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KI-Avatare im Unterricht - Zukunftswerkstatt Schule - aiMOOC

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KI-Avatare im Unterricht - Zukunftswerkstatt Schule - aiMOOC




Einleitung

KI-Avatare im Unterricht / Zukunftswerkstatt Schule verbindet Künstliche Intelligenz, Avatare, Medienbildung, Making, Technik, Kreativität und Zukunftskompetenzen. In diesem aiMOOC lernst Du, wie KI-Avatare sinnvoll, kritisch und verantwortungsvoll im Unterricht eingesetzt werden können. Ein KI-Avatar kann zum Beispiel als digitale Lernfigur, Gesprächspartner, Moderatorin, Feedbackgeber, Erklärfigur oder Rollenfigur auftreten. Wichtig ist dabei: Ein KI-Avatar ersetzt keine Lehrkraft, keine Beziehung und keine pädagogische Verantwortung. Er ist ein Werkzeug, das didaktisch geplant, transparent eingesetzt und kritisch reflektiert werden muss.

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Der Schwerpunkt liegt auf einer Zukunftswerkstatt Schule: Du entwickelst Ideen für eine Schule, in der KI, Medienkompetenz, Projektunterricht, Kollaboration, Kritisches Denken und Kreativität zusammenkommen. Du lernst nicht nur, was KI-Avatare technisch leisten können, sondern auch, welche Fragen zu Datenschutz, Urheberrecht, Bias, Transparenz, Inklusion und Bildungsgerechtigkeit entstehen.

Dieser aiMOOC eignet sich für Sekundarstufe I, Sekundarstufe II, Berufsbildung, Lehrerbildung, Medienpädagogik und schulische Projektwochen. Du kannst ihn nutzen, um eigene Unterrichtsideen, Medienprodukte, Prototypen oder Schulentwicklungskonzepte zu gestalten.


Lernziele

Am Ende dieses aiMOOCs kannst Du erklären, was ein KI-Avatar ist und wie er sich von einem einfachen Chatbot, einem Video oder einer Spielfigur unterscheidet. Du kannst Chancen und Grenzen von KI-Avataren für Unterricht, Feedback, Differenzierung, Sprachförderung und Projektarbeit beschreiben. Du kannst eine Zukunftswerkstatt mit den Phasen Kritik, Fantasie und Realisierung planen. Außerdem kannst Du Kriterien für einen verantwortungsvollen Einsatz von KI-Avataren entwickeln und auf ein eigenes Schulprojekt anwenden.

  1. Grundlagen: Du verstehst zentrale Begriffe wie Avatar, Künstliche Intelligenz, Prompt, Maschinelles Lernen, Deepfake, Datenschutz und Transparenz.
  2. Didaktik: Du kannst KI-Avatare als Lernhelfer, Rollenfigur, Moderation oder Reflexionspartner didaktisch begründet einsetzen.
  3. Medienkompetenz: Du erkennst Chancen, Risiken und Manipulationsmöglichkeiten KI-generierter Medien.
  4. Zukunftswerkstatt: Du planst eine kreative Werkstatt zur Entwicklung einer zukunftsfähigen Schule.
  5. Transfer: Du entwirfst ein eigenes Unterrichtsszenario mit klaren Regeln, Rollen, Lernzielen und Reflexionsaufgaben.
  6. Verantwortung: Du beachtest Datenschutz, Urheberrecht, Fairness, Barrierefreiheit und pädagogische Verantwortung.


Was ist ein KI-Avatar?

Ein Avatar ist eine digitale Darstellung einer Person, Rolle oder Figur. Im Internet kann ein Avatar ein Profilbild, eine Spielfigur, eine virtuelle Person oder eine dreidimensionale Figur sein. Ein KI-Avatar geht darüber hinaus: Er kann durch Künstliche Intelligenz gesteuert werden, auf Eingaben reagieren, Sprache erzeugen, Texte erklären, Fragen beantworten oder eine Rolle in einer Lernumgebung übernehmen.

