KI-gestützte Differenzierung - Wege zu inklusiver Lernkultur


KI-gestützte Differenzierung - Wege zu inklusiver Lernkultur
KI-gestützte Differenzierung: Wege zu inklusiver Lernkultur
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KI-gestützte Differenzierung verbindet Künstliche Intelligenz, Binnendifferenzierung, Inklusion und professionelle Unterrichtsplanung. Der Kern ist nicht, dass eine Maschine Unterricht übernimmt. Der Kern ist, dass Lehrkräfte mit Hilfe von generativer KI schneller unterschiedliche Zugänge, Hilfen, Aufgabenformate, Sprachfassungen und Rückmeldungen entwerfen können. So entstehen Lernumgebungen, in denen möglichst viele Lernende aktiv, sichtbar und erfolgreich teilnehmen können.
Dieser aiMOOC richtet sich an Lehrkräfte, Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter, Schulleitungen, pädagogische Fachkräfte und Fortbildende. Du lernst, wie Du KI als Assistenzsystem für inklusive Lernkultur nutzt, ohne pädagogische Verantwortung, Datenschutz, Beziehungsgestaltung oder professionelle Diagnose an die Technik abzugeben.

Einleitung
In jeder Lerngruppe gibt es unterschiedliche Vorerfahrungen, Lernstände, Sprachen, Interessen, Arbeitstempi, Unterstützungsbedarfe und Ausdrucksmöglichkeiten. Differenzierung bedeutet, diese Vielfalt nicht als Störung zu betrachten, sondern als Ausgangspunkt guten Unterrichts. Inklusion geht noch weiter: Sie fragt, welche Barrieren in Aufgaben, Medien, Sprache, Raum, Zeit, Bewertung und Unterrichtskultur abgebaut werden müssen, damit alle Lernenden teilhaben können.
Künstliche Intelligenz kann dabei helfen, Unterrichtsmaterialien zu variieren, Aufgaben auf mehreren Anspruchsniveaus zu entwerfen, Texte verständlicher zu machen, Lernwege vorzuschlagen, Feedbackformulierungen zu verbessern und Wahlmöglichkeiten zu planen. Gleichzeitig erzeugen KI-Systeme Fehler, Verzerrungen und scheinbar überzeugende Antworten. Deshalb gilt: KI unterstützt die pädagogische Entscheidung, ersetzt sie aber nicht. Lehrkräfte prüfen, verändern und verantworten jeden Einsatz.

Warum ist das Thema für Schule wichtig?
Eine inklusive Lernkultur entsteht nicht allein durch technische Tools. Sie entsteht durch Haltung, Struktur und professionelles Handeln. KI kann Lehrkräfte entlasten, wenn sie wiederkehrende Vorarbeiten unterstützt: Texte umformulieren, Beispiele generieren, Hilfekarten erstellen, Rückmeldebögen vorbereiten oder Aufgaben mit verschiedenen Darstellungsformen entwickeln. Dadurch bleibt mehr Zeit für Beziehung, Beobachtung, Beratung und gemeinsames Lernen.
Wichtig ist eine klare Grenze: KI darf Lernende nicht vorschnell kategorisieren, nicht ohne Einwilligung personenbezogene Daten verarbeiten und nicht allein über Leistungen, Förderbedarf oder Bildungswege entscheiden. In der EU gelten für KI-Systeme im Bildungsbereich besondere Anforderungen, wenn sie etwa Zugang, Bewertung, Einstufung oder Prüfungsüberwachung beeinflussen. Für die Schule bedeutet das: Transparenz, Datensparsamkeit, menschliche Aufsicht und pädagogische Begründung sind unverzichtbar.
Lernziele dieses aiMOOCs
Nach der Bearbeitung kannst Du erklären, was KI-gestützte Differenzierung bedeutet. Du kannst Chancen und Grenzen von KI in inklusiven Lernsettings einschätzen. Du kannst Prompts für differenzierte Materialien entwerfen, KI-Ergebnisse prüfen und verbessern. Du kannst Unterricht so planen, dass Lernziele klar bleiben, Lernwege variieren und Teilhabe systematisch gefördert wird. Du kannst Datenschutz, Fairness und Transparenz in Deine Unterrichtsplanung einbeziehen.
