KI-Workflow für Schulen


KI-Workflow für Schulen
Einleitung
KI-Workflow für Schulen / KI in der Schule ist ein kompakter Lehrerfortbildungssnack für Lehrkräfte, Fachschaften und Schulleitungen, die KI im schulischen Kontext professionell, verantwortungsvoll und lernwirksam nutzen möchten. Im Mittelpunkt steht nicht die Frage, welches einzelne KI-Tool gerade besonders beliebt ist, sondern wie Du einen tragfähigen Workflow entwickelst: vom pädagogischen Ziel über den Datenschutz bis zur Qualitätssicherung, Transparenz und Reflexion im Unterricht.
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Dieser aiMOOC knüpft an das Video „KI-Workflow für Schulen / KI in der Schule (Lehrerfortbildungssnack)“ an. Das Video wird als Einstieg genutzt, um professionelle Routinen für den Einsatz von Chatbots, generativer KI, NotebookLM, ChatGPT und vergleichbaren Anwendungen zu entwickeln. Ziel ist, dass Du nicht nur einzelne Prompts ausprobierst, sondern eine wiederholbare, überprüfbare und schulisch verantwortbare Arbeitsweise aufbaust.

Was ist ein KI-Workflow für Schulen?
Ein KI-Workflow ist eine geplante Abfolge von Arbeitsschritten, mit der Du KI-Systeme gezielt, kritisch und sicher in schulische Aufgaben einbindest. Ein professioneller Workflow beginnt immer mit einer pädagogischen Frage: Was sollen Lernende besser verstehen, üben, reflektieren oder gestalten können? Erst danach folgt die Auswahl eines geeigneten Werkzeugs.
Im schulischen Alltag kann ein KI-Workflow bei der Unterrichtsplanung, bei der Erstellung differenzierter Materialien, bei der Formulierung von Feedback, bei der Vorbereitung von Elterninformationen, bei der Entwicklung von Aufgabenformaten oder bei der Reflexion von Lernprozessen helfen. KI ersetzt dabei nicht die Lehrkraft, sondern wirkt als assistierendes System. Die fachliche, pädagogische und rechtliche Verantwortung bleibt immer beim Menschen.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, was einen professionellen KI-Workflow von zufälligem Ausprobieren unterscheidet. Du kannst typische Einsatzfelder von KI in der Schule benennen, einen einfachen Workflow für Deine eigene Unterrichtspraxis entwickeln und grundlegende Risiken wie Datenschutz, Urheberrecht, KI-Halluzinationen, Bias und mangelnde Transparenz einschätzen. Außerdem lernst Du, wie Du einen Fortbildungssnack in Deiner Schule so gestaltest, dass Kolleginnen und Kollegen schnell ins praktische Arbeiten kommen.
Grundbegriffe: KI, maschinelles Lernen und generative KI
Künstliche Intelligenz bezeichnet Systeme, die Aufgaben bearbeiten, für die normalerweise menschliche Fähigkeiten wie Sprache, Mustererkennung, Problemlösen oder Planung benötigt werden. Maschinelles Lernen ist ein wichtiger Teilbereich der KI, bei dem Systeme aus Daten Muster ableiten. Deep Learning ist wiederum ein Teilbereich des maschinellen Lernens, der mit künstlichen neuronalen Netzen arbeitet. Generative KI erzeugt neue Inhalte wie Texte, Bilder, Tabellen, Aufgabenideen, Zusammenfassungen oder Code.

Für Schulen ist besonders wichtig, dass generative KI überzeugend klingende Ergebnisse liefern kann, ohne dass diese automatisch richtig, vollständig oder angemessen sind. Deshalb braucht jeder KI-Einsatz eine Qualitätssicherung, eine pädagogische Einordnung und transparente Regeln.
Warum braucht Schule einen professionellen KI-Workflow?
Ohne Workflow wird KI häufig zufällig genutzt: Man stellt eine Frage, übernimmt eine Antwort und merkt erst später, dass Informationen fehlen, Datenschutzfragen ungeklärt sind oder die Aufgabe didaktisch nicht passt. Ein professioneller Workflow verhindert genau das. Er macht die Arbeit nachvollziehbar, reduziert Risiken und erhöht die Lernqualität.
