufgabe entscheiden kannst, welchen nächsten Lernschritt Du üben möchtest.
Im Deutschunterricht ist ein Raster besonders hilfreich, weil viele Leistungen nicht nur richtig oder falsch sind. Eine Textanalyse kann zum Beispiel inhaltlich treffend sein, aber noch zu wenige Belege enthalten. Eine Erörterung kann gute Argumente enthalten, aber noch unklar strukturiert sein. Eine Präsentation kann sicher vorgetragen sein, aber zu wenig auf die Zuhörenden eingehen. Das Raster macht solche Unterschiede sichtbar.
Lernziele dieses aiMOOCs
Nach diesem aiMOOC kannst Du ein Kompetenzraster im Deutschunterricht erklären, anwenden und für eigene Lernprozesse nutzen. Du lernst, wie Du Deine Fähigkeiten in zentralen Bereichen der Klasse 9 einschätzt, wie Du aus Rückmeldungen konkrete nächste Schritte ableitest und wie Du Lernprodukte so überarbeitest, dass sie auf eine höhere Niveaustufe gelangen.
- Kompetenzraster: Du erklärst Aufbau und Nutzen eines Kompetenzrasters mit eigenen Worten.
- Selbsteinschätzung: Du ordnest eigene Leistungen begründet einer Niveaustufe zu.
- Textanalyse: Du nutzt Kriterien für das Verstehen, Analysieren und Deuten von Texten.
- Schreibkompetenz: Du planst, formulierst und überarbeitest argumentierende, analysierende und informierende Texte.
- Kommunikation: Du reflektierst Gespräche, Diskussionen und Präsentationen kriteriengeleitet.
- Medienkompetenz: Du prüfst Quellen, Darstellungsweisen und Wirkungsabsichten von Medien.
- Lernreflexion: Du leitest aus dem Raster persönliche Lernziele ab.
Grundlagen: Kompetenzraster im Deutschunterricht
Aufbau eines Kompetenzrasters
Ein Kompetenzraster besteht aus Kompetenzbereichen, Niveaustufen und Kompetenzbeschreibungen. Die Kompetenzbereiche benennen, worum es fachlich geht, zum Beispiel Lesekompetenz, Schreibkompetenz, Sprechen und Zuhören, Sprachbewusstsein oder Medienbildung. Die Niveaustufen zeigen, wie sicher Du eine Kompetenz beherrschst. Die Kompetenzbeschreibungen erklären beobachtbar, was Du auf der jeweiligen Stufe leisten kannst.
Ein Raster ist nur dann hilfreich, wenn die Beschreibungen konkret sind. Die Aussage „Ich kann gut schreiben“ ist zu allgemein. Besser ist: „Ich kann eine Erörterung mit klarer These, geordneten Argumenten, passenden Beispielen und nachvollziehbarem Schluss verfassen.“ Noch besser wird es, wenn Du an einem eigenen Text prüfst, welche dieser Merkmale bereits vorhanden sind und welche Du gezielt verbessern musst.
Datei:Wiki Education Classroom Program example grading rubric.pdf
Niveaustufen für Klasse 9
Die folgenden Niveaustufen sind ein Vorschlag für den Deutschunterricht in Klasse 9. Schulen und Bundesländer können andere Begriffe verwenden. Entscheidend ist nicht der Name der Stufe, sondern die klare Beschreibung des Lernfortschritts.
| Niveaustufe | Bedeutung | Typische Formulierung |
|---|---|---|
| A: Grundlagen sichern | Du erkennst einfache Anforderungen und bearbeitest Aufgaben mit Unterstützung. | Ich kann das mit Hilfen, Beispielen oder Leitfragen. |
| B: Anwenden | Du bearbeitest bekannte Aufgaben zunehmend sicher und nutzt grundlegende Fachbegriffe. | Ich kann das in bekannten Aufgaben selbstständig anwenden. |
| C: Vertiefen | Du begründest, strukturierst und überarbeitest Deine Ergebnisse eigenständig. | Ich kann das sicher erklären, belegen und verbessern. |
| D: Transferieren | Du nutzt Deine Kompetenzen flexibel in neuen Situationen und reflektierst Deine Entscheidungen. | Ich kann das auf neue Aufgaben übertragen und begründet beurteilen. |
Kompetenzbereiche in Klasse 9
Im Deutschunterricht der Klasse 9 begegnen Dir häufig Aufgaben, die mehrere Kompetenzen zugleich verlangen. Beim Schreiben einer Erörterung brauchst Du zum Beispiel Lesekompetenz, wenn Du Material auswertest, Schreibkompetenz, wenn Du Argumente ordnest, und Sprachbewusstsein, wenn Du treffend und sachlich formulierst. Beim Interpretieren einer Kurzgeschichte verbindest Du Textverstehen, Analyse von sprachlichen Mitteln, Deutung und begründetes Schreiben. Bei einer Präsentation brauchst Du Fachwissen, Struktur, Medienauswahl und eine adressatenbezogene Sprache.