Grundbegriffe
Künstliche Intelligenz und generative KI
Künstliche Intelligenz bezeichnet technische Systeme, die Aufgaben bearbeiten, für die normalerweise menschliche Fähigkeiten wie Mustererkennung, Sprachverarbeitung, Planung oder Problemlösen benötigt werden. Generative Künstliche Intelligenz erstellt neue Inhalte, zum Beispiel Texte, Bilder, Tabellen, Aufgaben, Zusammenfassungen oder Dialoge. In der Schule werden vor allem textbasierte KI-Assistenzsysteme genutzt, etwa zur Unterrichtsvorbereitung, Materialentwicklung, Sprachförderung oder Reflexion von Aufgabenstellungen.
Generative KI arbeitet nicht wie ein Mensch mit Verständnis, Erfahrung und Verantwortung. Sie berechnet wahrscheinliche Ausgaben auf Grundlage von Trainingsdaten und Eingaben. Deshalb können Antworten unvollständig, einseitig, veraltet oder falsch sein. Für den Unterricht ist entscheidend, dass KI-Ausgaben immer fachlich, didaktisch, sprachlich, diskriminierungskritisch und rechtlich geprüft werden.
Differenzierung
Differenzierung bedeutet, Lernangebote so zu gestalten, dass Lernende an gemeinsamen Zielen arbeiten können, aber unterschiedliche Wege, Hilfen, Materialien oder Produkte nutzen. In der Binnendifferenzierung geschieht dies innerhalb einer gemeinsamen Lerngruppe. Differenziert werden kann nach Inhalt, Prozess, Produkt, Sozialform, Medienzugang, Sprache, Umfang, Hilfestufe, Tempo oder Komplexität.
Ein Beispiel: Alle Lernenden sollen eine historische Quelle beurteilen. Einige erhalten eine Wortschatzhilfe, andere Leitfragen, wieder andere eine Erweiterungsaufgabe zum Perspektivwechsel. Das Lernziel bleibt gemeinsam, die Zugänge sind verschieden.
Inklusion und inklusive Lernkultur
Inklusion bedeutet, dass Schule Vielfalt anerkennt und Barrieren abbaut. Eine inklusive Lernkultur fragt nicht zuerst: „Was fehlt dieser Schülerin oder diesem Schüler?“ Sie fragt: „Welche Bedingungen braucht diese Lerngruppe, damit Beteiligung, Verstehen, Ausdruck und Zugehörigkeit möglich werden?“ Dazu gehören verständliche Sprache, flexible Aufgaben, barrierearme Medien, kooperative Lernformen, wertschätzende Kommunikation und faire Leistungsrückmeldung.

Universal Design for Learning
Universal Design for Learning ist ein didaktischer Ansatz, der Lernumgebungen von Beginn an möglichst zugänglich gestaltet. Drei Leitideen sind besonders hilfreich: Lernende brauchen verschiedene Wege, Informationen aufzunehmen; verschiedene Möglichkeiten, ihr Können zu zeigen; und verschiedene Zugänge zu Motivation und Beteiligung. KI kann diese Leitideen unterstützen, indem sie alternative Darstellungen, Hilfen, Beispiele, Wahlaufgaben und Reflexionsfragen vorbereitet.
Didaktischer Kompass für KI-gestützte Differenzierung
KI-gestützte Differenzierung gelingt besonders gut, wenn Du nicht mit dem Tool beginnst, sondern mit der pädagogischen Frage. Ein hilfreicher Kompass besteht aus fünf Schritten.
- Lernziel: Formuliere zuerst, was alle Lernenden am Ende verstehen, können oder beurteilen sollen.
- Barriere: Prüfe, welche Hürden im Material, in der Sprache, im Vorwissen, in der Aufgabenlogik oder in der Bewertung liegen könnten.