Ein KI-Avatar kann aus mehreren technischen Bausteinen bestehen. Ein Sprachmodell verarbeitet Texteingaben, ein Text-zu-Sprache-System erzeugt eine synthetische Stimme, ein Sprache-zu-Text-System wandelt gesprochene Sprache in Text um, ein Animationssystem bewegt Gesicht oder Körper, und ein Wissenssystem kann Informationen bereitstellen. Je nach Werkzeug können auch Bildgenerierung, Videogenerierung, Gestik, Mimik oder Mehrsprachigkeit beteiligt sein.

Wichtig ist die Unterscheidung: Ein aufgezeichnetes Erklärvideo ist noch kein KI-Avatar, weil es nicht auf Dich reagiert. Ein reiner Chatbot ohne Gesicht oder Figur ist ebenfalls nicht unbedingt ein Avatar. Ein KI-Avatar im Unterricht ist besonders interessant, wenn er eine erkennbare Rolle übernimmt, mit Lernenden interagiert und Lernprozesse unterstützt.


Warum KI-Avatare im Unterricht?

KI-Avatare können Unterricht anschaulicher, dialogischer und produktorientierter machen. Sie können historische Rollen übernehmen, eine Debatte moderieren, fremdsprachliche Dialoge simulieren, Lernende beim Üben begleiten oder komplexe Inhalte in einfacher Sprache erklären. Sie können Lernenden helfen, Medien kritisch zu gestalten, statt Medien nur zu konsumieren.

Ein sinnvoller Einsatz entsteht aber nicht durch Technik allein. Entscheidend ist die Didaktik. Du solltest immer fragen: Welches Lernziel wird unterstützt? Welche Eigenleistung bleibt bei den Lernenden? Welche Daten werden verarbeitet? Welche Fehler kann das System machen? Wie wird sichtbar, was von Menschen stammt und was von KI erzeugt wurde?


Mögliche Einsatzfelder

  1. Erklärvideo: Ein KI-Avatar erklärt einen Sachverhalt, während Lernende das Skript recherchieren, prüfen und verbessern.
  2. Rollenspiel: Ein Avatar übernimmt eine historische, literarische oder gesellschaftliche Rolle und ermöglicht Perspektivwechsel.
  3. Sprachförderung: Lernende üben Dialoge, Aussprache oder Fachsprache mit einem Avatar.
  4. Feedback: Ein Avatar gibt formative Hinweise zu Struktur, Verständlichkeit oder Argumentation, ohne die Bewertung zu ersetzen.
  5. Inklusion: Inhalte können in einfacher Sprache, mehrsprachig oder mit zusätzlichen Erklärungen angeboten werden.
  6. Projektarbeit: Gruppen entwickeln eigene Avatar-Szenen, reflektieren Wirkung und präsentieren Ergebnisse.
  7. Berufsorientierung: Ein Avatar simuliert Bewerbungsgespräche, Kundengespräche oder Beratungssituationen.
  8. Demokratiebildung: Avatare können Positionen in einer Debatte vertreten, die anschließend kritisch geprüft werden.


Chancen

KI-Avatare können Lernmotivation steigern, weil Lernende ein sichtbares Produkt gestalten. Sie können kreative Zugänge zu Fachunterricht, Medienbildung und Informatik verbinden. Sie können individuelle Lernwege unterstützen, indem sie Erklärungen variieren oder Rückfragen ermöglichen. Sie können stille Lernende aktivieren, weil nicht immer vor der ganzen Klasse gesprochen werden muss. Sie können projektorientiertes Lernen stärken, weil Recherche, Skript, Gestaltung, Technik, Präsentation und Reflexion zusammenkommen.


Grenzen und Risiken

KI-Avatare können falsche Informationen erzeugen, Quellen erfinden oder Zusammenhänge vereinfachen. Sie können Vorurteile aus Daten übernehmen und dadurch Bias verstärken. Sie können durch realistische Stimmen und Gesichter täuschend echt wirken und so Fragen zu Deepfakes, Manipulation und Vertrauen auslösen. Wenn personenbezogene Daten verarbeitet werden, entstehen datenschutzrechtliche Risiken. Wenn Lernende fremde Bilder, Stimmen, Texte oder Musik verwenden, ist Urheberrecht betroffen. Deshalb braucht jedes Avatar-Projekt klare Regeln, Transparenz und Reflexion.