Wichtige Bereiche sind:
- Lesekompetenz: Texte erschließen, Informationen entnehmen, Aussagen deuten und Belege nutzen.
- Literaturunterricht: Figuren, Konflikte, Erzählweise, Motive und sprachliche Gestaltung untersuchen.
- Schreibkompetenz: Texte planen, formulieren, strukturieren, überarbeiten und adressatenbezogen gestalten.
- Argumentation: Standpunkte entwickeln, Argumente prüfen, Gegenargumente einbeziehen und begründet urteilen.
- Sprechen und Zuhören: diskutieren, präsentieren, aktiv zuhören und Feedback geben.
- Sprachbewusstsein: Grammatik, Wortwahl, Stil, Rechtschreibung und Wirkung von Sprache reflektieren.
- Medienkompetenz: Quellen bewerten, Medienbeiträge analysieren und eigene Medienprodukte gestalten.
- Lernkompetenz: Lernziele setzen, Strategien auswählen, Fortschritte dokumentieren und reflektieren.
Kompetenzraster: Deutschunterricht Klasse 9
Die folgende Matrix kann im Unterricht, in Lernzeiten, für Hausaufgaben, für ein Portfolio oder zur Vorbereitung auf Klassenarbeiten genutzt werden. Sie ist als Orientierung gedacht und sollte an konkrete Aufgaben angepasst werden.
| Kompetenzbereich | A: Grundlagen sichern | B: Anwenden | C: Vertiefen | D: Transferieren |
|---|---|---|---|---|
| Lesekompetenz und Sachtextanalyse | Ich finde zentrale Informationen und markiere wichtige Aussagen. | Ich fasse Hauptaussagen geordnet zusammen und unterscheide wichtige von nebensächlichen Informationen. | Ich analysiere Aufbau, Argumentationsweise und sprachliche Mittel mit passenden Textbelegen. | Ich bewerte Aussageabsicht, Perspektive und Wirkung eines Sachtextes begründet und vergleiche ihn mit anderen Texten. |
| Literatur verstehen und interpretieren | Ich benenne Figuren, Handlung, Ort, Zeit und auffällige Textstellen. | Ich erkläre Figurenbeziehungen, Konflikte und wichtige sprachliche Mittel. | Ich entwickle eine Deutung und stütze sie mit genauen Textbelegen. | Ich vergleiche Deutungen, beziehe Erzählweise und Kontext ein und reflektiere Mehrdeutigkeit. |
| Schreibkompetenz und Textüberarbeitung | Ich schreibe verständliche Texte mit erkennbarem Thema und einfacher Gliederung. | Ich plane meine Texte, nutze eine passende Struktur und beachte grundlegende Sprachrichtigkeit. | Ich formuliere präzise, adressatenbezogen und überarbeite Inhalt, Aufbau und Sprache systematisch. | Ich gestalte Texte wirkungsvoll, reflektiere Schreibentscheidungen und passe Stil und Aufbau an Ziel und Publikum an. |
| Argumentation und Erörterung | Ich formuliere eine Meinung und nenne einfache Gründe. | Ich entwickle These, Argument, Beispiel und Schlussfolgerung in einer nachvollziehbaren Reihenfolge. | Ich beziehe Gegenargumente ein, gewichte Argumente und schreibe sachlich und überzeugend. | Ich prüfe Argumentationsstrategien kritisch, nutze Material reflektiert und entwickle ein differenziertes Urteil. |
| Sprechen und Zuhören | Ich beteilige mich an Gesprächen und halte einfache Kurzbeiträge. | Ich spreche verständlich, strukturiere Beiträge und gehe auf andere ein. | Ich moderiere Gespräche, begründe Positionen und gebe kriteriengeleitetes Feedback. | Ich passe Sprache, Medien und Gesprächsstrategie an Situation und Publikum an und reflektiere Wirkung. |