Ein guter KI-Workflow hilft Dir, Zeit zu sparen, ohne pädagogische Verantwortung abzugeben. Er sorgt dafür, dass KI-Ergebnisse nicht unkritisch übernommen werden. Er unterstützt Chancengerechtigkeit, weil alle Lernenden klare Regeln und faire Zugänge brauchen. Er stärkt Medienkompetenz, weil Lernende verstehen sollen, wie KI-Ergebnisse entstehen, wie sie geprüft werden und wo Grenzen liegen.

Der 7-Schritte-KI-Workflow
Ein schulischer KI-Workflow kann in sieben Schritte gegliedert werden. Diese Schritte sind bewusst einfach formuliert, damit sie in einer kurzen Lehrerfortbildung eingeübt und anschließend im Kollegium angepasst werden können.
| Schritt | Leitfrage | Beispiel aus der Schule |
|---|---|---|
| Zielklärung | Was soll pädagogisch erreicht werden? | Eine Lehrkraft möchte eine differenzierte Übungsphase zu Argumentation vorbereiten. |
| Datencheck | Welche Informationen dürfen in ein KI-System eingegeben werden? | Namen, Noten, Förderpläne und persönliche Angaben werden nicht in öffentliche KI-Tools eingegeben. |
| Prompt planen | Welche Rolle, Aufgabe, Zielgruppe, Kriterien und Grenzen erhält die KI? | Die KI soll Material für Klasse 8 erstellen, sprachlich einfach formulieren und Aufgaben auf drei Niveaus anbieten. |
| Ergebnis erzeugen | Welche Varianten helfen beim Vergleichen? | Es werden mehrere Aufgabenentwürfe erzeugt, statt die erste Antwort sofort zu übernehmen. |
| Ergebnis prüfen | Ist der Inhalt fachlich richtig, didaktisch passend und diskriminierungssensibel? | Die Lehrkraft prüft Quellen, Fachbegriffe, Altersangemessenheit und mögliche Verzerrungen. |
| Didaktisch anpassen | Wie wird das Ergebnis für die konkrete Lerngruppe verändert? | Beispiele werden an den lokalen Kontext angepasst und Aufgaben werden klarer gestuft. |
| Transparenz und Evaluation | Wie wird KI-Nutzung offengelegt und ausgewertet? | Die Lehrkraft dokumentiert, wofür KI genutzt wurde, und reflektiert mit der Klasse Nutzen und Grenzen. |
Schritt 1: Zielklärung vor Tool-Auswahl
Professioneller KI-Einsatz beginnt nicht mit dem Tool, sondern mit dem Lernziel. Eine Unterrichtsstunde wird nicht besser, nur weil KI verwendet wurde. Sie wird besser, wenn KI eine konkrete didaktische Funktion erfüllt: Aktivierung, Differenzierung, Übung, Feedback, Strukturierung, Perspektivwechsel oder Reflexion.
Eine hilfreiche Leitfrage lautet: Welche Aufgabe soll die KI übernehmen, die meine pädagogische Arbeit unterstützt, aber nicht ersetzt? Diese Frage schützt vor Technikbegeisterung ohne Lerngewinn. Sie hilft auch bei der Entscheidung, ob KI überhaupt sinnvoll ist. Manchmal ist ein Gespräch, eine Tafelstruktur, ein Experiment oder eine analoge Schreibphase besser geeignet.
Schritt 2: Datencheck und Datensparsamkeit
Datenschutz ist im schulischen Kontext zentral, weil Schulen mit besonders schutzwürdigen Informationen arbeiten. Dazu gehören Namen von Lernenden, Leistungsdaten, Förderbedarfe, Gesundheitsinformationen, familiäre Hintergründe und individuelle Lernprofile. Ein professioneller KI-Workflow folgt dem Prinzip der Datensparsamkeit: Es werden nur Informationen verwendet, die für den Zweck erforderlich und rechtlich zulässig sind.