Technischer Hintergrund

Die meisten modernen KI-Avatar-Systeme nutzen mehrere Formen von KI. Ein Sprachmodell erzeugt Antworten auf Basis statistischer Muster in großen Textmengen. Ein Avatar-System kann diese Antworten mit Stimme, Gesichtsausdruck, Gestik oder Bild verbinden. Ein Prompt ist die Eingabe, mit der Du das System steuerst. Ein guter Prompt beschreibt Rolle, Zielgruppe, Aufgabe, Ton, Länge, Fachniveau und Grenzen.

Ein Beispiel für einen einfachen Unterrichts-Prompt lautet: Du bist ein freundlicher Lerncoach für Klasse 8. Erkläre den Unterschied zwischen Meinung und Argument in einfacher Sprache. Stelle am Ende eine Rückfrage. Erfinde keine Quellen. Wenn Du unsicher bist, sage das deutlich.

Ein KI-Avatar wirkt oft überzeugend, auch wenn die Antwort unvollständig oder falsch ist. Deshalb brauchst Du immer eine fachliche Prüfung. Im Unterricht ist die wichtigste Regel: KI-Ausgaben sind Vorschläge, keine Wahrheit. Die Lernenden müssen prüfen, verbessern, belegen und verantworten.


Zukunftswerkstatt Schule

Die Zukunftswerkstatt ist eine kreative Methode, mit der Gruppen Probleme analysieren, Visionen entwickeln und konkrete Schritte planen. Sie wurde im Umfeld der Zukunftsforschung bekannt und wird häufig mit Robert Jungk, Rüdiger Lutz und Norbert R. Müllert verbunden. In der Schule eignet sie sich besonders gut, weil Lernende nicht nur über Zukunft sprechen, sondern eigene Ideen entwickeln und umsetzen.

Eine Zukunftswerkstatt zu KI-Avataren kann die Frage stellen: Wie wollen wir KI, Avatare, Making, Medien und Technik so nutzen, dass unsere Schule menschlicher, gerechter, kreativer und zukunftsfähiger wird?


Phase 1: Kritikphase

In der Kritikphase sammelst Du Probleme, Sorgen und Hindernisse. Dabei geht es nicht darum, Technik schlechtzureden, sondern ehrlich zu benennen, was schieflaufen kann. Mögliche Kritikpunkte sind fehlender Datenschutz, unklare Urheberschaft, Täuschungsgefahr, unfaire Bewertung, technische Abhängigkeit, Kosten, Barrieren, stereotype Darstellungen oder mangelnde Fortbildung.

Leitfragen sind: Wo kann ein KI-Avatar Lernen behindern? Welche Daten dürfen nicht eingegeben werden? Wann wird ein Avatar zur Täuschung? Wer trägt Verantwortung? Welche Lernenden könnten ausgeschlossen werden? Welche Fehler müssen unbedingt sichtbar gemacht werden?


Phase 2: Fantasiephase

In der Fantasiephase darfst Du groß denken. Du entwirfst eine Schule, in der KI-Avatare verantwortungsvoll helfen. Vielleicht gibt es einen mehrsprachigen Willkommensavatar für neue Lernende, einen Avatar für historische Interviews, einen Lerncoach für mathematische Lösungswege, einen Avatar für Berufsorientierung oder eine inklusive Erklärstation im Schulhaus. In dieser Phase gelten zunächst keine Grenzen durch Budget, Technik oder Schulordnung. Ziel ist es, Ideen zu öffnen.

Leitfragen sind: Wie könnte Lernen aussehen, wenn Technik wirklich den Menschen dient? Welche Avatar-Rollen würden Lernenden helfen? Wie kann Kreativität sichtbar werden? Wie lassen sich Making, Medienproduktion und Fachunterricht verbinden?