| Sprachbewusstsein und Grammatik | Ich erkenne grundlegende Satzglieder, Wortarten und häufige Rechtschreibregeln. | Ich wende Regeln in eigenen Texten zunehmend sicher an. | Ich erkläre sprachliche Entscheidungen und verbessere Stil, Ausdruck und Satzbau gezielt. | Ich analysiere Sprachwirkung, Register und rhetorische Mittel und nutze Sprache bewusst. |
| Medienkompetenz | Ich entnehme einfachen Medienbeiträgen Informationen. | Ich beschreibe Darstellungsformen und prüfe grundlegende Quellenangaben. | Ich analysiere Absicht, Zielgruppe, Bild-Text-Bezug und Glaubwürdigkeit eines Medienbeitrags. | Ich bewerte Medienstrategien kritisch und gestalte eigene Medienprodukte verantwortungsvoll. |
| Lernkompetenz und Selbststeuerung | Ich nutze Hinweise der Lehrkraft und beginne Aufgaben mit Unterstützung. | Ich setze mir einfache Lernziele und kontrolliere Teilergebnisse. | Ich wähle passende Lernstrategien, dokumentiere Fortschritte und nutze Feedback zur Verbesserung. | Ich plane längere Lernprozesse eigenständig, reflektiere Erfolge und übertrage Strategien auf neue Aufgaben. |
Beispiel: Vom Raster zum Lernziel
Ein Kompetenzraster wird erst wirksam, wenn Du damit arbeitest. Stell Dir vor, Du hast eine Erörterung geschrieben. Im Bereich Argumentation bist Du auf Stufe B, weil These, Argument und Beispiel vorhanden sind. Auf Stufe C würdest Du zusätzlich Gegenargumente einbeziehen, Argumente gewichten und sachlich überzeugender formulieren. Dein Lernziel könnte also lauten: „Ich überarbeite meine Erörterung so, dass mindestens ein starkes Gegenargument dargestellt und begründet entkräftet wird.“
So entsteht aus einer Rückmeldung ein konkreter Lernschritt. Statt „Ich muss besser schreiben“ arbeitest Du an einem überprüfbaren Ziel. Dadurch kannst Du Deinen Fortschritt in der nächsten Aufgabe erkennen.
Beispiel: Selbsteinschätzung nach einer Textanalyse
Nutze nach einer Textanalyse kurze Prüffragen. Sie helfen Dir, Deine Arbeit nicht nur nach Gefühl, sondern nach Kriterien einzuschätzen.
| Prüffrage | Noch unsicher | Teilweise sicher | Sicher | Nächster Schritt |
|---|---|---|---|---|
| Habe ich die Hauptaussage des Textes treffend erfasst? | Hauptaussage in einem Satz formulieren. | |||
| Habe ich Textbelege genau ausgewählt? | Belege mit Zeilenangabe und Erklärung ergänzen. | |||
| Habe ich sprachliche Mittel nicht nur benannt, sondern ihre Wirkung erklärt? | Wirkung immer mit Textaussage verbinden. | |||
| Ist meine Analyse klar gegliedert? | Einleitung, Hauptteil und Schluss prüfen. | |||
| Habe ich sachlich und fachsprachlich formuliert? | Umgangssprache ersetzen und Fachbegriffe nutzen. |
Arbeiten mit dem Kompetenzraster
Schritt 1: Aufgabe verstehen
Bevor Du eine Aufgabe bearbeitest, klärst Du, welche Kompetenzbereiche besonders wichtig sind. Eine Sachtextanalyse verlangt anderes als eine Buchvorstellung, eine Debatte anderes als eine Interpretation. Markiere im Raster die Kompetenzbereiche, die zur Aufgabe passen. So erkennst Du, worauf Du beim Bearbeiten achten musst.
Schritt 2: Lernprodukt erstellen
Ein Lernprodukt kann ein Text, eine Präsentation, ein Gesprächsbeitrag, ein Erklärvideo, ein Podcast, ein Plakat oder ein Portfolioeintrag sein. Während Du daran arbeitest, nutzt Du das Raster als Orientierung. Es hilft Dir, wichtige Qualitätsmerkmale nicht zu vergessen. Bei einer Präsentation prüfst Du zum Beispiel Inhalt, Aufbau, Sprache, Medieneinsatz und Zuhörerorientierung.