- Differenzierung: Entscheide, ob Du nach Hilfestufe, Komplexität, Tempo, Medienform, Produkt oder Sozialform differenzierst.
- KI-Prompt: Gib der KI Kontext, Zielgruppe, Lernziel, Niveau, gewünschtes Format, Ausschlüsse und Prüfkriterien.
- Reflexion: Prüfe die KI-Ausgabe fachlich, sprachlich, inklusiv, diskriminierungskritisch, datenschutzsensibel und passend zur Lerngruppe.
Leitfragen vor dem KI-Einsatz
- Zielklarheit: Welche Kompetenz soll gefördert werden?
- Teilhabe: Wer könnte durch Sprache, Tempo, Medienform oder Aufgabenformat ausgeschlossen werden?
- Passung: Welche Variante hilft wirklich beim Lernen und ist nicht nur leichter oder bunter?
- Transparenz: Müssen Lernende wissen, dass KI bei der Materialerstellung geholfen hat?
- Datenschutz: Werden personenbezogene oder sensible Daten vermieden?
- Verantwortung: Wer prüft die Qualität und entscheidet über den Einsatz?
Praxiswege im Unterricht
Materialien sprachlich zugänglich machen
KI kann Texte auf verschiedene Sprachniveaus umformulieren, Wortschatzlisten erstellen, Satzstarter anbieten oder Fachbegriffe erklären. Dabei ist wichtig, dass die fachliche Tiefe nicht verloren geht. Eine vereinfachte Fassung soll nicht entmündigen, sondern Zugang schaffen. Gut ist es, Lernende schrittweise vom alltagssprachlichen Zugang zur Bildungssprache zu führen.
Beispiel: Ein Text zur Photosynthese wird in drei Fassungen vorbereitet: eine sprachlich entlastete Version, eine Standardversion und eine Version mit zusätzlichen Fachbegriffen. Alle Fassungen enthalten dasselbe Kernkonzept: Pflanzen wandeln mit Lichtenergie Kohlenstoffdioxid und Wasser in Glucose und Sauerstoff um.
Hilfekarten und Scaffolds entwickeln
Scaffolding bedeutet, Lernende durch zeitlich begrenzte Hilfen zu unterstützen. KI kann Vorschläge für Tippkarten, Satzanfänge, Rechenwege, Experimentierhinweise, Lesestrategien oder Planungsschritte erstellen. Gute Hilfen lösen die Aufgabe nicht, sondern ermöglichen selbstständiges Weiterarbeiten.
Beispiel für eine Hilfekarte: „Markiere zuerst alle Begriffe, die Du sicher verstehst. Unterstreiche dann zwei Stellen, die unklar sind. Nutze die Wortliste, bevor Du eine Frage an die Gruppe formulierst.“
Aufgaben auf mehreren Anspruchsniveaus planen
KI kann Aufgaben variieren: reproduzieren, anwenden, vergleichen, beurteilen, gestalten. Dabei darf Differenzierung nicht bedeuten, dass einzelne Lernende dauerhaft nur einfache Aufgaben bekommen. Eine inklusive Lernkultur bietet Zugänge und Herausforderungen für alle.
| Anspruch | Beispielhafte Aufgabe | Inklusiver Nutzen |
|---|---|---|
| Zugang sichern | Erkläre den Begriff in eigenen Worten und mit einem Beispiel. | Vorwissen wird aktiviert und Sprache wird entlastet. |
| Anwenden | Nutze das Konzept, um einen neuen Fall zu lösen. | Das Lernziel wird in einer konkreten Situation sichtbar. |
| Vertiefen | Vergleiche zwei Lösungswege und begründe, welcher tragfähiger ist. | Leistungsstarke Lernende erhalten kognitive Herausforderung. |
| Gestalten | Entwickle ein Erklärprodukt für eine andere Lerngruppe. | Kreativität, Perspektivwechsel und Kommunikation werden verbunden. |
Feedback personalisieren, ohne Lernende zu vermessen
KI kann helfen, Feedbackformulierungen wertschätzend, konkret und lernförderlich zu machen. Sie sollte aber nicht allein Lernleistungen bewerten. Gute Rückmeldungen benennen ein Ziel, eine beobachtbare Leistung, einen nächsten Schritt und eine Ermutigung. Lehrkräfte prüfen, ob das Feedback zur Person, Aufgabe und Situation passt.