| Bereich | Einschätzung | Beispiel |
|---|---|---|
| Grün | In der Regel unproblematisch, wenn keine Rückschlüsse auf Personen möglich sind | Fiktive Lerngruppe, anonymes Thema, allgemeine Aufgabenstellung |
| Gelb | Nur nach Prüfung schulischer Vorgaben | Interne Materialien, nicht veröffentlichte Aufgaben, schulische Konzepte |
| Rot | Nicht in öffentliche KI-Systeme eingeben | Namen, Noten, Förderpläne, Krankheiten, Konflikte, personenbezogene Bewertungen |
Die konkreten Regeln können je nach Bundesland, Schulträger, Dienstvereinbarung und zugelassenem System unterschiedlich sein. Deshalb gehört zu jedem KI-Workflow die Abstimmung mit Schulleitung, Datenschutzbeauftragten und den geltenden schulischen Vorgaben.
Schritt 3: Prompt planen statt spontan fragen
Ein Prompt ist die Arbeitsanweisung an ein KI-System. Gute Prompts beschreiben nicht nur das Thema, sondern auch Rolle, Zielgruppe, Kontext, Format, Qualitätskriterien und Grenzen. Ein schwacher Prompt lautet: Mach mir eine Unterrichtsstunde zu Demokratie. Ein professioneller Prompt klärt dagegen, für welche Klasse, welches Vorwissen, welches Lernziel, welche Methode und welche Bewertungskriterien gearbeitet werden soll.
| Prompt-Baustein | Leitfrage | Beispiel |
|---|---|---|
| Rolle | Aus welcher Perspektive soll die KI arbeiten? | Handle als erfahrene Lehrkraft für Gemeinschaftskunde. |
| Zielgruppe | Für wen ist das Ergebnis gedacht? | Klasse 9, heterogene Lerngruppe, 45 Minuten. |
| Lernziel | Was sollen Lernende können? | Lernende unterscheiden direkte und repräsentative Demokratie. |
| Format | Wie soll das Ergebnis aufgebaut sein? | Erstelle eine Tabelle mit Einstieg, Erarbeitung, Sicherung und Reflexion. |
| Qualitätskriterien | Woran wird ein gutes Ergebnis erkannt? | Nutze einfache Sprache, keine erfundenen Quellen, drei Differenzierungsstufen. |
| Grenzen | Was soll vermieden werden? | Keine personenbezogenen Daten, keine parteipolitische Wertung, keine langen Vorträge. |
Schritt 4: Varianten erzeugen und vergleichen
KI-Systeme liefern häufig unterschiedliche Ergebnisse, wenn Du die Aufgabe leicht veränderst. Ein professioneller Workflow nutzt diese Stärke. Statt eine erste Antwort direkt zu übernehmen, kannst Du mehrere Varianten erzeugen lassen: eine kreative, eine einfache, eine fachlich vertiefte und eine barriereärmere Version. Anschließend vergleichst Du die Vorschläge mit Deinen Unterrichtszielen.
Das Vergleichen mehrerer Varianten fördert kritisches Denken. Du erkennst schneller, welche Aufgaben wirklich lernwirksam sind, welche Beispiele problematisch wirken und welche Formulierungen zu ungenau sind. Für Lernende kann diese Arbeitsweise ebenfalls modelliert werden: KI-Ergebnisse sind Entwürfe, keine Wahrheiten.
Schritt 5: Qualitätssicherung durch menschliche Prüfung
Generative KI kann sogenannte Halluzinationen erzeugen. Damit sind überzeugend klingende, aber falsche, unbelegte oder erfundene Aussagen gemeint. Deshalb muss jedes KI-Ergebnis geprüft werden. Bei Unterrichtsmaterialien betrifft das fachliche Richtigkeit, Quellenlage, Sprache, Altersangemessenheit, Aufgabenlogik, Barrierefreiheit und mögliche Diskriminierung.
Ein bewährter Prüfrahmen ist das 4-Augen-Prinzip. Besonders bei Materialien für Prüfungen, Leistungsbewertung, Fördermaßnahmen oder sensiblen Themen sollte eine zweite Person gegenlesen. KI kann Vorschläge machen, aber keine pädagogische Verantwortung übernehmen.