Phase 3: Realisierungsphase

In der Realisierungsphase werden Ideen geprüft und konkretisiert. Du wählst eine Idee aus, beschreibst Zielgruppe und Lernziel, entwickelst ein Skript, planst Datenschutz, legst Quellen offen, testest den Prototyp und sammelst Feedback. Ein gutes Ergebnis muss nicht perfekt sein. Entscheidend ist, dass es lernwirksam, transparent und verantwortungsvoll ist.

Leitfragen sind: Was können wir mit unseren Mitteln wirklich umsetzen? Welche Einwilligungen oder schulischen Regeln brauchen wir? Wie vermeiden wir personenbezogene Daten? Wie prüfen wir fachliche Richtigkeit? Wie dokumentieren wir KI-Nutzung? Wie messen wir, ob das Projekt Lernen unterstützt?


KI-Avatar-Werkstatt im Unterricht

Eine KI-Avatar-Werkstatt kann als Doppelstunde, Projekttag oder mehrwöchiges Unterrichtsprojekt durchgeführt werden. Sie verbindet Projektunterricht, Medienbildung, Informatik, Ethik, Deutsch, Fremdsprachen, Geschichte, Politische Bildung, Kunst oder Berufsorientierung.


Beispielablauf

  1. Einstieg: Die Klasse schaut ein Avatar-Beispiel und sammelt erste Eindrücke zu Wirkung, Glaubwürdigkeit und Lernnutzen.
  2. Begriffsarbeit: Du klärst die Begriffe KI, Avatar, Prompt, Bias, Datenschutz und Deepfake.
  3. Kritikphase: Gruppen sammeln Risiken und formulieren Schutzregeln.
  4. Fantasiephase: Gruppen entwickeln mutige Avatar-Ideen für eine bessere Schule.
  5. Realisierungsphase: Jede Gruppe wählt eine Idee und erstellt ein Storyboard, Skript oder einen Prototyp.
  6. Produktion: Die Gruppe erstellt Medienmaterial, prüft Quellen und kennzeichnet KI-Anteile.
  7. Präsentation: Die Ergebnisse werden gezeigt und mit Kriterien bewertet.
  8. Reflexion: Lernende beurteilen, was der Avatar zum Lernen beigetragen hat und wo Grenzen sichtbar wurden.


Rollen in der Projektgruppe

  1. Recherche: Eine Person prüft fachliche Informationen und Quellen.
  2. Skript: Eine Person formuliert Dialoge, Erklärtexte und Fragen.
  3. Prompting: Eine Person entwickelt Prompts und dokumentiert KI-Einstellungen.
  4. Design: Eine Person achtet auf Bild, Stimme, Barrierefreiheit und Wirkung.
  5. Datenschutz: Eine Person prüft, dass keine sensiblen Daten verwendet werden.
  6. Evaluation: Eine Person sammelt Feedback und wertet es aus.


Prompting für KI-Avatare

Ein Prompt ist mehr als eine kurze Frage. Er ist eine Arbeitsanweisung. Je klarer Du Ziel, Rolle, Publikum und Grenzen beschreibst, desto besser wird das Ergebnis. Besonders im Unterricht ist ein Prompt auch ein Denkwerkzeug. Er zwingt Dich, die Aufgabe genau zu planen.


Prompt-Bausteine

  1. Rolle: Beschreibe, welche Rolle der Avatar übernimmt.
  2. Zielgruppe: Beschreibe Alter, Vorwissen, Sprache und Lernbedarf.
  3. Lernziel: Formuliere, was nach der Interaktion verstanden oder geübt werden soll.
  4. Inhalt: Nenne Fachbegriffe, Quellen oder Grenzen des Themas.
  5. Stil: Lege Ton, Länge, Schwierigkeitsgrad und Sprache fest.
  6. Sicherheit: Fordere Unsicherheitsmarkierung, Quellenprüfung und keine Erfindungen.
  7. Interaktion: Bitte um Rückfragen, Übungsaufgaben oder Reflexionsimpulse.


Beispiel: Lerncoach-Avatar

Aufgabe: Ein Avatar soll Lernenden helfen, eine Präsentation über Klimawandel zu verbessern.