Schritt 3: Selbsteinschätzung durchführen
Nach der Bearbeitung ordnest Du Dein Lernprodukt einer Niveaustufe zu. Wichtig ist, dass Du Deine Einschätzung begründest. Schreibe nicht nur „Ich bin Stufe C“, sondern nenne Belege: „Ich bin im Bereich Argumentation auf Stufe C, weil ich zwei Gegenargumente einbezogen, ein Gegenargument entkräftet und meine Position im Schluss differenziert begründet habe.“
Schritt 4: Feedback nutzen
Feedback ist besonders wirksam, wenn es konkret, freundlich und handlungsorientiert ist. Eine gute Rückmeldung beschreibt zuerst, was gelungen ist. Danach benennt sie einen Schwerpunkt zur Verbesserung und macht einen Vorschlag für den nächsten Schritt. Für die Arbeit mit Kompetenzrastern eignet sich die Formel: Stärke erkennen, Kriterium nennen, nächsten Schritt formulieren.
Schritt 5: Überarbeiten und reflektieren
Die Überarbeitung ist im Deutschunterricht ein eigener Lernschritt. Gute Texte entstehen selten in der ersten Fassung. Nutze das Raster, um gezielt zu überarbeiten. Prüfe zuerst den Inhalt, dann die Struktur, danach die Sprache und zuletzt Rechtschreibung und Zeichensetzung. Am Ende hältst Du in einer kurzen Reflexion fest, was Du verbessert hast und welche Strategie Dir geholfen hat.
Typische Aufgaben in Klasse 9 und passende Rasterkriterien
| Aufgabe | Wichtige Kompetenzbereiche | Qualitätsmerkmale |
|---|---|---|
| Erörterung | Argumentation, Schreibkompetenz, Sprachbewusstsein | Klare These, geordnete Argumente, Beispiele, Gegenargumente, sachlicher Stil, begründetes Urteil |
| Sachtextanalyse | Lesekompetenz, Analyse, Medienkompetenz | Hauptaussage, Aufbau, Argumentationsweise, sprachliche Mittel, Aussageabsicht, Textbelege |
| Interpretation literarischer Texte | Literaturunterricht, Textanalyse, Deutung | Einleitung, Inhaltskern, Figurenanalyse, sprachliche Gestaltung, Deutungshypothese, Belege |
| Präsentation | Sprechen und Zuhören, Medienkompetenz, Strukturierung | Verständlicher Aufbau, freies Sprechen, passende Medien, Blickkontakt, Fachsprache, Zeitplanung |
| Bewerbung und Lebenslauf | Schreibkompetenz, Adressatenorientierung, Textsortenwissen | Vollständigkeit, formale Genauigkeit, passende Sprache, überzeugende Darstellung eigener Stärken |
| Debatte | Kommunikation, Argumentation, Zuhören | Klare Position, Bezug auf andere, sachliche Gegenrede, Gesprächsregeln, überzeugende Schlussfolgerung |
Strategien für bessere Leistungen
Lesestrategien
Nutze beim Lesen die Schritte orientieren, markieren, strukturieren, erklären, beurteilen. Zuerst verschaffst Du Dir einen Überblick über Titel, Textsorte, Thema und Quelle. Danach markierst Du Schlüsselstellen. Anschließend gliederst Du den Text in Abschnitte. Dann erklärst Du wichtige Aussagen mit eigenen Worten. Zum Schluss beurteilst Du Absicht, Wirkung und Glaubwürdigkeit.
Schreibstrategien
Beim Schreiben hilft der Prozess planen, schreiben, prüfen, überarbeiten. Plane zuerst Thema, Ziel, Adressaten und Aufbau. Schreibe dann eine erste Fassung, ohne jeden Satz sofort perfekt machen zu wollen. Prüfe anschließend Inhalt, Struktur und Sprache. Überarbeite gezielt mit Blick auf das Kompetenzraster. So wird Schreiben zu einem steuerbaren Prozess.
Gesprächsstrategien
In Diskussionen und Debatten solltest Du aktiv zuhören, Beiträge anderer aufnehmen und Deine eigene Position begründen. Gute Gesprächsbeiträge beginnen oft mit einem Bezug: „Ich stimme dem teilweise zu, weil …“ oder „Ich sehe das anders, denn …“. Für höhere Niveaustufen reicht eine Meinung nicht aus. Entscheidend ist, dass Du begründest, abwägst und auf Gegenargumente eingehst.