Schritt 6: Didaktische Anpassung an die Lerngruppe
KI kennt Deine Klasse nicht so, wie Du sie kennst. Sie kennt nicht die Dynamik im Raum, die Lernbiografien, die sprachlichen Hürden, die Motivation, die Konflikte und die Stärken einzelner Lernender. Deshalb müssen KI-Ergebnisse didaktisch angepasst werden. Gute Lehrkräfte übersetzen KI-Vorschläge in konkrete Unterrichtsplanung, passende Aufgabenstellungen und lernförderliche Materialien.
Zur Anpassung gehören klare Arbeitsaufträge, sinnvolle Sozialformen, differenzierte Hilfen, transparente Erfolgskriterien und eine Reflexionsphase. Ein KI-generiertes Arbeitsblatt ist noch kein Unterricht. Unterricht entsteht erst durch pädagogische Entscheidungen.
Schritt 7: Transparenz, Dokumentation und Evaluation
Transparenz bedeutet, dass KI-Nutzung nachvollziehbar gemacht wird. Für Lehrkräfte kann das heißen, im Material zu vermerken, dass KI bei der Ideensammlung, Formulierung oder Differenzierung unterstützt hat. Für Lernende kann das heißen, dass sie in Projekten offenlegen, welche KI-Werkzeuge sie genutzt haben und welche Arbeitsschritte sie selbst verantworten.
Evaluation macht den Workflow besser. Nach dem Einsatz solltest Du fragen: Hat KI wirklich Zeit gespart? Hat das Material das Lernen unterstützt? Gab es Fehler? War die Aufgabe fair? Mussten Regeln nachgeschärft werden? So entsteht aus einem einmaligen Experiment eine professionelle Routine.
KI im Unterricht professionell nutzen
Unterrichtsplanung
Bei der Unterrichtsplanung kann KI helfen, Ideen zu sammeln, Einstiege zu variieren, Aufgaben zu differenzieren, Operatoren zu formulieren, Lesehilfen zu erstellen oder Erwartungshorizonte vorzustrukturieren. Besonders hilfreich ist KI, wenn Du nicht nach fertigen Stunden suchst, sondern nach Alternativen, Varianten und Perspektiven.
Ein Beispiel: Du planst eine Stunde zu Klimawandel, Demokratie, linearen Funktionen oder Gedichtanalyse. Die KI kann Dir eine grobe Struktur vorschlagen. Du prüfst anschließend Fachlichkeit, Curriculumbezug, Sprachstand, Materialqualität und Methodenpassung. Der Workflow endet nicht beim Ergebnis der KI, sondern bei Deiner überarbeiteten Unterrichtsentscheidung.
Differenzierung und Inklusion
Ein starkes Einsatzfeld ist die Differenzierung. KI kann Texte sprachlich vereinfachen, Aufgaben auf verschiedenen Niveaus formulieren, Hilfekarten entwerfen oder alternative Zugänge anbieten. Dabei muss sorgfältig geprüft werden, ob Vereinfachungen fachlich korrekt bleiben und ob Lernende nicht durch stereotype Annahmen eingeordnet werden.
Für Inklusion kann KI unterstützend sein, wenn sie barriereärmere Sprache, Strukturierungshilfen oder zusätzliche Übungsmöglichkeiten ermöglicht. Entscheidend bleibt, dass Förderung nicht automatisiert etikettiert wird. Sensible Förderinformationen gehören nicht in ungeprüfte öffentliche Systeme.
Feedback und Lernbegleitung
KI kann Entwürfe für Feedback erzeugen, etwa zu Texten, Präsentationen oder Projektplänen. Für schulisches Feedback gilt jedoch: Es muss lernförderlich, konkret, respektvoll, fachlich korrekt und zur Aufgabenstellung passend sein. Automatisierte Bewertungen ohne menschliche Prüfung sind problematisch, besonders wenn sie Leistungsnoten beeinflussen.
Eine gute Praxis besteht darin, KI als Formulierungshilfe zu nutzen. Die Lehrkraft legt Kriterien fest, prüft das Ergebnis und entscheidet, welche Rückmeldung an Lernende geht. Lernende können außerdem lernen, KI-Feedback kritisch zu vergleichen und eigene Überarbeitungsentscheidungen zu begründen.