Prompt: Du bist ein Lerncoach für Klasse 9. Gib freundliches, konkretes Feedback zu einer Präsentation über Klimawandel. Prüfe nur Struktur, Verständlichkeit und Argumentation. Bewerte nicht die Person. Erfinde keine Fakten. Stelle am Ende zwei Fragen, mit denen die Gruppe ihre Präsentation verbessern kann. Antworte in einfacher Sprache.

Dieser Prompt zeigt mehrere Schutzprinzipien: Der Avatar bewertet nicht die Person, er ersetzt keine Note, er begrenzt seinen Auftrag, er soll keine Fakten erfinden und er unterstützt Überarbeitung.


Datenschutz, Urheberrecht und Transparenz

KI-Avatar-Projekte berühren sensible Bereiche. Gerade im schulischen Kontext gelten hohe Anforderungen an Datenschutz, Persönlichkeitsrecht, Urheberrecht und Transparenz. Du solltest keine vollständigen Namen, privaten Fotos, Stimmen, Gesundheitsdaten, Leistungsdaten oder persönlichen Probleme von Lernenden in externe KI-Systeme eingeben. Nutze möglichst schulisch geprüfte Werkzeuge, arbeite mit Testdaten, Rollenfiguren oder frei lizenzierten Materialien und dokumentiere die KI-Nutzung.


Sicherheitscheck vor dem Einsatz

Prüffrage Warum sie wichtig ist Sichere Lösung
Werden personenbezogene Daten verarbeitet? Personenbezogene Daten sind im Schulkontext besonders schützenswert. Mit fiktiven Rollen, anonymisierten Beispielen oder schulisch freigegebenen Systemen arbeiten.
Ist die KI-Nutzung gekennzeichnet? Lernende und Publikum müssen wissen, was von Menschen und was von KI stammt. Am Produkt eine KI-Kennzeichnung und eine kurze Arbeitsdokumentation ergänzen.
Sind Quellen und Fakten geprüft? KI kann überzeugend klingende Fehler erzeugen. Mindestens zwei verlässliche Quellen nutzen und Aussagen fachlich kontrollieren.
Sind Bilder, Stimmen und Musik erlaubt? Fremde Medien können urheberrechtlich geschützt sein. Freie Lizenzen, eigene Materialien oder schulisch erlaubte Medien verwenden.
Ist das Projekt fair und inklusiv? KI kann Stereotype reproduzieren und Zugänge ungleich verteilen. Rollen vielfältig gestalten, Barrierefreiheit beachten und Alternativen anbieten.
Wird die Lehrkraft ersetzt? Pädagogische Verantwortung bleibt beim Menschen. KI nur als Werkzeug einsetzen und Entscheidungen menschlich begründen.


Didaktische Qualitätskriterien

Ein KI-Avatar-Projekt ist gut, wenn es nicht nur technisch beeindruckt, sondern Lernen sichtbar macht. Die Lernenden sollen recherchieren, gestalten, prüfen, argumentieren, reflektieren und verbessern. Der Avatar ist dann ein Anlass für vertieftes Lernen.

  1. Lernzielklarheit: Das Projekt hat ein fachliches und medienpädagogisches Ziel.
  2. Eigenleistung: Lernende treffen Entscheidungen, schreiben Skripte, prüfen Inhalte und reflektieren Ergebnisse.
  3. Transparenz: KI-Anteile werden gekennzeichnet und nachvollziehbar dokumentiert.
  4. Richtigkeit: Aussagen werden geprüft und Fehler werden korrigiert.
  5. Reflexion: Chancen, Grenzen und Wirkung des Avatars werden diskutiert.
  6. Inklusion: Sprache, Zugang und Darstellung berücksichtigen unterschiedliche Lernende.
  7. Verantwortung: Datenschutz, Urheberrecht und Fairness werden eingehalten.
  8. Transfer: Die Idee lässt sich auf andere Fächer oder Situationen übertragen.