Feedbackstruktur: „Du hast bereits … gezeigt. Der nächste sinnvolle Schritt ist … Achte dabei besonders auf … Du kannst dafür … nutzen.“
Wahlmöglichkeiten schaffen
Inklusive Differenzierung bietet Wahlmöglichkeiten, ohne das Lernziel beliebig zu machen. Lernende können zum Beispiel entscheiden, ob sie ein Lernprodukt als Text, Audio, Schaubild, Präsentation, Modell, Dialog oder Lernplakat erstellen. KI kann Kriterienraster für verschiedene Produkte entwickeln, damit die Bewertung fair bleibt.

Prompting für inklusive Lernkultur
Ein Prompt ist die Eingabe, mit der Du ein KI-System steuerst. Gute Prompts sind präzise, kontextbezogen und enthalten Qualitätskriterien. Für KI-gestützte Differenzierung sind besonders wichtig: Lernziel, Fach, Jahrgang, Vorwissen, gewünschte Hilfestufen, Sprachsensibilität, Barrierefreiheit, Bewertungsform und Ausschluss personenbezogener Daten.
Prompt-Bausteine
| Baustein | Leitfrage | Beispiel |
|---|---|---|
| Rolle | Aus welcher Perspektive soll die KI helfen? | Handle als didaktische Assistenz für inklusiven Fachunterricht. |
| Kontext | Für welche Lerngruppe und welches Fach? | Jahrgang 7, heterogene Lerngruppe, Fach Biologie, Thema Ökosystem. |
| Ziel | Was sollen alle Lernenden erreichen? | Alle sollen Wechselwirkungen zwischen Produzenten, Konsumenten und Destruenten erklären. |
| Differenzierung | Welche Varianten werden gebraucht? | Erstelle drei Hilfestufen, eine Wortliste und eine Erweiterungsaufgabe. |
| Qualität | Woran wird die Ausgabe geprüft? | Verwende fachlich korrekte Begriffe, verständliche Sprache und keine Stereotype. |
| Grenze | Was soll die KI nicht tun? | Verwende keine personenbezogenen Daten und bewerte keine einzelnen Lernenden. |
Beispiel für eine Prompt-Kette
| Schritt | Prompt-Idee | Ergebnis |
|---|---|---|
| Analyse | Nenne mögliche Barrieren in dieser Aufgabenstellung für eine heterogene Lerngruppe. | Die KI liefert Hinweise zu Sprache, Vorwissen, Format, Zeit und Operatoren. |
| Variation | Erstelle drei Aufgabenvarianten zum gleichen Lernziel mit unterschiedlicher Hilfestufe. | Es entstehen Zugangs-, Standard- und Vertiefungsaufgaben. |
| Unterstützung | Formuliere Tippkarten, die Denkprozesse anregen, aber die Lösung nicht vorwegnehmen. | Lernende erhalten abgestufte Hilfen. |
| Prüfung | Prüfe die Aufgaben auf diskriminierende Annahmen, unnötige Hürden und unklare Sprache. | Die Lehrkraft erhält eine Reflexionsliste. |
| Transfer | Entwickle eine Reflexionsfrage, mit der Lernende ihren eigenen Lernweg beschreiben. | Metakognition wird gefördert. |
Datenschutz, Fairness und Verantwortung
Datensparsamkeit
Für den schulischen Einsatz gilt: Gib keine Namen, Notenlisten, Fördergutachten, Gesundheitsdaten, privaten Informationen oder sensiblen Beobachtungen in externe KI-Systeme ein. Arbeite mit anonymisierten, fiktiven oder verallgemeinerten Beschreibungen. Statt „Ali hat eine Lese-Rechtschreib-Schwäche und …“ ist besser: „In der Lerngruppe gibt es Lernende, die längere Texte nur mit Lesestrategien und Wortschatzhilfe bearbeiten können.“
Transparenz
Lernende sollten wissen, wann und wofür KI genutzt wird. Transparenz bedeutet nicht, jede technische Einzelheit zu erklären. Transparenz bedeutet, Ziele, Grenzen und Regeln offenzulegen: KI kann beim Entwerfen, Üben und Überarbeiten helfen; sie ersetzt nicht eigene Urteile, Quellenprüfung und Verantwortung.