Prüfungen und Leistungskultur
Künstliche Intelligenz verändert die Prüfungskultur. Wenn KI Texte, Lösungswege und Präsentationsentwürfe erstellen kann, reichen reine Reproduktionsaufgaben oft nicht mehr aus. Professionelle Schule reagiert darauf nicht nur mit Verboten, sondern mit klaren Regeln, neuen Aufgabenformaten und reflektierter Bewertung.
Geeignet sind Aufgaben, die Prozessdokumentation, mündliche Verteidigung, individuelle Bezüge, Quellenkritik, Reflexion, Anwendung und Transfer verlangen. Lernende sollten erklären können, wie sie gearbeitet haben, welche Hilfsmittel genutzt wurden und warum sie bestimmte Entscheidungen getroffen haben. So wird Medienkompetenz Teil des Lernnachweises.
Rechtliche und ethische Orientierung
Datenschutz und DSGVO
Die DSGVO schützt personenbezogene Daten. Schulen arbeiten regelmäßig mit Daten Minderjähriger und müssen deshalb besonders sorgfältig handeln. Für die Praxis bedeutet das: Verwende bei öffentlichen KI-Systemen keine identifizierbaren Schülerdaten, keine Leistungsprofile, keine sensiblen Informationen und keine vertraulichen schulischen Vorgänge. Nutze fiktive Beispiele oder vollständig anonymisierte Angaben, wenn Du mit KI übst.
Datenschutz ist nicht nur eine rechtliche Pflicht, sondern auch eine pädagogische Haltung. Lernende sollen erfahren, dass digitale Werkzeuge nicht beliebig mit persönlichen Informationen gefüttert werden. Ein schulischer KI-Workflow trainiert daher von Anfang an verantwortungsbewusste Datennutzung.
Urheberrecht und Quellenkritik
Urheberrecht spielt bei KI auf mehreren Ebenen eine Rolle. Lehrkräfte müssen prüfen, ob sie fremde Materialien in ein KI-System eingeben dürfen, ob KI-Ausgaben urheberrechtlich unproblematisch nutzbar sind und ob Quellen korrekt angegeben werden. Bei wissenschaftlichen, journalistischen oder historischen Inhalten sollte KI nicht als Quelle gelten, sondern höchstens als Hilfsmittel zur Orientierung. Verlässliche Quellen müssen separat geprüft werden.
Für Lernende ist diese Unterscheidung wichtig: Eine KI-Antwort ersetzt keine Quellenarbeit. Sie kann Fragen anregen, Zusammenfassungen entwerfen oder Gegenargumente liefern. Die Belege müssen jedoch aus überprüfbaren Quellen stammen.
EU-KI-Verordnung und Risikobewusstsein
Die EU-KI-Verordnung verfolgt einen risikobasierten Ansatz. Für Schulen bedeutet das vor allem, KI-Systeme nicht nur nach Bequemlichkeit, sondern nach möglichen Auswirkungen auf Rechte, Chancen und Sicherheit von Lernenden zu betrachten. Systeme, die Lernwege beeinflussen, Bewertungen vorbereiten oder sensible Entscheidungen unterstützen, brauchen besonders sorgfältige Prüfung.
Ein verantwortungsvoller KI-Workflow fragt deshalb immer: Welche Entscheidung wird vorbereitet? Wer ist betroffen? Können Fehler Nachteile verursachen? Gibt es menschliche Kontrolle? Werden Lernende transparent informiert? Wird Chancengerechtigkeit gestärkt oder gefährdet?
Bias, Fairness und Diskriminierung
Bias bezeichnet systematische Verzerrungen in Daten, Modellen oder Ergebnissen. KI-Systeme können stereotype Darstellungen, unausgewogene Beispiele oder diskriminierende Muster wiedergeben. Das ist für Schule besonders relevant, weil Unterricht alle Lernenden fair ansprechen soll.
Ein professioneller Workflow prüft daher Sprache, Beispiele, Rollenbilder, kulturelle Perspektiven und Zugänglichkeit. Wenn eine KI etwa nur bestimmte Familienbilder, Berufsrollen oder sprachliche Normen verwendet, sollte das Material überarbeitet werden. KI-Kompetenz bedeutet auch, solche Muster sichtbar zu machen.