Zukunftskompetenzen

KI-Avatare sind ein Anlass, Zukunftskompetenzen einzuüben. Dazu gehören Kritisches Denken, Kreativität, Kommunikation, Kollaboration, Problemlösen, Medienkompetenz, Datenkompetenz, Ethik und Selbstregulation. Besonders wichtig ist der Wechsel zwischen Ausprobieren und Reflektieren. Wer nur ausprobiert, übersieht Risiken. Wer nur warnt, verpasst Gestaltungsmöglichkeiten. Gute Schule braucht beides.


Making, Medien und Kreativität

Making bedeutet, dass Lernende eigene Produkte entwickeln, testen und verbessern. Bei KI-Avataren kann Making digital, analog oder hybrid sein. Eine Gruppe baut zum Beispiel eine Lernstation im Schulflur, gestaltet ein Plakat mit QR-Code zu einem Avatar-Dialog, entwirft eine 3D-gedruckte Figur als Symbol für einen Lerncoach oder produziert ein kurzes Erklärvideo. Dadurch werden Technik, Gestaltung und Fachwissen miteinander verbunden.


Beispielprojekt: Der faire Lerncoach

In diesem Projekt entwickelt die Klasse einen Avatar, der jüngeren Lernenden beim Einstieg in ein Thema hilft. Die Gruppe wählt ein Fachthema, zum Beispiel Bruchrechnung, Nachhaltigkeit, Argumentation oder Demokratie. Dann erstellt sie ein kurzes Skript, in dem der Avatar erklärt, nachfragt und eine Übung stellt. Anschließend testet eine andere Gruppe, ob die Erklärung verständlich, korrekt und motivierend ist.

Der Lerncoach darf keine Noten geben, keine persönlichen Daten speichern und keine Lernenden vergleichen. Er soll ermutigen, erklären und Rückfragen stellen. Am Ende reflektiert die Klasse: War der Avatar hilfreich? Was konnte er gut? Wo war menschliche Erklärung besser? Welche Regeln brauchen wir, damit ein solcher Avatar fair bleibt?


Reflexionsfragen

  1. Vertrauen: Warum wirken sprechende Avatare oft glaubwürdiger als normaler Text?
  2. Täuschung: Woran erkennst Du, ob ein digitales Gegenüber echt, simuliert oder KI-generiert ist?
  3. Lernen: Wann hilft ein Avatar wirklich beim Verstehen und wann lenkt er ab?
  4. Gerechtigkeit: Wer profitiert von KI-Avataren und wer könnte benachteiligt werden?
  5. Verantwortung: Wer haftet für Fehler, wenn ein Avatar falsche Informationen gibt?
  6. Schulkultur: Welche Regeln sollte Deine Schule für KI-Produkte entwickeln?


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist ein KI-Avatar im Unterricht? (Eine digitale Figur, die durch KI unterstützt mit Lernenden interagieren kann) (!Ein gedrucktes Arbeitsblatt mit QR-Code) (!Eine normale Suchmaschine ohne Rolle) (!Ein zufällig ausgewähltes Profilbild)




Welche Aussage beschreibt eine zentrale Grenze von KI-Avataren? (Sie können falsche oder verzerrte Informationen erzeugen) (!Sie sind grundsätzlich immer fachlich richtig) (!Sie ersetzen jede pädagogische Entscheidung) (!Sie benötigen nie eine Kontrolle durch Menschen)




Wofür ist die Kritikphase einer Zukunftswerkstatt da? (Probleme, Risiken und Hindernisse offen zu sammeln) (!Fertige Produkte zu bewerten) (!Technische Geräte einzukaufen) (!Die beste Gruppe zu küren)




Was gehört zu einem guten Prompt für einen Lernavatar? (Rolle, Zielgruppe, Lernziel und Grenzen) (!Nur ein einzelnes Stichwort) (!Eine geheime Bewertungsliste) (!Eine Sammlung privater Daten)




Warum ist Transparenz bei KI-Avatar-Projekten wichtig? (Damit erkennbar ist, welche Anteile von Menschen und welche von KI stammen) (!Damit die KI weniger Strom verbraucht) (!Damit keine Quellen mehr nötig sind) (!Damit die Lehrkraft nicht mehr beteiligt ist)