Fairness und Bias
KI-Systeme können Vorurteile, stereotype Rollenbilder oder einseitige Beispiele reproduzieren. Deshalb sollten Materialien auf Sprache, Bilder, Namen, Lebenswelten, Geschlechterrollen, Behinderung, Herkunft, Religion und soziale Lage geprüft werden. Inklusive Lernkultur verlangt, dass Lernende nicht auf Defizite reduziert und nicht durch automatisierte Annahmen festgelegt werden.
Menschliche Aufsicht
KI kann Vorschläge machen, aber Lehrkräfte entscheiden. Besonders sensibel sind Leistungsbewertung, Förderentscheidungen, Empfehlungen, Einstufungen und Prüfungen. Hier braucht es nachvollziehbare Kriterien, menschliche Beurteilung, Widerspruchsmöglichkeiten und schulische Regelungen.
Rechtlicher Orientierungsrahmen
Der europäische AI Act verfolgt einen risikobasierten Ansatz. Im Bildungsbereich können KI-Systeme besonders sensibel sein, wenn sie über Zugang, Zuweisung, Lernbewertung, Einstufung oder Prüfungsüberwachung mitentscheiden. Die Kultusministerkonferenz empfiehlt einen kritisch-konstruktiven Umgang mit KI in Schule und Bildungsverwaltung. Für den Unterricht heißt das: Chancen nutzen, Risiken ernst nehmen, Regeln vereinbaren, Lernende befähigen und pädagogische Verantwortung sichern.
Fortbildungssnack: Ablaufvorschlag
Dieser aiMOOC kann als kurzer Fortbildungssnack oder als längere schulinterne Fortbildung genutzt werden.
| Phase | Zeit | Aktivität | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Einstieg | 5 Minuten | Videoimpuls ansehen und eine persönliche Frage notieren. | Gemeinsamer Anlass und Aktivierung. |
| Begriffsklärung | 10 Minuten | Differenzierung, Inklusion und KI voneinander abgrenzen. | Gemeinsame Sprache im Kollegium. |
| Praxis | 15 Minuten | Eine eigene Aufgabe mit KI in drei Hilfestufen umarbeiten. | Konkretes Unterrichtsmaterial. |
| Qualitätsprüfung | 10 Minuten | Material mit Checkliste auf Lernziel, Teilhabe, Datenschutz und Fairness prüfen. | Verantwortbare Überarbeitung. |
| Transfer | 10 Minuten | Vereinbaren, wie KI-Einsatz im Fachteam dokumentiert und reflektiert wird. | Nächster Schritt für die Schulpraxis. |
Qualitätscheck für KI-generierte Unterrichtsmaterialien
- Fachlichkeit: Stimmen Begriffe, Beispiele, Lösungen und Erklärungen?
- Lernzielorientierung: Unterstützt die Variante wirklich dasselbe Lernziel?
- Sprachsensibler Fachunterricht: Sind Fachsprache und Alltagssprache sinnvoll verbunden?
- Barrierefreiheit: Gibt es alternative Zugänge für Lesen, Hören, Sehen, Bewegung, Sprache oder Aufmerksamkeit?
- Fairness: Werden keine Stereotype, Defizitbilder oder diskriminierenden Annahmen verstärkt?
- Datenschutz: Sind alle personenbezogenen Daten entfernt?
- Transparenz: Ist klar, wie KI genutzt wurde?