Schulweite Umsetzung
Kollegiale Regeln statt Einzelkämpfertum
KI in der Schule sollte nicht allein von einzelnen besonders interessierten Lehrkräften abhängen. Sinnvoll ist ein gemeinsamer Rahmen, der Orientierung bietet und Experimente ermöglicht. Dazu gehören schulinterne Regeln für Toolnutzung, Datenschutz, Transparenz, Aufgabenformate und Fortbildung. Eine Fachschaft kann zusätzlich fachspezifische Beispiele sammeln.
Ein guter Start ist eine kleine Arbeitsgruppe, die Erfahrungen bündelt, geprüfte Prompts dokumentiert und kurze Fortbildungssnacks vorbereitet. Wichtig ist, dass nicht nur Technikaffine beteiligt sind, sondern auch Personen mit Perspektiven auf Inklusion, Datenschutz, Schulentwicklung, Beratung und Prüfungskultur.
Der 20-Minuten-Lehrerfortbildungssnack
Ein Fortbildungssnack ist kurz, konkret und sofort anwendbar. Er eignet sich für Konferenzen, pädagogische Tage, Fachschaftssitzungen oder informelle Lernzeiten. Der folgende Ablauf kann direkt genutzt werden.
| Phase | Inhalt | Ergebnis |
|---|---|---|
| Einstieg | Videoimpuls und Leitfrage: Wo kann KI entlasten, ohne Verantwortung abzugeben? | Gemeinsames Problembewusstsein |
| Mini-Demo | Ein schlechter und ein guter Prompt werden verglichen. | Qualitätskriterien werden sichtbar |
| Arbeitsphase | Teams erstellen einen eigenen Prompt für ein reales Unterrichtsziel. | Erster Workflow-Entwurf |
| Prüfung | Ergebnisse werden mit Datenschutz-, Fachlichkeits- und Fairnesscheck geprüft. | Verbesserter Materialentwurf |
| Transfer | Jede Person notiert einen konkreten nächsten Schritt für die eigene Praxis. | Verbindliche Erprobung |
Schulische KI-Checkliste
| Prüffrage | Ja | Noch klären |
|---|---|---|
| Ist das pädagogische Ziel eindeutig? | ||
| Werden keine personenbezogenen oder vertraulichen Daten eingegeben? | ||
| Ist das verwendete Tool nach schulischen Vorgaben zulässig? | ||
| Wurde das Ergebnis fachlich geprüft? | ||
| Wurde auf Bias, stereotype Beispiele und diskriminierende Sprache geachtet? | ||
| Ist die KI-Nutzung für Lernende transparent? | ||
| Gibt es eine Reflexion über Nutzen und Grenzen? |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was beschreibt ein professioneller KI-Workflow in der Schule am besten? (Eine geordnete Abfolge von Zielklärung, Datencheck, Prompting, Prüfung und Reflexion) (!Eine Sammlung zufälliger KI-Tools ohne gemeinsame Regeln) (!Eine Methode, mit der KI die Lehrkraft vollständig ersetzt) (!Ein Verbot aller digitalen Werkzeuge im Unterricht)
Welche Information gehört nicht in ein öffentliches KI-System? (Personenbezogene Schülerdaten) (!Ein fiktives Unterrichtsthema) (!Ein allgemeines Lernziel) (!Eine anonymisierte Beispielaufgabe)
Was macht einen guten Prompt besonders aus? (Er beschreibt Ziel, Kontext, Rolle, Format und Qualitätskriterien) (!Er besteht aus nur einem Stichwort) (!Er enthält möglichst viele echte Schülernamen) (!Er verbietet jede spätere Überarbeitung)
Was bedeutet Halluzination bei generativer KI? (Eine plausibel klingende, aber falsche oder erfundene Aussage) (!Eine besonders kreative Unterrichtsmethode) (!Eine automatisch geprüfte Quelle) (!Ein garantiert richtiges Ergebnis)
Welche Rolle hat die Lehrkraft beim KI-Einsatz? (Sie bleibt fachlich, pädagogisch und rechtlich verantwortlich) (!Sie übernimmt alle KI-Ergebnisse ohne Prüfung) (!Sie gibt jede Bewertung vollständig an KI ab) (!Sie muss keine Regeln mehr erklären)