Welche Daten sollten Lernende nicht in externe KI-Systeme eingeben? (Private personenbezogene Daten) (!Fiktive Rollennamen) (!Allgemeine Fachbegriffe) (!Selbst erfundene Beispielsätze)




Was bedeutet Bias im Zusammenhang mit KI? (Eine systematische Verzerrung in Daten oder Ergebnissen) (!Eine sichere Quelle) (!Ein besonders guter Prompt) (!Ein technischer Datenschutzfilter)




Welche Rolle sollte die Lehrkraft beim Einsatz von KI-Avataren behalten? (Sie plant, begleitet, prüft und verantwortet den Lernprozess) (!Sie gibt alle Entscheidungen an die KI ab) (!Sie verbietet jede Reflexion) (!Sie bewertet nur das Aussehen des Avatars)




Was ist ein Prototyp in einer KI-Avatar-Werkstatt? (Ein früher testbarer Entwurf einer Idee) (!Eine endgültige gesetzliche Regel) (!Ein zufälliges Suchergebnis) (!Eine unsichtbare Datei ohne Zweck)




Welche Fähigkeit wird durch eine gute Zukunftswerkstatt besonders gefördert? (Kreatives und kritisches Gestalten von Zukunft) (!Auswendiglernen ohne Anwendung) (!Ungeprüftes Übernehmen von KI-Antworten) (!Reines Konsumieren fertiger Medien)





Memory

KI-Avatar digitale Lernfigur mit KI-gestützter Interaktion
Prompt gezielte Eingabe für ein KI-System
Bias Verzerrung in Daten oder Ergebnissen
Datenschutz Schutz personenbezogener Informationen
Zukunftswerkstatt Methode zur Entwicklung von Zukunftsideen
Prototyp früher testbarer Entwurf
Transparenz offene Kennzeichnung der KI-Nutzung
Making lernendes Gestalten eigener Produkte





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Kritikphase Risiken und Probleme sammeln
Fantasiephase mutige Zukunftsideen entwickeln
Realisierungsphase Ideen prüfen und umsetzen
Prompting KI gezielt anleiten
Reflexion Wirkung und Verantwortung beurteilen






Kreuzworträtsel

Avatar Wie nennt man eine digitale Figur, die eine Person oder Rolle in virtuellen Räumen darstellen kann?
Prompt Wie heißt die Eingabe, mit der Du eine KI gezielt steuerst?
Bias Welcher Begriff beschreibt systematische Verzerrungen in Daten oder Ausgaben?
Transparenz Welcher Grundsatz verlangt nachvollziehbare Kennzeichnung von KI-Einsatz?
Prototyp Wie heißt ein früher, testbarer Entwurf einer Lösung?
Datenschutz Welcher Schutz betrifft personenbezogene Daten in der Schule?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Ein

ist eine digitale Figur, die mithilfe von künstlicher Intelligenz interagieren kann. Ein

steuert, welche Aufgabe ein KI-System bearbeiten soll. Im Unterricht bleibt die

für Planung, Begleitung und Verantwortung zentral. Die

einer Zukunftswerkstatt sammelt Risiken und Probleme. In der

entwickeln Lernende mutige Ideen für eine bessere Schule. Die

macht aus einer Idee einen prüfbaren Plan. Der

schützt personenbezogene Informationen von Lernenden. Der Begriff

beschreibt Verzerrungen in Daten oder Ergebnissen. Durch

wird sichtbar, welche Anteile eines Produkts mit KI entstanden sind. Ein

ist ein früher Entwurf, der getestet und verbessert werden kann.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Begriffsplakat: Gestalte ein Plakat oder eine digitale Folie, auf der Du die Begriffe KI, Avatar, Prompt, Bias und Datenschutz mit eigenen Worten erklärst.
  2. Avatar-Steckbrief: Entwickle einen Steckbrief für einen hilfreichen Lernavatar und beschreibe Name, Rolle, Zielgruppe, Fach, Grenzen und Sicherheitsregeln.
  3. Medienanalyse: Untersuche ein kurzes Erklärvideo oder Avatar-Beispiel und notiere, wodurch es glaubwürdig, motivierend oder problematisch wirkt.
  4. Regelliste: Formuliere fünf einfache Klassenregeln für den Einsatz von KI-Avataren im Unterricht.