Medienstrategien
Bei Medienbeiträgen prüfst Du Quelle, Autorenschaft, Veröffentlichungsdatum, Zielgruppe und Darstellungsabsicht. Achte darauf, ob Informationen belegt werden, ob Bilder eine bestimmte Wirkung erzeugen und ob Überschriften sachlich informieren oder stark beeinflussen wollen. In Klasse 9 ist diese Medienkritik wichtig, weil Informationen oft aus digitalen Quellen stammen.

Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was beschreibt ein Kompetenzraster am besten? (Eine Matrix aus Kompetenzen und Niveaustufen) (!Eine Liste zufälliger Hausaufgaben) (!Ein Ersatz für alle Unterrichtsgespräche) (!Ein Wörterbuch für Fachbegriffe)
Was hilft Dir bei der Selbsteinschätzung mit einem Kompetenzraster besonders? (Klare Kompetenzbeschreibungen) (!Möglichst unklare Aufgaben) (!Nur die Endnote) (!Ein zufälliger Vergleich mit anderen)
Was ist bei einer Textanalyse in Klasse 9 besonders wichtig? (Belege aus dem Text nutzen) (!Nur die eigene Meinung aufschreiben) (!Den Text ohne Struktur nacherzählen) (!Alle Fremdwörter vermeiden)
Was gehört zu einer guten Erörterung? (Eine begründete Position entwickeln) (!Nur eine Überschrift gestalten) (!Argumente ohne Beispiele sammeln) (!Ausschließlich Fragen stellen)
Wozu dient Feedback im Kompetenzraster? (Konkrete nächste Lernschritte ableiten) (!Die Arbeit unkommentiert abgeben) (!Alle Fehler zu ignorieren) (!Den Lernprozess zu beenden)
Was bedeutet Sprachbewusstsein im Deutschunterricht? (Wirkung von Sprache untersuchen) (!Schneller sprechen als andere) (!Nur schwierige Wörter auswendig lernen) (!Texte ohne Korrektur abschreiben)
Was gehört zur Medienkompetenz in Klasse 9? (Quellen prüfen und Medienbeiträge bewerten) (!Alle Beiträge ungeprüft übernehmen) (!Nur Bilder ohne Text ansehen) (!Digitale Medien grundsätzlich vermeiden)
Was kennzeichnet eine hohe Niveaustufe im Kompetenzraster? (Eigenständig transferieren und reflektieren) (!Nur mit vollständiger Lösungsvorlage arbeiten) (!Aufgaben zufällig auswählen) (!Fachbegriffe nie verwenden)
Was ist bei einer Präsentation in Klasse 9 wichtig? (Adressatenbezogen und strukturiert sprechen) (!Ohne Gliederung vorlesen) (!Möglichst leise sprechen) (!Nur Folien zeigen und nichts erklären)
Wie kann ein Portfolio das Lernen unterstützen? (Lernprodukte sammeln und Fortschritte begründen) (!Alle Entwürfe sofort wegwerfen) (!Nur Noten ohne Beispiele notieren) (!Auf Reflexion verzichten)
Memory
| Lesekompetenz | Texte erschließen |
| Schreibkompetenz | Texte planen |
| Feedback | Lernschritte ableiten |
| Niveaustufe | Entwicklungsstand beschreiben |
| Selbsteinschätzung | Eigenes Können prüfen |
| Textbeleg | Aussage stützen |
| Medienkritik | Quellen beurteilen |
| Revision | Text überarbeiten |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Erörterung | Argumente abwägen |
| Textanalyse | Aufbau und sprachliche Mittel untersuchen |
| Interpretation | Bedeutung eines literarischen Textes deuten |
| Präsentation | Adressatenorientiert vortragen |
| Sprachreflexion | Regeln und Wirkung von Sprache erklären |
| Medienbewertung | Quellen und Darstellungsabsichten prüfen |
Kreuzworträtsel
| Matrix | Wie nennt man die Tabellenform eines Kompetenzrasters? |
| Feedback | Wie heißt eine hilfreiche Rückmeldung zum Lernprozess? |
| Argument | Wie heißt ein begründender Baustein einer Erörterung? |
| Analyse | Wie nennt man das genaue Untersuchen eines Textes? |
| Revision | Wie heißt das geplante Überarbeiten eines Textes? |
| Portfolio | Wie heißt eine Sammlung von Lernprodukten? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Selbsteinschätzung: Wähle einen eigenen Deutschtext aus und markiere drei Stellen, die bereits gelungen sind.