Warum ist Transparenz bei KI-Nutzung wichtig? (Sie macht Hilfsmittel, Verantwortung und Bewertungsgrundlagen nachvollziehbar) (!Sie verhindert jedes technische Problem) (!Sie ersetzt die Quellenprüfung) (!Sie macht Datenschutz überflüssig)
Was ist ein sinnvoller erster Schritt im KI-Workflow? (Das Lernziel klären) (!Das erstbeste Tool öffnen) (!Eine Note automatisch berechnen lassen) (!Alle Klassendaten eingeben)
Was prüft das 4-Augen-Prinzip bei KI-Materialien? (Eine zweite Person kontrolliert wichtige Ergebnisse kritisch mit) (!Vier KI-Systeme bewerten alle Lernenden automatisch) (!Vier Lernende geben ihre Passwörter weiter) (!Eine KI entscheidet ohne menschliche Aufsicht)
Welche Nutzung ist für einen Einstieg besonders geeignet? (Ideensammlung mit fiktiven oder anonymen Angaben) (!Eingabe kompletter Förderpläne) (!Automatische Notenvergabe ohne Prüfung) (!Veröffentlichung vertraulicher Konferenzprotokolle)
Was gehört zu einer guten Evaluation nach dem KI-Einsatz? (Prüfen, ob Lernziel, Zeitgewinn, Fairness und Qualität erreicht wurden) (!Nur zählen, wie viele Prompts geschrieben wurden) (!KI-Ergebnisse nie wieder ansehen) (!Fehler ignorieren, wenn das Material schön aussieht)
Memory
| Prompt | präzise Arbeitsanweisung |
| Datenschutz | Schutz personenbezogener Daten |
| Halluzination | erfundene oder falsche KI-Aussage |
| Transparenz | offener Hinweis auf KI-Nutzung |
| Feedback | lernförderliche Rückmeldung |
| Workflow | geordnete Arbeitsschritte |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Ziel klären | Planungsstart |
| Daten prüfen | Datenschutzcheck |
| Prompt formulieren | Auftrag an KI |
| Ergebnis prüfen | Qualitätskontrolle |
| Transfer sichern | Unterrichtsanwendung |
Kreuzworträtsel
| Prompt | Wie heißt die Arbeitsanweisung an ein KI-System? |
| Datenschutz | Wie heißt der Schutz personenbezogener Informationen? |
| Feedback | Wie nennt man eine lernförderliche Rückmeldung? |
| Bias | Wie heißt eine systematische Verzerrung in Daten oder Ergebnissen? |
| Transparenz | Wie nennt man die nachvollziehbare Offenlegung von KI-Nutzung? |
| Workflow | Wie heißt eine geordnete Abfolge von Arbeitsschritten? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- KI-Beobachtung: Schau Dir das Fortbildungsvideo an und notiere drei Situationen aus Deinem Schulalltag, in denen KI entlasten könnte, ohne pädagogische Verantwortung zu ersetzen.
- Prompt-Vergleich: Formuliere einen sehr kurzen Prompt und danach einen professionellen Prompt zum gleichen Unterrichtsthema. Vergleiche die Ergebnisse.
- Datenschutz-Ampel: Erstelle eine grüne, gelbe und rote Liste für Informationen, die in KI-Systemen unproblematisch, prüfbedürftig oder tabu sind.
- Materialprüfung: Lass Dir mit fiktiven Angaben eine Übungsaufgabe erstellen und markiere anschließend fachliche, sprachliche und didaktische Stärken und Schwächen.
Standard
- Unterrichtsplanung mit KI: Entwickle mit einem KI-Workflow eine Unterrichtssequenz für Dein Fach und dokumentiere Ziel, Prompt, Prüfung und Überarbeitung.
- Kollegiale Fortbildung: Plane einen 20-Minuten-Fortbildungssnack für Dein Kollegium mit Videoimpuls, Mini-Demo, Arbeitsphase und Transferauftrag.
- Transparenzregel: Entwerfe eine verständliche Regel, wie Lernende KI-Nutzung in Projekten, Hausaufgaben oder Präsentationen offenlegen sollen.