Standard

  1. Storyboard: Entwirf ein Storyboard für einen KI-Avatar, der ein Unterrichtsthema erklärt und am Ende eine Lernfrage stellt.
  2. Prompt-Werkstatt: Schreibe drei verschiedene Prompts für denselben Lernavatar und vergleiche, welcher Prompt zu den besten Ergebnissen führt.
  3. Zukunftswerkstatt: Führe in einer Gruppe eine Mini-Zukunftswerkstatt zur Frage durch, wie KI Deine Schule verbessern könnte.
  4. Faktencheck: Prüfe eine KI-generierte Avatar-Erklärung mit verlässlichen Quellen und markiere Fehler, Vereinfachungen und gute Formulierungen.


Schwer

  1. Unterrichtskonzept: Entwickle ein vollständiges Unterrichtskonzept, in dem KI-Avatare ein fachliches Lernziel und ein medienpädagogisches Lernziel unterstützen.
  2. Ethik-Debatte: Organisiere eine Debatte zur Frage, ob KI-Avatare Feedback zu Schülerleistungen geben dürfen, und entwickle begründete Regeln.
  3. Prototyp: Erstelle einen testbaren Prototyp eines Avatar-Lernangebots mit Skript, Prompt, Datenschutzcheck und Reflexionsbogen.
  4. Schulentwicklung: Formuliere ein Konzept für eine schulische KI-Avatar-Werkstatt, die Making, Medienbildung, Kreativität und Zukunftskompetenzen verbindet.



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Lernkontrolle

  1. Transferanalyse: Vergleiche zwei Unterrichtssituationen und entscheide begründet, in welcher Situation ein KI-Avatar lernförderlich wäre und in welcher nicht.
  2. Fallprüfung: Eine Gruppe möchte Fotos und Stimmen echter Lernender für einen Avatar nutzen. Analysiere Risiken und entwickle eine datensparsame Alternative.
  3. Qualitätsraster: Entwirf ein Bewertungsraster für KI-Avatar-Projekte, das Fachlichkeit, Eigenleistung, Transparenz, Kreativität und Verantwortung berücksichtigt.
  4. Fehlerdiagnose: Ein Avatar erklärt ein Thema überzeugend, aber teilweise falsch. Beschreibe, wie Du die Fehler findest, korrigierst und im Lernprozess nutzt.
  5. Zukunftsszenario: Entwickle ein realistisches Szenario für Deine Schule im Jahr 2030, in dem KI-Avatare sinnvoll eingesetzt werden, ohne Lehrkräfte zu ersetzen.
  6. Perspektivwechsel: Beurteile ein KI-Avatar-Projekt aus Sicht einer Lehrkraft, einer Schülerin, eines Datenschutzbeauftragten und eines Elternteils.


Lernnachweis

Für den Lernnachweis erstellst Du ein kleines Portfolio. Es enthält einen eigenen Avatar-Steckbrief, einen dokumentierten Prompt, ein Storyboard oder einen Prototyp, einen Faktencheck und eine Reflexion. Der Lernnachweis soll zeigen, dass Du nicht nur ein digitales Produkt erstellen kannst, sondern auch die pädagogischen, ethischen und rechtlichen Zusammenhänge verstehst.

  1. Produkt: Lege ein Storyboard, Skript, Dialogbeispiel oder einen Prototyp Deines KI-Avatars vor.
  2. Dokumentation: Erkläre, welche KI-Werkzeuge oder KI-Ausgaben verwendet wurden und welche Entscheidungen von Menschen getroffen wurden.
  3. Prüfung: Belege, wie Du fachliche Richtigkeit, Quellen, Datenschutz und Urheberrecht geprüft hast.
  4. Reflexion: Beschreibe, was der Avatar zum Lernen beiträgt und wo menschliche Begleitung überlegen bleibt.
  5. Verbesserung: Formuliere mindestens drei konkrete Änderungen, die Dein Projekt nach Feedback besser machen würden.




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