- Feedbackkultur: Fördert das Material Lernen statt bloßer Kontrolle?
Beispiele für Fächer
Deutsch
Im Deutschunterricht kann KI Texte auf unterschiedlichen Sprachniveaus vorbereiten, Satzstarter für Interpretationen liefern, Wortschatzarbeit unterstützen oder Feedback zu Argumentationsstrukturen formulieren. Wichtig bleibt, dass literarische Deutung nicht auf Musterantworten reduziert wird. Lernende sollen eigene Lesarten entwickeln und begründen.
Mathematik
Im Mathematikunterricht kann KI gestufte Hinweise, alternative Erklärwege, Fehleranalysen oder Anwendungsaufgaben vorschlagen. Lehrkräfte prüfen, ob Rechenwege korrekt sind und ob Hilfen mathematisches Denken unterstützen. Eine gute Differenzierung zeigt nicht nur eine Lösung, sondern macht Strategien sichtbar.
Fremdsprachen
Im Fremdsprachenunterricht kann KI Dialoge, Rollenkarten, Wortfelder, Ausspracheübungen, Satzbausteine oder Schreibanlässe erzeugen. Inklusiv wird der Einsatz, wenn Lernende Wahlmöglichkeiten bekommen und Fehler als Lerngelegenheiten nutzen.
Naturwissenschaften
In Biologie, Chemie und Physik kann KI Experimente sprachlich entlasten, Sicherheitsregeln vereinfachen, Hypothesenfragen formulieren oder Modelle vergleichen lassen. Besonders wichtig ist die fachliche Prüfung, weil KI naturwissenschaftliche Zusammenhänge manchmal plausibel, aber falsch darstellt.
Gesellschaftswissenschaften
In Geschichte, Politische Bildung und Geographie kann KI Perspektivwechsel, Quellenfragen, Fallbeispiele oder Debattenkarten vorbereiten. Inklusiv ist der Einsatz, wenn multiperspektivisch gearbeitet wird und KI-Aussagen mit Quellen verglichen werden.
Grenzen und Stolpersteine
KI-gestützte Differenzierung kann zu einer oberflächlichen Individualisierung führen, wenn nur Arbeitsblätter in „leicht“, „mittel“ und „schwer“ erzeugt werden. Inklusive Lernkultur braucht mehr: gemeinsame Lernziele, Kooperation, Anerkennung, Beteiligung und Reflexion. Ein weiterer Stolperstein ist die unkritische Übernahme von KI-Ausgaben. Fehlerhafte Inhalte, stereotype Beispiele oder unpassende Vereinfachungen können Lernen erschweren. Auch Datenschutz und Urheberrecht müssen beachtet werden.
Eine gute Regel lautet: Erst Didaktik, dann KI. Erst Lernziel, dann Tool. Erst Prüfung, dann Einsatz.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist das zentrale Ziel KI-gestützter Differenzierung? (Teilhabe und Lernen durch passende Zugänge unterstützen) (!Lehrkräfte vollständig durch KI ersetzen) (!Alle Lernenden mit identischen Aufgaben versorgen) (!Noten automatisch berechnen lassen)
Welche Aussage beschreibt eine inklusive Lernkultur am besten? (Barrieren werden erkannt und abgebaut) (!Lernende werden dauerhaft nach Defiziten sortiert) (!Alle arbeiten immer im gleichen Tempo) (!Technik entscheidet über Förderbedarf)
Warum müssen KI-Ausgaben im Unterricht geprüft werden? (Sie können fachliche Fehler und Verzerrungen enthalten) (!Sie sind grundsätzlich immer urheberrechtsfrei) (!Sie sind immer besser als Lehrmaterialien) (!Sie ersetzen jede didaktische Planung)
Was gehört zu einem guten Prompt für differenzierte Materialien? (Lernziel, Kontext, Zielgruppe und Qualitätskriterien) (!Nur ein einzelnes Stichwort) (!Persönliche Daten einzelner Lernender) (!Eine Aufforderung zur automatischen Benotung)