- Lernziel: Formuliere ein persönliches Lernziel für die nächste Deutschstunde und begründe es mit einem Kriterium aus dem Raster.
- Textbeleg: Suche in einem kurzen Sachtext drei wichtige Aussagen und stütze jede Aussage mit einem passenden Beleg.
- Feedbackgespräch: Gib einer Mitschülerin oder einem Mitschüler eine Rückmeldung nach der Formel Stärke, Kriterium, nächster Schritt.
Standard
- Kompetenzraster: Entwickle ein eigenes Mini-Raster für eine Erörterung mit vier Niveaustufen.
- Sachtextanalyse: Analysiere einen aktuellen Sachtext und ordne Deine Arbeit begründet einer Niveaustufe zu.
- Präsentation: Plane eine fünfminütige Präsentation zu einem literarischen Thema und erstelle passende Bewertungskriterien.
- Medienkritik: Vergleiche zwei Online-Beiträge zum selben Thema und bewerte Glaubwürdigkeit, Zielgruppe und Darstellungsabsicht.
Schwer
- Lernportfolio: Erstelle ein Portfolio mit drei Lernprodukten, zwei Überarbeitungen und einer Reflexion über Deinen Fortschritt.
- Peer-Review: Organisiere eine kriteriengeleitete Schreibkonferenz und dokumentiere, wie Feedback zur Textverbesserung geführt hat.
- Transferaufgabe: Übertrage das Kompetenzraster auf ein anderes Fach und erkläre, welche Kriterien gleich bleiben und welche angepasst werden müssen.
- Unterrichtsprojekt: Entwickle für Deine Lerngruppe ein vollständiges Kompetenzraster zu einem Unterrichtsvorhaben in Klasse 9 und teste es an einer Beispielaufgabe.

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Lernkontrolle
- Textanalyse: Vergleiche zwei Schülerlösungen zu einem Sachtext und entscheide begründet, welche Lösung im Raster höher einzuordnen ist.
- Erörterung: Überarbeite einen argumentierenden Text so, dass er von Stufe B auf Stufe C gelangt, und erkläre Deine Änderungen.
- Medienkompetenz: Analysiere einen Medienbeitrag und beurteile, welche Kriterien für Glaubwürdigkeit und Wirkung besonders wichtig sind.
- Feedback: Formuliere zu einem Beispieltext eine Rückmeldung, die nicht nur Fehler benennt, sondern konkrete Lernschritte ermöglicht.
- Lernreflexion: Entwickle aus einer Selbsteinschätzung einen Lernplan für zwei Wochen und begründe die Reihenfolge Deiner Übungen.
- Transfer: Erkläre, wie ein Kompetenzraster helfen kann, Prüfungsangst zu reduzieren, ohne die Anforderungen zu senken.
Lernnachweis
Für den Lernnachweis erstellst Du ein kleines Portfolio, das Deinen Lernweg sichtbar macht. Es soll keine bloße Sammlung sein, sondern Deine Entwicklung zeigen. Wähle mindestens zwei Lernprodukte aus dem Deutschunterricht der Klasse 9, zum Beispiel eine Erörterung, eine Textanalyse, eine Interpretation, eine Präsentation oder eine Medienanalyse. Ergänze jeweils eine kurze Selbsteinschätzung mit Bezug auf das Kompetenzraster.
- Portfolio: Sammle mindestens zwei Lernprodukte und ordne sie begründet passenden Kompetenzbereichen zu.
- Überarbeitung: Überarbeite eines der Lernprodukte sichtbar und erkläre, welche Kriterien Du verbessert hast.
- Reflexion: Schreibe einen Reflexionsbrief, in dem Du Deine stärkste Kompetenz und Deinen wichtigsten nächsten Lernschritt benennst.
- Feedback: Füge eine Rückmeldung aus der Lerngruppe oder von der Lehrkraft hinzu und beschreibe, wie Du sie genutzt hast.
- Präsentation: Stelle Deinen Lernfortschritt in drei Minuten vor und belege ihn mit konkreten Beispielen aus Deinem Portfolio.
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