- Feedbackwerkstatt: Erstelle mithilfe von KI Feedbackformulierungen zu einer Schülerleistung und überarbeite sie so, dass sie konkret, respektvoll und lernförderlich sind.
Schwer
- Schulisches KI-Konzept: Entwickle einen Entwurf für schulweite KI-Regeln mit Abschnitten zu Datenschutz, Unterricht, Prüfungen, Transparenz und Fortbildung.
- Prüfungskultur: Gestalte eine Leistungsaufgabe so um, dass Prozessdokumentation, Quellenkritik, Reflexion und mündliche Verteidigung wichtiger werden als reine Reproduktion.
- Bias-Analyse: Untersuche mehrere KI-Ausgaben zu einem gesellschaftlichen Thema auf stereotype Rollenbilder, fehlende Perspektiven und diskriminierende Sprache.
- Evaluation: Führe eine kleine Befragung im Kollegium oder in einer Lerngruppe durch, wie hilfreich ein KI-Workflow war, und leite konkrete Verbesserungen ab.

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Lernkontrolle
- Transferaufgabe KI-Workflow: Erkläre an einem selbst gewählten Unterrichtsbeispiel, wie sich ein spontaner KI-Einsatz von einem professionellen KI-Workflow unterscheidet.
- Fallanalyse Datenschutz: Beurteile einen Fall, in dem eine Lehrkraft Schülerdaten in ein KI-System eingeben möchte, und entwickle eine sichere Alternative.
- Materialkritik: Prüfe ein KI-generiertes Arbeitsblatt auf fachliche Richtigkeit, Didaktik, Sprache, Bias und Transparenz und begründe Deine Überarbeitung.
- Prüfungskultur im Wandel: Entwickle ein Aufgabenformat, bei dem KI-Nutzung nicht einfach verboten, sondern reflektiert, dokumentiert und bewertet wird.
- Fortbildungskonzept: Plane einen kurzen Fortbildungssnack für eine Fachschaft und begründe, warum Deine Methode Kolleginnen und Kollegen zum Ausprobieren motiviert.
- Schulentwicklung: Entwirf drei Maßnahmen, mit denen eine Schule KI-Kompetenz nachhaltig, fair und rechtlich verantwortbar aufbauen kann.
Lernnachweis
Für einen aussagekräftigen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe kennst, sondern einen eigenen KI-Workflow anwenden und reflektieren kannst.
- Workflow-Dokumentation: Du legst ein eigenes Unterrichts- oder Schulbeispiel vor und dokumentierst Ziel, Datencheck, Prompt, Ergebnisprüfung, Anpassung und Evaluation.
- Prompt-Portfolio: Du sammelst mindestens drei überarbeitete Prompts und erklärst, wie sich die Qualität der Ergebnisse verändert hat.
- Datenschutz-Reflexion: Du zeigst, dass Du personenbezogene, sensible und fiktive Daten unterscheiden kannst.
- Qualitätsprüfung: Du prüfst ein KI-Ergebnis fachlich, didaktisch und ethisch und begründest Deine Entscheidung.
- Transparenznachweis: Du formulierst eine klare Regel, wie KI-Nutzung in Deinem Unterricht oder Deiner Schule offengelegt wird.
- Transferprodukt: Du erstellst ein nutzbares Produkt, zum Beispiel eine Checkliste, eine Fortbildungsfolie, ein Arbeitsblatt, ein Aufgabenformat oder ein schulisches Mini-Konzept.
Orientierung an Leitlinien
Dieser aiMOOC orientiert sich an grundlegenden Bildungs- und Rechtsrahmen für einen verantwortungsvollen KI-Einsatz. Für die schulische Praxis sind besonders die jeweils aktuellen Vorgaben des eigenen Bundeslandes, des Schulträgers und der Schule maßgeblich.
- Kultusministerkonferenz: Handlungsempfehlung für die Bildungsverwaltung zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz in schulischen Bildungsprozessen
- Europäische Kommission: Ethical guidelines on the use of artificial intelligence and data in teaching and learning
- UNESCO: Guidance for generative AI in education and research
- Europäische Union: AI Act
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