Welche Daten sollten nicht in externe KI-Systeme eingegeben werden? (Namen, Noten, Fördergutachten und Gesundheitsdaten) (!Fiktive Beispielaufgaben) (!Anonyme Lernziele) (!Allgemeine Fachbegriffe)
Was bedeutet Scaffolding im Unterricht? (Zeitlich begrenzte Hilfen zum selbstständigen Lernen) (!Dauerhafte Vereinfachung aller Anforderungen) (!Automatische Auswahl der Schullaufbahn) (!Verzicht auf fachliche Lernziele)
Welche Rolle hat die Lehrkraft beim Einsatz von KI? (Sie prüft, verändert und verantwortet den Einsatz) (!Sie übernimmt jede KI-Antwort unverändert) (!Sie gibt alle Entscheidungen an das System ab) (!Sie nutzt KI nur zur Kontrolle von Verhalten)
Was ist ein Beispiel für produktorientierte Differenzierung? (Lernende zeigen ihr Können als Text, Audio oder Schaubild) (!Alle müssen denselben Lückentext ausfüllen) (!Nur schnelle Lernende erhalten Rückmeldung) (!Die Aufgabe wird ohne Lernziel gestellt)
Was ist ein Risiko von KI im Kontext Inklusion? (Stereotype oder defizitorientierte Annahmen werden verstärkt) (!Alle Barrieren verschwinden automatisch) (!Lernende brauchen keine Rückmeldungen mehr) (!Sprache spielt keine Rolle mehr)
Welche Reihenfolge ist für verantwortungsvolle Planung sinnvoll? (Erst Lernziel, dann Differenzierung, dann KI, dann Prüfung) (!Erst Tool, dann Zufall, dann Bewertung) (!Erst Benotung, dann Lernziel, dann Aufgabe) (!Erst Dateneingabe, dann Einwilligung, dann Prüfung)
Memory
| Differenzierung | passende Lernwege |
| Inklusion | Abbau von Barrieren |
| Prompt | gezielte KI-Eingabe |
| Scaffolding | gestufte Unterstützung |
| Feedback | nächster Lernschritt |
| Datenschutz | sparsame Datennutzung |
| Fairness | gerechte Teilhabe |
| Lernziel | gemeinsamer Kompetenzkern |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Lernziel klären | Ausgangspunkt jeder Differenzierung |
| Barrieren erkennen | Grundlage inklusiver Planung |
| Hilfen staffeln | Scaffolding im Lernprozess |
| KI-Ausgabe prüfen | Qualitätssicherung vor dem Einsatz |
| Daten vermeiden | Schutz der Lernenden |
| Feedback geben | Orientierung für den nächsten Schritt |
Kreuzworträtsel
| Differenzierung | Wie nennt man die Anpassung von Lernwegen, Hilfen und Aufgaben an unterschiedliche Voraussetzungen? |
| Inklusion | Welcher Begriff beschreibt den Abbau von Barrieren und die gleichberechtigte Teilhabe aller Lernenden? |
| Feedback | Wie heißt eine lernförderliche Rückmeldung zum nächsten Schritt? |
| Prompt | Wie nennt man eine gezielte Eingabe an ein KI-System? |
| Fairness | Welcher Begriff steht für gerechte, diskriminierungssensible Gestaltung? |
| Datenschutz | Welcher Begriff beschreibt den Schutz personenbezogener Informationen? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Begriffskarte: Erstelle eine Begriffskarte zu den Begriffen KI, Differenzierung, Inklusion, Prompt und Feedback. Ergänze jeweils ein Beispiel aus Deinem Unterricht.
- Barrieren-Check: Wähle eine vorhandene Aufgabe aus und markiere drei mögliche Barrieren in Sprache, Material oder Arbeitsform.
- Hilfekarte: Formuliere zu einer Aufgabe eine Hilfekarte, die einen Denkimpuls gibt, aber nicht die Lösung verrät.
- Transparenzregel: Schreibe drei einfache Regeln, mit denen Du Lernenden erklärst, wann KI im Unterricht genutzt werden darf.
Standard
- Prompt-Werkstatt: Entwickle einen Prompt, mit dem eine KI drei Aufgabenvarianten zum gleichen Lernziel erstellt. Prüfe anschließend die Qualität der Vorschläge.
- Materialvergleich: Vergleiche eine Originalaufgabe mit einer KI-überarbeiteten Version. Beurteile, ob die Überarbeitung wirklich inklusiver ist.
- Feedbackraster: Erstelle ein Raster für lernförderliches Feedback mit den Kategorien Stärke, nächster Schritt und hilfreiche Strategie.
- Wahlprodukt: Plane eine Unterrichtsaufgabe, bei der Lernende zwischen Text, Audio, Schaubild oder Präsentation wählen können. Formuliere gemeinsame Bewertungskriterien.
Schwer
- Fortbildungskonzept: Entwirf einen 45-minütigen Fortbildungssnack für Dein Kollegium zum Thema KI-gestützte Differenzierung.
- Ethikprüfung: Entwickle eine Checkliste, mit der KI-Materialien auf Datenschutz, Fairness, Stereotype und Transparenz geprüft werden.
- Unterrichtsprojekt: Plane eine inklusive Unterrichtssequenz, in der KI bei Vorbereitung, Übung, Feedback und Reflexion eingesetzt wird.
- Schulentwicklung: Formuliere einen Vorschlag für schulinterne Leitlinien zum verantwortungsvollen KI-Einsatz in heterogenen Lerngruppen.

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Lernkontrolle
- Fallanalyse: Eine Lehrkraft lässt eine KI automatisch Fördergruppen bilden. Analysiere Chancen, Risiken und notwendige Schutzmaßnahmen.
- Transferaufgabe: Übertrage das Prinzip „Erst Lernziel, dann Tool“ auf ein Fach Deiner Wahl und entwickle ein konkretes Unterrichtsbeispiel.
- Materialkritik: Beurteile eine KI-generierte Aufgabenreihe daraufhin, ob sie Teilhabe fördert oder unbeabsichtigt neue Barrieren erzeugt.
- Entscheidungssituation: Eine KI schlägt vor, einem Lernenden dauerhaft nur vereinfachte Aufgaben zu geben. Begründe, wie Du pädagogisch reagieren würdest.
- Schulkonzept: Entwickle drei verbindliche Regeln für ein Kollegium, damit KI zur Differenzierung genutzt werden kann, ohne Datenschutz und Fairness zu gefährden.
- Reflexion: Erkläre, warum inklusive Lernkultur mehr ist als die Bereitstellung unterschiedlich schwerer Arbeitsblätter.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe wiedergibst, sondern einen verantwortbaren Transfer in die Unterrichtspraxis zeigst. Ein geeigneter Lernnachweis enthält:
- Unterrichtsplanung: ein klares Lernziel, eine Beschreibung der Lerngruppe ohne personenbezogene Daten und eine begründete Differenzierungsentscheidung.
- KI-Prompt: einen präzisen Prompt mit Kontext, Ziel, Hilfestufen, Qualitätskriterien und Datenschutzgrenzen.
- Materialprodukt: mindestens zwei differenzierte Materialien oder Aufgabenvarianten zum gleichen Kompetenzziel.
- Qualitätsprüfung: eine dokumentierte Prüfung auf Fachlichkeit, Inklusion, Barrierefreiheit, Bias, Datenschutz und Transparenz.
- Reflexion: eine kurze Begründung, wie KI die Lernkultur unterstützt und wo menschliche pädagogische Verantwortung unverzichtbar bleibt.
- Transfer: einen Plan, wie das Material im Unterricht erprobt, ausgewertet und verbessert wird.
OERs zum Thema
Weiterführende offene Orientierungsquellen
- UNESCO: Guidance for generative AI in education and research
- UNESCO: AI competency framework for teachers
- Europäische Kommission: AI Act
- Kultusministerkonferenz: Handlungsempfehlung zum Umgang mit KI in schulischen Bildungsprozessen
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